DX. Da machste nix

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DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Mi 2 Mai - 20:37

Ninja Shoot: da machste nix


Das neue Thalia

Einiges hatte sich in der Welt der Thalianer verändert, seit Jaz und Laura da einfielen und damit war nicht nur die Geschichte gemeint, die komplett aus ihrer Verankerung gerissen wurde. Dort wo einst das kälteste Gewässer der Welt und riesige Eisberge herrschten, dominierte nun eine düstere Umgebung das Bild. Anstelle von kaltem Eis glitzerte ein prachtvolles schwarzes Kristallschloss in der Sonne, das Wasser wich fruchtbarem Boden, auf dem die wundersamsten und wunderschönsten Pflanzen der ganzen Galaxie wuchsen, natürlich hatten sich diese der dunklen Atmosphäre perfekt angepasst. Selbst das Licht veränderte sich, sobald man das Territorium der Autorinnen betrat, hier wurde man nicht von der Sonne geblendet oder von der Dunkelheit überrascht, es sei denn, Kian oder Chiron standen plötzlich hinter einem.
Die tierische Population war auch nicht zu verachten, neben den normalen Waldbewohnern, wie Eule, Wolf oder Fledermäusen, gab es hier auch paradiesische Vögel oder dämonische Pferde zusehen. Leider Lotes ließ es sich nicht vermeiden, dass sich hier auch einige Anhänger der Finsternis oder beeindruckte Schläger niederließen und genauso unmöglich war es, den Ruf zu stoppen, der ihnen vorauseilte.
Selbst das Outfit der Charaktere war anders, stylischer, düsterer, fedriger und zu geil, als dass man das jemals mit den uns bekannten Worten beschreiben könnte!  


Akt 1. Die Rückkehr

In der Realität war die heiße Jahreszeit voll im Gange und das Team befand sich in ihrer wohlverdienten sechswöchigen Sommerpause. Das Studiogelände war also, mal abgesehen von Martha und Paul, wie leergefegt. Sogar die Fans hatten ihr 'Fan sein' abgelegt und campten mal nicht vor den Toren. Bloß die halbstündlichen Busse, die bis oben hin voll gestopft mit Touristen waren, störten die idyllische Idylle dieser ruhigen Tage.
Doch dann fand die idyllische Idylle jäh ein Ende, als einer dieser Busse eine interessante Entdeckung zu machen glaubte. Die Silhouette eines Einhorns, was hinterm Gebäude zu stehen schien, gepaart mit eigenartigen Geräuschen, umher fliegenden Sicheln, und der ein oder andere Besucher würde beschwören, dass er Chiron sah, gerade als er durch ein schwarzes Portal schritt.
Natürlich wurde die Werbetrommel gleich gerührt, schließlich gingen alle Anwesenden davon aus, dass das extra für diese Touren erschaffene Spezialeffekte waren. Umso gespannter wartete das Publikum natürlich auf die nächste Erscheinung, die sie dann mit einem gigantischen Blitzgewitter einfingen. Dumm wie die Fans waren, mieteten sie sich auch in einer dieser Touren ein, anstatt einfach wie gewohnt vor den Toren zu campen.
Und dann kam der Knüller überhaupt, während nun nämlich die Busse vor den Toren campten, entdeckte einer der Fahrgäste auf dem Flachdach des Studios ein paar braune Öhrchen, die hinter der Erhöhung am Rande hervorblitzten und dann der absolute Knüller: die Öhrchen gehörten einem kleinen Greifen, der sein Köpfchen auf die Attika, die Erhöhung des Daches, lehnte und beinahe sehnsüchtig in die Ferne starrte.
Das darauf folgende Gekreische war ohrenbetäubend, um nicht zu sagen: Trommelfell zerreißend! Was das kleine Wesen ebenso sah und so schlich er schnell auf die andere Seite und sprang von dort aus in die Tiefe. Das sollte allerdings nicht die einzige Sichtung von ihm gewesen sein und er besaß auch nicht immer seine kleine Gestalt. Black-Ri, wie sie dank ihres Outfits von den Fans getauft wurde, erschien der Masse ebenfalls, als diese mit Martha und einem Wirbelsturm Trampolin sprang. Paul huschte auch ab und zu durchs Bild, nämlich immer dann, wenn eins seiner neuen Errungenschaften davon rollte und er hinterher eilen musste. Bloß Kian blieb im Verborgenen, nämlich im Büro der Autorin, wo er seine Zeit damit verbrachte, sämtliche Drehbücher durchzulesen und die ein oder andere Stelle zum Nachteil der anderen doch zu seiner Belustigung zu verändern.      
Von dem Tumult bekamen die Freundinnen allerdings nichts mit. Laura und Yami, eher erstere, kauften halb Tokio leer und Jaz besuchte mit Luca seine Eltern. Alle vier waren so mit umherreisen, shoppen, recherchieren oder einfach nur am Strand liegen beschäftigt, dass die Glotze oder das Radio die ganze Reise über aus blieb.
So entging es ihnen, dass das Studio zu DEM Geheimtipp wurde, wo einfach jeder vorbeischauen musste oder dass Chiron wie der König höchstpersönlich durch die Straßen marschierte und von seiner Fangemeinde sabbernd angehimmelt wurde.
Tausend Spekulationen überfluteten sogleich das Internet. Dass nun so viel Werbung für DX gemacht wurde konnte ja nur bedeuten, dass sich die Fans dort auf etwas spektakuläres Neues freuen konnten.
Doch nein, nichts von alledem entsprach der Wahrheit. Die Autorinnen wollten weder die Fantasie ihrer Fans anregen, noch hatten sie etwas großes bei DX geplant und die Besucher aus Thalia sollten schon gar nicht in der Realität sein! Viel mehr war es nämlich so, dass sie ihren Freunden versprechen mussten, nach der letzten gefährlichen Reise, dass sie sich aus ihren Storys raus hielten. Aus diesem Grund hatte Jaz das Seelenprisma in einem Safe, der sich hinter einem ihrer LoT-Bilder befand, in ihrem Büro verschlossen, weil sie von hier aus leichter heimlich nach LoT reisen konnten. Allerdings hatten sie da die Rechnung ohne Martha gemacht, die tatsächlich über ein Talent verfügte! Sie war ein Meister darin Schlösser zu knacken! Logisch, wo doch die meisten öffentlichen Container verschlossen waren. Allerdings hatte sie es gar nicht auf das Prisma abgesehen, sie wusste nicht mal, dass es noch existierte bzw. dass es im Studio versteckt wurde. Viel mehr wollte sie die freie Zeit nutzen, um eine gute Angestellte zu sein und schon mal ihr Bilderbuch, ihre persönliche Version des Drehbuchs, zu studieren und da sie das nicht auf Anhieb finden konnte, vermutete sie es im Tresor, den sie dann öffnete und daraufhin alle guten Vorsätze auf Anhieb verlor. Seit diesem Tag stand die Tür, die nach Thalia führte, offen und ein reges Kommen und Gehen erhellte die Atmosphäre.
Und so erwartete Jaz eine 'böse' Überraschung, als sie nach drei Wochen Sonne pur nach Hause zurückkehrte.
„ Puh, bin ich geschafft.“ seufzte sie. „ Das nächste Mal mieten wir uns einen Privatjet! Da sitzen garantiert keine verzogenen Rotzgören hinter einem, die nichts besseres zu tun haben, als ihrem Vordermann gegen den Sitz zu treten.“
„ Ich habe dir doch angeboten mit mir den Sitz zu tauschen.“
„ Am Gang ist aber kein Fenster.“      
„ Aber dafür war da auch kein tretender Bengel.“
„ Der hätte mit seinem Bruder garantiert auch den Sitz getauscht und dann wäre er doch wieder da gewesen! Und das ohne Fenster!!“ maulte sie. „ Die haben bloß Glück gehabt, dass ich Nerven aus Stahl habe.“ schlenderte sie auf das Schlafzimmer zu. „ Ich gehe mich erst einmal umziehen.“
„ Mach das. Ich räume in der Zeit die Kühlbox aus.“
„ Alles klar.“
Als sie daraufhin das Schlafzimmer betrat, stand die leibhaftig gewordene 'böse' Überraschung plötzlich vor ihr.
„ Wah???“ starrte sie Chiron, die 'böse' Überraschung entsetzt an. „ W-Was machst du denn hier?? Wie kommst du hier überhaupt hin??“ stieß sie ihn gleich mal erschrocken zum Rande des Raumes, damit er nicht mehr wie auf dem Präsentierteller stand.
„ Durch die Tür, wie denn sonst?“
„ Das ist unmöglich!! Das Seelenprisma liegt im Safe des Studios! Du kannst also nicht durch die Tür getreten sein. Oder kannst du jetzt plötzlich auch die Realität verändern??“ schrak sie auf. „ E-Egal!!“ schüttelte sie den Gedanken gleich weg. „ Du musst verschwinden, SOFORT! Und zwar BEVOR du von Luca entdeckt wirst!“
„ Redest du mit mir?“ machte der Herr auf sich aufmerksam.
„ Äh nein! Ich telefoniere mit Laura!“ zog sie sich blitzschnell aus dem Finger, während sie dem Boten der Dunkelheit mit eindeutigen Handbewegungen verdeutlichte, dass er jetzt schnell verschwinden sollte.
„ Mit Laura? Aber sie kommt doch erst morgen wieder?“
„ Oh... äh... heute ist da... morgen?“ verzog sie den Mund.
„ Hä?“ kam er dann auch noch auf sie zu.
„ Du hattest Recht!!“ stürmte sie aus dem Raum. „ In meiner Euphorie habe ich gar nicht mitbekommen, dass ich ihrer Sprachbox einen Knopf an die Backe gelabert habe. Hahaha. Das kann sie ja dann morgen abhören.“ schlenderte sie hysterisch lachend an ihm vorbei.
„ Ist alles ok?“ sah er ihr verblüfft hinterher.
„ Klar? Was soll denn nicht ok sein?“
„ Du verhältst dich plötzlich so komisch.“ betrat er das Schlafzimmer, um sich dort kurz umzusehen. Allerdings konnte er nichts ungewöhnliches entdecken. „ Mhm. Hast du einen Jetlag? Oder ist dir irgendwas anderes wichtiges eingefallen, dessen Frist bereits abgelaufen ist?“ öffnete er vorsichtshalber auch noch alle Schranktüren. „ Nichts.“
„ Ja, genau! Mir fiel gerade spontan ein, dass ich da vielleicht was wichtiges vergessen habe.“ grummelte sie.
„ Wo wart ihr die ganze Zeit?“ stand der Herr schon wieder vor ihr.
„ Nicht da!! Und nun verschwinde endlich!!“ kickte sie ihn erschrocken in die Besenkammer und knallte dann die Tür zu. „ Spinne!!“ behauptete sie, als sie Luca's verblüfften Blick sah.
„ Ah ja.“
„ Ich bin dann mal in meinem Arbeitszimmer und studiere die Abgabetermine.“ verschwand sie schnell im besagten Raum, wo sie natürlich wieder auf Chi traf, wodurch Luca jedoch in eine leere Kammer starrte, was also auch etwas positives an sich hatte. „ Man, nun geh doch endlich!! Wenn Luca dich entdeckt, dann komme ich in Teufelsküche und dann hat es sich ausgehext! Für immer!“ knurrte sie ihn leise an. „ Geh zurück ins Studio, ich komme da morgen mit Laura hin, ok?“
„ Nein, nichts ist ok!“ verschränkte er sichtlich angesäuert die Arme vor der Brust. „ Was denkt ihr euch eigentlich dabei, einfach mal Wochenlang zu verschwinden, ohne auch nur die leiseste Erklärung zu hinterlassen? Kannst du dir denn nicht vorstellen, dass wir uns Sorgen um euch gemacht haben?“
„ Ihr habt euch sorgen gemacht? Wie süß!“ strahlte sie im ersten Moment verzückt auf. „ Trotzdem hast du hier nichts verloren!“ stellte sie knallhart fest. „ Wir waren im Urlaub, ja, selbst wir dürfen das hin und wieder mal machen. Tut mir leid, dass wir euch nichts gesagt haben.“
Warum sollten sie auch? Bisher gingen die Damen davon aus, dass 'LoT' stillstand, wenn sie sich nicht dort aufhielten. Dass die Welt eigenständig weiter lebte, auch wenn sie dem Reich fernblieben, damit hatten sie nun wirklich nicht gerechnet.
„ Es kommt nicht wieder vor und nun geh, bevor er dich entdeckt!“ flehte sie den Jäger schon fast an.
„ Nun gut. Ich gebe euch bis Morgen Zeit, sollte ich nichts von euch hören, dann komme ich wieder. Ganz gleich ob ihr auffliegt oder nicht.“ zog er schließlich von dannen.
„ Ich ahne fürchterliches.“ ließ sie seufzend den Kopf hängen.
Und dieser Verdacht sollte sich auch bestätigen, als sie später den Fernseher anschaltete. Dort lief nämlich eine exklusive Sondersendung zu den Phänomenen am Studio, mit Expertenmeinungen zu den vermeintlichen Spezialeffekten und dem Grund, weshalb die Schauspieler von Zeit zu Zeit in Straßen spazieren gingen.
Ein Glück, für die Autorin, war Luca gerade duschen und bekam deshalb nichts davon mit.
„ Wir sind am Arsch... wir sind so was von am Arsch...“ stammelte sie. „ Die Werbung kommt uns natürlich zugute! Aber trotzdem... das gibt Ärger.“
Vorerst konnte sie die Bombe entschärfen, indem sie bis zum Schlafengehen ihre Lieblingsserie auf DVD sahen und am nächsten Tag beschäftigte sie ihren Lover indem sie ihn auf Einkaufstour schickte. So war zu mindestens die Autorin allein daheim, als Laura sie anrief.
„ Rate mal wer wieder im Land ist und den geilsten Urlaub überhaupt erlebt hat? Und wer einen ganzen Schrank voller neuer Kleider und den passenden Schuhen und...“ holte sie tief Luft. „ ... eine Wadenladung neuer Puppen, Puppenkleider, Puppenschuhe und die allererste DX-Black-Chi Puppe besitzt?“
„ Freut mich, dass dein Urlaub so gut war. Aber darüber müssen wir uns später unterhalten.“ erklärte sie. „ Wir haben ein riesengroßes Problem!“
„ Wir? Hast du etwa einen Abgabetermin vergessen?“
„ Viel viel schlimmer.“
„ Ne oder??“ flitzte sie blitzschnell ins Bad. „ Jetzt sag nicht, dass die das Prisma gefunden haben und das Studio Tag der offenen Tür für Thalianer spielt?? UND sag mir jetzt noch WENIGER, dass die dabei auch noch von wem fotografiert worden sind und dass das nun durch sämtliche Nachrichten geht.“
„ Hast du die Nachrichten etwa schon gesehen??“
„ Du willst mich doch wohl auf den Arm nehmen, oder?? Wie konnte das denn passieren?? Hast du das Prisma etwa nicht weggeschlossen??“  
„ Doch sicher habe ich das getan! Aber aus irgendwelchen mir noch unbekannten Gründen laufen Chi und Co hier in der Realität rum.“
„ Das ist eine KATASTROPHE! Wie sollen wir das vor Dings und Dings denn noch geheim halten können?? Und wie soll ich Dings1 davon abhalten fernzusehen??? Ich muss die Fernseher unschädlich machen, ihm das Handy abnehmen und sämtliche Radios eliminieren. Am besten schließe ich ihn einfach im Keller ein.“ dort hatte er inzwischen nämlich seinen eigenen Wasserfall, mit einem Becken aus naturbelassenem Stein und befüllt mit dem reinsten Quellwasser der Welt. „ Vermutlich würde der das nicht mal merken.“
„ Oder der reißt dir die Tür aus den Angeln...“ konterte Jaz.
„ Solange er sich dann von allem fernhält, was ihm zeigt was in der Welt los ist, soll es mir recht sein. Ich weiß! Ich schubse einfach alle meine Fernseher runter und dann schicke ich ihn los, um neue zu holen!“
„ Dann kommt der mit einem Aquarium wieder. Lass das lieber.“ riet sie ihr. „ Schicke ihn lieber auf Pilgerfahrt. Oder der soll seine Seele reinigen, indem er diesen einen Berg da hoch und wieder runter läuft! Bis der zurück ist, haben wir uns bestimmt eine passende Erklärung überlegt.“
„ Ich weiß!“ behauptete sie. „ Paul ist schuld! Wir haben das Prisma nämlich weggeschmissen und er hat es aus dem Müll wieder raus geholt!“
„ Das kaufen die uns nie im Leben ab.“ atmete sie schwer aus. „ Wie dem auch sei. Wir müssen uns die Lage vor Ort ansehen. Nicht dass die unser Studio bereits niedergerissen oder von innen generalüberholt haben.“
„ Ja, ich weiß auch schon wie ich Chi vorerst unschädlich mache. Der muss sein Becken leer pumpen, damit der das sauber und wieder befüllen kann.“ grinste sie schief auf. „ Wir sehen uns also gleich am Studio.“
„ Ist gut.“ oder auch nicht, wie man es sah.

Akt 2. Ups

„ Was ist denn hier los?“ kam Jaz hinter Laura zustehen, die wiederum hinter einer Monsterschlange an Bussen zum stehen kam. „ Und nun?“ wollte sie durch die Freisprechanlage von ihrer Freundin wissen.
„ Ich werde hier auf jeden Fall keine Stunden warten, bloß um auf UNSER Gelände zu kommen!“ scherte sie aus und fuhr, dicht gefolgt von Jaz, auf der Gegenfahrbahn auf das Studio zu. „ Na also, geht doch.“
Da das Studio wie ausgestorben sein sollte, war auch niemand da, der ihnen das Tor öffnete und da sie es nicht riskieren wollten, dass ihnen wer folgte, parkten sie vor den Toren und schritten wie die Leute von früher durch die Tür. Das taten sie allerdings nicht, ohne dabei von mächtig viel Gejubel und Gekreische begleitet zu werden, so dass auch die hinter letzten Reihen mitbekamen, dass die Cheffinnen eingetroffen waren.
Die Lautstärke erhöhte sich noch mal dramatisch, als Akira freudestrahlend auf sie zu gestürmt kam und sich hinterrücks auf die Damen stürzte. Dem Beispiel folgte Ritsu ebenfalls und als Mitläufer durfte Martha natürlich auch nicht fehlen und da schlimmer immer ging, stand Chiron ebenfalls plötzlich neben ihnen und inmitten des Blitzgewitters. Und die Autorinnen? Die machten gute Miene zum bösen Spiel und ließen sich mit einem perfekten Lächeln ablichten, so als wenn das alles hier das normalste von der Welt wäre.
„ Wir sind so was von erledigt.“ presste Laura hervor.
„ Das kannst du wohl laut sagen.“ stimmte ihr Jaz zu.
Und wie recht sie damit hatten erkannten sie dann, als sie nach ihrer Fotosession hinterm Gebäude Schutz suchten. Zwischenzeitlich hatte Paul so viel Zeit gehabt, um LoT's Müllhalden zu plündern, dass er daraus ein kleines Schloss basteln konnte und nun thronte er wie Gott in Frankreich auf einer selbst geknüpften Hängematte und genoss sichtlich zufrieden die warmen Sonnenstrahlen.
„ Ich glaube ich stehe im Wald...“ keuchte die Schriftstellerin.
„ Wieso im Wald? Du stehst hinterm Studio.“ konterte Ri.
„ Ist das nicht der absolute Oberwahnsinn? Das hat Paul ganz allein gebaut.“ strahlte Martha. „ Er ist ja so begabt.“
„ Begabt?“ platzte Laura beinahe der Kragen. „ Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?? Ist euch überhaupt klar, dass eure Anwesenheit hier durch sämtliche Zeitungen geht?? OH FUCK!!! ZEITUNGEN!! Ich habe die Zeitung nicht weggepackt!!“ kreischte sie auf.
„ Uah, ich auch nicht!“ stimmte Jaz im kreischen mit ein.
„ Wo ist denn das Problem? Freut ihr euch etwa nicht uns zusehen? Wo ihr euch doch einfach verdünnisiert habt, ohne irgendjemanden davon zu erzählen.“ schmollte die Diebin.  
„ Ja! Und ich wusste nicht einmal, dass ihr das Prisma noch habt! Warum habt ihr mir denn nie was gesagt?? Ich hätte Ritsu so gern wiedergesehen!“
„ Genau! Ihr habt mir doch versprochen, dass ihr sie mal mitbringen werdet!“
„ Das hätten wir vielleicht, also eher nicht, auch noch getan! Außerdem war das ein Geheimnis, dass wir das Prisma noch haben! Nur ich und Jaz wussten davon.“
„ Und nun werden DIE es auch erfahren!“ knurrte die Autorin. „ Wie seid ihr da überhaupt dran gekommen??“
„ Ich wollte mein Manuskript studieren, deshalb bin ich in dein Büro und habe deinen Safe geöffnet.“
„ Du meinst, du hast meinen SAFE AUFGEBROCHEN???“
„ Nö, der ist doch noch heile. Also habe ich ihn auch nicht aufgebrochen.“
„ Ich fasse es nicht. Ihr seid doch echt..“
„ Fabelhaft? Unglaublich? Cool?“ sah Martha ihre Chefin erwartungsvoll an.
„ Die Besten??“ strahlte Ri gleich mal mit.
„ … nicht vollständig.“ atmete Jaz schwer aus. „ Ist Kian nicht hier?“
„ Doch. Aber der kommt nur aus deinem Büro raus wenn er Hunger hat.“
„ Aus meinem Büro???“ starrte sie Miss Ugly schockiert an.
„ Jep.“ nickte diese und schon sauste Jaz wie von der Tarantel gestochen davon.
Zu mindestens im Inneren war fast alles noch so, wie sie es hinterlassen hatten. Mal abgesehen von der geplünderten Vorratskammer, der normalen Unordnung, die entstand wenn man 'wohnte' und dem mit Ketchup bemalten Boden, war alles Bombe.
„ Ok, die Putzfrauen müssen früher anfangen als geplant.“ eilte sie schnell die Treppen hoch.
Anders als gedacht flog ihr aber kein Papiersturm um die Ohren, als sie ihr Büro betrat. Mal abgesehen von den leeren Tellern, die sich auf ihrem Schreibtisch türmten, den paar Flaschen, die im Raum rumstanden und dem schlafenden Herren, der auf ihrer Couch lag, war alles beim alten.
„ Nein, wie süß.“ zückte sie gleich ihr Handy um ihren Liebling, der beim lesen eingeschlafen war, abzulichten.
Da aber sonst alles normal aussah, dass er in ihren Büchern herum gefuscht haben könnte, kam ihr gar nicht erst in den Sinn, unterließ sie es schlafende Hippogryphen zu wecken und verließ das Büro auf leisen Sohlen wieder. Als nächstes wurden die anderen wichtigen Räume inspiziert, doch auch hier war, außer einer katastrophal aussehenden Küche und einer geplünderten Vorratskammer, alles beim alten.
„ Das Küchenpersonal muss also auch früher anfangen.“ schloss sie die Küchentür seufzend. „ Die werden sich bestimmt alle tierisch darüber freuen.“ wanderte sie seufzend auf das Set zu. „ Oder sollte ich einfach Maria herbitten? Sie würde sich bestimmt darüber freuen, hier gebraucht zu werden. Mhm.“
Als auch alles am Set in bester Ordnung war, kehrte sie zu den anderen zurück.
„ Alles was nicht hierher gehört wird AUGENBLICKLICH zurückgebracht!“ musterte sie die Übeltäter streng. „ Und wenn ich ALLES sage, meine ich auch ALLES!“
„ Meine Burg bleibt aber hier.“ murmelte Paul.
„ Welche Burg?“ trat Laura an das Kunstwerk heran. „ Meinst du das hier?“
„ Ja, das ist meine Burg.“
„ Jetzt nicht mehr.“ ein gezielter Tritt reichte vollkommen aus und schon brach das Kartenhaus in sich zusammen. „ So, nun kann es zurückgebracht werden.“
„ MEINE BURG!!“ kreischte Paul auf. „ Hast du eine Ahnung wie lange ich gebraucht habe, das alles zu sammeln und hier her zubringen und dann SO aufzutürmen?“
„ Nö, interessiert mich auch nicht.“ sah sie ihn ungerührt an. „ Du schaffst den ganzen Müll zurück nach Thalia, oder ich werfe deine geliebte Tonne eigenhändig den steilsten Abhang runter, den ich finden kann!“
„ Ich will das alles aber behalten!“
„ Auch das interessiert mich herzlich wenig! Fakt ist, dass das alles hier nicht hergehört und sollten das die falschen Leute sehen, dann werde ich euch so was von den Arsch aufreißen, dass ihr nie wieder richtig sitzen könnt!“
„ Wer sind denn die falschen Leute?“ hakte Martha nach. „ Die könnten wir doch einfach von hier fernhalten und schon ist alles gut, oder nicht?“
„ Nichts ist gut! Aber so rein gar nichts!“ maulte Jaz. „ Eure Anwesenheit ging doch bereits durch die ganze Welt, nicht dass die dabei checken würden, wer oder was ihr wirklich seid, aber trotzdem!! Stelle dir mal vor jemand hätte Luca in Ägypten fotografiert und dann schleicht der auch noch gleichzeitig hier rum, wie soll das möglich sein?? Habt ihr auch nur eine Sekunde lang daran gedacht?? Und wenn nicht Luca, dann Diana oder Yami! Und was dann, hä? Chiron stolzierte ja, als wenn ihm diese Welt gehören würde, durch die Straßen der Stadt und dabei wurde er beobachtet! Man, wie kann man nur so strohdumm sein?? Und nun seht zu, dass ihr alles wieder hier weg schafft, SOFORT!“
„ Währenddessen müssen wir uns eine Erklärung für das ganze überlegen.“ wandte sich Laura an ihre Freundin. „ Sollten das Original und das Double wirklich zur selben Zeit gesichtet worden sein, dann können wir das noch mit einem Doppelgänger-Auftritt erklären. Aber wie kam der Greif auf unser Dach?“
„ Dass das nur ein Hologramm war, werden die uns wohl nicht abkaufen, hu?“ überlegte sie. „ Wir könnten einen Roboter in Thalia erschaffen und dann mit hierher nehmen. Eine Art Drohne in Form eines Greifen. Das müsste eigentlich gehen.“
„ Und was sagen wir Yami und Luca?“
„ Wir wissen von nichts. Martha ist schuld! Wir wussten ja nicht mal, dass wir das Prisma noch haben. Oder aber wir kommen gleich auf den Preis der Versöhnung zu sprechen.“ atmete die Autorin schwer aus. „ Vielleicht können wir denen das auch als Werbung für DX verkaufen.“ dachte sie weiter darüber nach. „ Genaugenommen haben sie uns ja nicht dabei erwischt, wie wir in Thalia rum hingen und dass sie nun hier sind, dafür können wir, jetzt, ja wirklich nichts.“
„ Ich merke wie die Erholung einfach an mir abperlt... ich muss zurück nach Tokio und weiter Shoppen.“ murmelte sie. „ Es ist doch ganz gleich welche Ausrede wir verwenden, es macht auch keinen Unterschied, ob sie glaubwürdig erscheint oder nicht, wenn die hiervon erfahren, dann bricht die Hölle aus.“
„ Wir haben ihnen ja eigentlich nie versprochen, dass wir das Prisma zerstören. Wir versprachen bloß, dass wir nicht mehr nach Thalia reisen. Also eigentlich haben wir doch nichts falsch gemacht. Sollen die uns doch erst einmal beweisen, dass wir doch da waren.“
„ Irgendwer von den Eierköpfen wird uns bestimmt verraten, spätestens dann, wenn der Preis stimmt und zu mindestens bei zwei von ihnen, genügt bereits der Einsatz des Hausmülls und schon singen die wie kleine Vögelchen.“
„ Dann hilft nur völlige Isolation!!“ gab sie todernst von sich. „ Drei Wochen haben wir noch, bis hier wieder die Post abgeht. Wenn wir das Feuer jetzt löschen, dann könnte der Qualm bis dahin verzogen sein und dann werden sie auch nie davon erfahren.“
„ Und wie willst du das machen? Sie drei Wochen lang irgendwo bei Brot und Wasser einsperren?“
„ Wolltest du nicht zurück nach Tokio?“ verzog sie ihre Lippen verschmitzt zu einem Lächeln.
„ Ja, aber ich glaube nicht, dass ich den noch mal für meinen Shopping Marathon begeistern kann.“ grummelte sie. „ Es wundert mich eh, dass er ohne zu motzen meinen Packesel gemimt hat.“ grinste sie. „ Wobei ich ihn ja auch bei seinen Besichtigungen der tausend und einen Tempel begleitet habe und DAS war weitaus anstrengender als mit mir einkaufen zu gehen.“
„ Naja, eine Beziehung ist eben ein ewiges Geben und Nehmen.“ kicherte sie. „ Vermutlich würden die sogar alles mitmachen, wenn sie dafür Zeit mit uns verbringen dürfen.“
„ Hach ja.“ atmete Laura schwer aus. „ Ich habe ganz vergessen, dass wir die Ärsche dieser Geschichte sind. Aber was soll ich sagen? Arsch sein macht eben am meisten Spaß.“ kicherte sie.  
„ Ja, aber leider schützt der Arsch vor Strafe nicht und ich weiß zufällig, wie kreativ Luca werden kann, wenn es um die Bestrafung geht.“
„ Und ich weiß zufällig, wer sich davon anstecken lassen wird.“ knurrte die Co-Autorin. „ Gemeinsam kommen die bestimmt auf Ideen, die uns nicht mal im Traum einfallen würden.“
„ Auf solche Ideen komme ich gleich auch, wenn ihr nicht sofort schneller arbeitet!“ keifte sie ihre Untergebenen an. „ Chiron! Anstatt doof in der Gegend rum zu stehen, könntest du den Scheiß auch einfach weg porten!“
„ Ich kann es aber auch sein lassen.“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Ich bin ein Kopfgeldjäger und kein Müllbursche.“
„ Dann Akira...“ sah sie sich um. „ Äh... Akira?“
„ Der ist rein gegangen.“ bemerkte Ritsu kurz, ehe sie eine Dose durchs Portal trat und dessen Flugbahn gespannt mit Martha verfolgte.
„ Dann nutze du... ne, besser doch nicht.“ verwarf sie den Gedanken gleich wieder, Ri mit ihren Kräften spielen zu lassen. „ Ich schaue mal nach wo der sich rum treibt.“
„ Als du von Müll raus werfen sprachst, dachte er bestimmt an seinen Bruder.“ folgte Laura der Autorin giggelnd.
„ Ja, den sollten wir erst recht nicht vergessen.“ kratzte sie sich murmelnd am Kopf rum. „ Eigentlich haben wir echt Schwein gehabt. Es hätten auch noch ganz andere Gestalten in die Realität kommen können. Hier will ich Elias zum Beispiel nicht bekriegen müssen. Oder stell dir mal vor, da taucht plötzlich ein riesiger Sandwurm unter dir auf oder du wirst von einem Wüstenskorpion gejagt. Nichts von alle dem hätten wir einfach in der nächstbesten Ritze verschwinden lassen können.“
„ Beschwöre es doch nicht noch herauf! Du weißt doch, was in solchen Situationen immer geschieht! Genau! Alles erscheint AUF EINMAL!“
„ Ach quatsch. Wenn sich so was hier rum treiben würde, dann hätten wir das längst bemerkt und wenn nicht wir, dann Kian oder Akira.“
„ Wer weiß womit sie sich bisher die Zeit vertrieben haben??“
„ Nicht damit, will ich hoffen! Andernfalls wäre unser Studio längst in der Versenkung verschwunden.“ konterte die Autorin.
Das Gebäude stand aber noch, deshalb konnte sich Akira in der Küche herum treiben und die kläglichen Reste der Vorratskammer auch noch vertilgen, ehe er den anderen bei der Müllentsorgung zur Hand ging. So entfernten sie die Burgruinen, zu Paul's Enttäuschung, binnen weniger Sekunden und nicht mal der kleinste Schnipsel blieb zurück.
„ So, das wäre erledigt.“ betrachtete Jaz den glänzenden Hinterhof zufrieden.
„ Schade, dass wir die Busse nicht auch so einfach wieder los werden.“ seufzte Laura.
„ Das wird wohl noch einige Tage dauern, bis sich das wieder normalisiert.“ glaubte die Dame zu wissen. „ Deshalb sollten wir auf der Stelle mit der Isolation beginnen! Jedenfalls nachdem wir unsere Gäste nach Hause gebracht haben und das Prisma woanders sicher verstaut wird.“
„ Ich will aber noch gar nicht gehen!“ protestierte Ritsu.
„ Und ich will nicht, dass sie geht! Kann sie nicht noch etwas hier bleiben?“ schaltete sich Martha ebenfalls ein.
„ Und ich will mein Schloss zurückhaben!“
„ Und ich will  meine Ruhe haben! Seht ihr, so will jeder etwas haben, was er nicht bekommt! Also haltet die Klappe jetzt und fügt euch eurem Schicksal, ihr Jammerlappen!“ maulte die Co-Autorin. „ Uns erst in die Scheiße reiten und dann noch eine dicke Lippe riskieren, das sind mir die Richtigen!“
„ Soll heißen: keine Widerrede und weggetreten!“ deuteten die Chefinnen zeitgleich auf das Tor, was dann mit viel Gemecker durchschritten wurde.

Akt 3. zur selben Zeit, nur woanders


Während Laura Dings1 losschickte, damit der neue naturbelassene Steine für seinen Pool mit künstlichen Wasserfall besorgte, verbrachte Dings2 seine freie Zeit mit Vaith in einer VIP Kneipe.
Die Co-Autorin hatte sogar alles stehen und liegen gelassen, nur um eine verbesserte Version des Pools zu zeichnen, damit dieser natürlicher, bombastischer und einfach so genial aussah, dass Yami gar nicht anders konnte, als diesen nach ihren Vorstellungen hin umzugestalten. Zumal sie wirklich eine Menge Arbeit reingesteckt hatte, es sollte ihn schließlich von den Socken hauen, und es ihm als Dankeschön, für seine selbstlose Tätigkeit als Packesel, verkaufte. Da konnte er ihren Entwurf natürlich nicht ignorieren und eigentlich gefiel ihm seine Stätte der Ruhe so noch viel besser. So wurde das Ex-Sektenmitglied für einige Zeit und mit einer bloßen Zeichnung außer Gefecht gesetzt.
Jaz musste sich da nun nicht so viel ausdenken, ein einfaches: „ Geh mit Vaith ein Bier trinken!“, reichte vollkommen aus, um die Bombe auf ihrer Seite zu entschärfen. Sie wusste nämlich, dass Vaith mit Sohnemann und Frau Urlaub am Meer gemacht hatte und da hatte man garantiert besseres zu tun, als gespannt die Nachrichten zu verfolgen. Jedenfalls hoffte sie das.
„ Man hätte dir auf der Schule mal beibringen sollen, wie man Nägel mit Köpfen macht, dann würden eure Behausungen auch nicht immer gleich zusammen brechen, wenn ein kleiner Sandsturm aufkommt.“ grinste er seinen Kumpel breit an.
„ Ich habe dir schon mal gesagt, dass ich kein Beduine bin!“
„ Ich weiß, aber trotzdem regst du dich immer so schön auf.“ bemerkte er. „ Trotzdem finde ich, dass du langsam mal Nägel mit Köpfen machen solltest. Andere Pärchen die bereits solange aufeinander hocken wie ihr, sind bereits verheiratet und haben mindestens ein Kinderzimmer eingerichtet.“
„ Ja, die sind aber auch alle nicht mit einer berühmten Autorin liiert. Außerdem weiß ich gar nicht was du hast!? Wir leben schließlich bereits zusammen unter einem Dach.“  
„ Bereits sagt er.“ starrte er den Schauspieler äußerst belustigt an. „ Wann bist du bei ihr eingezogen? Vor einem Jahr etwa? Und wie lange seid ihr zusammen? Seit sechs oder sieben Jahren?“
„ 7 Jahre, 8 Monate und 23 Tage.“
„ Na bitte. In dieser Zeit hättest du ihr wenigstens mal einen Antrag machen können. Und ich meine nicht einen Antrag auf Rente. Wobei der bei deinem Tempo durchaus noch vor dem Heiratsantrag kommen könnte.“ zog er ihn weiter ungeniert auf. „ Oder ist Jaz etwa komplett gegen Kind und Kegel?“
„ Gegen Kegel nicht, aber ich denke für ein Kind ist es noch zu früh. Jedenfalls zur Zeit noch. Ihr Umgang mit meiner kleinen Nichte und meinem kleinen Neffen gibt Anlass zur Hoffnung.“ lächelte Luca.
„ Dein Bruder war also auch bei deinen Eltern zu Besuch? Wie geht es ihm und seiner Familie denn? Haben sich die Zwillinge gut gemacht?“
„ Sie wachsen und gedeihen, ja. Die beiden kommen nächstes Jahr schon in die Schule.“
„ Ich hoffe da lernen sie nicht nur, wie man in der Wüste Wasser findet.“ schmunzelte Vaith.
„ Ne, wie man ein Zelt aufbaut lernen sie auch.“ verdrehte er die Augen.
„ Dann müssen sie wenigstens nicht im freien schlafen.“ lachte er. „ Aber genug davon. Aus dir ist schließlich auch was geworden und wenn du die Wunderlampe finden konntest, schaffen das die Kleinen erst recht.“ lenkte er schließlich ein. „ Wie sind Jaz Pläne überhaupt? Den Nachfolger von Elysia sollte sie ja bald abgeschlossen haben, oder nicht?“
„ Den hat sie bereits abgeschlossen.“ nickte er. „ Der Kampf mit ihrem Verleger und gerade voll im Gange.“
„ Und dann? Soll der Nachfolger auch einen Nachfolger bekommen?“
„ Darüber hat sie noch gar nichts gesagt.“ überlegte der Schauspieler. „ Dass Elysia einen Nachfolger bekommen sollte, das war ihr bereits klar, da war das Buch noch nicht mal abgeschlossen. Allerdings glaube ich nicht, dass da nichts mehr kommt. Schließlich ist das, neben LoT, ihr größtes Werk, in dem das meiste Herzblut steckt. Diese Welt wird sie nicht einfach stillstehen lassen.“
„ Hast du sie denn nicht gefragt, was sie nun vor hat?“ schaute er nicht schlecht drein. „ Wenn sie mit dem Schreiben eine Pause einlegt, bedeutet das doch massig mehr Zeit für euch! Wie kannst du denn da nicht nachfragen?“
„ Weil ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, dass sie beim Schreiben pausiert?“
„ Dann solltest du vielleicht damit beginnen deine Vorstellungskraft zu erweitern! Wie bist du überhaupt so weit gekommen, wenn dein Blick nicht über den Tellerrand hinweg reicht? Vielleicht will sie sich ja erst mal auf dich und LoT konzentrieren.“
„ Das wäre zwar echt schön, doch für meine Ohren klingt das wenig realistisch.“ seufzte er.
„ Ich merke schon, du bist echt eine ganz arme Sau.“ schmunzelte Vaith. „ Was ist eigentlich mit diesem Alleskönner Anwalt? Sieht sie den auch noch so häufig?“
„ Du meinst Naik? Ja, die treffen sich noch regelmäßig. Aber da habe ich rein gar nichts gegen einzuwenden.“ griente er, beinahe bösartig, auf.
„ Ach? Ist der etwa schwul geworden?“
„ Nein. Aber seine langjährige Freundin ist ein riesengroßer Fan von Akira.“ wurde sein Grinsen sogar noch ein ticken bösartiger. „ Es wäre also viel wahrscheinlicher, dass ich seine Perle rum bekomme, ehe der bei Jaz landen kann. Das nenne ich ausgleichende Gerechtigkeit.“
„ Jetzt verstehe ich auch warum ihr noch nicht verlobt sein. Ich würde einen potentiellen Fremdgänger, der das bloß tut um seinen Rivalen einen auszuwischen, auch nicht fester an mich binden wollen.“
„ Ich würde ihr niemals fremdgehen!“ stellte er gleich fest. „ Ich genieße es bloß, das ist alles.“
„ Hatte ich erwähnt, dass meine Frau ebenfalls ein großer Akira Fan ist?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch. „ Wenn nicht, dann behalte ich das lieber für mich.“    
„ Keine Sorge, noch habe ich dich nicht auf den Kicker.“ entgegnete er grinsend. „ Außerdem weiß ich das doch schon längst. Ich habe deinen Wunsch, auf deiner Hochzeit als Akira aufzutreten, ja nicht für dich erfüllt.“
„ Ja.“ lachte er bei der Erinnerung auch gleich drauf los. „ Ich hätte niemals damit gerechnet, dass dein Erscheinen solchen Wirbel verursachen würde. Allerdings verstehe ich nun umso besser, warum du diese Schränke dabei hattest.“
„ Es ist ja nicht so, als hätten wir dich vorher nicht gewarnt.“
„ Dass du diese Sicherheit bei deinen irren Fans brauchst, kann ich ja nachvollziehen, aber die Partygäste waren alles Freunde oder sie gehörten zur Familie. Da sollte man eigentlich meinen, man kennt seine Pappenheimer. Aber DAS waren deine irren Fans, die sich bloß für unsere Freunde und Familie ausgegeben haben können.“ meinte er. „ Naja, jedenfalls können wir mit Recht behaupten, dass diese Feier für immer in den Köpfen unserer Gäste verankert bleiben wird und die Weiber haben sich ja auch wieder eingekriegt.“
„ Und genau aus diesem Grund können das nicht meine irren Fans gewesen sein.“
„ Ja, die wären vermutlich auch dann ausgerastet, als du dich inkognito unter ihnen befandest.“
„ Nicht nur vermutlich, sondern definitiv.“ erhob er sich von seinem Platz. „ Darf ich dir was mitbringen?“
„ Das gleiche nochmal, danke.“ nickte er.
Während Luca also am Tresen stand und auf seine bestellten Getränke wartete, verfolgte er desinteressiert ein Fußballspiel, was dann aber doch seine ganze Aufmerksamkeit einforderte.
„ Wir unterbrechen das Spiel für eine aktuelle Sondersendung zu den geheimnisvollen Ereignissen am Filmstudio, in dem die Weltbekannte Serie Legend of Thalia gedreht wird.“ verkündete eine junge Dame. „ So eben wurde uns mitgeteilt, dass die Autorinnen, Jaz und Laura, höchstpersönlich am Ort des Geschehens eingetroffen sind, wo sie auch gleich von allen herzlich in Empfang genommen wurden. Jetzt fragen wir uns natürlich, ist ihr Erscheinen das bombastische Ende einer grandiosen Werbeaktion? Unser Reporter John Willswissen ist direkt vor Ort  und weiß bestimmt mehr.“ wandte sie sich den Fernseher zu, der seitlich zu sehen war. „ John? Kannst du mich hören?“
„ Klar und deutlich, Ute.“
„ Wie ist denn die Lage bei dir?“
„ Nun, wie man sehen kann stehen hier unzählige Busse vor den Toren des Studios, die hier teilweise stundenlang ausharren, bloß um selbst einen Blick auf die Spezialeffekte werfen zu können. Die Glücklichen, die hier vorne stehen, konnten sogar live mitverfolgen, wie die Autorinnen auftauchten und gemeinsam mit den anwesenden Schauspielern einige Minuten vor der Kamera posierten. Wir selbst haben den kostbaren Moment natürlich auch mit der Kamera eingefangen und wollen euch das Bildmaterial natürlich nicht vorenthalten.“ woraufhin das Material abgespielt wurde.
Tatsächlich sah man die zwei jungen Damen, die ins Studio rasten und dort von einem freudig strahlenden Akira empfangen wurden, wodurch sie praktisch auf dem Präsentierteller zum stehen kamen und sich schließlich ihrem Blitzlichtgewitter Schicksal ergaben.
„ ...“  das Zucken einer Augenbraue, und sei es noch so unscheinbar, konnte mehr ausdrücken als hundert Worte, das gepaart mit der aufblitzenden Wut in Luca's Augen und schon erkannte man, wie heftig der Vulkan im inneren brodelte.
Kurzer Hand kramte er sein Handy aus der Tasche heraus und schoss erst einmal ein Beweisfoto, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre da die Geschichte ja ohnehin durch sämtliche Schichten ging, was er dann, natürlich mit Datum,Uhrzeit und den Worten, 'Ich denke mal nicht, dass du darauf zusehen bist?', Yami zuschickte.
„ Nein, ich bin DAS garantiert nicht!“ rief der Herr auch gleich aufgebracht zurück. „ Allerdings werde ICH da gleich zusehen sein und dann können die Live mitverfolgen, wie ich das Prisma eigenhändig in Stücke reiße!“
„ Da bin ich bei.“ beschloss Luca spontan. „ Wenn wir uns beeilen, dann erwischen wir sie noch auf frischer Tat.“
„ In spätestens zwanzig Minuten bin ich da.“
„ Solltest du vor mir da sein, dann lass mir noch was übrig.“
„ Ich werde es versuchen.“
Kurz nachdem sie aufgelegt hatten, verabschiedete sich Luca mit einer glaubwürdigen Erklärung, die aber nichts mit seinen wahren Gründen zu tun hatte, von seinem Kumpel und steuerte daraufhin schnurstracks das Studio an. Geistesgegenwärtig, damit keine Doppelgänger den Gesprächsstoff anregten, nahm er den Schleichweg, der ihn zum hinteren Bereich des Geländes, also weit weg von den Bussen und Reportern, führte. Yami entschied sich ebenfalls für diesen Weg und kam nur einen Atemzug später bei ihm an.
So bekamen die beiden allerdings nicht mit, dass sich der Auflauf am Eingang nach einem kurzen Statement der Chefinnen bereits lichtete und sich dann, mitsamt den Damen, gänzlich auflöste. Dafür hatten die Damen bei der Aufregung aber auch etwas entscheidendes vergessen und etwas wichtiges nicht mitbekommen. Vergessen hatten sie den Hippo, der noch immer im Büro der Autorin friedlich vor sich hin schlummerte und entgangen war ihnen, dass Paul einen kleinen Holzkeil in der Tür platziert hatte, so dass diese nicht richtig schloss. So konnten die Thalianer unbemerkt zurückkehren und der Müllboy neuen Müll ankarren. Zu dem Zeitpunkt, als Yami und Luca auf den Plan traten, waren Martha und ihr Tonnenkumpel allerdings gerade in Thalia und so standen sie plötzlich wem ganz anderes gegenüber.
„ Elias!“ presste Luca erschrocken hervor.
Diesen hatten sie nämlich erblickt, als sie um die Ecke geschlendert kamen, wodurch sie auch gleich wieder zurückruderten.
„ Bist du dir sicher, dass das nicht Toni war?“
„ Natürlich bin ich mir sicher! Warum sollte sich Toni in seiner Rüstung in die pralle Sonne stellen?“ linste er um die Ecke. „ Wo ist er hin?“
„ Sucht ihr mich?“ stand der Kerl dann auch noch hinter ihnen und ehe sie sich versahen, wurde alles dunkel um sie herum.
„ Das sind aber nicht die Hexen.“ landete Drako auf seiner Schulter.
„ Ich weiß. Aber mit ihrer Hilfe können wir uns die Sucherei sparen und sie gleich dorthin locken, wo wir sie haben wollen.“ sah er auf die bewusstlosen Männer herab.
„ Du weißt aber schon, dass das da nicht Akira und Chiron sind?“
„ Natürlich. Deshalb sind es ja die perfekten Lockvögel.“ nickte der Ritter. „ Bringen wir sie ins goldene Reich, bevor sie wieder aufwachen.“
„ Was ist mit Kian?“
„ Der wird unsere Botschaft zu den Hexen tragen.“
Und damit das geschehen konnte, veranstaltete Drako extra viel Lärm, wodurch der Hippo beinahe von der Couch gefallen wäre und so gerade noch sah, wie die Lichtträger mit ihren Geiseln durch das Tor verschwanden. Im ersten Moment schien ihn das nicht mal zu jucken, weshalb er sich gähnend wieder zurückfallen ließ,doch schon wenige Atemzüge später, kämpfte er sich fluchend auf die Beine und machte sich schließlich auf, um den Autorinnen die freudige Nachricht zu überbringen. Genaugenommen glaubte er eigentlich nicht, dass die Volldeppen des Lichts weit kamen, schließlich kamen sie in Rodalaf raus und da würden ihnen schon ein paar Wesen husten, was sie von ihnen hielten. Doch diese Wesen waren gerade irgendwie, woanders, und so konnten sie einfach über die Grenze marschieren und sich ihres Lebens freuen. Jedenfalls solange, bis die geballte Macht der Hexen über sie herein brach und das sämtliche Lebensfreude aus ihnen heraus saugte, so dass bloß noch ein kleiner hässlicher schwarzer Klumpen von ihnen übrig blieb. Noch schlimmer würde ihre Rache ausfallen, wenn ihren Freunden auch nur das kleinste Haar gekrümmt wurde.
Bis es aber so weit kommen konnte, musste Kian seine Partnerinnen erst einmal finden, was allerdings nicht sonderlich schwer war, da er bloß Chiron's Aura folgen musste. Der war am Tag zuvor ja noch bei Jaz zu Besuch gewesen.

Akt 4. die Hiobsbotschaft


„ Ist bei dir alles in Ordnung?“ wollte Yami von seinem Mithäftling wissen, als dieser stöhnend die Augen aufschlug.
„ Mir brummt der Schädel...“ knurrte Luca. „ Aber sonst geht es mir gut und was ist mir dir?“
„ Ich bin schlimmeres gewöhnt.“ ein abgehärtetes Sektenmitglied steckte so einen Schlag natürlich schneller weg als das normale Volk.
„ Ja, nach deinem Totalausfall kann dich wohl nichts mehr so leicht schocken, hu?“ setzte er sich auf und sah sich dann um. „ Wenn das Studio nicht seit neustem einen eigenen Kerker besitzt, dürften wir uns in Thalia befinden, richtig?“
„ Gut erkannt.“ schritt Elias mit schweren Schritten auf ihre Zelle zu. „ Um genau zu sein, genießt ihr Faladors Gastfreundschaft. Aber gewöhnt euch nicht daran. Sobald die Hexen hier auftauchen, wird eure Anwesenheit nicht länger von Nöten sein.“ blieb er vor ihren Gitterstäben stehen. „ Ihr wart bloß zur falschen Zeit am falschen Ort. Also nichts für ungut.“
„ Ich gebe dir gleich nichts für ungut, wenn du uns nicht augenblicklich hier raus lässt!“
„ Das kann ich nicht verantworten. Es wäre doch wirklich schade, wenn euch unter meiner Aufsicht etwas zustoßen würde. Außerdem seid ihr mir nur hier von nützen.“
„ Dir ist aber schon bewusst, dass sie hier alles auseinandernehmen werden?“ wollte Yami von dem General wissen. „ Du hast Faladors Untergang eigenhändig heraufbeschworen.“
„ Ich bin mir dessen durchaus bewusst.“ nickte er. „ Aber ich weiß auch, dass sie nur angriffen, wenn sie sich verteidigen mussten und dabei ist niemand jemals ernsthaft verletzt worden. Es liegt scheinbar also nicht in ihrer Natur jemanden den Untergang zu bringen.“
„ Erzähle das doch mal dem hohen Rat.“ grummelte Luca. „ Oder dem Dorf mit dem singenden Opas, oder den Wichteln, oder dem Einhorn, was nun ein Dämonenpferd ist, oder deinen Männern, oder der Hexe, die uns in diese Irrenanstalt steckte und soweit ich mich erinnere, haben sie dich auch bereits ungespitzt in den Boden gerammt.“
„ Wie gut das du mich daran erinnerst. Nun kann ich es noch weniger erwarten, sie endlich in die Finger zu bekommen.“
„ Ich würde dir ja jetzt den Höllengang deines Lebens androhen, wenn du sie auch nur schief ansiehst, aber ich weiß inzwischen, dass das bloß dafür sorgt das dein Interesse erst recht darauf gelenkt wird. Also lass ich es.“ ließ sich der Herr seufzend auf der Holzbank nieder. „ Gegen die zwei kommst du ohnehin nicht an. Letztendlich wirst du tun was sie von dir verlangen, ganz gleich ob es dir passt oder nicht. Wenn du Glück hast, reißt sie dich bloß in Stücke, wenn du Pech hast, dann erinnert sie sich daran welche Rubrik in LoT noch fehlt und dann wirst du es garantiert mit Brutus zu tun bekommen.“ grinste er ihn Ultra fies an.
„ Du fährst mal nicht aus der Haut, wenn es um Jaz geht?“ schielte Yami seinen Kumpel schief von der Seite an. „ Sicher dass du du bist?“
„ Wer sollte ich denn sonst sein?“ stützte er seinen Kopf an der Hand ab. „ Ich bin dank meines Urlaubs noch völlig tiefenentspannt und dann ist da noch das Wissen, dass es dieses Mal nicht reichen wird, wenn sie bloß eine Woche lang den Stift niederlegt.“ schlich sich ein freches Grienen auf seine Lippen.
„ Und was ist mit LoT?“
„ Da hat sie in letzter Zeit so viel vorgeschrieben, dass es vermutlich bis zur nächsten Sommerpause reichen wird.“
„ Ach ja. Laura erwähnt das Jaz den Nachfolger nun auch abgeschlossen hat.“ überlegte er. „ Wenn sie noch nichts neues angefangen hat, dann hat sie natürlich genug Zeit um sich auf LoT zu konzentrieren.“
„ Wenn du 'LoT' streichst und da ein 'dich' rein setzt, dann stimme ich dir zu.“
„ Ähäm...“ räusperte sich Elias. „ Könntet ihr euch dann jetzt wieder auf mich konzentrieren? Ihr seid bei den Drohungen stehengeblieben, die ihr nicht aussprechen wollt.“
„ Laura sollte sich wirklich mal eine Scheibe von ihr abschneiden. Sie schiebt ihre Mangas immer so lange vor sich her, bis der Abgabetermin vor der Tür steht. Dann sieht man sie Tagelang nicht mehr und wenn doch, dann gleicht sie einem Zombie, der gerade aus dem Grab gestiegen ist. Zum Essen muss man sie zwingen und Schlaf findet sie auch keinen mehr. Sie ist dann so völlig neben der Spur, dass sie bei dem kleinsten Geräusch erschrocken aus der Haut fährt und dich mit irgendwelchem unverständlichen Kauderwelsch anbrüllt. Und wenn das nicht passiert, dann stellt sie Dinge irgendwo hin, wo sie nicht hingehören! Letztens erst hatte sie ihren Schlüssel gesucht, den habe ich dann irgendwann in der Käseglocke gefunden.“ erzählte das Ex-Sektenmitglied. „ Inzwischen weiß ich aber wie ich mit dieser Phase umgehen muss. So kann ich zum einen verhindern, dass wieder irgendwelche Dinge im Backofen landen, die da nicht hingehören und zum anderen existiert die Befürchtung nicht mehr, dass man sie halbtot im Keller auffinden könnte.“
„ ...“ verschränkte der General seufzend die Arme vor der Brust.
„ Deshalb bestand Jaz bestimmt auch darauf, dass sie am Set zeichnet. Wer weiß in was für Situationen sie Laura bereits vorgefunden hat.“
Während die Herren über dieses total faszinierende Thema sprachen und ihren Entführer dabei gekonnt ignorierten, kehrte Jaz in der Realität nichtsahnend nach Hause zurück.
„ Ich bin wieder da!“ machte sie auf sich aufmerksam, auch wenn sie erfahrungsgemäß nicht davon ausging, dass der Hausherr bereits daheim war. „ Dann kann ich mir ja in Ruhe überlegen, wie ich dich heute Abend und die nächsten Wochen beschäftigen kann.“ legte sie ihre Tasche auf die Kommode im Flur. „ Vielleicht ein Wellnessurlaub? Nach drei Wochen Verwöhnprogramm pur müsste der das alles ja eigentlich schulterzuckend weg stecken können.“ kam ihr dann dieser Geistesblitz. „ Ja, das ist es! Ich bin so ein Genie!“
Und eben weil dem so war, suchte sie über ihrem Laptop nach potentiellen Hotels, während sie gleichzeitig das Essen vorbereitete und zwischendrin zog sie sich sogar noch um. Dabei entging ihr allerdings, dass sie gar nicht allein in ihrem Heim war und dieser jemand hatte es mit dem Auffliegen auch gar nicht so eilig. Stattdessen inspizierte er lieber die unzähligen Bilder, die ihm gewidmet wurden und das genau so lange, bis er bei den Zeichnungen angekommen war, die ihn in eindeutigen Situationen zeigten. Erst da, Stunden nachdem die Erdlinge verschleppt wurden, verließ er sein Versteck.
Jaz werkelte zu diesem Zeitpunkt noch immer gut gelaunt in der Küche rum und stand gerade vor einem Topf mit kochendem Wasser, als sich ihr Besucher bemerkbar machte.
„ Kann es sein, dass du auf mich stehst, Jaz?“ wollte er grinsend von ihr wissen, während er sich von hinten an sie schmiegte.
Damit jagte er der Dame so einen derben Schrecken ein, dass sie nach dem Topf griff und diesen vom Herd riss. Hätte der Wächter nicht so schnell reagiert und die beiden durch ein Portal in Sicherheit gebracht, wäre zu mindestens einer von beiden mit schweren Brandverletzungen ins Krankenhaus gekommen. So aber stolperten die beiden im Wohnzimmer bloß über einen Fußhocker und landeten unsanft, doch immer noch besser als gekocht zu werden, auf dem harten Fußboden.
„ Kian...“ keuchte sie. „ Dich habe ich ja ganz vergessen.“
„ Wirklich? Wo du doch sonst an nichts anderes zu denken scheinst?“ konterte er grinsend. „ Macht es dich wenigstens an, wenn du zeichnest was du dir vorstellst?“
„ Hä?“ sah sie ihn seufzend an. „ Wenn ich was zeichne?“
„ Situationen, in denen das Wort 'Privatsphäre' für dich keinerlei Rolle spielt, wie dieser Ordner hier beweist.“ lenkte er ihren Blick auf den besagten Ordner.
„ UAHH!! WARUM hast du DEN???“ lief sie prompt knallrot an und versuchte gleichzeitig ihr Eigentum zurückzuerobern, jedoch ohne Erfolg. „ Hast du da etwa rein gesehen?? Und was fällt dir überhaupt ein, in meinen Sachen rum zu stöbern??“
„ Sollte die Frage nicht eher lauten, wie weit deine Vorstellungskraft über die Bilder hinaus geht?“ zeigte er ihr noch immer sein freches Grinsen.
„ DAS geht dich jawohl mal gar nichts an!!“ drehte sie sich fauchend zu ihm um und versuchte weiterhin an den Ordner ran zu kommen. „ KIAN!! Nun gib schon her!“
„ Und wie mich das was angeht. Schließlich stelle ich doch den Mittelpunkt deiner wildesten Fantasien dar. Oder willst du das nach der Anzahl an eindeutigen Beweisen wirklich noch leugnen?“
„ JA, das will ich!“ keifte sie. „ Nur weil da zufällig dein Name steht heißt das noch lange nicht, dass ich dabei auch an dich gedacht habe!“
Doch genau das tat sie, was ihr gerade schlagartig klar wurde. Schließlich war es wirklich Kian, der hier vor ihr auf dem Boden hockte und nicht irgendein Schauspieler oder Doppelgänger. Nicht dass ihr das vorher noch nicht bewusst war, doch erst jetzt realisierte sie, was das überhaupt im Ganzen zu bedeuten hatte und genau diese Eingebung sorgte dafür, dass ihr Gesicht schlagartig wie eine radioaktive Tomate aufleuchtete.
„ Du weißt genau, das ich recht habe, nicht wahr?“ deutete er ihr Verhalten genau richtig.
„ Rede keinen Quatsch!“ stieß sie ihn panisch nach hinten, griff sich in diesem kurzen Moment des Erstaunens den Ordner und sprang dann wie von der Tarantel gestochen auf, um schnell mehr Abstand zwischen sich und ihn zu bringen.
„ Und du weißt doch ganz genau, dass ich mit allem was ich sage richtig liege.“ stand er mit einem siegessicheren Grinsen auf und schlenderte dann auf sie zu. „ Warum also die Fantasie vorziehen, wenn ich doch live und in Farbe vor dir stehe? Warum von etwas bloß träumen, wenn alles was du dir vorstellst wirklich geschehen kann?“ blieb er vor ihr stehen. „ Ich bin genau hier, Jaz. Du brauchst nur die Hand auszustrecken und schon kann alles, was du dir bisher nur vorstellen konntest, wahr werden. Also warum 'analysierst' du mich nicht mal, wenn ich mich in dieser Gestalt befinde? Ich bin mir sicher, dass dir das noch besser gefallen wird, als beim letzten Mal.“
„ Weil es nur einen gibt, den ich so analysiere und das ist Luca!“
„ Dieser schwächliche Wicht? Was willst du denn mit dem, wenn du jemanden wie mich haben kannst?“ zog er beinahe belustigt eine Augenbraue hoch. „ Diese langweilige Welt ist es nicht wert, dass sie von dir bewohnt wird. Was kann sie dir denn schon bieten? In Thalia aber, stehen dir alle Türen offen. Dort wartet die ultimative Macht auf dich und auch auf Laura, während ihr euch hier bloß zu Tode langweilt. Ihr gehört nach Rodalaf und DU gehörst an meine Seite.“
„ Ach halt doch den Mund.“ wandte sie ihren Blick grummelnd von ihm ab.
„ Die Wahrheit zu leugnen lässt sie dadurch nicht verschwinden. Du willst mich und ich habe da rein gar nichts gegen einzuwenden.“ trat er noch einen Schritt auf sie zu und lehnte seine Hand an ihre Wange. „ Also hör schon auf dich gegen das Offensichtliche zu wehren und lass uns endlich mit dem spaßigen Teil der Geschichte beginnen.“
„ Von mir aus, beginnen wir gleich damit dich auseinanderzureißen!“ stand auch noch ein riesiger Greif hinter ihnen auf der Terrasse, der die beiden oder eher den Bruder, erbost anknurrte.
Jaz konnte gar nicht so schnell gucken, da wurde sie auch schon von Akira umgerissen und lag plötzlich unter ihm auf dem Boden. Zeitgleich wurde Kian ebenfalls zur Seite gestoßen, der aber das Glück für sich beanspruchte und bloß auf den Sessel fiel, während die Dame noch zusätzlich beinahe zerquetscht wurde.
„ Akira?? WIE kommst du denn hierher??“ staunte sie nicht schlecht, nun wo der erste Schock verschwunden war. „ Ich habe das Tor doch geschlossen! Oder hat Martha etwa schon wieder das Prisma geklaut??“
„ Nein, ich habe nichts gemacht!!“ protestierte sie. „ Paul hat verhindert, dass die Tür richtig schließt.“
„ Genau! Außerdem solltest du froh darüber sein, dass sie noch geöffnet war, sonst könnten wir jetzt nicht hier sein um dich davon abzuhalten, dich mit DEM DA einzulassen!“ deutete Ri auf den Hippo. „ Na gut, dann hätte dieser Depp auch nicht auftauchen können und die beiden Schwachos wären noch hier. Aber trotzdem! Fühle dich gefälligst gerettet!“
„ Ich fühle mich gerade eher zermatscht...“ murmelte sie.
„ Tut mir leid.“ versicherte ihr Ballast und stieg auch gleich von ihr runter.
„ Das sollte dir auch leid tun!! Genauso wie die Tatsache, dass IHR schon wieder hier seid! Habe ich mich vorhin denn nicht klar und deutlich ausgedrückt?? Ihr sollt nach Thalia zurückkehren und zwar BEVOR ihr von den Falschen gesehen werdet!“ keifte sie rum, nachdem sie sich aufgesetzt hatte.
„ Ach, da brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen! Die Schwachos wissen doch eh schon Bescheid.“ sah sich die Diebin interessiert im Wohnzimmer um.
„ Soll das etwa heißen, dass sie euch bereits gesehen haben??“
„ Nö, aber wir haben sie gesehen und zwar als sie von diesem Blechheini und seinem Krötenvieh in das fliegende Schiff gebracht wurden.“
„ Kann das mal bitte wer übersetzen??“ sah sie Akira völlig schockiert an. „ Jetzt sage mir nicht, dass Elias hier war und Luca entführt hat.“
„ Wenn Luca mein schwächlicher Doppelgänger ist, dann schon.“ nickte er. „ Chiron's Schwacho war ebenfalls dabei.“
„ Aber wie... und wann und warum überhaupt???“ sprang sie mit einem Satz auf. „ Ich muss sofort Laura anrufen! Nein, erst Luca oder doch Laura. Das muss ein Irrtum sein. DAS kann nur ein Irrtum sein!!“
„ Wie weiß ich nicht, wann ist schon eine Weile her und warum weiß ich auch nicht.“ versuchte Martha die Fragen zu beantworten. „ Du kannst Laura anrufen oder Luca, wie du willst und sicher ist das kein Irrtum. Nur warum weißt du denn nichts davon? Kian ist doch schon vor Stunden aufgebrochen, um euch Bescheid zu sagen. Oder weiß nur Laura davon und sie ist ohne uns los gezogen um sie zu retten?“
„ Warte!“ starrte Jaz den Hippo entgeistert. „ DU weißt schon seit Stunden, dass die beiden entführt wurden und hältst es nicht für nötig mir Bescheid zu sagen??“ fuhr sie ihn wütend an.
„ Ich wollte dir Bescheid sagen, aber dann habe ich es vergessen. Tut mir leid.“
„ Es tut dir also Leid...“ ballte sie ihre Hände zu Fäusten. „ Sollten dir irgendwann sämtliche Federn raus fallen, dann glaube mir, tut mir das NICHT leid!“ wandte sie sich der Tür zu und rannte dann aus dem Raum.
„ Aber mal ehrlich, wie konntest du das nur vergessen?“ sah Martha den Herrn kopfschüttelnd an. „ Das war echt fies.“
„ Nein, fies wäre wenn ich es mit Absicht nicht gesagt hätte.“ konterte er mit einem schelmischen Grinsen.
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Do 10 Mai - 22:28

Akt 5. die Rückkehr nach Thalia


„ Seid ihr den Hexen etwa doch nicht so wichtig, wie ich annahm?“ wollte Elias von seinen Gefangenen wissen. „ Warum sind sie noch nicht da, um euch zu retten?“
„ Sag du es uns, schließlich bist du doch der meisterliche Stratege.“ konterte Luca.
„ Wie sollen sie auch davon wissen das wir hier sind, wenn ihnen keiner Bescheid sagen kann?“ gab Yami zu bedenken.
„ Wir haben Kian extra auf uns aufmerksam gemacht, damit er ihnen von eurer Entführung erzählt.“
„ Dann hatte der anscheinend besseres zu tun, als von den Geschehnissen zu berichten.“ vermutete der Mönch.
„ So so, besseres zu tun, hu?“ verfinsterte sich Luca's Blick schlagartig.
„ Das war es dann wohl mit deiner Tiefenentspannung, was?“
„ Nö, wieso? Der geht es blendend.“
Zur gleichen Zeit auf der Erde: „ Suchst du Streit, oder was?“ keifte Kian seinen Bruder an, von dem er gerade eine saftige Kopfnuss verpasst bekam.
„ Ne, tut mir leid. Mir war gerade danach das zu tun.“ zuckte der Greif mit der Schulter.
„ Luca nimmt wirklich nicht ab und Yami auch nicht. Das spricht tatsächlich dafür, dass Elias sie geholt hat.“ lief Jaz aufgebracht in ihrem Schlafzimmer auf und ab. „ Warum waren sie nur am Studio?“ wählte sie nun die nächste Nummer.
„ Ich hoffe du rufst nicht wieder mit schlechten Neuigkeiten an?“ ertönte Laura's Stimme an anderen Ende des Hörers.
„ Doch leider, tut mir leid.“ entschuldigte sie sich. „ Yami und Luca wurden entführt!“
„ Von unseren irren Fans?? Oder sag jetzt nicht, von BB? Gibt es schon eine Lösegeldforderung? Wie viel wollen die haben?“
„ Weder noch! Sie sind in Thalia! Elias kam und hat sie sich geholt.“
„ W-WAS???“ fiel der Co-Autorin beinahe alles aus dem Gesicht. „ Wie geht das denn? Wir haben das Tor doch geschlossen und wie hat der die beiden überhaupt gefunden?? Und überhaupt! IST der BESCHEUERT, oder was??? Was bildet der sich eigentlich ein?“
„ Die müssen am Studio gewesen sein und das Tor war nicht geschlossen, Paul hat dafür gesorgt, dass sie nicht richtig zufallen kann.“
„ Na, der traut sich ja auch was!! Den können wir gleich neben Elias stellen und dann bewerfen wie sie beide mit Felsbrocken!“ fauchte sie. „ Den Arsch werde ich ihnen aufreißen!! Und dann werde ich ihnen auf die schmerzvollste weise, die mir einfällt, einbläuen was es heißt UNS zu gehorchen!!“
„ Mach das, aber zuerst müssen wir Luca und Yami zurückholen.“
„ Ja, selbstverständlich!! Und danach reißen wir Falador nieder!“
„ Nein, das machen wir nicht.“
„ Stimmt, sonst haben wir ja keine Feinde mehr, die wir bekämpfen können. Aber nun sollten wir keine Zeit mehr verlieren. Holen wir uns unsere Freunde zurück.“
„ Du sagst es. Dann bis gleich am Studio.“
„ Wer als erstes da ist darf den ersten Schlag ausführen!“
„ Einverstanden.“ legte sie auf und raste dann den Flur entlang, um sich fix anzuziehen.
„ Jaz?“ kamen Martha und Ri auf sie zu.
„ Sprecht mich nicht an! Ganz im ernst! Geht mir am besten ganz aus den Augen, oder ich vergesse mich.“ griff sie sich ihre Tasche und verließ das Haus dann.
„ So wütend habe ich sie schon lange nicht mehr erlebt. Ob sie mich jetzt hasst?“
„ Ach quatsch, die bekommt sich schon wieder ein.“
„ Und wenn sie Liú und Kian nun voneinander trennt?“
„ Wie soll sie etwas trennen, was nicht zusammen ist?“ bemerkte besagter Hippo.
„ Ich meine ja auch nicht dich.“
„ Wen denn sonst?“
„ Na Paul, der Kian spielt.“
„ Ts.“ erhob er sich von seinem Sessel. „ Es gibt nur einen Kian und das bin ich.“ verschwand er durch ein dunkles Portal.
„ Eure Vorstellungen sind sowieso total absurd. Als wenn ICH mich mit Chiron einlassen würde. Also wirklich, wer will diesen Vollpfosten denn schon haben?“
„ Oh einige! Chiron hat eine große Fangemeinde. Zwar ist diese nicht so groß wie Akira seine, aber so drei bis fünf Leute sind das bestimmt.“ erklärte Martha. „ Wenn das mal nicht sogar noch mehr sind, jaha.“ nickte sie anerkennend. „ Es könnten auch sieben oder sogar zehn sein.“
„ Zehn Stück? Boar, das sind ja zwei Hände voll! Wahnsinn!“ staunte Ri.
„ Ja, nicht wahr!?“
„ Sie hat Argus Blick, was sollte sie da noch ein Zahlenverständnis haben?“ kratzte sich Akira seufzend am Kopf rum. „ Wir sollten Jaz folgen.“
„ Darf ich wieder auf dir reiten?“ strahlte Miss Ugly.
„ Sicher.“ grinste der Greif verschmitzt auf.
Währenddessen waren die Autorinnen mit quietschenden Reifen am Studio angekommen.
„ Wir müssen erst unsere Ausrüstung aus dem geheimen Lager holen. Andernfalls werden wir gegen Elias keine Sonne sehen.“
„ Ich weiß.“ schloss Jaz die Tür auf. „ Du gehst ins Lager und ich hole das Prisma.“
„ Alles klar.“
Die moderne Hexe von heute brauchte keinen Zauberstab oder ein Manuskript, um mächtig sein zu können. Bei den Freundinnen reichten bereits zwei Geräte aus, die wie einfache drahtlose Ohrhörer aussahen, doch keineswegs welche waren. Dieses Wunderwerk der Technik stammte ebenfalls von der Dame, die auch schon das Prisma erschaffen hatte und natürlich waren die Kopfhörer mindestens genauso grandios wie ihr erstes Meisterwerk. Mithilfe der Ohrhörer konnten die Autorinnen allein durch ihre Vorstellungskraft bereits Berge versetzen oder ihre Feinde in Matschklumpen verwandeln, je nach Situation. Sie hatten dazu auch ein paar stylische fliegende Besen zugeschickt bekommen, allerdings war es gar nicht so einfach damit umzugehen und dann waren die auch noch ziemlich unbequem. Deshalb standen sie nun ungenutzt in der Ecke rum. Ihr Outfit, was genauso stylisch wie sexy und einfach großartig war, wurde aus dem selben Stoff gefertigt, wie Chiron's Rüstung. Es war also aus einem Material, was es bloß in Thalia gab.
Kurz darauf begaben sie sich zum Hinterhof hin, wo das Tor ja ohnehin noch geöffnet war und wo Paul schon wieder fröhlich seinen Müll hin und her räumte.
„ Uah! Was wollt ihr denn schon wieder hier?“ schrak er auf.
„ Ich sage dir eins, Paul!“ stieß Jaz ihn nicht gerade sanft zur Seite. „ Sollte Luca oder Yami auch nur ein Haar gekrümmt werden, dann mache ich DICH dafür verantwortlich und sollte es so weit kommen, dann bete zu Gott, dass mich jemand davon abhält dich in deine Einzelteile zu zerlegen. Wirklich, fange an zu beten.“ ließ sie von ihm ab und schritt auf das Tor zu.
„ Wenn sie das schon sagt, würde ich das tatsächlich tun.“ gab Laura auch ihren Senf dazu ab. „ Dieses Mal hast du den Bogen wirklich überspannt.“
„ Aber was habe ich denn gemacht?“
„ DAS fragst du ALLEN ERNSTES noch???“ drehte sich die Dame mit einem tödlich endenden Blick zu ihm um. „ Wirklich? Ist DAS dein ernst??“
„ Du kannst ihn später auseinandernehmen, jetzt müssen wir Elias einen Besuch abstatten.“ hielt die Mangaka ihre Freundin von einem verfrühten Amoklauf ab.
„ Ach, ihr redet davon, dass Elias hier war und Luca und Yami mitgenommen hat. Sagt das doch gleich.“ bemerkte er. „ Was fahrt ihr deshalb denn für einen Film? Was soll denen denn schon groß passieren? Wir reden hier schließlich über Falador, das ist wie Urlaub für die.“
„ Wie Urlaub??“ schnauften die Damen gleichzeitig auf.
„ Ja natürlich. Selbst der Knast ist bei denen doch ein Platz an der Sonne.“
„ Ich mache dich so was von kalt!“
„ Das würde ich euch nicht raten.“ landete Akira mit den Damen vor ihnen. „ Ihr wollt doch nicht wegen Mordes gehängt werden, oder?“
„ DAS müssen die uns erst einmal nachweisen und wie soll das gehen, so ganz ohne Leiche??“ zischte Laura.
„ Trotzdem solltet ihr euch nicht von ihm ablenken lassen.“
„ Er hat Recht. Lass uns gehen.“ betrat die Schriftstellerin Thalia.
„ Ich komme wieder.“ stieß die Co-Autorin noch eine Drohung aus, ehe sie ebenfalls die Welt wechselte.
„ Wäre ja auch blöd wenn nicht.“ schmunzelte Paul.
Ihr Weg führte sie direkt in ihr fantastisches Kristallschloss, in dem Kian bereits auf die Hexen wartete und Chiron befand sich ebenfalls bei ihnen.
„ Das wurde auch Zeit, dass ihr hier mal wieder aufkreuzt.“ begrüßte der Jäger die beiden.
„ Jaja, ich weiß.“ wehrte Jaz gleich ab. „ Los zum Flugschiff.“
„ Und wo soll es hingehen?“ wollte er wissen, ehe er überhaupt auch nur drüber nachdachte, ob er seinen Hintern hoch bewegen sollte.
„ Sie wollen nach Falador, um ein paar niedere Kreaturen zu retten.“ erklärte Kian.
„ Niedere Kreaturen? Redest du etwa von unseren schwächlichen Abklatschen ihrer Welt?“
„ Richtig.“
„ Dann lasst mal stecken.“ lehnte er seine Beine über die Armstütze. „ Ich bin Kopfgeldjäger und nicht die Wohlfahrt.“
„ Wie kann man nur so gut aussehen und gleichzeitig ein Haufen Scheiße sein??“ kochte Jaz von neuem auf.
„ Die Frage sollte eher lauten: WIE kann dieser Haufen Scheißen aus UNSERER Feder stammen??“
„ Fangt bloß nicht an zu heulen.“
„ Ich muss hier raus oder wir haben bald keinen Chiron mehr.“ stampfte die Autorin schon mal voraus.
„ Ich bin umgeben von inkompetenten Nichtskönnern, Scheißhaufen und Dreckssäcken. Ein Traum.“ ging ihr die Co-Autorin murmelnd hinterher.  
„ Kommt wieder, wenn ihr ernstzunehmende Idee habt und lasst diesen unwichtigen Kinderquatsch in eurer Welt.“
„ Tut mir leid, aber der unwichtige Kinderquatsch gehört nun mal nach Thalia. Damit kannst nämlich nur du gemeint sein.“ blieb Laura noch mal stehen und wandte sich ihm halb zu. „ Ohne die Dunkelheit bist du doch auch nur ein ganz armes Würstchen, was sich sogar von einem Baby mit Rassel verprügeln lassen würde. Mit deiner großen Fresse versuchst du verzweifelt deine nicht vorhandene Männlichkeit zu kompensieren, damit niemand merkt, dass deine Stimme das einzige an dir ist, was zeigt dass du ein Mann und kein Bettvorleger bist. Und dann wollen wir natürlich nicht vergessen, dass du ohne UNS noch immer den Vollhonk vom Dienst mimen würdest, oder wie weit glaubst du, wärst du mit Sansana Kurai gekommen? Nicht sehr weit, kann ich dir verraten.“ setzte sie ihren Weg fort. „ Letztendlich sind WIR diejenigen, die von allen gefürchtet werden, IHR seid bloß irgendwelche uninteressanten Altlasten, für die sich eh niemand mehr interessiert. Die Thalianer wüssten ja nicht mal, dass ihr überhaupt zu uns gehört, so sinnfrei ist euer Dasein.“
„ Du scheinst zu vergessen mit wem du sprichst!“ stand Chi sichtlich erbost plötzlich vor ihr.
„ Glaub mir, DAS kann ich gar nicht vergessen. Ich vergesse ja echt vieles aber das nicht.“ konterte sie. „ Und nun geh mir aus den Weg.“ woraufhin er durch unsichtbare Mächte seitlich gegen die Wand gestoßen wurde. „ Geh am besten mit deinen Bauklötzen spielen und warte nicht auf uns. Es wäre nämlich möglich, dass du bereits tausendmal tot umgefallen bist, ehe wir auch nur einen einzigen Schritt in dieses Schloss setzen.“ und ehe er noch irgendwas dazu sagen konnte, da saß er auch schon in einem ausgepolsterten Raum und starrte auf ein paar Bauklötze herab.
Natürlich hatte er nicht vor das auf sich sitzen zu lassen, aber als er das Schloss wutentbrannt erstürmte, waren die Hexen längst mit dem Flugschiff davon gesaust.
„ Und wie gehen wir vor? Reißen wir die Armee in Stücke und nehmen dann das Schloss auseinander?“ wollte Laura von Jaz wissen. „ Oder spalten wir Elias in seine Atome auf und verscharren ihn danach im tiefen Wald?“
„ Nicht von alle dem. Wir müssen vorsichtig sein. Schließlich wissen wir nicht, was der mit Luca und Yami angestellt hat.“ grummelte sie. „ Im besten Fall sitzen die bloß unversehrt im Knast, den schlimmsten Fall will ich mir lieber nicht ausmalen.“
„ Ok. Dann lassen wir unsere Wut später an Chiron aus?“
„ DAS können wir gerne machen! Dann kann ich Kian auch gleich einbläuen, dass der NICHT den Mittelpunkt meiner Fantasie ausmacht!!“ zauberte sie sich einen Bleistift her, den sie dann zerbrechen konnte.
„ Äh... was?“
„ Kannst du dir vorstellen...“ erzählte sie ihrer Freundin davon, dass der Stundenlang bei ihr abhing, ihre Sache durchwühlte, sich DEN Ordner ansah, das alles tat ohne ihr Bescheid zu sagen, was am Studio geschehen war und dann noch dem ganzen die Krone aufzusetzen, indem er ihr auf die Pelle rückte.
„ Ich will ja nichts sagen, aber wo er Recht hat...“ hüstelte sie.
„ Bitte was??“
„ Ach komm! Als wenn der nicht deine Gedanken kontrollieren würde! Es gibt ja nicht grundlos so viele Szenen mit ihm und von den ganzen Zeichnungen mal ganz zu schweigen. Außerdem ist er dein absoluter Liebling! Es ist doch klar, dass der das auch checken muss, wenn der seine Ordner findet. Und wenn die Realität, also UNSERE WELT wirklich auf die Thalianer abfärbt, dann nimmt der das natürlich als Anlass um sich an dich ran zu schmeißen. Paul interessiert sich schließlich auch nicht erst seit gestern für dich. Es würde mich also nicht wundern, wenn dir Akira ebenfalls irgendwann sein Interesse verdeutlicht.“ teilte sie ihr mit. „ Aber mal abgesehen von der realen Beeinflussung bist du eben in Kian vernarrt, also warum darf er nicht darauf reagieren? Wir sind eben die supergeilen Hexen, die will so ziemlich jeder besitzen.“ grinste sie.
„ Trotzdem beherrscht er NICHT meine Gedanken.“
„ Wer es glaubt...“ schielte sie sie schief von der Seite an.

Akt 6. Jaz und Laura?


