Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

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Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Di 10 Okt - 22:39

Ninja Shoot: Rache ist Blutwurst


Akt 1. Und stinkt zum Himmel


„ Wo sind wir denn jetzt gelandet?“ sah sich Laura um. „ Das ist aber nicht der See, in dem Chi rein springt.“
„ Nein, das ist er nicht.“ strahlte Jaz wie ein Honigkuchenpferd. „ Das ist eine der ersten Szenen von WWW. Hier treffen Chiron, Miku, Elias und Ritsu das erste Mal aufeinander.“
„ Na klar und es geht dir dabei natürlich um die vier.“ schielte sie zu ihr hin.
„ Nicht ganz!“ strahlte sie noch mehr. „ Ich werde endlich herausfinden was passiert wäre, wenn sich Kian und Liú schon hier getroffen hätten.“
„ Woher wusste ich, dass es wieder um die beiden geht?“ verzog sie den Mund.
„ Die zwei sind ja nicht die einzigen hier.“ verdrehte sie die Augen. „ Du kannst Chi ja mit Schmutzwasser bewerfen, wenn du unbedingt sehen willst, wie das Wasser an ihm ab perlt.“ grinste sie breit auf. „ Hier. Das wirst du dafür brauchen.“
„ Was soll ich mit deinem Manuskriptbuch?“
„ Ich habe herausgefunden, dass du die Umgebung verändern kannst, indem du die Dinge hier herein malst oder schreibst.“ erklärte sie. „ Das funktioniert auch bei den Charakteren, sie werden tun was du willst und anhaben, was du für sie auswählst. Das einzige was sich nicht verändern kann sind wir. Ansonsten lass deiner Fantasie freien Lauf. Unsere bloße Vorstellungskraft vollbringt ja schon Wunder.“ funkelte sie.
„ Er macht was ich schreibe und hat an was ich will? Das ist ja der Wahnsinn.“ grinste die Co-Autorin mega breit auf. „ Worauf warten wir noch?? Legen wir los!!“
„ Hach, wenn du in der Realität doch auch so voller Tatendrang wärst.“ atmete sie schwer aus. „ Aber ja, legen wir los. Du wirst wohl bei Sansana bleiben, richtig? Ich werde Liú suchen.“
„ Ok. Treffen wir uns später wieder hier?“
„ Ja.“
Keine fünf Minuten später.
„ JJJAAAAZZZZZZZZZ!!!!!!!“ raste Laura wie eine besessene durch die Straßen.
„ LLAAAUUUUURRAAAAA!!“ und Jaz kam genauso besessen von der anderen Seite herbei gestürmt.
„ Ich habe großen Mist gebaut!“ knallten sie sich gleichzeitig um die Ohren. „ Was? DU? Ne, ich! Was ist passiert??“
„ Ich... habe bloß ein bisschen mit ihrer Kleidung und vielleicht auch mit der Haltung rum gespielt.“ grinste Laura verschmitzt auf.
Was so viel bedeutete wie: Sie dichtete Chi und seinem Wächter alles an, was ihr in den Sinn kam, von Badesachen über Bärenkostüm, vom Tütü rüber zu den Hasenohren bis hin zu rosa Bäckchen oder einer Spaßbrille. Wenn sie dem nicht ausgesetzt waren, dann fingen sie aus heiterem Himmel an albern zu tanzen oder komisch zu sprechen. Ach und ein paar kleine Regenwolken flogen auch hier und da mal über ihre Köpfe hinweg. Natürlich NUR über ihre Köpfe.
„ Ja, das war wirklich witzig.“ lachte Laura. „ Und was ist bei dir passiert?“
„ Ich habe Miku verschwinden lassen.“ murmelte sie. „ Ich brauchte doch nur Liú also habe ich Miku woanders hin geschrieben. Ich konnte doch nicht ahnen, dass Elias da gerade lang kam, also habe ich Miku schnell von da weg gezerrt, schließlich würde die ganze Geschichte zusammenbrechen, sollte Elias Miku mitnehmen. Dann wurde ich aber zu ihrer Entführerin und ja...“ starrte sie zur Seite.
„ Ich fasse es nicht! Musst du denn wirklich IMMER irgendwelche Gerüste einreißen??“
„ Das war doch nicht mit Absicht!!“
„ Und wo ist Miku jetzt??“
„ Äh... sie ist in diese Richtung geflüchtet.“
„ Aber da ist Sansana!!“
„ Ups...“ griente sie schief auf.
„ Das wird doch bestimmt das nächste Gerüst einreißen. Du bist echt unglaublich. Wir müssen da hin! Man, dabei bin ich ihren Fängen gerade so noch entkommen.“
„ Wir können ja schreiben, dass ihnen die Hände auf dem Rücken gebunden sind.“ kicherte Jaz.
„ Als wenn sie sich daraus nicht befreien könnten.“ schlichen sie zurück. „ Ich kann Miku nicht sehen.“ bemerkte sie, nachdem die beiden hinter einer Mauer standen und vorsichtig um die Ecke linsten.
„ Wie bist du eigentlich aufgefallen?“
„ Dein Müllboy hat mich entdeckt.“ brummte sie. „ Von uns muss eine Art Magie ausgehen, wenn wir die Szene beeinflussen, das sprang ihm wohl ins Auge.“
„ Ja, er ist eben mega aufmerksam.“ giggelte Jaz.
„ Ganz toll.“ verzog sie ihren Mund. „ Ich kann Miku immer noch nicht sehen. Vielleicht ist sie gar nicht auf die getroffen und schon längst dort, wo sie sein sollte.“
„ Mit Ritsu auf der Flucht. Ja, das wäre möglich. Gehen wir nachsehen! Wenn alles wieder in den richtigen Bahnen läuft, dann sollten wir ganz schnell verschwinden! Ich will weder im Knast noch im Kerker landen!“
„ Ok!“
„ Da hinten ist die Hexe!!!“ brüllte plötzlich einer von den Jägern.
„ Kian! Schnappe sie dir!“
„ UUUAAAHHHHH!!!!“ rasten die Freundinnen wie von der Tarantel gestochen davon.
„ Was machen wir jetzt???“ sah Laura völlig schockiert zu dem Hippo zurück.
„ Du meinst was machen wir JETZT, wo unsere Situation noch beschissener geworden ist??“ deutete sie auf den wütend drein schauenden Phönix hin.
„ Ach du Piiieeepppp!! Piiieep Pieeeeppp Pieeepppp!!“
„ Kümmere du dich darum, ich übernehme Kian.“
„ Ok.“
Nur wie hielt man einen schnaufenden riesigen Hippogryphen auf? Genau, mit einem riesigen Klappstuhl! Den schrieb Jaz nämlich in die Szene, kurz bevor der Hippo bei ihnen ankam und dann schlug sie ihn damit, und mit tausend Beteuerungen wie leid ihr das doch tat, aus der Luft. Das Wesen knallte danach nicht gerade sanft gegen eine Häuserwand und blieb regungslos am Boden liegen.