„ Von wegen der kontrolliert meine Gedanken, einen Scheißdreck tut der!“ keifte Jaz leise vor sich hin, während sie auf das Portal der alten Magier zu lief.
Diese Portale wurden von den alten Magiern, jene die Chira besiegten und die mystischen Wesen nach Thalia holten, errichtet, damit diese schneller durch die Weltgeschichte reisen konnten. Das Gerät befand sich in einem alten, kleinen von Schlingpflanzen überwucherten Tempel,  der inmitten eines kleinen Waldes thronte. Bedienen konnten ihn bloß die Träger der Elemente und natürlich die Hexen, logisch.
Deshalb marschierte eine von ihnen zu der Steuerkonsole hin, damit sie dort ihr Zielort, Falador, eingeben konnte und die andere steuerte ihr Luftschiff durch das Tor, was über dem Tempel erschien.
„ Ich sollte dem eine Krankheit verpassen, bei der er ALLE seine Federn UND sein Fell verliert!“ trommelte sie verstimmt auf dem Steuerpult rum. „ Das sieht er aus wie ein gerupftes Hühnchen.“ grinste sie kurz auf, doch als ihr dann klar wurde, was das für ein Bild wäre, verschwand ihr Grinsen genauso schnell wie die Idee. „ Niemals...“ schritt sie murmelnd durch das Portal und stieg kurz darauf wieder in das Raumschiff. „ Ich glaube, DX wächst uns langsam aber sicher über den Kopf.“
„ Das merkst du jetzt erst?“ schielte Laura ihre Freundin schief von der Seite an. „ Das wusste ich bereits, als uns Chiki in die Realität folgte. Bloße Fantasie wäre von den Waffen der harten Realität gnadenlos niedergemetzelt worden, doch das wurden sie nicht, weil mehr Echtheit in ihnen steckt, als unser Verstand umsetzen kann.“ behauptete sie. „ Vielleicht konnte DX aber auch ein Eigenleben entwickeln, weil Chiki bei uns aufgetaucht ist und durch dieses Aufeinandertreffen von Sein und Nichtsein zogen sie ein paar reale Fäden mit in die Illusion, die nun gar nicht mehr so illusionär ist.“
„ Das würde zu mindestens erklären, warum wir ihr Verhalten nicht mehr so leicht beeinflussen können wie zu Anfang.“ dachte sie über das Gesagte nach. „ Und wie es aussieht, entziehen sie sich immer mehr unserer Kontrolle. Ansonsten wäre Chiki ja jetzt hier und Elias wäre niemals auf die Idee gekommen, unsere Freunde zu entführen. Jedenfalls nicht aus unserer Welt. Was in Thalia passiert kann uns ja egal sein.“
„ Aber wenn das wirklich stimmt und diese Welt immer realer wird, bedeutet das dann nicht auch, dass sie irgendwann alleine durch die schwarze Magie zu uns kommen könnten?“
„ Ich hoffe nicht!“ kreischte sie schockiert auf. „ Das wäre die absolute Katastrophe. Nein, nein. Das darf nicht geschehen. Diese Welt wird bloß in sich realer! Aber WIR werden immer die Realität bleiben! Wir dominieren Thalia, auch wenn sie sich hinter einer Mauer verschanzen, können wir sie immer noch in die Güllegrube schubsen! Ob sie tun was wir wollen oder in Terossa fällt einer von der Leiter ist völlig schnuppe! Wir SIND und BLEIBEN die REALITÄT!“ schnaufte sie. „ Deshalb kontrollieren wir auch ihre Gedanken und nicht umgekehrt.“
„ Das ist also dein Problem.“ grinste die Freundin belustigt auf. „ Du hast Angst davor, dass ER zu real werden könnte und IHN verdrängt, hu?“
„ Blödsinn! Totaler Blödsinn! So ein Quatsch.“ maulte sie. „ Ich liebe IHN und wie real ER nun wird, tut rein gar nichts zur Sache!“
„ Natürlich nicht.“
„ Vielleicht sollte Madame ja mal drüber nachdenken, dass wenn DAS ALLES stimmt, Chi sich ebenfalls für DICH interessieren müsste! Und was passiert dann mit Chi-Klon, wenn du den ECHTEN haben kannst, hä?“
„ Nichts passiert mit ihm oder glaubst du etwa, ich würde ihn still und heimlich aus dem Weg schaffen, damit Chi seinen Platz einnehmen kann? Ich habe auch nicht ein Mal daran gedacht, ihn aus dem fliegenden Flugzeug zu stoßen.“
„ Bei manchen von unseren Schauspielern würde man den Austausch vermutlich nicht mal bemerken.“ schmunzelte Jaz. „ Oder sich einfach darüber freuen, dass sie sich um 180 Grad gedreht haben.“
„ Das würde uns auch einiges erleichtern.“
„ Und einiges an Kosten einsparen.“ nickte die Autorin. „ Die Therapeuten weg, die Stimmen für Brutus und Eugene weg, sämtliche Gehälter für die Schauspieler weg, besondere Zuwendungen wie Kippen etc. weg.“
„ Stimmt, aber die Müllbeseitigung würde teurer werden.“
„ Oh ja, dass wird uns anstelle der ganzen anderen Kosten in den Ruin treiben.“ kicherte sie. „ Ein Glück, dass man sich die Familie nicht aussuchen kann.“
„ Aber träumen wird jawohl noch erlaubt sein.“ griente sie. „ Wir erreichen bald Falador. Vielleicht sollten wir irgendwo abseits parken oder willst du da jetzt doch mit Pauken und Trompeten einfallen?“
„ Um Gottes Willen, nein! Unsere Charaktere sind unberechenbar geworden, also wer weiß wozu Elias inzwischen in der Lage ist!? Sein Hass muss ja wirklich grenzenlos sein, wenn der sich sogar die Mühe macht unsere Leute zu entführen, nur damit wir ihm ins Netz gehen. So was hätte der normale Elias niemals getan.“
„ Es sei denn, es steckte ein wichtiges Anliegen dahinter.“ konterte Laura.
„ Was für ein Anliegen denn? Uns in Ketten zu legen und im Kerker verrotten zu lassen? Oder soll ich ihm vielleicht noch mal da hintreten, wo es ihm am meisten Freude bereiten wird? Oh apropos Freude verbreiten! Ich werde Kian seinen heißgeliebten Klappstuhl über die Rübe ziehen, dann glaubt der nie wieder, dass ich auf ihn stehe!“ kam ihr dieser Geistesblitz.
„ Warum wir nicht gerade bei der Rettung unserer Freunde gewesen?“ schielte sie die Freundin schief von der Seite an. „ Aber er dominiert deine Gedanken ja nicht.“
„ Tut er auch nicht.“
„ Aha...“
„ Also wir parken das Raumschiff in sicherer Entfernung, dann lassen wir uns von einer Kutsche ins Schloss bringen, dort angekommen wird uns eine Wache erläutern wo sich Luca und Yami aufhalten und dann gehen wir alle gemeinsam nach Hause.“
„ Und Elias?“
„ Der bleibt dort wo Drako ist, nämlich in Vergessenheit!“
„ Klar, damit wird er bestimmt sofort einverstanden sein.“
„ Drako wird ihm schon zeigen, wo toll es da ist. Außerdem ist Giamo ja auch noch da, gemeinsam überzeugen wie ihn bestimmt.“
„ Uhum.“ schmunzelte sie. „ Na gut, dann parken wir unser Schätzchen mal hier und reisen per Kutsche weiter.“
Hier war genau dort wo sie sich befanden. Damit ihr Raumschiff nicht gleich jedem auffiel, aktivierten sie den Tarnmodus, wodurch das Gefährt unsichtbar wurde.
„ Lass uns doch noch kurz warten, bis der erste voller Karacho dagegen läuft, ja? Dings und Dings wird schon nichts passieren, solange Heini die noch braucht.“
„ Na gut. Ein paar Minuten haben wir wohl noch.“
Nun, der erste ließ wirklich nicht lange auf sich warten. Es war einer von Faladors Rittern, der auf dem edlen Ross nach Terossa ritt und dann im Galopp gegen Raumschiff's Flügel krachte, und im hohen Bogen davon flog. Der zweite war ein Opa mit Gehhilfe, der seinen Rollator gegen die Flugzeugreifen schob und unbemerkt pausenlos auf der Stelle trat. Dann prallte ein Ball an dem Schiff ab und traf den Jungen mitten ins Gesicht und viele andere folgten, ehe sich die vor Lachen auf den Boden rum wälzenden Hexen auf den Weg machten um die Männer zu befreien.  
Ganz Falador war auf der Hut, damit sich die Feinde nicht einfach herein schmuggeln konnten und natürlich wurde jede fremde Dame genau gemustert.
„ Jaz und Laura?“ wurden die Damen von einem Ritter betrachtet, der den Steckbrief der Hexen mit ihnen verglich.
„ Mhm, der erinnert mich gerade irgendwie an Brutus.“ grinste Laura. „ Ob er wohl auch 'LoT's Feinde' sucht?“
„ Sicher aber das sind wir doch nicht.“
„ Jaz und Laura??“ starrte er sie noch eindringlicher an.
„ Nein mein Herr. Johanna und Lucia.“ deutete Jaz erst auf die Freundin dann auf sich selbst hin.
„ Nicht Jaz und Laura?“
„ Nein, Johanna und Lucia.“
„ Mhm...“ fixierte er grummelnd den Steckbrief an.
„ Ich habe eine Idee, werter Ritter.“ zückte die Autorin eine Kamera. „ Wir machen einfach ein Foto von uns.“ grinsten die beiden in die Sofortbildkamera. „ Und nun nehmt ihr dieses Foto und geht damit zu euren Gefangenen hin. Als Freunde der Hexen werden sie euch bestimmt bestätigen können, das wir Johanna und Lucia heißen.“
„ Gute Idee.“ nickte er eifrig, ehe er das Foto griff und den Damen dann mit wehenden Fahnen den Weg wies.
„ Der Typ ist echt klotzhohl!“ bekam sich Laura kaum mehr ein. „ Ich an seiner Stelle hätte ja mal gefragt, woher die Freunde der Hexen wissen können, dass wir Johanna und Lucia heißen? Oh, neue Steckbriefe!“
„ Was echt?“ versammelten sich die beiden vor dem schwarzen Brett.
„ Boar!! Was ist denn mit MEINEM Meisterwerk geschehen?? DAS da ist doch wohl ein schlechter Scherz! Kein Wunder dass uns klotzhohl nicht erkennen konnte! Was soll das überhaupt sein? Ein Mensch auf jeden Fall nicht! Das ist eine missratene Mischung aus einem Frosch, der sich gerade übergibt und einem Pavian, dessen Arsch abfällt!!“
„ Immerhin haben wir ein Manuskript in der Hand... oder soll das kein Buch sein?“ verformte sie ihre Augen zu schmalen Schlitzen. „ Ist das alles etwa die Hand?“
„ Eine Beleidigung für die Augen ist das!“ riss sie den Brief herunter und zerfetzte ihn anschließend so lange, bis nur noch kleine Staubkörnchen übrig blieben. „ Was guckt ihr denn so blöd??“ schnauzte sie ein paar auf sie aufmerksam gewordene Ritter an. „ Stellt vernünftige Steckbriefe her, dann muss man sie auch nicht vernichten, bevor sie einen mit ihrer abgrundtiefen Hässlichkeit zuvor kommen!“    
„ Außerdem sind wir Johanna und Lucia! Das haben wir gerade geklärt.“ fügte Jaz noch hinzu. „ Euer Kollege kann das bestätigen.“
„ Nicht Jaz und Laura?“
„ Nö, vielleicht morgen wieder.“
„ Gebt dem General Bescheid! Die Hexen kommen vielleicht morgen her.“
„ Pffff!!! HAHAHA!!!“ nahmen die Freundinnen wieder die Verfolgung auf.
„ General, Sir!“ kam der Ritter mit dem Foto bei den Zellen an.
„ Sind sie endlich da?“
„ Nein, Sir! Johanna und Lucia!!“ wedelte er mit dem Foto rum. „ Johanna und Lucia?“ drückte er es dann gegen die Gitterstäbe, so dass Luya es auch sehen konnte.
„ Jup.“ nickten sie. „ Das sind Johanna und Lucia.“
„ Johanna und Lucia!“ zeigte er das Bild stolz Elias.
„ Aber das...“
„ Sir!“ kam der nächste Ritter runter gerast. „ Die Hexen kommen vielleicht morgen her! Heute sind sie nicht Jaz und Laura!“
„ IHR SEID DOCH ECHT DAS HOHLSTE WAS ES IN DIESER WELT GIBT!!“ stieß er die Herren wutentbrannt zur Seite und stürmte dann auf die Treppe zu.
Allerdings dauert es keine zehn Sekunden, da kam der Herr mit einem Affenzahn schon wieder an der Zelle vorbei geflogen und krachte ungebremst in die Wand, die daraufhin erschöpft zusammenbrach.
„ Spinnst du??“ raste Jaz ebenfalls herbei. „ Die Rede war von ausknocken und nicht von, wir brechen ihm alle Glieder und schreiben später auf seinen Grabstein: Starb beim Knutschen der Wand!“ baute sie die Wand fix wieder auf und ließ zudem noch die unzähligen Knochenbrüche des Ritters verschwinden. „ Es reicht vollkommen, wenn der sich den Kopf stößt und dabei das Bewusstsein verliert.“
„ Warum wiegst du ihn nicht einfach in den Schlaf und bringst ihn danach ins Bett?“ verdrehte sie die Augen. „ Ihm zwischen die Beine treten, das kannst du aber hier fängst du an zu heulen?? Der hat das verdient!“
„ Ihm für den Moment ein paar Schmerzen zuzufügen ist jawohl was anderes, als ihn gleich umzubringen!“ protestierte sie.
„ Wie können sie dich nur als Hexe bezeichnen? Es ist mir ein Rätsel.“ schüttelte sie seufzend den Kopf.
„ Ähäm...“ räusperte sich wer. „ Habt ihr nicht was vergessen?“
„ Nein, was denn?“ sah Laura zu dem Grund der Störung hin. „ Ach wie könnten wir euch denn vergessen?“ grinste sie verschmitzt auf. „ Aber hoffentlich vergesst ihr nicht, dass wir extra hergekommen sind, um EUCH zu retten und es ist auch überhaupt nicht unsere Schuld, dass die in die Realität kommen konnten! Paul war es!“ erklärte sie ihnen, während sie die Gitterstäbe pulverisierte. „ Seid ihr denn ok?“
„ Uns geht es gut, keine Sorge und nun lasst uns gehen, bevor der Typ wieder aufwacht oder wir von der Verstärkung überrannt werden.“ befahl der Mönch.
„ Du hast Recht. Alles weitere sollten wir klären wenn wir in Sicherheit sind.“ gesellte sich Jaz ebenfalls zu ihnen, die auch gleich die Tür zur Realität öffnete. „ Verschwinden wir von hier.“
„ Mit dem aller größten Vergnügen.“ schritten sie durch das Tor.
„ Wir hätten eine Kamera bei unserem Raumschiff aufstellen sollen, damit wir uns später alle 'Unfälle' ansehen können.“ meinte Laura leise an Jaz gewandt.
„ Ja, das hätten wir bei dem Orkan, der uns bald um die Ohren fliegen wird, wirklich mal tun sollen. Dann wären wir zum Lachen in den Keller gegangen, dort würde man uns bestimmt nie vermuten.“
„ Hach so ein Ärger...“

Akt 7. und das...


Ende vom Lied? Jaz und Laura mussten sich eine stundenlange Standpauke anhören und letztendlich wurde das Prisma gerade oder vor allem vor ihnen versteckt. Die Charaktere wurden immer unberechenbarer, dass hatten die Autorinnen selbst festgestellt, demnach wuchs auch die Gefahr, die in Thalia auf die Hexen lauerte. Es war also nur natürlich, dass Mann schützte was ihm lieb und teuer war und wenn das bedeutete, dass man ein Prisma vor seiner Liebsten verstecken musste, dann war dem eben so. Ein 'ich benutze das nie wieder' konnten sie nicht mehr für voll nehmen und auch sämtliche Versprechen in diese Richtung stießen auf taube Ohren. Die Freundinnen wussten auch nicht, wer von den Partner das Seelenprisma an sich nahm und nun beherbergte. Es finden zu wollen glich also der bekannten Suche nach der Nadel im Heuhaufen und so ließen sie es.
„ Ende und das im wahrsten Sinne des Wortes.“
Jaz saß gerade in ihrem Büro vor dem Rechner und beendete die letzte Story von DX, die Laura und sie wirklich miterlebt hatten. Alles was nun folgte, wenn überhaupt noch was kam, entsprang komplett ihrer Fantasie und das war ja schon reichlich deprimierend.
Seit ihrem letzten Besuch waren bereits ein paar Tage ins Land gezogen, die Wogen hatten sich also spürbar geglättet, die 'Schulden' halb abbezahlt und so langsam zog die Normalität wieder bei ihnen ein. Jedenfalls größtenteils. Kian war für sie nämlich noch immer ein grinsendes rotes Tuch. Ganz gleich was sie mit ihm als Hauptdarsteller auch anfing, letztendlich endeten ihre Vorstellungen damit, dass er sich der 'Kamera' also dem Winkel zuwandte, aus dem sie die Geschehnisse betrachtete. Besonders gut kamen solche Augenblicke, wenn er Liú verführen wollte und dann von dieser abließ, um sich dem stillen Beobachter zuzuwenden. Dieses Blitzen in den Augen gepaart mit dem frechen Grinsen, was ihm trotz allem einfach unglaublich gut stand und schon hatte sie das Bedürfnis kreischend aus dem Fenster zu springen. Blöd nur, dass ihr Arbeitszimmer im Erdgeschoss war...
Natürlich versuchte sie diese bescheidene Szene immer wieder aufs neue abzuschließen, so wie jetzt, um sich und der Welt zu beweisen, dass Kian nichts weiter als ein unförmiger Lutscher war, der bloß an ihr kleben blieb, was sie nun erkannte und sich das Anhängsel vom Körper riss. Allerdings mochte sie sein Gesicht eben...
„ Nein, nein, NEIN!!“ stand sie mit einem Satz auf und knallte ihre Kopfhörer auf den Schreibtisch. „ Ich hasse dich, ich hasse dich, ICH HASSE DICH!! Du Standgebläse...“ hob sie ihren Blick erbost an und starrte dabei schon wieder in das grinsende Gesicht ihres Lieblings. „ MOAR!! Grinse nicht so dämlich, du Pinscher!!“
Am anderen Ende des Raumes stand nämlich ein lebensechter Pappaufsteller von Liki, der nun von der Dame umgedreht wurde, so dass er die Wand angrinsen konnte.
„ Das Liki Spezial können die sich so was von in die Haare schmieren!! Sollen sich doch die anderen um den Dauer grinsenden Lackaffen kümmern.“ stampfte sie angesäuert aus dem Raum raus, um sich in der Küche etwas zu trinken zu holen.
>Was sie gerade wohl machen?< fragte sie sich im geheimen. >Suchen sie vielleicht einen Weg, um in die Realität zu kommen oder liegen sie wie wimmernde Hunde auf der Matte und warten auf uns?< zu mindestens brachte sie die Vorstellung daran zum Lächeln. >Wenn wir da auftauchen würden, könnten wir uns bestimmt gleich die nächste Standpauke abholen. Aber zu mindestens würden sich Ri und Aki tierisch darüber freuen uns wiederzusehen.< dann durchbrach die Klingel ihre Gedankengänge.
„ Was denn? Hat Luca etwa seinen Schlüssel vergessen?“ wanderte sie seufzend zur Tür hin.
Allerdings stand nicht ihr Freund vor der Tür sondern sein Schauspielerkollege Toni.
„ Toni? Was machst du denn hier? Ich dachte du wärst noch in Italien bei deinen Großeltern?“ umarmte sie ihn strahlend. „ Wo sind denn deine Gorillas?“ staunte sie. „ Bist du etwa wie ein richtiger Mann ganz allein hierher gekommen? Los, komm doch rein. Luca müsste auch bald zurück sein.“ deutete sie ihm an ihr zu folgen, was er dann auch tat. „ Was verschafft mir denn die Ehre deines Besuches?“ lotste sie ihn in die Küche. „ Bier wie immer?“
„ Nein.“ ging er auf sie zu doch kurz bevor er sie erreichte, wurde er plötzlich zurückgestoßen und damit nicht genug, denn Jaz wäre beinahe kopfüber in den Kühlschrank gefallen, vor dem sie gerade stand.
„ Wage es dich sie auch nur mit dem kleinen Finger anzugrabschen und ich reiße dich in tausend Stücke!“ vernahm sie, ja wirklich, Kian's bedrohlich wirkende Stimme.
„ Was...?“ drehte sie sich erbost zu ihnen um. „ Was soll denn das, P... nein Moment!“ riss sie erstaunt die Augen auf. „ Kian?? Aber wie??“ die DX Klamotten verrieten ihn. „ Du kannst gar nicht hier sein! Oder besuchen die Thalia etwa heimlich??“ dachte sie empört darüber nach. „ Aber uns eine ellenlange Standpauke halten!! Diese Heuchler!“
„ Die waren es nicht.“ schob er sie schützend hinter sich.
„ Wie, die waren es nicht?“
„ Die Schwachos haben gar nicht den Mumm sich in unser Reich zu schmuggeln und das erst recht nicht ohne die schützenden Hände der Hexen.“ starrte er Elias feindselig an. „ Elias hat den Zauber des Prismas kopiert, als ihr eure Schwachköpfe aus dem Kerker befreit habt.“
„ Wie er hat den Zauber kopiert??“ schrak sie erst recht auf. „ Der hat den Zauber nicht zu kopieren! D-Das darf gar nicht... nein, das ist nicht möglich...“
„ Du siehst doch das es möglich ist, schließlich sind wir hier, oder nicht?“
„ Ich bin nicht hier um ärger zu machen.“ versicherte Eli.
„ Klar, deshalb wolltest du sie auch gerade von hinten packen, weil das ja keinen Ärger macht.“ konterte der Hippo. „ Wenn sie wer von hinten packt...“ legte sich schon wieder dieses freche Grinsen auf seine Lippen.
„ HALT DIE FRESSE!!“ keifte Jaz.
„ AUF IHN MIT GEBRÜLL!!“ sprang Ri den General von hinten an und nahm ihn dann mit ihren dünnen Ärmchen in den Schwitzkasten.
„ Bist du in Ordnung, Jaz?“ stand Akira dann auch noch neben ihr und da Chi in der Tür stehen blieb, war die Mannschaft wohl komplett.
„ Ja, mir geht es gut, keine Sorge. Aber was wollt ihr denn alle hier??“
„ Dich beschützen oder was sollten wir sonst hier wollen??“ starrte die klammernde Diebin verstimmt zu der Hexe hin. „ In deiner Welt bist du schließlich absolut machtlos! Da müssen wir doch kommen um dich zu retten!“
„ Jaz? Ich bin wieder da!“ kam dann auch noch Luca nachhause.
„ Scheiße!! Ri runter von Elias!“ riss sie das Fliegengewicht von dem Schrank runter. „ Und Akira, deine kleine Gestalt, sofort!!“
„ Was? Warum??“
„ Frag nicht, mach schon!!“ fuhr sie ihn leise an, woraufhin er widerwillig die Gestalt änderte. „ Du bist ein Stofftier, verstanden??“ drückte sie ihn an sich.
„ Verstanden!“ strahlte das Kuscheltier auf, ehe er zu seinem Bruder hin schielte und ihn fies angrinste.
„ Was ist denn hier los...?“ staunte der Herr auch nicht schlecht.
„ Äh, Toni und so sollten ihre neuen Kostüme anprobieren...“ grinste sie verschmitzt auf.
Grund für ihr Verhalten war nicht, dass die Thalianer wieder hier waren und ihr Lover nichts davon erfahren sollte, sondern der Umstand, dass Luca nicht alleine war.
„ Die Kostüme machen wirklich was her.“ nickte Vaith beeindruckt. „ Hey.“ begrüßte er Jaz mit einer freundschaftlichen Umarmung.  
„ Hi.“ grinste sie verschmitzt auf.
„ WOW DER ABSOLUTE OBERHAMMER!!!“ Virginia, Vaith's Frau, war nämlich auch da. „ Die sehen in echt ja alle noch besser aus als im TV!“ begutachtete sie die Truppe erst einmal total fasziniert, ehe sie sich der Hausherrin zuwandte. „ WWWOOOWWWW!!!! Der sieht ja total echt aus!!“ und die Akira Stoffpuppe entdeckte, die sie der Autorin auch gleich aus den Armen riss. „ Und wie echt der sich anfühlt! Und so weiches Fell! Wo hast du den her??“ drückte sie ihn strahlend an sich. „ Ich will den auch haben!“
„ Von mir aus kannst du ihn gern behalten.“ grinste Kian.
„ Kann sie nicht, klar? Das ist mein Wächter!“ konterte Ri fauchend.
„ Kann ich dich kurz sprechen, Jaz?“ sah Luca seine Freundin nicht gerade begeistert an.
„ Äh, ja! Wir sollten sowieso alle in mein Arbeitszimmer gehen. Bringe unsere Gäste doch ins Wohnzimmer und komme dann nach.“
„ Wenn wir noch ein bisschen länger warten, dann hat sie ihn erdrosselt.“ bemerkte der Hippo schadenfroh.
„ Den nehme ich wieder an mich, ja!?“ befreite sie Akira aus ihrer Umklammerung. „ Diana teilt nicht gerne.“ drückte sie dem Mädchen das Tier in die Arme. „ Ihr entschuldigt uns kurz?“ schob sie die Gruppe aus der Küche raus. „ Los bewege dich, Ki-aul!“
„ Hast du mich gerade als Gaul gezeichnet?“ starrte er verstimmt zu ihr zurück.
„ Nein.“ stopfte sie sie ins Arbeitszimmer. „ Könntest du bitte Laura herbestellen?“ bat sie Luca noch, ehe sie ebenfalls im Zimmer verschwand. „ Ich habe euch beim letzten Mal doch schon gesagt, dass ihr nicht einfach so hier rum laufen sollt!! Was soll der Scheiß überhaupt?? Warum hast du die Magie kopiert und warum tauchst du dann hier auf?“
„ Weil ich eure Hilfe brauche, Jaz.“
„ Unsere Hilfe? Wobei?“ staunte sie.
„ Pah! Als wenn wir dir Oberheini helfen würden! Wovon träumst du denn nachts?“ starrte Ri den Herrn herablassend an.
„ Ich habe auch nicht euch gemeint, sondern nur die Hexen.“
„ Die bekommst du erst recht nicht.“ behauptete Chiron.
„ Hören wir uns sein Problem wenigstens an.“ lehnte sie ihre Hand auf Chi's Oberarm.
„ Wozu? Er ist unser Feind und Feinde helfen sich nicht.“
„ Ich will trotzdem hören was er zu sagen hat. Aber Laura wird es auch hören wollen, also können wir solange warten, bis sie hier ist oder werdet ihr euch zwischenzeitlich zerfleischen?“
„ Wenn du mir Süßigkeiten gibst, dann zerfleische ich die und nichts anderes!“ versprach das Mädel.
Also besorgte Jaz noch eine Schüssel voller Süßigkeiten, worauf sich Ritsu auch gleich stürzte, ehe sie gemeinsam mit den anderen auf die Co-Autorin wartete.
„ Ich komme gleich wieder.“ öffnete Luca lächelnd die Tür und schloss sie dann mit einer ernsten Miene. „ Was haben die hier zu suchen, Jaz? Habt ihr etwa das Prisma gesucht und wie es aussieht auch gefunden??“
„ Quatsch nein! Elias hat eine Kopie des Prismas angefertigt, deshalb sind sie jetzt hier.“
„ Wie ist das möglich?“
„ Was weiß ich denn? Fakt ist, dass sie da sind, mehr weiß ich auch nicht.“
„ Die Dinge geraten außer Kontrolle, das ist dir bewusst ja??“ zog er sie an den Rand des Raums. „ Wie willst du eine Invasion verhindern, wenn die auch ohne euch hierher kommen können? Wir hätten das Prisma zerstören sollen.“
„ So schlimm ist das gar nicht!“ protestierte sie. „ Die sind doch ganz artig!“
„ Aber auch nur, wenn man Kian und Jaz nicht allein lässt! Dann ist es vorbei mit artig sein.“ grölte Ri.
„ Ach? Ist das so?“ starrte er erst den Hippo an, ehe er sich wieder seiner Freundin zuwandte.
„ Nein, so ist das überhaupt nicht!“
„ Ich habe ihr nicht befohlen von mir besessen zu sein.“ kommentierte Kian das ganze grinsend. „ Aber was will sie auch mit einem wie dir, wenn die Erfüllung ihrer wildesten Fantasien genau hier sitzt.“ nämlich lässig auf ihren Bürostuhl.
„ Absoluter Quatsch!“ griff sie gleich nach Luca's Hand, als dieser auf seinen Konkurrenten zugehen wollte. „ Lass dich nicht ärgern, Luca.“
„ Wir verlieren wertvolle Zeit, wann kommt Laura endlich?“ wollte Eli wissen.
„ Sie müsste jeden Moment da sein.“
Etwa zehn Minuten später tauchte die zweite Hexe mit ähnlichen Beschuldigungen auf, wer das Prisma heimlich benutzt haben könnte, ehe sie ebenfalls erfuhr, was sie für unmöglich hielt, dass Eli der Schuldige war.
„ Na dann spucke es mal aus!! Was bringt dich Vollhonk dazu, nach deiner feigen Tat hier auch noch aufzutauchen?? Bist du einfach nur strohdoof oder lebensmüde??“ keifte die Co-Autorin. „ Vermutlich alles auf einmal, nicht wahr?“
„ Ich bin hier, weil Miku entführt wurde und ich sie nicht ohne eure Hilfe retten kann.“ erklärte er. „ Dass ich eure Freunde entführt habe tut mir leid, aber ich sah keinen anderen Ausweg. Ihr müsst mir dabei Helfen Miku zurückzuholen! Ich flehe euch an, helft mir!“
„ Pff. Da könntest du auf den Knien vor mir rum rutschen und den Boden küssen auf den ich wandle, und ich würde dich doch bloß niedertreten.“ verschränkte Laura die Arme vor der Brust. „ Nenne mir nur einen Grund, warum wir ausgerechnet DIR helfen sollten?“
„ Weil ich euch dann die Kopie eures Prismas aushändigen werde. Wenn ihr mir nicht helft, dann komme ich wieder, doch dieses Mal mit Faladors gesamter Streitmacht.“
„ Das wäre ein guter Grund...“ gestand die Zeichnerin grummelnd. „ Aber vermutlich hätte es bereits gereicht zu behaupten, dass Liú ja ebenfalls entführt wurde.“ verdrehte sie die Augen.
„ Natürlich war Liú bei ihr.“ nickte er.
„ Von wem wurde sie entführt?“ wollte Jaz wissen.
„ Ich zeige es euch.“ ließ er eine Art Kugel erscheinen, in der sich das Vergangene abspielt.
„ Ich wusste gar nicht, dass Eli so was kann.“ staunte die Co-Autorin.“
„ Das wusste ich auch nicht.“ bemerkte die Schriftstellerin. „ Aber das ist...“ riss sie schockiert die Augen auf.
„ Kennst du den Typen etwa? Mir sagt der nichts. Aber das ist ja nichts neues.“
„ Sicher! Das ist Misaki!“
„ Wer?“ sah Laura ihre Freundin verblüfft an.
„ Misaki!“
„ LoT hat einen Misaki? Wie einfallslos warst du da denn bitte?“
„ Nein, es gibt keinen Misaki bei LoT.“
„ Warte, ist das etwa DER Misaki?? Aus zHuH??“ riss sie nun auch schockiert die Augen auf.
„ Ja! Das ist der hundert Prozentig!“
„ Aber wieso sollte er Miku entführen?“
„ Keine Ahnung, am besten gehen wir hin und fragen ihn einfach.“
„ Na Klasse. Jetzt legen sie sich auch noch mit der Götter und Teufelsnation an.“ atmete Luca schwer aus.

Akt 8. neue Dimensionen

„ Wenn Misaki da rum läuft wird Thanatos wohl auch nicht weit weg sein, mh?“ verschränkte Luca die Arme vor der Brust, während Jaz wie ein Honigkuchenpferd vor sich hin strahlte.
„ Wer ist Thanatos?“ hakte Kian nach.
„ Mhm.“ grinste er. „ Dachtest du etwa DU wärst ihr einziger Liebling? Tja, ich zerstöre deine Illusionen ja nur ungern, aber ich mache es trotzdem.“ sah er ihn beinahe bösartig an. „ Thanatos zählt ebenfalls zu ihren Lieblingen und ich würde meine Hand nun nicht dafür ins Feuer legen, dass du bei einem Treffen mit ihm noch immer an einsamer Spitze stehst. Dort wo du herkommst gibt es noch viele andere, doch ich werde immer der Einzige bleiben.“
„ Erstens gab es da wo ich herkomme nur MICH und zweitens kannst du nicht der einzige sein, wenn sie sich doch auch auf mich einlassen würde. Dass es so gekommen wäre, hat dir Ritsu doch bereits bestätigt.“ konterte er. „ Und was soll an diesem Thanatos überhaupt so gut sein?“
„ Einfach ALLES an ihm ist gut!“ strahlte die Autorin noch mehr. „ Er ist DER perfekte Teufel!“
„ Befindet sich Miku etwa in der Hölle?“ wollte Eli schockiert von ihr wissen.
„ Was? Quatsch! Vermutlich wird sie in Illumina sein.“ überlegte sie. „ Oder vielleicht bei den Göttern, aber ganz bestimmt nicht in der Hölle.“
„ Aber warum sollte der Teufel Miku zu den Göttern bringen?“
„ Misa ist nicht DER Teufel sondern einer. Ein Seelendieb um genau zu sein.“
„ Dann raubt er Miku die Seele???“ schrak er nun erst recht auf.
„ Natürlich NICHT!“
„ Aber wenn er sich doch von den Seelen seiner Opfer ernährt? Miku's Seele schmeckt ihm durch das Erbe und ihrer Reinheit bestimmt besonders gut.“
„ Misaki ernährt sich nicht von Seelen.“ verdrehte sie die Augen. „ In dieser Welt zählen die Teufel genau zu den Guten wie die Götter auch.“
„ Das war vielleicht mal so ehe wir auf das Prisma gestoßen sind.“ behauptete Laura. „ Vielleicht sind die Teufel ja jetzt wirklich teuflisch böse und opfern das unschuldige reine Leben ihrem Oberteufel. Dieser ernährt sich nämlich vom Blut der Jungfern und der Seelendieb, seine rechte Hand, verspeist ihre Seele, während der Rest ihren leblosen Körper bekommt! Tja, nur was sie mit Liú anstellen liegt außerhalb meiner Fantasie. Sie ist weder rein, noch jungfräulich. Vielleicht sperren sie sie ja in einen alten verstaubten Käfig, der über dem Lagerfeuer hängt, damit sie ihnen den ganzen Tag etwas vorsingen kann und sobald sie aufhört, drohen sie ihr damit sie zu grillen. Ach, das bringt ja gar nichts.“ verwarf sie die Lagerfeuer Idee gleich wieder. „ Dann hängt sie eben über einem Haifischbecken. Wenn sie nicht gefressen wird, dann werden eben ihre Flammen gelöscht. Ja, das ist gut.“
„ Erzähle keinen Scheiß! So etwas würden sie niemals tun.“ protestierte die Autorin.
„ Bist du dir da wirklich ganz sicher?“ schielte sie sie schief von der Seite an.
„ JA bin ich! Und wie ich mir sicher bin! Die Teufel sind nicht so und werden auch niemals so werden.“
„ Ihr wart ja auch noch nicht da.“ schmunzelte Luca. „ Wer weiß was euer schwarzes Karma mit dieser Welt anstellt?“
„ Nichts schlimmes!“
„ Willst du es denn wirklich drauf anlegen, dass die Verbindungen dort genauso auseinandergerissen werden wie in LoT?“ kam ihm dieser Geistesblitz. „ Wäre es nicht besser, ihr würdet Miku einfach wieder ins Schloss schreiben? Ich könnte mir vorstellen, dass Yami auch eher mit dieser Lösung einverstanden wäre, als euch beide nach Ladthaa, Kythos oder Illumina zu lassen, wo es nur so vor potentieller Feinde wimmelt.“
„ Ja, das wäre wohl die einfachste und langweiligste Lösung.“ murmelte die Mangaka.
„ Aber dafür auch die sicherste. Nicht auszudenken was geschehen würde, wenn die Dämonen aus zHuH und Co. hier frei rum laufen könnten.“ gab der Herr zu bedenken. „ Ihr solltet es nicht darauf ankommen lassen.“
„ Ist ja schon gut. Wir gehen fix nach Falador, schreiben die Prinzessin und ihren Tennisball herbei und dann kommen wir wieder.“
„ Und wer versichert euch, dass Falador die Hexen einfach wieder ziehen lassen wird?“ mischte sich Chiron ein.
„ Ich versichere es euch.“ meinte der General.
„ Klar, weil du bisher ja auch nie versucht hast die Hexen einzufangen. Sie befinden sich auch nicht ganz oben auf eurer schwarzen Liste und wurden so mit auch nicht zu den am meist gesuchtesten Verbrechern. Warum also solltest du sie nicht ziehen lassen, wenn du bekommen hast was du wolltest, mh?“
„ Ihr habt mein Wort.“
„ Ach, ich pfeife auf dein Wort.“ winkte Laura dankend ab. „ Selbst wenn sie uns nicht freiwillig ziehen lassen werden, kommen wir trotzdem heil zuhause an. Es würde mich sogar freuen, wenn sich Falador quer stellt, dann kann ich dieses Reich was die Dreistigkeit besaß MEINEN Freund zu entführen endlich in Grund und Boden stampfen!“
„ Falador wird sich nicht quer stellen. Hauptsache die Prinzessin kommt zurück, etwas anderes zählt nicht.“
„ Ich werde euch trotzdem begleiten.“ entschied Chi.
„ Das werden wir jawohl alle machen! Warum sollst nur du deinen Spaß dabei haben, die lächerlichen Fratzen aus ihrer Blechrüstung zu prügeln?“ maulte Ri.
„ Einen Scheißdreck bekommt ihr! Sollten die so blöd sein sich mit uns anzulegen, dann gehören sie alle mir ganz allein!“ stellte die Co-Autorin klar.
„ Falador wird nicht in Grund und Boden gestampft.“ verdrehte Jaz die Augen.
„ Ach ja stimmt! Ohne die haben wir ja keine würdigen Gegner mehr.“ lenkte Laura ein. „ Ohne die wäre es ja nur noch halb so spannend und lustig bei euch.“
„ Was machen wir mit Vaith und Virginia?“ wandte sich die Autorin an ihren Freund.
„ Irgendwas wird mir schon einfallen, was deine Abwesenheit glaubhaft begründet.“ atmete er schwer aus. „ Ich werde Yami Bescheid sagen, damit er euch begleitet.“
„ Was? Warum??“ wirbelte Laura zu ihm um. „ Ich musste Yami wegen euch belügen, damit er nicht drauf bestand mich zu begleiten oder von alleine hier aufkreuzt!“
„ Er wird schon verstehen warum du lügen musstest.“
„ Und wenn schon? Was soll er in Thalia denn bitte zu suchen haben? Er setzt sich bloß unnötigen Gefahren aus, wenn er uns begleitet.“
„ Ich schätze mal, dass ihm das reichlich egal sein wird. Ich würde euch ebenfalls begleiten, wenn Vaith und Virginia nicht auf unserer Couch sitzen würden.“
„ Aber warum? Vertraust du uns denn nicht?“
„ Doch, euch schon. Aber den Thalianern traue ich nicht einen Millimeter weit über den Weg.“
„ Ach und du glaubst Yami könnte irgendwas an ihren eventuellen Plänen ändern? Letztendlich würden sie ihn hübsch verpackt irgendeinen Hügel runter stoßen und dann lachend abhauen und uns gleich mitnehmen.“
„ Dann müsst ihr ihm eben auch ein Mikrofon geben.“
„ Das müssen wir dann wohl.“ grummelte sie. „ Aber lieber ihm als dir, nicht wahr Jaz?“
„ Haltet mich aus euren Streitigkeiten raus.“ hob sie gleich die Hände in die Höhe.
„ Was soll das denn heißen?“ empörte sich der Herr. „ Wieso lieber ihm als mir?“
„ Weil du deine Gedanken bestimmt nicht im Griff hättest und wer weiß was dann alles passiert!?“ starrte sie mit verschränkten Armen von ihm weg.
„ Was sollte denn dann schon groß passieren?“
„ Zu viel! Und nun geh schon Yami Bescheid sagen, wir müssen los.“
„ Manchmal frage ich mich echt wie er es überhaupt mit dir Tyrann aushält?“ verließ er leise murrend den Raum.
„ Da haben wir was gemeinsam, ich frage mich manchmal nämlich auch, was die Hexen mit den beiden Waschlappen anfangen wollen?“ grinste Kian breit auf.
„ Sich den Dreck vom Körper reiben, ist doch klar!“ antwortete Ri für die Märchenwesen. „ Wozu sollte man einen Waschlappen denn sonst verwenden?“
„ Zum Dreck wegwischen, genau!“ wurde sein Grinsen sogar noch breiter. „ Zu mehr sind sie wirklich nicht zu gebrauchen.“
„ Wenigstens können sie etwas und wenn es nur putzen ist. Doch was kannst du?“ schielte Jaz zu ihm hin. „ Mal abgesehen von deiner großen Fresse und deinem einigermaßen hübschen Gesicht hast du doch nicht wirklich viel zu bieten, was dich als Dunkelheitsträger brauchbarer macht als Chiron.“
„ Ha, an Chi kommt eh keiner ran!“ grölte Laura.
„ Ich bin überzeugt davon, dass du ganz genau weißt was ich alles zu bieten habe.“ konterte der Herr mit einem charmanten Lächeln. „ Schließlich bist du es doch, die mich bereits mein ganzes Leben lang beobachtet, oder nicht?“
„ Ein Stalker!“ riss Ri empört die Augen auf.
„ Wo er Recht hat....“ stimmte ihm die Co-Autorin nickend zu.
„ Du sollst mir nicht immer in den Rücken fallen!!“ keifte Jaz.
„ Aber wenn er doch Recht hat!? Du kennst ihn vermutlich sogar besser als er sich selbst! Also wenn wer weiß, was er alles zu bieten hat, dann bist definitiv du das.“
„ ...“ brummte sie irgendein unverständliches Gebrabbel vor sich hin, während sie die Arme vor der Brust verschränkte und den Hippo dabei feindselig an funkelte.
„ Yami wartet am Studio auf euch.“ kehrte Luca zu ihnen zurück.
„ Dann lasst uns aufbrechen.“ schlug die Mangaka vor.
Was sie dann auch taten und schon kurz darauf fanden sie sich in Thalia ein.
„ Dann wollen wir mal.“ verkündete die Autorin, doch nichts geschah. „ Mhmm... ich glaube meine Batterie ich leer.“
„ Dann lass mich mal.“ doch auch bei der Co-Autorin tat sich nichts.
„ Was ist denn? Warum kommt Miku nicht zurück?“ wollte Elias wissen.
„ Tja, wie es aussieht können wir sie nicht herholen, da sie sich in einer anderen Welt befindet.“ vermutete Jaz. „ Also müssen wir wohl doch hinreisen und sie herholen.“
„ Das war so aber nicht abgesprochen.“ mischte sich Yami ein. „ Außerdem wäre es viel zu gefährlich.“
„ Nicht hinzugehen wäre genauso gefährlich. Es sei denn natürlich, du findest es weniger riskant von einem Drachen aufgefressen oder einem Ritter aufgespießt zu werden.“ konterte Laura. „ Von den Fähigkeiten des Lichts mal ganz zu schweigen.“
„ Außerdem steht ja gar nicht fest, dass wir nach einem Besuch bei denen hinterher von den Dämonen überrollt werden. Sie haben schließlich ihre eigene Menschheit, also was sollten sie von uns noch wollen?“ gab die Schriftstellerin zu bedenken.
„ Mir gefällt das trotzdem nicht.“
„ Das wird schon alles gut gehen. Wir schnappen uns unbemerkt die Prinzessin und hauen wieder ab, ehe sie uns entdecken können oder unser Karma sie entdeckt. Ist doch ganz easy!“ glaubte Laura zu wissen.
„ Ich glaube nicht, dass das so easy wird. Nach eurem Glück werden sich alle Nationen gegen euch verschwören und dann? Elias hat euch doch bereits bewiesen, dass mit der Macht des Prismas nicht zu spaßen ist. Ihr verliert langsam aber sicher die Kontrolle über euer Spiel und damit bringt ihr nicht nur euch sondern die gesamte Realität in Gefahr.“
„ Ach was. Du machst dir viel zu viele Gedanken.“
„ Klar, was man ja daran gesehen hat, das Elias plötzlich bei Jaz auf der Matte stand.“
„ Hast du mal darüber nachgedacht, dass DAS vielleicht eure Schuld gewesen sein könnte?“ meinte Laura. „ Weil ihr euch herausgenommen habt uns wie kleine Kinder zu behandeln, denen verboten wurde hier zu spielen. Also wäre es doch möglich, dass wir unterbewusst dafür gesorgt haben, dass man uns eine neue Tür öffnet. Demnach wäre das alles nicht passiert, wenn ihr uns nicht bevormunden würdet.“
„ Wenn du so dringend wieder hierher kommen wolltest, warum ziehst du dann nicht gleich hierher? Dich hier austoben zu können scheint dir ja wichtiger zu sein, als unsere Bedenken ernstzunehmen!“
„ Ja, vielleicht sollte ich das tun! Hier bestimmt wenigstens keiner über mich, genauso wenig muss ich mich wegen dem was ich tat oder eben nicht tat vor irgendwem rechtfertigen.“
„ Fein. Dann bleib eben hier.“ drückte er ihr sowohl sein Mikro als auch das Seelenprisma in die Hand. „ Hoffentlich bist du jetzt glücklich.“ wandte er sich von ihr ab und schlenderte auf das Tor zu, was noch immer geöffnet war.
„ Das bin ich, aber so was von!“ sah sie empört von ihm weg. „ Ach man!“ drehte sie sich schnaufend zu ihm um. „ Yami, warte!“ folgte sie ihm schließlich seufzend.
„ Und was ist mit Miku?“
„ Miku geht es gut, keine Sorge.“ glaubte Jaz zu wissen. „ Es sah auch nicht so aus, als hätte Misa sie gegen ihren Willen mitgenommen. Du kannst also davon ausgehen, dass sie sich freiwillig da aufhält. Ich verstehe nur noch nicht, warum er überhaupt hier war?“ grübelte sie darüber nach. „ Und dann auch noch allein. Normalerweise ist er immer mit Keith und Risa unterwegs, es sei denn, er hat ein Auge auf die jüngere Generation. Könnte es also sein, dass sich noch mehr von ihnen hier rum treiben? Aber wer sollte das sein...?“
„ Könnten wir die Prioritäten vielleicht auf die Prinzessin lenken?“ atmete Elias schwer aus. „ Auch wenn sie nicht dazu gezwungen wurde mit ihm in seine Welt zugehen, möchte ich sie so schnell wie möglich wohlbehalten zurückbekommen.“
„ Mach dir keine Gedanken, Elias. Du wirst dich bald selbst davon überzeugten können, dass es ihr wirklich an nichts fehlt. Ich hoffe nur, dass wir sie auch dazu bewegen können zurückzukommen.“
„ Wenn es da so schön ist, sollten wir vielleicht alle dahin ziehen. Dann unterwerfen wir mit eurer Hilfe die Götter und Teufel und benutzen ihre Mächte um alle Universen zu kontrollieren!“ schlug Chi vor.
„ Besser nicht.“ murmelte Jaz. „ Wir wollen doch nicht dem Größenwahn verfallen.“
„ Wenn dann verfällt der Größenwahn uns und nicht umgekehrt.“
„ Ja sicher...“
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Sa 26 Mai - 22:13

Akt 9. rosa Häschen


„ Wie es aussieht eilt uns nicht nur unser Ruf voraus, sondern auch unser Karma.“ betrachtete Laura die neuen Weiten schmunzelnd.
Gebetet auf Wolken, liegt das Reich der Götter verborgen in einer anderen Dimension. Die Häuser erbaut aus Diamanten, das Schloss erstrahlt im Glanz seiner reinen Kristalle. Das heilige Reich der Götter, was von einem dunklen Schatten heimgesucht wurde.
Die Sonne verschwand hinter einem pechschwarzen Schleier des Nichts, das Lachen der Kinder verstummt, der Friede gebrochen. Anstatt das von der Glückseligkeit geküsste Reich der Allmächtigen zu betreten, fanden sie sich inmitten eines kalten Krieges wieder. Alles stand in Flammen, überall wo man hinsah erblickte man Wesen, die sich bekriegten. Man vernahm das klirrende Geräusch der Waffen die aufeinanderprallten, das Gelächter der Dämonen und die verängstigten Schreie der Schwachen.
„ Hast du nicht gesagt, ich muss mir keine Sorgen um Miku machen?“ starrte Eli die Autorin entgeistert an. „ Wie kann DAS bitte eine Welt sein, in der man sich nicht sorgen muss??“
„ Die ist nicht immer so.“ versicherte sie.
„ Oh, also platzen wir vielleicht in einen Endkampf? So wie beim letzten Mal?“ grinste die Mangaka breit auf. „ Ob Chaos wohl noch immer auf Pink steht?“
„ Das habe ich ihm hoffentlich erfolgreich ausgetrieben.“ grinste sie schwach auf. „ Lasst uns weiter gehen. Sie werden Miku bestimmt aus der Gefahrenzone herausgebracht haben und wie ihr sicher merkt, stecken wir voll drin. Also werden wir sie hier nicht finden.“
Oder auf Jazisch: lasst uns ganz schnell mit gezückten Handys weitergehen und alles fotografieren, was einem vor die Flinte läuft.
„ Ich verstehe. Das ist also meine übertriebene Darstellung vom entscheidenden Kampf Lilith gegen den Rest der Welt.“ mimte Jaz weiter den begeisterten Paparazzo. „ Deshalb geht hier jeder auf jeden los, weil sie in Alp's Alptraum feststecken. Wenn wir uns also beeilen, dann bekomme ich Liara's Verwandlung hautnah mit!“ strahlte sie kurz auf, ehe sie wie eine durchgeknallte Irre drauf los stürmte.
„ JAZ!“ und die anderen rasten hinterher.
Lilith, der Endboss von Elysia's Nachfolger, war ein Dämon, dessen Eigenschaften dicht an der realen Mythologie heran reichten. Sie wurde auch als die Königin der Nacht bezeichnet, diente einst Hades, dem Herrscher der Unterwelt, und war ein untoter Gestaltenwandler, der als Massenvernichter anderer Welten bekannt wurde. Alp, ihre rechte Hand, schickte die Bevölkerung in einen tiefen, niemals endenden Alptraum, in dem sich die Männer gegenseitig abschlachteten und die Frauen, Schwangeren, Kinder und die Schwachen gefressen wurden. Jene Männer, die von Lilith als würdig erachtet wurden, dienten ihr fortan als leibeigener Samenspender, mit dessen Hilfe sie weitere starke Dämonen erschaffen konnte.
Erschaffen wurde sie vor Jahrhunderten von Chaos höchstpersönlich, der dieses Gefäß seiner Liebsten schenken wollte. Doch ohne Herz und ohne Seele war dieses Geschöpf nicht in der Lage ein Überwesen zu beherbergen und so wurde es zu Hades abgeschoben, der mit seinem Samen und ihrer Fähigkeit die Hölle kreierte und dann, als sein Reich stand, jagte er sie fort. Seither zieht sie durch die Universen und nicht eine Welt, die von ihr besucht wurde, überlebte ihren Aufenthalt.
Außerdem sollte noch erwähnt werden, dass kein Mann in der Lage war ihrem Charme zu widerstehen.
„ Mhm, so schön finde ich die jetzt aber nicht.“ murmelte Chiron, der gerade vor der 'Erklärungstafel' stand und sich Lilith's Beschreibung durchlas.
„ Stimmt. Wer steht denn schon auf so einen Sichelschwanz oder diese komischen Flügel und dann diese Hörner erst einmal.“ stimmte Ri ihm zu. „ Außerdem bei der Anzahl an Männern, die bereits über sie drüber gerutscht sind, holt man sich bestimmt irgendwelche Krankheiten!“
„ Und wenn schon, wenn du die besteigst bist du danach ohnehin tot! Da machen irgendwelche Geschlechtskrankheiten den Kohl auch nicht mehr fett.“ meinte Akira.
„ Sag bloß, du findest das da heiß?“ schielte die Diebin ihren Wächter schief von der Seite an.
„ Nicht im geringsten, aber trotzdem müssen dich irgendwelche Krankheiten nicht jucken, weil tot ist tot.“
„ Der Typ, der da bei der Alten ist, ist das nicht Thanatos?“ wollte Laura von Jaz wissen, die bloß ein begeistertes, vor sich hin verstrahlendes Nicken als Antwort übrig hatte. „ Das dachte ich mir.“ nickte sie. „ Wir werden aber jetzt nicht dabei zusehen, wie die ihn bespringt, oder?“
„ Natürlich nicht. Der Nachfolger ist schließlich kein Porno.“
„ Das da ist also Thanatos, ja?“ verschränkte Kian die Arme vor der Brust. „ Und was soll an dem jetzt toll sein? Sein leerer Blick? Oder sein Arschkriecher Verhalten? Oder stehst du etwa auf Stiefel lecker?“
„ Schchcht!“ wippte die Autorin begeistert hin und her. „ Gleich geht es los.“
„ Was geht gleich los?“ hakte er nach.
„ Gleich opfert sich Lian indem sie sich und Lilith in einen Kristall einschließt, der den gleichen Effekt hat wie das stärkste Weihwasser überhaupt und dann, wenn das Gefängnis zersplittert und die beiden regungslos zu Boden gleiten, wird Liara erwachen und dann bekommt sie endlich ihre Teufelsgestalt!!“ strahlte sie. „ Flügel aus weißem Kristall, die Rüstung erschaffen aus den Hörnern der Einhörner und einer weißen Lanze in der Hand, wird sie die Unsterblichkeit verkörpern. Und ihr Freund Lyon verwandelt sich in eine gepanzerte Teufelskatze!! Zusammen werden sie Lilith besiegen und Lian retten.“
Tatsächlich trat Lian wutentbrannt auf den Plan, gerade als Lilith Hand an ihren Mann legen wollte. Sie stürzte sich aus der Luft auf die Feindin, holte aus und traf mit voller Wucht mit ihren Dolchen auf Lilith's Waffen, die noch nicht feststanden. Doch genau in diesem Moment, bei dem eine wahre Schimpftirade los brechen sollte, blitzten hinter den Dämoninnen plötzlich zwei rosa Hasenöhrchen auf...
„ W-Was...“ versuchte Jaz verblüfft an den kämpfenden Hühnern vorbei zusehen, um die Herkunft der Ohren ausfindig machen zu können. „ WAS zur HÖLLE??“ verpuffte das begeisterte Strahlen von jetzt auf gleich und der Stier erblickte stattdessen ein rotes Tuch.    
Wie von der Tarantel gestochen raste Jaz mitten auf das Schlachtfeld, riss die Streithähne mit einem Satz auseinander und starrte dann das rosa Häschen mit ansteigendem kochenden Blut an. Irgendwer hatte es doch tatsächlich gewagt, Thanatos in ein rosa Hasenkostüm zu stecken, mit aufgezogener Hasenohren-Kapuze und Schwänzchen am Hintern.
„ Wer war das?“ drehte sich die Dame mit einem mörderischen Blick zu den Dämoninnen um.
„ Ich! Was dagegen?“ starrte Lilith die Dame unbeeindruckt an.
„ Sollten wir ihr nicht helfen?“ wollte Akira wissen.
„ Nein, sollten wir nicht.“ meinte Laura. „ Wenn es so was wie ein rotes Tuch für Jaz gibt, dann ist es definitiv das da. Glaubt mir, ihr wollt jetzt nicht zwischen die Fronten geraten. Also lehnt euch einfach zurück und genießt die Show.“
„ JA und wie ich was dagegen habe! Wie kannst du es wagen ihm so was anzuziehen??“
„ Wieso? Das sieht doch gut aus? Ihm steht einfach alles.“ grinste Lian schief auf.
„ Natürlich steht ihm alles!! Trotzdem zieht ihm niemand und wenn ich sage niemand, dann meine ich auch niemand, etwas an, was auch nur rosa angehaucht ist.“ gab sie mit einer bedrohlich wirkenden Stimme von sich. „ Nicht in zHuH, nicht am Set, nicht in Elysia und schon gar nicht hier! Wenn du nicht willst, dass meine grausamsten Fantasien wahr werden, dann ziehst du ihm AUGENBLICKLICH etwas anderes an!“
„ Besser?“ deutete Lilith mit der Hand auf den Ladthaaner hin.
„ Mhhh, black Cat steht ihm auch ausgezeichnet.“ grinste Lian schief auf.
Ja, auch diesem Kostüm stand ihm natürlich und auch die schwarzen Katzenohren hatten was, doch was gar nicht ging, waren die blonden Haare... Vermutlich war dieses Tuch sogar roter als beim rosa Hasenkostüm und so war es gar nicht verwunderlich, dass sich der mörderische in den gnadenlosen Serienkiller Blick, mit einem Hauch verrückter Wissenschaftler und einer Prise Massenvernichtungswaffe, verwandelte.
„ Jackpot!“ griente Laura schadenfroh vor sich hin. „ Von der alten wird jetzt nicht mehr viel übrig bleiben, wenn Jaz mit ihr fertig ist.“  
„ Ich denke die ist unbesiegbar?“ schielte Chi auf die Erklärungstafel herab.
„ Na und? Als wenn Jaz das jucken würde. Außerdem gelten diese Gesetze für uns nicht.“
Das taten sie tatsächlich nicht, weshalb Lilith wortwörtlich tausend Tode starb! Die grausamsten Fantasien sprudelten sogar so wild durcheinander, dass die Autorin mit dem Wiederbeleben schon gar nicht mehr hinterher kam. Allerdings war die Bestrafung auch hier so grausam und gemein, dass man das nicht bis ins kleinste Detail ausführen konnte, zu groß war die Gefahr, dass man nach dem Lesen so einer Tat in die Irrenanstalt eingewiesen werden musste. So viel sei jedoch gesagt: die verschiedensten Waffen, Bomben und Foltermethoden, wie zerreißen, zerstückeln, flambieren oder grillen kamen zum Einsatz. Von ihrer Unbesiegbarkeit fehlte jegliche Spur, genauso vergebens suchte bei die Sprache bei den Zuschauern, die sich dieses Schauspiel mitansehen mussten.
Dann, nachdem sie ihre Wut ausgiebig an der Dämonin ausgelassen hatte, zertrat sie den abscheulichen Klops, der man als Königin der Nacht bekannt war, so dass das Konfetti nur so durch die Gegend flog und genau dasselbe Schicksal ereilte auch dem Alptraumbringer, wodurch sein Zauber verpuffte und die Schläfer wieder erwachten. Dann verpasste sie Liara und Lyon total unspektakulär ihre verschlossenen Gestalten und stellte zudem noch den Ursprungszustand der Welt wieder her. Thana verpasste sie selbstverständlich auch gleich ein cooles Outfit, was seinem Auftreten gerecht werden konnte.
„ UND??? Will noch jemand ein rosa Häschen sein??“ starrte sie aufgebracht in die gerade aufwachende Runde. „ Niemand? GUT!“
„ KKKYYYAAAHHHHHHH!!“ und da ertönte auch gleich eine männliche Stimme, die kreischte wie ein Mädchen und dann davon raste.
Chaos, oder wie er sich nun nannte: Zexion, wer auch sonst?
„ Du hast sie einfach so niedergemetzelt...“ traute Lian ihren Augen noch immer nicht. „ Wer warst du noch mal?“
„ ICH bin DEIN schlimmster Alptraum, sollte ich jemals mitbekommen, dass du IHM irgendwas rotes, rosa oder pinkes verpasst, kapiert?? Ich behalte dich im Auge.“ wandte sie sich schnaufend ab und stampfte auf die verblüfft drein schauende Gruppe hin.
„ Und? Was habe ich euch gesagt? Wenn sie Amok läuft, sollte man sich am besten ganz weit weg befinden.“ grinste Laura.
„ Ein rosa Hasenkostüm, wo sind wir denn hier?? Auf einem Kindergeburtstag oder was?? Und nicht mal DA würde der so was anziehen!!! Und dann wagt sie es auch noch, ihn mit blonden Haaren zu entstellen! UNFASSBAR!!“
„ Würdest du eigentlich auch so abgehen, wenn ich rosa Sachen trage?“ hakte Kian nach.
„ Mir doch egal was du machst!“ zischte sie ihn an. „ Los! Holen wir Miku und dann nichts wie weg hier, ehe ich auf die Idee komme sie noch mal herzuholen, um sie dann noch grausamer wieder wegzuschicken.“
„ Sollten wir Misa bei der Gelegenheit nicht mal fragen warum er Miku hergebracht hat?“ schlug Laura vor, als sie einmal quer über das Schlachtfeld wanderten.
„ Mir doch egal warum.“ kochte Jaz noch immer.
„ Es ist eben immer gut ein Ass im Ärmel zu haben und wenn die Karte so mächtig ist wie du, dann ist es sogar noch besser.“ stand besagter Seelendieb plötzlich vor ihnen. „ Deshalb habe ich sie hergebracht.“
„ Ach? Und woher willst du bitte gewusst haben, dass wir dann kommen um sie zu holen?“
„ Das Schicksal hat es mir zugeflüstert.“ lächelte er charmant auf. „ Also danke.“
„ So so, Charis konnte das also vorhersehen.“ und schon wieder verschwamm die Realität mit der Fantasie. „ Du brauchst dich nicht zu bedanken. Lilith hättet ihr auch allein in die Flucht geschlagen.“
„ Ihr habt Miku also doch entführt??“ mischte sich Elias ein.
„ Nein, nicht entführt. Wir haben sie uns bloß ausgeliehen.“ konterte Misaki. „ Wartet hier, ich bringe sie her.“
„ Nein! Du hast sie oft genug angetatscht! Wir bringen sie selbst her.“
„ Wie du meinst. Dann lasst mich euch wenigstens den Weg zeigen.“ wandte er sich von ihnen ab und ging schon mal vor. „ Hier entlang, bitte.“
„ Finden wir den Weg nicht auch ohne dessen Hilfe?“ maulte der General. „ Ihr müsstet ihre Anwesenheit doch spüren können, oder nicht?“
„ Noch kann ich ihren Aufenthaltsort nicht ausmachen.“ sah sich Akira um.
„ Das kommt vermutlich daher, weil sich Miku in Illumina aufhält und sich dort im Schloss verwöhnen lässt!“ vermutete Jaz grummelnd.
„ Na, dann wissen wir es doch und können auf seine Hilfe verzichten.“
„ Halt doch einfach den Mund und freue dich darauf, dass du die Prinzessin gleich wieder in die Arme schließen kannst. Dein Gejammer geht mir auf die Nerven.“ gab Chi ebenfalls seinen Senf dazu ab.
„ Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.“ griente Laura schief auf.
Kurz darauf passierten sie das Portal, was Kythos mit Illumina verband und im Wellnessbereich des Schlosses trafen sie letztendlich die beiden gesuchten Feuerträger an.
Man mochte es kaum für möglich halten, aber Miku fiel Elias wirklich überglücklich um den Hals, was nicht nur ihn erstaunte.
„ Tja, hier gibt es genug Wesen die einem mit einer erschreckenden Leichtigkeit die Augen öffnen können.“ zuckte Jaz bloß mit der Schulter.
Zurück in Thalia übergab Elias den Hexen wie versprochen das geklonte Prisma und versicherte ihnen gleichzeitig, dass es das einzige Exemplar war, woraufhin sie sich von den Thalianern verabschiedeten und in die Realität zurückkehrten.

Akt 10. mal sehen... (das reimt sich ^^)


Einige Tage ins bereits ins Land gezogen, seit die Freundinnen in die Realität zurückgekehrt waren und dort auch blieben. Die Prismen wurden wieder sicher und von der Außenwelt (Jaz und Laura) abgeschirmt, verstaut, die Besuche der Fantasiewelt verstummten und der gewohnte, doch nur teilweise vermisste Alltag zog bei allen ein.
Zwischenzeitlich hatte man die Ereignisse am Set durch das Brandneue Legend of Thalia DX Computerspiel erklärt, was in kürzester Zeit geplant, umgesetzt, produziert und vermarktet wurde. Allein dieses Projekt verschlang so viel Kraft, dass man nicht einen Gedanken an die Freunde aus der anderen Welt verschwenden konnte und danach griff der Stress der Dreharbeiten mit seinen eiskalten Fingern nach ihnen. So gerieten die Thalianer zwar nicht in Vergessenheit, doch den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit stellten sie auch nicht mehr dar.
Auf der anderen Seite sah das alles jedoch ganz anders aus. Dort erwartete man das Eintreffen der Hexen sehnsüchtigst und langweilte sich bei der Tätigkeit als Zeittotschläger dabei zu Tode. Natürlich zog man los, um lukrative Kopfgeldaufträge auszuführen oder weitere Ländereien zu erobern. Aber ohne die Autorinnen machte das alles nur halb so viel Spaß. Deshalb lag Ritsu auch total gelangweilt inmitten des Thronsaals rum und zählte die Härchen des roten Teppichs (bis 10), während Akira mit baumelnden Arm auf der riesigen Fensterbank ausharrte und den Heldentod starb. Kian lag quer über einem der Throne und las ein in schwarzen Umschlägen gehülltes Buch und Chiron stand vor der Karte und markierte die neugewonnenen Reiche.
„ Warum haben wir sie überhaupt zurückgehen lassen??“ raufte sich Ri erbost die Haare, ehe sie bemerkte dass das weh tat und ihre Wut lieber am roten Teppich ausließ. „ Warum haben wir das Scheiß Prisma nicht einfach zertreten? Oder in Stücke gerissen? Oder von mir aus auch aufgegessen??“
„ Weil das bestimmt nicht schmecken würde.“ glaubte Akira zu wissen.
„ Es würde mich wundern, wenn das Zerstören des Prismas ohne weitreichende Folgen bleiben würde.“ mischte sich Kian ebenfalls ein. „ Und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass Jaz und Laura hier feststecken würden. Ich kenne nicht einen Zauberspruch dieser Größenordnung, der nicht mit einem gewaltigen Aber bestückt ist.“
„ Der Zauberspruch stammt aber nicht aus unserer Welt und vielleicht gibt es bei denen gar keine aber für Zaubersprüche!“ konterte die Diebin.
„ Das glaube ich nicht.“
„ Ach? Und wie könnten die Folgen aussehen, Herr Schlaumeier?“
„ Die Grenzen zwischen den Welten könnten gesprengt werden oder ganze Universen verschwinden. Es könnten tausend Dinge geschehen.“ zuckte er mit der Schulter.
„ Und was interessiert uns das? Wir sind die Bösen, oder nicht? Müsste es demnach nicht in unserem Interesse liegen, so viel Chaos wie möglich zu verbreiten? Also was interessiert es uns, wenn die Welten miteinander verschmelzen oder ganz verschlungen werden?“
„ Sie hat Recht.“ nickte Chiron. „ Wir sollten dafür sorgen, dass die Hexen bei ihrem nächsten Besuch für immer hierbleiben.“
„ Ja genau!! DAS ist mein Reden!!“
„ Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist. Sie stammen nun mal nicht aus unserer Welt und sie hier gegen ihren Willen festzuhalten, wird definitiv nach hinten losgehen.“ stützte Akira seinen Kopf an der Hand ab.
„ Die bekommen sich schon wieder ein!“ glaubte Ritsu zu wissen. „ Ich verstehe ohnehin nicht, was an deren Leben da drüben so toll sein soll? HIER spielt die Musik! HIER sind sie mächtige Hexen, vor denen sogar die Stärksten ihren Hut ziehen. HIER erfüllen sich alle ihre Wünsche und nur HIER sind sie bei uns! Schon allein weil wir hier sind werden sie sich tierisch darüber freuen ebenfalls hierbleiben zu dürfen.“
„ Man gewöhnt sich schließlich an alles.“ grinste Chi schief auf.
„ Ich bin trotzdem dagegen. Wir haben nicht das Recht uns so fatal in ihr Leben einzumischen. Auch wenn ich mich ebenfalls darüber freuen würde, wenn sie ganz hierbleiben, muss das noch lange nicht heißen, dass sie es ebenfalls freuen wird und auf zwei Amok laufende Hexen kann ich gut und gerne verzichten.“ teilte Akira ihnen seine Meinung mit. „ Zumal ich es auch nicht riskieren will, dass sie uns hassen oder zum Feind überlaufen.“
„ Und dann wäre da noch die Sache mit dem Zauber, die ihr scheinbar für unerheblich erachtet.“ erinnerte der Hippo daran. „ Wir haben keine Ahnung woraus der Zauber seine Energie bezieht und was durch das Brechen auseinandergerissen werden würde. Im Besten Fall sind es nur die verschwundenen Grenzen doch im schlimmsten Fall, verschwinden wir gleich mit!“
„ Wenn es das nur ist, dann bin ich bereit das in Kauf zunehmen.“
„ Ich auch!! Ich auch!!“ nickte Ri eifrig. „ Ein Leben ohne sie ist doch sowieso total öde und so trist und absolut nicht lebenswert! Also worauf warten wir denn noch?? Auf in die absolute Vernichtung!“ sprang Ri mit einem Satz strahlend auf.
„ Ihr seid total wahnsinnig.“ schielte Kian zu ihnen hin.
„ Ja bin ich! Und weißte was? Ich bin auch noch stolz darauf!“ nickte sie die Sache ab. „ So und nun wo du das weißt, sei weniger der Klugscheißer und mehr der Abenteurer, der DEM ULTIMATIVEN SCHATZ hinterher rennt! Denk doch nur mal daran, was es bedeuten würde, wenn sie hierbleiben.“ griente sie ihn schief an. „ Keine Schwachos mehr, die dir im Weg stehen.“
„ Dafür stehe ich ihm im Weg.“ sah der Greif belustigt auf seinen Bruder herab. „ Schließlich ist sie ja praktisch schon mit mir zusammen.“  
„ Und genau deshalb werde ich leichtes Spiel haben.“
„ Es sei denn dieser Tarantulus taucht auf, dann seht ihr beide alt aus.“ kontere der Wildfang.
„ Wer?“
„ Na dieser Kerl der in ein rosa Häschenkostüm gesteckt wurde. Hieß der nicht Tarantulus?“
„ Wohl eher nicht.“
„ Wieso nicht? Tarantulus klingt doch cool?“
„ So heißt der trotzdem nicht.“
„ Ach, wie auch immer! Wie gehen wir nun vor? Stürmen wir Falador und stehlen die Pläne für das Prisma? Dann bauen wir unser eigenes Tor, besuchen die Hexen, zerstören ihr Prisma und kommen wieder her?“
„ Das klingt erstaunlicherweise nach einem guten Plan.“ nickte der Kopfgeldjäger.
„ Ich sehe das noch immer nicht so.“
„ Boar, willst du deine Alte jetzt hier haben oder nicht??“ starrte Ri genervt zu ihm rauf. „ Außerdem zählst du auch zu den Bösen, also lass das mit deinem Gewissen gefälligst sein und hilf uns beim Umsetzen unseres Plans.“ stauchte sie ihn zusammen. „ Können wir Martha auch mitnehmen?“
„ Wenn du dich hinterher um sie kümmerst, soll es mir egal sein.“ zuckte Chi mit der Schulter.
„ Juhu!!“
„ Ich glaube trotzdem, dass DAS in einer Katastrophe enden wird.“ sprang Akira seufzend von der Fensterbank runter. „ Lasst uns erst was essen und dann den Untergang einläuten. Auf leeren Magen sollte man keine Kämpfe ausfechten.“
„ Das wird auch nicht nötig sein.“ atmete Kian schwer aus. „ Wenn es sich ohnehin nicht vermeiden lässt, dass ihr diesen irrwitzigen Plan in die Tat umsetzt, dann kann ich euch auch gleich verraten, dass ich ebenfalls im Besitz eines Prismas bin.“
„ Was?“ wurde er von so ziemlich allen erstaunt angestarrt.
„ Genau das und das bereits seit einiger Zeit.“
„ Und warum sagst du das jetzt erst???“ fuhr Chi seinen Wächter an.
„ Warum hätte ich es denn früher erwähnen sollen? Ihr hättet doch jederzeit selbst auf die Idee kommen können, euch eins anzuschaffen.“
„ Funktioniert es denn?“ hakte Ri nach.
„ Natürlich funktioniert es! Es wurde schließlich von mir erschaffen.“
„ Hast du es denn ausprobiert?“
„ Ständig.“ verriet er ihnen grienend. „ Einen Doppelgänger in ihrer Welt zu besitzen kann durchaus vom Vorteil sein. Jedenfalls dann, wenn die Hexen vor einem stehen.“
„ Und was hast du da hinten ohne uns getrieben??“
„ Gelesen. Im Gegensatz zu manch anderem kann ich das nämlich.“
„ Wie schön für dich!“ fühlte sich der Rotschopf auch gleich angesprochen.
„ Wir haben bereits genug Zeit vergeudet! Klärt das gefälligst, wenn wir unser Ziel erreicht haben.“ mischte sich Chiron ein. „ Als erstes müssen wir herausfinden wo sie das Prisma verstecken.“
„ Wenn sich die Kopie ebenfalls dort befindet, dann finden wir das ganz leicht raus.“ behauptete der Hippo.
„ Und wenn nicht?“
„ Dann finden wir es trotzdem, es dauert nur länger.“ erklärte er. „ Ich kann das Prisma spüren, allerdings nur wenn es sich in der Nähe befindet.“
„ Hervorragend.“ grinste Chi siegessicher auf. „ Dann werden wir uns darum kümmern und ihr behaltet die Hexen im Auge. Wir wollen doch nicht, dass sie auf uns aufmerksam werden und  unsere Pläne womöglich noch durchkreuzen. Ich muss nicht extra erwähnen, dass wir NICHT von ihnen erkannt werden wollen, richtig?“
„ Natürlich nicht.“ nickten die Windträger gleichzeitig.
„ Gut, dann los.“
Die Kopie zu finden war nun wirklich kein Kunststück gewesen, jedenfalls für diejenigen nicht, die die Macht des Lichts bereits aus weiter Ferne wahrnehmen konnten. Für alle anderen hatte Yami DAS perfekte Versteck gefunden. Nämlich in einem kleinen Hohlraum den er beim Umbau seines Pools gleich als Geheimversteck mit eingeplant hatte. Verborgen wurde dieser Bereich zum einen von dem Wasserfall und zum anderen von den naturbelassenen Steinen.
Für Kian kein Problem, der portete sich einfach durch den Wasserfall und nahm das Prisma dabei an sich. Als er dann hinterm Becken wieder erschien, brauchte es bloß einen kleinen Schubser der Finsternis und schon rieselte es wie Diamantenstaub zu Boden.
Das Seelenprisma war da schon anspruchsvoller versteckt worden. Dessen Schwingungen nahm der Hippogryph weder bei den Häusern der Autorinnen noch am Studio wahr.
Allerdings waren die Herrschaften ja nicht auf den Kopf gefallen, natürlich nicht es waren schließlich LoTer!, und da das eine Prisma bei Laura beziehungsweise bei Yami gefunden wurde, gingen sie fest davon aus, dass das andere bei Luca war. Also wartete man einfach den perfekten Moment ab, indem die Autorinnen allein unterwegs waren und dann rief man bei dem Superstar an.
„ Luca ich bin es, Yami. Wir haben ein Problem!“ behauptete Chi als Luca abnahm.
„ Was für ein Problem?“
„ Scheinbar hat Laura das Prisma gefunden, was ich versteckt habe und nun treiben sich die beiden in Thalia rum!“
„ Was? Wie konnte das denn passieren??“
„ Was fragst du mich das? Die Hellsichtigkeit zählt nun wirklich nicht zu meinen Fähigkeiten. Fakt ist, dass wir ihnen hinterher reisen müssen. Also sag mir wo wir uns treffen?“
„ Ich habe das Prisma im neuen Fluchttunnel beim Studio versteckt! Wir treffen uns da.“
„ Mhm, danke.“ legte Chi einfach auf. „ Das Prisma ist im Fluchttunnel beim Studio.“
Der besagte Tunnel wurde angesichts der Masse an Fans bei einer langen Nacht und Nebelaktion ins Leben gerufen. Er begann weit außerhalb des Studios in der Nähe eines alten Stützpunkts der Bundeswehr und endete in der Tiefgarage des Studios. Es war also gar nicht verwunderlich, dass Kian das Prisma direkt am Studio und in der näheren Umgebung nicht wahrnehmen konnte. Doch nun, mit dem kleinen Tipp in der Hinterhand, stießen sie schneller auf das Objekt, als Eugene auch nur bis eins zählen konnte und genauso schnell waren sie auch wieder verschwunden.
Als Luca da ankam und das leere Versteck bemerkte, waren die Thalianer längst auf den Weg zu Akira und Ritsu hin, die noch immer die Autorinnen beschatteten.
„ Das Prisma ist ebenfalls weg!! Warst du schon hier und hast es mitgenommen?“ rief Luca aufgebracht bei Yami an. „ Und wenn ja, wo zur Hölle steckst du jetzt??“
„ Wie das Prisma ist weg und warum sollte ich das mitgenommen haben? Ich weiß doch nicht mal wo du es versteckt hast? Ich bin zuhause, wo sollte ich denn sonst sein?“
„ Na hier am Studio?? DU hast mich doch gerade angerufen und mir erzählt, dass Laura dein Prisma ebenfalls gefunden hat und dass sie sich nun in Thalia rum treiben.“
„ Ich habe dich nicht angerufen, Luca. Ich wüsste auch nichts davon, dass mein Prisma weg ist! Das war letztens noch da, wo ich es versteckt habe.“
„ Aber wir haben definitiv miteinander telefoniert und da habe ich dir gesagt wo ich das Prisma versteckt... oh nein...“ ging ihm scheinbar ein Lichtlein auf, was ihn für einen kurzen Moment erstarren ließ. „ Das muss Chiron gewesen sein.“
„ Chiron? Wie soll der denn hierher gekommen sein?“ vernahm man das Rauschen eines Wasserfalls. „ Verdammt, es ist wirklich weg!! Ich fasse es nicht!! Wie ist sie bitte auf das Versteck gekommen???“
„ Die Kopie stammt von Elias, sie werden sie also wahrnehmen können und ich Idiot habe denen verraten, wo sich das zweite für uns existierende Prisma befindet. Wir müssen Jaz und Laura finden, ehe sie es tun!!“ raste er zu seinem Auto hin. „ Sie wollten in das Einkaufzentrum, richtig?“
„ So viel ich weiß schon.“ vernahm man bei ihm ebenfalls die Aufbruchstimmung.
„ Versuche Laura zu erreichen! Sie sollen sich bloß irgendwo aufhalten, wo weder Chiron noch Kian oder irgendwer sonst freiwillig rein gehen würde. Auf dem Damenklo oder im Plüsch-Land, ganz egal! Sie sollen sich auf jeden Fall von ihnen fernhalten!!“
„ Ich gebe mein Bestes.“
„ Ich auch.“

Akt 11. do it yourself

„ Was ist los?“ zog Laura fragend eine Augenbraue hoch. „ Wo soll ich hin? Wer ist da? Was für ein Plüsch-Land? Yami, rede nicht so wild durcheinander, ich verstehe kein Wort.“  
Die beiden Grazien befanden sich zur Zeit im riesigen Einkaufszentrum. Vor kurzem wurde hier eine neue Boutique eröffnet, die sich auf hochwertige Herrenmode spezialisierte und die nun von der Autorin ausgetestet wurde. Es liefen ja nicht alle Schauspieler immer in irgendwelchen Spezialanfertigungen oder Rüstungen rum und da sich die Klamotten in der Serie wirklich beinahe täglich änderten, brauchte man ein dementsprechendes Aufkommen an Outfits.
„ So noch mal langsam, was ist los?“ trat die Mangaka vor den Laden, damit sie nicht von ihrer Freundin abgelenkt wurde, die wie eine Flipperkugel durch den Laden zischte und dabei unverständliches Zeug vor sich hin brabbelte. „ Warum bist du so aufgeregt?“
„ Chiron und Kian sind hier!“
„ Hä? Wie geht das denn? Treibt ihr euch etwa heimlich da drüben rum?? Oder hat uns Elias belogen?? Und ok, selbst wenn die sich hier rum treiben, wieso sollte ich mich mit einem Plüschtier im Damenklo verschanzen?“  
„ Du sollst dich nicht mit einem Plüschtier im Klo verschanzen, es sei denn natürlich du willst es, dann tu es! Die haben Eli's Kopie zerstört und sind zudem noch im Besitz des Prismas und ich glaube nicht, dass die sich die Mühe bloß machen, um uns kurz zu besuchen. Die wollen euch ganz nach Thalia holen, also um Gottes Willen, HALTET EUCH VON IHNEN FERN!“
„ Chi ist wirklich ganz schön besitzergreifend.“ murmelte die Co-Autorin leise vor sich hin. „ Na gut, ich schnappe mir Jaz und dann verstecken wir uns irgendwo.“ drehte sie sich wieder zu dem Laden um. „ Ups...“
„ Was? Sind sie schon da??“
„ Nein, ich wäre bloß beinahe über so ein kleines Balg gestolpert.“ grinste sie verschmitzt auf.
Was glatt gelogen war, denn wenn Paul nicht plötzlich aus dem Himmel gefallen war, dann befand sich gerade Kian bei der Autorin und mimte für sie die Ankleidepuppe. Aber immerhin hatten die Thalianer doch tatsächlich etwas dazu gelernt, jedenfalls wenn das da Kian und nicht Paul war, denn dann trug der Hippogryph straßentaugliche Klamotten und nicht seine Arihai Kurai Uniform. Außerdem hatte er sich eine Cappy tief ins Gesicht gezogen, damit man ihn nicht gleich erkannte.    
„ Ich melde mich wenn wir uns versteckt haben!“ meinte sie noch an ihren Lover gewandt ehe sie auflegte.
„ LAURRAAA!!!“ stand plötzlich ein vermummter Ninja mit seinem Ninja Freund vor ihr.
„ UAHH!!“ verjagte sie sich auch gleich.
„ Aber ich bin es doch nur.“ zog sie die Banditenmaske ein Stück runter. „ Ritsu und das ist Akira.“
„ Ihr seid also wirklich hier um uns für immer nach Thalia zu holen, ja?“
„ Natürlich! Ist das nicht klasse??“ strahlte sie. „ Wir werden so viel Spaß miteinander haben.“
„ Ja, klar.“ nickte sie für einen kurzen Moment bedrohlich lächelnd. „ WOOOOOWW!!! SCHAUT NUR HER, HIER IST LUCA ALEXANDROS!!“ ehe sie das von sich kreischte und den Herrn gleichzeitig demaskierte.
Natürlich kreischte daraufhin das gesamte Einkaufzentrum rum und genauso natürlich kam gleich ein ganzer Pulk an lechzenden Damen angerannt.
„ UND WOOOWWWWWW!!! YAMI UND PAUL SIND AUCH HIER!!“ riss sie die Tür auf und deutete dabei auf die beiden Kopfgeldjäger hin.
Der Pulk war zwar nicht ganz so gewaltig wie bei Akira aber immerhin ein Pulk, der die Herren ziemlich auf Trab hielt und sie buchstäblich in die Ecke drängte. Um die Boutique tat es der Mangaka zwar leid, doch so konnten sie die verwirrte Autorin schnappen und mit ihr zusammen aus dem Hinterausgang verschwinden.
„ Was soll denn das?“ hakte Jaz irritiert nach. „ Warum hast du die Furien auf unsere Freunde aufmerksam gemacht und wieso flüchten wir überhaupt?“
„ Weil das nicht unsere Freunde waren.“ erklärte sie, während die beiden das Treppenhaus runter stürmten. „ Die Thalianer sind hier, um uns für immer nach Thalia zu holen.“
„ Die Thalianer also, hu? Das hätte uns ja mal vorher klar sein können, dass wenn Elias eine Kopie herstellen konnte, Kian das schon längst getan hatte.“ nickte sie. „ Aber weshalb rennen wir deshalb vor ihnen weg? Yami oder Luca könnten uns doch jederzeit zurückholen?“
„ Eben nicht. Sie haben die Kopie bereits zerstört oder an sich genommen oder woanders versteckt oder wie auch immer! Jedenfalls sind sie im Besitz beider Prismen.“
„ Aber das ist doch gut? Dann können wir selbst entscheiden wann wir zurückkommen!“
„ Glaubst du das wirklich? Wenn die sich schon die Mühe machen, erst die Prismen zu stehlen ehe sie uns holen, dann tun die das garantiert nur, um diese zu zerstören so dass wir niemals nach Hause zurückkehren können.“
„ Oder um sie vor uns zu verstecken.“
„ Quatsch. Die wissen doch was wir für eine Macht über die haben. Sie nur zu verstecken bringt nichts. Also müssen sie zerstört werden, damit wir nicht gehen können. Ist doch klar, oder?“
„ Ich will aber gar nicht für immer in Thalia bleiben. Ich mag mein langweiliges Leben hier.“
„ Ich auch! Nur glaube ich nicht eine Sekunde lang daran, dass die auch nur einen Pfifferling auf unsere Meinung geben werden.“
„ Ok und wo sollen wir hin? Die wissen wo wir wohnen und außerdem sind das Chi und die anderen. Denen kann man nicht entkommen! Jedenfalls nicht lange.“
„ Ja, das weiß ich auch. Wir brauchen einen Plan.“
„ Wir müssen zum Studio, ist doch klar. Wenn die uns fangen und mit dahinten hin schleppen, sind wir so beinahe völlig machtlos!“
„ Gut, dann ab zur Tiefgarage und dann auf zum Studio.“ nickte sie. „ Ich hoffe unsere Fans können uns einen kleinen Vorsprung verschaffen und Yami muss ich auch Bescheid sagen.“
„ Ohh... deshalb klingelt mein Handy die ganze schon.“ grinste Jaz verschmitzt auf. „ Das dürfte dann wohl Luca sein, der mich warnen will, hu?“
„ Ganz recht!“ schielte sie belustigt zu ihr zurück. „ Der ist bestimmt schon auf 180!“
„ Ich werde mich bei ihm melden, sobald wir im Auto sitzen. Jetzt muss ich mich aufs Rennen konzentrieren.“
„ Ok, also fahre ich und du rufst bei den beiden an.“
Es kam ja nicht immer anders als man dachte, in diesem Fall rasten die Autorinnen mit quietschenden Reifen davon, während ihre Verfolger selbst verfolgt wurden und alle Hände voll damit zu tun hatten, aus dem völlig irre gewordenen Einkaufszentrum zu entkommen. Nebenbei waren sie alle so geistesgegenwärtig, dass sie nicht gerade ihre Kräfte oder Flugfertigkeiten einsetzten, um mit heiler Haut (doch zerfetzten Klamotten) aus der Geschichte wieder raus zu kommen. Es war auch an dem, dass Jaz sowohl Luca als auch Yami anrief und ihnen davon berichtete, dass sie zum Studio fuhren, wo die Herrn gerade herkamen und das Zentrum hinter sich gelassen hatten, wo die Herrn gerade ankamen. Was die ohnehin schon explosive Laune der Freunde noch explosiver gestaltete und noch explosiver wurde sie dann, als sie plötzlich in einem Stau aus fluchtartig aus der Tiefgarage gestürmten Autos standen und es weder vor noch zurück ging.
So fuhr die Mangaka den Wagen unbemerkt durch den Fluchttunnel in die Tiefgarage des Studios und genauso unbemerkt erreichten die beiden das geheime Zimmer, in dem die DX Dinge lagerten.
„ Einen Plan! Wir brauchen einen Plan!“ murmelte Laura, während sie sich ein Mikro ansteckte. „ Ich meine, eigentlich brauchen wir doch keinen Plan, wir mähen die einfach nieder, schnappen uns das Prisma und gehen wieder. Allerdings könnte es beim niedermetzeln durchaus passieren, dass das Prisma beschädigt wird. Also ist das kein guter Plan. Wir können ihnen auch nicht ins Gewissen reden, aber vielleicht können wir dafür sorgen, dass sie uns das Seelenprisma aushändigen?“
„ Wir können sie zwar an andere Orte schreiben, aber das Verhalten lässt sich nicht mehr so wirklich ändern.“ murmelte Jaz. „ Also schicken wir sie in den Kerker, ketten sie an und nehmen das Prisma einfach an uns.“
„ Ok, dieses Mal wären wir demnach sicher, doch was ist mit den ganzen anderen Malen? Sie werden es immer wieder versuchen, das ist dir doch wohl klar?“
„ Glasklar.“ nickte sie grübelnd. „ Vielleicht hat das Prisma ja so was wie einen Aus-Knopf? Wenn wir es abschalten können, eventuell liegt Thalia dann auch auf Eis.“
„ Unfassbar, dass wir jetzt schon von Fantasiefiguren bedroht werden.“ atmete sie schwer aus. „ Aber eigentlich hätte es uns echt klar sein müssen! Die Serie an sich dominiert die Realität doch schon, deshalb gibt es doch die ein oder andere Organisation, die unseren Untergang heraufbeschwören will, weil die Menschheit seit sie LoT lieben total durchgeknallt ist! Wie mächtig werden Chi und Co dann erst, wenn sie wie durch ein Wunder wirklich 'existieren'?“ bei dem Wort existieren malte sie ein paar Gänsefüßchen in die Luft. „ Ist das nicht mega aufregend??“
„ Und wie!“ kicherte die Autorin. „ Ich finde es nur schade, dass sie uns bloß so sehr begehren, weil wir so mächtig sind und nicht weil sie ihre Zeit so gerne mit uns verbringen.“
„ Natürlich verbringen sie ihre Zeit gern mit uns und ich glaube auch nicht, dass sie uns bloß begehren weil wir so mächtig sind. Rodalaf wächst und gedeiht auch ohne unser Zutun, aber echte Abenteuer, die so spannend, spektakulär, verrückt und einfach unfassbar geil sind, erleben sie nur mit uns. Chi ist nicht mal in unserem LoT jemand, der seine Gefühle offen zeigt, also natürlich behauptet er, dass er bloß an der Erweiterung unseres Reiches interessiert ist.“ grinste sie schief auf. „ Ich wette mit dir, dass der sich im Geheimen mehr über ein Wiedersehen mit uns freut, als alle anderen zusammen. Der dreht bestimmt immer voll ab, wenn der allein in seiner Kammer hockt und darüber nachdenkt, dass die Schwachos immer bei uns sind.“
„ Und dann vermöbelt der sein Kissen, oder was?“ lachte die Autorin. „ Vielleicht hat er sogar einen Anti-Schwacho-Schrein. Oder einen Boxsack mit den aufgeklebten Gesichtern der Schwachos.“
„ Meinst du er könnte auch einen lebensgroßen Pappaufsteller von uns haben?“ sah Laura ihre Freundin belustigt an. „ Vielleicht hortet der heimlich ja sogar unseren Müll oder alles was wir jemals berührt haben.“
„ Ah, dann hat er unseren Steckbrief aus Falador also geklaut.“
„ Vielleicht sollten wir sein Zimmer mal heimlich durchsuchen. Wir wären bestimmt überrascht davon zu sehen, was der alles aufbewahrt hat.“
„ Klar und dann erwischt er uns dabei.“
„ Dann schicken wir ihn eben wieder weg. Ich weiß zufällig wo der seine Bauklötze liegen hat.“ griente sie. „ Doch bevor wir sein Zimmer durchsuchen sollten wir erst einmal sicherstellen, dass sie uns nicht mehr gefährlich werden können. Ich will nicht irgendwann im Schloss aufwachen und für immer an diese Welt gebunden sein.“
„ Ich auch nicht.“ stimmte Jaz ihr zu. „ Vorerst müssen wir uns jedoch fangen lassen. Nur dort drüben haben wir die Macht ihnen das Prisma wegzunehmen.“  
„ Und wie ich mich von denen fangen lasse und dann, wenn die glauben ihr Ziel erreicht zu haben, werde ich die Ziellinie so was von in Grund und Boden stampfen, dass die zum Arsch der Welt kriechen müssten, um es erreichen zu können!“
„ Wo du sie wieder erwartest und das Ziel erneut vom Erdboden verschluckt wird und dann wieder und wieder und wieder!“ schmunzelte sie. „ Bis sie schließlich von selbst aufgeben.“
„ Genau so machen wir das!“
Nun wo das geklärt war, begaben sich die beiden in Jaz Büro und dann hieß es abwarten und Tee trinken. Allerdings mussten sie nicht warten bis sie schwarz wurden, stattdessen hatten sie gerade die erste Tasse weg geschlürft, da kamen die Verfolger, abgehetzt und sichtlich ramponiert, ins Büro gepoltert.
„ Habt ihr noch alle Latten am Zaun, oder wie sieht das aus, hä???“ fauchte Ri gleich drauf los. „ DIESE BESTIEN wollten uns ZERFLEISCHEN! Seht euch doch nur an, was die mit uns angestellt haben!! Zerfleischen wollten die uns, ich schwöre!!“
„ Ihr könnt später jammern. Jetzt sollten wir gehen, also macht schon. Öffnet das Portal.“ konterte Laura.
„ JA gehen wir! Bevor diese … was weiß ich denn was DAS war, hier auftauchen!“ nickte die Diebin.
„ Gut, ich wollte mich hier eh nicht häuslich einrichten.“ öffnete Kian knurrend das Tor. „ Aber das letzte Wort ist da noch nicht gefallen.“
„ Spiele dich mal nicht so auf. Letztendlich waren sie bloß an Akira und Chiron interessiert. DU warst bloß zur falschen Zeit am falschen Ort.“ behauptete die Autorin.
„ So und wer von euch Spacken hat das Seelenprisma nun?“ kam die Mangaka gleich zur Sache, als sie versammelt mitten in Thalia's Pampa standen.
„ Habt ihr wirklich geglaubt, wir würden das Prisma mit hierher nehmen?“ gab Chi der Tür einen kleinen Schubser, so dass diese geschlossen wurde. „ Für so blöd könnt ihr uns gar nicht gehalten haben.“
„ Soll das etwa heißen, dass es noch immer in unserer Welt ist?“
„ Logisch. Aber trotzdem werdet ihr hier nie wieder wegkommen.“ grinste er finster auf. „ Wir haben es extra so platziert, dass der erste, der zum Studio rast, drüber hinweg fährt und ich glaube nicht, dass der Gegenstand so mächtig ist, dass er dem standhalten kann. Also:“ wurde sein Grinsen noch finsterer. „ Willkommen in eurer neuen Welt.“
„ Freue dich mal nicht zu früh, du Idiot. Weder Luca noch Yami werden drüber hinweg fahren, also wird es auch nicht zerstört werden, ergo tauchen sie hier gleich auf und holen uns nach Hause.“ glaubte Laura zu wissen. „ Doch solange das noch nicht geschehen ist, mache ich euch kalt!“ krempelte sie ihre imaginären Ärmel hoch. „ Sprecht euer letztes Gebet, ihr Pfeifen.“
Allerdings kam es in diesem Fall wirklich anders als gedacht. Genaugenommen war alles so anders, dass niemand jemals damit gerechnet hatte, nicht mal in deren kühnsten Träumen hätten die sich ausmalen können, was geschah wenn das Seelenprisma zerbrach. Doch nun stand dieser Fakt vor der Tür und was brachte er mit? Die völlige Zerstörung, was die Welten betraf, das schwarze Nichts, in das sie hinein fielen und für Jaz hatte er eine besondere Überraschung parat: eine explodierte Fantasiewelt...