„ Oh Gott. Ich hoffe er hat sich nichts gebrochen.“ sah Jaz besorgt zu ihrem am Boden liegenden Liebling hin.
Laura in der Zwischenzeit hatte Liú's feurige Gestalt weg geschrieben, so dass nur das Küken vor ihr stand und dieses schaltete sie mit einem großen Kürbis aus. So konnten sie ungehindert weiter rennen. Jedenfalls so lange, bis Chiron die Wächter erreichte.
„ Die Königin des Feuers. Welch göttliche Fügung.“ grinste er breit auf.
„ Uah nein!!“ drehten sich die Autorinnen gleichzeitig um.
„ Du bist verflucht!!! Du musst verflucht sein! Deshalb bringst du die Gerüste mit deiner bloßen Anwesenheit schon in Gefahr.“
„ Man, so sollte ihr Treffen aber nicht ablaufen.“ fluchte Jaz.
Kurz bevor Chiron den Vogel erreichen konnte, erschuf die Autorin eine imaginäre Wand und dann ließ sie Drako auf den Plan treten, der in seiner kleinen Gestalt vor dem benommenen Feuerwächter landete und dann, nahm er seine beeindruckende, doch für diese Gasse viel zu große Drachengestalt an.
„ Und wieder... ups...“
Aber es half. Denn so konnten die Autorinnen und Liú verduften, ohne dass Chiron oder Kian die Verfolgung aufnehmen konnten. Diese wurden nämlich gerade zwischen Drachenwampe und Häuserwand eingequetscht.  
„ Boar was für ein Schock.“ keuchte Laura, als sie die Stadt endlich verlassen hatten. „ Wir sollten nun wirklich nach Hause gehen.“
„ Äh... haha...ha“  
„ Was ist?“
„ Ich glaube... ich habe das Prisma unterwegs irgendwo verloren.“
„ Du hast WAS????“ kreischte sie schockiert auf. „ Wie... und warum...und... spinnst du??“
„ Das ist doch kein Problem. Wir warten einfach bis alle aus der Stadt verschwunden sind und dann holen wir es wieder.“
„ Und wenn Chi es findet? Oder Elias oder irgendwer sonst?? Dann ist es gerade auf dem Weg zum Arsch der Welt hin!!“
„ Quatsch. Wir können sie ja nacheinander zurückschreiben und dann schauen wir, ob es einer von ihnen hat.“
„ Kannst du das Prisma nicht einfach her schreiben?“
„ Nein, das zählt schließlich zur Realität.“
„ Oh nein. Die Realität!“ riss Laura extrem schockiert die Augen auf. „ Was ist denn, wenn Chi oder wer auch immer damit in die Realität kommen kann??? Bist du dir im klaren was das für Auswirkungen hätte?? Chi würde bei den Autos und Bussen und Flugzeugen durchdrehen und alles niedermetzeln! Die anderen bestimmt auch! Die werden die Hochhäuser für Wüstenwürmer halten!! Das ist eine Katastrophe! Wir MÜSSEN das Prisma finden, jetzt!!!“
„ Aber wie geil wäre das denn, der echte Chi. Oder der echte Kian!“ strahlte sie.
„ Spinnst du?? Hast du mir nicht zugehört?? Sie werden UNSERE WELT VERNICHTEN!!“ packte sie ihre Freundin bei der Schulter und schüttelte sie richtig durch.
„ Ist ja gut. Selbst wenn sie das Prisma hätten, müssten sie erst einmal herausfinden wie es funktioniert.“
„ Glaubst du wirklich, irgendeiner unserer Charaktere würde sich davon aufhalten lassen?“ verschränkte sie brummend die Arme vor der Brust.
„ Wohl eher nicht.“ verzog sie den Mund. „ Selbst Ritsu würde sofort darüber stolpern und das im wahrsten Sinne des Wortes.“
„ Unsere teure Ausrüstung!!“ kreischte Laura. „ Ri wird uns sogar die Tapete aus den Räumen klauen!!“
„ Nun beruhige dich schon. Es steht ja noch gar nicht fest, dass das Prisma bei einen von ihnen ist und selbst wenn, kann es ja auch sein, dass nur wir es benutzen können.“
„ Das wäre eigentlich logisch, richtig? Schließlich zählen nur wir zur Realität.“ beruhigte sie sich etwas.
„ So sieht es aus.“ nickte Jaz. „ Und da uns das nun wieder eingefallen ist, schreibe ich einfach einen Leuchtstrahl in die Story, der uns zeugen wird, wo sich das Prisma befindet.“ zückte sie gleich ihr Buch. „ So, dann zeig uns mal den Weg.“
Tatsächlich preschte der Strahl gleich bis in die Stadt vor, doch von dort aus ging es durch die Stadttore weiter. Erst als er am Rande eines kleinen Waldes an kam stoppte er kurz, ehe er dann in die Höhe schoss und mit einem Affenzahn gen Sonne schoss.
„ Oho...“ schluckte Jaz.
„ Hier stand Chi's Raumschiff, richtig?“ lehnte sie sich leicht zu der Freundin rüber.
„ Ja....“
„ Ah...“ nickte sie. „ Dann haben wir jetzt wohl ein Problem.“
„ Ach was! Wir müssen ja bloß ihr Schiff zum stehen bringen, bei ihnen einbrechen und das Prisma zurückholen.“
„ Das Schiff lässt sich leicht zurückholen, aber ist dir aufgefallen, dass sich die Charaktere nicht so leicht beeinflussen lassen? Sämtliche Animationen die wir rein schreiben, halten bloß für den Moment! Also selbst wenn wir sie alle ins Koma schicken würden, würden sie einen Moment später wieder aufwachen! Also können wir sie bloß ausschalten, indem wir sie echt KO schlagen! So wie du das mit Kian gemacht hast, das war echt lustig.“ lachte sie.
„ Dein Kürbis war aber auch nicht schlecht. Auch wenn ich es nicht gut finde, dass du unsere BB Abneigung an Liú ausgelassen hast.“ murrte sie. „ Aber nun gut. Wir sollten ihnen folgen. Wer weiß wie lange uns der Strahl noch den Weg weist.“
„ Und wie willst du ihnen folgen?“
„ Mit unserem eigenen kleinen Raumschiff!“
„ Und wer soll das fliegen?“
„ Unser Autopilot natürlich.“ bloß eine Sekunde später standen sie vor einem kleinen Raumschiff. „ Los, steigen wir ein.“
„ Das ist mir echt nicht geheuer. Ich hoffe du hast auch Fallschirme rein geschrieben.“
„ Klar.“ nickte sie.
Kurz darauf nahmen die beiden dann die Verfolgung der brutalen Kopfgeldjäger auf.

Akt 2. Beim Barte des Propheten


„ Mit einem KLAPPPSTUHL!!!“ wütete Kian durch das Raumschiff. „ Die hat mich mit einem KLAPPSTUHL niedergeschlagen!! Ich fasse es nicht!!“
„ Komm mal wieder runter.“ schielte Chiron zu seinem Wächter hin.