Akt 12. in die Luft gejagt


„ Ihr habt so was von einen an der Klatsche! Ihr seid so bescheuert, dass es dafür schon gar keine Bezeichnung mehr gibt!! Was geht nur in euren beschränkten Köpfen vor sich??? WAS in Gottesnamen habt ihr euch nur dabei gedacht???“ stauchte Laura die Thalianer entsetzt zusammen.
Was war passiert? Einiges und am besten fangen wir ganz vorne an:
Das Prisma lag wirklich mitten auf der Straße und wurde von ein paar Blättern kaschiert, so dass es niemanden gleich ins Gesicht sprang, der darauf zu fuhr. Aus diesem Grund hatte Luca, der eh schon wegen der geplanten Entführung außer sich war und dann gab ihm die Warteschlange am Einkaufszentrum noch den Rest wodurch er wie eine besengte Sau durch die Stadt raste, den Gegenstand nicht sehen können und fuhr mit Karacho drüber. Natürlich zersprang das Teil in tausend Teile und damit nicht genug, denn durch das Auseinanderbrechen wurde eine Druckwelle freigesetzt, die sich explosionsartig ausbreitete und das wiederum sorgte dafür, dass der Wagen ins Schleudern geriet und erst nach einer Wahnsinnsrutschpartie nach einigen Metern quer auf der Straße stehen blieb. So erkannte der Schauspieler, was soeben zerstört wurde und so erkannte er ebenfalls, was das für die Zukunft der Autorinnen zu bedeuten hatte.
Zeitgleich als die Macht des Seelenprismas versiegte begann Thalia auseinanderzubrechen, bis schließlich nichts mehr von dieser Welt übrig war und die Freunde ins schwarze Nichts stürzten. Und als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, verlor Jaz auch noch das Bewusstsein, weshalb die Flugfähigen unter ihnen hinab stürzten, um die Dame noch irgendwie erreichen zu können und auch wenn sie letztendlich alle sicher auf dem Boden von was auch immer landeten, ging es auch hier noch schlimmer: denn das Prisma war fest mit Jaz Fantasie verknüpft und das hatte zur Folge, dass dieser Bereich in ihrem Inneren ebenfalls in tausend Teile zerbrach.
Trotz allem gab es auch etwas positives zu berichten: sie hatten den Sturz ins schwarze Nichts überlebt und waren dem sogar entkommen. Nun hockten sie inmitten eines finsteren Waldes, waren umringt von komischen Dämonen, wie einen rennenden Baumstamm mit teuflischer Fratze oder zum Himmel stinkenden und vor sich hin verwesenden Wölfen, die allesamt dasselbe Ziel verfolgten und bloß an ihrem Fleisch interessiert waren. Außerdem war die Umgebung nicht voll ausgebildet! Sie befanden sich praktisch auf einer Plattform, die den tiefen Wald und seine dämonischen Bewohner zeigte, doch außerhalb dieser Form erblickte man bloß das schwarze Nichts.
Sie wussten weder wo sie sich befanden, noch wie es nun weiter gehen sollte oder wie sie in ihre Welten zurückkehren konnten und die einzige, die eventuell eine der Fragen beantworten konnte, schlummerte noch immer friedlich vor sich hin.
„ Was machen wir denn nun??“ lief die Co-Autorin aufgebracht auf und ab. „ Wir können nicht hier bleiben, aber so sollen wir denn hin? Ich weiß ja nicht mal, wo wir hier sind oder wo wir hier einen Unterschlupf finden könnten. Und was ist überhaupt mit Jaz los? Man, das kotzt mich alles an!!“ raufte sie sich die Haare. „ Das ist alles eure Schuld und glaubt ja nicht, dass ich euch das irgendwann mal verzeihe!! Ihr seid so was von unten durch!! Das seid ihr sofort, sobald wir wieder zuhause sind! Das schwöre ich euch! Zu den Glücksbärchis werde ich euch schreiben, da könnt ihr dann zusammen mit den bezaubernden Feen und der Gummibären Bande hübsche Blumenkränze basteln! Oder ich nehme DIR deine Bauklötze weg!!“ zeigte sie mit dem Finger auf Chi. „ Man, das ist doch echt alles nicht mehr feierlich hier. Was sollen wir nur tun?“
„ Erst einmal solltest du dich beruhigen. Einen kühlen Kopf zu bewahren bringt einen eher ans Ziel, als irgendwelche hysterische Anfälle.“ behauptete Kian. „ Wir finden schon noch raus wo wir sind und wie wir wieder nach Hause kommen.“
„ DAS will ich euch auch raten!“
„ Hey! Ich glaube Jaz wird wach!“ mischte sich Akira ein, der gerade strahlend über der Autorin hing.
„ Mhm...?“ öffnete Jaz noch schlaftrunken die Augen und streckte sich erst einmal genüsslich, ehe sie den Greifen anblinzelte.
Dann, als wenn man einen Schalter umlegen würde, war die Schriftstellerin mit einem Schlag hellwach und erstarrte für einen kurzen Moment zu einer Salzsäule, ehe sie panisch drauf los kreischte, dabei plötzlich einen dicken Ast in Händen hielt und Akira damit die volle Breitseite verpasste. Danach sprang sie noch immer kreischend und sichtlich panisch auf und wich ein Stück zurück.
„ W-Was ist DAS für ein hässliches Ungetüm???“ starrte sie ihn kreidebleich an. „ Oh... ich verstehe...“ atmete sie erleichtert aus. „ Wir sind am Set, nicht wahr? Dieses Kostüm eines Ungetüms hat mich echt erschreckt.“
„ Wer ist hier ein Ungetüm...?“ knurrte der Geschlagene schmerzverzerrt vor sich hin.
„ Wir sind nicht am Set, Jaz.“ sah Laura ihre Freundin irritiert an.
„ Paul und die anderen sind doch auch hier, also muss dass doch das Set von...“ unterbrach sie sich mit einem eigenartigen Gesichtsausdruck. „ Ja... von was denn? Ich erinnere mich nicht mehr!!“ riss sie völlig entsetzt die Augen auf.
„ Was soll das heißen, du erinnerst dich nicht mehr??? DAS ist nicht lustig, Jaz!“ packte sie sie bei der Schulter. „ Du machst Scherze, nicht wahr?? Sag mir bitte, dass du das nicht ernst meinst.“
„ Aber ich meine das so was von ernst!! Ich kann mich nicht erinnern! Nicht an unser Projekt, noch an die Figuren daraus oder dessen Handlung! Ich...“ lief die Gesichtsfarbe schon wieder kreischend weg. „ … ich erinnere mich an gar keins meiner Bücher...es ist alles weg...“
„ Das kann doch nicht...“ lief Laura's Gesichtsfarbe Jaz ihrer hinterher.
„ Doch das kann sogar sehr gut.“ verschränkte Kian seine Arme vor der Brust. „ Scheinbar bezog das Prisma seine Macht aus ihrer Fantasie und nun wo es zerstört wurde, wurde ihre Fantasiewelt ebenfalls durch den Rückstoß auseinandergenommen.“
„ Was ist ein Prisma?“ zog Jaz fragend eine Augenbraue hoch. „ Und seit wann bist du überhaupt so klug, Paul?“
„ Seit ich nicht Paul bin, vielleicht?“
„ Wer willst du denn sonst sein, sein böser Zwilling Luap, oder was?“
„ Das ist so schlimm, dass ich mich erst mal setzen muss.“ ließ sich die Mangaka seufzend auf einen Baumstumpf nieder. „ Wir stecken also in Jaz explodierter Fantasiewelt fest und nicht mal sie kann sagen, wo wir sind oder wen wir vertrauen können oder... ach keine Ahnung.“
„ Wieso stecken wir in meiner Fantasiewelt fest? Lass uns das Set doch einfach verlassen. Hier muss doch irgendwo eine Tür sein.“
„ Aber DAS ist NICHT das SET!!“ fauchte Laura auf. „ Versuche dich gefälligst daran zu erinnern, dass wir die Realität durch eine Tür verlassen haben!! Wir haben THALIA besucht und nun haben diese Vollspacken, die übrigens NICHT Paul, Yami und Diana sind, dafür gesorgt, dass wir total in der Scheiße sitzen!!“
„ Aber die Realität zu verlassen ist vollkommen unmöglich!! Das sagt einem der gesunde Menschenverstand doch schon!“ protestierte Jaz. „ Aber verdammt ja, ich erinnere mich an diese Tür mit den goldenen Verzierungen! Aber ich weiß weder, wo wir hingingen, noch wie wir da hinkamen oder wodurch die Reise überhaupt möglich war.“ kratzte sie sich am Kopf rum. „ Warte!!“ scheuchte sie die Gesichtsfarbe wieder weg, die gerade zurückkommen wollte. „ Soll das heißen, dass wir noch immer in Dingens und nicht in der Realität sind und das dieses Monstrum da echt ist???“
„ Ja, verdammt! Genau DAS soll es heißen!!“
„ IIIHHHH!! Wer hat sich das bitte ausgedacht??? Was soll das überhaupt sein?“
„ Ein Greif.“
„ Greif an, oder was?“
„ Nein, ein Greif eben, halb Adler und halb Löwe.“
„ Und wer will so was sehen??“
„ Unsere Zuschauer, außerdem ist das auf deinem Mist gewachsen.“
„ Glaube ich nicht.“
„ Ist aber so.“
„ Ich soll mir so was ausgedacht haben? Niemals!“
„ Dann strenge deine grauen Gehirnzellen doch mal an und denke drüber nach. Du fandest es wäre eine coole Idee den Erben ein paar mystische Tiere an die Seite zu stellen.“
„ Die Erben wovon? Und was sind mystische Tiere?“
„ Das da ist ein mystisches Tier und der Typ der aussieht wie Yami ist der Erbe der Dunkelheit.“ machte sie eine abwertende Handbewegung zu dem Rest ihrer Gruppe hin.
„ Der Dunkelheit? Wie kann man die Dunkelheit bitte erben?“
„ Egal. Nimm es einfach hin, dass es eben so ist. Viel wichtiger ist ohnehin die Frage, wo wir hier sind? Was wir nun machen und wie wir wieder nach Hause kommen.“
„ In einem Wald sind wir.“ stellte Jaz fest.
„ Ach nein wirklich? Und zu welchem deiner Bücher gehört dieser Wald? Was erwartet uns hier und wie geht es jetzt weiter?“
„ Das Monstrum kann doch fliegen, warum sieht er sich nicht mal hier um? Vielleicht gibt es hier in der Nähe ein Dorf oder so.“ schlug die Autorin vor.
„ Ich heiße Akira und ich bin KEIN Monstrum! Ich bin ein mystisches Tier, ein Greif um genau zu sein.“
„ Oh Gott, das Vieh kann ja reden! Und es klingt auch noch genau wie Luca.“
„ Das könnte daran liegen, dass er von Luca gespielt wird.“
„ Was? Hätte man dem keine bessere Rolle geben können? Die eines Königs zum Beispiel.“
„ Zum Tellerwäscher zum Bettvorleger, das ist doch schon ein gewaltiger Schritt nach vorne.“ grinste die Mangaka schief auf.
„ Ich kann gerade absolut nicht verstehen, wie unser Projekt überhaupt so groß raus kommen konnte.“ schüttelte sie seufzend den Kopf. „ Sind die anderen beiden auch Erbe und Monstrum?“
„ Ja, sie Erbin und er Monstrum.“ nickte sie.
„ Und was ist er? Halb Fisch und halb Frosch? Oder halb Ochse und halb Huhn?“
„ Fast, halb Adler und halb Pferd.“
„ Das klingt... kacke...“ verzog sie ihren Mund. „ Ich war bestimmt besoffen als ich mir das ausdachte.“
„ Bestimmt.“ schmunzelte sie. „ Nichtsdestotrotz müssen wir uns langsam in Bewegung setzen. Hier rum zu sitzen und Däumchen zu drehen bringt uns auf Dauer auch nicht weiter. Also schaue doch mal nach, ob du irgendwo ein Dorf oder so finden kannst.“
„ Na gut.“
„ Was ist mit euren Mikrofonen? Funktionieren sie noch?“ schaltete sich Chi nun auch ein.
„ Ja, tun sie.“ nickte die Co-Autorin. „ Hast du eine Idee wie man ihre Fantasiewelt wieder zusammensetzen kann?“ wollte sie von Kian wissen.
„ Ich bin mir nicht sicher ob das überhaupt möglich ist.“ murmelte er. „ Es kann gut sein, dass sie nie wieder dazu in der Lage sein wird, an ihren Büchern zu schreiben.“
„ Aber genau so gut kann es doch auch sein, dass wir die Schäden von hier aus reparieren können, oder?“
„ Im Grunde ist alles möglich. Die Wahrscheinlichkeit variiert bloß in ihrer Höhe und Tiefe.“ zuckte er mit der Schulter. „ Ich brauche mehr Informationen über die Magie des Prismas. Ansonsten kann ich nur spekulieren oder das Wiedergeben, was beim Buch der schwarzen Magie geschehen wäre.“
„ Mehr Informationen werden wir hier aber nicht finden und mit der Realität können wir auch keinen Kontakt aufnehmen.“ überlegte sie. „ Aber vielleicht kannst du sogar von dem ausgehen, was bei einem Zauber aus dem Buch geschehen wäre.“ kam ihr dann aber ein Geistesblitz. „ Ja, natürlich! Jaz investiert viel Zeit in ihre Recherchen und gerade bei der schwarzen Magie, dem Voodoo-zauber und der Hexerei hatte sie wirklich einiges an Daten angesammelt. Es ist also gut möglich, dass wenn es einen Zauber im Buch gibt, der dich in deine eigene Fantasiewelt bringt, dass dieser an reale 'Fakten' angelehnt ist.“ berichtete sie ihm freudig strahlend. „ Also? Gibt es so einen??“ starrte sie ihn erwartungsvoll an.
„ In der Tat. So etwas ähnliches gibt es.“ nickte er nach kurzer Bedenkzeit. „ Mit dem Zauber erschaffst du deine eigene Fantasiewelt, die auf deine Erinnerung basiert. Die Welt ist allerdings von jedem betretbar und man braucht auch keinen Gegenstand um da rein kommen zu können. Man kann ihn auch nicht von überall betreten, sondern nur von dem Punkt, an dem man die Welt heraufbeschworen hat. Von außen sieht man bloß eine verschwommene Illusion aber von innen ist alles so echt, dass es schon real sein könnte. Allerdings können nur die Besucher kommen und gehen wann sie wollen. Der Beschwörer ist an seine Welt gebunden und nicht nur das, er erinnert sich auch nur an alles, was bis zum Zeitpunkt der Erinnerung, mit der die Welt erschaffen wurde, passiert ist. Alles danach wird aus seinem Gedächtnis gestrichen.“ erklärte er.
„ Und wie kommt man da dann wieder raus?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch.
„ Wenn man sich in so eine Scheinwelt verbarrikadiert, macht man das für gewöhnlich nicht ohne Grund. Die Lösung dieses Problems, sei es nun Liebeskummer oder ähnliches, führt zum erfolgreichen Verlassen der Traumwelt.“
„ Und wenn man vorher einfach raus läuft?“
„ Dann wird dein Innerstes praktisch in die Luft gesprengt.“
„ DAS muss der Zauber sein!! Also? Wie setzt man das Gesprengte wieder zusammen??“
„ Man fällt ins Koma und die Seele wandelt auf Ewig in der Erinnerung umher, es sei denn, man hat Freunde die in die gesprengte Erinnerung eintauchen und die Seelenfragmente wieder zusammensetzen. So wacht man auf und alles ist wieder gut.“
„ Die Seelenfragmente, hu?“ dachte sie darüber nach. „ Könnte es dann hier so was wie Fragmente ihrer Fantasie geben, die wir ganz dringend finden müssen, damit sie ihre Erinnerungen zurückerlangt?“
„ Wenn sich die Zauber wirklich ähneln, dann wäre es sogar sehr wahrscheinlich, dass wir auf solche Fragmente stoßen werden.“
„ Gut. Dann wissen wir jetzt immerhin wie wir ihre Fantasie reparieren. Nun müssen wir nur noch herausfinden wie wir wieder nach Hause kommen.“
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Do 31 Mai - 23:34

Akt 13. das sollten wir uns ansehen


„ Wie seid ihr überhaupt in die Realität gekommen?“ hakte Laura nach. „ Und wie kommt ihr bitte auf das schmale Brett uns gegen unseren Willen hier einsperren zu wollen? Glaubt ihr denn wirklich, wir würden dann nach eurer Pfeife tanzen? Aber ganz bestimmt nicht!“ stemmte sie ihre Hände erbost in die Hüfte. „ Bevor das geschieht, hätten wir eure Welt eher für immer verlassen und uns irgendwo anders einquartiert und dann? Dann hättet ihr verdammt blöd aus der Wäsche geguckt! Warum konntet ihr nicht einfach mal die Füße stillhalten?? Irgendwann wäre Gras über die Sache gewachsen oder einer von uns hätte das Prisma gefunden und danach hätten wir uns wieder regelmäßig sehen können!“
„ Aber ohne euch ist ganz Thalia nur halb so schön.“ zeigte Ri der Co-Autorin ihren perfekten Schmollmund. „ Und Freunde wollen sich doch oft sehen, oder nicht? Sind wir denn keine Freunde?“
„ Tun Freunde anderen Freunden SO ETWAS an???“ zeigte sie mit dem Finger auf Jaz, die mit einem bedrückten Blick die Umgebung musterte. „ Ist es DAS was ihr unter Freundschaft versteht? Euch über den Willen des anderen hinwegsetzen und selbst festlegen, was das beste für ihn ist?? Ist euch überhaupt klar, was ihr angerichtet habt?? Ihr habt das zerstört, was Jaz neben Luca am meisten liebte und nun kann sie sich nicht mal mehr daran erinnern. Wenn wir eure Hilfe gerade nicht so gut gebrauchen könnten, dann würde ich euch am liebsten dahin wünschen wo der Pfeffer wächst.“
„ Es tut uns doch leid.“ schmollte sie weiter.
„ Das ist doch auch das mindeste.“ grummelte die Mangaka. „ So und nun raus mit der Sprache! Wie seid ihr in die Realität gekommen?“
„ Durch ein Prisma was Kian besitzt.“
„ Gut, Mister Oberschlau. Her mit dem Teil, sofort.“ streckte sie ihm die Hand entgegen.
„ Tja, tut mir leid, aber mein Prisma ist zersplittert, als sich unsere Welt auflöste.“
„ Erzähle keinen Scheiß!?“
„ Das ist kein Scheiß. Scheinbar waren unsere Kopien mit dem Original verbunden und als dieses zersprang, fiel meins ebenfalls auseinander.“
„ Es bleibt Scheiße, also muss ich mich erst mal wieder setzen...“ ließ sie sich wieder auf ihrem Baumstumpf nieder. „ Ich habe absolut keinen Schimmer, wie wir dieses Mal wieder heil aus der Sache rauskommen sollen? Da wäre es mir doch glatt lieber, wir müssten uns mit Elias seiner Hexe rum schlagen oder mit irgendwelchen Wüstenwürmern, Hydren oder so. Alles nur nicht das hier.“
„ Ich habe tatsächlich ein Dorf entdeckt.“ landete Akira bei ihnen. „ Es befindet sich in dieser Richtung ein Stück weiter im tiefen Wald.“
„ Was kann man schon von einem Dorf erwarten, was mitten in einem dunklen Wald steht? Angesichts dieser abscheulichen Dämonen, die hier in Scharen herumlaufen, werden wir dort vermutlich bloß auf neue Dämonen treffen.“ vermutete Jaz.
„ Nichtsdestotrotz ist alles besser als hier herumzulungern und selbst wenn dort noch mehr Dämonen auf uns lauern, dann machen wir die einfach platt und entern ihr Dorf.“ grinste Laura auf.
„ Ich weiß nicht ob ich mich in einem Dorf wohlfühlen kann, in dem bis vor kurzem noch diese widerwärtigen Viecher hausten.“
„ Was dort lebt oder nicht finden wir nur heraus, wenn wir nachsehen gehen.“
„ Das ist allerdings auch richtig.“ gab sie schließlich nach. „ Na gut, dann lasst uns gehen.“
„ Steigt auf, dann fliege ich euch da hin.“ bot sich Akira an.
„ Vergiss es! Du hast bestimmt Flöhe, Zecken, die Maul und Klauen Seuche oder die Vogelpest! Danke, aber ich laufe lieber.“ wandte sich die Autorin mit erhobenen Hauptes von ihm ab. „ Müssen wir da lang?“
„ Ich habe weder Flöhe, noch Zecken oder irgendeine Seuche und die Pest habe ich schon mal gar nicht!!!“ keifte er.
„ Du kannst mir ja viel erzählen, aber glauben tu ich dir nicht ein Wort! Behalte deinen Flohzirkus, ich laufe!“
„ Hoffentlich können wir ihre Fantasie schnell wieder reparieren.“ knurrte er.
„ Selbst schuld, kann ich dazu nur sagen.“ schielte Laura zu ihm hin, ehe sie sich erhob und ihrer Freundin hinterher ging.
„ Aber das haben wir so doch gar nicht beabsichtigt!“ änderte er seine Gestalt und setzte sich dann ebenfalls in Bewegung. „ Woher hätten wir denn auch wissen sollen, dass so etwas passiert?“
„ Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Ihr habt diesen Zustand billigend in Kauf genommen also findet euch nun mit eurer Bestrafung ab!“
„ Wir sollten unsere Energie in die Lösungssuche stecken und nicht darin, uns gegenseitig zu beschuldigen oder niederzumachen.“ schaltete sich Chi ein.
„ Chiron hat Recht.“ stimmte ihm Kian zu. „ Wir hätten bei dem Zerfall unserer Welt auch alle drauf gehen können, das sind wir aber nicht. Also haben wir das Ende unserer Möglichkeiten noch lange nicht erreicht. Was passiert ist, hätte niemals passieren dürfen, das sehe nicht nur ich so und ich bin bestimmt auch nicht der einzige, der das bedauert.“ sah er Jaz an. „ Es tut mir Leid, Jaz. Ich wollte nicht, dass du wegen unserer Taten so etwas erleiden musst. Es war keine Absicht.“
„ Ich weiß.“ nickte sie. „ Auch wenn ich mich nicht an euch erinnern kann und unsere Zeit, die wir bei euch verbrachten, eher einem verschwommenen Traum gleicht, weiß ich dennoch, wie gern wir mit euch zusammen waren. Andernfalls wären wir durch dieses Dingens da doch nicht so oft zu euch gereist. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass ihr meine Erinnerungen absichtlich weg gebombt habt.“
„ Mir tut es auch leid!“ versicherte Ri schnell. „ Hast du mich jetzt auch wieder lieb??“
„ Ich entschuldige mich ebenfalls. Das war eine dumme Idee.“ nickte Akira.
Und Chiron? Der lief neben ihnen her, als würde ihn dieses Gespräch der Entschuldigungsbeteuerungen nichts angehen. Selbst Laura's allseits gefürchteten energischen Blicke prallten an seiner Mauer ab. Erst als sie wutentbrannt ausholte und ihm die deftigste Kopfnuss ever verpasste (wie auch immer so an dem Kopf des Hünen heran kam) starrte er sie erbost an.
„ Die anderen haben doch schon alles gesagt! Also lasst mich mit diesem Quatsch in Ruhe. Reicht es denn nicht, dass ich bereit bin mein Leben für euch zu opfern? Gebt euch gefälligst damit zufrieden.“
„ Das war ja fast schon süß.“ schmunzelte Jaz. „ Wie hießt du noch mal?“
„ Chiron.“
„ Wie schreibt man das?“
„ Wie man es spricht.“
„ Schiron! Alles klar.“ zauberte sie ein paar Namensketten her und eine davon, mit der Aufschrift Schiron, hing sie dem Kopfgeldjäger um den Hals.
„ Schiron, hu?“ schmunzelte Laura. „ Finde ich gut. Wenn es hier nicht um Chi gehen würde! Verdammt!!“ machte sie aus dem Sch ein Ch.
„ Zum Glück seht ihr aus wie unsere Schauspieler, so erkenne ich euch wenigstens immer.“ bekam Kian auch so eine Kette verpasst. „ Mit Namen und Gesichtern habe ich es nicht so, also müsst ihr wohl damit klarkommen, dass ich euch mit falschen Namen anrede.“  und auch Ri trug ihre Namenskette mit stolzer Brust. „ Mhm... war ja klar, wenn du von Luca gespielt wirst, dann siehst du natürlich auch aus wie er.“
„ Schon ok, du darfst mich ruhig für Luca halten.“ lächelte Akira.
„ Das hättest du wohl gern, du Schwachmat! Aber nichts gibt es! Als wenn du auch noch für deinen begannen Frevel belohnt werden würdest!!“ griff sich Laura die Kette und schnürte sie dem Greifen schon fast um den Hals. „ Wo kämen wir denn da hin?? Glaub mir, das werde ICH so was von zu verhindern wissen! Und jetzt weiter. Ich will ein paar Dämonen klatschen gehen.“ schob sie die Autorin vor sich her.
„ Ich hatte auch nicht vor ihn für Luca zu halten.“ grummelte sie.
„ Natürlich nicht.“
Kurz darauf erreichten sie dann das mittelgroße Dorf inmitten des Waldes, was schon eine angenehme Wohlfühlatmosphäre versprühte. Also wenn hier wirklich Wesen aus der Unterwelt lebten, dann legten diese viel Wert auf einen schönen Vorgarten, Gardinen in den Fenstern und einfach doch schicke kleine Häuschen.
„ Wow!“ strahlte die Autorin. „ Das ist ja fast wie eine Oase in der Wüste! Hier lässt es sich definitiv aushalten.“ raste sie gleich zu einem Blumenbeet hin um an den Blümchen zu riechen. „ Und die riechen ja wirklich total blumig!!“
„ Schön und wo sind die Bewohner? Wie ein verlassenes Geisterdorf sieht es hier jedenfalls nicht aus.“
„ Geister hinterlassen nicht die Präsens der Dunkelheit. Also was immer auch hier lebt, zählt auf jeden Fall zu den dunklen Gesellen. Wir sollten also auf der Hut sein.“ bemerkte Kian.
„ Die Dunkelheit in sich zu tragen heißt bei Jaz zum Glück nicht gleich, dass man Böse ist. Wie man an euch oder den Teufeln sehr gut sehen kann.“ konterte Laura. „ Aber ich frage mich schon, wo alle abgeblieben sind?“
Erst als die Autorin einmal quer durch das komplette Dorf gerannt war, eröffnete sich ein neuer Bereich dieser Welt und erst als das geschah, vernahm man die Geräusche eines Kampfes, der gar nicht wo weit weg war.
„ Ich kann die Auren der Dunkelheit sehen! Sie sind dort vorne!“
„ Ja, das dieser Teil der Geschichte aufgedeckt wurde bedeutet wohl, dass wir dahin gehen sollen.“ nickte die Co-Autorin. „ Also worauf warten wir noch? Zermatschen wir deren Widersacher!“
„ Auf sie mit Gebrüll!“ teilte Ri ihre Zustimmung mit.
Mit Gebrüll nun nicht, schließlich wollten die den Überraschungseffekt auf ihrer Seite haben. Also schlichen sie auf leisen Sohlen durch den Wald, bis sie schließlich eine Lichtung erreichten, wo sie einige verletzte Wesen erblickten, die den Ladthaanern ähnelten jedenfalls wenn sich diese in ihrer Teufelsgestalt befanden und inmitten dieses Massakers hockte ein schlangenartiges riesiges Monstrum, mit einer Haut so schwarz wie die Nacht, Augen die nicht vorhanden waren und einem Maul, was keine Zähne besaß. Nichtsdestotrotz kamen die Wesen der Dunkelheit nicht gegen dieses Vieh an und so wurde einer nach den anderen von ihm verschlungen.
„ Vielleicht müssen wir dieses Ding da besiegen?“ vermutete Laura. „ Versuchen wir es einfach.“ zuckte sie mit der Schulter und stürmte dann als erstes voraus.
„ Laura! Komm zurück, das ist viel zu gefährlich!!“ rief ihr Jaz schockiert hinterher.
„ Bleib hier, ich kümmere mich darum.“ preschten die anderen voraus.
„ Ja, ich wollte da eh nicht hin. Das Ding ist mal besonders abartig.“ verzog sie ihren Mund.
Als die Mangaka dann allerdings ja beinahe strahlend und mit einer großen Portion Spaß in den Backen aus dem Himmel auf das Vieh stürzte, weil sie einfach mal wie im Fernsehen gekonnt mit einer Lanze zustechen wollte, prallte die Waffe an der Haut des Wurms ab, was zur folge hatte, dass sie ungebremst auf ihn drauf fiel und dann wie bei einem mega geilen Trampolin zurück in die Luft geschleudert wurde.
„ WUHUUUUU!!“ jubelte sie. „ Das macht SPAAAHHAAAAAßßßßßß!!“
„ Was echt? Ich will auch!“ kam die Diebin angerannt und sprang dann ebenfalls auf den Wurm. „ WUHUU!! DU HAST RREEHHHHEEEECCCHHHTTT!!“
„ Das ist das beste Trampolin EEEVVVEEEERRR!!“
„ Das sieht wirklich spaßig aus.“ würde die Schriftstellerin auch am liebsten hin stürmen, doch das Vieh war einfach zu grässlich, deshalb machte sie sich lieber nützlich und heilte die Verwundeten, während zwei Trampolin sprangen und die anderen vergebens gegen seine Stahlhaut anzukommen versuchten. „ Ich schreibe wirklich komische Geschichten...“ ließ sie sich neben einem schwerverletzten nieder. „ Baumstämme mit Grimassen, verwesende Wölfe, nun noch so ein komisches Schlangenvieh und zu allem Überfluss wurdest du auch noch von einem Ast aufgespießt. Na herzlichen Glückwunsch.“
Doch das war bei weitem noch nicht alles gewesen, denn plötzlich sprang ein kleiner fünfjähriger Junge aus dem Gebüsch der direkt auf die Autorin zuraste.
„ DADDY!! DADDY!!“ und dabei lautstark auf sich aufmerksam machte.
„ Du dummes Balg!!“ brüllte Chi, der bisher die Aufmerksamkeit der Schnauze besaß, die sich nun jedoch dem Jungen zuwandte und direkt auf ihn zuschoss.
„ Uah!! Das Vieh bewegt sich!“ sah Laura die harte Landung auf dem Boden bereits kommen, doch zum Glück für sie, waren Akira und Kian gleich zur Stelle, um die beiden aufzufangen. „ Chi tu doch was! Die rasen direkt auf Jaz zu!“
Allerdings war die Autorin trotz allem eine der mächtigen Hexen, auch wenn man das zur Zeit nicht zu glauben vermochte. Deshalb waren ihre Sorgen unbegründet, da die Dame in angesichts dieser schockierenden Situation das einzig richtige tat: sie rannte weg! Nein, natürlich nicht. Sie ließ instinktiv einen mächtigen Lichtblitz erscheinen, den sie während einer Panikattacke direkt auf den Wurm zu schleuderte und natürlich auch direkt ins schwarze traf. Genaugenommen schoss der Lichtblitz einmal quer durch ihn durch und brachte ihn schließlich zum platzen, was nicht gerade schön für die Umgebung war, ich sage nur SCHMADDER, es wurde zudem noch sein Innenleben preisgegeben, denn plötzlich erschienen unzählige der Dunkelheitsträger und glitten bewusstlos zu Boden.
„ Kamen die etwa aus dem Wurm raus...?“ machte sich eine allgemeine Ratlosigkeit bei der Gruppe breit.
„ Vielleicht war das ja so was wie die Mutterfinsternis?“ schlug Ri vor. „ Und die Herren hier versuchten sie zu bezirzen?“
„ So was würde sich Jaz niemals ausdenken.“ verzog Laura ihren Mund.
„ Wenn wir sind, wo ich denke das wir sind und wir gesehen haben, was ich glaube gesehen zu haben, dann sind wir in ihrer Vampirgeschichte.“ verschränkte Kian die Arme vor der Brust. „ Demnach müssten das hier Vampire und Nachtgeborene sein, der Bengel heißt Lucien der der Kerl dahinten am Boden dürfte Aseria sein. Dann war das Wurmvieh ein Blutstropfen von Lambda, dem Bösen, der eigentlich nur von einer Person besiegt werden kann und diese ist zu dieser Zeit noch ein Kleinkind.“
„ Woher weißt du das?“ sah die Co-Autorin verblüfft zu ihm hin.
„ Ich habe alle ihre Bücher und Manuskripte gelesen.“
„ Wie lange treibst du dich eigentlich schon heimlich bei uns rum?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch. „ Ach, wie dem auch sei. Jetzt kommt es uns definitiv zu gute. Vorerst sollten wir den Vampiren helfen.“

Akt 14. das rettende Seil

„ JETZT HALTET ENDLICH DIE FRESSE!!“ platzte Jaz irgendwann der Kragen, nachdem sie einige Zeit den lautstarken Streit eines scheinbaren Ex-Pärchens ausgesetzt war.
Die Gestrandeten befanden sich noch immer auf der Lichtung tief im dunklen Wald und waren von den Vampiren dieser Geschichte umzingelt. Zwischenzeitlich waren auch zwei Feen-artige Wesen aufgetaucht, was der Autorin zu mindestens für den Moment die Erleichterung verlieh, dass sie nicht nur über widerwärtige Kreaturen schrieb und das Gespür für das Schöne nicht völlig verkümmert in der Ecke lag. Bis die Schöne das Biest erkannte und ein heftiges Wortgefecht entfacht wurde, da wurde Jaz augenblicklich klar, dass selbst schön und nicht widerwärtig in ihrem Wortschatz das gleiche bedeutete wie: Scheiße.
„ Wegen der hitzigen Diskussion über eure Pseudo-Probleme, die zwar keinen interessieren doch durch eure Lautstärke jedem aufgedrängt werden, hindert ihr die WIRKLICH WICHTIGEN PERSONEN mit den WIRKLICH WICHTIGEN PROBLEMEN daran, nach einer Lösung suchen zu können!“ stauchte sie die beiden weiter zusammen. „ Also entweder verpisst ihr euch und schreit woanders weiter rum, wo ihr NIEMANDEN auf die Nerven geht oder ihr haltet auf der Stelle die Klappe!“
„ Und wer willst du sein, dass du glaubst so mit uns umgehen zu dürfen?“ hakte die zauberhafte Dame mit hochgezogener Augenbraue nach.
„ Ich wäre gern wieder die machtlose Autorin, die sich daheim mit dem Studio rum schlagen und den Schauspielern auseinandersetzen muss, das bin ich aber gerade nicht! Deshalb müssen Krümmel, wie ihr welche seid, die Schnauze halten, wenn sich der Kuchen, das sind eindeutig wir, unterhält. Kapiert?“
„ Aber bestimmt nicht! Ich lasse mir doch nicht von irgendeiner dahergelaufenen Hexe den Mund verbieten.“
„ Sei froh, dass du überhaupt noch ein Maul hast, was man dir stopfen könnte!! Noch ein Wort  und dieser Scheiß hier verwandelt sich in einen schwarz-weißen Stummfilm! Das geht Ruck-Zuck!“
„ Genauso Ruck-Zuck habe ich dich in Grund und Boden gestampft!“
„ Wollten wir uns nicht um die wichtigen Probleme kümmern?“ versuchte Laura den Schlichter zu spielen.
„ Und du solltest dich nicht leichtfertig mit einem Mitglied der Lumina anlegen.“ riet einer der Vampire.
„ Wenn überhaupt, dann solltet IHR euch nicht leichtfertig mit MIR anlegen! Zur Zeit würde ich nicht mal eine Sekunde lang darüber nachdenken, ob ich euch wirklich für immer von der Bildfläche verschwinden lassen will! Ich würde es einfach tun und das ohne zu zögern.“
„ Ja, aber wir wollen sie nicht für immer verschwinden lassen.“ schob Laura ihre Freundin seufzend zu den anderen hin. „ Vielleicht brauchen wir die noch.“
„ Wofür?“
„ Um deine Fantasie wieder zusammenzusetzen, natürlich. Vielleicht hast du einen von ihnen so schlau gemacht, dass der weiß was zu tun ist.“
„ Sieht einer von denen so aus, als wäre der schlau??“ starrte sie sie mit hochgezogener Augenbraue an. „ Wohl kaum.“ gab sie sich die Antwort gleich selbst.
„ Glaub mir, du hast IMMER mindestens einen, der einfach alles weiß.“
„ Ja, diesen Ochsen! Nein, Zebra! Nein, auch nicht. Na diesen Paul-Verschnitt.“
„ Kian.“
„ Ja, wie auch immer. Der weiß doch bereits alles, oder nicht?“
„ Schon, aber vielleicht besitzen die Schlauen der anderen Geschichten ja Puzzleteile, die Kian nicht besitzt und nur wenn sie alle zusammenkommen, ergibt das Bild einen Sinn.“
„ Heißt es nicht auch, dass zu viele Köche die Suppe versalzen?“
„ Ja, aber in unserem Fall trifft das nicht zu. Ich bin froh über jede hilfreiche Meinung die wir bekommen können und das sollte für dich ebenfalls gelten! Es ist schließlich deine Vorstellungskraft die gesprengt wurde. Und hat nicht irgendein berühmter Dichter einst gesagt, dass ein Mensch ohne Vorstellungskraft wie ein Vogel ohne Flügel ist? Wie glücklich glaubst du also kannst du werden, wenn wir das Trümmerfeld nicht wieder reparieren?“
„ Nicht sehr glücklich.“
„ Siehst du? Also packen wir es an?“
„ Ja, packen wir es an!“ nickte sie. „ Irgendwo müssen sich die schlauen Köpfe ja verstecken.“
„ Ach, die sind bestimmt näher als du glaubst!“ drehte sie sich zu den Vampiren um. „ Also? Wer von euch ist ein singender Opi??“ sah sie strahlend in die Reihe, woraufhin man sie bloß mit hochgezogener Augenbraue musterte. „ Oh, falscher Film! Ha, das wollte ich schon immer mal sagen und verdammt, wie wahr meine Aussage doch ist!“ schmunzelte sie belustigt. „ Ich meine natürlich, ein Dorfältester...“
„ Ich bin der Dorfältester. Mein Name ist Tyros.“
„ Hat der gerade wirklich Gyros gesagt??“ wollte Jaz lachend von Laura wissen. „ Also es ist ja allgemein bekannt, dass die hübschesten Stimmen zu den hässlichsten Männern gehören, aber dass die hässlichsten Namen zu den schlausten Köpfen zählen, das ist neu!“
„ Mein Name ist Tyros, nicht Gyros.“
„ Ups, mein Fehler.“
„ Also falls ihr wissen wollt, warum diese Welt in Trümmern liegt, das kann ich euch auch nicht beantworten.“
„ Ihr seht also das gleiche wie wir. Interessant.“ murmelte die Co-Autorin. „ Nun, der desolate Zustand eurer Welt liegt an ihrer explodierten Vorstellungskraft.“ deutete sie mit einer Handbewegung auf die Autorin hin. „ Reparieren wir ihre Fantasie, dann verschwinden auch die Schäden eures Universums.“
„ Wenn es um die Vorstellungskraft geht, dann kann ich euch vielleicht helfen.“ meldete sich die Fee zu Wort. „ Doch das werde ich nur tun, wenn sie sich bei mir entschuldigt.“
„ Niemals!“ starrte Jaz zu ihr hin.
„ Doch, natürlich wirst du dich bei ihr entschuldigen! Hast du nicht gehört?? Sie kann dir vielleicht helfen!“
„ Nein, werde ich nicht! Was kann ich denn dafür, wenn ich mich durch deren Gekreische gestört fühle? Soll ich mich jetzt auch noch dafür entschuldigen??“
„ JA!“
„ NEIN!“
„ Dann entschuldige ich mich in deinem Namen!“
„ Das tust du nicht!“
„ Und wie ich das tu!“ wandte sich Laura an die Fee. „ Es tut ihr leid!“
„ Tut es gar nicht!!“
„ Und wie es ihr leid tut!“ konterte sie schnell. „ Sie kann es nur nicht so zeigen. Das liegt an ihrer gesprengten Vorstellungskraft!“
„ So ein Quatsch! Gar nichts tut mir leid!“
„ Glaub ihr kein Wort und nun versuche ihr zu helfen.“
„ Ich kann es bezeugen! Es tut ihr leid!“ schaltete sich Akira ein.
„ Und wie! Schau doch mal, die heult doch gleich!“ gab Ri ebenfalls ihren Senf dazu ab.
„ Ihr habt doch alle den Schuss nicht gehört!“
„ Nun gut, ich werde versuchen ihr zu helfen. Aber ich tu das nicht für sie sondern für unsere Welt.“
„ Hauptsache du bist dir dabei stets im klaren, dass ich mich NICHT entschuldigt habe!“
„ Keine Sorge. Was sollte man auch von jemanden erwarten, der seine Manieren aus einem Kaugummiautomaten gezogen hat?“
„ Tja, keine Ahnung? Was erwartet man denn von dir?“
„ Diabolos? Komme her, bevor ich es mir anders überlege.“
Diabolos machte dem Teufel alle Ehre. Er kämpfte sich aus der ewigen Finsternis heraus und sah aus wie ein Dämon. Mit spitzen Hörnern, zerfledderten Schwingen, einem Teufelsschweif und alles zerreißende Klauen. Er war der Ursprung der Finsternis und sorgte zudem noch dafür, dass die Wesen dieser Geschichte träumen, denken und sich Dinge vorstellen konnten. Also genau das, was Jaz dank des zerstörten Prismas nicht mehr konnte.
„ Tut mir leid. Aber das kann ich nicht reparieren.“ meinte er nach einem kurzem Moment des Betrachtens. „ Bei ihr sind Mächte am Werk, die ich nicht neutralisieren kann. Doch...“ ließ er sich in der Luft nieder. „ … ich kann eine Kopie ihrer Vorstellungskraft erschaffen. Der Zauber wird zwar nicht ewig anhalten, aber vielleicht lang genug, dass die Fragmente bis dahin wieder zusammengesetzt wurden.“
„ DAS wäre MEGA!“ strahlte Laura. „ Mach das! Sofort! Bitte.“
„ Ach ne, lass mal.“ verzog die Autorin ihren Mund. „ Echt nicht! Wir finden die Fragmente auch so. Na los, gehen wir zurück ins Dorf.“
„ Wenn das so ist, dann müssen wir ihr erst recht helfen!“ grinste Scarlett, die Fee, breit auf.
„ Danke, aber ich verzichte.“
Doch zu spät, denn da hatte Diabolos ihre Fantasiewelt längst in Beschlag genommen und tatsächlich, während Jaz in eine Art Schockstarre fiel, setzte sich die Umgebung in Bewegung. Im ersten Moment sah es noch so aus, als würde alles von neuem auseinanderbrechen und insgeheim machten sie sich schon auf den nächsten Sturz ins Ungewisse bereit. Eine böse Vorahnung die sich zum Glück nicht erfüllte, denn genauso schnell wie sich alles in Luft auflöste, erschien es auch wieder und das mit einer Geschwindigkeit, die einem Hören und Sehen vergehen ließ. Ehe sie sich also versahen, standen sie inmitten eines Waldes einer völlig intakten Welt.
„ WUHUUU!“ jubelte Ritsu. „ Es hat funktioniert!! Es hat wirklich funktioniert!!“
„ Das hat es... erstaunlicherweise...“ sah sich Scarlett erstaunt um. „ Wer wart ihr noch gleich?“
„ Niemand den du näher kennenlernen willst.“ behauptete Chiron. „ Jemand mit so einem peinlich reinlichen Licht hat bei uns ohnehin nichts verloren.“
„ Genau! Denn wir sind die Weltenzerstörer vom Dienst!“ fügte die Diebin mit stolzer Brust hinzu. „ Böse, aber so was von böse, wild und gemein! Böse, soooo unfassbar böse, dass unser schwarzes Karma sogar aus dir einen finstereren Kohleklumpen machen würde!“
„ Wenn ihr wirklich so böse seid, warum habt ihr uns dann geholfen?“ wollte Tyros wissen.
„ Weil wir nichts besseres zu tun hatten, denke ich.“ zuckte sie mit der Schulter. „ Vielleicht haben wir aber auch nur so getan, als würden wir euch helfen, damit ihr uns helft!“ grinste sie. „ Das würden die Bösen doch so machen, oder wie seht ihr das?“
„ Ich würde behaupten, dass wir unsere Rolle in dieser Geschichte noch nicht gefunden haben.“ verschränkte Kian die Arme vor der Brust.
„ Tja, ich habe ein paar Schrauben über, aber wen interessiert das schon?“ erschien Diabolos lachend bei ihnen, während er ein paar imaginäre Schrauben achtlos von sich warf. „ Solange sie nicht plötzlich auseinanderfällt, ist doch alles perfekt verlaufen.“
„ Sollte sie doch plötzlich auseinanderbrechen, dann will ich nicht in deiner Haut stecken!“ strafte Laura das Wesen mit bösen Blicken, während sie ihre weggetretene Freundin stützte. „ Wobei das will ich auch nicht, selbst wenn sie ganz bleibt.“
„ Das würde ich allerdings auch nicht wollen.“ grinste Jaz schief auf.
„ JAZ!!“ kam Ri gleich herbei gestürzt. „ Wer bin ich?? Sag mir sofort wer ich bin!!“
„ Ich weiß zu mindestens noch, dass du nicht Diana bist.“ griente sie. „ Keine Sorge, Ritsu. Für den Moment scheint wieder alles in Ordnung zu sein.“
„ Dem Himmel sei dank.“ atmete die Mangaka erleichtert aus. „ Damit das auf jeden Fall auch so bleibt, sollten wir uns schnellstmöglich um deine Vorstellungskraft kümmern. Der Zauber im schwarzen Buch mit den Fragmenten, die wieder zusammengesetzt werden müssen, basiert doch auf einem realen Zauberspruch, oder?“
„ Ja, allerdings.“ nickte sie. „ Sahira, das Genie was das Seelenprisma erschuf, ist eine waschechte Hexe, mit waschechten steinalten Zaubersprüchen der schwarzen Magie und einem echten Hexenkessel.“ begann sie zu erzählen. „ Diese Fragmente werden wirklich in einem Buch erwähnt, aber ich weiß nicht wie sie aussehen oder ob die Fantasiefiguren etwas damit anfangen können. Ich weiß nur, dass wir stets auf der Hut sein sollten und das es gar nicht so einfach wird, Sahira zu finden. Dass sie die einzige ist, die uns hier raus holen kann, liegt jawohl klar auf der Hand, allerdings ist sie praktisch mit dem Untergrund verschmolzen. Man findet sie nicht, es sei denn sie will es so.“
„ Hast du sie bei eurem letzten Kontakt verärgert?“
„ Nicht das ich wüsste.“ überlegte sie.
„ Dann werden sie nicht eher ruhen, bis sie sie aufgetrieben haben.“ glaubte Laura zu wissen. „ Wir haben schließlich ebenfalls die besten Verbindungen in den Untergrund und dieser Kontaktmann ist sogar ein unschlagbarer Profi darin, wenn es darum geht sich zu verstecken. Ich bin also guter Dinge, dass sie sie finden werden. Nur, ist sie dann in der Lage das Prisma zu reparieren? Oder werden wir für immer hier festsitzen?“
„ Festsitzen, Festsitzen!!“ gab Ri begeistert von sich, bis sie dann die Blicke der Autorinnen bemerkte, da ruderte sie blitzschnell zurück.
„ Ich schätze, dass Hopfen und Malz noch nicht ganz verloren sind. Andernfalls würden wir jetzt hier nicht stehen. Die Magie des Prismas muss demnach noch intakt sein, also stehen die Chancen doch gut, dass wir nach Hause zurückkehren können. Irgendwann.“
„ Du hast vollkommen Recht.“ nickte Laura. „ Und da wir hier eh gefangen sind, können wir unser Aufenthalt auch genießen und so viel Chaos wie möglich anrichten! Vielleicht gibt es hier ja auch schwarze Listen.“ grinste sie breit auf.
„ Und wenn nicht, dann werden sie sie wegen uns einführen.“ kicherte Jaz.
„ Ich weiß was besseres: WIR führen sie höchstpersönlich ein und setzen unsere Namen an die einsame Spitze.“
„ Bevor wir uns davon ablenken lassen sollten wir erst einmal drüber nachdenken, wo wir diese Fragmente finden können. Aber danach erstellen wir sofort die schwarze Liste.“
„ Mhm...“ grübelte die Co-Autorin darüber nach. „ Vielleicht sind die Fragmente in den Szenen verborgen, die am meisten Herzblut vertilgten? Das würde doch Sinn machen, oder?“
„ Dann sind wir hier aber falsch.“

Akt 15. die Realität

„ Tja, das ist ganz eindeutig kaputt...“ standen Yami und Luca im Studio vor dem völlig zerstörten Prisma, was vor ihnen auf dem Tisch lag. „ Wenn wir die Rechnung von dem Seelenprisma finden, erfahren wir vielleicht wer es erschaffen hat und dann bestellen wir einfach ein neues.“
„ So leicht wird es leider nicht.“ grummelte Lu. „ Es gibt eine Rechnung, ja, aber die wird uns nicht helfen. Sahira wechselt ihre Adressen wie andere Leute ihre Unterwäsche. Jaz hat sie auch nicht gefunden, sie wurde von ihr kontaktiert. Die ganze Zeit über ging der Verbindungsaufbau von Sahira aus. Also selbst wenn wir eine E-Mail Adresse finden, dann wird diese nicht mehr aktuell sein.“
„ Wir brauchen ohnehin Hilfe, wenn wir ihr plötzliches Verschwinden vertuschen wollen. Also sollten wir die anderen so schnell wie möglich herbestellen.“
„ Ich kümmere mich darum.“ nickte der Schauspieler. „ Schau du in der Zeit nach, wie viele überarbeitete Manuskripte wir noch haben und wie groß das Polster an Folgen ist, die noch nicht ausgestrahlt wurden.“
„ Ok.“
Natürlich hatten sämtliche Schauspieler, ja sogar Paul und Martha, besseres zu tun, als in ihrer Freizeit ins Studio zu kommen. Aber als sie erfuhren was passiert war, ließen natürlich alle alles stehen und liegen und rasten zum Studio hin, beziehungsweise, kamen herein spaziert.
„ Meine Babys!! Meine armen Babys!!!“ klammerte sich Maria schluchzend an Luya. „ Wir müssen die Polizei einschalten, die Armee am besten auch gleich, sowie das CSI, FBI und Fallschirmjäger!! Wir brauchen die fähigsten Kopfgeldjäger, die noch fähiger sind als Baby Chi und Baby Ki. Aber das ist ja gar nicht möglich!!“ schluchzte sie noch mehr. „ Meine armen Babys!!“
„ Warum hast du Maria noch mal angerufen?“ wollte Yami mit hochgezogener Augenbraue von seinem Kumpel wissen.
„ Vielleicht hatte ich ja Hunger...“ starrte er seufzend zur Seite.
„ Ich glaube nicht, dass du dir wegen den armen Babys sorgen machen musst!“ schmollte Martha. „ DIE haben jetzt nämlich massig viel SPAß dort drüben und das OHNE MICH!! Das ist das gemeinste, was die jemals getan haben! Wie konnten die mich nur einfach zurücklassen?? Ich bin echt böse auf die!“
„ Du solltest froh darüber sein, dass du noch hier bist. Wer weiß was geschah, als das Prisma zerbrach? Vielleicht irren sie ja gerade im schwarzen Nichts umher? Oder Jaz Gehirn explodierte? Sie könnten aber auch ins Bodenlose Loch stürzen und das für immer! Oder zu mindestens so lange, bis wir sie gerettet haben.“ überlegte Paul.
„ Meine armen...“ ließ sich Maria wie der perfekte sterbende Schwan in Yami's Arme fallen. „ … Babys....“
„ Ach so ein Quatsch! Weißte was die gerade machen?? Die verbreiten Chaos, Chaos und Chaos!! Und während sie das machen, machen sie alles total unordentlich! Und die haben auch noch ihren Spaß dabei und ich bin hieeeerrrr!!“ jammerte sie. „ Das ist sooo fiesss!!“  
„ Oh, nicht weinen meine Kleine!“ stand Maria gleich wie eine eins neben ihr und nahm sie tröstend in den Arm. „ Sie wollten dich bestimmt abholen, aber dann kam ihnen etwas dazwischen. Freunde vergessen Freunde doch nicht einfach. Deshalb werden sie bestimmt jeden Moment in der Tür stehen und dich abholen.“
„ Meinst du wirklich?“
„ Natürlich.“
„ Wie sollen die in der Tür stehen können, wenn das Prisma zerstört wurde?“ wollte der Müllmann wissen.
„ WÄÄÄÄHHHHHH.“
„ Du bist echt zu dämlich für diese Welt.“ seufzte Luca. „ Wir werden das Prisma natürlich reparieren, also werden sie auch früher oder später in der Tür stehen! Sie wandeln auch nicht mutterseelenallein in der Finsternis umher oder fallen in irgendwelche bodenlose Löcher.“ strich er sich durchs Haar. „ Vermutlich ärgern sie gerade irgendwelche Zwerge, verschönern Steckbriefe oder führen leichtgläubige Ritter in die Irre.“
„ Vorher haben sie diesen ungehorsamen Kindern hoffentlich eingetrichtert, dass es so nicht geht und sie danach in ihr Zimmer geschickt und das mindestens für 15 Minuten!“
„ Bestimmt...“
„ Das ist gut.“ atmete die Set-Mutti erleichtert aus. „ Dann werde ich uns mal was leckeres zu Essen machen. Ihr seid bestimmt alle am verhungern.“ eilte sie gut gelaunt aus dem Saal raus.
„ Und? Kannst du etwas mit der Rechnung anfangen?“ wollte Luca von Toni wissen, der mit dem besagten Schriftstück unterm Tisch hockte.
„ Hier steht keine Kontonummer drauf und auch keine Anweisung, wo das Geld hingehen soll. Wie hat Jaz die Dame bezahlt?“
„ Darüber hat sie mir nichts erzählt. Ist das denn wichtig?“
„ Nun, Geld zählt definitiv zu den wenigen Dingen, die man nicht achtlos auf der Straße rum liegen lässt. Irgendwo muss es also hingeflossen sein und da sollten wir als erstes nachsehen. Wir reden hier schließlich nicht über eine Tüte Bonbons. Für diese Summe würden andere ohne zu zögern gleich einen Massenmord begehen.“
„ Und wie soll ich nun raus finden, wie die Hexe bezahlt wurde? Wenn es schon nicht auf der Rechnung drauf steht?“
„ Vielleicht hat Jaz noch mehr Dokumente von ihr bekommen? Oder es wurde in E-Mails oder Briefen darüber gesprochen? Oder haben sie einen Vertrag schriftlich festgehalten?“
„ Nein, das einzige was sie bekam war diese Rechnung. Wenn etwas geklärt werden musste, dann wurde Jaz angerufen. Von einer unterdrückten Nummer.“
„ Dann hilft nur eins.“ blinzelte er unter den Tisch hervor. „ Du musst ihre Kontodaten prüfen.“
„ Das habe ich befürchtet.“ sah er seufzend auf ihn herab. „ Sei es drum. Ich werde mich sofort darum kümmern.“ wandte er sich von ihm ab und schlenderte zu Yami hin. „ Wie sieht es mit den Manuskripten aus?“
„ Die reichen noch etwa für zwei Wochen und knapp eine Woche können wir mit den fertigen Folgen überbrücken.“
„ Besser als nichts.“ nickte er. „ Auch wenn ich nicht glaube, dass wir unter diesen Umständen und angesichts der chaotischen Schauspieler das Niveau halten können.“
„ Vielleicht können wir das Problem lösen, indem wir ein paar Sonderfolgen zu den Charakteren ausstrahlen?“ schlug der Mönch vor. „ Wir haben so viel potentielles Bildmaterial, dass man bestimmt etwas gutes daraus machen könnte. Und wenn sie nur die unzähligen Fails zusammenschneiden. Oder sie entwerfen einen Mix aus unseren Interviews und der Serie.“
„ Das ist eine ausgezeichnete Idee! Die Bildbearbeitungsleute sollen sich gleich morgen an die Arbeit machen. Ich fahre jetzt erst mal nach Hause und versuche mehr über Sahira raus zu bekommen. Danach komme ich wieder hier.“
„ Mach das.“ nickte er. „ Ich spreche in der Zeit mit den anderen den Grund für die Abwesenheit der Autorinnen ab.“
„ Gut, dann bis später.“ verließ er eilig das Studio, um dann noch eiliger nach Hause zu fahren und am eiligsten sein Heim zu erstürmen.
Zum Glück für alle Beteiligten zählte Jaz nicht zu jenen, die ihre Zettelwirtschaft achtlos in der Ecke rum fliegen oder wichtige Briefe ungeöffnet vor sich hin gammeln ließen. Stattdessen brauchte er bloß den richtigen Ordner der Bank zu finden und schon war alles gut. Naja fast, denn Jaz verfügte natürlich nicht nur über ein Konto und dementsprechend gab es nicht nur einen Bankordner und nicht bei jedem war gleich auf dem ersten Blick erkennbar, zu welchem Projekt das Konto gehörte. Er war sich auch nicht sicher, ob das Prisma von einem der privaten Bankkonten bezahlt wurde oder ob es zu der Filmreihe von zHuH ebenfalls Konten und somit Aktenordner gab. Aber wenigstens kannte er den Zeitraum, als das Prisma bezahlt wurde, das vereinfachte die Suche enorm und schließlich wurde er auch fündig.
Auf dem Kontoauszug war zwar nur die Barabhebung des Betrages verzeichnet, aber gleich dahinter kam die Quittung der geleisteten Einzahlung auf ein Schweizer Nummernkonto.
Also verließ er eilig sein Heim, um dann noch eiliger zum Studio zu rasen und schließlich am eiligsten das Studio zu erstürmen.
„ Ja, das sieht gut aus.“ brummte der Tisch. „ Mal schauen wie schnell sie sich melden wird, wenn wir ihre Konten einfrieren.“
„ Hauptsache sie bedankt sich dann nicht mit irgendeinem bösartigen Fluch.“
„ Ich lenke die Spuren einfach auf Eugene...“ grinste das Möbelstück breit auf. „ Der würde es nicht mal bemerken, wenn der verflucht worden wäre. Oder vielleicht schenkt sie ihm endlich ein Hirn.“
„ Dann solltest du dich erst recht zu erkennen geben, vielleicht verpasst sie dir ja eine gesunde Portion Selbstbewusstsein oder einen Schluck Mut.“
„ Vielleicht verwandelt sie mich aber auch in eine sabbernde Kröte oder einen hirnlosen Muskelprotz. Oder in einen verpickelten Teenager oder einen steinalten Knacker, der jeden Moment zu Staub verfällt!!“
„ Vielleicht lässt sie aber auch irgendwo einen Sack Reis umfallen.“ verdrehte er die Augen.
„ Einen großen?? Der dann jemanden erschlägt?? Und WIR wären schuld daran???“
„ Nein, bloß eine kleine Packung Reis, die vorm Regal auf dem Boden steht und dann kippt diese Packung auf ein Wattebüschel. Besser?“
„ Du könntest die Geschichte ruhig etwas ernster nehmen.“ grummelte Toni.
„ Das tu ich. Aber das einzige was mich interessiert ist, dass wir Jaz und Laura an einem Stück zurückholen können. Alles andere ist unwichtig.“
„ Und wenn sie zu deinem Fanclub zählt und uns nur hilft, wenn du auf ihre unmoralischen Forderungen eingehst? Ist alles andere dann immer noch unwichtig?“ schielte er zu ihm auf.
„ Warum sollte ich das dann anders sehen? Von mir aus kann sie Akira gerne haben. Solange sie neben dem ganzen Erfüllen der Bedingungen noch das Prisma repariert, soll mir auch das egal sein.“
„ Und wie soll 'Akira' hierher kommen können, wenn das Prisma doch kaputt ist? Ohne Prisma keine Tür zu Thalia, was ist denn daran so schwer zu verstehen? Selbst Eugene, der ja nun nicht mal über ein Erbsenhirn verfügt, würde das sofort  verstehen.“ schlenderte Paul kopfschüttelnd an ihnen vorbei. „ Aber mach ruhig was du meinst!“ grinste er seinen Konkurrenten Ultra fies an. „ Wenn die Hexe mit dir fertig ist, dann will dich Jaz garantiert nicht mehr haben.“
„ Das stimmt...“ nuschelte der Tisch.
„ Haltet die Fresse, ihr beide. Andernfalls stopfe ich sie euch und das mit dem aller größten Vergnügen.“ warnte er sie. „ Sieh lieber zu, dass du alles in die Wege leitest, damit Sahira auf uns aufmerksam wird.“
„ Ich mache ja schon. Aber stelle dich drauf ein, dass es sich dennoch um Wochen handeln könnte, bis sie sich meldet.“
„ Ja, schon klar. Fange einfach an.“ ging er seufzend zu Yami hin, der mit einem ratlosen Gesichtsausdruck vor dem Prisma stand. „ Ich könnte gerade etwas von deiner mönchischen Gelassenheit gebrauchen.“
„ Tja, tut mir leid, aber alles was davon noch übrig geblieben ist, brauche ich selbst.“ grummelte er. „ Schlimm genug, dass hier Dinge vor sich gehen, die unmöglich vor sich gehen können! Mann kann NICHT durch irgendeinen Zauber in eine Fantasiewelt eintauchen, das geht einfach nicht! Und doch sind die da! DAS allein sollte uns schon alle ins Irrenhaus bringen.“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Und zum krönenden Abschluss können sie auch noch von alleine real werden und damit bringen sie unsere Realität mehr als nur aus den Fugen. Was ist denn, wenn sie gar nicht wiederkommen wollen? Was wenn ihnen das Leben dort hinten gefällt?“
„ Ich will das gar nicht hören.“ atmete Luca schwer aus.
„ Wem würde das Leben dahinten denn nicht gefallen?“ schmollte Martha noch immer. „ Ich an ihrer Stelle würde auch nicht zurückkommen wollen, warum denn auch? Dort hinten sind sie berühmt, na gut hier auch, aber da tanzen alle nach ihrer Pfeife, na gut hier auch, aber da sind die mächtig, ok, hier auch! Aber DA leben Chiron, Kian und Ritsu! Ha! Und genau deshalb würde ich an ihrer Stelle nicht zurückkommen wollen.“ nickte sie ihre Meinung ab.
„ Du bist gerade absolut keine Hilfe.“ knurrte der Mönch.
„ Wieso nicht? Ich sage doch bloß die Wahrheit?“ verteidigte sie sich. „ Es würde mich nicht mal wundern, wenn Jaz längst mit Kian oder Laura mit Chiron zusammen ist. Das erste Paar wäre ja schon hier beinahe übereinander hergefallen und beim zweiten Paar ist es doch kein Geheimnis, dass sie sich nicht mal deinen Namen merken kann, Yam! Oder vielleicht will sie sich auch nicht eingestehen, dass du NICHT Chiron bist! Jetzt kann es ihr ja egal sein. Schließlich ist Chi wirklich Chi und nicht Chi-Klon.“
„ Dafür haben sie dich vergessen! So!“ fauchte er sie an und stampfte dann weiter.
„ Aber sie kommen her um mich zu holen!!! WÄÄÄHHHH!!!“
„ So viel zur mönchischen Gelassenheit...“ amtete Luca schwer aus.

Akt 16. Die Seraphim

Grand Tabiea, eine wundersame und gleichzeitig atemberaubend schöne Welt. Sie galt als Spender der Elemente und als Repräsentant des Lichts. Doch je heller der Schein strahlte, desto dunkler war der Schatten, den es hinter sich her zog. Die Bewohner, die als Lichtwesen und als Schützer der Elemente bekannt waren, folgten strikten Regeln und Traditionen, die nicht allen ein Lächeln auf die Lippen zauberten. Auch hier regierte das Recht des Stärkeren und die Eifersucht, der Größenwahn und der Neid erstreckte sich übers gesamte Reich. Viele konnten dieser Versuchung widerstehen, sie gaben nichts auf die Zwangsheirat, der Macht oder dem Einfluss. Sie lebten ein ruhiges und von der Freude geküsstes Leben, aber nicht das Königreich, mit dem unser Akt beginnt.
Dort im Kristallschloss, die Hochburg des Größenwahns, schmiedeten zwei Generationen den perfekten Plan, um noch einflussreicher und mächtiger zu werden.
„ Nein, von Scarlett fehlt noch immer jegliche Spur.“ erklärte ein attraktiver junger Mann, der wie sein Sohn ein weißes königliches Gewand trug, was mit goldenen Verzierungen besetzt war. „ Nichtsdestotrotz haben wir inzwischen die Mauer des Schweigens... nun ja...“ machte er eine kurze Pause, um kaltherzig vor sich hin grinsen zu können. „ 'Geknackt'.“ das Wort betonte er extra. „ Unser gesuchter Leibwächter befindet sich auf der Erde, genauso wie Aurion auch. Die Vermutung liegt also nahe, dass wir Scarlett finden werden, wenn wir die Made ausfindig machen.“
„ Es hat also endlich einer mit dir gesprochen, ja? Was musstest du dafür tun? Ihm den Arm abschneiden?“
„ Nein, das war nicht nötig. Sagen wir einfach: jeder von diesen Bastarden hat eine Schwäche und wenn man die ausnutzt, bekommt man selbst ein wohlbehütetes Geheimnis raus.“
„ Ich hoffe es war trotzdem lange und schmerzvoll.“ schlich sich ein ähnlich bösartiges Grinsen auf seine Lippen, wie es auch bei seinem Vater zusehen war. „ Die Erde also. Gut, dann können wir das verlorene Kind ja endlich nachhause holen, wenn es sein muss und das hoffe ich von ganzen Herzen, auch mit Gewalt!“
„ Und was machen wir, wenn sie sich weiter weigert, den Prinzen zu heiraten?“
„ Dann werde ich ihr ein schönes Ende bereiten und selbst der Vater eines Luminaten werden und SIE wird ihn heiraten.“
„ Ist es denn wirklich nötig, sie aus dem Leben zu reißen?“
„ Wir können ihr Licht auch schwärzen. Wenn wir ihr etwas zeigen, was sie verzweifeln lassen wird, dann kann sie nicht länger als reinstes Wesen bezeichnet werden.“
„ Etwas zeigen, hu?“ überlegte er. „ Vielleicht den Tod ihres Liebsten?“
„ Genau an so etwas dachte ich.“ grinste er schon wieder breit auf. „ Für seinen Frevel sie beschmutzt zu haben hat er ohnehin die schlimmste Strafe verdient, die wir verhängen können. Für sein Vergehen wäre es sogar angebracht, wenn wir ganz neue noch brutalere Foltermethoden entwickeln.“ meinte er. „ Vielleicht haben wir ja Glück und er hat eine Familie, die wir vor seinen Augen... nun...“ zeigte er schon wieder sein bösartigstes Grienen. „ ...knacken...“ das Wort betonte er noch mal extra mit einem belustigten Unterton. „ … können.“
„ Dafür müssen wir ihn erst einmal finden.“
„ Das wird kein Problem darstellen. Wir metzeln uns einfach durch die Reihen, bis sich der richtige zu erkennen gibt und wer weiß? Vielleicht wird meine süße Schwester ja auch auf uns aufmerksam und kommt gleich angerannt, um uns für immer zu Diensten zu sein.“
„ Es wäre zu mindestens wünschenswert.“
„ Überlasse das alles mir, Dad. Ich kümmere mich darum.“ wandte er sich von ihm ab und verließ den Thronsaal.
Die Seraphim verkörperten zwar das Licht, doch ihre Gemeinschaft war teilweise alles andere als hell und strahlend. Die Gier nach Macht beherrschte die Königreiche, Zwangshochzeiten waren an der Tagesordnung, damit die Reiche des Brautpaares miteinander verschmolzen und so noch mächtiger und einflussreicher wurden. Viele von den Königen waren bereit über Leichen zugehen, selbst wenn es sich dabei um die eigene Familie handelte.
Nur ein minimaler Prozentsatz der Seraphim zählt zu dem Volk der Lumina. Diese besonderen Wesen waren direkt mit den großen Elementaren, der Ursprung der Elemente, verbunden und sicherten so ihr Überleben. Sämtliche Universen bezogen die Elemente aus Grand Tabiea, doch genauso wie der Strom in die eine Richtung führte, floss er auch wieder in die andere Richtung zurück. Die Aufgabe eines Luminaten bestand darin, die Verunreinigungen der Außenwelt zu neutralisieren, damit die Quelle der Elemente nicht vergiftet wurde und somit zum Beispiel unreines Wasser wieder abgab. Deshalb zählten die Wesen mit dem reinsten Licht zu denen, die eine Verbindung mit den Herrschern der Elemente eingingen. Zum Volk der Luminaten zu gehören bedeutete allerdings nicht, dass alle aus ihrer Familie dazu gehörten. Die wenigen Lichtwesen, die über dieses helle reine Licht verfügten, wurden symbolisch als das Volk der Lumina bezeichnet.
Gerade weil man ihnen äußerst selten begegnete, waren sie ziemlich wertvoll. Sie schenkten dem Reich, in das sie geboren wurden, Reichtum, Glück und Anerkennung. Früher war es sogar so, dass sie sich nur vermummt der Öffentlichkeit zeigen durften, das einfache Volk hörte nie ihre Stimmen oder sah ihr Lächeln. Doch wenn man von ihnen berührt wurde oder den Blickkontakt herstellte, dann wartete ebenfalls das große Glück auf einen.
Scarlett zählte zu diesem Volk, wie das Interesse ihrer Familie schon vermuten ließ. Damit sie aber überhaupt ein Luminat werden konnte, schließlich gab es nur eine begrenzte Anzahl dieser Wesen, musste ein anderer Seraph in ihrer Blutlinie weichen. Deshalb brachte ihr Vater seine eigene Schwägerin, ein Luminat, um, wodurch die Tür zum eigenen Luminaten, den man sich schön zurecht biegen konnte, geöffnet wurde und tatsächlich trugen seine Bemühungen Früchte, denn seine jüngste Tochter zählte zu dem Volk der Lumina.
Eigentlich sollte die Prinzessin einem schmierigen 'Shino' in den Rachen geworfen werden, der zwar Dank seiner Herkunft nicht gerade zu den Trollen der Seraphim zählte und nun auch kein Eugene war, doch vom Verhalten einfach reiner Müll war, aber zum Glück wurde sie von ihrem besten Freund, dem mächtigsten Seraph aus der Lichtwelt, gerettet, der sie vor dem Traualtar aus den Fängen des 'Shino' befreite und eben weil der so mächtig war, kuschten sogar die Schmeißfliegen vor ihm.
Als Druckmittel hatten sie übrigens ihren Leibwächter benutzt, der ebenfalls ihr Liebhaber war und den sie dann wegschicken musste, als ihre Beziehung aufflog, damit er aus der Gefahrenzone entkam. Danach wollte sie ihn zwar zurückholen, auch weil sie beim mächtigsten Seraph untergekommen war und ihr Vater es nicht wagen würde ihr zu nahe zu kommen, doch ihr Liebster war inzwischen untergetaucht und das so gut, dass sie seinen Aufenthaltsort nicht ausfindig machen konnte. Was mit daran lag, weil sie ihm natürlich nicht einfach sagte: 'Hey, du musst gehen es ist zu gefährlich hier!' sondern eher: 'ich habe dich eh nie geliebt, du Idiot. DU bist meiner nicht würdig, DU warst bloß gut fürs Bett, och ich habe genug gespielt' irgendwie so was, wir reden hier schließlich über eine Geschichte, die aus Jaz Feder stammte. Jedenfalls fand sie ihn dann irgendwann wieder, nämlich da, als auch die Gestrandeten da auftauchten und genau, sie waren das Paar, was sich auf Teufel komm raus gestritten hatten.
Zwischenzeitlich waren etliche Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte vergangen und ihr Leibwächter, der übrigens Aseria hieß, hatte sich eine neue Existenz aufgebaut.
„ Ah, jetzt weiß ich was das für eine Story ist.“ stand Laura vor der 'Erklärungstafel', die am Rande des verbotenen Waldes stand. „ Das ist die Vati Geschichte, richtig?“
„ Ja, genau.“ nickte Jaz.
„ Mit dieser Szene, wie er reagiert wenn sie zum ersten Mal nach Jahrhunderten wieder aufeinandertreffen, jene Szene, die wir STUNDENLANG ausdiskutiert haben, Tag für Tag! Und was war draus geworden?“ blitzte sie ihre Freundin an. „ Genau! NICHTS!“
„ Ich reiße doch ständig meine Gerüste ein.“ zuckte sie mit der Schulter.
„ Das gleiche war auch noch bei einer anderen Story passiert, erinnerst du dich? Auch da ging es darum, wie er reagiert, wenn sie auffliegt. Da war doch irgendwas mit einem Duft, den sie durch irgendwelche Badezusätze unterdrückte und dann fehlte eine Blume und dadurch nahm er ihren Duft wahr.“
„ Ah, Aviela.“ nickte Kian.
„ Wie viele meiner Bücher hast du eigentlich gelesen?“ schielte die Autorin zu ihm hin.
„ Och nur so ein paar.“
„ Jedenfalls war da genau dasselbe! Stundenlange Diskussionen, bis du endlich dein 'JA das ist es'-Gefühl hattest und was steht nun nicht in deinem Buch?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch.
„ DAS war jawohl was anderes! Das stand nämlich sehr wohl in meinem Buch, aber dann ist mein PC verreckt, falls du dich erinnerst und dadurch war alles weg! Von allen Geschichten. Das waren über 300 Seiten, die ich aufholen musste. Da blieb eben nichts wie es mal war.“ rechtfertigte sie sich. „ Also bedanke dich gefälligst bei meinem Rechner und nicht bei mir.“
„ Wie kommst du eigentlich bei den erotischen Szenen dein 'JA, das ist es'-Gefühl?“ wollte der Hippo grinsend von der Hexe wissen.
„ Natürlich indem sie sich von ihrem Stecher stechen lässt, ist doch klar.“ glaubte Ri zu wissen. „ Wenn der Akira nicht nur vom Aussehen her ähnlich ist, dann hat sie da bestimmt den besten Inspirator überhaupt gefunden.“
„ Das halte ich für ein Gerücht.“ konterte Kian. „ Schließlich hat sie mich noch nicht probiert.“
„ Angesichts dessen, was DU in ihrer Welt verkörperst, wird sie das garantiert auch nicht wollen.“ grinste Aki belustigt auf. „ Obwohl er bestimmt ein Meister darin ist, in fremden Tonnen herum zu stochern.“
„ Vergleiche mich nicht mit dieser Made!“
„ Demnach müsste Chiron ja die absolute Schlaftablette sein.“ lachte die Diebin drauf los. „ Ein Mönch lebt schließlich in völliger Abstieg, oder nicht?“
„ In völliger Abstinenz, nicht in völliger Abstieg.“ berichtigte Laura die Dame.
„ Wenn man dem glauben schenken darf, was über euch geschrieben steht, dann wirst du bei ihm voll auf deine Kosten kommen, also mache dir da mal keine Gedanken.“
„ Fängst du schon wieder damit an??“ verpasste sie den Hippogryphen einen Knuff gegen seinen Oberarm. „ Wann kapierst du endlich, dass DAS niemals geschehen wird?? Ich mit dem da, das ist so absurd!“
„ Aber so steht es geschrieben.“
„ Und wenn schon? Man kann viel schreiben wenn der Tag lang ist und der ist immer gleichlang!“
„ Keine Sorge, ich stehe nicht auf Frauen die die Figur eines Kindes haben, also hast du auch nichts zu befürchten.“ bemerkte der Jäger.
„ Wer hat hier die Figur eines Kindes, hä???“
„ Hm, genauso fing es im Buch auch an.“ grinste Ki.
„ Hach, wie schön das sich manches doch nicht geändert hat.“ giggelte Laura. „ Wir sollten jetzt trotzdem zusehen, dass wir weiter kommen.“
„ Du hast Recht.“ nickte Jaz. „ Wir können unser Raumschiff nutzen? Ich bekomme langsam Hunger und ein Bad kann ich immer noch echt gut gebrauchen.“
„ Hunger klingt gut.“ stimmte Aki mit ein. „ Ich würde danach auch mit dir Baden gehen.“
„ Au ja, dann komme ich auch mit.“ strahlte Ri.
„ Das... war zwar nicht was ich eigentlich wollte... aber nun gut...“ grummelte er leise vor sich hin. „ Vielleicht will Chiron auch mitkommen? Dann könnt ihr weiter drüber diskutieren, ob sie die Figur eines Kindes hat und ich...“ schielte er zu der Autorin hin.
„ Ich könnte auch ein Bad gebrauchen. Vielleicht können wir im Bauch des Schiffes ja ein paar heiße Quellen hin basteln? Eine Seite für die Männer und eine für die Frauen?“ wollte die Mangaka von ihrer Freundin wissen. „ Das wäre bestimmt echt entspannend.“
„ Ja, das ist eine gute Idee. Lass uns das machen.“
„ ….“ brummte der Greif verstimmt vor sich hin und das genau so lange, bis sämtliche Alarmglocken in seinem inneren auf schrillten. „ Vorsicht! Da kommt irgendwas auf uns zu!“
Irgendwas war gut, eine gewaltige Explosion kam, die sowohl das Kristallschloss, in dem Scarlett lebte, als auch das Dorf im Wald mit einem Schlag niedermähte und die daraus resultierende Druckwelle preschte dann ohne Rücksicht auf Verluste auf die Gestrandeten zu.
Binnen weniger Sekunden wurde die Gruppe unter einer Mischung aus Dampf, Geröll, Erde, Schutt und Asche und was nicht sonst noch alles begraben. Zum Glück für die Hexen waren sie mit den Helden, jetzt Bösewichten aus Thalia unterwegs, so dass ihnen das Schlimmste erspart blieb. Chiki reagierten nämlich geistesgegenwärtig und sofort, so dass sie die Damen selbstlos mit ihrem eigenen Körper abschirmen konnten und während Aki das Gleiche für Ri tat, sorgte er mit einem Wirbelsturm noch gleichzeitig dafür, dass sie nicht das Fundament eines neuen Berges darstellten.
„ Sind alle in Ordnung?“ durchbrach Akira als erstes die staubige Stille.
„ Also mir geht es gut.“ bemerkte Ri.
„ Ich lebe noch... glaube ich.“ keuchte Laura.
„ Das kann ich bestätigen.“ behauptete Chi, der noch immer über sie hockte.
„ Mir geht es auch gut.“ machte Jaz auf sich aufmerksam. „ Aber was ist überhaupt passiert?“ versuchte sie etwas hinter den Nebelschwaden zu erkennen.
„ Ich würde vermuten, dass entweder das Schloss von Aurion oder das Dorf der Vampire angegriffen wurde.“ gab Kian von sich, während er grinsend auf sie herab sah.
„ Aber das ist doch gar nicht so vorgesehen?“
„ Eure Anwesenheit verändert die Geschichte, das müsstest du doch so langsam gemerkt haben.“
„ Mhm, hoffentlich sind alle ok.“ eigentlich wollte sie aufstehen, allerdings schien er gerade äußerst bequem zu liegen. „ Du kannst jetzt von mir runter gehen.“
„ Geht nicht, ich glaube ich habe mir alles gebrochen was ich brauche, um von dir runter rollen zu können.“ grinste er. „ Außerdem weißt du doch gar nicht, ob da nicht noch was kommt? Also sollte ich erst recht liegen bleiben.“
„ Ich an deiner Stelle würde jetzt ganz schnell aufstehen. Ansonsten lasse ich meine schlechte Laune an dir aus!“ rief ihm die Co-Autorin zu, woraufhin er sich immerhin seufzend aufsetzte. „ Na also, geht doch.“
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Mi 27 Jun - 23:58

Akt 17. der große Knall

Erst als sich der Nebel verzog, konnten die Gestrandeten dem ganzen Ausmaß der Verwüstung in die kalten Augen sehen. Das Dorf oder das Schloss, das brauchte man sich jetzt nicht mehr zu fragen, da einfach ALLES dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das prachtvolle Kristallschloss glich bloß noch eine vor sich hin bröckelnde Ruine, der Wald wurde komplett umgegraben und von dem Dorf fand man nicht mal mehr den kleinsten Ziegelstein.
Was man aber überall erblicken konnte, waren die zum Teil schwerverletzten Bewohner, die in der Gegend verstreut auf dem Boden rum lagen und mitten drin vernahm man das gehässige Gelächter der Feinde.
„ Was soll der Scheiß denn? Was bilden die sich überhaupt ein?? Glauben die wirklich, DIE könnten einfach hier mir nichts dir nichts auftauchen und MEIN Gerüst einreißen???“ betrachtete Jaz sichtlich erbost die zu Staub zerfallene Umgebung. „ Wenn das jemand macht, dann bin ICH das jawohl!“
„ Ha und ich dachte schon, unser geniales Karma wäre verschütt gegangen!“ jubelte Ri. „ Aber wie man sieht, ist es sogar noch viel zerstörerischer als jemals zuvor! Und wisst ihr was das bedeutet?? Ja genau! Das wir doppelt und dreifach zurückschlagen können!“
„ Na endlich. Es begann langsam langweilig zu werden.“ meinte Chi dazu.
„ Und wie wir zurückschlagen werden! Ich glaube es hackt!! Der wird sich noch so was von wünschen, niemals von mir erschaffen worden zu sein.“
„ Warte! Hast du hier etwa auch irgendeinen Liebling, von dem ich wissen sollte?“ wollte Kian von ihr wissen.
„ Klar! Hast du etwa nicht den Typen mit dem brutal genialen Rücken, den Ultra krassen Smaragd-grünen Augen und dem pechschwarzen Haar gesehen?“ schielte Laura zu ihm hin. „ ALLE die SO aussehen sind ihre Lieblinge.“ fügte sie dann noch grinsend hinzu.
„ Das ist so nicht richtig. Ein paar von ihnen haben auch silberne Haare. Aber der Rest könnte stimmen.“
„ Ich sollte dir verbieten noch andere neben mir anzubeten.“ grummelte er.
„ Als wenn du irgendwas daran ändern könntest.“
„ Können wir uns dann aufs Köpfe rollen lassen konzentrieren? Es ist ja schon beinahe erbärmlich, wie du der Kleinen hinterher hechelst. Wenn du sie wirklich so unbedingt haben willst, dann strenge dich gefälligst mehr an und mach hier nicht einen auf räudigen Köter.“
„ Wah?“ starrte Laura den Jäger entsetzt an. „ Hör auf den auch noch zu ermutigen! Der soll einen auf winselnden räudigen Köter machen, klar? Jaz ist schließlich vergeben und das GLÜCKLICH!“
„ Und wenn schon? Ich vertrete immer noch die Meinung, dass IHR zu UNS und nicht zu diesen Schwachos gehört. Ihr glaubt vielleicht, dass ihr in eurer tristen Welt glücklich seid, doch was es wirklich bedeutet das wahre Glück gefunden zu haben, werdet ihr dort niemals erfahren.“
„ Mein reden! Mein reden!!“ quatschte Ri dazwischen.
„ Und warum glaubst du, dass wir es ausgerechnet bei euch finden werden?“
„ Weil ich da bin, ist doch klar.“ grinste er schief auf.
„ Dazu fällt mir gerade echt gar nichts mehr ein...“ starrte sie ihn mit einer Mischung aus Rastlosigkeit und Fassungslosigkeit an.
„ Du weißt eben ganz genau, das ich recht habe.“
„ Ich weiß gerade bloß, dass ich nichts wissen will...“ wandte sie sich kopfschüttelnd von ihm ab. „ Was haben wir da nur auf die Welt los gelassen?“
„ Jedenfalls keinen winselnden räudigen Köter...“ brummte Ki.
„ Also was ist nun? Gehen wir endlich ein paar Köpfe abschlagen oder soll ich euch demonstrieren, dass eure Schwachos im Gegensatz zu uns fehlgeschlagene Experimente darstellen, die gegen uns nicht den Hauch einer Chance haben? Nur zu.“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Letztendlich könntest du mir nicht eine Sekunde lang widerstehen.“ flüsterte er ihr noch selbstsicher zu, ehe er schon mal auf das Schlachtfeld zu schlenderte.
„ Pah und wie ich dir widerstehen würde.“ sah sie ihm beleidigt hinterher. „ Mhm, kann es sein dass sein Rücken sogar noch genialer geworden ist?“ flüsterte sie kichernd vor sich hin, ehe sie ihm folgte. „ Also, lassen wir ein paar Köpfe rollen, damit wir Chi nicht darauf aufmerksam machen müssen, was der für eine Flasche ist!“
„ Ich werde später darauf zurückkommen.“ versprach er ihr.
Inzwischen hatte sich Silias, Scarlett's böser Bruder, lang genug über die völlige Zerstörung erfreut und machte sich nun dran, mit seiner Schwester oder einem geeigneten Druckmittel nach Hause zurückzukehren.
„ Siehst du, wozu du mich getrieben hast, süße kleine Schwester? Das es überhaupt erst so weit kommen musste, ist ganz alleine deine schuld.“ sah er sich seufzend um, ehe er sich ihr wieder zuwandte. „ Auch wenn ich nicht behaupten kann, dass es mir leid tut.“ grinste er finster auf. „ Ich hätte von einem ausgewachsenen Luminaten und dem ach so mächtigen König der Seraphim doch einiges mehr erwartet, doch seht nur, wie leicht ich eure kleine heile Welt in Stücke reißen konnte und weißt du was das beste an dem ganzen ist? DU hast mich direkt zu diesem Bastard und seinen verabscheuungswürdigen Blagen geführt.“ zu mindestens den beiden kleinen Buben ging es einigermaßen gut, auch wenn sie gerade von ihm gefangen gehalten wurden. „ Es wird mir eine besondere Freude sein, diesen Missgeburten die Finsternis aus dem Leib zu quetschen. Tropfen für Tropfen, bis rein gar nichts mehr von ihnen übrig ist.“
„ Wage es... ihnen auch nur ein Haar...“ versuchte sie sich verzweifelt wieder auf die Beine zu bekommen. „ … und ich werde dich...“
„ Was wirst du mich? Sorry, ich konnte dich bei deinem Gewimmer nicht verstehen, Schwesterherz.“
„ Dann bringe ich dich um!“ starrte sie ihn wütend an.
„ Oh und das aus dem Munde eines Wesen, was sich einst für den Pfad des Schutzes entschieden hat. Ich bin enttäuscht von dir. Dieser Bastard hat dich versaut, Liebes. Warum kannst du das nicht einsehen? Für dieses Vergehen hat er noch viel schlimmere Strafen verdient, als ihn bloß sämtliche Knochen im Leib zu brechen! Oh ich weiß...“ blickte er wieder auf die Jungs herab. „ Ich werde ihn zwingen dabei zusehen, wie IHNEN sämtliche Knochen gebrochen werden. Jedenfalls, wird er das müssen, sofern er überhaupt solange überlebt.“ schmunzelte er erfreut auf. „ Und irgendwie wage ich das zu bezweifeln.“ er sowie die Bewohner seines Dorfes zählten nämlich zu den Schwerverletzten. „ Also Liebes. Vielleicht verschone ich ihre Leben, wenn du endlich aufgibst und mit mir nachhause kommst. Selbst du musst doch so langsam mal einsehen, dass das Spiel verloren ist. Oder geht dir deine Freiheit wirklich über das Wohlergehen seiner Blagen? Wo du ihn doch schon nicht schützen konntest, willst du da bei diesen hässlichen kleinen unschuldigen Schandflecken denn ebenfalls versagen? Komm endlich zur Vernunft, ehe es zu Spät ist.“
Doch noch bevor Scarlett auch nur darüber nachdenken konnte, ob sie aufgeben wollte oder nicht, kam ein riesiger Ziegelstein aus dem Nichts angeflogen und traf den ekelhaften Typen direkt ins Gesicht. Durch diese äußerst schmerzhaften Begegnung der steinigen Art, wurde Silias nicht nur aus dem Himmel geholt, so dass er einige Meter weiter unsanft auf den Boden schmetterte, die beiden Buben entkamen ebenfalls seinen Fängen, die auch gleich von Akira eingesammelt wurden.
„ Ich fasse es nicht, wie ekelhaft du bist!!“ kam Jaz mit zu Fäusten geballten Händen an gestampft. „ Erst verwüstest du die Umgebung, verletzt meine Figuren und dann wagst du es auch noch kleinen Kindern so widerwärtiges Zeug anzudrohen???? Ich hätte gerade nicht wenig Lust dazu, deine Hülle zu zerbrechen und dein erbärmliches Licht in Eugene's Lieblingsrassel zu stopfen! Wenn du Glück hast, rührt er damit bloß die Toilette um, doch wenn du Pech hast, was ich dir so sehr wünsche, dann wird er damit Hundescheiße-Kuchen backen!!“
„ Ih... das war aber widerlich.“ verzog Laura ihren Mund. „ Lass ihn doch lieber an der Rassel rum lutschen.“
„ Nein, das ist noch viel zu gut für den! Der erleuchtet mit der Rassel Gegenden an seinem Körper, wo das Licht nie hinkommt!“
„ Das... ist auch nicht besser.“
„ Das ist genau das richtige für so einen Kackhaufen, wie er einer ist!“
„ Was hast du denn plötzlich immer mit dieser Fäkalsprache?“
„ Ich bezeichne ihn nur als das, was er nun mal ist: nämlich ein Haufen Scheiße!“
„ Ich will euch ja nicht stören, aber hier krepieren gerade ein paar Leute... oder so.“ machte Ri auf sich aufmerksam, die mit dem Fuß einen bewusstlosen Vampir an stupste. „ Ich glaube der ist bereits hinüber. Wobei nein warte, der bewegt sich noch!“
„ Ich kümmere mich darum, dann kannst du dich weiter deinem geistreichen Dünnpfiff widmen.“ schielte die Co-Autorin die Freundin schief von der Seite an, ehe sie sich von ihr abwandte. „ So, jeder der meine Hilfe braucht hebt jetzt den Arm. Haha. Das war ein Scherz.“
„ WER WAGT ES MICH ZU STÖREN??“ kam Silias aus dem Haufen Müll herausgeschossen. „ Wer seid ihr, elendiges Pack?“
„ Ich heiße Ritsu!“ hob sie gleich die Hand in die Höhe, während sie mit wachsender Begeisterung die herum lungernde Bevölkerung mit dem Fuß anstieß.
„ Wer wir sind geht dich jawohl einen Scheißdreck an!“ fauchte Jaz den Typen an. „ Du bist sowieso nicht würdig, unsere Namen auch nur zu denken, geschweige denn sie in den Mund zu nehmen!“
„ Ha! Ob sie ihn wohl bloß nach Europa schreibt oder werden wir jetzt echt den ersten Todesfall in ihren Büchern miterleben? Und ausgerechnet jetzt ist natürlich mein Akku leer. Verdammt.“ grummelte Laura, während sie die von der Diebin getesteten Überlebenden heilte.
„ Verschwindet, solange ihr noch die Chance dazu habt oder ich werde persönlich dafür sorgen, dass ihr für immer von dieser Welt verschwindet.“ starrte er sie eiskalt an.
„ Von dir Drecksack lasse ich mir schon mal überhaupt nichts sagen! Wenn ich es für richtig halten würde, dann würde ich hier SOFORT hinziehen und FÜR IMMER hier bleiben! Da könntest du gar nichts dran ändern!“ konterte die Autorin. „ Aber keine Sorge, selbst wenn ich das machen würde, wärst du der letzte der das erfährt. Du wirst jetzt deine hässlichen Gefährten unter den Arm packen und dann ganz schnell abhauen, andernfalls mache ich dir Beine, verstanden?“
„ Und seit wann hast DU das zu bestimmen?? Wenn überhaupt, dann packst du deine Idioten-Armee zusammen und rennst ganz schnell weg. Während du das tust, solltest du zu deinen Gott beten, dass sich unsere Wege nie wieder kreuzen werden. Denn die nächste Begegnung überlebt ihr nicht. Habe ich mich klar ausgedrückt? Gut, dann verzieht euch. Doch zuvor hätte ich gerne die kleinen missratenen Schweine zurück, die dieser Pinscher mit sich rum schleppt.“ deutete er auf Akira hin, der die Buben noch immer auf dem Arm trug. „ Es gibt da etwas, was ich ihnen zeigen will.“ grinste er böse auf.
„ An Ori sollte ich dich verfüttern! Kurz und schmerzlos kommt in ihrem Wortschatz nämlich nicht vor, dort wo die sich drauf wirft, scheint nie wieder die Sonne!“ ballte sie die Hände erneut zu Fäusten. „ Und danach, wenn nur noch ein Häufchen Mist von dir übrig ist, werfe ich dich als Luca Hasser den Fans vor die Füße. Daraufhin, das schwöre ich dir, wird die Welt deine abgrundtief hässliche Visage nie wieder zu Gesicht bekommen.“
„ Hüte deine Zunge, du Miststück. Oder ich werde sie dir höchstpersönlich aus dem Körper reißen.“
„ Das solltest du besser nicht versuchen.“ mischte sich Kian nun auch ein. „ Und an deiner Stelle würde ich aufpassen, als was ich sie bezeichne.“
„ Klingt billiges Flittchen besser in deinen Ohren? Oder wie wäre es mit dreckige Hure? Oder doch lieber das Dreckstück?“
„ Darf ich?“ blieb der Hippo mit einem eigenartig Blutrünstigen Blick neben Jaz stehen.
„ Du darfst.“ verschränkte sie nickend die Arme vor der Brust.
„ Mhm... wie erfreulich.“ legte sich ein fieses Grinsen auf seine Lippen.
„ Hey wartet! Ich will auch Köpfe rollen lassen!“ kam Ri jubelnd angerannt.
Und nicht nur sie beteiligte sich am Ausmerzen der Feinde, auch Chiron ließ sich natürlich nicht zwei mal bitten, warum sollen auch nur die anderen ihren Spaß haben? Und ließ das Licht unter der Last seiner Finsternis regelrecht zerbersten! Bloß Akira lenkte lieber die süßen Bengel ab und das ganz offensichtlich mit wachsender Begeisterung. Ach und Laura kümmerte sich weiter um die Verletzten, was Jaz dann auch tat.
„ Unfassbar! Dieses Arschgesicht!!“ wütete die Autorin weiter rum. „ Wir sollten ihn nicht in Eugene's Lieblingsrassel sperren, sondern ihn Ori an den Bauch binden und zwar NACKT! Oder wir überlassen ihn für eine Minute den Warrior Cats! Danach wird ihn auch niemand mehr wiedererkennen! Oder nein! Wir binden ihn BRUTUS an den Bauch!!“
„ Tja, für diese Einfälle müssten wir aber in die Realität zurückkehren und das ist zur Zeit nicht möglich. Aber ansonsten sind das alles gute Ideen.“
„ Wer braucht schon die Realität? Ein Ori oder Brutus Ersatz ist ruckzuck hergeschrieben und ehe er sich versieht, ist er 'mitten drin' statt nur dabei.“
„ Das wäre für ihn trotzdem alles noch viel zu gut. Man müsste ihn Ori und Brutus gleichzeitig an den Bauch binden. Das wäre garantiert eine Bestrafung, die seiner würdig wäre.“
„ Pah! Hinterher gefällt ihm das noch!“
„ Ih, dann wäre das aber mit Abstand die widerwärtigste Person, die du jemals erschaffen hast.“ verzog sie ihren Mund.
„ Das ist der auch! Da gebe ich dir Brief und Siegel drauf.“
„ Nein! So haben wir nicht gewettet! Ich lasse mich von euch Schmeißfliegen nicht aufhalten! SO NICHT!!“ unterbrach Silias kreischende Stimme ihr Gespräch. „ ICH werde als letztes Lachen! ICH lache IMMER als letztes!! Und das beweise ich euch jetzt, indem ich das mit mir nehme, was EUCH am wichtigsten ist!!“ starrte er mit einem wahnsinnigen Blick zu den Hexen hin. „ Verabschiedet euch von euren Schlampen!“

Akt 18. Dejá Vue

Voller Verachtung und mit aller Kraft die ihm zur Verfügung stand, entsandt Silias, wir erinnern uns: der widerwärtige Kinderschänder!, die verheerendste Attacke, die er zu bieten hatte und schickte diese direkt zu den Hexen hin. Neben den unzähligen Lichtblitzen, die selbst Titan zerschneiden würden und dem kochend heißen Strahl, wurde der Angriff auch noch von seinem schrillen Gelächter begleitet und der Freude darauf, dass seine Widersacher bald nur noch ein Häufchen Asche darstellten.
Allerdings waren die Hexen nun nicht gerade wegen ihren ständigen Niederlagen bekannt und diese sahen sie jetzt auch nicht auf sich zukommen. Stattdessen wollten sie das Licht eigentlich von einer riesigen Ori einsaugen und dann zurückschleudern lassen, so dass Sili seine eigene Medizin zu schlucken bekam und die fette Qualle noch oben drauf fiel. Jedoch war da jemand schneller als sie: nämlich Chi! Um genau zu sein: ICE-CHI!
Wie ein junger Gott, oder in diesem Fall Teufel, trat er aus seinem finsteren Portal heraus und platzierte seine Erscheinung direkt vor den Damen. Die zarten Fäden der Dunkelheit umschmeichelten seinen Körper, während er seine Hand hob, in der er sein Ultra geiles göttliches Schwert hielt, dabei vielsagend auf grinste und seine Schützlinge im Hintergrund eine übelst schockierte Miene aufzogen. Gleichzeitig als der Jäger vor ihnen erschien, hatten sie nämlich auch Ori hergeschrieben und die wabbelte gerade direkt über seinem Kopf rum. Doch die Befürchtungen der Hexen, dass Chiron jeden Moment von ihr zermatscht werden könnte, waren völlig unbegründet. Als er nämlich seine schlafenden Gene weckte, die wahrlich einschlugen wie eine Bombe, veränderte sich nicht nur sein Äußeres schlagartig, auch die Umgebung verwandelte sich binnen kürzester Zeit in eine Eislandschaft. Ori wurde durch das explosionsartig ausbreitende Eis pulverisiert und die drohende Gefahr schaltete er total easy durch ein Eisschild aus. Es schien ihn nicht mal sonderlich anzustrengen, seine Kälte angesichts der heißen Flut zu bewahren. Ganz im Gegenteil sogar, weil er nebenbei noch die Zeit fand, seinen Feind mit einem Eiszapfen zu durchbohren, gerade da, als sich Kian auf ihn stürzen wollte und nun sichtlich verstimmt zu seinem Schützling herab sah.
„ Kyyaaahhh!!“ hüpften die Hexen begeistert von einem Bein auf das andere. „ ICE-CHI!“ und dabei kreischten sie ähnlich wie die irren Fans rum.
„ Die blauen Augen!! Die silbernen Haare! Seine Haut ist blasser und seine Temperatur kälter! Ich kann seine eisige Aura sehen!!“ liefen sie aufgeregt um ihn herum.
„ Ich glaube ich kotze gleich ins Essen...“ betrachtete Ki das Spektakel brummend.
„ Ice-Chi!!!“
„ Ich glaube hier erfrieren gerade ein paar Unschuldige!“ machte Ri auf sich aufmerksam, die nun, wo die Feinde beseitigt waren, wieder die Unschuldigen mit dem Fuß an stupste. „ Jep, die sind steinhart.“
„ Ach, das haben Eisskulpturen so an sich.“ wehrte Laura gleich ab.
„ Ihr habt übrigens auch schon ganz blaue Lippen...“ wies sie darauf hin.
„ Ach, das haben blaue Lippen eben so an sich.“
„ Ich merke schon, ihr wollt unbedingt krank werden, damit wir euch wieder gesundpflegen müssen.“ mischte sich Akira ebenfalls ein. „ Und während wir das tun, haltet ihr uns dann im Fieberwahn für eure Schwachos und wo das enden wird... nun...“ legte sich ein sanftes Grinsen auf seine Lippen. „ … das bedarf nun wirklich keiner weiteren Erklärung, oder? Also eigentlich...“ verschränkte er die Arme hinterm Kopf. „ Eure Lippen sind noch gar nicht blau, das sieht nur so aus.“
„ Quatsch, das sieht nicht nur so aus!“ protestierte Ri. „ Das sieht doch sogar ein Blinder, dass die voll blau sind.“
„ Aki hat Recht.“ lenkten die Hexen schließlich ein.
Schon kurz darauf hatten sie die gesamte Umgebung wiederhergestellt und sämtliche Bewohner geheilt, gerettet oder ins Leben zurückgeholt. Außer die Feinde natürlich, die blieben pulverisiert.
„ So, jetzt aber!“ nickte Laura die Umgebung stolz ab. „ Es ist alles wieder in Ordnung, also lasst uns endlich gehen, unser Raumschiff heran schaffen und dann essen!“
„ Und baden.“ fügte Jaz hinzu. „ Ich brauche ganz dringend ein entspannendes heißes Bad mit anschließender Massage...“ machten sie sich auf den Weg, um den verbotenen Wald hinter sich zu lassen.
„ Au ja! Eine Massage, das wäre jetzt echt klasse. Die bei diesem Thai-Mann war genial.“
„ Meinst du die, bei der du eingeschlafen bist?“ wollte sie grinsend von ihr wissen.
„ Ja genau! Das zeigt doch nur, wie gut sie war, wenn ich dabei sogar einschlafe!“
„ Die war aber wirklich echt gut. Zum Glück waren wir nicht bei dieser Rückenbrecherin!“ giggelte sie. „ Wobei man ja schon sagen muss, dass Yami und Luca danach auch wie neugeboren aussahen. Sie haben nur nicht so stark gestrahlt wie wir.“
„ Ja!“ lachte Laura beherzt drauf los. „ Die war wohl selbst für Yami zu rabiat. Dabei sollte der dank seiner Sektenzeit eigentlich schlimmeres gewohnt sein.“
„ Vielleicht hätte er das ja nicht so schlimm gefunden, wenn er von einem Mann durchgeknetet worden wäre? Er war bestimmt mehr als nur fassungslos als er erfuhr, dass er nicht von dem Schrank eines Mannes sondern der zierlichen Frau massiert werden sollte.“
„ Ich war aber auch erstaunt darüber, als plötzlich dieser Muskelprotz herein gestampft kam. Am liebsten wäre ich ja gleich schreiend davon gestürmt, aber zum Glück habe ich es nicht getan.“  
„ Doof geguckt habe ich aber auch.“ erinnerte sie sich lachend. „ Wäre ich nicht so schockiert gewesen, dass ich erstarrte, wäre ich vermutlich auch getürmt. Ach, hat Luca eigentlich diesen Kurs mitgemacht? Der wollte doch lernen, wie man jemanden so massiert, wie wir massiert wurden?“
„ Ja, aber den regulären Kurs konnte er dann nicht besuchen, weil seine Fans irgendwie von seinen Plänen erfuhren und das, wo er sich doch mit falschen Namen angemeldet hatte. Die haben sich wohl ziemlich heftig darum geprügelt, wer seine Übungspartnerin sein darf.“
„ Das war aber eigentlich vorprogrammiert, selbst wenn sie nichts von seinen Plänen gewusst hätten. Seine Fans sitzen doch überall, selbst bei einem Massage-Kurs.“ wo sie recht hatte. „ Ist er denn heil da wieder raus gekommen?“
„ Er sah schon ein bisschen zerrupft aus, aber sonst ging es ihm gut.“ nickte sie. „ Danach hatte man ihm einen Schnupperkurs bei einem alten Ehepaar angeboten. Die waren zwar schon lange im Ruhestand, aber wahre Experten was das Massieren anging. Bei denen war er dann.“
„ Und? Kann er es?“ hakte sie interessiert nach.
„ Keine Ahnung?“ sah sie sie belustigt an. „ Wie sich nämlich herausstellte, kann er dabei nicht lange professionell bleiben. Jedenfalls dann nicht, wenn er mich massieren soll.“
„ Es wäre doch auch ärgerlich, wenn er sich bloß aufs kneten beschränken könnte, oder?“
„ Ja, allerdings.“ lächelte sie leicht. „ Ich hoffe wirklich, dass sie das Prisma reparieren können.“
„ Davon bin ich nach wie vor überzeugt.“ versicherte sie. „ Vielleicht sollten wir uns unseren eigenen Massage-Lehrer herbestellen und wenn wir dann in die Realität zurückkehren, überraschen wir sie mit unserem Können.“
„ Das wäre eine herausragende Idee, wenn da nicht dieser klitzekleine Haken wäre. Ich bin nämlich mindestens genauso unprofessionell in dieser Hinsicht wie Luca.“ schmunzelte sie.  
„ Mhm ja, ein Profi würde ich da wohl auch nicht werden.“ kratzte sie sich am Kopf rum. „ sei es drum. Dann müssen wir uns eben wen herholen, der uns massieren kann ohne dabei die Professionalität zu verlieren. Das sollten wir gleich in Angriff nehmen, sobald unser Schiff angekommen ist!“
Zwischenzeitlich hatten sie den Wald zwar hinter sich gelassen und waren auf einem freien Feld, was groß genug war um das Raumschiff landen zu lassen, angelangt, doch erstens kam es meisten ja ohnehin anders und zweitens als man dachte.
Als sich die Hexen nämlich so schön ausmalten, wie sie von in weiß gekleideten Männern massiert wurden und sich die Herren der Gruppe wiederum vorstellten, wie sie die Position der in weiß gekleideten Männer einnahmen und Ri mal so gar nichts dachte, schlug hinter ihnen, mal wieder, eine Bombe ein.
Natürlich reagierten alle wieder ohne zu zögern, so das niemand ernsthaft verletzt wurde. Ki stürzte sich wie zuvor schon auf die Autorin, während Chi Laura in den Dreck warf und Aki zerquetschte Ri.
Dieses Mal war die Zerstörung auch nicht ganz so verheerend, da die Bewohner schnell genug reagieren konnten, um sich dieses Mal ebenfalls zu schützen.
„ W-Was soll das denn??“ keuchte Jaz. „ Und wer überhaupt?“
„ JAZ?? Hast du den etwa heimlich wiederbelebt??“ wollte Laura keifend von ihr wissen.
„ Nein, habe ich nicht!“
„ Bist du dir wirklich sicher? Wenn du jetzt gestehst, dann fällt die Strafe viel milder aus!“
„ Ich habe den nicht zurückgeholt!! Wie käme ich denn dazu? Der soll schön da bleiben wo der Pfeffer wächst!“
„ Wehe wenn nicht.“
„ Also von mir aus kannst du ihn so oft zurückholen wie du willst. Wenn es dann immer zu so einer Situation kommt, dann habe ich rein gar nichts dagegen einzuwenden.“ grinste Ki, der mal wieder über der Autorin hockte.
„ Ach halt den Mund! Hoffentlich wirst du das nächste Mal von einem herum fliegenden Ast erschlagen!“ keifte die Co-Autorin. „ Oder wenigstens so heftig getroffen, dass du dich in Eugene 2.0 verwandelst!“
„ Dann hat es sich zu mindestens aus gehechelt.“ grinste Aki schief auf.
„ Dich stecke ich trotzdem noch locker in die Tasche.“ behauptete er. „ Also was ist nun? Gehen wir hin und räumen den Müll auf, oder verziehen wir uns einfach?“
„ Welch Zufall, dass ausgerechnet DU von Müll wegräumen anfängst.“ schielte die Mangaka grinsend zu ihm hin. „ Du würdest garantiert einen hervorragenden Müllmann abgeben.“
„ Klar und du wärst perfekt dafür geschaffen, dich von irgendeinem unfreundlichen Chef herum schubsen zu lassen, nach dessen Pfeife du tanzen darfst und der dich dafür noch nicht mal gebührend entlohnt.“
„ Pah! DAS passt jawohl so überhaupt nicht!“
„ Tja, wer weiß denn schon, was du in anderen Realitäten nicht alles machst?“
„ DAS auf jeden Fall nicht! In sämtlichen Realitäten bin ich eine erfolgreiche Frau, mit einem Job, um den mich alle beneiden und einem Haus, indem sich meine Pakete bis unters Dach stapeln. Vielleicht liege ich auch täglich am Strand und lasse mich von der Sonne brutzeln, während ich von den 'Kian's' der Welt von vorne bis hinten bedient werde und weißte was?“ starrte sie ihn überlegen an. „ Ich werde ihnen dafür nicht einen Cent Trinkgeld geben!“
„ Oh ja, das trifft mich jetzt natürlich mitten ins Schwarze. Ich merke schon, wie ich innerlich verblute.“
„ Ja, langsam ausbluten lassen, das geschieht dir recht!“
„ Bevor das geschieht, sollten wir uns erst mal um die Mistkerle kümmern.“ knurrte Jaz.
„ Ich kümmere mich schon darum. Holt ihr in der Zeit das Raumschiff her.“ schlug Chi vor.
„ Ich begleite dich.“ nickte sein Wächter.
„ Na gut.“ nickte die Autorin. „ Ihr zwei seid alleine ohnehin schneller als wenn wir alle wieder dahin rennen.“
„ Hauptsache ihr lasst euch nicht einfangen, andernfalls werde ich euch für immer auslachen!“ gab Laura ihren Senf dazu ab.
Am liebsten würden jetzt bestimmt alle lesen, dass die großen Träger der Dunkelheit vom Vater des Kinderschänders überwältigt und gefangenen genommen wurden. Allerdings sind die Thalianer einfach zu großartig und der böse Vater zu unterirdisch Scheiße, als dass DAS passieren könnte. Stattdessen tauchten die Herren wie aus dem Nichts bei ihnen auf und genauso plötzlich wie sie erschienen waren, genauso plötzlich war auch ihr Abgang gewesen,  den sie hinlegten, nachdem die Feinde erneut in ihre Lichtpartikel aufgespalten wurden. Nachdem sie wieder bei den anderen angekommen waren, reparierte Jaz erneut die Umgebung und behielt diese so lange im Auge, bis sie schließlich in ihr Raumschiff stiegen, auch da noch starrte sie den Wald von einem Fenster aus an, und dann davon flogen. Was nun folgte, sollte etwas folgen, entzog sich ihrer Kenntnis und somit ihrer Verantwortung.
Währenddessen war in der Realität die Nacht herein gebrochen, weshalb so ziemlich jeder gezwungenermaßen nach Hause fahren musste. Das Prisma hatte Luca vorsichtshalber mitgenommen, nicht dass es noch Beine bekam und dann verschwand. Bei den Müllsammlern konnte man ja nicht vorsichtig genug sein. Nicht auszudenken was passieren würde, wenn sie das Prisma wegen einem fehlenden Puzzlestück nicht reparieren konnten. Das würde weder Martha noch Paul oder die Putzfrau oder wer auch immer überleben. Gerade Luya ging ohnehin schon auf dem Zahnfleisch und war mehr als nur leicht reizbar, was Maria auch schon abbekam. Diese hatte Yami, der ja sonst immer die Ruhe in Person war, vergessen zu sagen, weil sonst war er einer von denen die das von selbst taten, dass der Tee kochend heiß war und er vorher pusten musste. Dementsprechend verbrühte er sich und die arme Maria musste es ausbaden. Allerdings hatte er sich danach tausendmal bei ihr entschuldigt und als verständnisvolle Set-Mutti hatte sie ihm natürlich sofort verziehen. Dennoch fühlte er sich jetzt doppelt schlecht und noch überforderter als ohnehin schon. Allerdings, was bestimmt sehr erfreulich war, sah man die niedergeschlagene Miene auch bei den anderen Schauspielern.
Eugene zum Beispiel, versuchte völlig Lustlos den runden Klotz in die eckige Öffnung zu stopfen, Maria brach ohnehin ständig in Tränen aus, sobald sie etwa an die Cheffinnen erinnerte und hier erinnerte einfach alles an sie, Diana's ICH'S waren nicht ganz so groß, Jacki und Chantal schnippten ihre Kippen sogar weg, ehe sie ausgeraucht waren!! Von Luya brauchten wir gar nicht anfangen und Toni saß total offensichtlich und von allen erkennbar hinter dem großen Stützpfeiler auf dem Boden. Brutus hatte nicht mal Lust zu trainieren und Paul, man glaubte es kaum, trat gelangweilt potentiellen MÜLL durch die Gegend. Martha war ja auch bekanntermaßen auch nur noch ein Häufchen Elend. Sogar EY DU und EY DU, Toni's Gorillas, ließen ihre Köpfe hängen.
Alles in allem war einfach eine rabenschwarze Nacht hereingebrochen und der Morgen ließ noch lange auf sich warten.

Akt 19. Sahira

Das Haus war zu groß, zu leer und viel zu still. Es wirkte sogar noch größer, leerer, kälter und stiller wenn Luca daran dachte, dass die Rettung der Autorinnen noch gar nicht in trockenen Tüchern war. Niemand wollte das aussprechen doch jeder wusste es: sie nie wiederzusehen war genauso wahrscheinlich wie sie bald wieder in die Arme schließen zu können und vielleicht war ersteres sogar ein Stück weit wahrscheinlicher. Und das schlimmste an der Sache war, dass sich der Herr die Schuld an dem Desaster gab. Wenn er Chiron am Telefon nicht für Yami gehalten und diesem bereitwillig den Aufenthaltsort des Seelenprismas verraten hätte, dann wäre das alles nicht passiert. Dann würden die Freundinnen nicht in einer anderen Welt festhängen und müssten dort nicht die schlimmsten Qualen überstehen. (Sich nach einem Bad massieren zu lassen, aber das konnte der Schauspieler ja nicht wissen.) Dann war er auch noch derjenige gewesen, der das Prisma überfuhr. Nun gut, für all die Dinge konnte er nichts, dennoch verschwanden seine Schuldgefühle deshalb nicht. Doch was ihm langsam aber sicher abhanden kam, war die Hoffnung und seine Träume, die rutschten immer weiter in den Hintergrund, bis sie schon fast gar nicht mehr zusehen waren.
Noch war nichts verloren, aber so fühlte es sich an und genau dieses Gefühl war es, was so ziemlich jeden zu Boden drückte. Es verhinderte, dass man mit erhobenen Hauptes nach vorne Blicken konnte oder mit einem 'ich bereue nichts'-Blick zurück. Im Nachhinein gab es sogar echt viel was er bedauerte. Zum Beispiel das er zu zurückhaltend, forsch oder vielleicht sogar zu schüchtern war. Jedenfalls wenn es um seine Freundin ging. Wenn er von vornherein energischer auf die Erfüllung seiner Wünsche gepocht hätte, vielleicht wären sie dann bereits seit Jahren verheiratet? Vielleicht wartete sie ja bereits seit einer Ewigkeit auf die entscheidende Frage und er war bloß zu blind, als dass er das sehen konnte? Und nun? War es jetzt zu spät, um es noch sehen zu dürfen? Das machte ihn wirklich fertig.
Doch eines wusste er ganz genau: sollten sie eine zweite Chance geschenkt bekommen, dann machte er alles anders! Dann pfiff er auf die Geheimhaltung, dann würde er alles daran setzen, dass sie ganz offiziell ihm gehörte und das für immer. Dann würde er sie davon überzeugen, dass sie ihre Zeit lieber in ihn und nicht in ihre Bücher investieren wollte. Das glich schon fast an der Unmöglichkeit, aber das interessierte ihn gerade herzlich wenig. Wenn sie nur zurückkamen, dann versprach er hoch und heilig, Gott war sein Zeuge, dass er alles besser machen würde.
Ähnliche Gedankengänge hatte Yamiang ebenfalls, bloß dass sein Haus nicht mal ansatzweise als 'Leer' bezeichnet werden konnte. Durch die Fülle an Dekorationen und Schränke für die Dekorationen kam es einem auch kleiner vor, als es in Wirklichkeit war. Dennoch war es hier einfach zu still, zu erdrückend und überhaupt nicht mehr mit Leben gefüllt. Er erwischte sich sogar dabei, wie er gedankenverloren im Flur stand und mit dem Finger die Tür der Vitrine zum leisen Klacken brachte, bloß weil er die Hoffnung hegte, dass Laura von irgendwoher angerast kam und ihn dann mit einem einfachen Schlag auf den Mond schleuderte. Doch sie kam nicht...
Was die Beziehung mit seiner Freundin betraf, gab es auch nichts was er bisher bereute. Sie waren glücklich und lebten immerhin bereits zusammen und das praktisch von Anfang an. Für alles weitere, was ihre gemeinsame Zukunft betraf, war noch massig viel Zeit. Wer wusste denn schon, was das Schicksal für sie parat hielt? Vielleicht würden sie irgendwann auf ihrer eigenen einsamen Insel leben, wo neben ihrem gemeinsamen Haus mit geräumigen Garten, noch weitere Häuser standen, in denen ihre Sammelleidenschaft untergebracht war? Vielleicht folgte die Hochzeit? Ja, die Vorstellung daran, wie sie im weißen Kleid auf ihn zu trat, war genial, doch nur wenig realistisch. Doch ob oder ob nicht änderte rein gar nichts daran, dass er einfach gern in ihrer Nähe war und das auch bleiben wollte.
Und da er mit dem bloßen rum sitzen nicht klar kam, er durfte ja eigentlich nichts anfassen es sei denn, sie konnte ihm dabei auf die Finger schauen und er fürs Meditieren gerade keinen Kopf hatte, warf er zu dieser unchristlichen Zeit ein paar Klamotten in eine Tasche und warf diese dann ins Auto, mit dem er schon wenige Augenblicke davon fuhr.
Bei Jaz im Haus brannte sogar noch Licht, weshalb Yami nicht eine Sekunde lang zögerte und sich gleich aufmachte, um dort anzuklingeln. Vermutlich hätte es ihn aber auch nicht abgehalten dies zu tun, wenn alle Lichter erloschen wären.
„ Ich hoffe du hast nichts gegen ein bisschen Gesellschaft einzuwenden?“ wollte er von Lu wissen, als dieser die Tür öffnete.
„ Nein, natürlich nicht. Komm ruhig rein.“
„ Danke.“ trat er ein und schloss dann die Tür hinter sich. „ Hast du das Prisma auch hier? Ich wollte es mir noch mal ansehen. Vielleicht finde ich doch heraus, wie wir es wieder zusammensetzen können.“
„ Tu dir keinen Zwang an, es liegt in der Küche auf dem Tisch.“ deutete er Yami an ihm zu folgen. „ Ich habe mein Glück auch bereits versucht, aber ohne Erfolg, wie man sieht.“
„ Ich glaube auch nicht wirklich, dass ich mehr bewirken kann, aber alles ist besser als bloß doof in der Gegend rum zu sitzen. Von nichts kommt eben auch nichts.“
Doch selbst wenn sie zu zweit über den Bruchstücken hockten, kam trotzdem nichts bei rum. Das System war zu komplex und ihr Horizont nicht weit genug, um den ganzen Ausmaß begreifen zu können. Es glich ja bereits einem Buch mit sieben Siegeln, wie das Teil überhaupt funktionieren konnte, wie sollten sie also verstehen können, wie es aufgebaut war? Gar nicht, genau. Deshalb waren sie am Morgen noch genauso schlau wie am Abend zuvor, das Prisma war noch immer genauso zerstört und die Damen genauso verschwunden. Bloß die niedergeschlagene Laune, die war deutlich präsenter.
„ Wenn sie nur wiederkommt, dann würde ich ihr erlauben zwei Bücher gleichzeitig zu schreiben.“ gab Luca von sich, der mit dem Oberkörper auf der Arbeitsplatte lehnte.
„ Ich würde Laura mein gesamtes Vermögen vermachen, damit sie noch mehr Shoppen kann.“ meinte Yami, der mit dem Oberkörper auf dem Tisch lag.
„ Ich würde nichts mehr sagen, wenn sie plötzlich wegen einer Blitzidee davon rast. Egal in welcher Situation.“
„ Ich würde meinen Wasserfall abreißen, damit sie noch mehr Platz für ihre Pakete hat.“
„ Ich würde freiwillig in den Kleiderschrank des Schreckens ziehen.“    
„ Ich würde einfach alles tun und hergeben, damit sie wiederkommt.“ atmete der Mönch schwer aus.
„ Ich werde ihr auch nicht mehr verbieten nach Thalia zu reisen. Es sei denn, sie tut das um sich heimlich mit Kian oder Thanatos zu treffen...“
„ Ja, das alles wäre vermutlich niemals passiert, wenn wir nicht dagegen gewesen wären. Dann hätten Chiron und die anderen nicht den perfiden Plan aushecken müssen, sie für immer nach Thalia zu holen und alles wäre gut.“
„ Oder vielleicht wäre es auch noch viel schlimmer gekommen, weil sie irgendwann feststellen, dass sie doch lieber mit Chiron und Kian zusammen sind. In dieser Welt, in der die Hexen an keinerlei Grenzen gebunden sind. Die Idioten haben doch vollkommen recht, was sollten sie mit uns anfangen wollen, wenn sie jemanden wie die da haben können?“
„ Wir sind real, die da hinten nicht! Mehr muss man darüber nicht sagen.“
„ Dafür das die nicht real sind, machen die aber ganz schönen realen Ärger.“  
„ Ich will da trotzdem nichts drüber hören.“ grummelte der Mönch. „ Es ist ja nicht so, als wäre mir nicht bewusst mit wem die da eigentlich abhängen und ich habe auch nicht vergessen, dass mich Laura gerne als Chi oder Chi-klon bezeichnet. Dennoch will ich daran glauben, dass sie letztendlich MICH sieht und nicht ihn.“
„ Gerade kann sie aber nur ihn sehen und wer weiß denn schon, ob sich das irgendwann mal ändern wird? Vielleicht glauben sie ja nicht mal selbst daran und haben sich längst dem nächstbesten schulterzuckend zugewandt.“
„ Dein Vertrauen zu Jaz muss ja wirklich grenzenlos sein, wenn du ihr so was echt zutraust.“
„ Du hast es doch selbst gehört...“ strich er sich durchs Haar. „ … zwischen Kian und ihr wäre doch schon fast etwas gelaufen, wenn ihm die anderen nicht dazwischen gefunkt hätten.“
„ Dennoch glaube ich nicht, dass sie dich einfach so vergessen könnte. Schließlich liebt sie dich und auf diese Art von Liebe nur dich.“ beharrte er. „ Lass den Kopf nicht so hängen, Luca. Wir werden sie zurückholen, selbst wenn wir uns dafür die schlimmsten Flüche einfangen müssen, die sich eine Hexe ausdenken kann.“
„ Du hast Recht.“ lächelte er leicht. „ Ich werde sie ihm auch nicht kampflos überlassen. Also sollten wir uns etwas ausruhen und später noch mal versuchen das Teil zu reparieren.“
„ Ok.“
Was sie dann auch taten, wobei sich Yami im Gästezimmer nieder ließ und Luca im Schlafzimmer. Heute drängte sie auch keiner zum Aufstehen, da die Dreharbeiten ohnehin auf Eis lagen und der Schnitt die bereits erwähnten Sondersendungen zusammenschnitten. Einen ruhigen erholsamen Schlaf fanden sie dadurch zwar nicht, aber dafür schöpften sie neue Energie, die sie dann wieder aus dem Fenster werfen konnten.
Bevor es allerdings so weit kommen konnte, wurde Yami, der noch etwas schlaftrunken aus seinem derzeitigen Reich gewackelt kam, auf ein kindliches Gemurmel aufmerksam, was aus der Küche kam. Genau in diesem Moment kam auch der andere Herr aus dem Raum geschlendert, wodurch sie dann vereint vor der Küchentür standen und ungläubig hinein schielten.
„ Du hast vollkommen Recht, Goldi. Es sieht wirklich so aus, als wäre ein Panzer drüber hinweg gefahren. Aber ja, der Kern des Zaubers ist noch intakt. Also kann ich es reparieren. Was sagst du? Da steht wer an der Tür?“ sah sie zu den Herrn hin. „ Du hast Recht, da steht wer an der Tür.“
Wie sich herausstellte, stand da ein etwa zehn Jähriges Mädchen auf einem Stuhl und sah auf auf das Prisma herab. Neben ihr stand ein Fischglas auf dem Tisch, in dem ein schwarzer Fisch mit dem Bauch nach oben vor sich hin wippte.
„ Keine Sorge, Goldi. Das dürften Yami und Luca sein.“
„ Ja genau und wer bist du? Wie kommst du hier überhaupt rein?“ wollte der Hausherr wissen. „ Und was hast du hier zu suchen?“
„ Ihr habt doch nach mir gesucht, oder nicht?“
„ Warum sollten wir nach dir suchen?“
„ Na weil ich als einzige dazu in der Lage bin, das Prisma zu reparieren und das soll ich doch machen, oder nicht?“ blickte sie auf die Bruchstücke hinab.
„ Warte! Bist du etwa Sahira???“ fiel ihm und danach Yami beinahe alles aus dem Gesicht.
„ A-Aber du bist ja noch ein Kind!!“
„ Was bin ich?“ starrte sie sie mit hochgezogener Augenbraue an. „ Ach so, die Gestalt. Danke das du mich darauf aufmerksam machst, Goldi. Das ist nicht mein wahres Äußeres, doch wenn man unentdeckt unter den Menschen leben will, dann muss man sich dementsprechend anpassen, nicht wahr?“ legte sich ein sanftes Grinsen auf ihre Lippen, ehe sie kurz mit dem Finger schnippte und dann von einem dichten Dunst umhüllt wurde.
Als sich der Nebel wieder verzogen hatte, stand eine heiße schwarzhaarige Braut plötzlich dort, wo bis gerade noch das Kind hockte. Schwarzes langes gelocktes Haar, Lippen so rot wie Rosen, kristallklare blaue Augen, eine Figur, die schon so manch Männerherz schwach werden ließ und einem Outfit, was keine zweifel daran ließ, dass sie das heißeste war, was die irdische Hexenwelt zu bieten hatte. Was ihr aber fehlte, war die Hexennase, der Hut, der Besen oder die Warzen.
„ Sieht so eher eine Hexe für euch aus?“ grinste sie sie verführerisch an.
„ Nun, immerhin bist du jetzt kein Kind mehr...“ hüstelte der Superstar.
„ Ja, ich wusste auch, dass ich ihnen gefallen würde. Aber danke für das Kompliment, Goldi.“
„ Wer ist Goldi?“ hakte Yami nach.
„ Na mein treuer Freund, Goldi, der Katzenfisch.“ deutete sie auf das Fischglas hin.
„ Aber Goldi schwimmt mit dem Bauch nach oben...“ bemerkte er.
„ Ja, das tut sie immer wenn sie schläft.“
„ Bedeutet das normalerweise nicht, dass der Fisch tot ist?“
„ Glaubst du das? Dann versuche doch mal deinen Finger ins Wasser zu tauchen.“
„ Warum sollte das denn nicht gehen?“ zog er irritiert eine Augenbraue hoch, ehe er seinen Zeigefinger Richtung Wasser doch kurz bevor er es erreichte: „ UAH!“
Wirbelte Goldi plötzlich herum und kläffte wie ein tollwütiger Hund drauf los, ehe sie die Herrn mit fletschenden Zähnen musterte.
„ Siehst du? Sie schläft nur.“
„ Was ist das für ein Fisch??“
„ Ein Katzenfisch, das sagte ich doch bereits.“ kraulte sie dem Wesen lächelnd das Köpfchen. „ Also was ist nun? Soll ich das Prisma reparieren und die Damen retten oder soll ich wieder gehen?“
„ NEIN!“ kam es gleich von beiden wie aus der Pistole geschossen. „ Bitte repariere das Prisma.“
„ Und was seid ihr bereit dafür zu zahlen?“ betrachtete sie sie mit einem vielsagenden Blick, der absolut keine Zweifel daran ließ, was sie für einen Preis begehrte.
„ Das ist... nicht dein Ernst, oder?“
„ Nichts auf der Welt ist umsonst? Oder?“
„ Aber dieser Preis ist utopisch!“
„ Ist euch eure Liebste das denn nicht wert?“
„ Eben weil sie mit so viel wert ist, kann ich diesen Preis nicht zahlen!“
„ Warte.. was genau glaubst du will ich von euch?“ hellte sich ihre Miene belustigt auf.
„ Sex! Das ist doch total offensichtlich!“
„ Hahaha!“ lachte sie beherzt drauf los. „ Tut mir leid, Jungs. Aber um mit euch schlafen zu wollen, müsstet ihr das andere Geschlecht besitzen. Was aber ganz offensichtlich nicht an dem ist. Was ich will ist bloß euer Shirt.“ deutete sie grinsend darauf hin. „ Das werde ich dann an den Meistbietenden verkaufen.“
„ Oh... ja, das geht schon in Ordnung.“ kratzte sich Luca am Kopf rum.
„ Na also, dann kommen wir ja doch noch ins Geschäft.“  
„ Wenn du sofort damit anfängst, das Prisma zu reparieren, dann kannst du von mir aus meinen ganzen Kleiderschrank haben.“ versicherte Yami.
„ Danke, aber ein Shirt reicht vollkommen um für immer ausgesorgt zu haben. Was bringt mir denn noch mehr Geld, wenn ich nicht genug Zeit habe alles auszugeben?“

Akt 20. die Seherkugel

„ Ich bin fasziniert.“ murmelte Sahira. „ Was das Prisma für eine Macht besitzt, das ist unglaublich. Ich wusste doch, dass ich nicht zufällig auf Jaz gestoßen bin. Ihre Vorstellungskraft muss gigantisch sein. Mit dem richtigen Gen wäre sie bestimmt eine mächtige Hexe geworden.“ lächelte sie. „ Ja, Goldi, vielleicht sogar so mächtig wie ich. Aber ich spüre hier noch eine andere Macht. Eine ähnlich starke, doch weniger standhafte Kraft. Sie ist flatterhafter und gleicht auch eher einem Rudel wilder Wölfe, die allesamt in eine anderen Richtung rennen wollen, als einer geschlossenen Gemeinschaft.“
„ Das klingt stark nach Laura.“ bemerkte Yami, der genauso wie Luca neben der Hexe stand und ihr ununterbrochen über die Schulter sah.
„ Ah, Laura also. Das erklärt einiges.“
„ Ach und was?“
„ Warum das Prisma so stark ist, zum Beispiel. Es ist zwar auf Jaz Fantasie fokussiert, jedoch wird es auch durch Laura's Vorstellungskraft gespeist.“
„ Sie inspirieren sich gegenseitig, meinst du das damit?“
„ Genau. Jaz profitiert von Laura's Ideenreichtum und das wiederum stärkt das Prisma.“
„ Kannst du es denn reparieren und können wir sie danach zurückholen?“ hakte Luca nach.
„ Dadurch das der Kern des Zaubers noch intakt ist, ist auch der Zutritt der Welt noch intakt. Wenn ich es repariert habe, werdet ihr also wieder dorthin reisen können.“
„ Dem Himmel sei Dank.“ atmeten sie beide gleichzeitig erleichtert aus.
„ Dann verliere keine Zeit mehr und fange an.“
„ Wie ihr wünscht, meine Herren.“
Die moderne irdische Hexe von heute benutzt natürlich kein Werkzeug. Alles was sie brauchte waren ihre Hände und ihre Zauberkraft. Durch ihren Willen und einem kleinen magischen Schubser fügten sich die Bruchstücke praktisch von selbst zusammen. Allerdings waren es echt viele Teile und nicht immer passten die Stücke auch zusammen. Es war wie ein gigantisches Puzzle, mit unterschiedlich großen Teilen und verschiedenen Ebenen. Es wieder zusammenzusetzen war also kein Kinderspiel und das schon gar nicht, wenn da zwei Klugscheißer neben einen standen, die einem nicht nur die ganze Zeit mit ihren nicht gerade hilfreichen Ratschlägen auf den Sack gingen, sondern schon dann ein Störfaktor darstellten, wenn sie bloß da standen und ihr auf die Finger starrten. Oder ins Dekolletee, man wusste es nicht so genau.
„ Ok, das reicht!“ schob sie die Gaffer ruckartig von sich. „ Ich kann so nicht arbeiten und ihr wollt doch, dass ich das kann, oder?!“ lehnte sie ihre Hände übereinander und hielt dann plötzlich eine Glaskugel in der Hand. „ Deshalb begnügt euch hiermit und lasst mich in ruhe weiter arbeiten.“
„ Was ist das?“ wollte Yami wissen.
„ Eine Seherkugel. Damit könnt ihr sehen was Jaz und Laura gerade machen.“
„ Was...?“ starrten sie sie mit großen Augen an. „ Wirklich?“
„ Natürlich.“ rieb sie mit ihrer Hand darüber und schon kurz darauf erblickte man das Cockpit eines Raumschiffes und auch Chiron und Laura waren zu sehen.
„ LAURA!!“ riefen die Herrn im Chor.
„ Sie können euch natürlich weder hören noch sehen, aber dafür könnt ihr es.“ hielt sie ihnen die Kugel hin und genau in diesem Moment holte die Co-Autorin aus und verpasste Chi eine Kopfnuss die sich echt gewaschen hatte.
„ VERDAMMT DU GEHST MIR ECHT AUF DEN GEIST!!“ brüllte sie ihn an. „ Eigentlich müsste ich dich Ya-Klon nennen und weißt du auch warum??“ starrte sie ihn erbost an. „ Weil du alles was du bist allein ihm zu verdanken hast! Er gab dir das Fundament auf dem du wachsen konntest, er gab dir ein Gesicht, eine Stimme, den genialen Rücken und ja jetzt sogar die Haare! Ohne ihn wärst du ein Nichts! Genauso wie die namenlosen Randfiguren von Thalia. Also hör endlich auf dich so dermaßen aufzuspielen, denn letztendlich bist DU die billige Kopie und nicht er!“ wandte sie sich erbost von ihm ab. „ Aber natürlich wird er das nie erfahren, dafür macht es viel zu viel Spaß ihn mit seiner Rolle aufzuziehen.“ schlenderte sie grinsend auf den Ausgang zu.
„ Ich will da hin...“ flüsterte Yami. „ Jetzt sofort.“
„ Dann beschäftigt euch damit und lasst mich in Ruhe.“
Natürlich ließen sie sich das nicht zwei Mal sagen und so hingen die beiden über der Seherkugel, während Sahira weiter puzzelte.
„ Aber wo ist Jaz?“
Nicht weit weg, wie ihr Markerschütternder Schrei bewies und schon kurz darauf kam sie panisch, so als wäre der Teufel höchstpersönlich hinter ihr her, in das Cockpit gestürzt. Wo sie Laura beinahe über den Haufen rannte und schließlich zu dem Jäger hin stürmte, hinter dem sie Schutz suchte. Sie trug einen schwarzen Brustpanzer aus Plastik und einen Helm und in der Hand hielt sie eine Pistole, die mit Farbkugel befüllt war. Ergo: kam sie gerade aus der Hauseigenen Gotcha-Halle gerannt.
„ Hässliches Ungetüm!!! Da ist ein hässliches Ungetüm!! Mach es weg, sofort!!“
„ Was für ein Ungetüm? Etwa eine fette Riesenspinne?? Hier??“ kreischte Laura ebenfalls auf.
„ Quatsch!! Das ist viel schlimmer!! Es ist ein undefinierbares Monster!!“
„ Was soll denn das, Jaz?“ kam Ri in einem ähnlichen Outfit, wie es die Autorin trug, herein geplatzt. „ Warum schlägst du einfach meinen Teamkameraden nieder und rennst dann schreiend weg? Bist du bescheuert oder was??“ hielt sie ihr Aki entgegen, der sich noch immer brummend den Kopf rieb.
„ IIIEEHHHKKKKK!!“ kreischte Jaz auf. „ Das MONSTRUM!!!! DAS MONSTRUM!!! SCHNELL MACH DOCH WAS YAMI!!!“ stieß sie den Jäger mit voller Kraft auf die Windträger zu. „ Schnell, bevor Diana noch von dem da gefressen wird!“
„ Die hat schon wieder eine Schraube locker, oder?“ hakte Chi nach.
„ Wer hat hier eine Schraube locker, du Idiot???“ stieß sie ihn erneut näher an den Windwächter heran. „ Wirf ihn von Bord, bevor der sich noch vermehrt und wir von diesen Viechern überrollt und aufgefressen werden!!“
„ Ich dachte die wäre geflickt worden?“ sah Ri fragend zu Laura hin.
„ Nun, er hat ja selbst gesagt, dass das seine Mächte übersteigt, vielleicht sind sie jetzt am Ende.“
„ Oh Gott bitte nicht.“ ließ sich Aki auf den Boden nieder und nahm dann seine menschliche Gestalt an, was er besser gelassen hätte...
„ KKKYYAHHHH!!“ denn nun brüllte Jaz erst recht rum. „ Das ist ein Alien!!!! EIN ALIEN!! Der kann in unsere Köpfe gucken und unsere Gestalten annehmen.“ starrte sie mit großen Augen zu Chi hin, hinter dem sie wieder stand. „ UUAHHH!!! DAS ist bestimmt auch schon ein Ungetüm-Alien!“ brachte sie sich hinter den Sitzen in Sicherheit. „ Seid ihr etwa alle...?“
„ Die nicht, aber ich vielleicht.“ erschien Diabolos mit einem mega fetten Grinsen neben ihr.
„ KKYYYAAAHHHH!!!“
Und schon raste Jaz auf die Tür zu um dann, wenn sie den Fängen dieser Aliens wirklich entkommen konnte, mit einem Fallschirm vom Schiff zu springen und sich so zu retten.
Allerdings kam sie gar nicht so weit, da Kian plötzlich vor ihr in der Tür erschien. Aber nicht Paul sondern die Kleintier Version und dass wiederum sorgte dafür, dass sie sich augenblicklich in eine Salzstatue verwandelte, die dann genauso augenblicklich wieder aufbrach und dann versuchte sie ihn energisch mit ihrer Pistole niederzustrecken.
„ Was soll denn das??“ wich er ihr fauchend aus.
„ Die sind schon überall!! Das ist eine Invasion!!“
Rettung nahte dann aufm Fuße, nämlich Diabolos der erneut in den Körper der Schriftstellerin eintauchte und ihre Fantasie flickte. Kian war trotz dieses Mordversuches auch noch so freundlich die Dame aufzufangen, damit sie sich nicht noch den Schädel einschlug und sich im schlimmsten Fall an gar nichts mehr erinnerte.
„ Wenn das wirklich schon das Ende der Fahnenstange war, dann hält sein Zauber aber nicht lange an.“ meinte Chi.
„ Die Verbindung ist bloß abgerissen, weil ihr zu weit weg wart.“ erschien Diabolos wieder bei ihnen. „ Aber keine Sorge, von nun an bleibe ich in der Nähe.“
„ Das ist auch besser so, hinterher erschlägt sie uns wirklich noch.“ grummelte der Greif.
„ Was ist mit Jaz los?“ wollten die heimlichen Beobachter wissen.
„ Nun, als das Prisma zersplitterte, wurde ihre Fantasie buchstäblich in Stücke gerissen. In vier Teile, um genau zu sein.“ erklärte Sahira. „ Und ohne ihre Fantasie kann sie sich nicht an ihre Bücher oder dessen Bewohner erinnern. Allerdings ist sie scheinbar eine Kämpfernatur und wenn sie sich nicht von allein daran erinnern kann, dann besorgt sie sich eben die benötigte Hilfe, damit sie es kann. Das war ein brillanter Schachzug von ihr.“
„ Sie kann sich nicht mehr an ihre Bücher erinnern? Aber das...“ riss Luca völlig schockiert die Augen auf. „ Das ist eine Katastrophe!“
„ Die sie garantiert in den Griff bekommen wird, also keine Sorge.“ versuchte Yami ihn aufzubauen. „ Sie wird bestimmt wieder schreiben können.“
„ Kann man das denn wieder reparieren?“
„ Sicher.“ nickte die Hexe. „ Sie müssen nur diejenigen finden, die im Besitz dieser Teile sind und sie ihnen abnehmen. Was zusammen gehört, wird sich danach wieder von allein zusammenfügen.“
„ Diejenigen die im Besitz der Bruchstücke sind? Wer kann das sein?“
„ Irgendwelche Gestalten, die für sie die Killer ihrer Fantasie darstellen.“
„ BB.“ kam es wie aus der Pistole geschossen und zwar aus zwei Richtungen.
„ BB?“
„ Ach, das ist eine lange Geschichte. Aber die werden sie bestimmt locker schlagen.“
„ Vergesst dabei aber nicht, dass es Jaz BB's sind. Die werden garantiert anders sein als die normalen.“
„ Ok, dann wird es vielleicht doch nicht so einfach, doch siegen werden sie trotzdem.“
„ Ohne zweifel.“ nickte Yami.
„ Wie lange wirst du ungefähr brauchen um das Prisma zu reparieren?“
„ Schwer zu sagen, aber ein paar Tage bestimmt.“
Ein paar Tage also, in denen die Herren zum ständigen heimlichen Begleiter wurden, allerdings nicht in jeden erdenklichen Situationen, das verstand sich wohl von selbst. Die Privatsphäre wurde in bestimmten Räumen noch ganz groß geschrieben. Es brach auch kein Kampf um die Kugel aus, was nicht daran lag, weil die Hexen sowieso fast die ganze Zeit über aufeinander hockten, sondern weil deren Freunde brüderlich teilten. Man saß immerhin im selben Boot, hatte die selben Turbulenzen und auch die selben Sehnsüchte zu überstehen. Da brachte es keinem etwas, wenn es dem einen besser ging als den anderen.
Aber es tat schon ungemein gut zu sehen, dass die beiden wohlauf waren und sie nicht in ewiger Finsternis umher wanderten und eben weil das so eine beruhigende Wirkung auf einen hatte, nahmen sie die Kugel am nächsten Tag mit ins Studio und bestellten auch die anderen Schauspieler dorthin.
„ Ist es wahr??? Ist es wahr????“ kam Maria als erstes wie der geölte Blitz hinein gestürmt. „ Meine Babys sind wieder aufgetaucht?? Wo sind sie??“ sah sie sich aufgeregt um. „ Muss ich sie suchen?? Na gut! Mami findet euch, egal wo ihr euch versteckt!!“ zischte sie wie eine Billardkugel durch den Saal.
„ Konntet ihr das Prisma reparieren??“ kamen Martha und Paul ebenfalls angerannt.
„ Wir sind dabei.“ nickte Luca. „ Sahira ist bei uns aufgetaucht und kümmert sich nun darum.“
„ Dem Himmel sei dank!“ seufzte sie äußerst erleichtert auf.
„ ICH bin hier!! ICH bin hier! Wo seid ihr??“
„ Ich bin auch da.“ kam Toni ausnahmsweise mal wie ein normaler Mensch in den Raum gepoltert.
„ Brutus auch kommen!! Wollen sehen Jaz und Laura!!“
„ Oh Gott!! Wo habe ich Eugene gelassen??“ stand Maria kreischend inmitten des Raumes. „ Eugene mein Schatz??“ raste sie schnell wieder raus, woraufhin sie beinahe Jacki und Chantal über den Haufen rannte. „ Habt ihr Eugene gesehen?“
„ Klar, der checkt die Alte an der Laterne ab.“
„ WWASSS???“ raste sie noch schneller davon.
„ Ich meinte natürlich die Alte vom Erdbeerstand.“ betraten sie lachend den Raum. „ Also wo sind se etze?“
„ Ihr braucht euch keine Sorgen mehr zu machen! Ich habe euren Bruder gefunden!“ schob Maria ihn vor sich her.
„ Also? Wo sind sie denn jetzt? Macht es doch nicht so spannend!“ wippte Martha ungeduldig von einem Bein auf das andere.
„ Noch konnten wir die beiden nicht zurückholen, aber Sahira schenkte uns eine Möglichkeit, sie trotzdem sehen zu können.“ und genau diese Möglichkeit offenbarten sie ihnen.
Die Seherkugel lichtete seine Nebel und gab die Aussicht auf eine saftige Grünfläche preis, auf die sich die Gestrandeten gerade befanden und mit festen Schritten auf die erste Prüfung zugingen.
„ JAAAZZZ!!!! LAURRRAAA!!´“ jubelte man ihnen sogar aus einer ganz anderen Welt zu und jeder war sich einig: sie wollten die Hexen auf dem Siegertreppchen sehen!
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Fr 29 Jun - 21:12

Akt 21. BB
 
Während die Realität die arme Set-Mutti umher scheuchte, was sie natürlich sehr gern tat, damit sie ihre Kinderchen mit Popcorn, Getränken und was ihr kleines Herz sonst noch so begehrte, versorgte, standen die Hexen und ihre Begleiter vor den ersten Gegenspielern.
„ WAS will DIE denn hier???“ zeigte Laura sichtlich entsetzt auf eine dieser Feinde.
Was bisher zwar noch nicht offiziell beschlossen doch hier bereits eingeführt wurde war die Tatsache, dass niemand anderes als Yesica, habe den Nachnamen vergessen, zu BB und damit den Feinden zählte. Jene Sponsorentochter, die nicht nur, jedenfalls ist uns nichts anderes bekannt, die erste Frau war, die nackt neben Yami erwachte und sich danach unsterblich in den Mönch verliebte, sie war auch noch eine hinterlistige alte Ziege, die eine Prügelei zwischen ihr und der Co-Autorin anzettelte UND noch die Dreistigkeit besaß, den Sekten-Mönchen Yami's Aufenthalt preiszugeben, so dass diese kommen und ihn zurückholen konnten! Neben diesem Biest bestritten Ori, auch bekannt als die Qualle, Shino, das wandelnde Streichholz, Ernst, der ernsthaft mit Clara liiert war und Clara, die unter einem klaren Fall von Geschmacksverkalkung litt, das Match.
Diesen Waschlappen standen die Meister der Meister gegenüber. Die beste Mannschaft die jemals gegründet wurde, das Herzstück der Gesellschaft, das Team, was alle anderen Teams beneideten und die Nationalmannschaft, die selbst dann noch Weltmeister geworden wäre, wenn sie nie mitgespielt hätten, was sie auch nie haben und genau DAS bedauerte einfach JEDER!
Ganz vorne mit dabei war Jaz, der Fels in der Brandung, die nur die Fassung verlor wenn eigenartige alienartige Bestien, Spinnen oder anderes Gesocks auf den Plan trat oder aber, wenn jemand ihren Lieblingen die rosa Karte zeigte. Ebenfalls an der Spitze befand sich Laura, die nicht mal Halt davor machte, CHI zu schlagen, denn sie schlug einfach jeden! Da brauchte mal wer eine Tracht Prügel? Kein Problem, Mangaka Laura kümmert sich darum! Jedenfalls dann, wenn sie es nicht vergisst, was besseres zu tun hat, wie zum Beispiel Shoppen, Pakete empfangen sie huldigen und danach liebevoll aufreizen, oder wenn sie nicht gerade dabei ist, Steckbriefe zu verschönern oder arme mystische Wesen brutal in Teetassen zu verwandeln! Direkt dahinter marschierte Chiron, oder seit neustem auch Ya-Klon genannt, der finstere Träger der finsteren Finsternis! Der so finster war, dass selbst seine weißen Sachen schwarz anliefen! Dann gab es da noch die Gebrüder Hippogreif! Halb Hippogryph, halb Greif! Der eine fröhlich wie ein junges Rehkitz und stark wie ein Grizzlybär, der andere finster! So finster, dass er schon wieder gerissen war. Doch alle drei, Chi-Klon und die Gebrüder Hippogreif, hatten einen Rücken, der einfach zum dahinschmelzen heiß war. Und zu guter Letzt: Diebin Ritsu. Das Nesthäkchen unter ihnen, was nie eine Schule besuchte, was aber gar nicht auffiel und die eher durch ihr Rowdy als durch ihr Prinzessinnen-Verhalten glänzte.
„ HA! So sieht man sich wieder, nichtsnutzige Schmarotzerin!“ zeigte Yesica mit dem Finger auf Laura. „ Hahaha und dieses Mal habe ich Verstärkung mitgebracht! Mit deren Hilfe werde ich dich aber so was von in Grund und Boden stampfen.“
„ Uhum...“ betrachtete die Co-Autorin das Stück bloß desinteressiert.
„ UND DANN wird YAMI miiirrrrr gehören!! Und nur MIIIRR! MIR, MIR, MIR, ganz allein!!“
„ Träume weiter...“ kommentierte sie.
„ Können wir das Ganze, ich mache dich fertig – nicht wenn ich dich vorher fertig mache, auf später verschieben? Auf, wir haben euch in Grund und Boden gestampft und ich habe den ersten Teil meiner Fantasie, später, vielleicht?“
„ Oh Laura, du Grund meines blutenden Herzens!“ trat Shino jämmerlich wie immer in den Vordergrund. „ Was hast du nur mit mir gemacht? Komm schnell her und heile die Wunden, die du mir verpasst hast. Vielleicht kann ich dir dann verzeihen und einer gemeinsamen Zukunft, der wir Hand in Hand entgegen hüpfen, steht nichts mehr im Wege!“
„ Wohl nicht.“ verschränkte Jaz seufzend die Arme vor der Brust.
„ Bevor das geschieht, hacke ich mir lieber beide Beine und Arme ab! Dann hat es sich aus gehüpft und Händchen gehalten!“
„ Uhhh...“ legte er seine Hände während eines theatralischen Anfalls auf die Brust. „ Und sie drehte das Messer noch mal um und sah genüsslich dabei zu, wie er innerlich verblutete.“
„ Oh ja, das mache ich sofort!“
„ Ohh, diese Schmerzen... diese zuckersüßen Stiche der gnadenlose Liebe.“
„ Hoffentlich krepierst du dran.“
„ Uh...“ verschwand er während eines erneuten theatralischen Anfalls in den Hintergrund. „ Sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich...“ und verbrachte dann seine Zeit damit, die Blüten einer armen Rose abzuzupfen.
„ LUUUCCCAAAAA!“ brachte Ori beim Blick auf den jungen Gott ihre gesamte Masse zum Wabbeln, so dass einfach ALLES an ihr auf und ab sprang. „ Komm in meine Arme, mein wilder Hengst!!“
„ Ja, geh nur.“ stieß Ki seinen Bruder breit grinsend ein Stück weit in Richtung rotierende Kreissäge.
„ Hast du sie noch alle, du Spast??“ fuhr er ihn zum Dank auch gleich an.
„ Ich trage auch extra für dich meine Ultra sexy Unterwäsche! Willst du sie sehen!?“ hob sie zum entsetzen eigentlich aller, ihren Rock hoch. „ Siehst du? Nur für dich.“
„ UUHH!!“ und so ziemlich jeder wandte den Blick angewidert von ihr ab.  
„ Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.“ gab Chi von sich.
„ Hast du das etwa gesehen??“ starrte Yesica erst ihn, dann Ori empört. „ Was fällt dir ein, Ori?? Ziehe dich gefälligst nicht vor Yami aus, der darf nur MEINE Reizwäsche sehen, klar??“ stauchte sie sie zusammen. „ Guck! Ich trage auch mein schönstes Set nur für dich!“ und schon zog die nächste blank.
„ SIE LIEBT MICH!!“ schoss eine Hand im Hintergrund empor, die einen Blumenstängel in der  Hand hielt. „ Ich wusste es doch, Laura! DU liebst mich!“
„ Nein, tu ich nicht! Und jetzt halt die Fresse!! Der nächste der es wagt, so einen Müll zu erzählen oder seinen Rock hochzieht, wird von mir höchstpersönlich aus dem Leben getreten, klar?“
„ Habe ich da was von Rock hochziehen gehört? Wer will denn? Ich bin bereit.“ kam Reiner aus seinem Heim, ein Erdmännchenbau, geschlüpft. „ Ich bin immer bereit.“
Reiner, der nicht umsonst als Reiner Müll bezeichnet wurde. Seine Minimale Körpergröße kompensierte er, so seine Behauptungen, durch seine übergroße Männlichkeit, die jedoch so minimalistisch sein musste, dass sogar die kleinsten Ameisen in schallendes Gelächter ausbrachen, sobald er seine Hüllen fallen ließ!
„ Der hat mir gerade noch gefehlt...“ verzog Jaz ihren Mund.
„ Also? Wer will von mir eingeritten werden, hu? Du vielleicht?“ sah er zu Yesica auf.
„ Was? Verpiss dich du Zwerg! Wenn überhaupt, dann lasse ich mich nur von Yami einreiten, kapiert?? Frag dahinten nach, die scheinen es bitter nötig zu haben!“ zeigte sie auf die gegnerische Gruppe.
„ Komm hier her und ich reiße dich in Stücke!!“ warnte Laura ihn kreischend.
„ Mhm, ich stehe auf biestige Frauen. Je wilder desto besser.“
„ Aber DU stehst NICHT auf MEINE Laura!!“
„ Ich bin nicht deine Laura, du Arsch!“
„ Aber bald schon wirst du meine Laura sein!“
„ Nein! Niemals! NIE NIE NIE NIE im Leben!“ schüttelte sie sich. „ Lasst uns endlich anfangen!“
„ Das ist eine fabelhafte Idee!“ drückte Ori ihre dicke Backen mit den Händen platt, während sie wie ein verliebter Teenager hin und her wackelte. „ Und hier kommt der Preis!!“ traten sie beiseite, wodurch der Blick auf eine Bühne preisgegeben wurde, die aus dem Nichts erschien und die zudem noch über drei Bereiche verfügte, die in Tor 1, 2 und 3 aufgeteilt waren. „ Hinter Tor 1 verbirgt sich der erste Preise für den unwahrscheinlichen Fall, dass die LoTer gewinnen.“ mimte Ernst den Moderator.
„ Anna, du geile Glückssau, entblöße deinen Preis für mich.“ rief ihr Reiner zu.
Anna, die die es mit jedem trieb, der nicht bei drei auf der Palme war. Wo und wie war ihr ganz egal, Hauptsache er war ein er und schon ging sie ab wie ein Zäpfchen.
„ Der erste Teil von Jaz Fantasie!“ nahm Ernst den Faden wieder auf. „ Das erste von vier Teilen, was ihr gesamtes Können und ihr wissen über ihre Bücher beherbergt. Das ist das untere linke Puzzleteil und wie man sieht, sieht man nur ein paar abgehackte Körper. Wer sie sind, weiß nur die Besitzerin und derjenige, der den oberen linken Teil besitzt.“
Ihre Fantasie hatte nämlich die Form eines Fotos, was alle ihre Figuren zeigte.
„ Kommen wir nun zu Tor 2.“ deutete er Anna an, das nächste Tor zu öffnen. „ Dadurch das der Gewinn auf der einen Seite unbezahlbar ist, bekommen wir zwei Preise geschenkt, sollten wir gewinnen, was ja eigentlich außer Frage steht! Und hier sieht man, was Yesica bekommt, nämlich... äh...“ versuchte er etwas auf der Kritzelei zu erkennen, die ihren Preis zeigte, doch leider war sie zeichnerisch so unbegabt, dass nicht mal alle zusammen darauf kamen, was sie sich eigentlich wünschte. „ Das sind zwei Kürbisse, oder?“
„ Quatsch, man sieht doch ganz genau, dass das zwei überfahrene Waschbären sind.“ glaubte Anna zu wissen.
„ Nein, sie wünscht sich einen seltsamen Hut.“ sah Clara.
„ hebt mich hoch, ich will auch was sehen!“ motzte Reiner. „ Ah, schon besser.“ der dann von Ernst hochgehoben wurde. „ Ach, das ist doch klar was das sein soll!“ schnalzte er mit der Zunge. „ Sie will meinen PIEP und dann PIEP und schließlich PIEP.“
„ Nein, verdammt!! Das will ich ganz bestimmt nicht!!“ keifte sie. „ Man kann jawohl ganz klar erkennen, dass ICH einen Kuss von Chi haben will!!“
„ Oh, ach so. Ja, das sieht man natürlich auf den ersten Blick.“ löste sich der Auflauf wieder auf. „ Also ihr habt es gehört, die holde Maid bekommt einen Kuss von Chi!“
„ Das glaube ich nicht.“ verschränkte er die Arme vor der Brust.
„ Und hinter Tor 3 verbirgt sich Ori's lang gehegter, doch niemals vergessener Wunsch!“ öffnete sich das Tor ebenfalls. „ Ein Kuss des Superstars!!“
„ Wer soll das sein?“ hakte Ri nach.
„ Ich ahne fürchterliches.“ atmete Akira schwer aus. „ Wobei, genaugenommen bin ich das ja gar nicht, also habe ich auch nichts zu befürchten, oder?“
„ Sicher bist du das. Hier sogar für die noch mehr als in der Realität.“  
„ Niemals! Lieber sterbe ich, als DAS DA zu küssen!“
„ Ach keine Sorge. Wir können gar nicht verlieren, also hast du auch nichts zu befürchten.“ behauptete Jaz. „ Es kann gar nichts anders kommen, als dass wir gewinnen. Andernfalls bekomme ich meine Fantasie nicht zurück, richtig?“
„ Stimmt.“ nickte Laura. „ Zu verlieren steht nicht zur Debatte.“
„ Och, ihr könnt gerne so oft gegen uns antreten wie ihr wollt!“ versicherte Shino. „ Das Puzzleteil hat ja kein Verfallsdatum und je öfter ihr verliert, desto mehr Wünsche von uns werden erfüllt! Als nächstes wäre ich dann dran, also spitze schon mal deine zarten Lippen, Liebchen. Weil ich werde dir den heißesten Kuss aller Zeiten stehlen!“
„ HA! Da kommst du aber mindestens ein paar Monate zu spät!“ konterte sie mit einem überlegenen Grinsen. „ Den hat man mir nämlich längst gestohlen.“
„ NE??“
„ DOCH!“
„ Das kann nicht sein!?“ schlug er die Hände über den Kopf zusammen. „ Aber ha! Ich lache immer noch als letztes, weil MEIN KUSS ist heißer als die Sonne!“
„ Na und? Sein Kuss war sogar noch heißer als das Höllenfeuer!“
„ D-Dann sind meine... äh... meine.... heißer als... mh... ah!“ kam ihn ein Geistesblitz. „ Ein Streichholz!“  
„ Echt jetzt?“
„ JAHA! Da fällt dir gar nichts mehr zu ein, nicht wahr??“ glaubte er den ersten Sieg in der Tasche zu haben.
„ Ne, zu euch fällt mir echt schon lange nichts mehr ein.“
„ Das dauert mir alles zu lange, ihr seid doch echt alle bescheuert.“ stampfte Jaz an BB vorbei auf das Tor mit der Nummer 1 zu.
„ Ein Eindringling!!“ stellte sich ihr Reiner in den Weg, der sich auch gleich sabbernd auf die saftigen Schenkel stürzen wollte doch dann die Bekanntschaft der anderen Art mit ihren Schienbeinen schloss. „ AAHHHHHHH!!!“ und dann wie eine Rakete gen Himmel schoss, als sie mit extra viel Schwung zutrat.
„ Haltet sie auf!!“ wedelte Shino aufgeregt mit seinen dünnen Ärmchen umher.
„ An mir kommst du nicht vorbei!!“ und dann warfen sich die anderen, ausgenommen von Ori, an ihre Fersen und die Autorin kämpfte sich trotzdem weiter vor.
„ Jetzt komme ich!“ und dann rollte die Abrisskugel direkt auf sie zu und wollte sich aus dem Sprung heraus auf sie stürzen.
Allerdings strafte der liebe Gott kleine Sünden ja sofort und da es eine Mega Sünde war, auch nur daran zu denken, der Schriftstellerin auch nur ein Haar zu krümmen, begrub Ori ihre eigenen Furunkel zwar unter ihrer Masse an Fett und Haaren, doch die Dame bekam von den Göttern einen kleinen Schubs geschenkt, der sie aus der Umklammerung des Bösen heraus flutschen ließ und sie direkt auf die Bühne katapultierte.
„ SO nicht!“ doch leider war Ernst nicht ganz so platt wie gedacht und er bekam Jaz zu fassen, ehe sie das Puzzleteil erreichen konnte.
Und dann warf er sie sich auch noch über die Schulter und trug die grimmig dreinschauende Dame zu ihrer Gruppe zurück, wo er sie, nein nicht einfach achtlos auf den Boden warf, sondern sie dem erst besten der ihm entgegen kam, natürlich Ki, in die Arme warf.
„ Ich war so nah dran!“ zeigte sie ihm grummelnd mit Hilfe ihres Zeigefingers und dem Daumen wie nah sie mit so nah meinte. „ Verdammt.“
„ Rege dich nicht auf. Wir holen uns das Fragment schon noch zurück. Selbst wenn wir dafür ein oder vielleicht sogar fünf mal verlieren müssen.“ grinste er Ultra breit auf. „ Das wird schon.“