Chi war gerade damit beschäftigt das Prisma zu begutachten, was ihm vor die Füße gerollt war. Allerdings sah es weder wertvoll aus, noch konnte er herausfinden wozu es gut sein sollte.
„ Du hast leicht reden, dich haben sie ja auch nicht mit einem Klappstuhl niedergeschlagen.“
„ Immerhin hat sie sich dafür entschuldigt.“
„ Toll! Davon heilen meine Wunden auch nicht!“ ließ er sich knurrend in einen Sitz fallen. „ Aber etwas an ihnen war schon komisch.“
„ Was meinst du damit?“
„ Was ich damit meine? Zum Beispiel den Klappstuhl, der aus heiterem Himmel auftauchte!!“ fluchte er. „ Oder Drako, der genauso plötzlich erschien! Seine Anwesenheit hätte ich schon vom Weiten spüren müssen!“
Das Kian überhaupt darüber nachdachte verdankten die Autorinnen Jaz perfektionistischen Ader. Denn sie fragte sich im stillen, ob den Erben der Dunkelheit und gerade seinem Wächter diese Ungereimtheiten nicht aufgefallen wären.
„ Und was sollte diese Regenwolke oder der Tatsache, dass wir ständig etwas anderes an hatten oder das wir plötzlich anfingen zu tanzen?? Das ergibt alles keinen Sinn.“
„ Du hast vollkommen Recht.“ legte er das Objekt zur Seite und drehte sich mitsamt seines Stuhls zu ihm hin. „ Die beiden müssen mächtige Hexen gewesen sein. Eine andere Antwort gibt es dafür nicht.“
„ Hexen, mh?“ dachte er darüber nach. „ Ich dachte eigentlich, die wären vor langer Zeit ausgestorben.“
„ Wenn sie uns so verändern können, dass wir es als selbstverständlich hinnehmen, dann müssen es einfach unglaublich mächtige Hexen gewesen sein, die wir unbedingt einfangen und für unser Vorhaben einsetzen müssen.“ grinste er breit auf. „ Mit ihrer Hilfe wird uns die Welt schneller zu Füßen liegen, als ihnen lieb ist und dann kann uns nicht mal mehr der Hoherat aufhalten.“
„ Und wie willst du sie finden oder dann fangen? Hast du nicht bemerkt, wie einfach sie uns manipulieren konnten?“
„ Nun, ich werde mich als Ablenkung in einen See stürzen und während sie meinen zum dahinschmelzen perfekten Rücken an schmachten, wirst du dich aus dem Hinterhalt auf sie stürzen und schon gehören sie uns.“ wer ihm diese Idee wohl in den Kopf gepflanzt hat?
„ Deinen Rücken... ah ja...“ zog Kian verblüfft eine Augenbraue hoch. „ Nun, wenn es hilft. Aber wie willst du sie da überhaupt hin locken, damit sie deinen Rücken bewundern können?“
„ Ich bin mir ziemlich sicher,  dass eine von ihnen dieses Teil hier verloren hat und noch sicherer bin ich mir, dass sie es unbedingt zurück haben wollen. Also werden wir sie einfach an einem See erwarten.“
„ Klingt ja ganz einfach. Ich bin gespannt ob es auch so einfach wird. Sie spielen schließlich in einer ganz anderen Liga als wir.“
„ Trotzdem sind es letztendlich nur zwei hübsche junge Damen, die total auf meinen Rücken abfahren.“
„ Uhum.“
Einige Zeit später erreichten sie dann einen See, der von hohen Felsen und einem dichten Wald umgeben war und den man bloß von einer Seite erreichen konnte.
„ Dieser Ort ist perfekt. Hier wird unsere Falle zuschlagen.“ sah sich Chiron zufrieden um.
„ Ich glaube ja immer noch nicht, dass du sie mit dem Anblick deines nackten Rückens fesseln kannst. So primitiv können nicht mal Hexen sein.“
„ Deshalb bin ich der Erbe und nicht du. Glaub mir, ich weiß was ich tu.“ griente er. „ Wir sollten noch ein paar Fallen auslegen und du wirst dann den Rest erledigen.“
„ Wie du meinst.“
Es dauerte auch gar nicht lange, da erreichten auch die Autorinnen das Raumschiff der Jäger.
„ Die Spur führt direkt in den Wald.“ bemerkte Laura. „ Ob das eine Falle ist?“
„ Quatsch. Die wissen doch gar nicht, dass wir ihnen folgen. Aber für den Fall der Fälle sollten wir die Manuskriptbücher nicht vergessen und gleich aufschlagen. Je schneller wir schreiben können, desto besser ist das.“
„ Verstanden.“ nickte sie.
Vorsichtig und auf Ultra leisen Sohlen schlichen sie durch das Dickicht, bis ihnen schließlich das charakteristische Plätschern eines Sees zu Ohren kam.
„ Meinst du sie sind baden gegangen?“ raunte Laura der Autorin zu.
„ Hast du dir das vielleicht gewünscht?“ raunte diese zurück.
„ Schon möglich.“ grinste sie verschmitzt auf.
„ Dann könnte es gut sein, dass sie gerade baden.“
„ Ha, dann hat sich die Aufregung zum Schluss ja doch noch gelohnt.“ strahlte sie. „ Vielleicht sollten wir seine Klamotten noch verschwinden lassen, wenn wir das Prisma haben und dann schauen wir, was passiert!“
„ Da du dir das gewünscht hast, trägt er doch eh Badeshorts. Also wird er einfach schulterzuckend zu seinem Raumschiff wandern.“
„ Ach und bei dir wäre er komplett nackt gewesen??“ schielte sie zu ihr hin. „ Warte ab, wenn ich das Luca erzähle.“
„ Was willst du ihm denn erzählen? Dass wir durch seltsame Magie in LoT eintauchen können und dort unseren wahr gewordenen Figuren nach hecheln?“
„ Uh, das klingt wirklich sehr realistisch.“
„ So realistisch, dass er dich danach einweisen lassen wird.“
„ Ja, vermutlich.“ kicherte sie. „ Trotzdem fände ich es angesichts meiner Beziehung mit Yami echt klasse, wenn du damit aufhören würdest ihn dir nackt vorzustellen.“
„ Das mache ich doch gar nicht.“ konterte sie. „ Aber wenn man baden geht, dann ist man in der Regel eben nackt.“
„ Gut.“
Kurz darauf quetschten sie sich gegen den letzten Baum, der ihnen auf dem Weg zum See in die Quere kam und schielten vorsichtig zum Wasser hin.
Tatsächlich stand Chi in mitten der ruhigen Fluten und ließ sich vom Wasser berieseln. Er hatte den Damen und seinen Sachen, den Rücken zugedreht, so dass die Damen vorerst seinen muskulösen Rücken bestaunten, ehe sie sich von dem Anblick losrissen und das weitere Vorgehen besprachen.
„ Wir werden einfach dafür sorgen, dass er sich nicht umdreht. Dann holen wir uns das Prisma und...“ begann Jaz.