Akt 22. mögen die Spiele beginnen

„ So und nun kommen wir zum Besten des heutigen Tages: dem Wettkampf!“
„ Na endlich.“ brummte Jaz.
„ Und wir spielen das beste Spiel aller Zeiten! Nämlich unser Spiel!“ erklärte Ernst strahlend. „ Dort wird man euch alles abverlangen, Glück, Geschick, Können und Geduld! Tränen werden fließen...“
„ Boar halt endlich die Fresse und fang an!“ unterbrachen die LoTer ihn.
„ Ist ja gut. Das Publikum ist heute aber nicht sonderlich gut drauf.“ grummelte er. „ Die Spiele werden von Ori und Yesica auch der einen Seite und von Jaz und Laura auf der anderen Seite ausgetragen. Alle vier müssen sich einen Partner aussuchen, mit dem sie an den Start gehen, dieser Partner kann sowohl aus der eigenen als auch aus der gegnerischen Mannschaft sein. Darf ich also bitten...“ leierte er seinen Text lustlos runter.
„ Laura, mein Augenstern! Nimm mich, nimm mich!“
„ Niemals!“ griff sie gleich nach Chi's Hand, nachdem sie bemerkte, wie Yesica's Blick immer größer wurde, während sich euphorisch wie in Zeitlupe ihr Mund öffnete und ihr Finger in die Richtung des Jägers glitt. „ Ich nehme Chiron!“ kam es wie aus der Pistole geschossen.
„ Was?? Aber ich wollte ihn nehmen!!“ jammerte die Sponsorentochter drauf los. „ Ich will ihn, ich, ich, ich!!“
„ Das weiß ich. Aber du bekommst ihn nicht.“ brummte sie extrem leise vor sich hin. „ Nicht hier und schon gar nicht in der Realität.“
„ Kann man seine Hilfe auch verweigern?“ wollte Chi wissen.
„ Wie bitte?“ starrte sie empört zu ihm auf.
„ Nein, darf man nicht. Andernfalls bekommt man eine Strafe, die ich mir in diesem Falle noch überlegen müsste.“ erklärte Ernst.
„ Ich verstehe.“
„ Boar, du bist ein Arsch!“
„ Was denn? Ich wollte doch nur wissen ob man auch dankend ablehnen kann.“
„ LUUUCCAAAA!!!“ ein markerschütternder Schrei, der selbst Akira eine unangenehme Gänsehaut verpasste, während sich sämtliche Nackenhaare kreischend aufstellten und die Farbe seines Gesichtes den Heldentod starb.
„ VERGISS ES!!“ fauchte die Autorin zurück. „ Er ist bereits mein Partner.“
„ Menno...“ zog sie eine Fluppe. „ Dann nehme ich eben Shino.“
„ Und ich Ernst.“ bemerkte die schmollende Tochter aus guten Hause.
„ Seid ihr euch wirklich sicher, dass ihr mit dieser Wahl zufrieden seid?“ hakte er noch mal nach. „ Gut. Dann kommt hier euer Handicap!“ in Form von klirrenden Handschellen, die die Partner aneinander ketten.
„ Was soll das denn???? SO haben wir aber nicht gewettet!!“ starrte Laura die Fesseln entgeistert an. „ Macht die sofort wieder ab!“
„ Keine Chance. Die verschwinden erst wieder, wenn einer von uns als erstes das Ziel erreicht hat.“
„ Wer hat sich den Scheiß denn bitte ausgedacht?? Das kann doch echt nur vom unterirdisch schlechten BB kommen! Daran sieht man doch mal wieder, wie bescheuert ihr seid. Können wir wenigstens noch die Seite wechseln?“
„ Nö und nun gib Ruhe.“ murmelte Ernst. „ Der Rest der Gruppe kann seine Leute unterstützen, indem er den Gegnern vom Rand aus Bälle in den Weg wirft. Aber passt dabei auf, dass nicht die eigenen Leute zu Fall gebracht werden. Das wäre echt blöd, oder?“
„ Du bist auch blöd, das stört auch keine Sau.“ grummelte die Co-Autorin. „ Aber nun gut. Euch mache ich trotzdem so was von fertig, da könntet ihr mir noch glatt die andere Hand auf den Rücken binden!“ fand sie ihren Kampfgeist wieder.
„ Schreie das besser nicht zu laut hinaus, sonst machen sie das noch.“ riet Chi ihr.
„ Halt den Mund und versuche mir nicht im Weg herum zu stehen, klar? Ich trete dich trotzdem weg, da kenne ich nichts.“
„ Sollte dieser Spruch nicht eigentlich von mir kommen?“ schielte er auf sie herab.
„ Tja, du warst eben noch nie der Schnellste. Deshalb war ich schneller als du!“
„ Oh, Laura, mein Haselnussbäckchen, wir sehen uns im Ziel wieder. Versuche mich nicht zu stark zu vermissen.“
„ Ich werde dich gar nicht vermissen, du Trottel.“
„ Ja, das sagst du so leicht. Doch sobald du nur noch meinen Staub siehst, wirst du vor Trauer bestimmt eingehen.“ kletterte er auf Ori's Rücken. „ Doch Kopfhoch, mein Engel. Wir werde uns bald schon wiedersehen.“
„ Du kannst mit deinem Streichholz echt da bleiben wo der Pfeffer wächst!!“
„ Tröste dich, ich werde immer bei dir sein. Nämlich hier drin.“ sah er sie an und lehnte sich dabei seine Hand auf die Brust. „ Tief in deinem Herzen.“
„ Halt endlich die Fresse, du nervst!“ griff Chi nach ihrer Hand, die sie trotz der Schellen von ihm fort zuhalten versuchte und zog sie dann in Richtung Startlinie.  
„ Und so einen rüpelhaften Verbrecher zieht sie mir, dem erfolgreichen Autor, vor.“ kramte er die Angel hervor, an dem ein Donut gebunden war und ließ diesen dann vor Ori's Augen baumeln, wodurch sich auch dieses Paar auf den Weg machte.
„ Drücke meine Hand nicht so stark, verstanden? Und wehe dir gefällt das Ganze!! Wenn ich nicht wüsste, dass man diesen Wettstreit besser mit einem Mann beschreiten sollte, dann hätte ich DICH niemals ausgewählt, kapiert? Nur einer darf meine Hand halten und gefallen daran finden und das bist ganz sicher nicht DU!“ verklickerte Yesica ihrem Partner mit geschwollener Brust.
„ Keine Sorge, mir würde es nur gefallen, wenn du Clara wärst. Aber sie ist viel liebreizender, hübscher, liebevoller, netter...“
„ Jaja, komm auf den Punkt!“ schnellte sie dazwischen.
„ Sie ist so heiß und sexy, einfach DIE perfekte Frau für Ernst Haft.“ strahlte er. „ Aber wenn ich an deiner Stelle gewesen wäre, dann hätte ich nicht mich sondern ihn da gewählt.“ zeigte er mit dem Finger auf Kian, woraufhin dieser still und heimlich hinter Ri verschwand.
„ WWAASS??? Warum hast du mir das denn nicht vorher geraten, du Idiot??“ raufte sie sich die Haare.
„ Ich dachte du würdest von allein bemerken, dass LoT IMMER die bessere Wahl ist, wenn bloß noch BB zur Auswahl steht.“ schielte er sie an.
„ Ach sei doch ruhig!!“ schnauze sie. „ Wenn mir diese Schlange nicht zwischen die Beine gegrätscht wäre, dann würde ICH jetzt mit Yami da stehen! Dann würde er mit mir die ganzen tollen Sachen machen, die nun noch folgen und meine Hand halten und dann würde er endlich bemerken, dass ich viel besser zu ihm passe, als diese Giftspritze! Guck dir das Desaster doch nur an!“ deutete sie auf das Pärchen hin, bei dem die ganze Zeit die Fetzen flogen. „ Die passen nicht zusammen, das fällt doch jedem gleich auf. Aber ich würde perfekt zu ihm passen.“ versank sie wieder in ihrem Traummodus. „ Wir würden wie junge Fohlen über den Platz hüpfen, während uns süße Häschen anfeuern und tanzende Sonnen unseren Weg erhellen. Rote Bäckchen würden erstrahlen und einfach jeder würde sich denken: wow, sind die aber ein geiles Paar!“ strahlte sie. „ Und diesem perfekten Bild gegenüber, steht die kratzbürstige Gewitterhexe!!! Mit ihrem ungepflegten Äußeren, den struppigen Haaren und dem schiefzahnigen Gegrinse! Yami kann doch so ein Monstrum nicht MIR, der perfekten Braut, vorziehen!! Das geht einfach nicht.“
„ Ich würde ja gerne schon vorgehen, aber leider sind wir irgendwie aneinander gebunden.“ verdrehte Ernst die Augen.
„ Also wenn bei Yami und ihr ähnlich die Fetzen fliegen, dann muss ich mich echt fragen wie die das aushalten können?“ schmunzelte Akira.
„ Chiron ist nicht Yami, richtig? Also kann man das eine nicht mit dem anderen vergleichen. Allerdings sagt man ja auch: was sich liebt das neckt sich!“ schmunzelte sie belustigt auf. „ Also vielleicht ist das ihre Art dem anderen unmissverständlich klar zu machen, dass es nichts gewaltigeres in dieser Welt gibt als ihre Liebe zueinander.“
„ Nichts gewalttätigeres, ja da würde ich dir sofort zustimmen.“ grinste er schief auf. „ Und was denkst du über uns? Würden wir genauso gut harmonieren wie du und Luca?“
„ ALLE AN DEN START! DER WETTKAMPF WIRD JEDEN AUGENBLICK BEGINNEN!“ ertönte eine mega geile Männerstimme aus dem Lautsprecher.
„ Warum interessiert dich das überhaupt? Du harmonierst doch schon perfekt mit Tami.“ schlenderten sie zu den anderen Pärchen hin.
„ Mit Tami?“ sah er mit hochgezogener Augenbraue zu ihr runter. „ Weißt du es denn noch gar nicht?“                                                                
„ Was weiß ich nicht?“
„ Tami und ich haben uns getrennt.“
„ UND LOOOOSSSSS!!“
„ WAS??“ starrte sie ihn völlig schockiert an, während die anderen mehr oder weniger erfolgreich an ihnen vorbei zogen. „ DAS ist gar nicht möglich!“
„ Ja, das dachten Kian und ich auch, aber dank dir ist nichts mehr unmöglich. Wir haben beide gemerkt, dass unsere Zukunft nicht in den Händen eines Feuer oder Wasserwesens liegt. Aber vielleicht sollten wir uns später darüber unterhalten?“ kratzte er sich am Kopf rum. „ Ich will nämlich nicht, dass die anderen gewinnen.“
„ Du hast Recht.“ konzentrierte sie sich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben: nämlich auf das Auslachen der Gegner!
Wie sich nämlich herausstellte, hatte wirklich jeder so seine Anfangsschwierigkeiten. Shino bekam seinen Ori-Esel nicht gebändigt, wodurch die beiden wie eine Flipperkugel immer dem Donut nach, hin und her rasten. Yesica weigerte sich weiterzugehen, weil sie sonst Chila nicht mehr beobachten konnte, weil diese nämlich ebenfalls noch kurz hinter der Startlinie standen und sich darum stritten, wer ihre 'Gruppe' anführen durfte.
Und so zog das einzig perfekt miteinander harmonierende Paar an den anderen vorbei. Die Sonne strahlte, die Wolken tanzten und dann kam von irgendwo her ein roter Gummiball heran geschossen, der die perfekte Idylle und das verliebte Getue jäh unterbrach, als er den Greif mit voller Wucht gegen den Hinterkopf prallte. Doch damit nicht genug, denn der Ball war noch im Spiel und flog Shino direkt in seine hässliche Visage, wodurch dieser rückwärts von seinem Esel herunter rutschte, wodurch die Angel mit dem Donut natürlich ebenfalls nach hinten, für Ori nach oben, verschwand, dem ging sie selbstverständlich nach und ehe sich die Spargelstange versah, wurde er auch schon von seiner Partnerin begraben. Diese lag so hilflos wie eine Schildkröte auf dem Rücken und versuchte mit ihren T-Rex Ärmchen den Donut zu bekommen, der kurz über ihrem Kopf im weichen Gras lag, doch auf dem Rücken liegend und mit diesen kurzen Armen kam sie einfach nicht an ihn heran. Ganz zu Shino's Bedauern, denn der wurde durch ihre rum Hantiererei praktisch in den Untergrund einmassiert.        
„ Hast du noch alle Latten am Zaun, du Penner?“ fauchte Aki seinen grinsenden, unschuldig vor sich hin pfeifenden Bruder erbost an. „ Pass bloß auf, sonst komme ich dir gleich dahin!“
„ Muhahaha, DAS war gekonnt! Ich wusste ja gar nicht, dass du so gut Fußballspielen kannst!“ feuerte Ri den Hippo an.
„ Gekonnt ist eben gekonnt.“ grinste dieser bloß.
„ Pah, dieser stinkende Ackergaul...“
„ Was sagt man dazu? Die haben das Spielfeld noch nicht mal erreicht und schon legen sie sich mit dem Publikum an.“ ertönte die geile Männerstimme erneut und dann erschien er weiter hinten und zwar auf der Mauer über dem Portal, was zu dem Spielfeld führte. „ Allerdings fange ich ernsthaft an zu zweifeln, ob es diese Gruppierungen überhaupt über diese Welt hinaus schaffen werden?“ schielte er mit hochgezogener Augenbraue auf die Pärchen hinab, die sich gerade mit dem Publikum duellierten, sich an zickten, unter sich begruben oder einfach nur starr die anderen anstarrten. „ So wird das nie was.“ stieß er einen lauten Pfiff aus, wodurch so ziemlich jeder zu ihm aufsah.
Komischerweise stellte sich bei ALLEN männlichen Wesen, die ihn erblickten, gleich die Mordlust ein, während die weibliche Bevölkerung den Kerl mit offenem Mund fasziniert anstarrte. Ja, selbst Ori setzte sich auf und versuchte lieber mit ihren viel zu kurzen Armen den jungen Gott statt den Donut zu ergreifen. Während Laura Yesica's Aufmerksamkeit tatsächlich verlor und sich Anna am liebsten gleich die Kleider vom Leib reißen würde, spielte Kian mit dem Gedanken, den Typen so heftig mit einem Ball abzuschießen, dass dieser rückwärts von der Mauer flog und sich beim Aufprall auf den Boden sämtliche Knochen brach.
Der unbekannte junge Mann war aber auch ein Augenschmaus für sämtliche Sinne gewesen. Er sah verdammt gut aus, war verdammt gut gebaut und hatte einen verdammt genialen Rücken, was man einfach wusste, auch wenn er einem diesen nicht zuwandte. Die Frauen standen bei ihm ganz offensichtlich Schlange, was die Schlage bewies, die sich bis zum Horizont ganz weit da hinten erstreckte und so wie er mit den weiblichen LoTern flirtete, BB ließ er komplett links liegen, war er der Damenwelt gewiss nicht abgeneigt.
„ Darf ich die Herrschaften und die bezaubernden Damen und BB daran erinnern, worum sie hier eigentlich kämpfen?“ lächelte er Jaz charmant an. „ Da wäre zum einen das Talent dieses unheimlich faszinierenden Wesens, um das ich ihre Welt unheimlich beneide.“ hob er seine Hand auf Brusthöhe und erschuf eine perfekte Kopie ihres Fantasiebildes. „ Es wäre doch schade, wenn hier keine weiteren Figuren hinzukommen würden, oder?“ lächelte er.
„ Ich will ihn killen...“ knurrte Ki und auch Aki begann das große Knurren.
„ Und dann war da noch ein Kuss zwischen Yami und der da.“ machte er eine abfällige Handbewegung in Yesica's Richtung, ehe er das Fantasiebild verschwinden und dafür eine animierte perfekte Version ihres Kussbildes erschuf. „ Es wäre doch schade, wenn es schon daran scheitert, dass du die Startlinie nicht erreichst.“ verdrehte er die Augen, bis er dann bemerkte, dass die Augen der Anwesenden immer größer wurden, bei den meisten vor Entsetzen, bei ein oder vielleicht, könnten auch drei sein, vor erwartungsvoller Spannung. „ Ups, alte Gewohnheit.“ wedelte er das Bild, in dem es bereits um mehr als nur einen Kuss ging, weg. „ Und zu guter Letzt wäre da noch Preis 3. Aber DAS bekomme ich nicht mal mit meinem Talent so hin, dass es für euch ansehnlich wäre. Also lasse ich es einfach.“
„ Dann lass mich weiter verfolgen was ich mit Yami anstellen werde!!“
„ Nein!! Wehe du zeigst das, dann bist du ein toter gutaussehender Mann, klar!?!“
„ Mhm. Wer was von mir will, sollte schnell zum Spielplatz kommen.“ grinste er charmant auf, ehe er elegant wie eh und je von der Mauer sprang und im Portal verschwand. Das tat er natürlich nicht, ohne die Damenwelt dabei noch mal verheißungsvoll anzulächeln.

Akt 23. mögen die Spiele jetzt beginnen?

Die Einladung des jungen Gottes, ihn in seiner Welt, beziehungsweise auf dem Spielfeld wiederzutreffen, wollte sich die weibliche Bevölkerung natürlich nicht zweimal sagen lassen, wodurch Anna als erstes kreischend verschwand, dicht gefolgt von Ori, die sogar noch schneller auf das Portal zuraste, wie kurz zuvor noch auf den Donut, arm Shino wehte dabei ziemlich lädiert und zerknautscht nebenher. Sogar Yesica, die sich durch den Gedanken an die super heiße Szene in Hulkine verwandelte, ließ Laura linksliegen, packte sich Ernst unter dem Arm und bretterte drauf los.
„ Worauf wartet ihr denn noch?? BB ist schon längst weg!“ kreischte Ri, die dann ebenfalls durch das Portal preschte.
Sogar Chi verlieh das eben gezeigte Szenario Kräfte, die er ohnehin schon besaß und eben weil er nicht wollte, dass diese Vision wahr wurde, schließlich war er ihr Objekt der Begierde in dieser Geschichte, warf er sich Laura einfach über die Schulter und schoss dann ebenfalls auf das Portal zu, dicht gefolgt von Jaz und so.
Das Spielbrett sah wirklich aus wie ein Spielbrett, nur viel größer um nicht zu sagen, gigantisch groß, mit bunten Platten, und Säulen, so dass jedem gleich klar wurde, dass das alles aus Legosteinen gebaut wurde. Etwas besseres wäre BB aber auch nicht erst eingefallen, vermutlich mussten sie alle gemeinsam mit ihren Steinchen herumexperimentieren und schließlich aufgeben, so dass ein dreijähriges Mädchen ihr Spielbrett mit einer Leichtigkeit erschuf, was die Bbler unheimlich faszinierte.
Von den einzelnen Prüfungen sah man allerdings noch nichts, da sie in einem abgegrenzten Bereich gelandet waren, der bloß durch ein Schild mit einer Reihe an Türen und einem dagegen kloppenden Strichmännchen erahnen ließ, was die Gruppe als erstes erwartete.
„ Zeigst du es mir noch mal??“ strahlte Yesica den unbekannten jungen Gott begeistert an.
„ Tut mir leid, aber für gewöhnlich zeige ich es ihr nur einmal.“ grinste er charmant schief auf.
„ WAS hast du ihr gezeigt?“ drang dann eine weitere unfassbar geile Männerstimme an ihre Ohren.
„ Wie sie hier her kommen, das sollte ich doch, oder nicht?“ griente er den Hünen belustigt an. „ Und wie du siehst, sind sie alle da.“
Und wie die anderen sahen, war auch dieser junge Herr ein übertrieben gutaussehender Mann, gegen den nicht mal Jaz Lieblinge eine Chance hatten. Man mochte sich nun drüber streiten, wessen muskulöser und einfach perfekter Rücken besser war, aber bei einem waren sie sich sicher: Chi war raus aber so was von!
Bei dem Abbild eines jungen Teufels standen die Frauen ebenfalls Schlange, was die Schlange mal wieder bewies, die er hinter sich her zog. Allerdings bezeugten die bitteren Tränen seiner Beinfessel aber auch, dass er ein ziemlicher Herzensbrecher gewesen sein musste, der auf seine Freiheit bestand und der Damenwelt nicht mehr zukommen ließ, als sein überaus talentiertes und süchtig machendes Können im Bett.
„ Sind das auch irgendwelche Lieblinge von dir?“ wollte Kian knurrend wissen.
„ Nein, die kenne ich nicht.“ blinzelte Jaz erstaunt vor sich hin.
„ Wie du kennst die nicht? Hat sich Diabolos schon wieder verabschiedet, oder was?“ versuchte Akira in Sicherheit zu rutschen, was aber anhand der Fesseln unmöglich möglich war. „ Wobei.. so habe ich ja nichts negatives zu erwarten.“ grinste er dann frech auf.
„ Diabolos ist noch da. Aber vielleicht zählen die zu dem Teil meiner Fantasie die nicht vom ihm repariert werden konnte und deshalb erinnere ich mich nicht an die.“
„ Vielleicht ist dem aber auch so, weil die zu dem Nachfolger deiner Vati Geschichte gehören und die ist ja noch nicht mal in der Nähe von trockenen Tüchern.“ bemerkte Laura.
„ Mhm, das könnte sein.“
„ Nun wo wir endlich alle versammelt sind, möchte ich euch das erste Spiel vorstellen.“ machte der eine wieder auf sich aufmerksam. „ BB nannte es: ich und mein Holz.“ verdrehte er die Augen. „ Ziel des Spiels ist es, die richtige Tür zu finden. Doch aufgepasst, nur eine von ihnen ist aus Papier, die anderen sind aus massiven Holz oder nicht so massiven Holz, doch dafür lauert dann eine Backsteinwand hinter der Tür. Es wäre also in beiden Fällen ratsam, sie nicht auszusuchen.“ erklärte er. „ Ihr dürft die Türen aber weder mit der Hand öffnen, noch sie abtasten oder mit dem Fuß gegen stoßen. Ihr müsst sie mit vollem Körpereinsatz einreißen! Ansonsten werdet ihr disqualifiziert und das gegnerische Team erhält den wertvollen Punkt. Habt ihr noch Fragen?“
„ Hier ich!“ hob Yesica ihre Hand.
„ Ja, bitte?“
„ Zeigst du es mir noch mal?“
„ Nein.“ verdrehte er erneut die Augen. „ Sonst noch wer?“
„ Können wir durch Türe laufen, die von den anderen bereits geöffnet wurde?“ hakte Chi nach.
„ Das ist nicht möglich, da jedes Paar eine eigene Reihe an Türen erhält. Ist dann alles geklärt? Gut, dann möge das beste Pärchen gewinnen!“
Und schon öffneten sich die Tore, die zum ersten Spiel führten und die Masse setzte sich in Bewegung.
„ Wir nehmen diese Tür!“ zeigten Yesica und Ernst jeweils auf eine andere. „ Wie die? Nein die! Nichts da! Wir nehmen meine! Warum? Weil meine die Richtige ist, ist doch klar!“
Ori und ihr Flattermann hatten es da schon einfacher, schließlich brauchte die Abrisskugel ihren Partner bloß unter den Arm schnallen und dann drauf los poltern. Die erste Tür war die Massive gewesen, die nicht mal von Ori eingerissen werden konnte, doch für mächtig viel Kopfschmerzen und für Shino ganz Körper schmerzen sorgte, da er von seiner Partnerin regelrecht zertrümmert wurde. Die zweite Wahl war auch nicht viel besser gewesen, auch wenn die Tür nachgab und sich ein siegessicheres Grinsen auf ihre Lippen legen wollte, wurde das sofort wieder von der harten Faust der Backsteinwand aus deren Gesichtern gewischt. Und so blieben sie erst einmal Sternchen zählend an der Mauer lehnend liegen, während Yesica und Ernst noch immer die erste Wahl ausdiskutierten und das ganze von den jungen Göttern belustigt kommentiert wurde,  besaß LoT die einmalige Chance, sich den ersten Punkt unter den Nagel zu reißen. Das wäre zu mindestens an dem, wenn Chi und Laura nicht wild diskutierend in der Gegend rum stehen und Jaz und Akira nicht so unentschlossen wären.
„ Die Tür ist aus Holz! Das sieht man doch!!“ fauchte Laura. „ Außerdem bist DU nur der Mitläufer und ICH der Boss! Also habe ich auch zu bestimmen, welche Tür wir einreißen werden und DEINE fällt noch nicht mal in die engere Wahl, klar?“
„ Woher willst du denn wissen, dass sie falsch ist? So wie ich das sehe, kann man mit bloßem Auge keinen Unterschied erkennen! Also kannst du gar nicht wissen, ob ich richtig liege oder eben nicht.“
„ Und wie ich das weiß! Ich bin schließlich der Boss.“
„ Aber kein guter und wer es nicht bringt, wird knallhart aussortiert.“ packte er sie entnervt und preschte dann mit dem Vorhaben, sich einfach nur eine der Türen zu porten, auf diese zu.
Das Portal erschien auch, kurz bevor er die Tür erreichte, allerdings hatte man versäumt zu erwähnen, dass hier keine magischen Kräfte angewandt werden konnten und so lief Chi direkt durch sein Portal durch und knallte frontal gegen die massive Holzwand. Laura, die ja von ihm mitgerissen wurde, erging es da schon besser, ihr Aufprall wurde durch Chi's Rücken gedämpft, gegen den sie stieß.
„ Was habe ich dir gesagt??“ bekam sie nach dem ersten Schock einen mittelschweren Lachanfall, als sie seine riesige Beule bemerkte, die seine Stirn zierte. „ Aber können wir das noch mal wiederholen?? Aber dieses Mal muss das wer aufnehmen!!“
Sogar Kian, der eigentlich hauptsächlich auf Akija achtete, wollte im ersten Moment erschrocken zu ihnen hin rasen, als er den extrem lauten, was für einen extrem harten Aufprall sprach, dumpfen Knall vernahm und dann bemerkte, wie sein Schützling leicht zermatscht an der Holztür klebte, doch dann entschied er sich doch dafür beherzt drauf los zu lachen.
„ Ab jetzt lasse ich dir gerne den Vortritt, du bist der Boss.“ knurrte Chi.
„ ICH HABE DIE IDEE!!!!“ vernahmen sie sogar in ihrem Bereich Jaz begeistertes Geschreie.
„ JAAA??? KANNST DU SIE MIR VERRATEN, OHNE DASS BB DAS ERFÄHRT??“ antwortete Laura.
„ JA VIELLEICHT!!! WARTE KURZ!“
„ OK! ICH LASSE CHI IN DER ZEIT NOCH EIN PAAR TÜREN EINRENNEN!“
Jaz Plan war eigentlich denkbar einfach und doch höchst effektiv! Es hieß zwar, dass sie die Türen nicht selbst untersuchen konnten, aber niemand sprach davon, dass da keine Bälle gegen geschossen werden durften! Da sich Ki und Ri allerdings gerade außer Reichweite befanden, so dass sie ihnen ihren Plan nicht mitteilen konnte, griff sie auf etwas anderes zurück, damit die Bälle auf sie zu geschossen kamen: sie griff Akira's Hand, zerrte ihn strahlend zu einer der Türen hin, wo sie sich noch beim Laufen zu ihm umdrehte, augenblicklich stehen blieb, so dass er in sie hinein raste, wodurch er sie reflexartig an sich drückte und sie gleichzeitig die eine Hand um seinen Hals schlang und dann, als sie sich so verdammt nah waren und es so aussah, als würden sie sich jeden Moment küssen, kam keine zehn Sekunden später ein Ball angerast, der Aki's Kopf bloß um wenige Millimeter verfehlte und dann hinter ihnen gegen die Tür prallte.
„ Du bist ein Genie!“ strahlte der Greif die Dame an.
„ Das merkst du jetzt erst.“ grinste sie. „ Los, auf zur nächsten Tür.“
Vor der zweiten Tür zogen sie die gleiche Show ab, bloß das Aki dieses Mal direkt eingeweiht war und dementsprechend von sich aus mitmischen konnte, was ihm natürlich unheimlich gut gefiel, und auch hier prallte der Ball an der Holztür ab. Erst als sie vor der dritten Tür standen verstand auch Ki was die beiden da unten überhaupt veranstalteten, weshalb er die Türe von allein abschoss, ohne das man ihn dazu provozierte und so durchlöcherte er irgendwann das dünne Papier und Akija konnten weiter ziehen.
Ri versuchte das gleiche auf Chila's Seite auch, doch leider war sie nicht mal halb so gut da drin, wie Kian und so traf sie alles, wenn der Ball überhaupt ihren Spielbereich erreichte, aber nicht das, was sie eigentlich treffen wollte.
„ Sucht das Gör Stress oder was ist ihr Problem?“ starrte Chiron gereizt zu ihr auf.
„ Vielleicht will sie dich ja dazu bringen, dein Portal noch einmal zu benutzen?“ kicherte La.
„ Das kann sie gleich vergessen.“
„ Wie schade.“
„ Wo bleibt überhaupt Jaz grandioser Plan?“
Lange ließ er wahrlich nicht auf sich warten, da schon wenige Augenblicke ein roter Ball auf die beiden zugeschossen kam, vor dem sie sich gerade so noch in Sicherheit bringen konnten, indem sie sich drunter weg duckten und der dann gegen die Tür prallte, vor der sie standen.
„ Hat der noch alle Latten am Zaun??“ motzte die Co-Autorin.
„ Nein, ich glaube ich weiß, was Jaz für eine Idee hatte.“ ging Chiron gleich ein Licht auf.
„ Was? Will die uns etwa KO schlagen lassen, oder wie?“
„ Nein, sie lässt uns den richtigen Weg zeigen. Los komm mit.“ griff er ihre Hand und rannte dann mit ihr zu der Tür hin, durch die der Ball gerauscht war.
„ Ah! Jetzt verstehe ich! Jaz ist ein Genie! Warum sind wir nicht darauf gekommen?“
„ Du meinst wohl: warum bist DU nicht darauf gekommen? Ich bin ja bloß der Mitläufer.“
„ Aber auch Mitläufer können ihren Grips einsetzen, oder besitzt du so etwas etwa nicht?“
„ Und damit geht der erste Punkt an LOT!!“ jubelte der eine Moderator.
„ Ja und BB knutscht noch immer die Wand oder bekriegt sich selbst.“ bemerkte der andere. „  Diese Chance sollten die LoTer nutzen, um sich von dem Schlag gegen die Holzwand erholen zu können.“
„ Ja, Mario wird ihnen bestimmt liebend gern etwas zu trinken bringen.“
„ HA! DAS war DIE IDEE, Jaz!“ klatschten Jala in die Hände, als sie sich in dem Ruhebereich nach Spiel 1 und vor Spiel 2 trafen. „ Aber wie hast du Kian überhaupt dazu gebracht gegen die Türe zu schießen?“
„ Och, das war gar nicht so schwer.“ schielte sie kichernd zu dem Greifen auf.
„ So meine wunderschönen Prinzessinnen!“ kam ein mittelalter Mann in Hausmeisterklamotten auf sie zu geschlendert und überreichte den Damen dann einen Alkoholfreien Cocktail, mit Obstgarnierung und süßem Schirmchen, während die Herren ein Glas Wasser überreicht bekamen.
„ Ich hoffe die Kerle haben sich die Dreckspfoten gewaschen, ehe sie eure reine wundervolle Haut berührten.“ starrte er mit einem giftigen Blick auf die Fesseln hinab.
„ Ich wasche mir nie die Hände.“ behauptete Chi mit einem breiten Greisen.
„ IIIHHH!!“ versuchte Laura auch gleich ihre Hand von ihm weg zudrehen und ihre Finger irgendwie einzurollen, damit sie ihn ja nicht berührte. „ DU bist widerlich!!“
„ Warte hier! Ich werde sofort Desinfektionsmittel holen und dann ätzen wir ihm den Dreck von den Flossen!“ raste Mario schnell davon.
„ Die ganze Hand müsste man ihm abschlagen! Hör sofort auf damit!“ keifte sie ihn an, nachdem er sichtlich seine Freude daran hatte sie damit zu ärgern, indem er ihre Hand mit seinen Fingern berührte.
„ Warum hast du eigentlich so eine große Beule an der Stirn?“ wollte Jaz wissen. „ Hast du etwa versucht die Tür mit deinem Kopf einzuschlagen oder hat dich Laura als Rammbock missbraucht?“
„ Weder noch.“ bekam Laura den nächsten Lachflash. „ Der wollte eins seiner Portale benutzen, um uns einfach durch die Tür zu porten, allerdings funktionieren hier unsere Mächte nicht und so lief er frontal gegen die Tür, anstatt sie zu überwinden. Habt ihr den Knall gar nicht gehört? Der der so klang, als wäre er hohl, das war Chi!“
„ Hihihi.“ kicherte die Autorin. „ Das hätte ich ja zu gerne gesehen.“
„ Oh das könnt ihr! Hier sind die Highlights der ersten Runde!“ erschien eine riesige Leinwand über ihnen.
Neben Chi's Klatscher, der immer lustiger wurde je öfter Laura ihn sah, wurde auch Ori's KO Schlag gezeigt, genauso wie die äußerst romantischen, doch bloß gespielten Szenen von Akija, wodurch sie schmerzfrei die richtige Tür fanden. Bloß zu Yesica und Ernst gab es absolut nichts erwähnenswertes zu berichten.

Akt 24. das erste Pärchenspiel

Selbst die Realität, die das Spektakel ja verfolgte, lag vor Lachen auf dem Boden und dabei hatten die sich gerade erst wieder einigermaßen gefangen, nachdem Shino von Ori zerquetscht wurde. Doch genauso laut wie sie auflachten, bejubelten sie diesen ersten Sieg ihrer 'Mannschaft'. Sogar Eugene klatschte begeistert in die Hände und Toni, man glaubte es immer noch kaum, befand sich wie ein gestandener Mann beim Rest der Gruppe und machte ebenfalls lautstark auf sich aufmerksam, ungeachtet dessen, dass er so die Aufmerksamkeit auf sich zog. Sogar Yami ließ seiner Freude, die vielleicht Größenteils daher rührte, weil Laura Chi die ganze Zeit bloß angiftete, freien lauf und stand den anderen bei seinem Fan Dasein in nichts nach.
Gerade aber giftete sie mal nicht, dafür war sie viel zu sehr damit beschäftigt sich den hölzernen Aufprall des Jägers in Dauerschleife und Zeitlupe mitanzusehen und es blieb witzig! Ganz gleich wie oft man es sah. Das Gelächter wurde auch erst gestoppt, als BB, oder was noch von ihnen übrig war, nach einer gefühlten Ewigkeit zu ihnen aufschloss. Shino wurde wie eine leblose Puppe hinter Ori hergezogen und nahm dabei noch alles mit, was einer der Moderatoren, nun wo ihre Identitäten gelüftet wurden bekam er auch einen Namen verpasst: Lance, ihm in den Weg warf und das machte ihm auch noch Spaß zusehen, wie, was auch immer er ihm in den Weg warf, gegen sein Gesicht knallte. Yesica glich noch dem blühenden Leben, bei einem Blick auf Chi noch viel mehr als vorher, während Ernst nebenher humpelte und dann erfuhren sie auch warum: weil Yesica so erbost über ihre Niederlage war, dass sie ihren Partner während eines Anfalls an den Beinen packte und ihn gegen die Türe schlug, bis sie dann die richtige Tür fanden.
„ Dann sind wir ja wieder vollzählig.“ erkannte Jay goldrichtig. „ Braucht ihr eine Pause oder wollt ihr gleich weiter machen?“
„ Pausen sind etwa für Babys!“ krächzte die Sponsorentochter. „ Wir machen weiter und holen uns den nächsten Punkt!“
„ Mario sollte vorher einen Eimer Wasser holen, damit wir diesen armen Tropf aufwecken können.“ deutete Lance grinsend auf Shino hin.
„ Da ist wohl wer unter die Dampfwalze geraten.“ lachte Laura vergnügt auf.
„ LAURA!“ riss Shino blitzartig die Augen auf, als ihre Stimme an sein Ohr drang und dann stand er einen Augenblick später wie eine eins neben Ori. „ Mein Augenstern, hast du dich verletzt? Soll ich deinen Körper vielleicht nach Verletzungen abtasten??“
„ Komm noch ein Schritt näher und ich trete dich auf die brutalste Weise die du dir vorstellen kannst aus dem Leben, kapiert?“ starrte Chi den Bettvorleger kalt an.
„ Oh Laura, mein Augenstern...“ streckte er die Hand in ihre Richtung. „ Merkst du denn nicht dass da ein ungehobelter Klotz zwischen uns steht?“
„ Ups, mein Fehler.“ kam Mario herbei geschlendert, der den Baumstamm, der neben Chi auf dem Boden stand, griff und pfeifend damit davon ging. „ Ich brauchte etwas zum sitzen.“
„ Das war es nicht was ich meinte.“ ließ er seinen Kopf hängen. „ Oh mein armes Herz, wann wirst du nur endlich aufhören zu bluten?“
„ Hoffentlich niemals.“ schielte sie aus sicherer Entfernung zu ihm hin.
„ Uhhh...“ ließ er sich in Ori's starken Arme fallen. „ Trag mich! Ich habe Herz!“
„ Natürlich, mein armer Shino.“ nahm sie ihn auf den Arm.
„ Und so was darf in eurer Welt frei rum laufen? Ich bin schockiert.“ murmelte Aki.
„ Ja, ich auch. Deshalb lasst uns schnell weiter machen, bevor das Niveau noch weiter sinkt.“ schlug Lance vor. „ Wenn ihr mir bitte folgen würdet!“ sah er charmant lächelnd zu ihnen zurück, ehe er auf die Tür zuging.
Als nächstes betraten die Kandidaten eine geräumige Küche. Mit einem Tisch und Stühlen und einer Bodybuilder Küchenfrau.
„ Das ist Klopsinda, sie wird euch durch dieses Spiel führen.“ stellte Jay die Dame vor.
„ Klopsinda begrüßen Kandidaten! Kandidaten begrüßen Klopsinda, dann hinsetzen und lauschen Klopsinda's Erklärungen!“
Sie setzten sich, aber nicht weil sie es so wollte, sondern weil es sonst nicht weiter gehen würde.
„ Klopsinda kochen Suppe!“ knallte sie den überdimensional großen Topf auf den Tisch. „ Kandidaten essen Suppe! Wer als erstes Teller leer, gewonnen!“
„ Kann ich auch ein Steak bekommen?“ hakte Akira nach. „ Ich esse keine Suppe.“
„ KANDIDATEN ESSEN SUPPE!! WER ALS ERSTES TELLER LEER, GEWONNEN!!“ brüllte sie ihn an. „ Klopsinda sagen SUPPE, nichts Steak!! Kandidat schwer hören??“ knallte sie nun die Teller auf den Tisch und zwar für jedes Paar jeweils einen.
„ Sollen wir etwa von einem Teller essen?“ wollte Laura entsetzt wissen. „ Wie unhygienisch wäre das denn bitte?“
„ Nur ein Kandidat essen, anderer füttern!“
„ Füttern was? Tauben?“ wurden Jala's Augen gleichzeitig immer größer.
„ Nein! Partner füttern Partner bis Teller leer!“
„ NIIEEMALS!!!“ brüllte mal wieder Jala gleichzeitig dazwischen.
„ KLOPSINDA SAGEN SCHAUZE!!!“ und man höre: genau, nichts! „ Kandidat füttern Kandidat, wer als erstes Teller leer, gewonnen! Wer nicht essen oder füttern oder Teller leer, verloren! Nicht bekommen wichtigen Punkt für Sieg! Verstanden? Punkt wichtig für LOT! Sonst nix LOT weitergehen!! ALSO ESSEN UND FÜTTERN!!“ schlug sie mit der Hand auf den Tisch. „ Ansonsten Klopsinda füttern!“
„ Uahh nein!! Wir essen und füttern!!“
„ Neiinnnnn....“ hämmerte Yesica ihren Kopf immer wieder auf die Tischplatte. „ Dieses Spiel sollte ich doch mit Yami spielen! Dann hätte ich ihn gefüttert und seine Liebe wäre zu mir wäre endlich erwacht!“ heulte sie auf. „ Die Liebe geht doch angeblich durch den Magen, also hätte das ganz sicher geholfen! Und nun wird er von dieser Bratze gefüttert oder füttert sie...buhuuhuhuhu!“
„ Wer ist hier eine Bratze, du fehlgeschlagenes Experiment!“
„ Klopsinda geben Paar fünf Minuten! Paar denken nach wer essen und wer füttern, klar? Klopsinda sagen: Zeit läuft!“
„ Was ist das für eine Suppe?“ sah Laura zu ihr hin. „ Wie sollen wir entscheiden wer isst und wer füttert, wenn wir gar nicht wissen was das für eine Suppe ist?“
„ Suppe ist Suppe.“
„ Nix Suppe ist Suppe! Ich bin Vegetarier, klar? Wenn da Fleisch drin ist, dann esse ich sie nicht!“
„ Ihhhh! Die ist ja ein Gras-Fresser!!“ setzte die Sponsorentochter eine entsetzte Miene auf. „ Und die macht aus Yami bestimmt auch einen!!“ schlug sie die Hände noch entsetzter über ihren Kopf zusammen. „ Aber wenn der nur noch Grünzeug zu fressen bekommt, dann verliert der doch seinen perfekten, durchtrainierten zum dahin schmelzen heißen Body.“ schwärmte sie kurz auf. „ Vielleicht erblindet er auch!! Oder ihm fallen alle Zähne raus!! Oder oh mein Gott...er verwandelt sich in einen Ochsen...“
„ Halt doch einfach die Fresse.“ atmete Laura schwer aus.
„ DU hältst gefälligst die Fresse, du blöde Kuh!“
„ Zeit laufen, noch 4 Minuten.“
„ Gut! Ich kann mit links zwar nichts, aber trotzdem werde ich dich füttern!“ stellte Die Co-Autorin klar. „ Schon allein die Möglichkeit, dass da irgendwas tierisches drin ist verbietet es mir, auch nur daran zu riechen! Und ich will Handschuhe haben! Für den Fall dass ich irgendwelche Tropfen abbekomme!“
„ Ich füttere Ernst!“
„ Und ich Ori!“
„ Ich füttere dich, einverstanden?“ sah Aki seine Partnerin fragend an.
„ Nein, natürlich bin ich nicht damit einverstanden!!“
„ Aber ich esse keine Suppen. Auch dann nicht, wenn da eventuell Fleisch drin ist. Nicht dass ich das für dich nicht tun würde, aber wer weiß was danach mit mir passiert.“ überlegte er. „ Hinterher krepiere ich dran, oder so. Ich bin schließlich ein Greif und die ernähren sich ausschließlich von Fleisch.“
„ Mhm...“ starrte sie ihn mit einem Gesichtsausdruck an, den man einfach nicht beschreiben konnte, doch der ganz eindeutig bezeugte, dass sie erkannt hatte, dass er recht hatte und sie wohl oder übel in den sauren Apfel beißen musste. „ Nein, ich kann das nicht!“ wandte sie ihr hochrotes Gesicht von ihm ab.
„ Aber warum denn nicht? Hier sieht uns doch keiner?“ außer der gesamten LOT Schauspielermannschaft, aber das wussten sie ja nicht. „ Und wegen mir muss dir das nicht peinlich sein.“
„ Und wenn wir hier alleine wären, wäre mir das völlig gleich!“ starrte sie ihn verstimmt an. „ Ich lasse mich nicht mal von Luca füttern, weil mir das einfach viel zu peinlich ist!“ verbarg sie ihr Gesicht mit den Händen. „ Laura! Es liegt an dir den Sieg zu holen!“
„ Verstanden!“ krempelte sie den imaginären Ärmel hoch und umfasste den Löffel mit einem 'ich zerquetsche euch alle' Griff.
„ Aber warum denn? Lass mich dir beweisen, dass da gar nichts schlimmes dran ist!“ strahlte der Greif auf.
Dass er etwas tun konnte, was nicht mal Luca erlaubt wurde, aktivierte seinen Kampfgeist wie es aussah und obendrauf kam noch das peinlich berührte Verhalten der Autorin, was ihn ebenfalls dazu beflügelte, seinen Willen unbedingt durchsetzen zu müssen, weil er es so unfassbar süß fand.
„ Überlassen wir Laura das Ganze einfach. Ich kann das einfach nicht.“ wandte sie ihr Gesicht murmelnd von ihm ab.
„ Willst du wirklich die Flinte wegen so einem Mist ins Korn werfen?“ verschränkte er seine Hand mit ihrer und lehnte die freie Hand noch an ihre Wange, so dass sie ihn wieder ansah. „ Letztendlich ist Laura die einzige die davon erfahren wird und ich glaube nicht, dass sie jemanden davon erzählt. Außerdem kannst du sie doch nicht allein gegen die Bekloppte und das schwarze Loch antreten lassen.“ deutete er mit dem Kopf auf BB hin. „ Zusammen bekommen wir das schon hin.“
„ Du hast ja recht...“ sah sie mit hochroten Wangen und grummelnd zur Seite. „ Um BB fertig zu machen, mache ich auch so was abgrundtief peinliches... und wenn ich dabei sterben muss.“
„ Zeit ist um! Klopsinda verteilen Suppe!“ klatschte sie die Brühe auf die Teller. „ Klopsinda zählen runter, dann fangen an.“ erklärte sie. „ Auf die Löffel, fertig und essen!“
„ Ich mache euch so was von fertig!!“ stieß Laura den Löffel blitzschnell in die Suppe und ließ ihn dann genauso blitzschnell auf Chi's Gesicht zurasen, hätte er seinen Kopf nicht geistesgegenwärtig zur Seite gelehnt, würde ihm jetzt vermutlich ein hässlich Loch in der Wange zieren, doch so lief ihm die heiße Suppe bloß den Nacken runter.
„ Hast du sie noch alle???“ fuhr er sie auch gleich an.
„ Pass doch auf, du kranke Irre! Du verletzt ihn noch!“ empörte sich Yesica ebenfalls.
„ Meine süße Laura ist keine kranke Irre!“ protestierte Shino.
„ Ist sie nicht? Dann gucke dir das doch mal an da!“ zeigte sie mit dem Löffel auf die beiden.
Das herumfliegende Essen erinnerte einen schon ein bisschen an Ori's Essenserguss damals bei Blue und anstatt dem Löffel entgegen zu kommen, konnte Chi auch nichts anderes machen als diesem auszuweichen. Andernfalls wäre die Bestandteile der Suppe nicht das einzige was im Zimmer herum flog.
„ Hör endlich auf mich erstechen zu wollen!“ packte Chi irgendwann ihren Arm. „ Bist du so ein Grobmotorischer Pflegefall, dass du nicht mal dazu in der Lage bist jemanden zu füttern ohne ihm gleich sämtliche Zähne auszuschlagen?? Reiße dich gefälligst zusammen!“
„ Ja!! Zeig es ihr Yami!!“ feuerte Yesica ihn an.
„ Wage es nicht so mit meiner Laura zu sprechen, du Urzeitmensch!“
Allerdings hatte die Darbietung der beiden auch etwas gutes an sich, denn wenn Shino und Yesica auf das achteten was Chila tat, konnten sie dementsprechend ihre Partner nicht füttern und da es ganz offensichtlich wirklich in der Hand der Co-Autorin lag, den Sieg nachhause zu holen, kamen ihnen die Unstimmigkeiten bei den Feinden gerade recht.
Akija kämpften nämlich noch immer mit dem ersten Löffel oder eher, Jaz kämpfte mit sich davon zu essen und es sah eigentlich auch nicht so aus, als könnte sie sich jemals dazu überwinden genau das zu tun. Aber Wunder gab es ja immer wieder und man sagte ja so schön, dass alles leichter wurde, wenn man das erste Mal hinter sich gebracht hatte, deshalb nutzte sie einen 'ich will gewinnen!'- Schub aus und brachte das erste Mal hinter sich! Nun, man hatte wohl vergessen ihr zu verraten, dass das erste Mal so abgrundtief scheiße sein konnte, dass man niemals wieder auch nur in die nähe des zweiten Mal kommen wollte und genau DAS traf hier ein! Während sich Akira von ihrem Verhalten faszinieren und er gleich gewillt war noch mehr aus ihr herauszukitzeln, war sie mehr als nur gewillt schnellstmöglich und so laut kreischend wie es ging davon zu stürmen! Sie wusste noch nicht mal was davon, dass die Wangen vor Scharm so heiß werden, oder dass das Rot der Wangen so hervorstechen konnte, dass es sich sogar in den auf Hochglanz polierten Küchenschränken wieder spiegelte.
„ Ich kann das nicht! Ich kann das nicht!! Ich kann das nicht!!“
„ Komm schon, mach es noch mal! Für mich!“ strahlte er Jaz an.
„ Niemals!“ starrte sie ihn mit großen Augen an.
„ Och komm schon. Nur noch einmal. Danach zerre ich dich auch ganz bestimmt irgendwo hin, wo man uns nicht so leicht finden wird.“ flüsterte er ihr frech grinsend zu. „ Versprochen.“
„ Dann erst recht nicht.“
„ Löffelchen! Ah... ah...“ versuchte Ori den Löffel zu erwischen, der in ihrer Nähe herum flog, Shino war ja damit beschäftigt Chila zu beobachten. „ Löffelchen!“
Ernst währenddessen nutzte seine überflüssige Anwesenheit dazu um übers Handy mit seiner Clara zu schreiben. Yesica tat ja das gleiche wie Shino, nur dass diese ihren Löffel auch noch als Schleuder benutzte und Laura zutreffen versuchte, allerdings konnte Yesica einfach mal nichts, außer scheiße aussehen, scheiße zu sein und sich scheiße auszudenken und so verfehlte sie ihr Ziel durchgehend oder aber sie traf ihren Schwarm...
„ DAS reicht!!“ riss Chi nach der gefühlten 1000 Attacke von Laura und dem hundertsten an seinem Gesicht abgeprallten Brocken, Yesica sei dank, der Geduldsfaden, was wiederum dazu führte, dass er seiner Partnerin zum einen den Löffel aus der Hand schlug und zum anderen den Inhalt seines Tellers direkt in Yesica's Gesicht klatschte.
„ Klopsinda sagen, Chila ist disqualifiziert!“
„ Was?“ starrte Jaz nun völlig entgeistert zu ihren Spielgefährten hin. „ WIIIESSOOOO???“
„ Frag nicht mich das! Chiron ist das Arschloch vom Dienst!!“ schnauzte sie ihren Partner an.
„ Ich?? Wenn DU nicht so unfähig und DIE DA nicht so bekloppt wäre, dann hätte ich nicht ausrasten müssen!!“
„ Dann liegt die gesamte LoTer Hoffnung jetzt wohl in Akija's Händen! Ob sie diesen Druck wohl standhalten können und wird sie es schaffen, ihren Schweinehund zu überwinden? Wir werden es erleben!“ kommentierte Lance das ganze.
„ In unseren Händen...?“ würde sie am liebsten in ein Bodenloses Loch stürzen und nie wieder auftauchen.
„ Mhm... in unseren Händen.“ sah Aki sie mit einem verheißungsvollen Grinsen an. „ Also sollten wir schnell weitermachen, damit wir die anderen noch einholen können.“
„ Los, Jaz!! Du schaffst das!“ feuerte Laura sie an.
„ Schnell, schnell!! Wir können den ersten Punkt holen!!“ strahlte Yesica auf, nachdem sie sich die Suppe aus dem Gesicht gewischt hatte. „ Leg dein Handy weg, sofort! Und hier kommt das erste Löffelchen!“
„ Los, schneller, schneller, schneller!!! Wir werden noch verlieren, Jaz!!“
„ Aber ich kann das doch nicht!!“
„ Erzähle keinen Quatsch! Du nimmst ihn doch sonst auch ohne zu zögern in den Mund!“
„ SPRICH NICHT SO VULGÄR!“ fauchte sie ihre Freundin an.
„ Ich rede von einem Löffel! Einem LÖFFEL! Da ist nichts vulgäres dran!“ konterte sie. „ Was kann ich denn dafür, dass du bei der kleinsten Zweideutigkeit immer gleich an das eine denkst?“
„ Dann sprich nicht so eindeutig zweideutig, dann muss ich auch nicht daran denken!“
„ Verdammt! Jetzt nimm ihn endlich in den Mund, oder ich stopfe ihn dir persönlich rein!!“ mischte sich Chiron ebenfalls erbost ein. „ Wenn ich mir diesen Scheiß da drüben noch länger mit ansehen muss, dann werde ich zum Tier!“
„ Boar sprich nicht so vulgär!“ fauchten die Damen den Herrn an.
„ Ich spreche so vulgär wie ich das will und wenn ihr nicht wollt, dass ich noch vulgärer werde, dann löffelt ihr jetzt gefälligst die Scheiß Suppe aus!“
„ Der letzte Löffel!! Der letzte Löffel, Ori!! Gleich haben wir gewonnen!! Ich tauche ihn...“ doch weiter kam er gar nicht, da aus den Reihen der billigen Zuschauerplätze ein roter Ball mit einer Geschwindigkeit angerast kam, wogegen selbst die Lichtgeschwindigkeit alt aussah.
Er flog auch nicht direkt auf Shino und Ori zu, sondern auf den dauergrinsenden Greifen, dessen Hintergedanken so deutlich zusehen waren, dass man sie schon als Vordergedanken bezeichnen müsste und eben weil dem so war und Kian ihm diese Vorstellung um jeden Preis aus dem Kopf hämmern wollte, traf ihn der Ball mit voller Wucht auf den Hinterkopf. Daraufhin ertönte ein lautes KRACH, dich gefolgt von einem KABUMM und einem KLIRR und schließlich verkündete Klopsinda: „ Teller leer, Akija gewonnen, bekommen wertvollen Punkt verliehen!“ Und warum? Weil Akira mit seinem Gesicht und so einer Wucht auf den Teller geknallt war, dass dieser zerbrach und sich die Suppe explosionsartig überall hin verteilte, nur nicht mehr auf dem Teller. Außerdem traf der Ball Ori auch noch mitten ins Gesicht, die wiederum mit dem Stuhl nach hinten kippte und da deren Hände ja noch immer miteinander verbunden waren, zog sie das Streichholz gleich mit sich nach hinten und das noch bevor er den letzten Rest der Suppe auf seinen Löffel schieben konnte. Demnach war Akija's Teller als erstes leer und der Sieg gehörte ihnen.
Natürlich starrten Jala und Chi nicht schlecht drein, als der Typ, der zwischen ihnen saß, plötzlich mit einem Affenzahn Richtung Teller schoss und diesen dann auch zertrümmerte. Doch erst als der erste ungläubige Schock verschwunden war, fiel der ganze Druck und die Wut von ihnen ab und dann sah man nur noch, wie sie vor lachen neben Aki auf den Tisch lagen.
„ BOAR DIESE SCHUMMLER!!!“ kreischte Yesica auf, ehe sie während einer ihrer derzeitig öfters auftretenden Anfälle Ernst Kopf ergriff und ihn ohne Vorwarnung auf den Tisch donnerte, so dass deren Teller ebenfalls zersprang. „ DIE ZWEITEN SIND DIE WAHREN ERSTEN!!!“
„ Und wieder geht der Sieg an LoT!!“ applaudierten Jay und Lance. „ Das läuft doch wie am Schnürchen.“
„ Aua...“ stöhnten die Bbler im Chor.
„ Ist er tot?“ stupste Laura den Greifen währenddessen vorsichtig an. „ Der regt sich gar nicht mehr.“
„ Ich hoffe nicht! Wie soll ich denn mit einer Leiche im Schlepptau vernünftig spielen können?“
„ Vielleicht ertrinkt er gerade in einer Suppen-Pfütze.“ vermutete Chi.
„ WAS??“ griffen Jala gleichzeitig seine Schulter und zogen ihn dann hoch. „ Ruft einen Arzt!“
„ Klopsinda kein Arzt, doch machen Mund-zu-Mund-Beatmung!“ schlug sie vor.
„ Mir geht es gut! Mir geht es gut!“ versicherte der Greif prompt. „ Und bei einem Schädelbruch hilft eine Mund-zu-Mund-Beatmung sowieso nicht.“ hielt er sich den schmerzenden Kopf.
„ Außerhalb der Spiele könnt ihr eure Zauberkräfte anwenden. Das solltet ihr vielleicht ausnutzen, um euren Kameraden wieder zusammenzuflicken.“ erklärte Lance.
„ Warum sagt man uns das jetzt erst?“ drehte sich Chiron mit einem mörderischen Blick zu dem Moderatoren um.
„ Habe ich das noch nicht erwähnt?“ überlegte er. „ Dann habe ich es wohl vergessen.“
„ Ich vergesse mich auch gleich mal und dann reiße ich hier alles nieder...“
Nachdem man Akira und einem finster dreinblickenden Chiron geheilt hatte und man allen gestattete sich kurz alleine umziehen zu dürfen, wartete man nun auf einer Grünfläche auf den Einlass zum nächsten Spiel. Jala bekam wieder leckere Cocktails von Mario gereicht und sogar eine Bank schleppte er für sie her, während BB abgestandenes Regenwasser und die LoT Jungs sprudelndes Mineralwasser zu trinken bekamen. Man wurde wieder an seinen Partner gebunden, ja sogar an den richtigen, auch wenn Yesica und Ori das zu ändern versuchten. Und so marschierten sie auf zum nächsten Spiel, was die abgrundtiefen Geheimnisse ans Tageslicht befördern wird.
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Sa 7 Jul - 13:29

Akt 25. Glibber Widerwillen

„ Wer zum Teufel denkt sich bitte SO einen Scheiß aus? Ach ja ich vergaß, etwas anderes als Scheiße kann sich BB ja gar nicht ausdenken!“ keifte Laura rum.
Die Kandidaten waren gerade dabei, einen Hindernislauf der anderen Art zu absolvieren, weil wie Laura schon erwähnte:  etwas anderes als Scheiße kann BB nicht. Das bedeutete, dass sie bereits durch eine mit Schlamm gefüllte Kürbis-Rutsche rutschen, unter Zuckerstangen kriechen, über Hürden springen, die die bescheuerten Gesichter von BB zeigten, so dass man lieber rein treten statt drüber springen wollte, sie mussten durch Kakao schwimmen, sich an Baguettes lang hangeln, einer wild gewordenen Krake ausweichen, die mit ihren Tentakeln den Weg versperrte, indem sie ihre Arme mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf und ab bewegte, wer von ihr erwischt wurde, stürzte in ein mit Federn gefülltes Becken, so dass man durch seinen Kakao-Schlamm-Gemisch aussah als wäre man Geteert und Gefedert worden, dann kam Sack hüpfen, während man mit Farbbomben beworfen wurde und nun, zu guter Letzt, wartete ein riesiger Wackelpudding auf sie und genau in dem steckten die LoTer gerade fest. BB hatten sie NATÜRLICH schon früh abgehängt, Ori war irgendwann im Kakao-Becken verschwunden und Yesica kam nicht mal über das zweite Hindernis hinaus, da lagen sie und Ernst bereits im Sauerstoffzelt. Ori kam auch nur bis ins Kakao-Becken, weil sie einfach alles niederriss, während sie mit ausgestreckten T-Rex-Armen ihrem Liebling hinterher erdbebte.  
Jedenfalls steckten die Gewinner gerade bis zur Brust im Wackelpudding fest, der wie Treibsand wirkte, und versuchten sich ziemlich wenig bis gar nicht erfolgversprechend daraus zu befreien.
„ Wie soll das überhaupt funktionieren?? Man kann sich hier nicht wieder raus ziehen, das ist unmöglich!“ motzte die Co-Autorin weiter rum. „ Und bis dahinten durchfressen werde ich mich garantiert auch nicht!! AHA deshalb also! Die einzige die das ohne mit der Wimper zuzucken hinbekommt, ist Ori! Die haben das also mit Absicht eingebaut, damit wir verlieren!“
„ Natürlich war das Absicht, oder dachtest du etwa, der Pudding wäre unabsichtlich hier gelandet?“ kommentierte Chiron das Ganze.
„ Halt bloß die Klappe!“ fauchte sie zu ihm zurück. „ Du warst bisher ziemlich nutzlos, ist dir das mal aufgefallen? Ich hätte dich einfach Yesica überlassen sollen, dann hätte sie gemerkt was du für ein Nichtskönner bist und wir hätten nie wieder was von ihr gehört!!“
„ Bloß nicht! Nach meinem Glück würde die dann an Luca's Rockzipfel hängen und ein irrer Fanhaufen plus Ori reichen vollkommen aus. Sie kann Toni haben, oder Paul!“
„ Paul spinnst du?“ starrte sie empört zu ihr rüber, woraufhin Jaz mit hochgezogener Augenbraue zu ihr hin sah. „ Wenn die sich an Paul hält, dann hängt die ja rund um die Uhr am Studio rum! Ist dir klar, was die währenddessen für einen Schaden anrichten könnte? Und dann haben unsere Müllis auch noch einen eigenen Schlüssel, damit sie sich im Notfall drinnen in Sicherheit bringen können. Ich will mir gar nicht vorstellen, was diese Niete von Sponsorentochter in kürzester Zeit für einen Scheiß anstellen kann. DAS wäre unser Untergang, Jaz!“
„ Stimmt, dann soll sie sich eben an Eugene halten, dann können die um die Wette sabbern.“
„ JA! Das nenne ich mal eine gute Idee.“ lachte Laura vergnügt auf, als sie sich das bildlich vorstellte. „ So und nun noch so eine gute Idee, damit wir hier wieder raus kommen.“
„ Tja in dieser Abteilung sind leider alle ausgeflogen.“
„ Dann hole sie eben zurück!“
„ Als wenn das möglich wäre.“
„ Verdammt. Warum habe ich nicht Kian gewählt? Mit dem an unserer Seite hätten wir das Puzzlestück garantiert längst gewonnen!“ knurrte sie.
„ Du glaubst doch nicht wirklich, dass der sich auch nur die Schuhe dreckig gemacht hätte, oder?“ konterte Chi. „ Mit ihm an eurer Seite wärst du, zu mindestens bei diesem Lauf, wegen Arbeitsverweigerung disqualifiziert worden und selbst wenn ihr bis hierher gekommen wärt, hätte der seine kleine Gestalt angenommen und wäre dir aufs Dach gestiegen, anstatt auch nur die kleine Kralle in den Pudding zu tauchen.“
„ Die kleine Gestalt!! Natürlich DAS ist es! Chiron du bist ein GENIE!“ jubelte seine Partnerin.
„ Ach? Jetzt auf einmal!“ schielte er auf sie herab.
„ Darf Akira seine Gestalt ändern oder wird man dann auch disqualifiziert?“
„ Darüber existieren keine Regeln, also kann er die Gestalt ändern wie ihm beliebt.“ erklärte Lance.
„ HA! Wie gut das BB so bescheuert ist!! Wenn Akira seine kleine Gestalt annimmt, dann kannst du ihn aus dem Pudding heben, Jaz und dann kann der uns alle hier raus holen!“
„ Das ist eine ausgezeichnete Idee. Die Konsistenz des Wackelpuddings ist so fest, dass man nur einbricht wenn man, wie ihr, aus hoher Höhe drauf springt.“ erklärte der Herr weiter.
„ YES! Dann hole uns endlich hier raus, Akira!“
Und genau so konnten sich die LoTer aus der fesselnden Umarmung des wackelnden Puddings befreien und in aller Seelenruhe, während man sich die glibbrigen Reste vom Körper zu schütteln versuchte, auf das Ziel zugehen und gewinnen!
„ Und auch dieser Punkt geht an LoT!“ jubelte der Lautsprecher.
„ Und weil man ja aufhören soll, wenn es am schönsten ist, befassen wir uns als nächstes mit der Nachtruhe.“ verkündete Lance.
„ Wie Nachtruhe?“ hakte Jaz verdutzt nach. „ Ich will das Spiel schnellstmöglich gewinnen und dann weiter ziehen!“
„ Natürlich willst du das. Aber dein Wille ändert nichts daran, dass außerhalb dieser Welt längst die Nacht herein gebrochen ist und letztendlich seid ihr zwei die einzigen hier, die aus eurer Realität stammen. Es ist also mehr als nur wahrscheinlich, dass euch bald die Kräfte ausgehen werden.“
„ Deshalb übernachtet ihr in einem zehn Sterne Wellnesshotel und BB bekommt die Gruselhütte dort vorne.“ machte Jay eine abfällige Handbewegung in Richtung der schwarzen Holzhütte, die schon beim Hingucken ächzend zusammenbricht.
„ Naja, ein bisschen Erholung kann ja nicht schaden und wenn BB dafür in dieser Bruchbude hausen muss, dann bin ich mehr als nur einverstanden damit.“ strahlte die Mangaka.
„ Ja, ihr seht auch so aus als würdet ihr jetzt unbedingt ein Bad nehmen wollen.“ nickte Jay. „ Also los, lasst uns gehen.“
„ Wer seid ihr eigentlich?“ wollte Jaz von den Herren wissen, als sie auf das prachtvolle Hotel zu schlenderten. „ Ihr gehört ganz eindeutig nicht zu BB, aber ich habe euch auch nicht erschaffen, also seid ihr eine Eigenkreation des Prismas? Oder hat euch Sahira geschickt?“
„ Weder noch. Wir sind einfach ein paar Fantasiereisende, die zufällig hier gelandet sind und denen sehr viel daran gelegen ist, dass deine Vorstellungskraft wieder repariert wird.“
„ Fantasiereisende?“ staunten die Damen.
„ Aber was macht ihr in MEINER Fantasie??“
„ Nun im Grunde...“ sah Lance zu ihnen hin. „ Ist es vielleicht besser wenn ihr nicht alles wisst. Manche Dinge sind für den Menschen einfach zu hoch, als dass er es fassen kann und unser Treffen gehört definitiv dazu. Glaubt mir, ihr wollt nicht wissen wer wir wirklich sind.“
„ Und wie ich das wissen will! Und jetzt erst recht!“ protestierte Laura. „ Kennst du das denn nicht? Wenn man etwas nicht darf, dann will man es erst recht machen und wenn man etwas nicht wissen darf, dann interessiert man sich umso mehr dafür! Also raus mit der Sprache! Wer seid ihr?“
„ Ach ja, wir haben uns ja noch gar nicht vorgestellt... oder? Mhm, egal!“ lachte er. „ Ich heiße Laurenz, aber meine Freunde nennen mich Lance und das ist Jaden, oder kurz Jay.“
„ Aha toll und weiter?“ bat sie ungeduldig um mehr Infos.
„ Nichts und weiter. Komischerweise besitzen wir als einzige keine Nachnamen. Aber ihr auch nicht, richtig?“
„ Das meinte ich nicht mit weiter! Woher kommt ihr und was wollt ihr hier und wie reist ihr überhaupt durch die Fantasie?“
„ Mit unserem Fantasiestein natürlich, so wie ihr doch auch.“
„ Nein, wir haben ein Seelenprisma. Allerdings wurde es von ein paar Flachpfeifen...“ starrte sie die LoTer erbost an. „ … zerstört.“
„ Seelenprisma, das klingt viel besser als Fantasiestein. Warum bist du nicht darauf gekommen?“ sah Lance seinen Kumpel fragend an.
„ Weil wir nun mal einen Fantasiestein und kein Seelenprisma haben.“
„ Ich will eurer interessantes Gespräch ja nicht stören, aber sollten wir nicht nach den anderen sehen?“ mischte sich Ri ein.
„ Ach quatsch.“ wehrte Lance lachend ab. „ Die kommen schon klar und falls sie ihre Gruselhütte nicht erreichen, dann fischen wir sie eben morgen aus dem Kakao raus.“
„ Eben und selbst wenn die elendig verrecken, dann trifft es keinesfalls die Falschen!“ fügte Laura hinzu. „ So und nun weiter im Text! Wie kommt ihr hier her? Wir können mit dem Prisma schließlich auch nicht durch fremde Fantasien wandern. Oder können wir das etwa?“
„ Nein.“ schüttelte die Autorin den Kopf. „ Das Prisma ist an meine Fantasie gekoppelt.“
„ HA! Seht ihr! Also? Wie kommt ihr hierher?“
„ Keine Ahnung? Vielleicht hat unser Stein einen weg und deshalb sind wir hier? Vielleicht zählt dieser Bereich aber auch einfach nicht konkret zu eurer Fantasie und deshalb war es uns möglich hier zu landen. Wer weiß das schon?“
„ Aber letztendlich sind das doch auch nur irgendwelche Erschaffungen von irgendwas und sie zählen garantiert nicht zu irgendeiner Realität, oder?“ wollte Laura dann leise von ihrer Freundin wissen.
„ Natürlich nicht! Das ist auch gar nicht möglich. Vielleicht wurden sie als Schutz von meiner gesprengten Fantasie erschaffen.“
„ Ja, das ist eine Erklärung mit der ich was anfangen kann.“
Womit das Thema erst einmal beendet wurde, was vielleicht auch daran lag weil sie nun das pompöse Luxushotel betraten, was nicht nur von Außen echt was her machte, auch von Innen war es der Burner gewesen. Es toppte sogar das Hotel aus Blue und das bei weitem! Denn hier gab es kein BB, keine anderen Gäste, keine Fans und einfach niemand, der einen an den Karren pinkeln wollte! Man musste auch nicht seine Schauspieler jedes Mal aufs neue zusammen suchen oder sie aus den Federn treten. Es gab keine Streichhölzer, die einen sabbernd hinterher schlichen oder fette Schweine, die jeden, ob er es wollte oder nicht, an ihrem Fressgelage teilhaben ließen. Hier war einfach nichts, außer erholsamer Ruhe, glänzender Sauberkeit, freundlicher Bediensteten und einem so weichen Bett, dass man glatt meinen könnte, es würde aus Wolken bestehen. Hier befand sich definitiv das goldene Zeitalter, wo alles einfach nur perfekt war und auf der anderen Seite, dort wo sich BB hinschleppte, befand sich das Armenviertel. Dort gab es nur knarrende Bretter, harte Matratzen, ein Loch im Boden als Klo, flackernde Lichter, fette Staubschichten und mördermäßig viele Spinnennetze. Also genau die richtige Umgebung für das Pack.
Während sich BB also mit dem Wasser aus den Uralt Leitungen begnügen musste, saßen Jaz und Laura wie zwei strahlende Honigkuchenpferde im Hauseigenen Whirlpool, gefüllt mit dem reinsten Quellwasser, mit Blick auf das weite Meer, Personal was einen mit den leckersten Alkoholfreien Cocktails überhaupt versorgte und das Beste vom Besten: Chiron stand gerade am anderen Ende des riesigen Beckens unterm Wasserfall und versuchte sich den Pudding/Kakao/ was auch immer da noch drin klebte, vom Körper zu spülen und zu seiner Sternenstunde: er hatte den Damen den Rücken zugedreht! Dieser Anblick war vielleicht sogar interessanter als der Blick aufs Meer.
Natürlich war das Hotel so fortschrittlich, dass sich sämtliche Verunreinigungen, die ins Wasser flossen, augenblicklich in ihre Atome auflösten und dann auf nimmer wiedersehen für immer verschwanden! Nebenbei war das Wasser aber so rein und so weich, dass es sogar noch besser wirkte, als sämtliche Bodylotion dieser Welt zusammen!
„ Meinst du, wir müssen uns bei jedem Kampf um ein Stück deiner Fantasie mit BB anlegen?“ wollte Laura von Jaz wissen. „ Und auch jedes Mal so einen bescheuerten Wettkampf ausfechten?“
„ Keine Ahnung.“ seufzte die Autorin. „ Ich hatte ja gedacht, dass wir auf einen unüberwindbaren Endgegner treffen, sobald wir die Hochburg meiner Fantasie in diesem Buch erreicht haben. Aber BB ist weder unüberwindbar noch würde ich sie als Endgegner bezeichnen. Mal abgesehen davon, dass meine Fantasie irgendwie an Wert verloren hat, nun wo wir gegen diese Idioten antreten müssen, um das erste Teil zurückzuerlangen. Wichtige und mächtige Gegenstände werden doch immer von genauso wichtigen und mächtigen Endgegnern beschützt und nicht von den Dorftrotteln der Nation.“
„ Mhm... jetzt wo du das sagst.“ schmunzelte sie belustigt auf. „ Doch auch wenn die Puzzleteile von den dorftrotteligsten Dorftrotteln der gesamten Galaxie bewacht werden, mindert das deinen Wert nicht im geringsten. Es zeigt nur mal wieder wie viel besser wir als die sind. Schließlich haben wir das da erschaffen!“ zeigte sie mit beiden Händen auf Chi. „ Das würde BB niemals hinbekommen.“
„ Stimmt. Aber trotzdem verstehe ich nicht, warum ausgerechnet BB gegen uns antreten muss.“
„ Das ist doch klar.“ ließ sich Kian neben Jaz ins Wasser gleiten. „ Ihr seid denen zwar in jeglicher Lebenslage weit überlegen, aber dafür können die eure Fantasie mit ihrer bloßen Anwesenheit schon in Grund und Boden stampfen. Was sie bedrohen ist also nicht eure Gesundheit, sondern eure Kreativität, eure Fähigkeit etwas Großartiges zu erschaffen.“
„ Das stimmt! Und wie das stimmt!“ nickte Laura das Gesagte eifrig ab. „ Ich sag nur: schimmliger Kürbis! Flotte Biene! Oder MANKINI!!“
„ Stimmt. Wenn man das so betrachtet, dann sind sie wohl doch würdige Endgegner.“
„ Ori's Fressgelage! Oder Anna's und Reiner's Karnickel Verhalten! Ori's komm an meine Brust...“
„ SPRICH ES NICHT AUS!!!“ kreischte Jaz auf. „ Ich will mich NICHT daran erinnern!“
„ Apropos Reiner, glaubst du der ist nach deinem Tritt schon irgendwo aufgeschlagen oder fliegt der noch immer durch die Weltgeschichte?“ kicherte Laura.
„ Von mir aus kann der von irgendwem für eine Ente gehalten und abgeknallt werden! Diesen Vogel braucht doch kein Mensch und wir erst recht nicht!“
„ Wie wahr, wie wahr.“

Akt 26. erzähle mir deine dunkelsten Geheimnisse

„ Ich frage mich, ob die Realität überhaupt bereits begriffen hat, dass das Prisma zerstört wurde? Oder gehen sie vielleicht davon aus, dass wir freiwillig hier sind und gar nicht zurückkommen wollen?“ überlegte Jaz, als sie gerade mit Laura zum Essensaal schlenderte. „ Wenn sie das nicht checken, dann wird auch niemand kommen, um uns zurückzuholen.“
„ Dass sie es nicht wissen, diese Option existiert für mich nicht! Also natürlich läuft die Suche nach dieser Hexe auf Hochtouren und höchstwahrscheinlich haben sie sie sogar schon gefunden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sie hier auftauchen.“
„ Und was wenn nicht? Kian meinte, dass sie das Prisma auf der Straße platziert und mit ein paar Blättern bedeckt haben, genaugenommen könnte da JEDER drüber gefahren sein und selbst wenn es einer von unseren Leuten war, vielleicht hat dieser jemand geglaubt, er wäre über einen großen Stein gefahren. Dann kam die Kehrmaschine und nun sind die Überreste des Seelenprismas überall, nur nicht mehr da, wo man darauf aufmerksam werden könnte.“
„ Ich will das trotzdem nicht glauben.“ bestand sie auf ihre Meinung. „ Ganz gleich wie unwahrscheinlich es ist, dass jemand drüber gefahren ist, der anhielt und dann erkannte, was er da platt gefahren hat und nun alles dran setzt, damit es repariert wird, genau SO war es! Etwas anderes kommt gar nicht in die Tüte. Denn das würde bedeuten...“
„ … das wir für immer hier festsitzen würden.“ beendete Jaz den Gedankengang des Grauens. „ Ja, das würde es wohl bedeuten.“
„ So wird es aber nicht kommen und nun lass dich davon nicht runter ziehen! Wir brauchen unsere gesamte Aufmerksamkeit um deine Fantasie zu reparieren und außerdem gönne ich BB keinen Sieg.“
„ Dennoch ist das ein Fakt, den wir früher oder später in Betracht ziehen müssen.“
„ Eher später, um nicht zu sagen niemals. Sie werden kommen um uns zu retten, Jaz. Alles andere wäre kein glückliches Ende und deshalb für uns nicht zu gebrauchen.“
„ Ja, vermutlich hast du Recht. Ein glückliches Ende wird kommen, ganz gleich wie.“
„ So ist es.“
„ Können wir denn gar nichts tun, um ihnen irgendwie zu zeigen, dass wir Bescheid wissen?“ wollte Luca von Sahira wissen.
„ Solange das Prisma in Trümmern liegt, leider nicht, nein.“ erklärte Sahira. „ Und so wie es im Moment aussieht, wird sich daran in nächster Zeit auch nichts ändern.“
Wie Lance ja schon erwähnte, war in der Realität längst die Nacht herein gebrochen, weshalb Luya bereits wieder bei Jalu zuhause war. Man wäre eigentlich gern gemeinsam im Studio geblieben, um die Hexen weiter anfeuern zu können, aber Maria hatte die Nachtruhe eingeläutet und das auf ihre 'keine-Widerrede-Art' so dass auch niemand dagegen protestierte. Deshalb hingen die beiden Herren wieder allein über der Seherkugel, die sie wirklich nur im äußersten Notfall und auch nur für kürzeste Zeit aus den Augen ließen.
„ Ja, du hast Recht Goldi. Um die beiden muss man sich wirklich keine Sorgen machen, sie gehen ihren Weg und sehen dabei auch noch so verdammt gut aus. Stimmt, ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn sie keinen Bikini angehabt hätten.“ grinste sie breit auf, während die anwesenden Herren nichts anderes tun konnten, als blöd aus der Wäsche zu gucken. „ Wir sollten sie mal zu einem gemeinsamen Bad einladen, sobald sie wieder hier sind, oder was meinst du?“
„ Dass das kaum möglich sein wird.“ antwortete Luca für Goldi. „ Jaz hat ohnehin schon einen vollen Terminkalender wegen der Veröffentlichung des dritten Teils von zHuH und das bisschen Freizeit, was ihr noch bleibt, wird sie definitiv mit mir verbringen!“
„ Und bei Laura stapeln sich die Pakete inzwischen bis unters Dach. Bei ihrem Ritual des Paket Öffnens, wird sie Wochen damit beschäftigt sein, die alle auszupacken und die Zeit, die sie nicht darin investiert, steht ganz eindeutig mir zu.“ meinte Yami dazu.
„ Passt nur auf, dass ihr sie nicht zu sehr einengt. Es sind auch schon welche für weniger ausgebrochen.“ riet sie ihnen. „ Ich werde mich jetzt jedenfalls zurückziehen. Also gute Nacht und macht die Nacht nicht wieder zum Tag. Irgendwann seid habt ihr eure Reserven aufgebraucht und selbst wenn sie sich in der Nacht zu ihnen schleichen. Was wollt ihr von hier aus dagegen tun können? Ist es da nicht besser, es nicht zu wissen?“ griff sie sich Goldi's Glas und wanderte dann zum Gästezimmer hin.
„ ARGH!! DARÜBER habe ich doch noch gar nicht nachgedacht!!!“ raufte sich Luca verärgert die Haare. „ Als wenn ich jetzt leichter in den Schlaf finden könnte!?“
„ Manche Dinge sind so abwegig, dass man da gar nicht erst drüber nachdenken muss oder was sollte denn passieren, wenn die zu ihnen ins Bett steigen? Nichts, genau. Außer vielleicht, dass sie sie zum Teufel scheren werden.“
„ Ja, vermutlich hast du Recht.“ kratzte er sich seufzend am Kopf rum. „ Es sei denn natürlich, Jaz vergisst mal wieder dass das da bloß irgendwelche Fantasiefiguren sind und verwechselt Akira mit mir.“
„ Na gut, ich muss zugeben DAS ist nicht ganz so abwegig...“
„ ...“ atmete Luca schwer aus.
Währenddessen wartete das üppigste und beste Buffet überhaupt, was absolut keine Wünsche offen ließ und auch noch ganz vorzüglich schmeckte auf die LoTer, ehe sie den Speisesaal jedoch betreten konnten, wo das üppigste und beste Buffet überhaupt auf sie wartete, trafen sie auf eine weitere Figur von Pury. Nämlich auf eine wunderschöne junge Dame, mit langem braunen Haaren und glasklaren Rehbraunen Augen. Sie trug ein elegantes enganliegendes Sommerkleid und perfekt dazu abgestimmte Pumps.
Als die Autorinnen auf sie zukamen, wurden sie erst einmal ganz genau von ihr gemustert, ehe sie auf sie zuging.
„ Wer von euch ist Jaz?“ wollte sie auch gleich wissen.
„ Wenn du Ärger machen willst, dann ist keine von uns Jaz.“ meinte Laura. „ Dann bin ich Johanna und das Alexia.“
„ Ich will keinen Ärger machen, ich habe bloß eine Frage an Jaz.“
„ So? Dann schieße los.“ forderte die Schriftstellerin die unbekannte Dame auf.
„ Hast du einen Freund?“
„ Sorry aber ich stehe nicht auf Frauen.“
„ Ich doch auch nicht.“ verdrehte sie seufzend die Augen. „ Ich will doch nur wissen, ob du einen Freund hast! Was ist an dieser Frage denn so schlimm?“
„ Gar nichts, ich verstehe nur deine Hintergründe nicht. Warum interessiert dich das, wenn du nicht auf Frauen stehst?“
„ Ich... bin bloß neugierig?“
„ Aha?“
„ Also was ist nun? Hast du einen Freund oder nicht?“
„ Ja und das schon seid zehn Jahren (oder so xD)? Und was bringt dir diese Auskunft nun?“
„ Heißt er zufällig Luca?“ strahlte sie sie an.
„ IIHHH jetzt sag nicht du hast auch ein paar irre Luca Fans erschaffen??“
„ Ich hoffe nicht!“
„ Ich bin kein Fan von Luca, das wäre irgendwie...“ machte sie eine kurze Pause. „ … komisch. Also?? Bist du mit Luca zusammen??“ kam das strahlende Etwas erwartungsvoll immer näher. „ Bist du?“
„ Äh... ja?“
„ WIRKLICH????“ jubelte sie lautstark auf. „ Dann ist Hopfen und Malz ja doch noch nicht verloren!!! WUHUUUU!!“ und genauso jubelnd und lautstark war ihr Abflug gewesen.
„ Äh...?“ sahen sich die Freundinnen sichtlich irritiert an.
„ Ich glaube sie ist die erste und einzige, die sich darüber freut das Luca vergeben ist.“
„ Das ist zu hoch...“ schüttelte Jaz seufzen den Kopf. „ Wollte ich mir vielleicht irgendwas damit sagen, was ich gerade nicht verstehe?“
„ Wenn ja, dann verstehe ich es auch nicht. Oder freust du dich etwa nicht darüber, dass du mit ihm zusammen bist?“
„ Doch natürlich.“
„ Dann verstehe ich es umso weniger.“
„ Macht euch nichts draus. Manche Dinge muss man einfach nicht verstehen, richtig?“ trat Lance an sie heran. „ Also? Wollen wir essen? Das Buffet soll der Hammer sein.“
„ Ja los, gehen wir essen. Bevor noch mehr dieser komischen Szenen auftauchen.“
„ Nach euch!“ hielt er ihnen gentlemanlike die Tür auf.
„ Danke.“
„ Erzählt doch mal wie ihr euch kennengelernt habt?“ hakte Lance nach, nachdem sie alle am Tisch saßen und die leckeren Speisen verputzten.
„ Stimmt. Warum haben wir ihnen nie diese Frage gestellt?“ sah Luca seinen Kumpel fragend an.
„ Vermutlich weil wir davon ausgehen, dass sie zusammen studierten oder sich aus der Schule kennen. Vielleicht sogar aus dem Kindergarten oder sie waren Nachbarn. Ich schätze, dass man da einfach keine interessante Geschichte dahinter vermutet. Deshalb hat nie einer gefragt.“
„ Ach hier können wir es ja erzählen.“ zuckte Laura mit der Schulter. „ Wir standen unter Mordverdacht und so haben wir uns angefreundet.“ in dem Moment hätte man bestimmt ein Paar Kinnladen auf den Tisch knallen hören können, wenn die Seherkugel über Lautsprecher verfügen würde.
„ Ach nein, wirklich? Wie ist das passiert?“ bat er um mehr Informationen.
„ Tja, wir saßen beide bei unserem Verleger, Jaz hatte gerade ihr erstes Buch abgeschlossen und ich wollte meinen Manga vermarkten, und da der G.Schnallt immer so viel meckert und mit nichts zufrieden ist, musste ich ein paar Szenen meines Mangas blutrünstiger gestalten. Nun, da traf ich Jaz im Aufenthaltsraum und zusammen philosophierten wir darüber, wie wir wen umbringen könnten ohne dabei allzu viele Spuren zu hinterlassen und während wir so darüber sprachen, stand plötzlich die Polizei hinter uns und die nahm uns dann wegen Mordverdacht mit aufs Präsidium.“ erinnerte sie sich. „ Darauf folgten Stunden des Verhörens und schließlich eine Nacht in der Zelle. Da freundeten wir uns an und schon ein paar Monate später gelang uns der explosive Durchbruch mit unserem gemeinsamen Werk LoT.“
„ Wusstest du das?“ sah der Mönch erstaunt zu Luca hin.
„ Kein Stück.“ schüttelte er den Kopf. „ Aber das erklärt, warum sie sich bei Blue so komisch verhielten, als wir auf der Polizeiwache waren. Die beiden Polizisten kannten sie daher.“
„ Ich frage mich, was sie uns noch so verheimlicht haben? Das Laura nur ein Künstlername ist, habe ich auch bloß durch einen blöden Zufall herausgefunden. Andernfalls wüsste ich das bestimmt bis heute nicht.“ verschränkte er murmelnd die Arme vor der Brust. „ Und wieso können die das da einfach so von sich geben und bei uns machen die so ein Staatsgeheimnis daraus?“
„ Vermutlich weil die da nicht echt sind und wir schon.“ grummelte Luca ebenfalls rum.
„ Sieh mal einer an, wir haben mehr gemeinsam als ich dachte.“ grinste Lance breit auf. „ Doch wir können eure Geschichte noch toppen!“
„ Ach ja?“
„ Oh ja.“ nickte er. „ Wir standen nämlich wegen Mordes vor Gericht!“
„ Was?“ staunten die Damen.
„ Ja, das alles fing damit an, dass Jay...“ deutete er auf den Herrn hin. „ Meinen Wagen gestohlen und damit jemanden überfahren haben sollte. Als die Polizei dann aber ermittelte, dass wir beide bei der selben Modelagentur und auch beim selben Verleger an der Spitze stehen und der Getötete ebenfalls bei der Modelagentur gelistet war, gingen sie davon aus, dass wir gemeinsame Sache gemacht haben müssen.“ berichtete er. „ Seine Fingerabdrücke waren überall bei mir im Auto, was ich mir bis da noch nicht erklären konnte, weil ich kannte Jay nicht näher und dann fand sich auch noch ein Zeuge, der gehört haben will, wie wir diesen Mord planten und der dann als Hauptzeuge gegen uns aussagen sollte. So wurden wir vorläufig festgenommen und saßen etliche Tage in Untersuchungshaft, bis wir dann vor Gericht gestellt wurden und unsere Anwälte unsere Unschuld bewiesen.“
„ Und wie?“ hakte Jaz neugierig nach. „ Wie seid ihr da wieder raus gekommen und wie konntet ihr den Knast überhaupt heil überstehen?“
„ Oh das geht. Man muss sich nur mit den richtigen Leuten anfreunden und schon stehen einem alle Türe offen. Es kann also durchaus vom Vorteil sein, wenn man so ein bekanntes Gesicht besitzt.“ lächelte er. „ Jedenfalls hatten wir im Knast ja sehr viel Zeit um über einiges nachzudenken und da fiel Jay dann ein, wie die Fingerabdrücke, die wir uns beide bis dato nicht erklären konnten, in meinen Wagen kamen. Wir hatten ein gemeinsames Fotoshooting und danach stand eine Wohltätigkeitsveranstaltung unseres Verlegers an und aus irgendeinem Grund, den ich sowieso nicht mehr weiß, habe ich ihn mitgenommen. Am Ende der Veranstaltung war ich so fertig, keine Ahnung warum...“ grinste er schief auf. „ Dass uns Jay nach Hause brachte. Deshalb waren seine Fingerabdrücke sowohl auf der Beifahrer- als auch auf der Fahrerseite. Dass wir zusammen da auftauchten, warum auch immer, konnten natürlich einige Leute bezeugen und so wurde dieses Indiz plausible erklärt. Dann nahm die Anklage an, dass wir ihn umgebracht haben, weil er mit zu den meist gefragtesten Models zählte, aber warum sollte das für uns ein Problem sein? Wir standen doch immer noch an der Spitze und da wurden wir von dem keineswegs nicht mal annähernd bedroht.“ erklärte er. „ Und dann kam der Kronzeuge, er sah, verstrickte sich in Widersprüchen und ging mit Pauken und Trompeten unter. Nachdem er nämlich merkte, dass die Anklage wackelte und wir frei kommen würden, log der bis sich die Balken bogen und das so bescheuert, dass sein Lügengeflecht einfach einstürzen musste und so kam es auch. Wie sich nämlich herausstellte, war er derjenige gewesen, der meinen Wagen nutzte um den Kollegen umzunieten. Er wollte an der einsamen Spitze stehen, da er aber nicht an uns drei vorbei kam, wollte er uns einer nach dem anderen auslöschen. Bei uns beiden hatte er es auch versucht, aber davon habe ich nicht mal was mitbekommen.“ griente er belustigt auf. „ Und so kam er auf die Idee, uns den Mord anzuhängen und so aus den Weg zu schaffen. Ja, so war das.“

Akt 27. nächtlicher Einbruch

„ So schlimm finde ich das alles gar nicht. Eigentlich haben wir es doch gerade echt gut getroffen, oder was meinst du?“ wollte Laura von Jaz wissen.
Die beiden standen gerade nach einem erneuten Wellness Marathon nach dem Essen auf dem Balkon und genossen den einmalig schönen Blick auf das ruhig vor sich hin schimmernde Meer.
„ In diesem Hotel lässt es sich ganz gut aushalten, ja.“
„ Aber?“
„ Ich hätte auch nichts dagegen einzuwenden jetzt in meinem eigenen Bett zu liegen.“
„ Das wäre doch langweilig.“
„ Nein, ganz bestimmt nicht.“ sah sie belustigt zu ihr rüber.
„ Du wieder.“ verdrehte sie seufzend die Augen.
„ Aber vermutlich hast du Recht. So furchtbar ist unsere Situation gar nicht. Wir stecken zwar hier fest, meine Fantasie wurde gesprengt und das Seelenprisma zerstört. Niemand ist im Studio, um die Dreharbeiten zu überwachen, die überarbeiteten Manuskripte werden sich vermutlich bereits dem Ende zuneigen und wenn wir dann irgendwann zurück in die Realität kommen, werden die Fans so angepisst sein, wegen der Scheiße die die ohne uns veranstaltet haben, dass sie unser Studio niedergerissen haben. Aber wenn wir ganz viel Glück haben, konnten unsere Angestellten vorher fliehen und wurden nicht von irgendwelchen herum fliegenden Trümmern erschlagen.“
„ Ach, wenn es weiter nichts ist, dann haben wir ja nicht all zu viel zu befürchten.“ schmunzelte die Mangaka. „ Inzwischen haben wir so viel Geld angeschafft, dass wir unser Leben lang ausgesorgt haben und wenn du mal ganz ehrlich bist, dann glaubst du doch auch nicht daran, dass LoT ewig weiter gehen kann, oder? Wir werden schließlich nicht jünger und ein paar unserer Charakter sind unsterblich und dürften eigentlich gar nicht altern. Außerdem warst du doch ohnehin schon dabei dein Leben umzustellen, also eigentlich wäre es doch das Beste was dir passieren kann, wenn dir die Fans die Entscheidung darüber abnehmen, wann LoT am Ende ist. Ich erzähle dir jetzt mal was viel viel viel schlimmer wäre!“ trank sie noch schnell ihr Getränk aus. „ Wenn das Zusammensetzen des Prismas so lange dauert, dass Yami und Luca alte glatzköpfige, zusammengefallene, mit Buckel und Gehhilfe, mit Altersflecken übersäte, zahnlose Opas sind! Und wir strahlen noch immer im Glanz unserer perfekten Jugend! DAS!“ sah sie Jaz ernst an. „ Wäre ein guter Grund, um ihnen das Prisma aus der Hand zu reißen und sie schnell wieder durch die Tür zu kicken, ehe wir sie für immer zuschlagen!“
„ Aber wäre das nicht mega gemein? Vielleicht sind sie ja bloß so alt geworden, weil sie ihre gesamte Energie in unsere Rettung gesteckt haben und dann erreichen sie endlich ihr Ziel.“
„ Genau! Und gehen nicht über los und fahren sofort wieder mit dem Zug nach Hause! Die würden das bestimmt verstehen. Vielleicht kicken die sich auch selbst wieder in die Realität, weil sie bei einem Blick in den Spiegel und dann auf uns, einfach einsehen müssen, dass das nicht mehr passen kann.“
„ Das wäre aber echt schade.“
„ Wieso? Du kannst doch Akira nehmen.“ grinste sie breit auf.
„ Uh, bist du fies!“
„ Quatsch, ich will für den Notfall bloß auf alles vorbereitet sein.“ konterte sie grienend. „ So weit wird es natürlich nicht kommen, aber falls doch, dann weißt du nun was du tun kannst.“
„ Wenn man das so sieht, dann bin ich doch schon recht froh darüber, dass du auch hier bist.“ dachte die Autorin darüber nach. „ Stelle dir mal vor, ich wäre alleine hier gelandet und dann wenn du ihr mich endlich retten könnt, dann seid ihr alt und verbraucht und ich komme strahlend, mit wehenden Haaren und perfekten jungen Körper auf euch zu gehüpft, in Zeitlupe natürlich und mit Scheinwerfer nur auf mich! Ihr würdet die Tür doch freiwillig wieder zuschlagen.“
„ Ja! Und das immer wieder und so oft wie möglich! Vielleicht sogar solange, bis ich dir die Tür vor der Nase zuschlagen kann! Wenn du dabei wenigstens ein oder zwei Zähne verlierst, dann ist dein Aussehen auch nicht mehr perfekt!“
„ Du bist und bleibst einfach fies.“ lachte sie.
„ Klar, das ist angeboren, das wird man nicht einfach so wieder los. Das ist sogar vererbbar, deshalb sollte ich niemals Kinder bekommen! Das ist DIE perfekte Ausrede. Das klingt auch viel besser, als sagen zu müssen, dass Kinder einfach scheiße sind.“ griente sie schief auf. „ Aber apropos Kinder, bist du eigentlich inzwischen fündig geworden?“
„ Wobei?“ hakte sie verblüfft nach.
„ Na mit deiner Suche nach einem Haus in Ägypten.“
„ Ach so, das meinst du. Ja, ich habe da so ein paar Kandidaten, die in die engere Wahl gekommen sind. Allerdings ist das alles schwierig, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht und da es ja eine Überraschung werden soll, kann ich Luca nicht als Dolmetscher nutzen und seine Familie auch nicht. Wenn die aufgeregt sind, merkst du das sofort und die würden sich hundert Prozentig verplappern.“
„ Ich finde es immer noch doof, dass du so weit weg ziehen willst.“
„ Noch will ich gar nichts. Vorerst ist es bloß ein Ferienhaus, was eben in Ägypten steht. Da träumen doch viele von.“
„ Aber eines ist jawohl klar! Du darfst erst da runter ziehen, wenn wir einen Privatjet haben! Vorher erlaube ich dir das nicht, verstanden?“
„ Verstanden.“
„ Das will ich dir auch raten.“ schielte sie sie schief von der Seite an. „ Hattest du nicht einen Dolmetscher? Was ist denn aus dem geworden?“
„ Keine Ahnung. Der war irgendwann nicht mehr zu erreichen. Vielleicht hat der sich in der Wüste verlaufen oder so.“
„ Vielleicht hat er damit geprallt Luca zu kennen und fiel dann seinen Fans zum Opfer.“ grinste sie breit auf. „ Wer weiß was die alles mit dem anstellen, bloß um irgendwas über ihren Star raus zu finden.“
„ Aber der wusste doch gar nicht, dass ich mit ihm zusammen bin.“
„ Die kommen aus dem selben Land, das reicht vollkommen aus um das zu behaupten. Vielleicht haben die sich ja mal auf der Straße getroffen und er hat Luca das Portemonnaie geklaut und deshalb behauptet er nun, dass sie Blutsbrüder sind.“
„ Dann ist er selbst Schuld und hat kein Mitleid verdient.“
„ Mein Mitleid ist ohnehin meiner Familie und den Freunden vorbehalten. Alle anderen können gleich wegbleiben, ich bin schließlich nicht die Wohlfahrt.“ grummelte sie. „ Ha! Mir fällt noch eine Bedingung ein, die erst erfüllt werden muss ehe du weg ziehen darfst!“
„ Schieße los!“
„ Du musst Luca geheiratet haben! Bei seinem Tempo dauert das bestimmt noch 50 Jahre, bis dahin habe ich Alzheimer und dich ohnehin vergessen, da kannst du gern in ein anderes Altersheim ziehen.“
„ Und wenn ich ihn frage?“ hakte sie mit hochgezogener Augenbraue nach.
„ Das steht jawohl nicht zur Debatte! Der hat dich zu fragen, ist doch klar und wenn er nicht aus dem Quark kommt, dann hat er eben Pech gehabt.“ nickte sie die Sache ab. „ Und nur damit wir uns richtig verstehen! Du darfst ihn auch nicht auf die Idee bringen dich zu fragen! Also nichts mit, irgendwelche Brautkleider Kataloge herumliegen lassen oder ihm unterschwellige Hinweise geben!“
Dann wurde ihr interessantes Gespräch allerdings unterbrochen, als aus heiterem Himmel ein Enterhaken zwischen ihnen aufblitzte und sich am Gerüst des Balkons festkrallte.
„ Was ist das denn?“ schraken sie im ersten Moment auf.
„ Bist du dir sicher, dass sie hier ihr Zimmer haben?“ riskierten die Autorinnen einen Blick in die Tiefe und entdeckten dort ein paar dämliche Gestalten, die zwar komplett in schwarz gekleidet waren, doch ihr Gesicht war klar zu erkennen.
„ Ich bin mir ganz sicher! Mein siebter-Laura-Sinn sagt mir, dass sie ganz in der Nähe sein muss.“ erklärte der schwarze Strich. „ Und wenn Laura hier ist, dann sind die anderen auch nicht weit entfernt.“
„ Apropos nicht weit entfernt! Hat wer von euch Rainer gesehen?“ wollte die schwarze Matratze wissen.
„ Ja! Meine Rainer-Antenne sagt mir, dass der hier irgendwo steckt.“ nickte der schwarze Kloß. „ Der hat sich bestimmt in irgendeinem Loch verkrochen.“
„ Boar haltet bloß den Mund! Ich will nicht wissen, in welchem Loch der steckt! Das ist doch abartig!“ motzte das 'das mag keiner und am wenigsten mag Yami sie'- schwarz.
„ Aber ich weiß in welchem Loch Luca bald...“
„ HALT DIE FRESSE!!!“ stauchte Yesica Ori zusammen, ehe sie zu ende wabbeln konnte.
„ Stimmt, genug geredet! Ich klettere als erstes hoch!“ sprang das Walross an das Seil und begann dann damit die Wand hochzuklettern und die anderen folgten.
„ Willst du oder soll ich?“ sah Jaz Laura fragend an.
„ Ich würde dir ja wirklich gern den Vortritt lassen, aber ich bin zu egoistisch und mache es lieber selbst.“ grinste sie breit auf und dann löste sich auch schon der Haken vom Gelände und das gesamte BB Team fiel kreischend in die Tiefe und wurde dort von der Monsterbraut zerquetscht. „ Haha!“ ergaben sich die Damen ihrer Schadenfreunde, während sich der Matschhaufen dem Zählen der Sternchen ergab.
Allerdings wäre BB nicht BB, wenn sie aus diesem Sturz etwas lernen würden, dementsprechend flog der Enterhaken erneut zu ihnen hoch und kettete sich an das Geländer und wieder versuchten sie die Wand zu erklimmen und wieder stürzten sie ab und wieder bekamen sich die Damen vor lachen kaum ein. Das ging eine ganze Zeit lang so, weil BB war einfach zu beschränkt war um zu bemerken, dass da wer auf dem Balkon stand, der ihnen das Leben schwer machte und zeitgleich verhinderte, dass sie das Hotel erstürmen konnten. Um die Feinde abzuwehren wurde aber nicht immer nur der Haken gelöst. Die Damen fanden es auch ziemlich amüsant eine Badewanne, einen Amboss, eine Kloschüssel, Toni's fetten Fan, die Sponsoren Sau und seine Mutter, diverse fliegende Untertassen, Elektrogeräte, am liebsten aber die mit Schneidewerkzeug, mit Insektenspray haben sie es auch versucht, oder Ziegelsteine, auf sie hinab stürzen zu lassen.
Doch wie sagte man so schön: scheiße fällt von oben nach unten, alles gute kommt von oben, kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort oder ein Unglück kommt selten allein.
Denn aus dem klaren Nachthimmel fiel der zwergische Schrecken aller Jungfern kreischend wie ein brennender Komet auf die Erde! Knallte mit voller Wucht auf die Brüstung, ja noch bekamen sich die Damen trotz des Schocks vor Lachen nicht mehr ein, kippte dann mit verdrehten Augen nach hinten, landete dann bei Ori im Gesicht, wodurch diese mal wieder abstürzte und wieder wurden Leute zerquetscht und Erdbeben ausgelöst, und ja LoT lacht noch immer, doch dann! Ein Knacken! Ein immer lauter wertendes Knacken! Ein Knacken, was nichts gutes zu heißen hatte und einfach nicht ignoriert werden konnte und dann geschah es! Der Balkon brach unter ihren Füßen einfach so auseinander!
Scheiße fällt von oben nach unten: Rainer, alles gute kommt von oben: Laura und Jaz, kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort: das Quälen der bemitleidenswerten unteren Schicht, mit dem IQ einer Baseballmütze (LoT sollte sich schämen), und ein Unglück kommt selten allein:
nachdem die Damen mit einem lautstarken: „ KKKYYYAAAHHHHHHH!!!!“ auf ihre rapide hinab stürzende Situation aufmerksam machte, wurden Yami und Luca aus dem Schlaf gerissen, die waren nämlich am Küchentisch sitzend, mit Oberkörper auf Platte, eingeschlafen und fuhren nun schockiert hoch, wobei einer von beiden mit seinem Arm die Seherkugel vom Tisch fegte und damit diese nicht in tausend Teile zersprang, wie das Prisma, stürzten beide Männer erschrocken hinterher, dadurch polterten sie nicht nur zu dieser unchristlichen Zeit rum, sie traten zudem noch die Hocker weg, zogen sich ein paar Schürfwunden und blaue Flecke zu und lagen schließlich quer übereinander zwischen Tisch und restlichen Barhockern auf dem Boden. Gott sei dank mit Kugel in der Hand.
„ Habt ihr Idioten mal auf die Uhr geguckt?“ stand Sahira mit sichtlich schlechter Laune in der Tür. „ Warum macht ihr hier so einen Krach? Spinnt ihr?“
„ Die Seherkugel wäre beinahe runter gefallen, das wollten wir verhindern.“ erklärte Luca seufzend. „ Tut mir leid, dass wir dich geweckt haben.“
„ Das ist alles??“ verdrehte sie kopfschüttelnd die Augen. „ Das ist Gummiglas, ihr Experten!“ entriss sie ihnen die Kugel und ließ sie dann wie einen Flummi auf den Boden aufschlagen. „ Ihr Männer seid echt zu nichts zu gebrauchen.“ stellte sie den Gegenstand auf den Tisch und verließ die Küche dann schnaufend.
„ Der Schrei!“ sprangen sie wieder auf und starrten erschrocken ins Glas, woraufhin sie noch schockierter schauten.
Denn ausgerechnet in diesem Moment gab es eine Großaufnahme der Situation, wodurch die Hälfte jedoch nicht zusehen waren, und so sah man nur zwei Pärchen, die es augenscheinlich gerade trieben oder getrieben hatten. Die Damen waren nämlich zu Recht völlig schockiert, durch den Schock völlig außer Atem und total außer sich, während die Herrschaften, die sie retteten, zu recht halb Nackt waren, schließlich waren sie aus dem Bett gestürzt. Und da die Dunkelheit einfach viel cooler, besser, stärker und vor allem schneller war, als der Wind (ööödeeee) waren es natürlich Chiron und Kian, die wie die strahlenden Ritter in schwarzer Rüstung herbeigeeilt kamen und die edlen Prinzessin vor den Sturz ins Drachen- und Troll-Gehege schützten. Und da gekonnt und dabei auch noch eine gute Figur zu machen, zu ihrem liebsten Hobby zählte, standen sie nicht einfach nur mit den Damen wie bestellt und nicht abgeholt in der Gegend rum, nein, der eine saß auf dem Geländer des Balkons schräg über dem eingestürzten und der andere stand davor und hielt sich mit einer Hand am Geländer fest, während er mit der anderen die gerettete Prinzessin an sich drückte.
Das war also die Situation, die Luya zusehen bekam: Jaz saß völlig außer Atmen bei Kian auf den Schoß, der gerade erleichtert schwer ausatmete, was man auch anders interpretieren konnte, und Laura hatte sich schraubstockartig an Chi festgekrallt. Und dann, wie gesagt, hatten die Herren oben rum nichts an, da konnte man das alles schon leicht falsch verstehen.
Jedenfalls so lange, bis die 'Kamera' weiter zurückfuhr und die Aussicht auf das gesamte Bild preisgab, da sollte man die Lage schon richtig verstehen können, es sei denn, man gehörte zu BB, dann verstand man es nicht. Das war hier aber nicht der Fall und so entspannte sich die Atmosphäre ein bisschen, aber nur ein bisschen, schließlich präsentierten die LoTer ja weiterhin ihren perfekten nackten Oberkörper.

Akt 28. Blind Date

„ Hey?! Seid ihr ok??“ kamen Akira und Ritsu auch gleich angerannt, vor dessen Balkon hingen sie nämlich gerade ab. „ Das hörte sich so an, als würdet ihr das Hotel auseinandernehmen!“
„ So was in Art ist ja auch passiert.“ murrte Chiron.
„ Ihr hättet euch dabei sämtliche Knochen brechen können, ist euch das überhaupt bewusst?“ keifte Kian ebenfalls rum.
„ Als wenn das unsere Schuld gewesen wäre!“ meckerte Laura zurück. „ Wir haben der Wuchtbrumme bestimmt nicht befohlen die Wände hoch zu klettern!“
„ Aber ihr habt sie auch nicht davon abgehalten!“
„ Warum sollten wir auch? Wenn die so dämlich sind, dass die Ori als erstes hoch schicken, dann haben die es doch gar nicht besser verdient! Aber weißte was?“ starrte sie den Jäger erbost an. „ Wenn du dir solche Sorgen um die Feinde machst, dann geh doch da runter und buddle sie wieder aus! Yesica wird sich bestimmt darüber freuen.“
„ Sehe ich so aus, als würde ich irgendwelchen Unrat wieder ausgraben?“
„ Dann halte gefälligst die Klappe.“
„ Vielleicht sollte ich dich einfach fallen lassen und wieder ins Bett gehen.“
„ Wenn du das machst, dann bist du so was von unten durch!“ sah sie entsetzt in die Tiefe.
„ Und was juckt mich das?“
„ BOAR!! Ist da etwa ein Balkon zusammengebrochen?“ betrachtete Ri das Chaos mit offenem Mund. „ Und ihr seid wirklich nicht verletzt worden?“
„ Uns geht es gut.“ nickte Jaz. „ Aber ich hoffe diese Idioten haben sich sämtliche Knochen gebrochen.“
„ Wenn nicht, dann sollten wir noch mal drauf hauen!“
„ Los kommt her, ich helfe euch rüber.“ befahl Akira. „ Nicht dass ihr doch noch abstürzt.“ und so kam erst Laura und dann Jaz ins Trockene.
„ Danke, doch nun gehst du gefälligst rein!“ schob Jaz den Herrn Richtung Balkontür.
„ Hä? Wieso?“
„ Weil diese Qualle auch diesen Balkon niederreißen wird, wenn die erfährt dass du hier schläfst, deshalb! Oder willst du etwa, dass sie es erfährt und dann im schlimmsten Fall in dein Zimmer einbricht?“
„ Sind die nicht eh Matsche?“
„ Nein, sie atmen noch.“ blickte Kian auf den Geröllhaufen herab.
„ Das kannst du hören? Von hier oben?“ staunte die Mangaka.
„ Mir wäre lieber, ich könnte dieses Geschnaufe nicht hören.“
„ Mhm, ich höre nichts.“
„ Das hätte mich auch gewundert.“ grinste er sie noch kurz an, ehe er ebenfalls auf den Balkon trat und auf die Balkontür zu schlenderte. „ Wir sollen uns um die Müllbeseitigung kümmern, ehe die Ratten wieder zur Besinnung kommen.“
„ Ich mach das sogar freiwillig und völlig kostenlos!“ erklärte die Autorin. „ Ich brauche nur mein Mikrofon.“
„ Nein, ich mache das! Du bist für diese Aufgabe viel zu lieb. Ich werde sie mit dem Erdboden verschmelzen lassen, sie zermatschen, zerreißen, in Stücke schneiden, den Hyänen zum Fraße vorwerfen und dann! Wenn die glauben schlimmer geht nimmer! Dann werden sie alle eins mit der fetten Planschkuh!“
„ Na gut, du hast gewonnen!“ murrte die Schriftstellerin.
„ Natürlich habe ich gewonnen, ich gewinne immer!“ stampfte sie erbost davon.
Nachdem Laura ihre Wut ausgiebig an den BB-Freaks ausgelassen hatte und dabei tatkräftig angefeuert wurde, kehrte nach der Müllbeseitigung die Ruhe ins Hotel ein. Wer konnte kuschelte sich in sein Bett und verbrachte die restliche Zeit damit friedlich vor sich hin zu schlummern.
Am Morgen darauf war der Balkon schon wieder vollständig repariert, so als wenn rein gar nichts gewesen wäre und auch BB versprühte seine geistreiche Blödheit in ihrer Gruselhütte.
Man traf sich also praktisch, so als wenn rein gar nichts geschehen wäre, zur Frühstückszeit im Speisesaal und ließ es sich bei einem üppigen Buffet und einem heißen Kaffee oder einem frisch gepressten Orangensaft gut gehen.
„ Als nächstes folgt das Spiel 'Blind Date'.“ kam Lance auf das eigentliche wichtige Thema zu sprechen. „ Und nein, ich habe es nicht falsch ausgesprochen. BB scheint der englischen Sprache nicht mächtig zu sein.“
„ Und das bedeutet was?“ bat Jaz um mehr Informationen.
„ Das ihr den Wettkampf im dunkeln, also blind austragen müsst.“
„ Das ist jawohl ein Scherz? Wobei, das ist BB. Die würden nicht mal dann begreifen, was ein Blind Date ist, wenn man es ihnen bis ins kleinste Detail beschreibt.“ schüttelte die Autorin seufzend den Kopf. „ Wie blöd das nur einer unserer Partner im dunkeln sehen kann.“
„ Hätte ich vorher gewusst wie nutzlos Chiron ist, dann hätte ich ihn...“ dachte sie kurz darüber nach. „ … trotzdem gewählt.“ rührte sie murrend in ihrer Tasse rum.
„ Wie schade dass nicht alle eure männlichen Figuren gleich aussehen, sonst hätte man sie unbemerkt auswechseln können.“ gab Jay von sich.
„ Ja, natürlich!! Sie sehen alle gleich aus!“ rief Jala im Chor.
„ Wir müssen bloß den Scheitel jeweils auf die andere Seite kämen und schon wird niemand merken, dass sie die Plätze getauscht haben!“ sah Laura ihre Freundin begeistert an.
„ Genau dasselbe schoss mir auch gerade durch den Kopf! Wir ersetzen Chiron mit Kian und schon haben wir zwei Experten, die im Dunklen sehen können!“ strahlte sie. „ BB ist so ein beschränkter Haufen, dass ihnen nicht mal etwas auffallen wird!“
„ Zum Glück für uns!“
„ Kian!“ drehten sich die Damen gleichzeitig zu dem Herrn um, der es wirklich bereute den Moment des einfachen Verschwindens verpasst zu haben, doch es sich nicht nehmen ließ, einfach so zu tun als hätte er nichts gehört.
„ Du machst doch mit, oder?“ hakte die Co-Autorin nach. „ Ach, was für eine Frage, natürlich machst du mit! Das wir überhaupt hier festsitzen ist auch mit deine Schuld, als tust du gefälligst alles dafür, um das wieder geradezubiegen!“
„ ...“ atmete er schwer aus. „ Nun gut, aber unter einer Bedingung!“
„ Pf, als wenn du in der Position wärst irgendwelche Bedingungen zu stellen, aber nur zu, schieße los.“
„ Ich will das Jaz meine Partnerin ist!“
„ Vergiss es, du Ackergaul! Jaz ist bereits meine Partnerin!“ protestierte Akira.
„ Wäre ein Tausch denn möglich?“ wollten sie von Pury wissen.
„ HEY!?“
„ Nun, jedenfalls steht darüber nichts in den Regeln. Der Auserwählte darf bloß die Teilnahme nicht verweigern. Aber von dem Partnertausch innerhalb des Teams steht nichts geschrieben.“
„ Na logisch nicht. Die sind bestimmt fest davon ausgegangen dass sie Akira und Chiron wählen können und damit die nicht kreischend davon rennen, haben sie sich das mit der Bestrafung im Falle einer Ablehnung ausgedacht. Ihre Partner untereinander tauschen zu wollen, kam denen garantiert nicht in den Sinn.“
„ Und wieder! Glück für uns!“ grinste Laura breit auf. „ Dann trete ich das nächste Spiel mit Akira an und du mit 'Chiron'.“
„ Und wer fragt mich??“ empörte sich der Greif weiter.
„ Warum sollten wir dich fragen? Das niedere Fußvolk hat nichts zu sagen, das solltest du eigentlich wissen.“ konterte die Mangaka grienend.
„ Na danke...“ knurrte er.
„ Es ist ja nur für das nächste Spiel, danach treten wir wieder gemeinsam an, ok?“
„ Jaja, schon gut.“
„ Das halte ich für ein Gerücht.“ schielte Kian zu ihnen hin. „ Wenn du mich erst einmal hattest, willst du garantiert nicht zu dem da zurück.“
„ Sorry, aber um dich bekommen zu können, müsste ich erst mal an dein viel zu großes Ego vorbei kommen und bei aller Liebe, das ist unmöglich!“ seufzte Jaz. „ Und nun Schluss damit! Habt ihr noch mehr Informationen? Was müssen wir im Dunkeln tun? Aber nicht den richtigen Partner finden, indem man ihn abtastet, oder?“
„ Nein, keine Sorge. Im Grunde ist das bloß ein riesengroßer Spielplatz, den durchlaufen müsst und dabei müssen ein Paar Gegenstände eingesammelt werden.“ erklärte Jay.
„ Aber wie soll man die Gegenstände einsammeln können, wenn man nichts sieht?“ zog Laura fragend eine Augenbraue hoch.
„ Frag das BB.“
„ Meint ihr einen echten Spielplatz? Mit Rutsche, Schaukel und so?“
„ Korrekt.“
„ Kindergarten...“ schüttelte Jaz seufzend den Kopf.
„ Oh, aber das ist natürlich noch nicht alles.“ grinste Lance breit auf.
„ Was kommt denn noch? Ein Mittagsschlaf, oder was?“
„ Nein, nur die perfekte Kleidung um ein Date zu bestreiten.“ grinste er.
„ Kriegen wir dann ein Matrosenanzug und einen Lolly?“ hakte Jaz belustigt nach.
Doch:
„ DAS ist jawohl NICHT deren erst!!“ wüteten die Hexen in der Umkleidekabine.
Ihr süßer Matrosenanzug war nämlich ein sexy Bunnykostüm und der Lolly schicke Häschenohren.
„ Die haben doch wohl den Schuss nicht gehört! Wer trägt so was bei einem Date?? Außer vielleicht man verkehrt in der Playboy Villa!“ keifte Laura. „ Oh Gott!! Meinst du die Kerle müssen einen Lendenschurz tragen?? Oder einen MANKINI???“
„ Vielleicht sind sie ja als Möhre verkleidet.“
„ IIIHHHHH!!!! Ori wird das doch bestimmt auch tragen!!“ kreischte sie. „ Ich muss sterben!!! Ihhh!!“
„ Ih, musstest du das jetzt erwähnen? Gibt es so ein Kostüm überhaupt in XXXXXXXXXXXXXXXXXXL? Oder trägt die ein 'viel zu klein' weil die denkt, dass sie dadurch sexy wirkt?“
„ Während der Stoff keuchend auseinander platzt und man Dinge von ihr sieht, die nicht mal Rainer sehen will?“ lief die Co-Autorin kreidebleich an. „ Ich will da nicht raus. Ich weiß! Wir warten einfach bis das Licht ausgeht!“
„ Aber dann erfahren wir nicht was wir einsammeln müssen, na gut, das würden wir eh nicht sehen, also müssen es nur Kian und Akira wissen, aber willst du nicht wissen wie die aussehen?“
„ NÄH!! Wenn die einen Mankini tragen müssen, dann kann ich auf den Anblick echt verzichten.“
„ Wenn Kian wirklich so was anziehen müsste, dann bin ich eh schon disqualifiziert.“
„ In fünf Minuten müssen alle am Start sein, wer bis dahin nicht da ist, wird disqualifiziert!“ ertönte Lance's Stimme.
„ Ich will das aber nicht anziehen!“ jammerte die Mangaka.
„ Es gibt schlimmeres!“ griff sich Jaz das Kostüm. „ Außerdem gönne ich BB diesen Sieg nicht.“
„ Du hast Recht. Ich stampfe die auch im Hasenkostüm in Grund und Boden!“
Zum Glück für die Damen trugen die Herren keinen Mankini und auch keinen Lendenschurz. Andernfalls wäre LoT höchstwahrscheinlich schon vor Beginn des Spiels raus geflogen. Stattdessen fand BB wohl, dass Butler unheimlich sexy waren, weshalb die Männer eine schwarze Hose, eine Fliege um den Hals und weiße Manschetten um das Handgelenk trugen. Bei den LoTischen Männern war das auch wirklich so! Sie sahen einfach immer unheimlich sexy aus.
„ Wow...“ waren sich die Brüder ausnahmsweise mal einig.
„ Kein Wort! Das ganze ist schon peinlich genug.“ grummelte Laura. „ Aber in eurem Fall hat BB endlich mal alles richtig gemacht.“ giggelte sie.
„ Noch 20 Sekunden!“ verkündete Lance.
BB war nämlich noch nicht da, die waren alle zusammen damit beschäftigt Ori in das Hasenkostüm zu zwängen...
„ Noch 10...“
„ Nein!! Wir sind daaa!“ brüllte Ori.
Und dann kam die Wuchtbrumme wie in Zeitlupe angerannt, begleitet von einem alles vernichtenden Erdbeben, Teammitgliedern, die bei jedem ihrer Schritte in die Luft geschleudert wurden und einem Kostüm, was so eng an ihrem Körper saß, dass es jeden Moment weg platzen und jeden erschlagen könnte, der sich auch nur Ansatzweise in der Nähe befand. Die Hasenöhrchen saßen ebenfalls so eng auf ihrem Wassermelonenkopf, dass noch viel mehr Fett nach vorne Gedrückt wurde, weshalb ihr Gesicht noch viel aufgedunsener war. Etwa wie bei einen chinesischen Shar-Pei Hund, nur noch viel schlimmer!
„ Uh... das tut brutal in den Augen weh...“ wandte Lance seinen Blick von BB ab. „ So ein Anblick könnte sogar mich bekehren und in einen Mönchen verwandeln.“
Dann stellte sich das gegnerische Team auf ihrer Seite auf und glaubte währenddessen allen ernstes, dass sie dabei auch noch eine gute Figur machten. Und natürlich posierten sie auch noch für ihr jeweiliges Objekt der Begierde, so dass man am liebsten zum BB- mordenden Serienkiller mutieren würde, einfach nur, um die Gefahr zu neutralisieren, ehe man selbst innerlich zu Tode posiert wurde.
„ Das da sollte verboten werden.“ murmelte Kian.
„ Uhum...“ stimmte ihm Jaz zu, die eisern versuchte das perfekte Auftreten ihres Teams zu bewundern und die blutige Katastrophe von nebenan zu ignorieren.
Das ging, bis dann plötzlich ein lautes 'RITSCH' zu hören war, was ein allgemeines schockiertes Raunen durch den Raum gehen ließ.
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Di 17 Jul - 18:09

Akt 29. das schnellste Spiel der Welt

Gott sei Dank gab es in dieser Welt übergroße Zensierbalken, so dass man nicht gleich tot umfiel, wenn der Blick auf Ori und ihr geplatztes Kostüm fiel. Aber eigentlich reichte es auch schon zu wissen, dass nackte ekelhafte Tatsachen ans Tageslicht gespült wurden. DAS war an Ekel schon gar nicht mehr zu toppen.
„ Luca!! Komm in meine sexy Arme!“ schnalzte Ori. „ Du heißer Hengst!“
„ Sorry, er ist der Hengst! Damit kann ich nicht dienen.“ erwiderte er angewidert.
„ Oh Laura, mein Augenstern! Ich könnte deine Schönheit niemals mit meinen Worten beschreiben! Ich wusste doch, dass dir dieses Kostüm perfekt stehen würde. Hach mein armes Herz.“ atmete er schwer aus. „ DU hättest diesen Wettlauf mit MIR austragen sollen! Dann hättest du bemerkt, während du dich im Dunkeln an meine breite Brust klammerst, wie sehr dein Herz doch für mich schlägt! Und dann, am Ende dieses Laufes, wenn wir vor dem Altar stehen, hättest du freudestrahlend ein lautes JAAAAAA in die Welt hinaus geschrien!“  
„ Was für ein Altar?“ überhörten sie sein Gelaber einfach.
„ Ja, wir sollten die Spielregeln erläutern und dann ganz schnell das Licht ausknipsen.“ nickte Lance eifrig. „ Wobei es natürlich eine Sünde ist, euch nicht mehr betrachten zu können. Doch DAS DA...“ zeigte er mit dem Finger auf BB. „ Wirkt wie ein blutiger Unfall, bei dem alles zerstückelt wurde, was zerstückelt werden kann, man will nicht hinsehen, doch man muss!“
„ Ich verstehe genau was du meinst.“ meinte Jay. „ Diesen Anblick würde ich sogar freiwillig sofort wieder vergessen wollen.“
„ Yami, Yami, Yami, Yami, YAAMMIIII!!“ versuchte Yesica auf sich aufmerksam zu machen, allerdings stieß sie bei Kian auf Granit. „ Guck doch mal!! Mir steht das Kostüm viel besser als dieser nichtsnutzigen Nichtskönner Co-Autorin! Guck!! Guck!! Nun guck doch!!“
„ Boar du nervst!!“ starrte Jaz zu ihr hin. „ Ganz im ernst, HALT DIE FRESSE! Oder ich werde sie dir eigenhändig stopfen! Yami will dich nicht ansehen, kapiert? Warum sollte er das auch wollen? Hast du mal in den Spiegel gesehen? Du hast den Körper eines Kindes, glaubst du etwa Yami steht auf Kinder?? Behaupte noch mal, er sei ein Pädophiler und ich mache dich kalt! Und nun sei still, oder ich vergesse mich!“
„ Du bist ja bloß neidisch, du alte Schachtel!!“
„ Neidisch, worauf? Auf das Brett oder den platten Arsch? Oder darauf, dass dich keiner haben will? Oh ja ich sehe schon, ich habe allen Grund dazu ausgerechnet auf dich neidisch zu sein.“
„ Na klar, hast du das! Ich bin jung, sehe gut aus, habe die perfekte Figur, bin zudem erfolgreich, stinkreich und BALD werde ich Yami's Freundin sein!!“
„ Wie bescheuert bist du eigentlich? Yami hat dir doch ganz unmissverständlich klar gemacht, dass du dich zum Teufel scheren sollst! Was gab es daran denn nicht zu verstehen??“ mischte sich Laura ebenfalls ein.
Vielleicht konnten sie die Situation ja so hochschaukeln lassen, dass sie BB mit Recht ein für alle Male auseinandernehmen konnten.
„ Das hat er doch nur gesagt, weil er so schüchtern war! In Wirklichkeit liebt er mich nämlich und das mehr als alles andere auf der Welt! Sogar mehr als seine Rolle als Chi! Er war bloß noch nicht so weit um auch dazu stehen zu können!“ stellte sie klar. „ Wir sind füreinander geschaffen worden, schließlich haben wir schon zusammen in einem Bett geschlafen und das sogar völlig NACKT!“
„ Und?“ verschränkte Laura die Arme vor der Brust.
„ Ja, nichts und! Aber Und wird noch kommen, sobald wir erneut nackt in einem Bett schlafen. UND dann wird er erst recht nicht mehr von mir los kommen UND mich noch mehr lieben als jetzt schon!“ strahlte sie.
„ Können wir die einfach ignorieren und weiter machen? Ansonsten schwöre ich euch, dass ich für nichts garantieren werde.“
„ Mit dem aller größten Vergnügen.“ nickte Lance erneut eifrig. „ Ihr absolviert den Spielplatz, sammelt dabei etwas Neues, etwas Altes, etwas Geborgtes und etwas Blaues ein, rast zum Altar und zieht die Leine, die das Licht wieder anmachen wird. Wer als erstes dahinten ankommt, hat gewonnen.“ ratterte er schnell runter. „ Kann es los gehen?“
„ Nein. Die Hasenohren dürft ihr auf dem Weg nicht verlieren. Etwas Neues ist das Plastikei, das Alte der Schaukelstuhl Anhänger, das Geborgte ist die Klobürste und das Blaue ist der grüne Hut.“
„ Der grüne Hut?“ zog Jaz fragend eine Augenbraue hoch.
„ Das ist blau!!“ protestierte Ernst.
„ Aha...“
„ Ihr habt eine Minute Zeit, um euch von hier aus einen kleinen Überblick über den Platz zu verschaffen, dann geht es los.“
„ Kannst du von hier aus den Altar sehen?“ wollte die Autorin leise von Kian wissen.
„ Mhm.“ nickte er.
„ Und wollen wir eine Wette abschließen?“ wandte sich Lance an Jay. „ Wer als erstes hier ankommt und wie lange sie dafür brauchen werden?“ die beiden standen am Ziel, wo sich die Kordel befand mit der man das Licht an und aus schalten konnte.
„ Kommt auf den Einsatz an.“
„ Wir ziehen mal wieder um die Häuser.“
„ Dafür habe ich keine Zeit.“
„ Dann wirst du dir die Zeit eben nehmen müssen. Also ich sage Akira taucht als erstes auf und er braucht... mhm...“ überlegte er. „  2 Minuten!“
„ Na gut, ich sage Kian kommt als erstes an und er braucht 1 Minute und 50 Sekunden.“
„ Gut, dann macht euch bereit!“ forderte er die Teilnehmer auf. „ Und LOS!“
Kaum war das Licht erloschen, da vernahm man auch schon die erst schockierten, dann höchst erfreute Ausrufe der Autorinnen, was ganz eindeutig darauf schließen ließ, dass das, was sie im Dunkeln erlebten, unheimlich viel Spaß machen musste. Und dann, Pury hatte sich gerade von der Kordel abgewandt und war ein paar Schritte zur Seite gewichen, da wurde das Licht schon wieder angemacht. Sowohl Kian als auch Akira hielten die Kordel in der Hand und blitzten sich gerade erbost an, während BB nicht mal über die Startlinie hinweg kam und Pury nichts anderes machen konnte, als sprachlos auf ihre Uhr zu starren.
„ 9 Sekunden...“
„ Ich habe es in 8 geschafft!“ behauptete Kian.
„ Unsinn! Ich war vor dir da!“
„ Wovon träumst du nachts??“
„ Jedenfalls nicht von dir!“
„ Haha! Das war lustig! Machen wir das nochmal??“ lachte Jaz.
„ Au ja!!“ stimmte Laura mit ein.
Die Hexen wurden praktisch auf Händen durch den Spielplatz getragen, der sich wie die genialste Achterbahn überhaupt anfühlte, und hatten nichts weiter zu tun, als sich an ihrem Partner festzuhalten, damit sie nicht im hohen Bogen weg flogen, die Beute zu sichern, die man ihnen in die Hand drückte und die Hasenohren nicht zu verlieren. Also alles in allem ein Heidenspaß ohne nennenswerte Anstrengung.
„ Die schummeln doch!!“ brüllte Yesica aus weiter Ferne. „ Kein normaler Mensch kommt da so schnell rüber!“
„ Das sind ja auch keine normalen Menschen, das ist LoT!“ bemerkte Ernst.
„ Das wird bestimmt als schnellstes Spiel überhaupt in die Geschichte eingehen.“ grinste Lance. „ Und da alles da ist und wir nicht mit Sicherheit sagen können, wer von den Beiden als erstes da war, haben wir wohl zwei Gewinner!“
„ Es bleibt ja in der Familie.“ grinste Jaz.
„ Ich hätte es in sieben Sekunden geschafft.“ behauptete Chiron von der Zuschauerreihe.
„ Na klar hättest du das!“ nickte Ri. „ Es wundert mich ohnehin, dass Chiron da so schnell durchrauschen konnte, oder kann der etwa auch im Dunkeln sehen?“
„ ...“ starrte Chi die Dame schweigend an.
„ Kommen wir also vielleicht zum letzten Spiel, denn noch ein Punkt und LoT hat dieses Match haushoch gewonnen.“
„ Na dann! Ziehen wir uns um und weiter geht es!“ verkündete Laura.
„ Wieso umziehen? Bleibt doch so.“ griente Kian frech auf.
„ Damit BB dann auch so bleibt?“ sah sie ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
„ Urks...“ verzog er seinen Mund. „ Wir sollten uns doch erst umziehen.“
„ Danke!“
Und so konnten Chiki unbemerkt wieder die Rollen tauschen, auch wenn Ki natürlich nichts dagegen einzuwenden hatte, weiterhin an Jaz Seite teilzunehmen. Allerdings war er als Joker brauchbarer als Ya-Klon.
„ Und was folgt nach der Hochzeit? Genau! Der erste Kindergeburtstag!“ verkündete Ernst strahlend. „ Wir werden Topf schlagen, Blinde Kuh, Twister, Tau-ziehen, Fangen und Verstecken spielen!!“
„ Ich muss mich gleich echt übergeben!“ platzte Jaz langsam aber sicher der Kragen. „ IHR versucht nicht irgendeinen SCHEIß vor uns abzuschirmen, sondern ein Teil MEINER Fantasie und MEINE Fantasie ist jawohl um einiges Wertvoller, als dass sie der Gewinn für so eine Farce sein könnte!“
„ Pff, als ob.“ schielte Yesica zu ihr hin. „ Deine Fantasie ist im Vergleich zu unserer nicht mal ein Pfifferling wert!“
„ Genau! Und überhaupt, was willst du dagegen tun können? Ihr spielt nach unseren Regeln und damit Basta!“
„ Was ich dagegen tun kann? Das werde ich euch zeigen!“
Ja, jetzt war der Zeitpunkt gekommen, der Kragen war geplatzt und nicht nur das, denn nicht mal die Handschellen konnten der Wucht ihres Zorns standhalten und so zersprang die Kette in tausend Teile.
„ Ah! Wolltest du mir die Hand abreißen, oder was war dein Plan??“ keifte Akira.
„ Na los, spielen wir 'Topf schlagen'!“ forderte sie Laura auf.
„ Mit dem aller größten Vergnügen! Die Schlüssel bitte!“
„ Ich hätte schon viel früher mit diesem Ausbruch gerechnet.“ grinste Lance schräg auf, ehe er das andere Paar von ihren Fesseln befreite.
„ Ob wir es wohl noch drauf haben?“
„ Klar, das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht.“ behauptete die Autorin. „ Das wollte ich die ganze Zeit schon machen. Seit ich diesen Scheißhaufen namens BB kennen lernen musste. Doch in der Realität sind uns die Hände gebunden.“ hob sie zwei schwere Töpfe auf. „ Hier allerdings, ist es anders.“
„ Oh Gott, wenn in der Realität die Pferde mit uns durchgegangen wären, dann hätte man uns wohl wirklich wegen Mordes in den Knast stecken können.“
„ Vielleicht hätten sie uns aber auch in den höchsten Tönen gelobt und uns zu Nationalhelden ernannt.“
„ Mhm, ja wer weiß! Wenn wir diese Pest ausrotten, dann tun wir der gesamten Menschheit einen großen Gefallen. Also eigentlich sind sie uns sogar noch was schuldig! Wir sollten sämtliche Löhne pfänden und einkassieren. DAS wäre eine Belohnung die unserer Tat würdig wäre. Also, knüppeln wir sie nieder!“
Nieder knüppeln war nicht ganz richtig, nieder töpfen passte besser. Das taten sie nämlich und sahen dabei noch immer verdammt gut aus. Sie bewegten sich so flink und schnell, als hätten sie ihr halbes Leben nichts anderes getan, als andere Gangs nieder zu kloppen und ihnen so zu demonstrieren, dass sie die einzig wahren in dieser Stadt waren. Natürlich wollten die Herren eingreifen, als sie erkannten was die Hexen vor hatten, doch angesichts ihrer Darbietung konnten sie gar nicht anders, als mit offenem Mund in ihrer Bewegung zu verharren. Das taten Luca und Yami, die natürlich mal wieder spannten, übrigens auch. Allerdings sah man nicht 'Frauen' typisches, wie kratzen, beißen oder Haare ziehen! Jedenfalls bei LoT nicht und BB war viel zu unwürdig, als dass die auch nur mit einem Husten kontern könnten. Was man sah war das perfekte Zusammenspiel zweier erfahrener Straßenkämpfer, die sich den Rücken freihielten und ohne Rücksicht auf Verluste drauf los droschen und dabei machten sie noch immer eine super gute Figur! Logo!
Als dann nur noch Ori und Shino übrig waren, der Rest lag Sternchen zählend am Boden, wollten sich die Autorinnen eigentlich zurückziehen, denn wer will schon Ori oder Shino anfassen? Niemand, genau! Zumal die beiden eh nicht den Eindruck machten, als würden sie sich ihnen ebenfalls in den Weg stellen wollen. Ori hatte ihre Fettfinger schockiert an ihre Fettbacken gepresst und wippte schockiert hin und her, während Shino kreischend und mit wedelnden Armen um sie herum raste. Doch gerade als sich die Damen wegdrehen wollten, damit sie auf das Ziel zustürmen konnten, wo sich nämlich das Fantasiestück befand, griff Ori nach ihrem Partner zog ihn mindestens noch einen Meter auseinander und wirbelte ihn dann wie Nunchakus umher.
Aber wer nun glaubte, dass sie doch gegen diese Paviane antreten mussten, der hatte sich tierisch geschnitten! BB war nichts, ist nicht und wird auch nie was sein! Dementsprechend schlug sich Ori selbst mit Shino KO, sie musste ja unbedingt einen auf Ninja machen und so konnten sie eigentlich ungehindert zu dem Puzzleteil hinrennen und den ersten von vier Teilen in ihren Besitz bringen! Nun, in ihren Besitz bringen war nicht ganz richtig, denn als Jaz das Teil berührte, löste es sich in Luft auf, was folgte waren kurze höllische Kopfschmerzen, die selbst Jay in die Knie zwangen, aber Lance war ja da, und ein Bild, was um sie herum zersplitterte und wieder fielen sie in die Tiefe.
Dieses Mal mussten sie aber nicht von irgendwem aufgefangen werden, denn irgendwer war gar nicht da! Als Jaz und Laura die Augen öffneten, befanden sie sich in einer Schule, steckten in einer schicken Schuluniform, doch von den LoTern war weit und breit nichts zu sehen.

Akt 30. neues Spiel neue Welt  
   
„ Und wo sind wir jetzt? Oder nein, noch viel wichtiger, wo sind die anderen? Oder nein, wie geht es dir??“ sah sich Laura entgeistert um. „ Sind wir in einer Schule? Na klar sind wir das, welche Geschichte könnte das sein?“
„ Mir geht es gut, keine Sorge.“ betrachtete Jaz ebenfalls die neue Umgebung. „ Wo die anderen sind kann ich dir gerade auch nicht sagen, ich hoffe nur, dass sie sich hier irgendwo rum treiben und nicht im Nichts verschwanden und wo wir sind... tja.“ wandte sie sich ihrer Freundin zu. „ Ich habe einige Storys in der die Protagonisten noch in die Schule gehen. Wir könnten also praktisch überall sein. Außer in LoT, das kann ich ganz klar ausschließen.“
„ Das hätte ich auch noch ausschließen können. Und nun? Wir sollten uns umsehen, vielleicht erkennst du dann wo wir sind.“
„ Umsehen ist gut.“ nickte sie. „ So finden wir vielleicht auch die anderen.“ setzten sie sich in Bewegung. „ Und wie geil ist das denn? Weit und breit keine Ori oder Yesica, kein nervender Shino oder der Wadenkleber Rainer.“
„ Ja, aber es hat echt gut getan die zusammen zu trimmen!“ lachte Laura.
„ Allerdings. Das machen wir gleich nochmal, sollten die hier ebenfalls auftauchen.“
„ Darauf kannst du wohl Gift nehmen. Wer sollte hier sonst rum schleichen? Andere Feinde haben wir doch gar nicht.“
„ Die Sekte? Die komischen Agenten, Isuck, die Russen, meine Familie.“
„ Jaja, du hast Recht. Dafür dass wir so beliebt sind, sind das ganz schön viele.“
„ In Wirklichkeit lieben die uns auch alle, sie können es bloß nicht zugeben.“
„ Na klar.“ schmunzelte die Co-Autorin.
„ Hast du schon die neue Schülerzeitung gelesen??“ trafen sie auf einen Haufen kreischender Groupies. „ Wollen wir wetten abschließen, wer dieses Mal zu den beliebtesten Schülern zählt??“
„ Lariel ist bestimmt wieder auf dem ersten Platz!“ blätterte die eine eilig die Zeitschrift durch. „ Und wer wird seine Prinzessin sein?“
„ Ich hoffe, dass ich das bin!“ erklärte eine andere. „ Ich habe mir so viel Mühe gegeben, damit sie in uns das perfekte Paar sehen.“
„ Pah, nur weil du ihn bestalkst und ihn mit Geschenken überhäufst, seid ihr nicht gleich füreinander geschaffen worden.“ nahm ihr Ruby, wieder eine andere, den Wind aus den Segeln. „ Ich passe auch viel besser zu ihm. Schließlich dränge ich mich nicht auf.“
„ Du? Du hast doch gar nicht das Selbstvertrauen um dich mit ihm einlassen zu können!“ konterte sie.
„ So ein Unsinn!!“
„ Mein Schatz ist wirklich auf dem ersten Platz!“ verstrahlte Ruby die gesamte Runde.
„ Das ist nicht DEIN Schatz!“ fauchte eine andere. „ Wenn überhaupt dann gehört er mir!“
„ Nicht mal in deinen Träumen!“
„ Aber in deinen, oder was?“
„ Haha! Ich weiß wo wir sind.“ grinste Jaz schief auf.
„ So? Wo denn?“
„ In meiner Inkubus Story.“
„ W-Was???? NIEMALS!!“ kreischte sie auf, woraufhin sie von den umher stehenden Damen schweigsam gemustert wurde. „ Wir befinden uns in deinem Porno???“
„ Das ist kein Porno.“
„ Natürlich ist das ein Porno!! Und wir stecken mitten drin???“ betrachtete sie schon wieder schockiert ihre Umgebung, so als wenn sie wirklich damit rechnete, dass sie plötzlich in mitten einer Orgie steckte.
„ Nun komm mal wieder runter.“ seufzte die Autorin. „ Das ist eine ganz normale Liebesgeschichte mit etwas anderen erotischen Szenen, mehr nicht.“
„ Ja, etwas anders im Sinne von, die treiben es überall und wie die Karnickel!“
„ So ein Unsinn.“
„ Das will ich dir auch raten! Ich will niemanden dabei erwischen wie er es gerade mit irgendwem treibt.“
„ Das werden wir auch nicht. Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf die verschollenen Freunde, ok?“
„ Ok.“ die Umgebung im Auge behalten, darauf legte sie trotzdem viel wert.
Einer dieser Freunde war plötzlich Teil eines Basketballspiels gewesen, was ihn zu mindestens einen kurzen Moment lang irritierte, doch Chi war eben Chi und so war er prompt wieder voll da und sich seiner Aufgabe bewusst. Den Ball, den man ihm gerade zu geworfen hatte, in den gegnerischen Korb zu werfen, zählte eigentlich nicht dazu, doch immer dann wenn die Hexen es nicht mitbekamen, waren Chi so cool, dass er den Korb sogar dann noch traf, wenn er den Ball achtlos über seine Schulter weg warf und dann vom Feld runter schlenderte. Das tat er aber nicht, ohne dabei von den weiblichen Zuschauern bejubelt zu werden, er hatte schließlich gerade einen Korb geworfen, die dann noch lauter jubelten, als er sich das Trikot abstreifte und dieses auf den Boden fallen zu lassen. Als er sich dann noch die Haare aus dem Gesicht strich, war es vorbei! Die Schülerinnen hier waren ohnehin von einem ganz anderen Kaliber als in allen anderen Büchern der Autorin, sie ähnelten den irren Fans, nur dass sie nicht ganz so irre waren, doch wenn sie es in den Kopf bekamen, dann rasten sie auch kreischend hinter ihrem Star her und das bekam Chi gerade am eigenen Leib zu spüren. Warum war er auch so eine coole Sau?
Doch auch die Hühner konnten in ihrem Gekreische und ihrer Zahl noch getoppt werden, das geschah sogar explosionsartig, als der Jäger sein dunkles Portal nutzte um schnell viel Distanz zurückzulegen und die Damenwelt daraufhin glaubte, dass er ein Dämon war. Doch auch das, war noch nicht der Gipfel des Berges, denn erst als ein schwarzer Hippogryph neben ihm landete und dann noch eine Menschen ähnliche Gestalt annahm, war der Pegel des Gekreische so dermaßen hoch, dass sogar die Autorinnen darauf aufmerksam wurden.
„ Da sind Chiron und Kian!! Und juhu, neue irre Fans!“ klebte Jaz an einem der vielen Fenster.
„ Ja toll, als wenn wir noch nicht genug irre Fans hätten! Was ist das denn?“ schnaufte Laura. „ Warum hat der obenrum denn nichts an? Da ist es doch überhaupt kein Wunder, dass die Mädchen HIER kreischend hinter ihm herlaufen!“
„ Klar, das liegt nur daran, dass er obenrum nackt ist.“ verdrehte sie die Augen.
„ Woran sollte es denn sonst liegen?“
„ Vielleicht daran, dass er einfach unheimlich gut aussieht? Oder vielleicht sind das Rücken Fetischisten oder die halten ihn für ein Dämon.“
„ Das tu ich auch manchmal.“ giggelte die Mangaka. „ Wie dem auch sei, wir sollten die beiden da raus holen, ehe sie nicht mehr mit uns mitkommen wollen.“
Allerdings konnten die beiden sehr gut aus sich selbst aufpassen und so schirmten sie sich mit Hilfe ihrer Skelettritter, die ebenfalls von den Schülerinnen begeistert an gekreischt wurden, ab. So konnten sie in aller Seelenruhe auf das Gebäude zu schlendern, wo sie dann auf die Hexen trafen.
„ Ist bei euch alles ok? Was macht dein Kopf?“ wollte Ki auch gleich wissen.
„ Uns geht es gut, keine Sorge. Wir sollten schnellstmöglich Akira und Ritsu finden und dann noch schneller unsere Gegner und dann nichts wie weg hier!“
„ Warum hast du es denn so eilig?“ hakte der Hippo nach.
„ Je eher dran, je eher von! Kennst du das etwa nicht?“ belehrte sie ihn. „ Außerdem befinden wir uns in einer Welt, in der es nur so vor Inkuben wimmelt!! Ich will auf keinen Fall, dass auch nur einer dieser Sex besessenen Idioten auf uns aufmerksam wird!“
„ Deine Sorgen unberechtigt, immer noch.“ verdrehte Jaz die Augen.
„ Ach ja?? Hast du etwa unser schwarzes Karma vergessen? Wer weiß, was unsere bloße Anwesenheit mit dieser Story anstellt!?“ klammerte sie sich an Chi's Arm. „ Du schreibst tausend Geschichten und ausgerechnet HIER HER muss es uns verschlagen.“
„ Meinst du etwa unser Karma würde dafür sorgen, dass plötzlich alle hemmungslos übereinander herfallen?? Das ist absoluter Quatsch!“
„ Meinst du? Warum läuft er dann oben ohne rum? Die haben ihm das Shirt bestimmt von Leib gerissen!“
„ Nein, das habe ich freiwillig ausgezogen.“ erklärte der Jäger.
„ UUAHHH!!! Die sind infiziert!!“ ließ sie abrupt von ihm ab und klammerte sich stattdessen lieber an ihre Freundin. „ Was habe ich gesagt?? Unser Karma ist schuld! Also schlagen wir sie schnell KO und rennen dann so schnell wir können weg!“
„ Und wohin?“
„ Ist doch egal! Hauptsache weg!“
„ Warum habe ich dir nur von dieser Story erzählt?“ seufzte die Autorin auf.
„ Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. In diesem Buch gibt es sogar weniger erotische Szenen als in allen anderen ihrer Geschichten und so anders werden die Situationen nun auch nicht beschrieben.“ bemerkte Kian.
„ Ach? Und woher willst du das wissen?“ hakten die Hexen gleichzeitig nach.
„ Weil ich die Geschichte gelesen habe, ist doch klar.“
„ W-Was?? Wie kannst du es wagen diese Story zu lesen??? Und was soll das überhaupt heißen, die erotischen Szenen sind nicht anders?? Natürlich sind sie das!“
„ Vielleicht hast du sie dir anders vorgestellt, doch geschrieben hast du sie wie alle anderen. Statt die Erotik in den Vordergrund zu stellen, hast du auch hier mehr Wert auf die Gefühle gelegt.“
„ Wirklich?“ staunte Laura. „ Ich dachte du wolltest perverser schreiben?“
„ Das habe ich auch!“ protestierte sie. „ Sie hatten Sex im Freien!“
„ Uhum, in einer Höhle, die sich wiederum auf einer kleinen Insel im Meer befand, an die kein sterbliches Wesen ran kam.“
„ ...“
„ Das siehst du also als Experiment an.“ schmunzelte die Mangaka belustigt. „ Dann haben wir hier ja doch nicht so viel zu befürchten. Lasst uns also Akira und Ritsu suchen gehen.“  
Allerdings funkte ihnen erst einmal ein lautstarkes Kreischen dazwischen, was erahnen ließ, dass die irren Hühner dieser Schule wieder Freigang hatten. Und dann kam auch schon ein kleiner Miniatur Greif an gerast, der sich panisch an Jaz klammerte und sich mit ihren Armen zu tarnen versuchte. Kurz darauf kam die kreischende Meute auch schon herein geprescht und donnerte an ihnen vorbei.
„ Die sind irre!! Die sind alle total irre!! Wo zum Teufel sind wir hier??“ keuchte er.
„ Och, nur in einer ihrer unzähligen Geschichten, also nicht der Rede wert.“ bemerkte die Co-Autorin. „ Und was hast du getan, dass die so hinter dir her sind?“
„ Nichts.“ murmelte er. „ Sie haben mich gesehen und sich gleich auf mich gestürzt.“
„ Mhm, so irre sind die Schülerinnen eigentlich nicht. Wir sollten also wirklich zusehen, dass wir von hier verschwinden, ehe sie noch irrer werden oder sich die Succubi unter ihnen outen. Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass ihr gegen ihren Charme Immun seid oder dass ihr euch nicht ihren Mächten beugen müsst.“ schlug die Autorin vor. „ Außerdem will ich auch gar nicht mitansehen müssen, wie die euch auseinandernehmen, sollten sie euch in die Finger bekommen.“
„ DA SIND SIE!!!“ kam die andere irre Meute ins Gebäude gestürmt. „ KYYAHHH!!“
„ Wir müssen hier weg, schnell!“ befahl Chi und schon rannte die Gruppe buchstäblich um ihr Leben.
„ HA! Da seid ihr ja!“ lief Ri irgendwann neben ihnen her. „ Ich habe euch schon überall gesucht! Wo rennen wir hin?“
„ Hier lang! Los schnell!“ winkte ihnen ein junger schwarz Haariger Mann am Ende des Flurs zu. „ Beeilt euch! Hier rein!“ öffnete er eine Tür.
„ Wah?? Das ist eine Scheiß Abstellkammer, du Vollidiot!!“ keifte Laura den Fremden an. „ Wie sollte uns das bitte helfen können??“
„ Nur Geduld.“ schloss er die Tür ab.
„ Ich hoffe du glaubst nicht, dass du uns alle überwältigen kannst! Das kannst du nämlich nicht, verstanden du Idiot?“ keifte sie weiter rum. „ Du hast ja keine Ahnung mit wem du dich...“ doch weiter kam sie nicht, da er sie mit einem: „ Vorsicht, es geht abwärts!“ unterbrach, und dann klappte der Boden unter ihren Füßen weg und die Gruppe stürzte kreischend in die Tiefe.
Eigentlich stürzten sie auf eine gigantische Rutsche, die fast so geil war wie das Blind Date Gefecht vorhin. Jedenfalls hatten die Damen massig viel Spaß in den Backen, während sie die Bahn hinab sausten und dann am Ende auf einen Haufen weichster Kissen landeten.
„ Noch mal!! Noch mal!!“ grölten sie im Chor.
„ Warum habt ihr so eine Rutsche in der Schule?“ wollte Kian wissen.
„ Genau für solche Fälle, wie ihr sie gerade erlebt habt.“ erklärte der Herr.
„ Also sind die doch immer so irre??“ krächzte Akira.
„ Ich habe mich schon gefragt warum du ein Stofftier mit dir rum schleppst. Aber das ist ein echter Greif, hu? Wer seid ihr eigentlich?“
„ Wir sind gefürchtete Chaos verbreitende Gestalten aus einer anderen Welt, die sich der Finsternis verschrieben!“ gab Ri euphorisch von sich. „ Wir sind unschlagbar, unaufhaltsam und stets den anderen überlegen! Wir sind!“ stutzte sie kurz. „ Wie nennen wir uns noch mal?“
„ Haben wir uns überhaupt schon einen Namen gegeben?“ überlegte Laura.
„ Klar, der steht doch Fett auf unserer Flagge.“
„ Mhm, dann habe ich ihn noch nicht gelesen.“
„ Das ist doch auch völlig unwichtig! Hier irgendwo befindet sich ein Puzzlestück, das gilt es zu finden, alles andere ist reine Zeitverschwendung.“ mischte sich Chiron ein.
„ Chiron hat Recht.“ nickte Jaz. „ Wir müssen unsere Gegner finden, also ist hier etwas ungewöhnliches Aufgetaucht?“
„ Ungewöhnlich, wie ein gigantischer Berg, der aus dem Nichts erschien?“
„ JA genau! Das muss es sein!“
„ Ein gigantischer Berg?“ atmete die Mangaka schwer aus. „ Dann weiß ich schon wer sich uns bald in den Weg stellen wird.“
„ Die Sekte.“ nickte Jaz. „ Hoffentlich sind das würdigere Verteidiger meiner Fantasie.“

Akt 31. der Chaos-Magnet

„ Das könnt ihr voll vergessen.“ meinte eine junge schwarzhaarige Frau. „ Die ganze Stadt, nein was sage ich denn da? Die ganze WELT ist am durchdrehen! Alles was auch nur Ansatzweise einen Namen besitzt und von irgendjemanden angehimmelt wird, wurde zum Abschuss freigegeben.“
„ In diesem Falle wäre es mir viel lieber, ich würde zu den Nerds zählen.“ seufzte die anwesende Blondine.
Zwischenzeitlich hatten sich noch drei weitere Gestalten bei ihnen eingefunden, die ebenfalls vor der verrückt gewordenen Masse flüchten mussten.
„ Na? Was habe ich gesagt?? WIR sind die größten Chaos Verbreiter aller Zeiten!“ grölte Ri.
„ Von wegen Chaos, das ist für uns der normale tägliche Wahnsinn.“ konterte Laura. „ Dort wo unsere irren, aber unheimlich nützlichen, Fans auftauchen, wächst nie wieder was! Sie reißen Berge nieder, teilen das Meer, lassen Tempel einstürzen und lehren selbst den härtesten Bullen was es bedeutet sich vor Angst in die Hose zu machen. Wenn die einmal loslegen, dann ist das hier ein Kindergeburtstag gegen.“
„ Das kann ich bestätigen!“ knurrte Akira.
„ Oh!“ wurde die dunkelhaarige Schülerin auf den Greifen aufmerksam. „ Bist du nicht der Typ, aus dem Kunstkurs?“ grinste sie ihn frech an.
„ Nö?“ wandte er seinen Blick von ihr ab.
„ Kunstkurs? Was sollte er da denn zu suchen haben? Der kann doch gar nicht zeichnen.“ hakte die Diebin nach. „ Oder kannst du das etwa doch?“
„ Er sollte auch nichts zeichnen, er war unser Aktmodell.“ erklärte sie noch immer frech grinsend. „ Jedenfalls war er das, bis er plötzlich meinte das Weite suchen zu müssen.“
„ Das wird ja immer schlimmer.“ atmete die Co-Autorin schwer aus.
„ Wieso? Er muss sich garantiert für nichts schämen.“
„ HALT DEN MUND!!“ keiften die Autorinnen um die Wette.
„ Führt ihr etwa eine Dreiecksbeziehung? Wie aufregend.“
„ Was ist ein Aktmodell?“ wollte Ri leise von Kian wissen.
„ Einer posiert, meistens nackt, vor einigen anderen und diese versuchen ihn zu malen.“
„ Ah.“ nickte sie.
„ Wir sollten uns viel wichtigeren Dingen zuwenden, wie zum Beispiel der Frage, wie wir hier raus und zum Berg gelangen können?“ wechselte Jaz schnell das Thema. „ Wo ist der Berg überhaupt erschienen?“
„ Außerhalb der Stadt auf einer großen Grünfläche. Aber wie gesagt, da raus zugehen wäre purer Selbstmord.“
„ Ja, für die Fans vielleicht, aber ganz bestimmt nicht für uns.“ behauptete Laura. „ Außerdem müssen wir da hin, da führt gar kein Weg dran vorbei.“
„ Mhm. Ihr seid wirklich für dieses Chaos hier verantwortlich, hu?“ verschränkte sie die Arme vor der Brust. „ Aber wie ist das möglich? Ihr scheint normale Menschen und... mhm...“ betrachtete sie Kian. „ … irgendwas anderes zu sein.“
„ Irgendwas anderes ist immer noch besser als ein Dämon der Lust zu sein.“ konterte er.
„ Ja! Ich darf noch mal!“ schaltete sich Ri ein. „ Wir sind gefürchtete Chaos verbreitende Gestalten aus einer anderen Welt, die sich der Finsternis verschrieben!“ gab sie noch immer genauso euphorisch von sich, wie beim ersten Mal. „ Wir sind unschlagbar, unaufhaltsam und stets den anderen überlegen! JA! DAS sind wir!“
„ Und während ihr das alles nicht seid, geht ihr hier ganz normal zur Schule?“
„ Quatsch! Wir sind hier bloß zufällig erschienen, wer geht denn schon freiwillig zur Schule?“
„ Jeder der etwas aus seinem Leben machen will, aber lassen wir das! Wir sollten jetzt gehen! Ich will wirklich nicht so lange warten, bis sich die irren Bekloppten alle auf uns fixieren.“
„ Jaz hat Recht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie dieses Geheimversteck entdecken und überfluten. Wenn das geschieht, dann will ich nicht mehr hier sein.“ meinte die Mangaka. „ Am sichersten wäre es, wenn wir fliegen würden, also sollten wir Pat und Patachon herholen.“
„ Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ihr sie Pat und Patachon genannt habt.“ schüttelte Kian fassungslos den Kopf.
„ Es ist ja nur vorübergehend, bis uns ein würdiger Name einfällt. Außerdem ist Pat und Patachon immer noch besser als Dick und Doof oder Dumm und Dümmer!“
„ Ich wollte sie Miss Flauschi nennen!“ kicherte Jaz. „ Aber der Name gefiel ihr nicht.“
„ Der würde mir auch nicht gefallen!“
„ Wovon redet ihr bitte? Von irgendwelchen Killer-Hasen oder was?“ hakte Alissa, das schwarzhaarige Mädel nach.
„ Nein, von unseren Dämonenpferden.“
„ Ihr habt Dämonenpferde??“ staunten sie.
„ Klar, sogar die besten, tollsten, schnellsten und stärksten Dämonenpferde überhaupt!“
„ Ja und die heißen Pat und Patachon.“ erwähnte Ki erneut. „ So eine Sünde.“
„ Vorübergehend!“
„ Wie dem auch sei! Holen wir sie her und machen uns dann auf den Weg.“
So war der Plan, doch bei DX kam ja ohnehin alles anders als geplant, die Fans waren nämlich inzwischen so am durchdrehen, dass sie einfach alles auseinandernahmen, was ihnen in die Quere kam. Außerdem war ihre Anzahl in binnen weniger Sekunden explosionsartig nach oben geschnellt und das so weit, dass sämtliche Messlatten gesprengt wurden. Vielleicht konnte man sogar mit Recht behaupten, dass die komplette Welt durchdrehte. Vor dem Bunker in dem sie sich befanden, wimmelte es ebenfalls nur so vor Verrückter, zum Glück für alle Beteiligten, hatten sie ihre Lieblinge nicht entdeckt, als die Tür kurz auf und dann gleich wieder zugeschlagen wurde.
„ Ok... das hat sich erledigt!“ lief Laura kreidebleich an. „ Wo kommen die bloß alle her?“
„ Wahnsinn. Was unser Karma nicht alles zu vollbringen vermag.“ nickte Ri anerkennend. „ Ich bin begeistert!“
„ Begeistert?? Wie kannst du deshalb begeistert sein?? Wir sitzen so was von in der Falle, das hat dich nicht zu begeistern!“ maulte die Co-Autorin.
„ Aber das zeigt doch nur, wie unheimlich mächtig ihr seid!! Ihr seid die Chaos-Queens! Oder die Bringer des Chaos, einzig für euch, wird ein neuer Reiter in die Geschichte eingehen!“
„ Na toll! Und wie machen wir nun den Weg frei?? Noch mehr Chaos wird garantiert nicht dafür sorgen, dass wir hier heil wieder raus kommen!“
„ Kian ist doch so mächtig, der macht das schon.“ deutete Ri auf ihn hin.
„ Mich kriegen keine zehn Pferde da raus.“
„ Auch dann nicht, wenn sie alle Läufig sind?“ wollte sie weiter wissen.
„ Dann erst recht nicht.“ starrte er sie erbost an.
„ Tja, dann weiß ich es auch nicht.“ zuckte sie mit der Schulter.
„ Mhm...“ suchten die Hexen fieberhaft nach einer Lösung.
Dann wurden ihre energischen Gedankengänge unterbrochen, als es zaghaft an der Tür klopfte.
„ Hallo? Ist jemand da?“
„ Nein!“ riefen die Insassen im Chor.
„ Oh, ok dann gehe ich wieder.“
„ Alta, mach Platz da! Macht die scheiß Tür auf, oder isch schlage sie in Stücke, kapiert?? Isch mach das, isch schwör auf Leben deiner Mudda!“
„ Mhm, kommt dir das auch irgendwie bekannt vor?“ sah Laura Jaz schmunzelnd an. „ Ich wusste gar nicht, dass du solche Figuren ebenfalls in deinen Büchern eingebaut hast.“
„ Das habe ich auch nicht! Wie anstrengend wäre das denn bitte, denen ein paar Sätze zu verpassen?“
„ Ich zähl bis 10, dann geht die Tür auf!“
„ Aba Jack, du kannst nischt bis 10 zählen, alta! Sonst wärst du voll Streber!“
„ Hast du voll Recht, Justin! Ich zählen bis 5!“ korrigierte er sich. „ 1! 3! Äh... 2! und 5 oda so!“
Ehe er die Tür allerdings wirklich aufbrach und somit die Flut des Verderbens rein ließ, öffneten sie ihm lieber die Pforte.
„ Ey Alta! Geht doch!“ schnalzte er mit der Zunge. „ Los, wir bringen euch voll hier raus. Äh.. wer von euch gehört zu LoT?“
„ LoT? Das sind wir!“ hob Jaz die Hand.
„ Alta wirklich?? Voll die heißen Miezen auf 12 Uhr, ey!“
„ Könntet ihr euch bitte etwas beeilen, natürlich nur wenn es euch keine Umstände bereitet!“ machte eine schwarzhaarige Miko auf sich aufmerksam, die dann allerdings bei dem Anblick von Chiron's entblößter Brust feuerrot anlief und sich schockiert hinter Jack verbarg. „ D-Der ist nackt!!“
„ Hey, was macht ihr denn da so lange?? Der Weg wird nicht ewig frei sein, also los! Bewegt euch schon!“
„ LANCE!!“ riefen die Autorinnen im Chor. „ Dich schickt der Himmel!!“
„ Oder so was ähnliches!“ grinste er auf. „ Los kommt mit! Jay wartet da vorne mit dem Fluchtwagen!“
Der Fluchtwagen, in Form eines Streitwagens, der von einigen, in goldener Rüstung steckenden, silberne Hippogryphen gezogen wurde.
„ KKKYYAAHHH!!!“ raste Jaz gleich zu ihnen hin. „ WIE Süß sind DIE denn!!!??“ mutierte sie ebenfalls zu einem irren Fan. „ Die brauchen wir auch!! Ich will auch silberne Hippogryphen in goldener Rüstung haben!! Kian!!!“
„ Vergiss es!“ erklärte er gleich, ehe sie ihr Vorhaben überhaupt äußern konnte.
„ Aber!“
„ Nein.“
„ Aber das sieht so süß aus! Guck doch mal!!“'
„ Uhum. Total interessant.“ schielte er sie extrem wenig begeistert an.
„ Kannst du weiter begeistert sein, während du hier her kommst? Die Zombies werden bald wieder aufwachen.“ gab Jay zu bedenken.
Er hatte das kaum erwähnt, da erwachten einige auch schon wieder aus ihrem Koma und robbten wirklich wie Zombies auf die Gruppe zu, weshalb Jaz freiwillig von den Hippos abließ und schnell auf den Wagen kletterte. Kurz darauf hoben sie dann auch schon ab und schossen von dannen.
„ Wow! Die sind wirklich der Hammer!“ stand die Autorin neben Jay am Kopfe des Wagens. „ Die Rüstung sieht einfach großartig aus und dann die ganzen Feinheiten! Ich bin begeistert.“
„ Ja, es war auch echt anstrengend sich das ganze auszudenken.“
„ Du hast da bestimmt Stunden dran gesessen richtig?“
„ Ey, findest du nicht auch, dass die voll ähnlich sind?“
„ Aber volle Kanne.“
Während sich die einen angeregt über das erschaffen der Hippogryphen unterhielten und dabei voll in ihrem Element waren, eine bestimmte Miko feuerrot 'Guck in die Luft' spielte, ein Hippo mit einem nervigen Gefühl wie Eifersucht kämpfte, und wiederum eine bestimmte Diebin einfach mal gar nichts machte, starrten zwei weitere Passagiere auf ihr Handy.
„ Mhm, noch immer aus.“ murmelte Laura. „ Ich brauche wohl wirklich mal ein neues Handy.“
„ Was hältst du davon?“ hielt Lance ihr sein Handy hin.
„ Da kaufe ich auch immer ein!“ staunte sie. „ Da gibt es voll süße Kleider.“
„ Mhm, aber die kann ich nicht anziehen. Also wie findest du das? Würde es mir stehen?“
„ Klar, aber da gibt es doch bestimmt bessere Kombinationen.“ quetschte sie sich neben ihm hin. „ Zeig mal her.“ blätterte sie den digitalen Katalog durch. „ Das würde ich anziehen.“
„ Genau die Kombi habe ich bereits im Schrank hängen.“
„ Oh ok, und wie ist es damit?“
„ Die habe ich auch schon.“ erklärte er. „ Wir wollen bald ans Meer fahren, da brauche ich noch ein paar coole Outfits.“
„ Für den Strand, hu?“
„ Oh Gott, ich kann den Berg sehen...“ gab Jaz völlig schockiert von sich.
Schon in der Realität glich der Berg einer unüberwindbaren Herausforderung doch DAS hier, war tausendmal unüberwindbarer. Der Berg war sogar so hoch, dass er in der Wolkendecke verschwand und vielleicht sogar in der Lage war das Reich der Götter zu berühren. Wenn es da keinen Treppenlift gab, dann waren die Helden vermutlich noch dürrer als Shino, wenn sie dann im nächsten Jahrtausend den Gipfel erreichten.
„ Du mit deiner großen Fresse! Warum hast du dir nur würdigere Verteidiger gewünscht? Das hast du nun davon!“ keuchte die Co-Autorin.
„ Ach, so große Gebäude verfügen doch immer über einen Fahrstuhl.“ behauptete Ri.
„ Klar, weil die Sekte ja auch auf einen Fahrstuhl angewiesen ist! Wenn Yami jetzt hier wäre, würde er da bestimmt hoch joggen und uns alle dabei auf den Rücken tragen!“
„ Ich bin doch hier, allerdings bin ich kein Mann und wenn ich euch alle auf den Rücken tragen müsste, würde ich ganz bestimmt zusammenbrechen.“ meinte die Miko.
„ Heißt du etwa auch Yami?“ staunten die Autorinnen.
„ Mein Name ist Yamiko!“ nickte sie.
„ Uh, ich habe schon wieder vergessen euch vorzustellen.“ verdrehte Lance die Augen. „ Das sind Yamiko, Jack und Justin.“
„ Und wir sind Laura, Jaz, Chiron, Kian, Akira und Ritsu.“ stellte die Autorin vor.
„ Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen.“
„ Und ich mich erst! Wenn wir landen muss ich unbedingt ein Foto von den Hippos machen, danach können wir uns dann um die Sekte kümmern.“
„ Mhm...“ brummte Kian bloß vor sich hin.
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Alexia

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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Fr 10 Aug - 20:29

Akt 32. Berg Unüberwindus!  