„ Genießen den genialen Ausblick??“
„ Mhm.“ schielte sie zu ihrer Freundin auf. „ Was würde Yami wohl dazu sagen, mh?“
„ Eigentlich, irgendwo, ist das da doch SEIN Rücken. Also wieso sollte er was dagegen haben??“ kicherte sie.
„ Wie du meinst.“ schüttelte sie seufzend den Kopf. „ Also weiter im Text. Wir setzen ihm einfach eine Illusion von Liú vor die Nase und während er damit beschäftigt ist, diese hinterher zu hechten, greifen wir uns das Prisma.“
„ Ist gebongt.“ nickte die Co-Autorin.
Bedauerlicherweise bemerkten die jungen Frauen nicht, dass da ein Hippo über ihnen auf einem Ast saß und sich ihr Handeln interessiert mitansah. So wurde er in Kenntnis darüber gesetzt, wie seine Realität beeinflusst wurde und so wusste er nun auch, wie er den Hexen ihre Mächte rauben konnte.
Als diese dann Chi so weit beschäftigt hatten, dass dieser einer Illusion hinterher hechtete, schlichen sie auf seine Klamotten zu, die unweit vom Ufer auf dem Boden lagen. Doch noch bevor sie ihr Ziel erreichen konnten, schnappte die Falle zu.
Als erstes wurde Laura gefangen, die sich plötzlich in einem Netz wiederfand und aus lauter Schreck ihr Buch fallen ließ. Um Jaz kümmerte sich Kian selbst. Dieser preschte nämlich von hinten auf sie zu und raste sie dann über den Haufen, so dass sie nicht nur quietschend im Gras landete und von dem tonnenschweren Tier beinahe zerquetscht wurde, auch ihr wurde das Buch aus der Hand geschlagen.
„ Und wo ist dein Scheiß Klappstuhl jetzt, hä??“ fauchte er sie an.
„ Warte ich hole ihn, wenn du dich so sehr danach sehnst!“ versuchte sie sich unter ihm weg zu ziehen, aber ohne Erfolg.
„ Meine Arme sind zu kurz.“ murmelte Laura. „ Ich komme nicht an das Buch dran.“
Eigentlich waren sie nicht zu kurz, sie hing nur einfach zu weit vom Boden entfernt.
„ Ich wusste doch dass das funktioniert.“ grinste Chi breit auf, ehe er aus dem See stieg.
„ Echt jetzt?“ zog Jaz beinahe belustigt eine Augenbraue hoch, als sie bemerkte, dass Chi sogar noch seine Jeans anhatte.
„ Habe ich nie erwähnt, dass ich Männerbeine nicht gerade erotisch finde?“
„ Bist du etwa immer noch eine Jungfer?“ starrte sie belustigt zu ihrer Freundin auf.
„ DAS ist jawohl nicht der RICHTIGE Zeitpunkt, um so etwas zu besprechen!“ keifte Laura.
„ Du hast Recht.“ kicherte sie. „ Aber nun frage ich mich schon, ob er seine Hose wenigstens zum schlafen ausziehen darf.“
„ Darüber brauchst du dir nun wirklich keine Gedanken zu machen.“ verschränkte sie beleidigt die Arme vor der Brust. „ Sieh lieber zu, dass du uns hier wieder raus holst.“
„ Ja, ich bin ja schon dabei!!“ aber immer wenn sie das Buch mit den Fingerspitzen berührte, schob Kian es ein Stück weiter weg. „ Hör endlich auf damit!“
Wenn Adler grinsen könnten, würde er bestimmt übers halbe Gesicht grinsen.
„ Versuch mich doch davon abzuhalten, aber oh, gelingt dir das ohne dein Buch nicht? Wie schade.“
„ Warte ab! Dafür werde ich Liú von dir trennen und dann haut die mit einem Kieselstein ab, der viel Niveauvoller ist als du!“ fluchte sie.
„ Woher weißt du denn von Liú und mir?“ staunte er.
„ Tja, du Flohschleuder!“ nutzt sie seinen kurzen unachtsamen Moment aus, um das Buch zu ergreifen. „ Das wirst du wohl nie erfahren!“
„ Sehr gut und nun hol mich hier runter!“ strahlte Laura, doch zu früh gefreut, denn ohne ein Stift konnte man nichts schreiben und diesen hatte Chiron gerade aufgehoben.
„ Oh man.“ atmete Jaz schwer aus.
„ Bringen wir unsere Gäste aufs Schiff.“ befahl Chi breit grinsend. „ Und dann überlegen wir uns, was wir als erstes erobern werden.“
Und so kam es, dass die Autorinnen plötzlich im Bauch eines Raumschiffes saßen und von Ketten und Gitterstäben umgeben waren.
„ Mhm.“ betrachtete Jaz grinsend ein paar Fesseln, die von der Decke runter hingen. „ Ich sollte Luca mal mit hierher nehmen.“
„ Als wenn ihr HIER für SO ETWAS Zeit hättet.“ maulte Laura, die mit angewinkelten Beinen auf der schmalen Holzbank saß und vor sich hin grummelte. „ Wie konnten sie uns überhaupt fangen?“
„ Nun.. das könnte meine Schuld gewesen sein.“ tippte Jaz mit dem Finger gegen die eiserne Fessel. „ Oder nein, eigentlich ist es unsere Schuld. Ich habe Kian dazu gebracht, über uns nachzudenken und du hast die Falle platziert.“
„ Und wie kommen wir nun wieder hier raus? Wir brauchen wohl nicht hoffen, dass uns wer von unseren Helden rettet.“
„ Nein, das nicht. Aber nun wo Kian weiß, dass man mit unseren Büchern die Realität verändern kann, wird er es garantiert ausprobieren um dann festzustellen, dass es bei ihm nicht klappt und dann wird er her kommen, damit wir das für ihn ändern.“
„ Und was sollte er ändern wollen?“
„ Das Liú bei Drako ist, vielleicht? Letztendlich liebt er sie mehr als alles andere auf der Welt.“
„ Das stimmt zwar, aber glaubst du wirklich, dass er kommen wird?“
„ Natürlich und das nicht nur, weil ich das von ihm will, sondern weil er es ebenfalls wollen würde.“
„ Und dann?“
„ Dann werde ich ein Klappstuhl herzaubern und ihn solange damit verprügeln, bis er eine Phobie vor alles klapprige entwickelt!“ schnaufte sie.
„ Ja... das wird unser Problem lösen... ganz klar.“

Akt 3. Die wahr gewordene Illusion


Einige Zeit saßen die Autorinnen nun schon im Kerker und so langsam verabschiedete sich die Sonne, wodurch ihr Gefängnis, durch die spärliche Beleuchtung, noch ungemütlicher wurde. Laura hatte es sich inzwischen, so geht es eben ging, auf dem Holzbrett bequem gemacht und die Matratze durch einen Haufen Stroh ersetzt. Jaz wanderte lieber murmelnd von Ecke zu Ecke, um das was sie sah auf einem kleinen Notizblock festzuhalten.
Nein, dieser war leider nicht in der Lage etwas zu verändern, das hatten sie bereits ausprobiert.