„ Das ist er also?“ bestaunte die Gruppe, außer Jaz, die bestaunte die Hippogryphen, den gigantischen Berg aus sicherer Entfernung.
„ Wenn die das sehen würden, wären sie bestimmt mega beeindruckt. In der Realität hocken die Reste dieser Irrenanstalt in irgendeiner dunklen, feuchten und von Ratten besetzten Seitenstraße. Dort haben die sich aus Kisten und Kartons einen kleinen Turm gebaut und auf dem hockt ihr Oberguru nun.“ erzählte Laura. „ Natürlich haben wir dafür gesorgt, dass ihre Zukunft in der Gosse landet, doch das es so weit kam, haben sie ganz allein zu verantworten! Niemand versucht uns ungestraft zu infiltrieren und toppt das dann auch noch, indem man einen von uns entführt!“
„ Wie konnte das denn geschehen?“ schielte Lance Chiron mit hochgezogener Augenbraue an. „ Der sieht nun nicht so aus, als könnte er sich nicht wehren?“
„ Er war sterbenskrank!“
„ Ah.“ nickte er. „ Wir haben auch so einen Sektenring ausgehoben. Allerdings bestand er nur aus Frauen. Frauen die irgendeinen erfundenen Quacksalber anhimmelten und auf die unbefleckte Empfängnis warteten. Männer waren in ihren Vorstellungen nichts anderes, als dreckige Fettsäcke in versauten Muskelshirt, die mit einer Dose Bier vor dem Fernseher sitzend ihre arme Frau herum kommandierten und sie zu erniedrigenden Vereinigungen zwangen. Ein Schandfleck also, den die Menschheit nicht brauchte.“
„ DEM kann ich nur zustimmen! Solche Dreckssäcke braucht wirklich kein Mensch!“ griff die Co-Autorin in diesem Fall Partei für die Sekte. „ Allerdings weiß ich auch, dass nicht alle Männer so sind.“
„ Mhm, das hat Yamiko dann auch erkannt. Aber bis es so weit war, hat sie versucht uns den Teufel auszutreiben.“ fügte Jay hinzu. „ Naja uns, eigentlich war Lance ihr Hauptziel.“
„ Man kann mir ja viel austreiben, aber ganz sicher nicht den Teufel.“ grinste er belustigt auf.
„ Das stimmt.“ nickte Yamiko, die Miko, die eine wurde, weil diese Bezeichnung in ihrem Namen vorkommt und sie das, als göttliche Fügung, die von den Autoren nicht beabsichtigt war, ansah. „ Seine Dämonen übersteigen meine Fähigkeiten als Teufelsaustreiber.“
„ Mach dir nichts draus, die Frau die mich zähmen kann muss erst noch geboren werden.“ tätschelte er ihr lächelnd den Kopf. „ Also was ist nun? Wollen wir uns den Berg aus der Nähe ansehen?“ wandte er sich fragend an Jaz, die noch immer begeistert bei den Hippos abhing.
„ Jaja, gleich!“ tat sie diese Mission als etwas uninteressantes Nebensächliches ab. „ Schaut euch nur mal diese klaren blauen Augen an und sie geben sogar Pfötchen!!!“ strahlte sie verzückt auf. „ Und was sie für gepflegte Krallen haben!“
„ Wenn sie dir so gut gefallen, dann lass uns doch tauschen. Hippogryph gegen Hippogryph.“ schlug Jay vor.
Kian wollte schon eine entsetzte Miene aufsetzen, so als wenn der wirklich glauben würde, dass Jaz auf so einen Handel einging, doch wurde dann eines besseren belehrt. Denn als ihr dieser Vorschlag unterbreitet wurde, verschwanden sofort die Herzchen und rosa Wolken um sie herum und der Ernst, nein nicht von BB sondern des Lebens, kehrte zu ihr zurück.
„ Niemals!“ drehte sie sich von den Tieren weg und schlenderte erhobenen Hauptes davon.
„ Wieso nicht? Wenn sie dir doch so gut gefallen?“
„ Trotzdem nicht! Man würde doch auch nichts Einzigartiges gegen etwas Gewöhnliches tauschen oder einen Porsche gegen ein Klapprad oder Schulnote 1 gegen eine 3! Deine Hippos sind echt süß, doch Kian ist majestätisch und definitiv unverkäuflich.“
„ Mhm.“ lächelte besagter Hippo zufrieden vor sich hin.
„ Wir können denen doch Drako oder diesen Golem überlassen! Die vergessen wir doch eh ständig, also würde es vermutlich nicht mal wer bemerken, wenn die gar nicht mehr auftauchen.“ schmunzelte Laura.
„ Das ist zwar richtig, aber ich gebe trotzdem keinen von ihnen her. Weder Drako, noch Klopsi oder irgendwen sonst!“ gab sie von sich. „ Also was ist nun? Wir müssen einen Berg erobern, oder nicht?“
„ Hauptsache wir müssen da nicht hoch laufen um den zu erobern.“ atmete die Co-Autorin schwer aus, während sie sich auf das Monstrum zu bewegten. „ Wobei!“ kam ihr ein Geistesblitz. „ Wir haben doch Kian und Akira und noch die Hippos dahinten! Also warum selbst anstrengen, wenn man auch hoch getragen werden kann?“
„ Ich glaube nicht das die das packen.“ betrachtete Jaz das himmelhohe Desaster. „ Ihre Ausdauer wird nicht mal ausreichen um sich selbst da hoch zu bekommen, wie soll das dann erst gehen, wenn die noch einen Reiter mit sich rum schleppen müssen?“
„ Ich denke Kian ist so übermächtig, da ist das doch wohl ein Spaziergang für ihn.“ konterte Laura.
„ Übermächtig bedeutet aber nicht, dass er keine Grenzen besitzt und ich will ihn nicht hoch schleifen müssen, wenn der auf halbem Wege zusammenbricht.“
„ Dann lassen wir ihn einfach da liegen und wenn er sich ausgeruht hat, dann kommt er eben nach. Das ist doch ein Klacks.“
„ Wenn es für dich so einfach ist, warum trägst du uns nicht einfach alle da hoch?“ schielte Ki zu ihr hin.
„ Weil du das halbe Pferd von uns bist und nicht ich. Aber eigentlich hat Jaz Recht, deine Ausdauer lässt bestimmt zu wünschen übrig, wir sollten Akira nehmen. Der ist viel stärker.“
„ Und bestimmt auch viel schwerer, also will ich ihn erst recht nicht hoch schleifen müssen.“
„ Hatten wir das nicht geklärt? Wir lassen ihn einfach liegen, wenn er nicht mehr kann. Und dann reisen wir auf Kian weiter und wenn der zusammenbricht auf deren Hippos! Das ist DIE Idee!! So kommen wir putzmunter und voller Energie da oben an und ehe sie sich versehen, haben wir auch diesen Schrotthaufen niedergerissen!“
„ Ich bin mir sicher, dass wir es auch da hoch schaffen ohne die Hälfte unserer Leute unterwegs liegen lassen zu müssen.“ meinte Jay. „ Diese Sekte kommt da doch auch irgendwie hoch, da sollte das für uns ein Klacks sein.“
„ Oh ja klar, wer frei von jeglicher Sünde ist, soll voran schreiten und uns einen Aufzug runter schicken.“ murmelte die Co-Autorin.
„ Ich bin so voller Sünde, dass man mir nachsagt ich wäre vom Teufel besessen. Ich warte also definitiv hier unten.“ grinste Lance schief auf.
„ Das ist noch gar nichts, mir wird nämlich nachgesagt, ich WÄRE der Teufel! Also darf ich erst recht hier unten warten!“ verkündete Laura.
„ Ihr könnt von mir aus alle warten. Den dämlichen Aufstieg schaffe ich auch allein.“
„ Aber bestimmt nicht mit dem Schuhen.“ schielte die Mangaka auf die Stöckelschuhe ihrer Freundin herab.
„ Ich hatte auch nicht vor im Schuloutfit da hoch zu kriechen. Also natürlich werde ich mich vorher noch umziehen.“
„ Umziehen klingt gut!“ nickte der Greif eifrig. „ Auch wenn ich schon finde, dass euch die Schuluniform echt gut steht.“
„ Natürlich tut sie das.“ nur das 'uns steht eben alles' schluckte die Mangaka runter, als sie beinahe den Fuß des Berges erreichten und einer netten Überraschung in die Arme liefen. „ Was ist denn hier passiert?“
„ Die Frage sollte eher lauten: WAS zum HENKER hat euch so lange aufgehalten??“ fauchte die braunhaarige junge Dame, die auch im Hotel war und Jaz wegen ihrer Beziehung ausgequetscht hatte, die Herrschaften gereizt an. „ Während ihr euch in aller Seelenruhe die Gottverdammte Welt angeschaut habt, haben wir uns hier die Beine in den Bauch gestanden und dann wurden wir auch noch von irgendwelchen glatzköpfigen Psychopathen angegriffen, die meinten einen auf Bruce Lee für Arme machen zu müssen!“
„ Sie wollten meiner armen Prinzessin etwas antun!!! Meiner ARMEN PRINZESSIN!!“ keuchte Mario. „ Niemand legt Hand an meine Prinzessinnen!! NIEMAND!“
„ Klopsinda machen sie platt! Platt wie Pfannkuchen. Mit links und Suppenkelle!“
Was so viel bedeutete, dass die Sekten- Mitglieder, die am Fuße des Berges auf ihre Feinde warteten, einer nach dem anderen ins Reich der Träume geschickt wurde und das auf die schmerzhafteste Weise, die eine Suppenkelle zu bieten hatte. Und nun lagen sie alle Süppchen zählend verstreut in der Gegend rum.  
„ Toll, als wäre der Aufstieg noch nicht schlimm genug.“ murmelte Laura. „ Ich hatte gehofft, die Flachpfeifen würden erst ganz oben auf uns warten.“
„ Selbst wenn dem so wäre, wird der Aufstieg trotzdem kein Kinderspiel.“ betrachtete Kian die Steintreppe. „ Da sind so viele verborgene Fallen, dass ich es gerade für wenig wahrscheinlich halte, dass wir auch nur die fünfte Stufe erreichen können.“
„ Was für Fallen?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch. „ Ich sehe da nichts, außer einer scheiß langen Treppe, die wir erklimmen müssen.“
„ Ich zeige dir was ich meine.“
Um zu demonstrieren was augenscheinlich nur er sehen konnte, hob er einen Stein auf und warf ihn auf die Steinstufen. Das Wurfgeschoss war noch nicht mal richtig in die Nähe der Treppe gekommen, da schossen schon Feuerfontänen aus den Wänden, rotierende Sägeblätter zogen ihre Bahnen, aus dem Nichts erschienen messerscharfe Pendel, die einfach alles zerteilten was ihnen im Weg stand, riesige Brocken fielen von oben herab, Pfeile zischten durch die Gegend und dann erschien ein mega großer Laserstrahl, der den Stein pulverisierte.
„ Was... zur... Hölle...“ stockte nicht nur der Co-Autorin der Atem. „ WIE in Gottesnamen sollen wir DAS bitte überwinden können??“
„ Vielleicht hätte ich mir doch keine würdigeren Gegner wünschen sollen...“ verzog Jaz ihren Mund. „ So kommen wir doch niemals in einem Stück oben an.“
„ Es sei denn, Akira und Kian fliegen uns da einfach hoch. Hier steht doch nirgendwo geschrieben, dass wir die Treppe nutzen müssen, oder?“ schlug Laura vor.
„ Doch, das steht hier.“ stand Lance vor einer Erklärungstafel. „ Der Mensch ist dazu geboren Großes zu leisten, wenn er versteht sich selbst zu besiegen. Also erkenne erst dich selbst, dann deinen Feind.“ verschränkte er nachdenklich die Arme vor der Brust. „ Was soll das bedeuten?“
„ Und was hat das damit zu tun, dass wir da nicht hochfliegen können?“ ging sie zu ihm hin. „ Mach mal Platz da.“ und drückte ihn dann zur Seite. „ Ach verdammt, das steht hier wirklich. Um das Plattenstück zu erreichen, müssen wir die Treppe erklimmen. Unsere Mächte werden blockiert und fliegen kann man hier auch nicht.“ schnaufte sie. „ Na fein!! Dann verschwenden wir eben unsere Zeit damit, diesen saublöden Satz ins verständliche zu übersetzen. Und wie haben es diese Sekten-Heinis überhaupt geschafft, sich so was auszudenken?“
„ Hast du es schon wieder vergessen? Diese Sekten-Heinis wurden von Jaz erschaffen.“
„ Stimmt, da war ja was.“ nickte sie. „ Wenn dieser Satz auch nur von ihr angehaucht wurde, dann hat er definitiv einen tieferen Sinn. Aber ich verstehe das trotzdem nicht. Wieso sollten wir uns selbst besiegen? Oder ist das auf den Aufstieg bezogen? Weil er alles von uns abverlangen wird und wir wirklich uns selbst überwinden müssen, um nicht zwischenzeitlich das Handtuch zu werfen? Doch dann verstehe ich nicht, wie dieses 'erkenne dich selbst' da rein passt? Oder ist das wiederum auf die unterschiedlichen Fähigkeiten unserer Teammitglieder bezogen? Vielleicht ist jeweils einer immer besonders gut dafür geeignet einen bestimmten Bereich zu passieren?“ grübelte sie. „ Klingt das einleuchtend?“
„ Ja, das ist wirklich eine fabelhafte Theorie.“
„ Wehe jetzt kommt ein aber!“ strafte sie ihn mit bösen Blicken.
„ Tut mir leid, doch ich befürchte, dass das auf Jaz oder auf euch beide bezogen ist und nicht auf den Aufstieg oder die Fähigkeiten eurer Gruppe.“
„ Was soll das denn heißen??“ pustete sie empört die Backen auf. „ Ich kenne mich jawohl besser als irgendjemand sonst und bei Jaz sieht es nicht anders aus! Wir brauchen uns nicht selbst zu besiegen und wir müssen schon gar nicht erkennen wer wir selbst sind! Das wissen wir nämlich ganz genau! Also erzähle keinen Scheiß! Meine Interpretation dieser Worte ist die Richtige und da Kian die Fallen erkennen konnte, ist er derjenige der uns auf die nächste Etage bringen kann!“
„ Wirklich? Willst du sein Leben riskieren, auch wenn er nur eine Illusion ist, anstatt dir einzugestehen, dass ich mit meiner Vermutung goldrichtig liege?“
„ Na gut, Mister Superschlau. Dann spucke es aus! Wie kommst du darauf, ohne uns wirklich zu kennen, dass wir nicht wissen wer wir sind?“
„ Glaube mir, ich kenne euch beide besser als du denkst!“ konterte er. „ Ich habe auch nicht gesagt, dass ihr nicht wisst wer ihr seid. Doch was ihr von euch zeigt, ist genauso wenig real, wie diese Welt! Ihr habt eure Vergangenheit von eurem jetzigen Leben komplett abgespalten und nicht nur das, denn ihr verleugnet was euch erst zu dem gemacht hat, was ihr heute verkörpert. Und genau das ist die Mauer, die euch ein Leben lang ausbremsen wird!“
„ Oh, ich verstehe! Klar, du bist ebenfalls eine Illusion die von Jaz erschaffen wurde, also natürlich kennst du alle unsere Geheimnisse.“ bemerkte sie. „ Dennoch hast du keinen blassen Schimmer von dem was du da sagst!“
„ Ich weiß genau worüber ich rede, weil Jay eine ähnliche Mauer besitzt. Deshalb sind wir alle hier und deshalb kämpfen wir gemeinsam darum, die Fantasiestücke zu gewinnen. Nicht nur, weil LoT andernfalls nicht länger existieren kann, sondern weil Jaz so wie sie war, nur noch in euren Erinnerungen existieren würde! Und nun spare dir die Luft und geh in dich! Frage dich, warum das Prisma so mächtig werden konnte! Warum die LoTer plötzlich in der Realität auftauchen und dann frage dich, warum der Weg dort hoch unmöglich ist!“ zeigte er auf den steinernen Pfad. „ Sag es mir Laura! WAS fällt dir dazu ein?“
„ Warum...?“ riss sie plötzlich, so als wenn ihr der alles sagende Geistesblitz gekommen wäre, die Augen immer weiter auf. „ Sie wehren sich dagegen für immer zu verschwinden!“ flüsterte sie, ehe sie ihn schockiert ansah. „ Irgendetwas muss in Ägypten passiert sein, dass Jaz mit dem Gedanken spielt für immer mit dem Schreiben aufzuhören. Aber das kann sie doch nicht machen!! Sie liebt das Schreiben!!“
„ Mhm.“ nickte Lance. „ Vielleicht liebt sie ihren Freund aber noch mehr und nun denkt sie, dass sie sich für eine Liebe entscheiden muss.“
„ Quatsch!! Unsinn!! Völliger Blödsinn!!! So was absurdes habe ich schon lange nicht mehr gehört! Sie verbindet beides doch schon seit einem ganzen Jahrzehnt!!“
„ Und vielleicht wurde ihr jetzt klar, dass eine Liebe dabei zu kurz kam?“
„ Das könnte tatsächlich so sein...“

Akt 33. finde dich selbst

„ Bevor wir da hoch klettern können, müssen wir zwei uns mal unterhalten.“ griff Laura Jaz Hand und zog sie mit sich weiter Abseits.
„ Worüber müssen wir uns denn unterhalten?“
„ Darüber, ob du uns wissentlich sabotierst oder ob sich das in deinem Unterbewusstsein abspielt!“
„ Warum sollte ich uns denn sabotieren?“ hakte sie irritiert nach.
„ Das weiß ich noch nicht so genau, aber eines ist völlig klar: so wie die Dinge gerade stehen, können wir das zweite Puzzlestück niemals erreichen! Die Fallen würden uns in der Luft zerreißen, fliegen können wir auch nicht und unsere Mächte wurden ebenfalls blockiert! Also wie zum Teufel sollen wir da hoch kommen?“ sah sie sie fragend an. „ Und eines verstehe ich dann noch weniger. Wenn du das hier als mögliche Flucht aus deiner Misere ansiehst, warum hast du dann deine Fantasie mit Hilfe dieses Dunkelfritzen wieder zusammengesetzt? Du kannst dein Ziel doch gar nicht erreichen, wenn du dich an deine Bücher erinnerst. Weil ganz tief in deinem Inneren weißt du ganz genau, dass sie der Ausgleich sind, den du brauchst um in der Realität alles geben zu können.“ verschränkte sie die Arme vor der Brust. „ Und warum hast du nicht mit mir darüber geredet? Vertraust du mir plötzlich nicht mehr oder was ist dein Problem?“
„ Doch sicher vertraue ich dir.“
„ Warum hast du dann kein Sterbenswörtchen darüber verloren? Warum muss ich mich von irgend so einem, zugegeben verdammt gut aussehenden, Fantasiekerl darauf aufmerksam machen lassen, dass du in einer Identitätskrise steckst?“
„ Weil ich erst einmal selbst herausfinden wollte, was ich eigentlich will und wie du siehst, weiß ich es noch immer nicht genau.“ blickte sie zur Steintreppe rüber. „ Ich liebe meine Geschichten, aber ich liebe Luca auch und irgendwie scheine ich beides nicht so miteinander verbinden zu können, dass keiner von beiden zu kurz kommt.“ wandte sie sich ihr nun wieder zu. „ Und bisher zog meine Beziehung scheinbar immer den Kürzeren. Wir treten immerzu auf der Stelle, während alles um uns herum normal weiterläuft. Sie ziehen zusammen, heiraten und bekommen Kinder, dabei sind wir meisten schon viel länger zusammen als die! Sieh doch nur dich und Yami an! Ihr seid in einem Bruchteil der Zeit zusammengezogen, die wir gebraucht haben!“
„ Bei mir ist das aber auch etwas anderes! Yami ist schließlich gleich bei mir geblieben, nachdem ich ihn notgedrungen aufnehmen musste!“ konterte sie. „ Hast du mal mit Luca darüber gesprochen?“
„ Nein.“
„ DU bist doch genauso lang wie du blöd bist!!“ keifte sie drauf los. „ Wenn du schon nicht mit mir darüber reden konntest, warum hast du es dann nicht mit Luca getan? ER ist schließlich der Auslöser deiner Krise und hat er jemals verlauten lassen, dass er will das du aufhörst? Nein, bestimmt nicht und wenn doch, dann werde ich ihn eigenhändig in Stücke reißen!!“ ja, dass würde sie garantiert wirklich tun. „ Weil wenn er das von dir verlangen würde, dann würde er das zerstören wollen, was dich ausmacht und das will und kann ich nicht glauben! Es tut auch absolut nichts zur Sache, wie lange ihr bereits zusammen seid und wie lange ihr braucht, um den nächsten Schritt gehen zu können! Weil du DEINE Beziehung nicht mit denen der anderen vergleichen darfst! Das weiß ich ja sogar und ich habe mich nicht auf Liebesszenen spezialisiert!“ schnauzte sie. „ Und wieso darf Luca nicht glücklich sein, so wie es jetzt ist? Wo steht denn geschrieben, wann man den nächsten Schritt zu machen hat? Nirgends, genau! Weil es jedem selbst überlassen ist, wann er was macht! Es soll sogar Menschen geben, die heiraten ihren Partner nie und bleiben ewig Kinderlos und oh mein Gott, DIE führen auch ein glückliches Leben! Wer hätte das gedacht?“ schüttelte sie fassungslos den Kopf. „ Er wusste ganz genau worauf er sich einlässt, wenn er dich für sich gewinnen will und verdammt Jaz!“ packte sie sie bei der Schulter. „ Luca liebt die AUTORIN! Nicht das Straßenkind, nicht das Hausmütterchen, oder die Bürotante! Er liebt DICH! Die perfektionistische Schriftstellerin, die alle in den Wahnsinn treibt, wenn sie mal in letzter Sekunde eine komplette Szene umändert! Oder die einfach davon rast, wenn ihr mal wieder eine Blitzidee kommt! Oder die einfach nur mal inspiriert werden muss. Oder die total durchdreht, wenn sie sich eine Schreibblockade einfängt. Das alles aufzugeben bedeutet gleichzeitig, dass du einen großen Teil von dir selbst aufgibst!“ belehrte sie sie. „ Ohne das hier bist du nicht Jaz! Ohne das hier bist du nicht mal Alexia, ohne das hier, wirst du das auch nie wieder sein! Man muss Opfer bringen, manchmal auch zurückstecken und die Beziehung ist ein ewiges Geben und Nehmen, das weiß ich! Doch das was du von dir werfen willst, ist so viel, dass es nicht richtig sein kann. Also hör auf damit, Jaz! Oder willst du etwa wirklich, dass sie alle verschwinden? Kian, Liú, Thanatos, Sasha und wie sie nicht alle heißen. Willst du diesen Teil deines Lebens wirklich einfach wegwerfen?“
„ ...“ sah sie schweigsam zu den LoTern hin, die gerade, zu mindestens Aki und Ri, ihren Spaß dabei hatten, etwaige Steine auf die Treppe zu werfen, nur um zu sehen wie sie zermalmt wurden und sich daraufhin einen Keks zu freuen. „ Nein, vermutlich will ich sie nicht aufgeben.“
„ Nur vermutlich nicht?“ zog Laura fragend eine Augenbraue hoch. „ Muss ich etwa noch deutlicher werden, damit du endlich wieder klar kommst? Setzen dich deine Schwiegereltern in Spe unter Druck? Haben sie was damit zu tun? Verrat es mir! Ich werde ihnen auch keine Briefbombe schicken, versprochen!“
„ Sie haben nichts damit zu tun. Ich verstehe mich sogar richtig gut mit ihnen.“
„ Glaubst du denn, du tust das immer noch, wenn du nicht mehr du selbst bist? Wenn du weißt, dass da was ist woran du dich nicht mehr erinnern kannst und du weißt nicht einmal mehr, wieso das so ist? Vielleicht endest du danach in der Klapse? Oder du wirst so ein Psychokiller, oder noch schlimmer: du wirst ein Teil von BB!“
„ NIEMALS!!!“ zischte sie. „ Das wird NIEMALS passieren!“
„ Dann wach endlich auf und erkenne was du willst!“ schnipste sie mit den Fingern vor dem Gesicht der Freundin rum. „ Der Mensch ist dazu geboren Großes zu leisten, wenn er versteht sich selbst zu besiegen. Also erkenne erst dich selbst, dann deinen Feind.“ zitierte sie den Satz der Sekte. „ DU bist so jemand, der Großes erreicht! Sieh dir nur LoT oder zHuH an. Du schweißt Menschen mit deinen Geschichte zusammen. Du inspirierst sie und entführst sie in eine andere Welt, in deine Welt, Jaz. Raube der Menschheit diese Zuflucht nicht, viele haben doch nichts anderes als ihr Dasein als Fan.“ lächelte sie leicht. „ Setze dich nicht so unter Druck, bloß weil Luca nicht den Arsch in der Hose besitzt, dir die entscheidende Frage zu stellen. Er hätte das alles doch selbst längst haben können! Eine Hochzeit, die dank unserem Karma in einer Katastrophe enden würde, Blagen, die aber gefälligst zuhause bei euch bleiben, das Haus am Strand und was ihr euch sonst noch so erträumt. Es ist nicht nötig mit dem Schreiben aufzuhören. Oder glaubst du etwa, dass er dadurch mutiger werden wird?“ grinste Die Co-Autorin frech auf. „ Das glaube ich nämlich nicht. Zumal er danach erst recht nicht mehr an dich heran kommen kann, wenn du depressiv in irgendeiner Ecke hockst und dir wünschst, du hättest bloß einen Vitamin D Mangel!“ gab sie todernst von sich. „ Und hast du auch bedacht, dass du uns dann ebenfalls vor den Kopf stoßen würdest? Ohne dich kann LoT nicht überleben und das, was du liebevoll als deine Familie bezeichnest, würde unweigerlich auseinanderbrechen. Bisher hatte ich aber nicht das Gefühl, dass auch nur einer von uns nicht gerne seine Rolle spielt oder es hasst bei uns sein zu müssen.“ bemerkte sie. „ Anstatt das Schreiben an den Nagel zu hängen, solltest du G.Schnallt da aufhängen. Ohne einen Verleger, der auf einen bestimmten Abgabetermin des Manuskripts besteht, kannst du dir beim Schreiben so viel Zeit lassen wie du willst und wenn du dann Jahrzehnte dafür brauchst, ein einziges Buch zu vollenden, dann ist es eben so! Selbst wenn es ein halbes Jahrhundert dauern würde, würde dir jeder Verleger das Manuskript gleich aus der Hand reißen, um es vermarkten zu können. Weil deine Ideen episch sind und das wird auch immer so bleiben. Außerdem sollst du damit aufhören solche wichtigen Entscheidungen immer mit dir allein auszumachen und das am wenigsten, wenn du glaubst das zum Wohle eines anderen zu tun! Du kannst nicht wissen was derjenige will, wenn du nicht mit ihm darüber redest, verstanden?“
„ Verstanden.“ nickte sie leicht lächelnd.
„ Na also, geht doch! Und ich wollte schon an deinen Verstand zweifeln.“ grinste sie. „ Also worauf warten wir noch? Da gibt es einen Berg zu erklimmen!“
„ Stimmt. Und danke, Laura.“
„ Wofür?“ sah sie sie belustigt an. „ Etwa dafür, dass ich dir den Kopf waschen durfte? Dafür musst du dich nun wirklich nicht bedanken, das mache ich nämlich echt gerne. Außerdem sind Freunde nicht nur dafür da, rosa Einhörner und hellen Sonnenschein zu verbreiten. Und gerade euch verkorksten Schriftstellern muss man ständig die Leviten lesen, damit ihr auch ja weiter geradeaus schauen könnt. Das weiß doch jeder.“ grinste sie frech auf. „ Und eigentlich mache ich das auch nicht ganz ohne Hintergedanken. Ich mag die perfektionistische, alle in den Wahnsinn treibende Jaz nämlich und genauso mag ich LoT und alle die da mit drin hängen. Ich will nichts davon missen müssen. Nicht mal den unnützen Ya-Klon, oder den ewig vergessenen Drako oder diesen Golem. Sie müssen ewig unnütz, vergessen, nervig oder besessen sein. Und nun los, ziehen wir uns um. Nicht das die Herren unserer Gruppe dank unseres Schuloutfits noch auf falsche Gedanken kommen.“ ging sie auf das Umkleidezelt zu. „ Ich verstehe sowieso nicht, was solche hohen Absätze in der Schule verloren haben? Oder war das auch ein Versuch die Geschichte 'perverser' zu gestalten?“  
„ Nein, die Schuhe sahen einfach nur schön aus.“ murmelte sie.
„ Ah ja.“ schmunzelte sie. „ Wir ziehen uns jetzt um, danach erklimmen wir den Berg.“
„ Na endlich.“ lächelte Lance. „ Dann bleibt ja nur noch ein verkorkster Schriftsteller über, richtig?“ schielte er Jay grienend an.
„ Hast du etwa gerade behauptet ICH wäre verkorkst?“ sah er mit hochgezogener Augenbraue zu ihm hin.
„ Klar! Wir sind doch alle verkorkst. Deshalb geben wir auch so eine geniale Gruppe ab.“
„ Mh.“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Übrigens plane ich den nächsten Mord.“
„ Schon wieder?“ blickte er ihn seufzend an. „ Du hast doch erst einen blutrünstigen Massenmord, bei dem alle die dich nervten umkamen, eingebaut. Wer bleibt denn da noch?“
„ Vincent.“
„ Vincent? Das geht nicht! Ich habe gerade erst eine erotische Szene für ihn ausgearbeitet! Den kannst du jetzt nicht einfach raus kanten!“
„ Und wie ich das kann! Ersetze seinen Namen doch einfach gegen einen anderen und schon kannst du die Szene einbauen.“
„ So läuft das aber nicht!“ protestierte er. „ Die erotischen Szenen sind alle auf die charakteristischen Eigenschaften der Figuren zugeschnitten, da kann man den einen nicht einfach mit dem anderen ersetzen! Außerdem was hast du denn auf einmal gegen Vincent? Bei dem letzten Attentat lässt du ihn noch entkommen und plötzlich soll er doch um die Ecke gebracht werden?“
„ Es war ein Fehler ihn verschont zu haben, das weiß ich nun. Ich hätte ihn da schon vernichten sollen.“
„ Warum? Etwa weil er schwul ist? Seit wann hast du denn was gegen Schwule?“
„ Hab ich nicht! Es sei denn, sie versuchen ununterbrochen bei mir zu landen! Das nervt, deshalb muss er gehen.“
„ Oh, jetzt verstehe ich. Das er als einziger verschont wurde hat er wohl in den falschen Hals bekommen, hu?“ grinste er ihn Ultra frech an. „ Trotzdem kann er jetzt noch nicht abtreten! Du kannst ihm nach der Liebesnacht noch die Haut abziehen, ihn Köpfen, zerstückeln oder in die Luft sprengen.“
„ Dann solltest du dich wohl beeilen, sonst ist nichts mehr von ihm übrig, was seine Perle mit ins Bett nehmen könnte.“
„ Habe ich schon erwähnt, dass ich Höhenangst habe?“ wollte Jaz leise von Laura wissen.
Zwischenzeitlich hatten sich die Herrschaften in ein Sportoutfit geschmissen und standen nun am Fuße der Treppe.
„ Ich weiß. Aber kein Grund zur Panik. Dort warten vermutlich trotzdem unzählige Fallen auf uns, die Treppe sieht nicht sehr vertrauenswürdig aus und ein Geländer sucht man hier vergebens, doch wir schaffen das trotzdem! Schließlich sind wir wir, nicht wahr?“
„ Also worauf warten wir noch? Gehen wir ein paar glatzköpfige Psychopathen schlagen!“ schlug Pury Luca, die wir nun wegen der Verwechslungsgefahr Lucca nennen, vor.    
„ Au ja, da bin ich bei!“ nickte die Co-Autorin.
„ Ich auch!! Ich auch!!“ grölte Ri.
„ Ich glaube ich warte einfach hier unten.“ grinste die Autorin verschmitzt auf. „ Schmeißt das Puzzlestück einfach runter, wenn ihr es gefunden habt.“
„ Das kommt gar nicht in Frage!“ sah Akira zu ihr hin. „ Die niedergeschlagenen Psychopathen könnten jeder Zeit wieder aufwachen und denen würdest du dann ganz allein gegenüberstehen. Also bleibe ich besser mit dir hier unten.“
„ Ihr habt sie doch beide echt nicht mehr alle! Wir gehen da natürlich alle zusammen hoch!“ funkelte Laura die beiden an. „ Warum sollen nur wir uns abrackern? Das sehe ich gar nicht ein, also los jetzt! Treten wir der Sekte erneut in den Arsch!“
„ Ja juhu!“ atmete Jaz angesichts dieser Mammutaufgabe schwer aus.

Akt 34. der Aufstieg Teil 1

„ Ich habe es mir anders überlegt.“ gab Jaz völlig erschöpft von sich. „ Ich will meine Fantasie doch nicht wieder zusammensetzen! Ich erschaffe mir einfach eine neue Welt, mit hübschen Einhörner, Feen und...“ ließ sie sich auf einer Stufe nieder. „ ...Elfen...“
„ Vergiss es!“ murrte Laura, die längst auf der Treppe lag und nach Kraft rang, sehr viel Kraft! „ Wir sind schon so weit gekommen, da geben wir nicht einfach so auf!“
„ Weit gekommen ist gut, ich kann den Boden noch sehr gut erkennen.“ schielte Kian in die Tiefe.
„ Ach halt den Mund!“ knurrte die Co-Autorin. „ Warte nur ab bis ich wieder zu Kräften gekommen bin, dann schubse ich dich da runter! Mal schauen ob du dann immer noch so große Töne spuckst, wenn du wieder hier angekommen bist.“
„ Darf ich jetzt schon lachen, oder soll ich damit auch warten bis du wieder zu Kräften gekommen bist?“ wollte er schief grinsend von ihr wissen.
„ Wo bleibt ihr denn?“ rief Akira von weiter oben nach ihnen. „ Macht ihr etwa schon wieder eine Pause?“
Der Greif hatte seine große Tiergestalt wieder angenommen und hüpfte wie ein junges Rehkitz ohne Probleme von einer Stufe auf die Andere. Um die Sache etwas schwerer zu gestalten, ließ er Ri sogar auf seinem Rücken reiten.
„ Dem stopfe ich das Maul auch noch! Wartet nur ab...“ grummelte die Mangaka.
Wie sich herausstellte lag die wahre Herausforderung darin, Berg Unüberwindus zu erklimmen und das während die pralle Mittagssonne über sie hinein brach. Die paar Fallen, die ihren Weg kreuzten, waren so lächerlich, dass die Gruppe wirklich nur darüber lachen konnte. Zwischenzeitlich waren sie schon seit einer gefühlten Ewigkeit unterwegs und ein Ende war noch immer nicht ins Sicht. Ganz im Gegenteil sogar, da der Gipfel einfach nicht aus den Wolken hinaus treten wollte. So konnte sich die Demotivation einschleichen und mit ihren kalten Händen nach der Gruppe greifen.
„ Warum ausgerechnet so ein hoher Berg...? Hätte es ein Hügel nicht auch getan?“
„ Du wolltest doch unbedingt würdigere Gegner haben, also meckere nun nicht, sondern spare dir die Luft, um weiter hochklettern zu können!“ befahl Laura. „ Wir müssen die Spitze erreicht haben, ehe die Nacht herein bricht. Wenn wir nicht mal mehr die Hand vor Augen sehen können, werden selbst die lächerlichsten Fallen zu Todesgeschossen. Außerdem will ich die Nacht nun wirklich nicht auf dieser Steintreppe verbringen.“
Allein die Vorstellung daran, wie sie in dieser unbequemen Lage nächtigten, verlieh ihnen neue Energie, die sie auch gleich nutzten, um noch mehr Stufen hinter sich zu bringen. Allerdings änderte das alles nichts daran, dass sie sich in dieser kochenden Hitze körperlich betätigten mussten und dass es einfach nicht den Anschein machte, als würden sie wirklich vorwärts kommen. Dabei wanderten sie nun schon seit Stunden und so langsam gelangte sogar Akira an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Deshalb musste Ri nun selbst laufen.
Nichtsdestotrotz schaffte es die Gruppe mit Ach und Krach, viel Geächze und Gefluche, den Checkpoint zu erreichen und das in allerletzter Sekunde, denn die Sonne war längst untergegangen. Die Hälfte des Weges hatten sie nun hinter sich gebracht, ob es auch erfolgreich war, zeigte sich erst, wenn sie die Absperrung, die vor ihnen stand, überwinden konnten. Gelang dies, waren sie nicht nur einen großen Schritt weitergekommen, sie erreichen zudem noch den Wellnessbereich dieses Berges. Heiße Bäder, Massagen, leckeres Essen am Lagerfeuer und bequeme Betten, doch vorher mussten noch drei Frage beantwortet werden, die von einem Sekten-Heini, verkleidet mit einer feschen Sonnenbrille gestellt wurde.
„ Was ist das denn für ein Schwachkopf?“ murrte Laura. „ Der kommt sich jetzt bestimmt richtig cool vor, weil der diese alberne Sonnenbrille trägt.“
„ Vielleicht will der damit aber auch irgendwas kaschieren.“ grinste Jaz erschöpft aber breit auf. „ So was wie dicke Augenbraue oder viel zu kleine Augen.“
„ Hehe.“ giggelte sie. „ Dann sollten wir ihm die Brille von der Nase reißen!“
„ Haltet ein!“ streckte der Sektenmann die Hand aus. „ Ihr da, die begehren das Ansehen des großen Shaolim, drei Fragen möget ihr mir beantworten, eher kann ich euch nicht weiter ziehen lassen.“ zückte er drei Karten aus der Tasche, die er ihnen stolz präsentierte, natürlich mit dem Rücken zum Publikum, sonst wäre es ja witzlos. „ Doch wählet eure Antworten weise, denn liegt ihr falsch, dann werdet ihr wieder zum Startpunkt teleportiert!“
„ Dem Startpunkt???“ keuchte die Gruppe.
„ Soll das heißen, wir müssen den ganzen Scheiß dann noch mal hinter uns bringen??“
„ So ist es.“ nickte er.
„ Das kann doch nicht deren ernst sein!? Wer hat sich den Scheiß bitte ausgedacht?“ motzte die Co-Autorin. „ Von ganz unten?? Das wäre ja eine erneute Tagesreise und wer weiß ob wir eure Gehirnlosen Fragen dann beantworten können??“
„ Hör dir doch erst mal an was er zu fragen hat?“ schlug Lance vor. „ Das können doch eigentlich keine Fragen sein, die wir niemals beantworten können.“
„ Genau.“ nickte Lucca. „ Gemeinsam packen wir das doch wohl mit links!“
„ Wie viele Versuchen haben wir, um die richtige Antwort zu nennen?“ hakte Jay weiter nach.
„ Ganz genau einen Versuch.“
„ Das wird ja immer besser.“ keifte sie. „ Warum schubsen wir den nicht einfach hier runter? Dann kann der am eigenen Leib erfahren wie es ist, wieder hier hoch laufen zu müssen!“
„ Ich glaube nicht, dass er irgendwelche Probleme damit hätte. Vermutlich würde ihm das sogar gefallen. Der sieht doch schon so aus, als würde der den ganzen Tag nichts anderes machen als Treppen auf und ab zu laufen.“ vermutete Jaz. „ Hören wir uns erst einmal an, wie die Fragen lauten, ehe wir uns deshalb aufregen.“
„ Du hast Recht! Also du hast es gehört, glatzköpfige Brillenschlange. Stelle uns die erste Frage.“
„ Ihr habt zwei Minuten Zeit um euch zu beraten. Sobald ich die Frage gestellt habe, drehe ich diese Sanduhr um. Wenn der Sand durchgelaufen ist, müsst ihr mir eure Antwort geben.“ bemerkte er. „ Macht euch bereit, die erste Frage lautet: Wenn die Schwester deines Onkels nicht deine Tante ist, wer ist sie dann?“
„ Ok, ich nehme alles zurück. Die Frage ist jawohl lächerlich einfach.“ grinste Laura auf. „ Wollen wir uns trotzdem beraten oder seid ihr auch der Meinung, dass die richtige Antwort meine Mutter ist?“
„ Was hat denn deine Mutter damit zu tun?“ wollte Ri verwirrt wissen.
„ Na, weil die Schwester meines Onkels, die nicht meine Tante ist, nur meine Mutter sein kann.“ erklärte sie.
„ Oh, weil dein Onkel in dem Fall der Bruder deiner Mutter ist?“ ging ihr ein Licht auf.
„ Ja, genau!“
„ Dann bin ich mit der Antwort einverstanden.“
„ Also lautet unsere Antwort: sie ist meine Mutter!“
„ Das ist korrekt!“ zerplatzten ein paar Luftballons, die ein Regen aus Konfetti entfachten. „ Nun zur zweiten Frage: Kann ein Mann die Schwester seiner Witwe heiraten?“
„ Was haben die denn immer mit der Schwester? Sind die jetzt plötzlich doch auf die Frau gekommen, oder was?“ verdrehte Laura die Augen. „ Also.“ steckten sie die Köpfe wieder zusammen. „ Warum sollte er die Schwester seiner Witwe denn nicht heiraten können?“
„ Das erklärt die Frage eigentlich schon von selbst, warum das nicht möglich ist.“ behauptete Jaz.
„ Ach? Warum sollte das denn nicht gehen? Der könnte doch sogar ihre Mutter heiraten, wenn der das wollte.“
„ Nein, kann er nicht.“
„ Was übersehe ich denn?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch.
„ Die Bezeichnung Witwe! Um ganz genau zu sein: seine Witwe!“
„ Ja und? Oh!“ ging ihr dann aber doch ein Lichtlein auf. „ Was sind denn das für gemeine Fangfragen!? Da posaunt man doch aus Reflex schon ein, 'ja kann er' aus! Schließlich ist der mit ihrer Familie nicht verwandt, also könnte er jedes Mitglied heiraten. Wenn er nicht schon tot wäre, versteht sich.“ schüttelte Laura seufzend den Kopf. „ In die Grube wäre ich garantiert gestürzt.“
„ Mach dir nichts draus, ich auch.“ schmunzelte Lance.
„ Das wäre ungefähr so, als würde er Fragen wie viele Birnen im Durchschnitt an einem Apfelbaum wachsen. Oder in wessen Richtung ein Ei fällt, wenn der Hahn mit Rückenwind dieses auf einer Kirchturmspitze legt.“ meinte Lucca.
„ In welche Richtung fällt es denn?“ wollte die Diebin wissen.
„ Hähne legen keine Eier...“
„ Oh... stimmt.“
„ Die Zeit ist um: eure Antwort? Kann ein Mann die Schwester seiner Witwe heiraten?“
„ Nein, kann er nicht, weil er bereits tot ist.“
„ Das ist korrekt.“ und wieder regnete es Konfetti und Luftschlangen. „ Nun zur letzten und alles entscheidenden Frage: Was sind Früchte des Zorns?“
„ Was könnten die damit meinen? Den Apfel? Aber der gilt doch eher als Frucht der Versuchung oder so, oder nicht?“ warf die Autorin in die Runde. „ Aber sonst wüsste ich nichts, was man als Frucht des Zorns bezeichnen könnte?“
„ Vielleicht gibt es ja irgendeine Frucht, die man nur mit Zorn pflanzen oder ernten kann?“ schlug Laura vor. „ Nein, wohl eher nicht. Aber vielleicht kann man sie nur mit Zorn zum wachsen bringen? Pflanzen sollen ja auch besser wachsen, wenn man mit ihnen redet oder ihnen Musik vorspielt. Also vielleicht gibt es ja irgendwas, was nur gedeiht, wenn man es anbrüllt und niedertritt?“
„ Also wenn es solche Pflanzen wirklich gibt, dann muss ich dir unbedingt so eine schenken.“ kicherte Jassy. „ Dann hättest du auch endlich was Grünes im Zimmer stehen, um das du dich liebend gern kümmerst.“
„ Komm, deine Blumen wären auch schon alle eingegangen, wenn sich Luca nicht darum kümmern würde.“
„ Aber immerhin habe ich Blumen.“
„ Noch eine Minute.“
„ Uh die Frage! Also Früchte des Zorns, was könnte es sein?“
„ Vielleicht ist das gar nicht konkret auf eine Frucht bezogen, sondern auf etwas was man macht. Es gibt doch unzählige Metaphern, die sich darum drehen. Man erntet was man sät, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder wenn etwas gelingen soll, dann soll es Früchte tragen und so weiter.“ lenkte Jay das Gespräch in eine neue Richtung.
„ Gibt es so eine Metapher denn auch über den Zorn? Was erntet man denn dann?“
„ Auf jeden Fall keinen Applaus.“ atmete Lance schwer aus.
„ Noch 30 Sekunden.“
„ Oh nein!“ schraken sie auf.
„ Ich will hier nicht noch mal hoch laufen, also los doch!!! Strengt euch mal ein bisschen mehr an!!“
„ 15 Sekunden.“
„ UUAHH!!“
„ Ohrfeigen.“ gab Kian seufzend von sich.
„ Was? Willst du das ich dir eine knalle, oder was?“
„ Die Früchte des Zorns sind Ohrfeigen.“
„ Warum kommst du denn erst jetzt damit??“
„ Ich wollte mal schauen, ob ihr auch von allein darauf kommt.“
„ Du bist ein Arsch!“
„ Nein, ich wollte bloß einem anderen das gute Gefühl überlassen, diese entscheidende Antwort gefunden zu haben.“
„ Die Zeit ist um! Was ist eure Antwort?“
„ Etwas anderes als Ohrfeigen haben wir nicht, also ist das wohl unsere Antwort. Ohrfeigen!“
„ Glückwunsch! Ihr habt den ersten Teil mit Bravour gemeistert!“ und dann verschwand er mitsamt seiner Schranke und die Gruppe konnte jubelnd auf den Rastplatz stürmen.
„ Gott sei dank! Ich sitze!!! Ich sitze!“ grölte Laura, nachdem sie sich am Lagerfeuer ins weiche Gras geworfen hatte. „ Noch besser, ich liege...“ flüsterte sie glücklich.
„ Boar! Seht euch nur mal das ganze Essen an!!“ rief Ri vom üppigen Buffet.
„ Da läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen.“ nickte Akira.
„ Ich brauche erst einmal ein entspannendes Bad, danach eine Massage, dann esse ich etwas und danach wartet hoffentlich ein weiches kuscheliges Bett auf mich.“ wanderte Jaz an ihnen vorbei.
„ Beim Baden bin ich auch bei!“ meinte Lucca.
„ Au ja, ich auch!“ stimmte die Co-Autorin mit ein.
„ Mir würde gerade eine Steckdose reichen.“ murrte Lance. „ Mein Akku vom Handy ist leer.“
„ Ich glaube nicht, dass du hier eine...“ begann Jay, der dann aber von seinem Kumpel unterbrochen wurde der ein: „ Gefunden!“ von sich gab. „ … finden wirst.“ sah er zu ihm hin. „ Da ist ja wirklich eine Steckdose.“ staunte er.
An der Wand eines Zeltes, also genau dort, wo niemand jemals eine funktionierende Steckdose vermuten würde. Doch in dieser Welt war eben alles möglich und nichts unmöglich.

Akt 35. Aufstieg Teil 2

„ Ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass uns ein weiterer Tagesmarsch bevorsteht.“ seufzte Laura.
Die Autorinnen saßen am frühen Abend am Rande der Plattform und betrachteten die untergehende Sonne.
„ Ich mache mir eher Sorgen was auf uns warten wird, wenn wir oben angekommen sind. Irgendwie glaube ich nämlich nicht, dass es dort noch so ein Camp geben wird.“
„ Ja, das wäre wirklich unwahrscheinlich. Jedenfalls wenn wir hier nicht in deiner Fantasiewelt wären. Hier ist nämlich alles möglich.“
„ Stimmt. Vielleicht stellen sie uns also wieder nur ein paar völlig beknackte Fragen?“
„ Wenn dem so sein sollte, dann fragen wir Kian als erstes nach der Antwort.“
„ Definitiv.“ schmunzelte Jaz. „ Meinst du, die kommen daheim zurecht?“
„ Jedenfalls werden sie nicht verhungern.“ grinste sie. „ Und alles andere wird garantiert auch laufen. Zwar anders und nicht so perfekt als wenn wir da wären, aber die kriegen das hin. Irgendwas wird ihnen schon einfallen, damit LoT nicht untergegangen ist, wenn wir zurückkehren.“
„ Ich hoffe nur, dass sie nicht Jacki oder Chantal die Leitung übertragen haben.“ verzog sie ihren Mund. „ Die beste Option in dem Falle wäre eine verqualmte Szene, in der alle High sind, die schlechteste ein billiger Porno.“
„ Da würden die anderen aber nicht mitmachen.“
„ Es reicht ja auch schon, wenn es Miku und Tami wie die Karnickel treiben. Eugene würde bestimmt auch mitmachen, eben weil der eh nichts rafft und bei Paul wäre ich mir auch nicht so sicher. Solange die Frau einen Atombusen hat, gehen die doch bestimmt alle steil.“
„ Nun, es hätte aber auch was gutes.“
„ Ach ja?“
„ Ja! Du könntest dir angucken was es heißt wirklich pervers zu sein.“ griente sie frech auf.
„ Ich sagte doch schon bereits, dass diese Story viel perverser war, ehe alles wegen einem defekten PC gelöscht wurde!“
„ Na klar.“
„ Eigentlich solltest du froh darüber sein, dass ich nicht noch mal in den Stil hineingefunden habe! Du wolltest doch niemand dabei beobachten, wie sie es miteinander treiben.“
„ Das bin ich auch! Aber trotzdem ändert das nichts daran, dass ich dich einfach unfassbar gern aufziehe.“
„ Ich werde darauf zurückkommen, wenn du mal wieder für Diana einspringen musst.“ schielte Jaz zu ihr hin. „ Vielleicht muss Drako Ri ja dann für ganz lange zeit tragen. Das wäre doch was.“
„ DAS wagst du nicht!“
„ Tja, wer weiß?“ wer zuletzt grinste, grinste eben immer noch am besten.
Trotz ihres interessanten Gespräches über die Dinge, die man sich ja gegenseitig antun könnte, war es bald Zeit schlafen zu gehen. Der Morgen kam ja bekanntlich eh immer viel zu plötzlich und wenn man dann auch noch so einen Mammutaufstieg vor sich hatte, schlief sogar der frühe Vogel länger. Vom frühen Vogel hatten die Sekten-Heinis allerdings auch schon mal was gehört, deshalb planten sie einen Überraschungsangriff, während ihre Feinde noch schliefen. Das hätten sie besser mal nicht geplant...
Denn auch wenn die Gruppe nicht schlecht drein schaute, nachdem sie gefrühstückt und sich frisch gemacht hatte, so viel Zeit musste eben sein, als diese Übermenge an Glatzis vor ihnen stand und sich jeder fragte: wie passen die überhaupt alle auf diese Plattform?? Bekamen sie bereits einen Arschtritt verpasst, noch bevor irgendwer auch nur blinzelte!
Aus dem Nichts, oder eher vom Rand des Berges kam plötzlich ein schwarzer Blitz angeschossen, der inmitten der Heinis einschlug und dann flogen die Gegner mit einem kräftigen BOOM im hohen Bogen davon. So konnten die Mitglieder fix nachrücken, die auf der Treppe ausharren mussten, für alle war dann wohl doch kein Platz gewesen, um sich dann ebenfalls vom schwarzen Blitz eine Tracht Prügel einzufangen. Irgendwann mischte sich dann auch noch eine schwarzhaarige Dame ein, die ganz offensichtlich ganz viel Spaß daran hatte, die Männer reihenweise in den Dreck zu werfen. Erst als auch wirklich der letzte Schuft wimmernd am Boden lag, drehten sich die beiden zu den anderen hin.
„ Thanatos!!“ strahlte Jaz. „ Und Lian! Was macht ihr denn hier?“
„ WO ist sie???“ kam er mit einem extrem wütenden Blick auf sie zu.
„ Wo ist wer?“
„ Liara natürlich!!“
„ Liebling.“ mischte sich die Succubus ein. „ Lass mich das lieber machen. Du machst dir hinter nur mächtige Feinde und du willst keine mächtigen Feinde haben.“ schob sie ihn von den Autorinnen weg. „ Erkunde die Umgebung oder regiere deine Wut an diesen komischen Typen ab, während ich herauszufinden versuche, was hier los ist.“
„ Wer sind die beiden?“ lehnte sich Lance leicht zu Laura hin.
„ Vermutlich die mächtigsten Wesen, die Jaz jemals erschaffen hat. Wie mächtig sie sind siehst du doch daran, dass sie hier einfach hochfliegen konnten oder dass sie scheinbar ohne Einschränkung auf ihre Mächte zurückgreifen können.“
„ Ach so? So gefährlich sehen sie gar nicht aus.“
„ Lass dich von ihrem Äußeren nicht täuschen, wirklich nicht. Ich habe keine Lust mich mit ihrem Liebling anzulegen. Hinterher stellt sich Jaz noch auf deren Seite.“
„ Also? Was ist los? Warum seid ihr hier?“ ging die Autorin auf die Dämonin zu.
„ Du solltest mir lieber mal verraten, was hier abgeht.“ verschränkte sie die Arme vor der Brust. „ Von jetzt auf gleich ist unsere Welt, nein, sind ALLE Welten einfach verschwunden! Kythos, Ladthaa, die Erde, das Paradies, ja selbst Illumina ist weg und mit ihnen auch alle Bewohner.“
„ Sie werden zurückkehren, keine Sorge. Wir sind bereits dabei alles wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.“
„ Seid IHR etwa dafür verantwortlich??“ starrte Thana noch immer wütend zu ihnen hin.
„ Nicht direkt.“
„ WAS habt ihr getan?“ kam er bedrohlich wirkend auf sie zu.
„ Es geht nicht darum was sie getan haben, sondern was ihnen angetan wurde.“ hielt Lian ihren Gatten wiedermal davon ab, sich mit den Falschen anzulegen.
„ Was meinst du damit?“
„ Etwas hat die Kraft unseres Schöpfers gesprengt und ohne diese Macht, können wir nicht existieren.“
„ Das hält dieser Dämon also zusammen.“ grummelte er. „ Aber wie konnte das passieren?“
„ Mir ist ein Stein auf den Kopf gefallen.“
„ Ein Stein? Ah ja...“ zog Lian belustigt eine Augenbraue hoch. „ Wie dem aus sei, wie setzt man deine Kräfte wieder zusammen?“
„ Wir müssen noch drei Fragmente einsammeln, dann ist alles wieder beim alten.“
„ Und wo sind die drei Fragmente?“ wollte Thana wissen.
„ Eines davon ist auf dem Gipfel dieses Berges.“ zeigte sie mit dem Finger nach oben.
„ Ah, deshalb laufen hier also so viele Trottel rum. Sie versuchen sich deine Macht anzueignen.“ nickte die Dämonin. „ Damit sie auch endlich mal schlau sind, ich verstehe.“
„ Da oben?“ sah der Ladthaaner gen Himmel. „ Gut, dann bringen wir den Gipfel mal zum Propheten.“
„ Was hast du vor?“
„ Das sagte ich doch bereits, ich bringe den Gipfel zum Propheten!“ ging er auf die Treppe zu.
„ Liebling, Risa ist da...“ versuchte Lian ihren Gatten wiedermal von etwas abzuhalten, doch zu spät.
Es bedurfte bloß einen einzigen gezielten Schlag und schon marschierte eine ganze Armee an Rissen den Berg empor. Es knarrte und knackte immer lauter und dann machte es BOOF und Unüberwindus war weniger Unüberwindus und mehr Gehalbidus. Denn alles von der Plattform bis hoch zum Gipfel löste sich einfach in Staub auf und damit nicht genug, denn nun wo der Untergrund Geschichte war, fiel der Tempel der Sekte wortwörtlich aus allen Wolken. Damit er eben nicht in tausend Teile zersprang und sie Jahrhunderte darin investieren mussten, das Fantasie-Stück unter Trümmern, Geröll und Sekten-Heinis zu bergen, dämpften sie seinen Aufprall, so dass er zwar von Neu zu Alt und verbraucht sprang, aber immerhin stand er noch, irgendwie.
„ Das erspart uns immerhin eine Menge Lauferei..“ gab Laura von sich.
„ Ich weiß trotzdem nicht ob ich es gut finden soll, dass die meine Fantasiewelt in Trümmern legen? Wer weiß denn schon, was das für Nachwirkungen nach sich ziehen kann?“ grummelte Jaz.
„ Worauf wartet ihr denn noch?“ sah Thana zu der Gruppe rüber. „ Geht endlich da rein und nehmt das Fragment an euch!“
„ Gehen wir.“ nickten die Autorinnen.
Ein paar Stufen mussten sie dann doch noch erklimmen, um den Vorplatz des Tempels zu erreichen, aber das war nun wirklich nicht der Rede wert gewesen. Genauso wenig wie der Widerstand, der sich ihnen in den Weg stellte, den gab es nämlich gar nicht. Sämtliche Heinis, die den Tempel beschützen sollten, lagen keuchend und Sternchen zählend über dem gesamten Platz verstreut auf dem Boden.
„ Mhm, hier ist uns wohl wer zuvor gekommen.“ bemerkte Kian.
„ Wie bedauerlich. Ich hatte mich schon darauf gefreut genau das tun zu dürfen.“ seufzte Laura. „ Allerdings kann ich den Oberguru nicht sehen, also vielleicht finden wir ja noch ein paar Opfer, wenn wir das Gebäude durchsuchen.“
„ Ich zerschlage deine Hoffnung ja nur ungern, aber ich tu es trotzdem.“ grinste Lian schief auf. „ Risa wird sich längst um alle gekümmert haben.“
„ Ein Grund mehr um endlich ins Gebäude zu gehen!!“ lief Jaz schon mal strahlend vor.
„ Ja! Vielleicht hat sie ja gar nicht überall nachgesehen!!“ eilte Laura hinterher.
„ Wenn ich nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, wie leicht es für sie war, Lilith zu vernichten, würde ich die Behauptung, ausgerechnet SIE sei unsere Schöpferin, nicht glauben.“ schmunzelte die Dämonin.
„ Solange sie uns zu Liara führt, ist es mir egal wer sie ist oder zu sein glaubt.“
„ Ihr wird es schon gut gehen. Wenn wir uns finden konnten, dann ist sie garantiert auch nicht allein und wer auch immer gerade bei ihr ist, wird bestimmt gut auf sie aufpassen.“
„ Das will ich demjenigen auch raten.“
„ Das wird mir zu blöd hier, ich gehe rein.“ meinte Chi.
„ Warte, ich komme mit.“ eilte Ri hinterher.
„ Hier gibt es für uns ja eh nichts mehr zu tun.“ schlenderte Aki schulterzuckend hinterher.
„ Ja, bloß schnell weg hier bevor der auf die Idee kommt sich uns anschließen zu wollen.“ grummelte Kian.
Währenddessen hatten Jaz und Laura beinahe den gesamten Tempel abgesucht, doch nirgends war auch nur eine Menschenseele zu sehen. Wenn es hier also mal Glatzis gab, dann waren sie nun weg oder woanders. In der hinter letzten Ecke, praktisch hinter der unscheinbarsten und langweiligsten Tür überhaupt, befand sich die 'Seelenfragment-Halle', ein Schlauch-artiger etwas breiterer Raum, in dem das Puzzlestück aufbewahrt wurde. Dort trafen sie dann die Göttin und den Oberguru an, der allerdings, oh Wunder, bewusstlos in der hinter letzten Ecke kauerte.
„ Ach wie schade...“ seufzte Laura. „ Ob ich wohl einen Eimer Wasser organisiert bekomme? Vielleicht kann ich ihn damit aufwecken und dann noch mal zusammenschlagen?“
„ DA ist das Fantasiestück!“ zeigte Jaz mit dem Finger darauf.
„ DAS dürft ihr nicht einfach nehmen!!“ riss der Oberguru die Augen auf. „ Nicht bevor ihr euch vorm großen Shaolim als würdig erweist habt!“
„ Er ist wach!!“ strahlte Laura.
„ Uah, nein! Ich schlafe! Ihr seid würdig!“ schloss er schnell die Augen wieder.
„ Hör auf zu labern, du Idiot! Steh gefälligst auf und lass dich wie ein Mann vermöbeln!!“
„ Hapüüü, Hapüüüü...“ schnarchte er.
„ Na los! Es macht keinen Spaß dich zu schlagen, wenn du dich nicht wehrst!!“ packte sie ihn am Kragen und schüttelte ihn gehörig durch. „ Hast du es etwa schon vergessen?? Wir haben dir deinen wertvollsten Glatzkopf geklaut!! Der übrigens kein Glatzkopf mehr ist!! Hörst du?? Der hat HAARE! Macht dich das nicht wütend?? Los doch, werde wütend und lass dir eine kostenlose Tracht Prügel schenken!!“
„ Der große Shaolim... Hapüüü, Hapüüü, … holt sich alle seine Schäfchen zurück!“
„ Aber garantiert nicht, wenn sein Sprechrohr so ein erbärmlicher Angsthase ist.“ ließ sie schnaufend von ihm ab. „ Wir sehen uns in der Realität wieder, dann komme ich vorbei und stampfe deine Papp-Hütte in Grund und Boden, das schwöre ich dir.“ meinte sie noch an ihn gewandt, ehe sie zu Jaz und Risa aufschloss. „ So ein Jammerlappen.“
„ Ich hoffe in der nächsten Welt treffen wir auf ein paar süße Krankenschwestern.“ grinste Lance breit auf, als er mit den anderen den Saal betrat.
„ Wieso? Bist du krank?“ wollte Ri wissen.
„ Nein, ich stehe bloß auf die Uniform.“ grinste er sogar noch breiter auf.
„ Aber das...“ starrte Risa erst völlig schockiert die Neuankömmlinge an, ehe sie sich den Autorinnen zuwandte. „ … das ist nicht möglich!“
„ Was? Das er auf Krankenschwestern steht? Wieso sollte das nicht möglich sein?“ hakte Jaz verwirrt nach.
„ Nein, das meine ich nicht!“ starrte sie noch immer entsetzt hin und her. „ Ihr hättet euch niemals treffen dürfen!“
„ Wieso das denn nicht?“
„ Weil ihr euch einen Lebenspool teilt!“
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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Fr 7 Sep - 20:54

Akt 36. www.Wer ist Pury.de

„ Einen WAS teilen wir uns?“ bat Laura um mehr Informationen.
„ Einen Lebenspool.“ wiederholte sie. „ Und das bedeutet, dass sie aus eurer Parallelwelt stammen. Aber das ist nicht möglich. Die Welten sind für beide Seiten essenziell, um überhaupt existieren zu können, doch man kann die andere Seite nicht betreten. Also wie kann es sein, dass sie hier sind?“ grübelte die Göttin.
„ Wärst du vielleicht so gütig uns zu erklären was du da eigentlich vor dich hin murmelst?“
„ Jedes Universum besitzt eine Art Spiegeluniversum. Alle Lebewesen die in der einen Welt existieren, existieren auch auf der anderen Seite und jeder verfügt über einen Lebenspool, den er sich mit seinem anderen Ich teilt. Und das ist nicht alles, denn im Großen und Ganzen bestreitet ihr auch denselben Lebensweg. Es mag zwar sein, dass ihr an manchen Abzweigungen andere Richtungen wählt, aber die großen Knotenpunkte eures Lebens erreicht ihr beide. Ist der eine Autor, so ist es der andere auch. Doch während sich der eine auf Liebesgeschichten spezialisiert hat, kann sich der andere für Krimis oder Dramas entschieden haben. Wichtige Begegnungen sind ebenfalls unausweichlich, aber Frau Meier von neben an, könnte für das andere Ich eine völlig Unbekannte sein. Genauso kann es sein, dass die eine Seite männlich und die andere weiblich ist. So wie es bei euch der Fall ist.“ sah sie zu Jay und Lance rüber. „ Und doch seid ihr im Grunde ein und dieselbe Person.“
„ Warte...“ versuchte Jaz das umzusetzen was man ihr gerade sagte. „ Willst du damit sagen, dass ich einer von denen da bin, nur als Mann und aus einer Parallelwelt??“
„ Nicht aus irgendeiner, sondern aus eurer. Aber ansonsten will ich das damit sagen, ja.“
„ Haha! Das kann ja gar nicht sein. So was wie eine Parallelrealität gibt es gar nicht.“ gab die Autorin angehaucht hysterisch von sich. „ Und selbst wenn doch, dann können die doch nicht einfach in meiner Fantasiewelt herum geistern. Das ist absolut unmöglich! Warum denke ich da überhaupt drüber nach? Ein Fantasiewesen kann mir doch viel erzählen! Das sind einfach Irgendwelche Helfer, die vom Seelenprisma erschaffen wurden. Ja genau.“    
„ Genau SO sieht es aus!“ nickte Laura eifrig. „ Lass uns schnell verschwinden, ehe sie unser Hirn noch völlig zermatscht!!“ schob sie ihre Freundin eilig zu dem Fantasiestück hin.
Wieder hatte Jaz das Fragment kaum berührt, da verschwand es auch schon und genauso wie beim letzten Mal, folgten auf das Verschwinden höllische Kopfschmerzen, die selbst Jay mal wieder in die Knie zwangen und wieder zersplitterte das Bild und die Damen fielen in die Tiefe. Was allerdings anders war, war der Moment ehe die höllischen Kopfschmerzen die Oberhand gewannen, denn da sah die Schriftstellerin zu Jay rüber und so bekam sie mit, dass ihn die gleichen Schmerzen zu ereilen schienen, wie sie sie auch auszuhalten hatte und genau das war es, was sie zum nachdenken brachte.
Als sie in der neuen Welt ankamen, fanden sie sich auf einer Bühne in einer riesigen Halle wieder. Die Aula, wie Jaz dann erkannte, als sie die Schuluniform bemerkte, die Laura nun anhatte. Sie waren in ihrer Internatsstory gelandet und dem goldenen Schulterbändchen zu folge, waren sie beide in der Oberstufe.
„ Ui, das Outfit sieht aber nett aus.“ meinte Laura.
„ Ja, daran habe ich auch lang genug gesessen und rum gepfeilt.“ murmelte sie. „ Wir sind also in meiner Eliteinternatsstory.“
„ Ach, ist das die dessen Gerüst du komplett abgerissen hast, um dann ein völlig neues aufzustellen?“
„ Ja richtig. Das ist die erste und einzige Story bisher, die mitten drin komplett umgeworfen wurde. Aber natürlich ohne das es der Leser merkt.“
„ Was ist los?“
„ Ich glaube Risa hatte Recht.“
„ Fange du jetzt nicht auch noch damit an!!“ kreischte sie. „ Das kann gar nicht sein, dass sie Recht hatte!! Das ist auf keiner Art und Weise möglich! Niemals! Ich dachte, wir wären uns da einig??“
„ Das waren wir auch.“
„ Aber??“
„ Aber dann sah ich, dass Jay genau zu dem Zeitpunkt von offensichtlichen Kopfschmerzen in die Knie gezwungen wurde, wie ich.“
„ Purer Zufall.“
„ Und wenn nicht? Dann habe ich ihn ohne Vorwarnung solchen Höllenqualen ausgesetzt.“
„ Hast du nicht!“
„ Und die ganzen Gemeinsamkeiten?“
„ Mir sind keine aufgefallen.“
„ Ach nein?“ schielte sie Laura schief von der Seite an. „ Und die Hippogryphen? Oder dass du und Lance auf derselben Seite shoppt und dass ihr das auch noch gerne macht? Oder dass er zeichnen kann oder die Leute die sie umgaben oder ihr Fantasiestein!“
„ Welche Leute meinst du? Den Brutus Verschnitt, oder die Jacki und Chantal Verschnitte... oder die Miko...“ riss sie völlig entsetzt die Augen auf. „ Du hast Recht. Da sind extrem viele Ähnlichkeiten.“
„ Meinte nicht irgendwer von ihnen, dass LoT weitergehen muss? Vielleicht meinten die gar nicht unser LoT sondern ihres. Was dann wohl der eindeutige Beweis dafür ist, dass das wirklich unsere Parallel Ichs sind. Denn niemand außer uns ist in der Lage LoT zu erschaffen.“
„ Puhh... ich muss mich erst mal setzen.“ ließ sie sich am Rand der Bühne nieder.  „ Überhaupt hier sein zu können ist doch schon ein Zustand, der unseren Horizont bei weitem übersteigt, wie soll ich denn da damit klar kommen, dass wir unseren Parallel-Ichs begegnet sind?? Geht es überhaupt noch krasser?? Wohl kaum!!“ raufte sie sich die Haare. „ Mein Verstand sagt mir ganz eindeutig, dass das nicht wahr sein kann! Aber verdammt, da sind so viele Fakten, die eben dafür sprechen.“ atmete sie schwer aus. „ Yamiko, die ebenfalls in einer Sekte war, Jay und Lance, die unter Mordverdacht standen, Luca's Version, die ebenfalls auf Jay, also dich, zu stehen scheint.“
„ Mhm? Wen meinst du?“ hakte sie im ersten Moment irritiert nach, aber dann kam sie selbst auf die Antwort. „ Oh... die braunhaarige junge Frau, die mich wegen meiner Beziehung zu Luca ausquetschte! Jetzt ergibt das alles natürlich Sinn. Deshalb fand sie es auch komisch, wenn sie sich für ihn interessieren würde.“
„ Weil sie ein und dieselbe Person sind.“ murmelte die Co-Autorin.
„ Aber ich muss schon sagen, dein Parallel-Ich sieht echt verdammt heiß aus.“ grinste Jaz die Anspannung einfach weg. „ Der hat sogar einen mega genialen Rücken und sehr gepflegte Hände.“
„ Mhm.“ schmunzelte sie. „ Jaaaa... Jay kann sich auch sehen lassen. Die beiden können sich vor Verehrerinnen bestimmt kaum retten.“
„ Das glaubt uns echt kein Mensch...“
„ Ich kann mir ja selbst nicht mal glauben.“
„ Ich frage mich, woher sie überhaupt schon wissen können, wer wir sind und wie sie in meine Fantasiewelt gelangen konnten?“ ließ sie sich neben Laura nieder.
„ Vielleicht ist das Seelenprisma daran schuld? Beziehungsweise dessen Zerstörung. Das wäre die einzige Möglichkeit, die mir gerade einfällt.“
„ Du meinst, weil der Zauber so mächtig sein könnte, dass er bis zum Lebenspool vordringt und dadurch dass es ihn auf der anderen Seite auch gibt, wirkte das wie ein Leiter, der von hier bis da vordrang und seine Fantasie ebenfalls sprengte?“ überlegte Jaz. „ Und durch diesen Knall wurde die Grenze zwischen unseren Welten gesprengt und deshalb können sie mit dem Prisma nun auch zu uns reisen?“
„ Klingt doch logisch, oder?“
„ Das würde es, wenn es sich hier nicht um die Realität handeln würde.“
„ Wie sicher bist du denn, dass Risa wirklich unsere Lebenslinien sehen konnte?“
„ Inzwischen sehr sicher. Kian und Elias konnten sich doch auch eine Kopie des Prismas erstellen und dann zu uns in die echte Welt kommen. Also warum sollte Risa da nicht unsere Lebenslinie sehen können?“
„ Ja, stimmt schon. Aber mein Verstand will es trotzdem nicht akzeptieren. Das ist einfach zu hoch für mich. Deshalb versuche ich das Ganze nicht länger zu begreifen, sondern nehme es einfach hin. So.“ nickte sie ihre Entscheidung triumphierend ab. „ Wir sollten nach den anderen sehen, nicht dass Akira wieder als Akt-Modell missbraucht wird.“ grinste sie.
„ Das sollten wir wohl tun.“ stimmte sie zu. „ Und juhu, da waren es nur noch zwei Puzzleteile.“ hüpften sie von der Bühne runter und marschierten auf die Tür zu. „ Wer wohl hier unser Gegner sein wird?“
„ Mhm, gute Frage. Da müssen wir uns wohl überraschen lassen.“
„ Nach der Erkenntnis kann mich ohnehin nichts mehr schocken. Soll doch kommen was will.“
Die Realität dachte, bisher, sie könnte auch nichts mehr schocken, doch da hatten sie sich ganz eindeutig geirrt. In der Küche könnte man bestimmt sogar eine Feder zu Boden fallen hören, so ruhig wie es hier war. Die Versteinerung hatte bei den Herren längst voll eingesetzt und von ihren leeren Blicken her könnte man glatt meinen, die hätten einen nackten alten Mann gesehen. Bloß Sahira nahm das bloß schulterzuckend hin und setzte das Prisma unbeirrt weiter zusammen.
„ Ja, Goldi. Das geht jetzt wirklich viel leichter.“
„ Kann das... wirklich wahr sein?“ wollte Yami von Lu wissen.
„ Natürlich kann das echt sein.“ antwortete Sahira für ihn. „ Vielleicht war es sogar ihre Bestimmung, dass sie sich eines Tages treffen.“
„ Ach? Und warum?“
„ Weil ihr in der jeweils anderen Realität frei seid. Oder um etwas Großes zu gigantischem Ausmaß zu verhelfen.“ sah sie zu ihnen rüber. „ Vielleicht hat die Bestimmung aber auch einfach nur einen an der Klatsche. Wer weiß das schon?“
„ Ich weiß gerade nicht worüber ich nachdenken soll?“ murmelte Luca. „ Darüber, dass Jaz wegen mir mit dem Schreiben aufhören wollte oder darüber, dass da unsere Parallel-Ichs rum laufen?“
„ Deshalb stehe ich auf Frauen. Die haben nicht so eine lange Leitung.“ grinste die Hexe. „ Außerdem reden die mehr mit einem über ihre Probleme, Sorgen und Gefühle.“
„ Und warum hat Jaz das dann nicht getan?“
„ Vielleicht ist sie durch dich vermannt worden.“
„ Vermannt?“ zog er fragend eine Augenbraue hoch.
„ Ja, du bist auf sie abgefärbt.“
„ Wenn dem wirklich so wäre, dann hätte sie mit mir geredet.“ behauptete er. „ Ich frage mich, was sie mir noch alles verschwiegen hat?“
„ Was sollte denn da noch kommen können?“ wollte Yami wissen. „ Jedenfalls nichts, was dich jetzt noch aus den Latschen hauen kann.“
„ Außer sie brennt mit Laura's super heißem Parallel-Ich durch.“ konterte Sahira. „ Sagt man nicht sowieso, dass die perfekten Partner die besten Freunde sind? Jetzt kann sie selbst herausfinden, ob dem wirklich so ist.“
Er sagte zwar nichts dazu, aber das energische Zähneknirschen hörte man bestimmt sogar bis auf die Straße, das Ganze nahm sogar noch drastisch an Lautstärke zu, als er wieder auf die Kugel sah und erfahren musste, dass seine Geliebte gerade zu einem heißen Rhythmus tanzte und das auch noch ausgerechnet mit Kian.
„ Ach, ihn habe ich ja ganz vergessen. Es wäre also auch möglich dass sie mit ihm durchbrennt.“ ergänzte die Dame, die ebenfalls einen flüchtigen Blich auf die Seherkugel geworfen hatte.
Die anderen befanden sich ebenfalls auf dem Fest, was im Internat extra für die neuen Schüler gefeiert wurde, die nach den Sommerferien eingeschult wurden. Allein für diesen Anlass gab die Schulband ihr Bestes, so dass die Tanzfläche immer gut gefüllt war, der Hauswirtschaftskurs tischte ihnen die leckersten Speisen überhaupt auf und natürlich gab es Unmengen an alkoholfreie Getränke. Diese ausgelassene Atmosphäre kam den Autorinnen gerade echt gelegen, so konnten sie abschalten und die Parallelwelt Parallelwelt sein lassen. Außerdem mussten sie den Erhalt des zweiten Puzzlestückes ja noch ausgiebig feiern, was sie dann hiermit auch taten. Es dauerte auch gar nicht lange bis LoT auch hier im Mittelpunkt stand, was angesichts der geballten Attraktivität der Herrschaften und der Tatsache, dass sie alle in der Oberstufe waren, aber auch kein Wunder war. Alle übrigens, außer Ri. Die war nur eine Unterschülerin ohne Schulterband.
Ganz vorne mit dabei waren natürlich die Brüder auf der Tanzfläche, die beide Rhythmus im Blut hatten und das den anderen Nichtskönnern auch ausgiebig bewiesen, während sie ihre unliebsamen Tanzpartner dem jeweils anderen durch elegante Bewegungen zuschoben, so dass Jaz die ganze Zeit von einem zum anderen gezogen wurde. Sie war aber nicht die unliebsame Partnerin, sondern diejenige, die mit dem anderen mystischen Wesen tanzte. Und ebenfalls ganz vorne mit dabei war Chi, der total lässig und cool wie immer mit Ri und Laura am Tisch saß. Selbstverständlich waren die männlichen Schüler auch schon auf die Hexen aufmerksam geworden und verfolgten diese mit ihren Blicken.
Und so hatten plötzlich beide Brüder eine unliebsame Tanzpartnerin an der Backe, da sich noch ein geschickter Tänzer einmischte und das sogar schneller, als sie gucken konnten.
Irgendwie war dieser Typ Luca sogar noch ein viel größerer Dorn im Auge, als es bei Aki oder Ki der Fall war. Warum? Weil es NATÜRLICH Lance war, der sich so geschickt dazwischen gemogelt hatte und dieser bewies den LoTern dann, dass auch sie noch einiges lernen mussten. Logisch, das war schließlich Laura's Parallel-Ich. Jay hatte sich währenddessen zu Laura gesetzt.

Akt 37. www.Das ist Pury.de

„ Autor, gefragtes Model. Hauptautor von LoT. Ex-Bandenchef und Single. Willst du sonst noch was wissen?“ sah Jay Laura fragend an.
„ Ich habe dich doch gar nichts gefragt?“ schielte sie ihn an, während sie an ihrem Strohhalm saugte.
„ Nicht mit Worten, aber dein Blick verrät mir, dass du einiges wissen willst.“ konterte er. „ Also los, quetsche mich ruhig aus.“
„ Nö, ich habe mich dazu entschlossen es nicht mehr begreifen zu wollen, sondern einfach hinzunehmen, dass ihr eben unsere Parallel-Ichs seid.“
„ Mhm. Etwas in der Art hatte Lance auch gesagt.“ lächelte er.
„ Ach so? Dann ist es eben so.“ grummelte sie. „ Wie geht es deinem Kopf?“
„ Die Schmerzen halten nie lange an, also geht es ihm bestens, danke der Nachfrage.“
„ Aha...“ schielte sie ihn wieder an. „ VERDAMMT!!! ICH verstehe DAS nicht!! Also erkläre es mir!!!“ keifte sie dann drauf los, so dass sie erst Recht im Mittelpunkt ihrer Umgebung stand. „ Glotzt nicht so blöd!!“ als Jay es dann auch noch wagte, ihr beruhigend den Kopf zu tätscheln, verfinsterte sich ihr Blick noch mehr. „ Lass das! DU darfst das nicht machen.“
„ Tut mir leid.“ zog er seine Hand auch gleich zurück.
„ Wie kommt ihr überhaupt hierher?“
„ Die Zerstörung eures Prismas ist schuld.“
„ Also doch. Die Explosion war so gewaltig, dass sie sogar dich erreichte und deine Fantasiewelt ebenfalls in Schutt und Asche legte, hu?“
„ Genau.“ nickte er. „ Der große Knotenpunkt, der uns beide ereilen wird. Das Brechen unserer Fantasie.“ sah der Herr zu Jaz und Lance rüber. „ Und nur sie kann die Bruchstücke wieder zusammenfügen.“
„ Seid ihr schon lange befreundet? Also Lance und du?“
„ Schon seit einer Ewigkeit.“ lächelte er.
„ Und LoT ist bei euch auch ein Erfolg?“
„ Natürlich. Es schlug ein wie eine Bombe. Unser Studio ist eine umgebaute Fabrikhalle, unser Zaun steht unter Strom um die irren Fans von uns fernzuhalten, wir haben einen unterirdischen Fluchttunnel und massig Feinde. Eure Ori heißt bei uns Iro und ist mindestens drei Zentner schwerer und um einiges aufdringlicher. Er hatte schon ein paar Mal versucht Luca zu entführen und euer...“
„ Luca?? Sag bloß Luca heißt bei euch auch Luca??“ riss sie erstaunt die Augen auf.
„ Ja, so ist es.“ nickte er. „ Euer Shino wird unsere Shina sein.“
„ Ist die auch so ekelhaft wie Shino?“
„ Davon kannst du ausgehen.“ verzog er seinen Mund. „ Sie ist sogar noch behaarter als Shino und trägt viel weniger Stoff als der.“
„ Und die ist bestimmt hinter Lance her, nicht wahr?“
„ Wie verrückt.“ schmunzelte er.
„ Bekommst du eigentlich auch solche Anfälle, wenn du eine Schreibblockade hast?“
„ Was für Anfälle?“
„ Na solche in denen du Gruselgesichter in Papiereimer schnitzt oder unschuldige junge Damen mit Spielmessern bewirfst?“
„ Sorry, aber so was würde mir nicht mal in meinen Träumen einfallen.“
„ Haben Iro oder wie der hieß und Shina kein eigenes Werk, was sie als besonders gut ansehen, doch was in Wirklichkeit totaler Schrott ist? Mit Schauspielern, die richtig affige Namen haben und einem Kürbis, der angebetet wird?“
„ Ach doch, so ein Werk vergöttern sie. Aber sie beten keinen Kürbis an, sondern eine Steckrübe.“
„ Pffff.“ lachte sie beherzt drauf los. „ Was wollen die denn mit einer Steckrübe??“
„ Der haben sie ein Gesicht eingeritzt und sie Barbara genannt. Manchmal ziehen sie der sogar Puppenkleider an.“
„ Wie bescheuert.“ schüttelte sie belustigt den Kopf. „ Aber nun erzähle doch mal, wie sie auf diese Story gekommen sind?“ hakte sie grinsend nach.
„ Keine Ahnung.“
„ Bist du dir sicher, dass du nicht mit Steckrüben um dich geworfen hast, oder so?“
„ Ganz sicher.“ sah er mit hochgezogener Augenbraue zu ihr hin. „ Sag bloß, Jaz hat Gruselgesichter in Eimer geritzt und andere mit Spielmesser beworfen?“
„ Oh ja und noch einiges mehr.“ lachte sie von neuem drauf los. „ Aber das kenne ich ja alles schon. Du hast garantiert auch irgendwas verrücktes gemacht, wodurch die Gruselköpfe inspiriert wurden. Wie heißt die Story bei euch überhaupt?“
„ Mhm...“ grübelte er darüber nach. „ Keine Ahnung. Ich stehe nicht so auf Mangas. Die einzigen die ich lese, sind die von Lance. Aber was will man von einer Story erwarten, in der eine Steckrübe in den höchsten Tönen gelobt wird? So wie ich das gehört habe, entzieht einem diese Geschichte sämtliche Lebensenergie und das schon, wenn man bloß dessen Cover für einen kurzen Augenblick ansieht. Die Story an sich soll total absurd und wenig durchdacht sein. Beim Lesen überkommt einem eine Mischung aus Brechreiz und Fall-In-Ohnmacht, wenn man nicht gerade von Totalen-Absturz oder Hilfe-meine-Fantasie-wurde-gekillt heimgesucht wird.“
„ Du liest echt keine Mangas?“ staunte sie. „ Naja gut, es wäre auch echt komisch, wenn du auch auf BL stehen würdest.“ wandte sie ihr Gesicht breit grinsend von ihm ab. „ Aber euer BB klingt wirklich ganz nach unserem. Oh!“ fiel ihr dann etwas ein, weshalb sie ihn strahlend ansah. „ Zeichnest du auch??“
„ Nur wenn es unbedingt sein muss. In der Regel kümmert sich Lance um so was.“
„ Was echt?“ blickte sie ihn mit großen Augen staunend an.
„ Ja echt. Kümmerst du dich denn nicht um die Artbooks von LoT? Oder um die Bilderserien? Oder was auch sonst so mit zeichnen zu tun hat?“
„ Hehe...“ verzog sie verschmitzt ihren Mund. „ Klar, ich kümmere mich praktisch den ganzen Tag darum, wenn ich nicht gerade etwas besseres zu tun habe, wie Handy spielen, Shoppen, Musik hören, meine Puppen abzustauben oder mir Tee zu kochen...“
„ Dann stammen die erotischen Szenen von LoT wohl auch nicht von dir, hu? Was schreibst du für Szenen? Aktion? Drama?“
„ Die erotischen Szenen??“ glaubte sie sich verhört zu haben. „ So was würde ich NIEMALS schreiben geschweige denn zeichnen!! Macht Lance das etwa?“
„ Macht er.“ nickte Jay. „ Manchmal schmeißt er mir so viele Szenen auf einmal auf den Schreibtisch, dass ich gar nicht weiß wo ich die alle unterbringen soll.“
„ Ist ja ein Ding.“ stützte Laura ihren Kopf an der Hand ab. „ Scheinbar sind wir uns doch nicht so ähnlich wie gedacht.“
„ Wir haben unterschiedliche Geschlechter, allein das sorgt schon dafür, dass wir unterschiedlich ticken.“
„ Das stimmt auch wieder und eigentlich ist das auch gar nicht so schlecht. Wenn wir alle andere Stärken haben, dann ergänzen wir uns doch perfekt, oder nicht? Wenn Jaz noch mal den Plan fast etwas perverses zu schreiben, dann kann sie sich nun von Lance inspirieren lassen, vielleicht wird es dann ja wirklich was.“ lachte sie. „ Und du? Worauf hast du dich spezialisiert?“
„ Im großen und Ganzen auf Fantasy, gepaart mit Drama, Thriller oder manchmal auch Horror.“
„ Jaz schreibt auch Fantasy Geschichten, aber mit Hauptaugenmerk auf die Liebe.“
„ Tja, mit der kann ich absolut nichts anfangen.“
„ Also ist es wirklich so. Eure Stärken sind unsere Schwächen. Da kann man echt was draus machen, sofern wir uns weiter sehen können. Mich würde ja schon interessieren wie eure Welt aussieht oder wie es bei euch am Set zugeht. Oder wie die anderen Schauspieler sind.“ erzählte sie ihm. „ Und natürlich will ich mehr über Lance erfahren. Heißt er eigentlich wirklich so?“
„ Lance ist sein Spitzname, sein richtiger Name ist Laurenz. Aber er wird schon so lange Lance gerufen, dass es mich nicht mal wundern würde, wenn er längst vergessen hat, dass in seinem Pass Laurenz steht.“ schmunzelte er.
„ Das mit dem Vergessen klingt wieder ganz nach mir.“
„ Oh das kann er wirklich gut. Es ist schon ein Wunder, dass er sich überhaupt die Namen unserer Schauspieler merken kann.“
„ Und wie ist er sonst so?“
„ Er ist extrem vergesslich, deshalb gab es Anfangs einige Schwierigkeiten. Gerade dann, wenn die Schauspieler oder die Angestellten ihm irgendwas wichtiges mitteilten und er es gleich wieder vergaß. Dadurch haben wir ein kaputtes Rohr erst bemerkt, als das halbe Studio unter Wasser stand, oder das der Elektrozaun nicht mehr richtig funktionierte sahen wir dann daran, dass die Fans plötzlich bei uns in der Halle standen. Es standen auch schon alle versammelt bei uns vor verschlossener Tür, weil Lance vergessen hatte unseren Mitarbeitern mitzuteilen, dass wir an diesem Tag nicht drehten.“ erklärte er. „ Aber mal abgesehen von seiner Vergesslichkeit und dem Verschleiß an Namenlosen Frauen, ist er auf jeden Fall jemand, auf den man immer bauen kann. Er ist so was wie der rettende gute Laune Anker, den man zum Ende eines anstrengenden Drehtages braucht, damit die Laune nicht im Keller verschwindet. Ach ja und tatsächlich liebt er es zu shoppen.“
„ Aber er sammelt keine Puppen, oder?“
„ Nein.“ lachte Jay. „ Jedenfalls dann nicht, wenn sie nicht von uns sind.“
„ Naja unsere Fanartikel zu besitzen ist ja nun nichts ungewöhnliches. Er ist also ein Mangaka? Ist er erfolgreich damit?“
„ Sicher. Seine Werke sind immer Bestseller, auch wenn er sein Leben als Star-Mangaka geheim hält und dementsprechend nie irgendwelche Interviews mit ihm abgehalten werden, geschweige denn seine Fans auch nur seine Lieblingsfarbe raus finden können. Aber vielleicht ist es gerade dieses Mysterium, was seine Werke so begehrenswert macht. Natürlich sind sie auch hervorstechend gut, aber nichts über den Zeichner herausfinden zu können ist schon Werbung, die über die eigentliche Werke hinaus gehen.“ vermutete er. „ Wenn er aber nicht gerade seine Werke auf dem letzten Drücker beendet oder als Co-Autor von LoT auftritt oder sich aus irgendwelchen fremden Betten wälzt, dann shoppt er entweder, geht auf Partys oder aber er posiert er vor der Kamera.“
„ Das klingt nach einem wahnsinnig anstrengenden Leben.“ verzog sie ihren Mund. „ Wann tut er denn einfach mal gar nichts?“
„ Wenn er schläft.“
„ Und wann ist das?“
„ Wenn er gar nichts macht.“ schmunzelte er.
„ Mhm.“ musste sie auch schmunzeln. „ Ich glaube mit dir kann man ganz gut klar kommen.“
„ Das glaubst du aber auch nur, weil du ihn nicht richtig kennst.“ stand Lucca mit verschränkten Armen neben ihnen und dann, weil kein Platz mehr frei war, ließ sie sich einfach auf Jay's Beinen nieder. „ Er ist ein absoluter Workaholic, der uns mit seinem perfektionistischen Wahn in den Wahnsinn treibt! Ständig müssen die Dreharbeiten unterbrochen werden, weil dem Herrn wieder irgendwas auffällt, was unbedingt umgeschrieben werden muss oder ihm passt das Outfit nicht mehr und wenn es nur der Fussel auf den Tisch ist! Du solltest unsere Tontechniker oder das Bildbearbeitungsteam mal sehen! Sobald der deren Büro betritt, würden sie sich am liebsten alle gleich erhängen! Das ist zu laut, das zu leise, die Musik kommt nicht richtig zur Geltung, das Dunkel ist zu Dunkel, da wurde der kleine Finger angeschnitten oder die Sonne steht im falschen Winkel zu den Bannern des Schlosses! Furchtbar! Und dann erst mal die Schar an heulenden Weibern, die aus dem Studio gestürmt kommt, weil er mal wieder nichts anderes macht als ihnen das Herz zu brechen!“
„ Was soll ich denn sonst machen, als ihnen einen Korb zugeben? Dass die dann heulend weg rennen ist doch nicht meine Schuld. Es ist ja nicht so, als würde ich es drauf anlegen, dass sie sich in mich verlieben.“
„ Schütte dir Säure ins Gesicht, dann hat sich dieses Problem von selbst erledigt.“ sah Laura belustigt zu ihm hin.
„ Siehst du? Er ist ein Idiot! Lance ist sich seiner Wirkung auf Frauen wenigstens bewusst, aber der hier...“ zeigte sie mit dem Daumen auf ihre Sitzgelegenheit. „ … zeigt allen seine charmante Seite und sein verführerisches Lächeln und wunder sich dann allen ernstes, dass DAS von den Weibern falsch verstanden wird!?“
„ Ich bin nur freundlich!“ protestierte er.
„ Klar, ich klimpere meinen Postboten auch immer verführerisch an und wickle mir eine Strähne um den Finger und werfe ihm vielleicht noch ein paar Luftküsse zu, wenn ich ihm einfach nur Danke sagen will.“
„ Ich wickle mir gar keine Strähne um den Finger!“
„ Das wäre ja auch noch schöner!“ schielte sie zu ihm hin. „ Ich wollte dir damit auch nur erklären, wie eine Frau an deiner Stelle wirken würde. So und nun wo du weißt, was er für ein Idiot ist, fahre ich mit der Erklärung fort, weshalb er ein hilfloses Riesenbaby ist!!“ wandte sie sich wieder der Co-Autorin zu. „ Wenn der in seine Arbeit vertieft ist, dann vergisst er einfach ALLES. Wenn wir ihn nicht aus seiner Welt hinaustreten würden, dann wäre er längst verhungert, verdurstet oder an Schlafmangel gestorben! Jedenfalls wenn er sich vorher nicht das Genick bricht, weil er mal wieder am Schreibtisch sitzend eingepennt ist und dann vom Stuhl fällt und sich den Schädel an der Wand einschlägt!“ posaunte sie hinaus. „ Ach ja! Und in der einen Nacht rief der Sternhagelvoll bei mir an! Der hat so gelallt dass ich den gar nicht richtig verstehen konnte, dann laberte der irgendwas von Steckrüben...Hmpf!“ und genau jetzt war der Moment gekommen, als Jay der Dame den Mund zuhielt, dann mit ihr auf den Arm aufstand und Laura mit den Worten: „ Ich will jetzt tanzen.“ allein, na gut mit Chiri, am Tisch zurück ließ.
„ Hat sie gerade versucht mir Jay madig zu reden?“ zog die Mangaka fragend eine Augenbraue hoch.

Akt 38. mi Casu es su Casu

„ Sollten wir uns nicht langsam aufmachen und den dritten Teil deiner Fantasie suchen?“ wollte Laura von ihrer Freundin wissen, als sich diese völlig erschöpft aber glücklich auf einen Stuhl fallen ließ.
„ Hach, das tat gut.“ seufzte sie lächelnd auf. „ Und ja, wir sollten uns bald auf den Weg machen. Aber bisher konnte mir noch niemand etwas darüber erzählen, ob sich hier was verändert hat. Also gehe ich mal davon aus, dass wir zu dem See im Wald müssen. Dort lag zu diesem Zeitpunkt der Geschichte mein Hauptaugenmerk.“
„ Dann sollten wir vielleicht mal dahin gehen.“
„ Ja... bald.“ grinste sie verschmitzt auf. „ Eigentlich haben wir es doch gar nicht eilig, oder? Und hier ist alles so friedlich. Keine irren Fans, die einen plötzlich verfolgen, keine Feinde, die die Figuren um klatschen, kein Berg, den wir hoch müssen. Lass uns das genießen, solange wir noch können. Wer weiß denn schon, was als nächstes auf uns warten wird?“
„ Das habe ich mich auch schon gefragt, aber irgendwie fällt mir nichts passendes dazu ein.“ überlegte Laura. „ Dabei dachte ich eigentlich, ich hätte es inzwischen verstanden.“
„ Ja, nach meiner Inkubus Story dachte ich auch, ich hätte es kapiert. Eine Story basierend auf Sex, als Gegner Mönche mit ewiger Abstinenz. Meine Vampir Story besitzt die meisten Zusatzgeschichten wie die Protagonisten zusammenkommen und gegen die trat BB an. Die schlechteste und widerlichste Liebesgeschichte aller Zeiten. Aber hier ist es anders. Ich wüsste nicht, wie uns ein totaler Bruch der Geschichtsstränge weiter bringen sollte? Oder ist hier das Eliteinternat der Fokus? Doch meine Eltern sehe ich nicht wirklich als Feinde an und ich erinnere mich nicht daran, dass wir irgendwelche Penner gegen uns aufgebracht haben.“
„ Die Sekte.“ grinste die Co-Autorin breit auf. „ Das sind jetzt Penner, allerdings waren die schon dran und noch einen Berg steige ich nicht rauf!“
„ Darauf kann ich auch verzichten. Aber viel mehr Feinde fallen mir gerade nicht ein.“
„ Dann müssen wir uns eben überraschen lassen. Vielleicht wartet da ja eine Gang auf uns, von der wir bisher noch gar nicht wussten, dass sie unsere Feinde sind. Wie diese Deppen, die das Fabrikgelände besetzt hielten.“
„ Aber von denen haben wir doch nie wieder was gehört.“
„ Wer weiß? Vielleicht waren die ja für die ganzen Pannen des Umbaus verantwortlich. Weil sie uns vertreiben wollten und nun warten die an dieser Quelle im Wald auf uns.“
„ Ich weiß nicht mal mehr wie die aussahen.“ schmunzelte Jaz. „ Vielleicht ist ja dein Postbote der Feind? Weil er durch dich den Job verlor und nun mit Sack und Pack auf der Straße sitzt?“
„ Selbst schuld! Ich weiß zwar nicht mehr was er getan hat, aber wenn ich mich über den beschweren musste, dann hatte das auch seine Richtigkeit!“
„ Ja, bestimmt.“ schmunzelte sie.
Zu mindestens hatte es seine Richtigkeit, dass sie es zwar nicht eilig hatten, schließlich kamen sie eh erst wieder in die Realität wenn das Prisma repariert war, doch die Neugierde, was den dritten Gegner betraf, war dann doch stärker als der Wunsch nach Ruhe. Deshalb machten sie sich schon wenig später auf den Weg zu der Quelle hin, die sich tief im dunkeln Wald befand.
Das nächste Prüfungsgelände kam den Damen auf merkwürdiger Art und Weise ziemlich bekannt vor. Ja, sie gingen sogar nach gemeinsamen Staunen fest davon aus, dass sie hier schon mal waren. Nur wann und wie oder warum das wurde ihnen nicht auf Anhieb klar. Bis dann das absolute Grauen vor ihre Augen trat!
Das Grauen in Form einer Mädchengang der übelsten Sorte, der man schon vom Weiten aus dem Weg ging, die mit ihrer Assikeit so derbe auffielen, dass selbst eine Ampel sofort auf Grün schaltete, bloß damit sie sich nicht mit denen anlegen musste! Ja selbst Blinde sahen sie schon aus weiter Ferne kommen und rannten so schnell der Wind sie trug davon! Einfach jeder erzitterte beim Klang des Namens ihrer Gang: die Trullertanten! (wahrer Name folgt xD)  
Bloß die Gruppe gerade nicht, die die Gang mit einem hauch Entsetzen, einer Prise Versteinerung, einem Teelöffel voll Erstaunen und einer Messerspitze Unglauben, betrachteten. Man sah richtig, wie der Groschen bei den LoTern, außer bei Ritsu, langsam fiel und sie ihre heißbegehrten Hexen in dieser Ausgabe einer Straßenlaterne wiedererkannten. Nur bei Pury musste der Groschen nicht fallen, denen war irgendwie von Anfang an klar, wer das sein musste.
Nämlich niemand anderes als Jaz und Laura selbst!!! Aber nicht die erfolgreichen Autorinnen, die im Geld badeten und in einem schicken Häuschen wohnten. Die sich zu benehmen wussten und stets schick gekleidet waren. Nein, die jungen Damen waren weder erfolgreich, noch badeten sie im Geld und wie man sich Benahm wussten sie auch nicht. Sie waren erfahrene Diebe, Autoknacker, Schutzgelderpresser, manchmal sogar Stalker und Schlägerbräute wie sie im Buche standen. Ihre Gang terrorisierte das gesamte Viertel, es gab niemanden der sie nicht hasste, fürchtete oder aber verehrte, ja solche gab es auch.
Candy und Sugar oder kurz: Casu! Eine Seite ihrer Selbst, die sie so stark verleugneten, dass sie sogar selbst vergessen hatten dass es sie überhaupt gab! Doch wie das immer so mit der Vergangenheit war: eines Tages holte sie jeden ein!
„ Warte! Sind DAS etwa eure Gang-Ichs?“ lachte Lance belustigt drauf los. „ Ist ja echt süß! Und wie gefährlich ihr doch ausseht! Zum fürchten gruselig!“
„ Reiß dein Maul nicht so auf, du Drecksau!“ kam es von den Assis zurück.
„ Genau! Halt dich mal schön bedeckt! Wenn DU nämlich an Laura's Stelle Laura geworden wärst, dann wäre dein Gang-Ich bestimmt die Klofrau!“ schielte Lucca zu ihm hin. „ Und wenn Laura an deiner Stelle Lance geworden wäre, dann hätte eure Bande die Weltherrschaft an sich gerissen, wetten?“ stutzte sie ihn zurecht.
„ Was soll das da sein, ein schlechter Scherz, oder was?“ wollte Chi von den Damen wissen.
Mal abgesehen von der grellen Schminke und der komisch hochtoupierten Haare, sahen Casu im Gegensatz zu den anderen Mädels noch recht passable aus. Während die einen nämlich auf neonpinke/lila Jogginganzüge setzten oder sich in viel zu enge und grelle Miniröcke zwängten, blieben die Bosse bei zerschlissenen Jeans und Top.
„ Jaha genau! Dass da ist bloß ein schlechter Scherz und eben weil dem so ist, solltet ihr schnell wieder gehen!“ erwachte Jaz aus ihrer Starre.
„ Gehen? Ich gehe nirgendwo hin! Wer weiß was DAS DA mit euch anstellen wird, wenn die erst einmal loslegen!?“ zückte Ri schon mal vorsichtshalber ihre Dolche.
„ Ich finde das da ziemlich amüsant.“ grinste Kian breit auf. „ Wissen eure Kerle davon?“
„ Das da ist gar nicht real! Also warum sollten sie davon wissen? Haha.“ lachte Statue Laura entgeistert auf.  
„ Boah ey! Ihr seid solsche Opfas, Alta! Isch geb disch auf Maul!“ brüllte ihnen Jacki zu.
„ Isch fick deine Mudda, du Hurensohn! Keina von disch tut dat Chefs beleidigen!“ fügte Chantal noch hinzu.
„ Welche Mudda willst du denn ficken, hä?“ konterte Ri.
„ Isch fick disch alle!“
„ Aber nicht, wenn ich dich zu erst ficke!“
„ Mach misch nicht wütend tu! Oda isch hol meine Brüda!“
„ Hole doch deine Brüder, du wandelnde Dorfmatratze!“
„ Wat hast du misch genannt??“
„ Wandelnde Dorfmatratze!“
„ Isch mach disch platt!“ ja, das hätte sie vermutlich wirklich versucht, wenn Candy nicht dazwischen gegangen wäre, indem sie einfach die Hand hob. „ Ha! Etze habt ihr ausgekackt!“
„ Sei still!“ fuhr Laura die Diebin an, gerade als sie den Mund aufmachte. „ Wirklich, was auch immer du sagen wolltest, behalte es für dich! Das will garantiert niemand hören.“
„ Lasst uns mit der Prüfung beginnen, je eher desto besser.“ befahl die Autorin.
„ Mhm.“ sah sich Casu schweigend an, nickte und plötzlich klappte hinter den Chefinnen auf beiden Seite mitten auf der Straße eine Falltür auf, wodurch alle, außer Casu und Jala, von der Bildfläche verschwanden.
„ Ich finde euch echt zum kotzen scheiße!“ legte Sugar nun los. „ Wenn ihr die Zukunft seid, die uns erwartet, dann will ich lieber frühzeitig abkratzen als solch eine verlogene Schlampe zu werden.“
„ Oh ja bitte, dann hätte die verlogene Schlampe nämlich nie gemerkt, was sie früher für eine unterbelichtete Kanalratte war!“ schoss Laura zurück.
„ Wenn nennst du hier eine unterbelichtete Kanalratte, hä?“
„ Na genau diejenige, die sich angesprochen fühlt!“
„ Ist dir denn nicht klar, dass dir diese Kanalratte erst den Weg in deine Scheiß Zukunft geebnet hat, du Bitch??“
„ Erzähle keinen Scheiß! IHR hattet da absolut gar nichts mit am Hut.“
„ Da sieht man doch mal wie dämlich du bist!“ fauchte Sugar. „ Wie schade das man seine Vergangenheit nicht einfach ändern kann! Denn wenn das ginge, dann würde ich dafür sorgen, dass du niemals zu Sugar wirst, mal schauen wie toll dein Leben dann verlaufen wäre!“
„ Noch grandioser als ohnehin schon, so viel steht fest!“
„ Da irrst du dich aber gewaltig.“ mischte sich Candy nun auch ein. „ Ohne uns wärt ihr voll am Arsch und wenn ihr nicht die Intelligenz einer bemalten Bratwurst hättet, dann wüsstet ihr das auch. Ihr glaubt mir nicht? Dann reißt jetzt mal eure Glubscher auf. Mitkommen.“
„ Pah, hoffentlich fallt ihr auf dem Weg in einen offenen Gully und werdet nie wieder gesehen!“ wünschte ihnen Sugar noch das allerbeste, ehe sie ihrer Freundin folgte.
„ Ich hasse uns...“ grummelte Laura.
„ Wem sagst du das? Aber wenigstens sind die LoTer weg.“ murmelte Jaz. „ Nicht auszudenken was mir für Sprüche eingefallen wären, um mich an denen ran zu machen.“
„ Da wäre sogar Rainer Müll vor Neid erblasst.“ lockerte sich die Stimmung der beiden ein bisschen auf.
„ Ja, vermutlich.“
„ Was sie uns wohl zeigen wollen? Vielleicht einen Ausschnitt aus einer völlig absurden möglichen Zukunft? In der du ne Putze bist und ich die kleine Angestellte eines Arsches?“
„ Vielleicht werden wir ja beide bei Burger King arbeiten?“
„ NIEMALS!! In einer Salatbar, ja vielleicht! In einem Café, ja warum nicht? Aber ganz bestimmt nicht in einem Fast Food Restaurant!“  
Und das war es auch nicht, was ihnen Casu zeigen wollte. Als sie auf dem Marktplatz der Stadt ankamen, standen sie vor einem wahren Pulk an Männern, der kein weiterkommen mehr zu ließ. Deshalb verharrten die vier am Ende der Schlange.
„ Und was jetzt?“ wollte Laura wissen.
„ Haltet die Fresse und hört zu.“ sah Candy zu ihnen zurück.
Natürlich wollten sie nicht die Fresse halten, doch als ihnen eine bekannte Stimme ans Ohr drang, lauschten sie erstaunt den Worten des Redners.
„ Frauen sind die Geschöpfe des Teufels! Sie werden ausgesandt um Gottes Schöpfung zu verseuchen! Wenn ihr es zulasst, dann werden sie euch eurer natürlichen Männlichkeit berauben! Eure Würde wird von denen in Grund und Boden gestampft und wenn das noch nicht schlimm genug wäre, werden sie euch in Ketten legen! Das Wort Freiheit kennt ihr dann nur noch aus Erzählungen. Sie kennen keine Gnade und auch keine Grenzen. Was sie wollen nehmen sie sich, auch wenn sie es aus euch heraus reißen müssen!“ auch wenn sie ihn gerade nicht sehen konnten, wussten die Damen auf Anhieb, dass diese Hasstirade von niemand anderen als Yami gehalten wurde. „ Seht euch nur dieses bemitleidenswerte Geschöpf Gottes an.“ deutete er auf einen schmalen Hungerhaken, der auf die Bühne geschlurft kam und dabei ein überdimensional großes Buch über seinen Kopf trug. „ Die Seuche brach über ihn herein, ohne dass er auch nur die geringste Chance dazu hatte sich in Sicherheit bringen zu können. Und nun seht was die Frauen aus ihm gemacht haben! Dieser Hänfling ist nichts weiter mehr, als der Spielball des Teufels. Ausgesaugt, erniedrigt, mit gebrochenem Willen und zerfetzter Seele!“
„ Brutus bringen erhabenen Propheten des Shaolim heilige Schriften.“ murmelte der Wicht.
„ Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen, Männer! Wir müssen zurückschlagen und der Pest Einhalt gebieten! Wenn wir das nicht tun, dann werden wir bald genauso enden wie die arme Sau, hier! Wollt ihr das wirklich??“
„ NEIINN!!“ brüllte die Menge.
„ Dann tretet unserem Tempel bei und schwört dem Shaolim ewige Treue! Der große Shaolim wird dann seine schützenden Hände über euch legen und euch vor dem Teufel beschützen!“
„ LANG LEBE DER SHAOLIM!!“
„ Ohne unsere liebevolle Art diese Flachpfeifen zur Weißglut zu treiben, wird aus dem einen der Kopf der Sekte und aus dem anderen ein ewiger Buch-Träger.“
„ Und warum sollte aus Brutus das da werden, nur weil wir nicht zu euch wurden?“ zog Laura fragend eine Augenbraue hoch. „ Das ergibt keinen Sinn.“
„ Ist ja klar, dass du mal wieder von Tuten und Blasen keine Ahnung hast.“ verdrehte Sugar die Augen. „ Muss man dir denn echt alles erklären? GUCK da hin, du Hohlfrucht!“ hielt sie den Autorinnen zwei Fotos hin. „ Erkennt ihr sie?“
„ DAS SIND JA YAMI UND BRUTUS?!?“ brüllten die Damen zeitgleich.
Jacki hatte damals eine teure Kamera erbeutet und fand richtig gefallen daran, mit der rum zu spielen. So nahm sie zum Beispiel auch den Moment auf, als Yami brüllend aus dem Laden gestürmt kam, weil sein Karren mal wieder geklaut wurde und auch den Hänfling erkannten sie wieder, dass war nämlich die arme Sau gewesen, die Casu gern als Fußabtreter benutzte. Durch diese ständige Schikane begann Brutus mit dem Bodybuilding und wurde so zu dem, den er heute verkörperte. Und Yami ging nur aus dem einen Grund mit Laura mit, als diese ihn entdeckte und gleich Chiron in ihm sah, weil er Sugar in ihr erkannte. Es war ja allgemein bekannt, dass der Mönch über ein übermenschlich gutes Gesichtsgedächtnis verfügte, wie könnte er da also die Gesichter seiner Peinigerinnen vergessen? Gar nicht, genau! Deshalb machte er bei dieser Show mit und konnte schließlich von der Sekte befreit werden. Ohne Casu wäre er vermutlich niemals mit Laura mitgegangen, sondern hätte sie K.O. geschlagen und sich dann blitzschnell aus dem Staub gemacht.

Akt 39. Eine Zukunft ohne Casu Teil 2

„ Irgendwann hat Yami so viele Penner um sich herum versammelt, dass die Frauenwelt nichts mehr zu lachen hat und nicht nur dass, die werden dann in die gesamte Welt expandieren. Was das für den Rest der Welt zu bedeuten hat, brauche ich euch Trotteln nicht zu erklären, oder?“ meinte Candy. „ Da geht es weiter!“ zeigte sie auf ein Schaufenster, hinter dem sich ein paar laufende Fernseher befanden.
„ Toni Torella ist tot!“ erklärte der Nachrichtensprecher. „ Er erlag heute morgen seinen schweren Verletzungen, die er sich zuzog als er von der Brücke stürzte. Der Polizei zufolge handelte es sich hier eindeutig um einen Selbstmord und nun weiter zum Wetter...“
„ DAS könnt ihr uns nicht anlasten!!“ drehte sich Jaz nach dem ersten verarbeiteten Schock zu ihrem früheren Ich um. „ ER wird sich garantiert nicht UMBRINGEN bloß weil er uns nicht kannte!!“
„ Bist du dir da sicher?“ hielt sie ihr ein paar Fotos hin.
„ Das kann doch nicht...“
Tatsächlich aber belegten die Bilder, dass da wer aus dem Himmel hinab stürzte und direkt in den von Yami geklauten und von Casu da platzierten Karren fiel. Normalerweise schleppte der Mönch immer selbst angebautes Obst mit sich rum, aber an diesem verheißungsvollem Tag waren es Daunendecken und Kissen, die die Mönche selbst genäht und befüllt hatten. Die hatten den Karren auch nur da abgestellt, weil die Straße weiter hinten gerade neu geteert wurde und sie die Straßenarbeiter mit einem Karren voller Daunen überraschen wollten. Daraus wurde dann aber nichts, weil ihnen ein Selbstmörder dazwischen funkte und sich die Mädchengang so verjagte, dass sie davon liefen. Jaz erinnerte sich an die Fotos, nun wo sie sie wieder sah. Sie hatten sich später über diesen Typen lustig gemacht, weil der nach dem ersten Schock und den tausenden Danksagungen an den Himmel, beim Aussteigen kopfüber aus dem Karren fiel.
„ Wir haben dem wirklich das Leben gerettet.“ murmelte Jaz. „ Ungewollt, aber gerettet.“
„ Ich erinnere mich an den Tag. Wir hatten bei dem Knall geglaubt, dass Yami da eine Bombe drin versteckt hatte, die dann hochging.“ erinnerte Laura sich.
„ Du hast Recht. Ich glaube ich hatte mich noch nie im Leben so erschrocken wie da.“
„ Macht Platz, ihr Rotzgören!“ wurden sie plötzlich von einer jungen Frau zur Seite gestoßen. „ Das ihr Blagen aber auch immer allen im Weg rumstehen müsst! Schrecklich! Ja, ich bin noch da!“ telefonierte sie weiter.
„ Maria...?“ staunten die Autorinnen nicht schlecht.
Jedenfalls sah ihr diese Dame extrem ähnlich, nur dass sie statt des Hausmütterchen Outfits ein elegantes Kostüm trug und ihre Haare hatte sie zu einem Knoten zusammengebunden. Außerdem trug sie eine schwarze Aktentasche bei sich.
„ Es ist mir egal ob das ein Kinderheim ist! Schmeißt sie alle auf die Straße und dann kommt da mein Einkaufzentrum hin! Mir doch egal wo die dann Leben?! Bin ich die Wohlfahrt, oder was? Soll sich halt das Jugendamt um die kümmern.“ und dann kam sie an ein kleines weinendes Mädchen vorbei. „ IHGITT!! Flenne gefälligst woanders rum! Ist ja abartig!“
„ Und was sollen wir damit zu tun haben?“ wollte Jaz mit hochgezogener Augenbraue wissen.
„ Hätte uns diese Bitch nicht dabei beobachtet, wie wir Mülltonnen sammelten, also für sie im Müll nach Nahrungsmitteln suchten, dann wäre sie dem Wunsch ihrer Eltern gefolgt und in ihrem Immobiliengeschäft eingestiegen. So aber, wurde sie zu einer Streetworkerin, damit die uns auf den Sack gehen konnte.“
„ Und woher wollt ihr das wissen?“ verlangte Laura nach Beweisen.
„ Schaut euch doch den Rest der Fotos an. Dann seht ihr es.“
Bilder die bezeugten, wie Maria im Kostüm zu ihnen hingeeilt kam, als die Mädchengang gerade ein paar Mülltonnen aus einer Seitenstraße klauten. Nur statt ihrer Aktentasche hatte sie Süßkram aus der benachbarten Konditorei dabei, was sie Casu dann aufs Auge drückte. Danach sah sie aus wie die gewohnte Maria und tauchte noch auf diversen anderen Fotos auf. Immer mit dem Ziel vor Augen, die verirrten Schäfchen zurück auf den richtigen Weg zu bringen.
„ Und erinnert ihr euch an dieses Mädchen hier?“ deutete Sugar auf ein Foto, auf dem ein junges Mädchen vor der Polizei zusehen war. „ Sie saß in einem der Wagen die wir kurzschlossen und dann vor der Polizei abstellten, um unseren Auftraggeber zu ärgern.“
„ Die sieht ja aus wie Diana!“ staunten sie. „ Ja wirklich, das ist Diana!!“ rissen sie das Foto an sich.
„ Tja, das WAR Diana!“ berichtigte Sugar sie. „ Am Tag dieser Aufnahme brachen ihre Eltern am Morgen zu einer mehrtägigen Geschäftsreise auf und am Nachmittag wurde die Kleine entführt. Ihr werdet sie nicht retten, die Entführer werden keine Reaktion ihrer Eltern bekommen, also bringen sie sie um die Ecke.“
„ Ja ich erinnere mich da dunkel an etwas. Selbst die Polizei konnte ihre Eltern nicht auf Anhieb erreichen, das ging durch sämtliche Medien und auch da wurde gemunkelt, dass Diana diese Entführung nicht überlebt hätte, wenn nicht zufällig ihr Auto geklaut worden wäre.“
„ Ach!“ fiel bei Laura auch der Groschen. „ War das die Geschichte mit dem Aufruf, dass dem Autoknacker, der ihre Tochter rettete, eine fette Belohnung winkte, wenn er sich bei ihnen meldete?“
„ Stimmt! Wir haben uns doch noch gefragt, wer so blöd sein kann und auf diese Falle reinfällt!“
„ Ich glaube, dass war gar keine Falle. Die van Heydens wollten sich bestimmt wirklich bei demjenigen bedanken, der ihnen ihren Liebling zurückgebracht hat.“ vermutete die Co-Autorin. „ Meinst du das Anrecht auf die Belohnung verjährt irgendwann?“ grinste sie belustigt auf. „ Vielleicht sollten wir es ihnen sagen, wenn wir wieder daheim sind.“
„ Oh wirklich? Ihr wollt also zu uns stehen?“ fragte Candy nach. „ Wo ihr doch alles vernichtet habt, was euch an uns erinnern könnte? So wie die Hütte im Wald oder die Erinnerungskiste.“
„ Die Hütte im Wald mussten wir vernichten. Andernfalls hätten sie noch viel mehr Beweise gefunden, die sie nicht nur gegen uns eingesetzt hätten!“ stellte Jaz klar. „ Aber die Erinnerungskiste besitze ich noch.“
„ Was?“ starrte sogar Laura erstaunt zu ihr hin. „ Wie, die hast du noch? Haben wir damals nicht ausgemacht, dass wir alles zerstören müssen?“
„ Das haben wir.“ nickte sie. „ Aber so wie LoT heute meine Familie darstellt, war es die Gang damals. Wie hätte ich es also vollbringen sollen, diese Kiste zu verbrennen? Unter anderem war da auch die Lovestory von Jacki drin.“
„ Die: 'isch geh dat Kerl etzte voll anmachen tu' Geschichte?“ feierte die Co-Autorin. „ Die war der absolute Oberkracher! 'Ey guckst du Alta, voll dat geile Gestell!' 'Wo'? 'Na da wo der Auto über weiße Streifen gehen tut'!!“ bekam sie sich kaum mehr ein. „ 'Boar, dat Chica tut misch voll anmachen tut, schnell wech etze, sonst isch ham hart'! Oh oder: 'Ey, isch hab etze voll Bock auf Fritten, geh tu misch Fritten, hab Rücken'!“
„ Alles andere vergisst du, aber das behältst du selbst nach einer Ewigkeit noch im Gedächtnis?“ lachen musste Jaz aber trotzdem.
„ Ja, weil das doch wohl ein mega Knaller war! Da hatte sich Jacki echt selbst übertroffen. Bist du für den finalen Endkuss nicht sogar bei dem ins Zimmer eingebrochen, als der tief und fest schlief?“
„ Ich bin nicht nur ein Mal bei ihm eingestiegen und es kam auch nicht nur ein Mal vor, dass der dabei schlief.“ grinste Candy breit auf. „ Aber ich habe jedes Mal etwas als Souvenir mitgehen lassen, als letztes sein Duschgel.“
„ Sein Duschgel?“ zog Laura fragend eine Augenbraue hoch.
„ Beim letzten Bruch stand der gerade unter der Dusche. Ich habe abgewartet bis der fertig war, bin dann ins Bad und habe mir sein Duschgel geholt.“ erklärte Jaz. „ Danach bin ich unbemerkt wieder verschwunden.“
„ Und bis dato hatte ich mir bereits seine Rolex, diverse Shirts, eine Goldkette, seinen Pass und seine Autoschlüssel unter den Nagel gerissen.“
„ Der Typ kann einem echt leid tun. Der wird unser Land bestimmt nie wieder betreten haben!“ lachte die Mangaka.
„ Da wäre ich mir gar nicht so sicher. Vielleicht ist er sogar geblieben und dass nicht nur, weil er ohne Pass nicht weit kommt oder er vor seinem verschlossenen Wagen steht.“ warf Sugar in den Raum.
„ Sondern als Feind! Genau! Vielleicht hat er diese Organisation mit den komisch Augen Agenten gegründet!“ vermutete Laura.
„ Mhm, nein. Wohl eher nicht.“
„ Der Gründer der Sekte! Ja das passt! Der hält uns Frauen bestimmt für Ausgeburten der Hölle!“
„ Ja, vielleicht hält er uns wirklich für eine Plage der Hölle, aber eine Sekte hat er deshalb nicht gegründet. Lasst uns weiter gehen. Am Park wartet der nächste Loser auf uns.“
Nämlich Eugene, wie sie dann nach einem kurzen Fußmarsch erkannten. Der Herr saß mit einem eigenartig leeren Blick mutterseelenallein am Rand des Parks im Rollstuhl.
„ Wenn er wüsste wie es geht, würde der sich bestimmt auch umbringen.“ glaubte Sugar zu wissen. „ Keine Familie die sich um ihn kümmert, keine Freunde die ihn umsorgen. Das einzige was er besitzt ist eine Pflegerin, die nichts lieber macht als ihn einfach zu vergessen.“
„ Ja, das mit dem Vergessen geschieht heute auch noch.“ seufzte Jaz. „ Aber immerhin hat er jetzt Maria, die sich rund um die Uhr um ihn kümmert.“
„ Und eine Familie besitzt er jetzt auch. Nämlich uns.“ fügte Laura noch hinzu.
„ Doch das alles besäße er heute nicht, wenn es uns nicht gegeben hätte. Dann wäre das da sein trauriger Alltag.“ erklärte Candy.
„ Ich erinnere mich an den Rollstuhlfahrer. Den haben wir so lange aufgegeilt, bis der plötzlich sabbernd aufstand und auf uns zu gelaufen kam. Aber ich wusste nicht, dass es sich dabei um Eugene gehandelt hat.“
„ WIR haben den aufgegeilt? Das warst nur du!“ protestierte Laura.
„ Unsinn! Du hast genauso vor seinem Stuhl rum gewackelt wie ich auch!“
„ Mein Gewackel war aber anders als deines!“
„ Als wenn das für den irgendeinen Unterschied gemacht hätte!?“
„ Klar hat der das! Der wollte nämlich nur dir an die Wäsche gehen!“
„ Ja, weil du gleich zur Seite weggerannt bist! Aus den Augen aus den Sinn, verstehste? Wenn man dem nicht sagt, dass der zur Seite gucken soll, tut er das doch auch nicht von allein!“
„ Er ist übrigens nicht der einzige, der sein Dasein in ewiger Einsamkeit fristen muss.“ deutete Candy auf einen Spielplatz im Park hin.
Dort auf der Schaukel saß eine traurige junge Dame und um sie herum waren einige Halbstarke, die sie auslachten, hänselten und mit faulen Obst bewarfen.
„ Martha!“ wurde sie auch gleich von den Autorinnen erkannt und natürlich stürmten sie auch gleich los, um ihr zu helfen.
„ Tja, die dümmsten Bauern sollen ja angeblich die dicksten Kartoffeln haben. Vielleicht kann man das ja auch auf andere Dinge anwenden.“ ging Candy grinsend an Eugene vorbei.
„ Oh bitte, lass stecken.“ verdrehte Sugar die Augen.
Währenddessen wollte Jala die Halbaffen aufmischen, allerdings liefen diese schon lachend weg, ehe die beiden überhaupt dazu stoßen konnten.
„ Warum bist du denn nicht bei Paul?“ wollte Jaz von Martha wissen, bekam allerdings keine Antwort geschenkt.
„ Ach ja, Paul ist auch nicht mehr.“
„ Was soll das heißen, Paul ist nicht mehr?“
„ Ihr konntet ihn nicht von seiner Last befreien, also rutschte er in den Drogensumpf und der Alkohol wurde sein bester Freund. Und eines Tages wurde er von einem 30-Tonner überfahren. Die Gerichtsmediziner streiten heute noch darüber, ob der Aufprall Todes ursächlich war, oder die Überdosis an Kokain oder die Alkoholvergiftung. Man weiß es nicht so genau.“ zuckte Candy mit der Schulter.
„ Was für eine Last?“
„ Das Autohaus!“
„ Was hat denn...“ doch dann ging der Autorin ein Lichtlein auf. „ Die Mülltonnen.“
„ Schießt dir gerade dasselbe durch den Kopf wie mir?“ sah Laura zu ihr hin. „ Könnte Paul der Autohausbesitzer gewesen sein und durch unsere Darbietung der Respektlosigkeit, nämlich das Hinterlassen der Mülltonnen anstelle der geklauten Autos, könnte es sein, dass er in denen einen Ausweg fand? Vielleicht wollte er das Autohaus gar nicht haben?“
„ Deshalb hatte er das eine Mal auch nichts unternommen, als wir von ihm dabei beobachtet wurden, wie wir einen der letzten Wagen stahlen! Der wollte lieber unsere Mülltonne haben!“
„ Wow ihr seid ja doch nicht so dumm wie ihr ausseht.“ nickte Candy. „ Dann erinnert ihr euch doch bestimmt auch daran, dass ihr der da eingeredet habt, dass Paul, der da schon in den Mülltonnen wühlte, ihr Traumprinz sei. So bekam sie einen Spielkamerad geschenkt.“
„ Und war von da an nicht mehr allein.“ murmelte Jaz. „ Wir haben also alle unsere Schauspieler schon einmal getroffen. Jacki und Chantal schlossen sich uns an, als sie von einer feindlichen Gang niedergemacht wurden, die wir dann in die Flucht schlugen, lass mich raten: ohne uns waren sie heute Huren, die eine hat bereits Aids und die andere wird es noch bekommen?“
„ Ja, so oder so ähnlich könnte es sein.“
„ Und was ist mit Luca? Den habe ich noch gar nicht gesehen.“ bemerkte Laura.
„ Gesehen nicht, aber du hast über ihn gesprochen.“ grinste Sugar breit auf.
„ Hä? Wann das denn? Oh...“ kam ihr dann aber doch ein Geistesblitz. „ Dein Stalking Opfer!“
„ ...“ riss Jaz völlig entsetzt die Augen auf. „ Unmöglich!“
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Alexia

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Re: DX. Da machste nix

Beitrag von Alexia am Mo 24 Sep - 20:42

Akt 40. Casu Teil 3

„ DAS kann gar nicht sein! Luca kann nicht mein damaliges Stalking Opfer gewesen sein! Das ist nicht möglich!“
„ Und wie das möglich ist.“ widersprach Candy. „ Ich spreche da zufälligerweise aus eigener Erfahrung.“
„ Ich weigere mich trotzdem DAS auch nur in Betracht zu ziehen!!“ fauchte Jaz. „ Und letztendlich weißt du gar nichts! Du bist nichts weiter als eine Projektion meiner Erinnerung, die durch meine Fantasie Form annahm. Alles was du weißt oder zu wissen glaubst, entspringt MEINER lückenhaften Sicht auf die verdrängte Vergangenheit und ich bin mir sicher, dass ich mir längst nicht mehr über alles im Klaren bin!“ fluchte sie. „ Vielleicht ist das alles hier bloß Wunschdenken! Vielleicht waren das gar nicht unsere Freunde, die wir damals terrorisiert und dadurch in ein besseres Leben gekickt haben! Vielleicht ist DAS meine Art mein damaliges Verhalten zu beschönigen, weil ich heute reif genug bin um zu wissen, dass das absolute Scheiße war!“  
„ Wie ab die geht.“ schmunzelte Sugar. „ Genauso wie du früher. Weißt du noch die eine Bitch, die sich an deinen Stecher ran schmiss? Der der du die Autoreifen zerstochen hast? Vielleicht solltest du deinen Wagen umparken, ehe sie das mit deinen Reifen auch macht.“
„ Und woher kommt dann dein ausgeprägtes Interesse für Ägypten?“
„ Das...“ verzog sie entsetzt den Mund. „ … ist purer Zufall.“
„ Is klar.“
„ Außerdem habe ich nie abgestritten dass der Typ damals Ägypter war, aber das heißt noch lange nicht, dass es Luca gewesen sein muss!“ hielt die Autorin weiter dagegen. „ Ich könnte dem doch nie wieder in die Augen sehen, wenn er es gewesen wäre.“
„ Zu mindestens scheint er den Spießrutenlauf ja gut weg gesteckt zu haben. Schließlich kam er wieder in unser Land und er machte bisher auch nicht den Anschein als hätte er irgendwas schreckliches mitmachen müssen.“ gab Laura ebenfalls ihren Senf dazu ab. „ Allerdings hatte er bisher auch mit keiner Silbe erwähnt, dass er bereits Erfahrung mit aufdringlichen Fans gesammelt hatte.“
„ Ja! Weil er es gar nicht war!“
„ Sondern sein Bruder, oder was?“
„ Ich hoffe nicht!“ schaute sie noch entsetzter drein. „ Außerdem was würde das denn für einen Sinn machen, dass der mich als das da...“ zeigte sie mit beiden Händen auf Candy. „ ... abweist, aber ich falle dem gleich auf, bloß weil ich im Park auf irgendeiner Bank sitze??“
„ Ist doch logisch, dass der gleich ein Auge auf dich warf.“ behauptete Sugar.
„ Ach? Weil ich so keine wandelnde Geschmacksverirrung mehr bin, oder was??“
„ Quatsch keine Opern, Alte! Natürlich ging der gleich steil, weil er 'Jaz' bereits kannte und das in und auswendig.“ grinste Su breit auf.
„ Na bitte, da haben wir es doch! Das ist alles totaler Blödsinn! Als ich Luca das erste Mal traf, war Naik noch der einzige der 'Jaz' in und auswendig kannte!“
„ Richtig, weil Luca mich gevögelt hat.“ gab Candy von sich.
„ DAS wüsste ich aber!“
„ Wer ist denn bei dieser hässlichen Schabracke eingestiegen, um der eins ihrer Kleider zu stehlen und hat dieses dann angezogen, um auf dem Fest der Snobs, Schnösel und Zieraffen nicht aufzufallen? Und wer war das denn noch mal, der sich lieber von einem ägyptischen Fatzke flachlegen ließ, anstatt die Scheiß Schlüsselkarte des fetten Bankbesitzers zu klauen?“ tat Sugar so, als müsste sie darüber nachdenken. „ Ach ja! Das warst ja DU! Während ich draußen auf dich wartete und mir den Arsch abfror, hattest du nichts besseres zu tun, als dich mit diesem Lackaffen in der Besenkammer zu vergnügen!!!“
„ Du hast vergessen zu erwähnen dass es in Strömen geregnet hat!“ fügte Laura noch empört hinzu. „ Aber stimmt!! Du hast echt ewig lange auf dich warten lassen!“
„ Er hatte eben überzeugende Argumente...“ griente Candy breit vor sich hin.    
„ Keine Details! Danke!“ meinten Laura und Sugar im Chor.
„ Jaja, den Ball und den Typen gab es, aber das beweist noch gar nichts!“ murmelte Jaz. „ Wo steht denn geschrieben, dass das Luca gewesen sein muss?“
„ In seinem Pass steht das. Seine Initialen findest du auch auf der Rolex. Ein verschnörkeltes L A, was weder für Lande Anflug, noch für Los Angeles stand, sondern für Luca Alexandros.“
„ Wegen dem L A bekam er den Spitznamen Lackaffe von mir verliehen.“ schob Su noch hinterher. „ Wobei ich lachende Arschfalte oder lausiger Affentänzer auch ganz toll fand.“
„ Nicht zu vergessen der Lumpen Akrobat! Ja, ich erinnere mich!“ lachte die Co-Autorin, während ihre Freundin immer bleicher wurde.
„ Die Initialen L A sagen auch noch nichts aus. Vielleicht hieß er ja L. Anders.“  
„ Sieh es doch einfach ein, dass du ihn damals schon rattenscharf fandest und gut ist.“
„ Ich will das aber nicht einsehen und das werde ich auch nicht! Sobald wir wieder zuhause sind, krame ich die Erinnerungskiste raus und dann werde ich euch beweisen, dass im Pass NICHT Luca Alexandros steht!“
„ Mach das! Du wirst dabei nämlich übelst auf die Fresse fliegen und das würde ich ja zu gerne sehen.“ grinste Sugar schief auf.
„ Müssen wir nicht eine Prüfung ablegen? Wann wollt ihr endlich damit anfangen?“ wechselte die Autorin fix das Thema.
„ Sehen wir so aus, als würden uns irgendwelche Scheiß Prüfungen interessieren? Wir haben den komischen 'ich trage einen Stock im Arsch und freue mich auch noch darüber'- Typen bloß eine Tracht Prügel verpasst, weil wir es leid waren von euch verleugnet zu werden.“ erklärte Candy. „ Wir gehören genauso zu eurem Leben dazu, wie ihr und nur weil ihr jetzt irgendwelche neureichen Assis seid, habt ihr noch lange nicht das Recht eure Wurzeln zu kappen.“
„ Genau.“ stimmte Sugar ihrer Busenfreundin zu. „ Wir sind die Seite in euch, die dafür sorgt, dass ihr überhaupt mit LoT und dem ganzen drum herum klar kommt. Wir sind die Angst, die eure Schauspieler dazu motiviert auf euch zu hören, wir sind die Stärke, um eure Feinde im Schach zu halten, wir sind der Wahnsinn, ohne den ihr nicht mal einen verdammten Tag am Set überleben würdet. Wären wir nie gewesen, glaubt ihr wirklich ihr hättet so etwas dummes gewagt, wie eine stillgelegte Fabrik am Arsch der Welt umzubauen? Vermutlich wärt ihr nicht mal auf den Gedanken gekommen genau dies zu tun, wenn wir nicht die Risikobereitschaft verkörpern würden.“
„ Waren wir früher wirklich so weise?“ lehnte sich Laura leicht zu Jaz rüber.
„ Garantiert nicht.“ verschränkte sie murmelnd die Arme vor der Brust. „ Aber ich glaube sie haben trotzdem oder gerade weil sie durch uns beeinflusst wurden Recht. Ich bin zwar nicht stolz auf das, was wir früher getan haben, aber ich hätte niemals etwas anderes tun wollen.“    
„ Natürlich nicht. Wir wurden ja auch schon mit dem Wissen, dass es sich auf der Schattenseite des Lebens schöner leben lässt, geboren.“ bemerkte die Co-Autorin grinsend. „ Deshalb sind wir heute mächtige Hexen und damals waren wir berüchtigte und von jedermann gefürchtete Bandenmitglieder und wer weiß, falls deine Fantasie in 20 Jahren noch mal gesprengt wird, wer wir da sein werden? Vielleicht sind wir es dann, die unseren späteren Ichs ins Gewissen reden?“
„ Nur reden? Wir werden sie in Grund und Boden stampfen.“ verbesserte Jaz sie.
„ Weil wir in unserer Perfektion eben viele Seiten miteinander verbinden unter anderem auch Casu oder Jala und ganz gleich welche Namen noch folgen werden, wir werden ewig diejenigen bleiben, die das Böse predigen und das Gute verbreiten und wem das nicht passt...“ sah sie zu ihrer Freundin hin. „ … der soll sich eben verpissen.“
„ Ganz recht.“ nickte die Schriftstellerin. „ Wir sind wer wir sind und das ist auch gut so. Es gibt nichts wofür wir uns schämen müssten.“
„ Es ist nicht wichtig was in der Vergangenheit geschah sondern was in der Zukunft geschehen wird. Vergesst das nicht wieder, ansonsten kommen wir wieder und kloppen euch weg.“ wandten sie sich von den Cheffinnen ab.
„ Hey und das Fragment? Und was habt ihr mit den anderen gemacht?“
„ Sehen wir aus wie Schatzsucher, oder was? Sucht es gefälligst selbst.“ sah Sugar zu ihnen zurück. „ Ihr seid doch jetzt so schlau, also werdet ihr sie auch allein finden.“
„ Und was machen wir jetzt? Gehen wir den Glatzkopf mit faulen Tomaten bewerfen?“
„ Ja, vielleicht finden wir auch noch ein paar muffige Kürbisse.“
„ Mhm, ich will auch wen mit fauligen Tomaten bewerfen.“ murmelte Laura.
„ Mach das, aber vorher müssen wir das Fragment und unsere Freunde finden.“
„ Die werden bestimmt in der Waldhütte hocken. Dort haben wir unsere Beute doch immer hingebracht.“
„ Dann nichts wie hin da.“
„ Können wir nicht wenigstens eine einzige Tomate nach ihm werfen?“
„ Der Wald liegt aber in der entgegengesetzten Richtung.“ schmunzelte die Autorin.  „ Außerdem haben wir auch ohne diesen Umweg noch ein ganzes Stück Lauferei vor uns.“
„ Wie außerordentlich bedauerlich.“ trottete Laura ihrer Freundin hinterher.
Sie waren noch gar nicht weit gekommen, als ein Cabrio neben ihnen her schlich.
„ Wenn der Preis stimmt, dürft ihr gerne mitfahren.“ grinste Lance die Damen von der Beifahrerseite aus an.
„ Tut mir leid, aber so viel könnt ihr uns gar nicht zahlen, dass wir freiwillig zu euch in den Wagen steigen wollen.“ schielte Jaz den Herrn an. „ Aber ihr habt echt Glück, dass ich keine Lust habe so weit zu laufen.“
„ Dann rein mit euch.“ sah Jay zu ihnen hin.
„ Wo habt ihr den Wagen überhaupt her?“ wollte die Co-Autorin wissen, während sie mit ihrer Freundin auf die Rückbank kletterte.
„ Der stand ganz allein am Straßenrand, da haben wir uns gedacht, ach nehmen wir ihn einfach mal mit. Hier gibt es so viele von denen, da fällt es gar nicht weiter auf wenn einer fehlt.“
„ Waren die anderen auch bei euch?“
„ Ja, sie warten in der Waldhütte und nun schnallt euch besser an. Jay ist nicht gerade für seine vorsichtige Fahrweise bekannt.“ riet Laurenz ihnen. „ Und falls ihr euch übergeben müsst, dann tut das bitte aus dem Fenster.“ schielte er zu ihnen zurück.
„ Keine Sorge. Ich bin auch nicht gerade dafür bekannt, dass ich ein ruhiger Fahrer bin. Wir sind es also gewohnt, die gesengte Sau zu spielen.“ konterte Laura grinsend.
„ Wehe ihr kotzt mir in den Nacken.“ meinte Lance noch, ehe der Wagen dann mit quietschenden Reifen davon bretterte.
Casu war natürlich auch in der Realität, die ja alles mitbekam, das Gesprächsthema Nummer eins.  
„ Ich habe bereits seid einer Ewigkeit nicht mehr an die beiden Plagegeister gedacht. Dabei haben die mich damals beinahe täglich zur Weißglut getrieben und DAS hat da noch kein anderer geschafft. Ich musste sogar die Anzahl meiner täglichen Meditationen hochschrauben, um nicht irgendwann aus der Haut zu fahren.“ verschränkte Yami die Arme vor der Brust. „ Ich bin 'Laura'...“ den Namen betonte er extra. „ … wirklich nur gefolgt, weil ich Sugar in ihr wiedererkannte. Ich wollte wissen, was der Teufel dieses Mal geplant hat und ob ich dessen Plan noch durchkreuzen kann. Eigentlich habe ich auch fest damit gerechnet, dass die mich in eine Falle locken wollten, weil ich damals den Plan geschmiedete habe, der Casu schließlich von der Straße holte. Doch dem war nicht so. Keiner von beiden hat mich wiedererkannt.“ sah er zu seinem Kumpel rüber, der noch immer wie versteinert auf die Kugel starrte und dabei einen Blick aufgesetzt hatte, der eindeutig bezeugte, dass er dem Grauen höchstpersönlich begegnet war. „ Du warst es also wirklich.“ grinste er Ultra fies auf. „ Candy's Stalking Opfer.“ inzwischen war sogar Yami in der Lage dazu Schadenfreude zu verspüren, logisch, er lebte schließlich mit dem besten Lehrer aller Zeiten zusammen. „ Das kommt davon wenn man mit fremden Frauen in der Besenkammer verschwindet.“
„ DAS war das erste und einzige Mal, dass ich das getan habe.“ erwachte er prompt aus seiner Starre. „ Ich habe eben geglaubt sie wäre wie ich.“
„ Leicht zu haben?“ zog er belustigt eine Augenbraue hoch.
„ Nein, Fehl am Platz!“ knurrte er. „ Mir hatte es in dem Alter garantiert noch keinen Spaß gemacht, mich auf irgendwelchen langweiligen Wohltätigkeitsbällen rum drücken zu müssen. Ich war jung und wollte etwas erleben, stattdessen musste ich ständig einen auf folgsamen Vorzeigesohnemann machen. Ich tat es zwar, aber ich tat es nicht gern! Und dann tauchte sie auf.“ sah er auf die Kugel hinab. „ Sie war eben erfrischend anders als die anderen Mädchen die einen auf brave Prinzessin machten. Jaz hat dem einen sogar ihr Getränk ins Gesicht geschüttet, das war sogar unheimlich erfrischend.“ hellte sich seine Miene wieder auf. „ Auf die folgenden Monate als Opfer eines Stalkers hätte ich zwar gut und gerne verzichten können, aber nicht auf meine jetzige Beziehung und wenn es das eine nur mit dem anderen gibt, dann bin ich froh darüber dass ich nun weiß, wie man sich als Liebling eines Stalkers fühlt.“
„ Diese Erfahrung war auch hinsichtlich deiner irren Fans vom Vorteil. Wer weiß ob du andernfalls überhaupt noch dabei wärst.“
„ Im Gegensatz zu Candy sind meine Fans wirklich zahme Schäfchen.“
„ HA! Ich habe es geschafft!“ jubelte Sahira im Hintergrund, weshalb sich die Herren gleich aufgeregt zu ihr umdrehten.
„ Hast du das Prisma repariert??“
„ Viel besser! Ich habe das Weltbeste Sandwich gebaut.“ deutete sie auf den Teller hin.
„ Na toll.“ ließen die Herren gleichzeitig enttäuscht die Köpfe hängen.
„ Ja, du hast Recht, Goldi. Das sind zwei riesengroße Idioten.“ murmelte sie. „ Wenn sie nämlich nicht so versessen auf die Kugel gestarrt und MICH ignoriert hätten, dann wüssten sie schon längst, dass das Prisma wieder einsatzbereit ist.“ warf sie ein Stück ihres Sandwichs in das Fischglas, so dass sich Goldi gleich drauf stürzen konnte.
„ Du bist also doch fertig!?!?!“ strahlten sie wieder auf. „ Warum sagst du denn nichts??“
„ Gleich klatscht es, aber sicher kein Beifall.“

Akt 41. die Hütte im Wald

„ Sie haben was von einer Hütte im Wald gefaselt, oder?“ überlegte Luca. „ Hast du damals zufällig raus gefunden wo die sich befindet?“
„ Nein.“ seufzte Yami. „ Wenn ich es gewusst hätte, dann hätte ich der Polizei einen Tipp gegeben und Casu wäre noch früher von der Straße verschwunden. Dann hätten sie auch niemals die Zeit dazu gehabt, die ganzen Beweise zu vernichten und wären noch länger hinter schwedischen Gardinen gelandet.“ brummte er. „ Also damals hätte ich mir das gewünscht... heute bin ich natürlich froh darüber, dass es nicht so kam... oder so...“ grinste er verschmitzt auf. „ Jedenfalls brauchen wir nicht zu wissen wo sich ihr Geheimversteck befindet, das Prisma wird uns von ganz allein da hin führen.“
„ Stimmt, das hatte ich ganz vergessen.“ sah er auf das Seelenprisma hinab. „ Beeilen wir uns lieber, bevor uns diese Welt buchstäblich um die Ohren fliegt.“
Währenddessen hatten die anderen den Wald erreicht und spazierten nun zu Fuß zu ihrem alten Geheimversteck hin.
„ Tief im dunklen Wald, da fällt mir auch gleich eine Geschichte zu ein!“ lachte Laura.
„ Meinst du die 'ich habe den Faden verloren' Story?“ sah Jaz belustigt zu ihr hin.
„ Ja genau!“
„ Das klingt witzig! Erzählt uns davon.“ bat Lance um mehr Informationen.
„ Gerne doch.“ grinste die Co-Autorin. „ Also das war so: unser Studio grenzt direkt an einem großen Waldstück, deshalb drehen wir die meisten Szenen die im Wald spielen auch dort. Ist ja logisch.“
„ Ja, jetzt ist es das. Aber als ich das vorschlug war sie diejenige, die am lautesten protestiert hat.“ flüsterte Jassy den Herren zu.
„ Richtig! Weil es in Strömen geregnet hat und ich keinen Bock darauf hatte mir da draußen den Tod zu holen!“ rechtfertigte sie sich. „ Jedenfalls hat sie ihren Willen bekommen und wir sind mit Sack und Pack in den Wald marschiert. Danach fiel zwar die halbe Crew aus, weil die sich nämlich alle eine Erkältung eingefangen hatten, so wie ich es vorher sagte, aber wenn sich Jaz erst einmal was in den Kopf gesetzt hat, dann bringt sie nicht mal ein Tsunami davon ab.“ schielte sie zu ihr hin. „ Allerdings war es im Nachhinein echt witzig gewesen. Brutus blieb zwischen zwei Bäumen stecken, Paul rutschte einen Abhang runter, der eine Kameramann stolperte über eine Wurzel und landete direkt mit dem Gesicht in einer Schlammpfütze und der Knaller: wir haben Eugene im Wald vergessen!“
„ Ihr habt was?“ hakte Jay sichtlich amüsiert nach.
„ Ich korrigiere: wir haben ihn nicht vergessen, er hat sich unbemerkt abgeseilt!“ verbesserte die Autorin. „ Wir sind gemeinsam aufgebrochen, doch er kam nicht am Studio an.“
„ Na gut, dieses eine Mal zählte er vielleicht nicht zu den Vergessenen, doch trotzdem fiel uns seine Abwesenheit erst kurz vor Feierabend auf und das nicht mal durch uns! Maria hatte ein gigantisches Fass aufgemacht, nachdem alle Verletzten versorgt waren und von ihrem Riesenbaby jegliche Spur fehlte. Die stand kurz vor einem Herzkasper, es hätte echt nicht mehr viel gefehlt und wir hätten sie Reanimieren müssen!“
„ Das gesamte Studio haben wir danach auf den Kopf gestellt. Wir haben sogar in sämtliche Pappkartons geschaut, für den Fall dass irgendwer was dummes gesagt hat und er sich selbst verschicken wollte. Doch Fehlanzeige, er war nirgends zu finden.“ teilte ihnen Jaz mit.
„ Also sind wir zurück in den Wald gegangen, um zu schauen ob der da irgendwo ist und ja! Da war er wieder! Von oben bis unten mit Schlamm beschmiert kroch er über den Waldboden und drehte jeden verdammten Stein um! Und warum? Weil Jaz während eines Gesprächs den Faden verlor und Eugene zurückblieb um ihn zu suchen!“ lachte sie beherzt drauf los.
„ Im ernst??“ lachte Lance. „ Euer Eugene muss dann wohl unsere...“ blickte er fragend seinen Kumpel an.
„ Elisa...“
„ Ach ja genau! Unsere Elisa sein! Bei ihr muss man auch höllisch aufpassen was man sagt.“  
„ Wirklich? Hat sie auch schon versucht ihr Geschirr zu essen, weil man zu ihr sagte: iss deinen Teller auf? Oder hat sie versucht einen Besen zu essen? Oder hat sie versucht sich etwas aus dem Ärmel zu schütteln? Oh oder hat sie sich Tomaten auf die Augen gelegt?“
„ Ja, das kommt mir alles bekannt vor!“ grinste der Co-Autor. „ Elisa hat auch schon einen Holzbalken unseres Studios gezuckert und dann mit der Küchenraspel dran rum geraspelt weil jemand zu ihr meinte, sie solle doch vor der Kamera 'Süßholz' raspeln!“
„ HAHAHAH!!!!“ grölte Laura drauf los. „ Der ist gut!! Den muss ich mir merken!! Pffff!! Ob Eugene wohl auch auf so was kommen würde??“
„ Der versucht lieber über seinen Schatten zu springen.“ kicherte Jaz. „ Oder was er auch gerne macht: seinen Kakao auf den Boden schütten und die Leute dann dort durchzuziehen.“
„ Der hat uns auch schon das halbe Set auseinander genommen, während eines panischen Anfalls und alles nur, weil Maria zu ihm meinte: na du hast heute aber Hummeln im Hintern!“
„ Das halbe Set ist gut, das gesamte Bühnenbild war danach reif für die Schrottpresse.“ murmelte die Autorin. „ Einen Scheinwerfer hat der auch auf dem Gewissen und von den umgeworfenen Kameras, Stühlen, Tischen und Mitarbeitern wollen wir erst gar nicht anfangen. Apropos anfangen.“ blickte sie zu Jay hin. „ Wie habt ihr überhaupt von uns erfahren?“
„ Durch Sahira natürlich. Sie tauchte bei uns auf, nachdem unsere Fantasie gesprengt wurde.“ erklärte Jay.
„ Und sie wusste es woher?“ staunten die Autorinnen.
„ Von eurer Sahira. Scheinbar sind sie spirituell eng miteinander verbunden.“
„ Nun, das wundert mich nun nicht so sehr.“ nickte Jaz. „ Wer uns die Reise in eine fiktive Welt ermöglichen kann, muss einfach etwas ganz besonderes sein. Es würde mich nicht mal dann wundern, wenn die täglich zusammen einen Kaffee trinken gehen. Die machen das, ganz so als wäre es das normalste von der Welt.“
„ Für die ist es bestimmt auch so.“ stimmte Laura ihrer Freundin zu. „ Wer weiß denn schon in welchen Spähren die sich bewegen können?“
„ Ich weiß zu mindestens, dass unsere Spähren viel lustiger sind als ihre.“ kicherte sie.
„ Das stimmt. LoT zu betreten war eine der besten Entscheidungen überhaupt.“ behauptete die Mangaka. „ Auch wenn das alles so dermaßen außer Kontrolle lief, dass wir nun die Bruchstücke eurer Fantasie einsammeln müssen.“
„ Wie kam es überhaupt zum Bruch des Prismas?“ wollte Lance von ihnen wissen.
„ Die LoTer sind schuld. Sie wollten das wir für immer bei ihnen bleiben, deshalb haben sie dafür gesorgt, dass das Prisma zerstört wurde.“ grummelte Laura.
„ Was ja eigentlich nur bezeugt, wie fest die Verbindung zu euren Charakteren ist.“ bemerkte Jay. „ Und das sie eigenständig reagieren zeigt eigentlich nur wie viel Macht das Prisma dank euch hat. Ihr solltet stolz darauf sein.“
„ Das sind wir auch. Allerdings bringt der Stolz auch viele unerwartete Probleme mit sich.“ seufzte die Schriftstellerin. „ Jedenfalls dann, wenn die Fantasiefiguren plötzlich in der Realität rum laufen und man sie nicht vom Original unterscheiden kann.“
„ Oder wenn sie die eigenen Gedanken kontrollieren, nicht wahr?“ griente sie.
„ Solche Probleme habe ich nicht.“
„ Natürlich nicht.“
„ Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?“ lenkte sie schnell vom Thema ab. „ Habt ihr auch zeitgleich versucht den selben Wagen zu stehlen?“
„ Nein. Wir sind im selben Heim aufgewachsen.“ beantwortete Lance die Frage.
„ Ihr wart im Heim?“ staunten sie.
„ Ihr wohl nicht, hu?“
„ Nein, wobei alles besser gewesen wäre als meine Familie.“ murrte Jaz.
„ Im Heim aufzuwachsen stelle ich mir echt übel vor.“
„ So übel war es gar nicht. Jedenfalls für uns nicht.“ behauptete Jay. „ Letztendlich kommt selbst ein Kind schon mit gutem Aussehen und dem richtigen Charme ohne Probleme durchs Leben. Das haben wir recht früh gelernt.“
„ Hat dir dein gutes Aussehen und dein Charme auch geholfen als deine Fantasiewelt gesprengt wurde?“ hakte Laura grinsend nach.
„ Tja wer weiß? Vielleicht wäre ich ja in Brunhilda's Armen aufgewacht, wenn es nicht so gewesen wäre? Oder ich wäre irgendeinem irren Fan vor die Füße gefallen, doch so habe ich bloß ein bisschen Kunstblut verschüttet.“
„ Ein bisschen sagt er!“ starrte Lance seinen Kumpel schief von der Seite an. „ Als wir ihn fanden sah der aus, als hätte er mit Jack the Ripper höchstpersönlich fangen gespielt und verloren! Er war über und über mit Blut beschmiert und dass das nur Kunstblut war, stand ihm leider nicht auf der Stirn geschrieben. Stattdessen drehte das gesamte Studio durch. Die meisten versuchten einfach nur zeitgleich zu fliehen, die anderen kümmerten sich um Jay und ich suchte diesen Attentäter. Natürlich umsonst, aber das konnte ich vorher ja nicht wissen.“
„ Warum hast du ihn nicht einfach gefragt woher das Blut stammte?“
„ Weil die Situation augenscheinlich doch total offensichtlich war! Ich frage einen sterbenden doch auch nicht, ob er wirklich gerade stirbt, sondern agiere ohne Zeit zu vergeuden. Genauso wenig kam mir in den Sinn ihn zu fragen, ob das sein Blut ist. Aber jetzt bin ich schlauer! Sollte der noch mal so vor mir stehen, fragen ich ihn als erstes ob das Kunstblut ist.“
„ Wenigstens kann man nicht behaupten du würdest nicht aus deinen Fehlern lernen.“ schmunzelte Jaz. „ Aber ich kann mir schon vorstellen was das für ein Schock gewesen sein muss. Ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen zu Fragen von dem das Blut stammt, sondern hätte gleich den Notarzt gerufen. Oder hätte mich um die vermeintliche Verletzung kümmern wollen, da wäre mir dann spätestens aufgefallen, dass das nicht sein Blut sein kann.“
„ Mhm ja, wir haben es ja dann auch irgendwann begriffen. Aber bis es so weit war, sind die Mitarbeiter schreiend und in Scharen aus dem Studio hinausgestürmt. Sogar die Security, die ja für unsere Sicherheit sorgen sollte, hat sich denen angeschlossen und sind vorne weg am lautesten brüllend davon gestürmt.“
„ Das hätte unsere Security auch so gemacht und danach wären unsere irren Fans hineingestürmt und hätten alles noch viel schlimmer gemacht!“ lachte die Mangaka. „ Wobei, vielleicht auch doch nicht. Die hätten garantiert auch sofort nach dem Attentäter gesucht, um ihn auf qualvolle weise aus dem Leben zu stampfen.“
„ Stimmt.“ nickte Jaz. „ Manchmal können sie schon echt nützlich sein. Gerade dann wenn es darum geht unsere Feinde niederzumähen.“
„ Die würden bestimmt sogar das Meer für uns teilen, damit wir trocken am anderen Ufer ankommen.“
„ Oder den Berg zum Propheten bringen, damit wir nicht so weit laufen müssen?“ schmunzelte sie.
„ Ja, genau!“
Kurz darauf kamen sie dann endlich an der Hütte an, wo sie bereits von den anderen erwartet wurden.
„ Den LoTern sei Dank! Da seid ihr ja endlich!“ winkte ihnen Ritsu strahlend zu. „ Was hat euch denn so lange aufgehalten?? Wir wollten schon los ziehen um euch zu suchen.“ lief sie zu ihnen hin. „ Seid ihr ok? Haben euch diese Piiieep was angetan?“
„ Nein, haben sie nicht. Sie haben uns nur auf etwas aufmerksam gemacht, was schon viel zu lange von uns ignoriert wurde.“ lächelte die Autorin.
„ Was denn? Das die alle voll einen an der Klatsche haben, oder was? Das hätte ich euch auch sagen können.“
„ Tja, da fragt man sich doch was mit ihrer perfekten Menschenkenntnis passiert ist, oder?“ gab Kian ebenfalls seinen Senf dazu ab.
„ Mit meiner Menschenkenntnis ist alles in Ordnung, klar?? Ich kann mich in jeden rein setzen! Sogar in Nichtmenschen!“
„ Uhum, sicher. Setze du dich mal in andere rein. Das macht bestimmt Spaß.“
„ Ja, nur bei dir nicht! Da kommt bloß reiner Müll bei raus! Du hast nämlich doch mehr mit deinem Schwacho gemein, als du glaubst!!“
„ Ist gut jetzt, oder ich sorge dafür dass ihr beide mit Eugene um die Wette sabbert!“ schaltete sich Laura ein. „ Ich habe auch kein Problem damit euch in die Hölle zu schreiben, oder will der Herr lieber seinen Klappstuhl zurück haben? Damit kann ich auch dienen!“
„ Einen Klappstuhl?“ zog Lance fragend eine Augenbraue hoch. „ Ist das so was wie sein Kuscheltuch?“
„ Haha, ja genau!“ lachte sie beherzt drauf los. „ Damit hatte Jaz ihn bei unserer ersten Begegnung ins Reich der Träume geschickt. Hach das waren noch Zeiten.“
„ Meinst du die Zeiten, als wir euch auf die plumpste Weise, die ihr euch vorstellen könnt, in eine Falle lockten und euch dann in den Kerker warfen?“ mischte sich Chi nun auch ein.
„ Und aus dem wir wieder entkommen sind? Ja genau diese Zeit meine ich!“
„ Vielleicht sollten wir einfach das Fantasiestück holen und dann weiterziehen.“ schlug Jaz vor.
„ Mach das. Allerdings sollte ich dir vielleicht vorher sagen, dass ich die Magie des Seelenprismas bereits seit einiger Zeit vernehmen kann, aber wenn du willst, können wir trotzdem sofort aufbrechen.“ verriet Kian ihnen.
„ ...“ schweigend sahen sich die Autorinnen erstaunt an, ehe sie sich zeitgleich von der Truppe abwandten und dann den Weg zurück rannten, den sie vor wenigen Augenblicken erst gekommen waren.
„ Mhm. Ich verstehe immer noch nicht was sie an den Schwachos so toll finden.“ sah ihnen Ri kopfschüttelnd hinterher.

Akt 42. Wiedersehensfreude

„ Warte!“ blieb Jaz plötzlich mitten auf dem Waldweg stehen. „ Ihnen entgegen laufen zu wollen bringt überhaupt nichts, wenn wir nicht wissen wo sie sich gerade überhaupt befinden. Sie werden uns finden, jedenfalls dann, wenn sie schlau genug sind, sich vom Prisma den Weg weisen zu lassen und ich gehe stark davon aus, das sie genau das gerade tun!“
„ Und was ist, wenn Casu sie vor uns entdecken? Wenn es wirklich stimmt und Yami sich uns nur angeschlossen hat, weil er mich erkannte, dann wird er sich genau daran erinnern, wenn sie ihm gegenüberstehen und dann wird es Luca garantiert auch wie Schuppen von den Augen fallen!“ wies Laura die Freundin darauf hin. „ Und denk daran! Candy ist 'Jaz'fiziert! Vermutlich hat sie Luca's Anwesenheit bereits wahrgenommen, ehe er diese Welt überhaupt betreten hat! Den sehen wir doch nie wieder, wenn sie ihn in die Finger bekommt!“
„ Ja, ich weiß, ich weiß!!“ atmete sie schwer aus. „ Aber trotzdem ändert das rein gar nichts daran, dass wir nicht wissen wo sie gerade sind! Planlos darauf los zu stürmen kann im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass wir uns von ihnen weg bewegen, oder das wir sie erst recht in ihre Arme lotsen.“
„ Das ist allerdings auch richtig. Vielleicht ist es wirklich das Beste hier auf sie zu warten.“ lenkte sie schließlich ein. „ Und dann? Dir ist schon klar, dass sie erfahren werden wer Jay und Co sind und wer wir früher waren? Wenn nicht von uns selbst, dann spätestens von den LoTern.“
„ Auch dessen bin ich mir bewusst. Deshalb müssen wir die Ruhe vor dem Sturm nutzen, um uns diesbezüglich etwas einfallen zu lassen.“ murmelte sie. „ Wir werden ihnen alles in Ruhe erklären, sobald wir meine Fantasie zusammengefügt haben und wieder zuhause sind. Auf die Schnelle lässt sich das alles nun mal nicht erläutern.“
„ Du glaubst doch nicht wirklich, dass sie nur gekommen sind, um uns das Prisma zu überreichen und danach gleich wieder einen Abflug zu machen, oder? Den Zahn kann ich dir gleich ziehen, sie werden nicht gehen, jedenfalls nicht ohne uns.“ verschränkte sie die Arme vor der Brust. „ Und das bedeutet nun mal, dass sie alles auf einmal erfahren werden.“
„ Dann sollten wir uns schon mal überleben, wo sich eine gute Irrenanstalt befindet. Denn dort werden wir sie einweisen können, wenn sie wirklich alles zeitgleich erfahren.“
„ Tja, das alles wäre nicht mal halb so schlimm für dich, wenn du Luca zu Candy's Zeiten nicht regelrecht besprungen hättest.“ grinste sie sie frech an.
„ Ich weigere mich weiterhin zu glauben, dass das überhaupt Luca war!“ knurrte die Dame. „ Außerdem habe ich ihn nicht besprungen, ich habe improvisiert!“
„ Ach ich vergaß, jemanden anzutatschen heißt bei dir ja auch, ihn zu analysieren! Da hast du natürlich auch eine harmloser klingende Bezeichnung fürs Bespringen.“ zog sie sie weiter auf.
„ Ich brauche mir keine anderen Bezeichnungen für etwas zu überlegen, was ich nicht getan habe!“
„ Weil ihr euch rein zufällig zur gleichen Zeit in der selben Kammer versteckt habt und dann seid ihr zeitgleich ganz dumm gestolpert und ineinander anstatt aneinander gestoßen, ja?“
„ Rede keinen Quatsch.“ grummelte Jaz. „ Ich habe ihn schon in die Kammer gestoßen...“
„ Ach so!! Jetzt verstehe ich, dann bist nur du ganz dumm gestolpert...“
„ Natürlich nicht! Ich habe ihn da rein gestoßen, weil ich keine andere Wahl hatte! Ich habe den ganzen Abend darauf gewartet, dass dieser fette Bankdirektor die Party verlässt, damit ich unbemerkt die Schlüsselkarte entwenden konnte und als er dann endlich den Raum verließ, um aufs Klo zu gehen, bin ich ihm hinterher! Aber nicht bis aufs Klo!!“ stellte sie gleich klar, ehe sich Laura's Grinsen überhaupt verfestigen konnte. „ Ich habe auf dem Flur auf seine Rückkehr gewartet und da stand 'er' dann plötzlich neben mir!“ das Wort 'Er' betonte sie extra. „ Dann kamen auch noch ein paar Sicherheitsbeamte auf uns zu, also habe ich das einzig richtige getan und ihn in die Besenkammer gestoßen. Ich hätte mich doch sofort verdächtig gemacht, wenn ich allein in die Kammer geflüchtet wäre, deshalb musste ich ihn mitnehmen. So hätte ich auch gleich eine perfekte Ausrede dafür gehabt, weshalb ich überhaupt in diesem Raum war, sofern die Beamten auf uns aufmerksam geworden wären. Und eigentlich hatte ich auch nie geplant mich von ihm vernaschen zu lassen. Ich wollte ihn bloß so lange beschäftigen, bis die Luft wieder rein war und ich dem Bankdirektor unbemerkt die Karte entwenden konnte. Allerdings war er einfach zu gut in dem was er da tat.“
„ Und du willst mir nun wirklich weismachen, dass er dir vorher nicht aufgefallen ist?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch.
„ Doch sicher war er mir aufgefallen. Aber wie du sicher noch weißt, habe ich damals nicht viel von den Zieraffen und Schnösel gehalten und gutes Aussehen schützt vor Hochnäsigkeit nicht. Und eigentlich halte ich von diesen Leuten auch heute noch nicht viel. Du weißt doch selbst ganz gut, wie langweilig die obere Gesellschaft ist. Wir waren doch nun schon auf genug Wohltätigkeitsveranstaltungen der High Society, um uns da ein Urteil bilden zu können.“ wies sie sie darauf hin. „ Damals war ich fest davon ausgegangen, dass er vor Schock in Ohnmacht fällt, wenn ich ihn in so eine Situation stoße. Ich konnte ja nicht ahnen, dass der voll darauf anspringen würde.“ lächelte sie.
„ Das tut er heute auch noch.“
„ Das weißt du doch gar nicht.“
„ Klar weiß ich das! Das hat er am Set doch oft genug bewiesen.“ griente sie.
„ Ich gehe da jetzt einfach nicht mehr drauf ein.“ murrte die Autorin.
„ Spätestens wenn wir uns die Erinnerungskiste angesehen haben, musst du darauf eingehen. Da hilft dann auch alles leugnen nichts mehr.“
„ Das werden wir ja sehen.“
Die Wahrheit kam ans Licht, die beiden wussten bloß noch nicht, wie nahe dieser Zeitpunkt bereits an sie heran gerückt war. Denn keine zwei Minuten später kamen Luca und Yami eilig um die Ecke gebogen und nach einem kurzen Augenblick des Erstaunens, kamen die beiden noch eiliger auf sie zu gerast, um die Autorinnen schließlich stürmisch an sich zu drücken. Ja, das tat sogar Yami! Auch wenn es vielleicht nicht zu seinem Verhaltensmuster passte, überwog die Erleichterung darüber, dass mit den Damen alles ok war, seine mönchischen Ruhe. Natürlich hatten sie das gesamte Geschehen dank der Seherkugel mitverfolgen können, doch es war eben etwas ganz anderes, ob man nur ein Zuschauer war, der zum Nichtstun verdonnert wurde oder ob man persönlich eingreifen konnte und das ging ab jetzt.
„ Yami!“ erwiderte Laura die Umarmung strahlend. „ Du kannst dir gar nicht vorstellen wie sehr ich mich darüber freue dich zu sehen!“ drückte sie sich noch mal kurz an ihn, ehe sie erwartungsvoll zu ihm aufsah. „ Was ist mit meinen Paketen? Steht mein Haus noch? Und hast du etwa irgendwas angefasst?“ wollte sie aufgeregt von ihm wissen, bis sie dann seinen zutiefst erstaunten Gesichtsausdruck bemerkte. „ Was ist?“
„ Hast du mich gerade wirklich Yami genannt?“
„ Natürlich? So heißt du doch?“ starrte sie ihn irritiert an.
„ Stimmt.“ er wusste das er so hieß, doch sie nannte ihn für gewöhnlich Chi oder auch gerne Chi-Klon, sämtliche Versuche seinerseits, sie an seinen wahren Namen zu erinnern, schlugen ja bekanntlich fehl, umso glückliche war er nun, dass sie ihn endlich so nannte, deshalb drückte er sie auch wieder lächelnd an sich, was ihre Verwirrung noch weiter steigerte. „ Ja, dein Haus steht noch, nein, ich habe nichts angefasst und deine Pakete warten daheim auf dich.“
„ JUHU!“
„ Dich darf man wirklich nicht eine Sekunde lang aus den Augen lassen.“ murmelte Luca seiner Freundin zu. „ Ich habe gedacht, ich sehe dich nie wieder!“
„ ...“ drückte sie sich fester an ihn. „ Das hätte ich nicht ertragen.“
„ Hey passe besser auf! Nicht dass die dich hinterher noch improvisierend einen Hügel hinunter stößt.“ grinste Laura mega breit auf, woraufhin Jaz mit einem mörderischen Blick zu ihr hinsah.
„ Wieso sollte sie das denn machen?“ hakte der Superstar leicht verwirrt nach.
„ Na, weil sie gerne improvisiert?“
„ Muss ich das verstehen?“
„ Tja, das wissen wir noch nicht so genau.“
„ Aha?“ zog er nun erst recht verwirrt eine Augenbraue hoch.
„ Mach dir nichts draus. Es gibt nur wenige die ihren wirren Gedankengängen folgen können.“ knurrte die Schriftstellerin. „ Und seit wir hier sind, sind ihre Gedanken sogar noch wirrer geworden! Normalos können sie also gar nicht mehr verstehen!“
„ Mhm, dann bin ich wohl kein Normalo mehr.“ bemerkte Yami. „ Ich weiß nämlich genau worauf sie hinaus will.“ legte sich das 'Chi-Grinsen' auf seine Lippen.
„ Das halte ich für ein Gerücht.“ blickte Laura zu ihm auf.
„ Wieso? Es liegt doch ganz klar auf der Hand, dass es um Casu und ihr Stalking Opfer geht.“
„ NEIN!!!“ prusteten die Damen gleichzeitig entsetzt drauf los.
„ Warum posaunst du das einfach so hinaus??? Ist dir denn nicht klar, wie gut man sie damit hätte aufziehen können?? Doch nun hast du alles kaputt gemacht! Warte!“ stockte der Co-Autorin dann doch noch mal der Atem. „ Woher weißt du das überhaupt?? Du kannst doch nichts von ihrem Stalking Opfer wissen oder seid ihr Casu hier über den Weg gelaufen?? Hat dich Sugar etwa mit Tomaten beworfen??“ betrachtete sie ihn von allen Seiten. „ Also spucke es schon aus, woher weißt du es??? Wer hat gepetzt??“
„ Ihr selbst habt gepetzt. Wir konnten euch die ganze Zeit mithilfe der Seherkugel, die uns Sahira freundlicherweise überließ, beobachten.“
„ Was soll das heißen, die ganze Zeit???“ riss sie völlig entsetzt die Augen auf.
„ Eben seit kurz nachdem ihr hier gelandet seid.“
„ Wie fies ist das denn??? Stell dir mal vor, ich hätte irgendwas peinliches gesagt oder gemacht, weil ich mich unbeobachtet fühle und dann bekommt ihr in Wirklichkeit alles mit und ICH weiß nichts davon???“
„ IHR STALKER!!“ empörte Jaz sich.
„ Echt jetzt? Ausgerechnet DU bezeichnest uns als Stalker?“ wollte Luca sichtlich amüsiert von seiner Freundin wissen, wodurch er sie auch gleich mundtot machte.
„ Aber dann müssen wir euch ja wenigstens nichts mehr erklären und falls ihr die Tatsachen nicht in eure Schädel rein bekommt, dann könnt ihr euch auch gefälligst selbst einweisen lassen! Wenn ihr die richtige Nummer braucht, dann befragt doch die Seherkugel.“ maulte die Mangaka.
„ Wenn du an unserer Stelle gewesen wärst, hättest du dich garantiert auch über die Kugel gefreut. Wir wussten doch gar nichts, nicht was mit euch geschah als das Prisma zerstört wurde, nicht ob es euch gut geht oder ihr im ewigen Nichts gefangen seid. Tut mir leid, aber um sie nicht benutzen zu können, seid ihr mir bei weitem nicht egal genug.“ zog Luca die schweigsame Autorin zurück in seine Arme. „ Und nicht nur wir haben uns riesige Sorgen gemacht. Die anderen taten das ebenso. Maria war sogar so durch den Wind, dass sie Eugene an der Straßenecke vergessen hat.“
„ Und Jacki und Chantal waren überpünktlich am Set, als sie hörten dass es Neuigkeiten über euch gibt.“ fügte Yami hinzu.
„ Du hast ja Recht! Aber toll finde ich es noch immer nicht und das würdest du an meiner Stelle garantiert nicht anders sehen!“ murmelte sie.
„ Apropos die Schauspieler! Was ist mit LoT?“ fand Jaz ihre Stimme auch endlich wieder.
„ Da werden die fertigen Folgen noch gezeigt und danach gibt es dann ein Pannen-Spezial.“ erklärte Luca. „ Ohne euch hätten wir das Niveau der Serie doch niemals halten können, deshalb haben wir die Dreharbeiten vorerst eingestellt.“
„ Pannen dürfte es ja genug geben, da könnten wir noch einige Ewigkeiten hinten dran hängen und uns hier häuslich einrichten.“ gab Laura ebenfalls ihren Senf dazu ab.
„ Was wir aber nicht wollen.“ erklärte der Mönch gleich.
„ Stimmt! Aber wir könnten, wenn wir denn wollten.“ kicherte sie. „ Lasst uns trotzdem zu den anderen zurückgehen. Je eher wir deine Fantasie wieder zusammensetzen, desto besser ist das.“
„ Richtig.“
Der Rest war dann ein Kinderspiel, dadurch dass Luya ja schon über alles Bescheid wusste, musste ihnen auch nichts mehr groß erklärt werden. Da reichte eine kurze Vorstellungsrunde vollkommen aus und schon waren alle mehr oder weniger zufrieden.
Und dann nahm Jaz das dritte Fragment, das Mittelstück, an sich, was neben LoT auch die Figuren aus zwischen Himmel und Hölle und dessen Nachfolger zeigte. Wodurch sie nun nicht nur in ihr letztes Abenteuer dieser DX starteten, sie verstand noch obendrein, weshalb Casu hier auftauchte, weil dieses Puzzlestück ihre neue Familie zeigte und ihr so ins Gedächtnis rief, dass es da schon mal eine Familie gab, die ihr über so manch schwere Zeit hinweg half und die sie aus falschen Stolz verleugnete, ja sogar tief in ihrer Vergangenheit vergrub: ihre alte Gang!
Doch auch wenn nicht alles Gold war, was glänzte und man sich im Nachhinein über so einiges aufregen könnte, hatte diese Zeit erst den Weg in diese geniale Zukunft geebnet. Das war ihr nun bewusst geworden. Ohne Casu wären sie niemals dort angekommen, wo sie sich heute befanden und nicht das was war zählte, sondern das was sie aus ihrem Leben machten und das war mehr als nur Oscar reif! Sie bewegten so viel mehr als ihnen allen bewusst war! Sie bewegten die Menschen, sie gaben ihnen Mut und auch ein Stück weit die Lebensfreude zurück. Ohne ihre Bemühungen als Autor und Mangaka wäre die Welt bloß ein trister grauer Ort, ohne irre Fans, spektakuläre Neuigkeiten des Studios oder anbetungswürdige Superstars, die auch gerne mal als Abbild junger Götter bezeichnet wurden. Ohne sie gab es auch keine Aury oder DX, ja nicht mal Pury! Und wer wollte das denn schon? Niemand! Genau!
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