„ Yami und Luca werden sich bestimmt schon sorgen um uns machen.“ atmete die Co-Autorin schwer aus. „ So lange haben wir uns hier noch nie aufgehalten.“
„ Die werden schon damit klar kommen.“ nuschelte sie halbherzig vor sich hin. „ Weißt du, was hier noch fehlt? Ein Skelett!“ klappte sie schließlich das Büchlein zu. „ Ein Skelett, was noch mit einer Hand in der Handfessel hängt.“
„ Hör sofort auf!!! Hinterher erscheint so was noch hier!!“ kreischte sie.
„ Ohne unsere Bücher? Eher unwahrscheinlich.“
„ Trotzdem! Du könntest Chi oder Kian auf die Idee bringen, ihre Skelettritter vor uns zu positionieren!“
„ Urks, ja du hast Recht.“ verzog Jaz ihren Mund. „ Aber die könnten trotzdem mal langsam hier antanzen!! Oder wollen die uns etwa verhungern und verdursten lassen?“
„ Vielleicht haben wir ihnen die Gastfreundlichkeit nicht mit auf dem Weg gegeben.“
„ Oh ich werde denen noch ganz andere Sachen mit auf dem Weg geben, warte es nur ab. Ich werde Kian in Eugene 2.0 verwandeln und Chi wird ein Duett mit den Glücksbärchis singen! Oder nein noch besser! Die werden die Hauptpersonen eines glitzer blink blink Bollywood meets Wald Disney Prinzessinnen rosa Träume Tütü Films spielen!! Und das in ROSA!! Und reiten werden die auf weißen edlen Nadelkissen!!“  
„ Das klingt witzig!!“ lachte sie. „ Schreib das bloß auf, damit du das nicht wieder vergisst.“
„ Mhm.“ musste Jassy nun auch lachen. „ Das würden uns Paul oder Yami nie verzeihen.“
„ Du meinst wohl das werden sie DIR nie verzeihen.“ grinste Laura.
„ Stimmt. Deshalb werde ich das auch nie schreiben.“ seufzte sie. „ Aber ich würde uns gern hier raus schreiben. Ob sich die Gitterstäbe durch unsere Gedankenkraft verbiegen werden?“
„ Ich glaube nicht.“
„ Ketten aus der Wand reißen?“
„ Was sollte das bringen, außer ein bisschen Frischluft?“
„ Hm. Dann hilft nur warten.“ maulte sie.
Warten bis sie schwarz wurden, so kam es ihnen jedenfalls vor. Denn auch eine gefühlte Ewigkeit später kam niemand um sie zu retten. Inzwischen hatte die Nacht das Land fest im Griff und so langsam machte sich die Müdigkeit in der Zelle breit, die kam, einen hinterrücks überfiel und schließlich siegte.
Irgendwann hallte das Geräusch einer quietschenden Tür durch die Hallen, dicht gefolgt von einem leichten Lichtkegel, der die obersten Stufen erhellte und schweren Schritten, die direkt auf den Kerker zukamen. Kurz darauf wurde ein Schlüssel im Schloss umgedreht und die Zellentür öffnete sich mit einem lauten Klirren. Die Damen allerdings, störte das überhaupt nicht in ihrem Schlaf. Erst als jemand an Jaz herum rüttelte, öffnete diese die Augen.
„ Lass mich noch ein bisschen schlafen...“ murrte sie.
„ Wenn du hier raus kommen willst, dann öffnest du genau JETZT die Augen, verstanden? Sollte man uns entdecken, dann seid ihr nicht die einzigen hier, die in diesem Loch verrotten werden!“ maulte eine ihr wohlbekannte Stimme.
„ Ich will aber noch nicht aufstehen.“ blinzelte sie kurz zu ihm auf, ehe sie seinen Arm schnappte und sich säuselnd an ihn rieb.
„ Fein, dann bleib eben hier!“ entriss er ihr den Arm, woraufhin sie beinahe von dem Brett gefallen wäre, was dazu führte dass sie prompt hellwach war. „ Man, was soll denn das, Luca??“  
„ Ich habe keine Ahnung wen du meinst! Mein Name ist Akira.“
„ Akira... ja...“ rieb sie sich die Augen. „ Was machst du denn hier?“
„ Ich weiß nicht. Ich hatte einfach das Bedürfnis euch hier raus zu holen. Also los jetzt! Schnappe dir deine Freundin und komme mit.“
Laura ließ sich sogar einigermaßen einfach wecken, nachdem sie wütend um sich schlug und jeden damit drohte, ihm die Finger abzubeißen, stand sie tatsächlich sofort auf.
„ Seid bloß leise.“ meinte der Herr.
„ Ich dachte Kian würde kommen.“ raunte die Co-Autorin ihrer Partnerin zu.
„ Das dachte ich auch. Aber das hier ist sogar noch besser. So haben wir ein Schutzschild, bis wir dann unsere Bücher zurückhaben.“
„ Stimmt. Aber gegen die Dunkelheit hat der allein doch gar keine Chance.“ murmelte sie, während die beiden hinter dem Greifen her schlichen. „ Bereust du es so langsam, dass die Dunkelheit so übermächtig ist?“
„ Pah! Ich mähe die trotzdem nieder!“ maulte Jaz.
„ Ja klar. Ausgerechnet du, ohne dein Buch.“
„ Um Kian auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen reicht ein einfacher Stuhl schon aus.“
„ Ja, davon dürfte es in der Küche ja ein paar geben.“
„ Eben! Und damit werde ich ihm so dermaßen... nein, nicht sein Gesicht...“ dachte sie noch mal drüber nach. „ Aber alles andere werde ich damit polieren!“
„ Das würde ich ja zu gern sehen. Aber gerade ist es mir völlig lieber, wir finden unsere Sachen und verziehen uns klammheimlich.“
„ Ja, das wäre wohl das Beste.“
„ Die Luft ist rein.“ flüsterte Akira, nachdem er sich auf dem Flur umsah. „ Folgt mir, aber seid dabei leise!“
„ Ok.“
„ Dahinten ist der Ausgang.“
„ Wir müssen erst unsere Sachen zurückholen.“ erklärte Jaz. „ Ohne die können wir nicht gehen!“
„ Sind die wirklich so wichtig? Wir sollten uns nicht länger als nötig hier aufhalten.“
„ Sie sind sogar richtig wichtig! Ohne sie kommen wir nicht mehr nachhause!“ merkte Laura. „ Wir müssen sie also zurückholen.“
„ Nun gut. Dann sollten wir als erstes in Chiron's Zimmer nachsehen.“
„ Ich warte draußen und passe auf das niemand kommt.“ verkündete Jaz.
„ Ok. Ich gehe nachsehen.“ nickte Laura und dann betrat sie todesmutig die Höhle des Löwen.
Ganz leise schlich sie Stück für Stück voran und überflog dabei mit zusammengekniffenen Augen, hier regierte gerade nämlich die Dunkelheit und mit den Händen die Schränke und den Tisch. Allerdings konnte sie nichts finden, deshalb näherte sie sich langsam dem Bett. Dort entdeckte sie den Erben, der friedlich vor sich hin schlummerte.
>Ist er nicht süß??< seufzte sie in Gedanken verzückt auf. >So süß wie ein schlafendes Baby oder ein verspielter Welpe.<
Dann fielen ihr zwei Bücher auf, die auf der anderen Seite des Bettes auf dem Nachttisch lagen und zum zugreifen einluden.
>Ha! Das war ja einfach!< eilte sie leise um das Bett herum, um sich die Bücher zu schnappen. >Und jetzt auf nach... oho...< doch so einfach wie sie glaubte war es dann doch nicht, denn gerade als sie die Bücher ergriff, schnellte eine Hand empor und umschloss ihr Handgelenk.
„ Uah!!“ kreischte sie. „ Penne weiter du Hornochse!“ schnauzte sie ihn an und verpasste ihm dann gleich mal eine Breitseite mit den Büchern, ehe sie blitzschnell aus dem Raum herausstürmte. „ Hier!“ drückte sie Jaz das ein Manuskript in die Hände. „ Jetzt müssen wir nur noch ein paar Stifte und das Prisma suchen und dann können wir gehen!“
„ DAS ist das wichtige Zeug, was ihr zurückbekommen musstet?“ keuchte Akira. „ Habt ihr sie noch alle?? Ihr hättet euch doch einfach ein neues Buch kaufen können.“
„ Eben nicht! Und jetzt nichts wie weg hier!!“ stellte Laura mit Erschrecken fest, dass Chi auf sie zu gestürmt kam. „ Weg hier!!“
„ Ihr entkommt mir nicht!“ starrte er ihnen wie der leibhaftige Teufel hinterher. „ KIAN!! Die Gefangenen flüchten!!“
Immerhin hatte Kian die Zeit noch genutzt um sich ein Shirt über zu werfen, ehe er aus seinem Zimmer gestürzt kam und gleich hinter dem Trio her hechtete.
„ Wir sollten jetzt verschwinden!!“
„ Das geht nicht! Wir brauchen noch das Prisma!!“
„ KAUFT EUCH VERDAMMT NOCH MAL EINFACH EIN NEUES!!“ keifte er. „ Habt ihr nicht bemerkt, dass zwei hirnverbrannte Vollpfosten hinter uns her sind??“
„ Und hast du noch nicht gecheckt, dass wir das Prisma brauchen, um wieder nach Hause zu kommen?? Also halt endlich deine Fresse und zeig diesen Idioten wo der Hase lang läuft!!“ brüllte Laura zurück. „ Los doch!! Wofür bist du denn ein großer starker Greif, wenn nicht dafür??“
„ Verdammt!!“ bremste er seinen Marathonlauf fluchend aus und raste dann auf seinen Bruder zu, um den Damen mehr Zeit zu verschaffen.
„ Ha! Die Küche!!“ rasten sie an dem Raum vorbei. „ Hier gibt es bestimmt einen Stift.“
„ Ich sehe im Cockpit nach, vielleicht finde ich dort unser Prisma.“
„ Alles klar! Ich komme da gleich auch hin.“ versicherte Jaz.
„ Beeile dich bloß und lasse dich nicht wieder einfangen.“ trennten sie sich.
„ Stift, Stift, Stift!!“ durchwühlte Jaz eilig die Schränke. „ Hier muss doch irgendwo ein dämlicher Stift sein!“
„ Suchst du den hier?“ stand Kian breit grinsend in der Tür. „ Hast du wirklich geglaubt, mein verblödeter Halbbruder kommt gegen MICH an?“
„ Hast du geglaubt, er schafft es nicht??“ sprang ihn Akira in seiner Greifgestalt von hinten an und schleuderte den Herrn einmal quer über den Tisch, bis er schließlich gegen einen Stuhl stieß, mit dem auch noch zurückfiel und sich zu guter Letzt, als er unsanft auf den Boden krachte, auch noch den Kopf am Schrank stieß.
„ Ha, genau! Weg mit dem ollen Federvieh!!“
„ Wer ist jetzt der verblödete Halbbruder, hä?“ hielt er Jaz den Stift hin.
„ Du bist mein strahlender Held, Akira.“ griff sie strahlend den Stift und wandte sich dann dem Hippogryphen zu. „ Nun zu dir, du Sackratte!“ grinste sie breit auf. „ Wie wäre es mit ein bisschen Mehl für deine Haut? Oder lieber etwas Zucker? Oh oder wie wäre es mit Salz für die Wunden? Oder lieber Kaffee und das alles gemischt mit Wasser? Ach und das hier noch!“ erschien ein Klappstuhl über ihm, der dann auch noch auf seinen Kopf fiel. „ Danke noch mal. Aber nun solltest du dich in Sicherheit bringen.“ lächelte sie Akira süß an, der gerade völlig perplex zu der Matschepampe mit Stuhl Topping hinsah. „ Die Ohren immer schön steif halten, ja?“ und dann schrieb sie ihn aus dem Schiff raus und bei Ritsu wieder rein.
„ JETZT BIST DU FÄLLIG, DU HEXE!!!“ sprang Kian wie ein Irrer auf und raste hinter Jaz her.
Kurz vor dem Cockpit kam ihnen dann Chiron entgegen geflogen und das geschah so:
Nachdem Jaz in der Küche verschwunden war eilte Laura weiter zu dem Cockpit hin. Akira konnte die beiden zwar für einen Moment lang beschäftigen, aber das reichte noch lange nicht aus, um die zwei wirklich zu stoppen. Dementsprechend schnell nahm Chi wieder die Verfolgung auf und stand wenige Augenblicke später in der Tür.
„ Hab ich dich!“ grinste er schief auf.
„ Das denkst aber auch nur du!“ drehte sie sich strahlend zu ihm um und zeigte ihm dabei mit ausgestrecktem Arm den Kugelschreiber. „ ICH bin nämlich diejenige, die DICH hat!“
„ Das glaube ich erst wenn ich es sehe.“
„ Oh, das wirst du sehen. Mal schauen, was stelle ich als erstes mit dir an?“ schlug sie das Buch auf. „ Ja genau, als erstes kommt Ori, die Granate!!“ erschien die fette Qualle bei ihm, die sich in ihrem knappen Negligee auf den armen Tropf warf und dann mit einem Zwinkern wieder verschwand. „ Dann haben wir noch Mister ekel Kürbis, der perfekt zu deiner Matschbirne passen wird! Und zum Dank für meine vergeudete Zeit im Kerker, schmieren wir den Matsch noch so richtig ein, sonst wirkt es ja nicht! Oder wie wäre es, wenn du mal deine eigene Medizin zu spüren bekommst!? Da bitte ein Portal verknüpft mit einer harmlosen aber weg schleudernden Bombe! Da, du Überflieger!! Grüß mir die Sterne, solltest du die erreichen!“ und dann wurde er durch eine gewaltige Druckwelle den Flur entlang geschleudert, wo er über Jaz und Kian's Kopf hinweg flog.
Als die Autorin das Cockpit erstürmte, zog sie gleich eine durchsichtige Wand an der Tür hoch, gegen die Kian mit Karacho klatschte.
„ Haha!!“ lachte Laura vergnügt drauf los. „ Der sieht ja noch schlimmer aus als Paul!!“
Aber nicht nur Kian hämmerte wie wild gegen das Schutzschild, auch ein vor Wut schäumender Chiron tat das. Doch ohne Erfolg. Sie konnten den Wall weder zerschlagen noch mit ihren Portalen umgehen.
„ DAS habt ihr nun davon, ihr Arschgeigen!! Uns solange ohne etwas zu trinken oder zu essen im Kerker verrotten zu lassen ist jawohl unter aller Sau!!“ schnaufte  Jaz. „ Aber das werdet ihr büßen! Ich sage nur: glitzer blink blink Bollywood meets Wald Disney Prinzessinnen rosa Träume Tütü Film!! Oder ich beraube euch eurer Männlichkeit, dann wird sich Liú zweimal überlegen, ob sie dir elenden Tropf noch eine Chance gibt!“
„ Ihrer Männlichkeit haben wir sie doch gerade beraubt!!“ grölte die Co-Autorin. „ Die werden ab jetzt ihre Zeit damit verbringen, die weißen Quadrate ihrer Gummizelle zu zählen, wenn sie nicht gerade eine Teeparty feiern.“
„ Und dabei wünschten sie sich bestimmt, sie hätten sich niemals mit uns angelegt!“
„ Wo ist eigentlich Akira?“
„ Bei Ritsu, aber viel wichtiger ist die Frage, ob sich das Prisma hier befindet?“
„ Ja! Das habe ich hier auch gefunden!“ hielt sie es ihr grinsend hin.
„ Oh Gott sei dank. Dann lass uns schnell nach Hause gehen und ganz viel schlafen. Nein, erst brauche ich ein Bad, dann wird ganz viel gegessen und getrunken und dann geht es ab ins Bett.“
„ Oh ja. Aber erst werde ich Yami wohl erklären dürfen, wo ich die ganze Zeit gesteckt habe.“ atmete sie schwer aus. „ Da ist mir das hier fast schon lieber. Ich meine, wie erklären wir das? Die Wahrheit werden die uns doch niemals glauben.“
„ Macht es gut, ihr Windeier!“ winkte Jaz den Herren noch mal zu, ehe sie das Prisma schüttelte. „ Ja, dann waren wir eben zusammen irgendwo und haben bei der ganzen Arbeit völlig die Zeit vergessen.“ öffnete sie die Tür. „ Uns fällt schon was ein.“ und dann verließen sie die Traumwelt und kehrten in die Realität zurück. „ Hach ein Glück. Wir sind unbeschadet und in einem Stück zurückgekommen.“
„ Ja, aber warum ist es hier denn so hell?“ sah sie sich verblüfft im Raum um.
Die beiden begannen ihre Reise nämlich in Jaz Büro.
„ Och nö, ist etwa schon der Morgen angebrochen? So ein Ärger.“ murmelte die Autorin. „ Das war es dann wohl mit ganz viel schlaf.“
„ Ja.“ schielte sie auf die Uhr, die bei Jaz auf dem Schreibtisch stand. „ Ach du Scheiße! Wir haben ja schon fünfzehn Uhr!! Die Dreharbeiten fangen gleich an.“
„ Oh nein! Ich habe die Szene noch gar nicht bearbeitet.“ kreischte Jaz auf, ehe sie ebenfalls zum Schreibtisch eilte, um sich das Drehbuch zu schnappen. „ So ein Mist!!“
Wie sich dann allerdings herausstellte, war dies ihre kleinste Sorge gewesen...
„ Äh... du Jaz...“ zupfte Laura kreidebleich am Ärmel der Freundin rum. „ Ich glaube, wir haben ein ernsthaftes Problem...“
„ Ja sicher ist das ernsthaft!!“ fluchte sie. „ Wir haben durch diese Schwachmaten der Dunkelheit, diese vollpfostigen Vollpfosten, Affenärsche, mondgesichtige Nacktschnecken, spastische Spasten.“ atmete sie tief ein. „ So viel Zeit verloren, dass ich das in den paar Minuten kaum aufholen kann!!“
„ Nein, noch viel ernsthafter als das.“
„ WAS könnte ernsthafter sein als DAS?“ starrte sie zu ihrer Co-Autorin auf und versteinerte sogleich in ihrer Bewegung. „ Oh... ach das...“
Sie waren nämlich nicht die einzigen gewesen, die durch die Tür getreten waren. Nun standen Chiron und Kian, noch genauso beschmiert wie in der anderen Welt, inmitten des Zimmers und sahen sich erstaunt um.
„ LAUFFF!!!!! IN GOTTES NAMEN!! LAUFFF!!“ brüllte Laura und schon stürmten sie zeitgleich aus dem Raum raus.

Akt 4. Das doppelte Lottchen


„ Lauf, lauf, lauf!!!“ brüllte Laura.
„ Was glaubst du denn, was ich hier mache??“ brüllte Jaz zurück.
Zwischenzeitlich hatten die Boten der Finsternis die Verfolgung aufgenommen und wie sich herausstellte, konnten sie zwar ihre Mächte anwenden, doch die Manuskripte funktionierten hier in der Realität nicht. Dementsprechend waren sie den Skelettrittern, den Portalen, die sie zurück zu den Herrschaften befördern sollten und den dunklen Angriffen schutzlos ausgeliefert.
Irgendwie gelang es ihnen trotzdem das Set zu erreichen, was sie nun erstürmten.
„ Chiron!!!“ keifte die Co-Autorin.
„ Wie oft denn noch, ich heiße nicht...“ drehte sich Yami, der sichtlich angepisst war, zu ihnen um und riss gleich erstaunt die Augen auf, als er die Männer entdeckte. „ … Chiron...“
„ Nein! Warum sind wir hierher gelaufen??“ raufte sich Jaz die Haare.
Nicht nur das sie sich in einer Sackgasse befanden, die Schauspieler steckten auch noch in ihrem Kostüm und sahen somit genauso aus wie die Figuren die sie spielten. Also wie jene, für die Chiron und Kian sie halten werden.
„ Was ist das denn? Cosplay für Arme, oder was?“ bekam Jaqueline bei dem Anblick erst einmal einen fetten Lachflash. „ Aber für ganz Arme.“
„ Das nenne ich mal göttliche Fügung.“ grinste Chi breit auf. „ Wir bekommen alle zum Preis für eine.“ schnipste er mit den Finger, woraufhin sich unzählige Ritter um sie herum positionierten.
„ Was?“ sah sich nicht nur Maria erstaunt um. „ Was soll das? Spinnst du?? Hier sind Kinder anwesend, die sich an den spitzen Kanten der Knochen verletzten könnten!“ genau in diesem Moment griff sich Eugene strahlend zwei Armknochen und tat so, als würde er damit Schlagzeug spielen. „ Nicht, mein Junge! Du verletzt dich noch!!“
„ DU!! ELENDER KÖTER!!“ entdeckte Kian seinen vermeintlichen Bruder und schoss gleich in seiner Hippo Gestalt, die für das nächste Erstaunen sorgte, auf ihn zu.
„ Oh nein!! BRUTUS!! STOPP DAS VIEH!!“ kreischte Jaz schockiert auf.
„ Brutus nicht zulassen, dass dreckiges Federvieh Luca zu nahe kommt!“ packte er den Hippo am Schwanz und drehte sich dann immer wieder um seine eigene Achse, bis er genug Geschwindigkeit aufgenommen hatte und Kian mit einem Affenzahn weg geschleudert wurde.
„ Jaz, das Prisma!!“ herrschte Laura ihre Freundin an. „ Wir sind ihnen hier hilflos ausgeliefert! Wir müssen dafür sorgen, dass die zurückgehen!“
„ WAS in HERGOTTS NAMEN ist hier los??“ wollte Paul von den Autorinnen wissen.
„ Das... seht ihr euch lieber selbst an.“ schüttelte sie das Prisma und öffnete dann die Tür. „ Schnell rein da! Maria, Eugene! Ihr auch! Brutus, los beeile dich!“
„ Brutus eilen!“
Erst als die Schauspieler aus dem Raum verschwunden waren stellten sich Jaz und Laura davor und zogen die Dunkelheit noch weiter auf, so dass sie ihnen noch wütender als zuvor folgten. Doch anders als alle Male zuvor kamen die Besucher nicht an derselben Stelle raus.
Viel mehr landete Laura bei Luca, der auf einer blühenden Wiese stand und sich verstört umsah, während Jaz, nicht weit davon entfernt, in der Luft erschien und dann auf einen Zeppelin fiel. Dort hing Yami fest, der die Autorin gerade so noch greifen konnte, ehe sie vom Ballon abrutschte und in die Tiefe kullerte.
„ WAS ist hier LOS, Jaz??“ fauchte er sie an.
„ Das erklären ich dir, wenn wir hier heil wieder runter kommen.“
Als wäre das noch nicht schlimm genug gewesen, erschienen Chiron und Kian auch noch bei ihnen und beide sahen ganz eindeutig so aus, als wollten sie den erbärmlichen Doppelgänger und halbstarken Bruder samt der elendigen Hexen eliminieren. Allerdings wurden sie durch die mächtige Hand der Co-Autorin gestoppt, die die beiden einfach mal 'weg' schrieb. Weg im Sinne von: ich schreibe sie hier gezielt raus, blätter im Manuskript hin und her und der 'Adler'finger entscheidet dann spontan das Ziel und weg waren sie. Nur wusste dadurch keiner so genau, wo sie wieder auftauchten. Wenn sie ganz viel Glück hatten fielen sie nicht gerade in einen kochenden Vulkan, doch wenn das Unglück ihren Hold war, dann machten sie eisige Bekanntschaft mit der glitzernden Winterwelt.
„ Das wäre erledigt.“ klappte Laura das Buch äußerst zufrieden zu. „ Ich hoffe sie kommen auch nicht so schnell wieder.“
„ Ja... äh.. schön, denk ich.“ versuchte Luca das Erlebte zu verarbeiten. „ Und wie bekommen wir die beiden da runter?“ alles andere konnte er gerade nämlich nicht wechseln.
„ Ach, das ist eine meiner leichtesten Übungen.“ schnalzte sie mit der Zunge. „ Wir schreiben einfach den Motor kaputt und dann werden sie sanft wie eine Feder auf den Boden gleiten.“
„ Den Motor kaputt??? Spinnst du?? Das wird sie umbringen!“
„ Quatsch! Das klappt, du wirst schon sehen.“
Ja und wie das klappte, jedenfalls was das Sinken des Luftschiffes anging. Nachdem nämlich der Motor explodierte und Mörderflammen den Himmel erhellten, stürzten sie ab wie ein nasser Sack.
„ WAS habe ich dir gesagt??“ riss Luca schockiert die Augen auf. „ Nun tu doch endlich was!!“
„ Ja... aber was??“
„ Hol sie gefälligst hier runter!!“
„ Aber ich kann die Realität nicht so einfach beeinflussen!“
„ Das ist mir doch egal!! Mach einfach irgendwas, damit sie hier runter kommen!!“
Doch da reagierte Jaz schon, die Yami einfach mal von der Planke stieß und dann hinterher sprang. Ja, im ersten Moment dachten Laura und Luca auch, dass sie in den Tod stürzen würden, doch dann stellten sie mit Erstaunen fest, dass die Dame eine Art Rutsche erschuf, die sie runter glitten. Trotz ihrer filigranen Handbewegungen forderte die Situation ihren Tribut, denn ohne eine feste Unterlage oder zu mindestens ruhigen Boden, machten ihre Striche eher den Anschein, als wäre ein Baby an ein Stift gekommen und malte nun voller Begeisterung ein Bild auf die Tischplatte... Doch nicht nur, dass die Rutsche nicht schön anzusehen war, sie ließ sich auch nicht bequem befahren. Jaz fand ja nicht mal den richtigen halt, um eine gerade Linie zeichnen zu können, stattdessen musste sie immer wieder die Wände erhöhen, damit sie nicht aus einer Kurve heraus geschleudert wurden und manchmal, wenn es ganz dumm lief, glich die Fläche Treppenstufen.
„ JAZZ!!“ kreischte Yami plötzlich auf. „ BAUMGIPFEL!! Baumgipfel voraus!!!“ wich jegliche Farbe aus seinem Gesicht, während er sich auf die schlimmsten Schmerzen seines Lebens bereit machte.
Jedoch rettete sie zu mindestens seine Männlichkeit indem sie die Bahn wie eine Rampe hochschnellen ließ und die beiden in die Luft geschleudert wurden. Wobei dir Fahrt danach nicht weniger ungemütlich verlief, jedenfalls für ihn nicht, denn erst erschlug Jaz ihn beinahe, wodurch sich ihre Rutschpartie zwar etwas bequemer gestaltete, doch ohne Yami's Rücken, der den Wind abhielt, konnte sie das Buch kaum mehr aufhalten und bloß hastige Striche hinein kritzeln, die überall hin führten, doch nicht zu den anderen beiden...
„ ICH MACH DAS!!“ brüllte Laura.
Ja, als erstes vollbrachte sie es, dass Jaz nicht länger auf dem Schoß ihres Freundes saß, sondern durch einen Looping hinter ihn fiel. Daraufhin folgten noch einige weitere Loopings und auch scharfe Kurven oder Rampen, ehe sie dann vor ihnen auf den Boden schlitterten.
„ Haha, das war auch witzig.“ lachte Laura.
„ Ich habe so was von die Schnauze voll von dieser Welt..“ murmelte Jaz noch immer am Boden kniend.
„ Alles ok?“ hockte sich Luca auch gleich zu ihr runter. „ Bist du verletzt worden?“
„ Nein, mir geht es gut. Ich will einfach nur noch hier weg und ins Bett. Also lass uns die anderen schnappen und nach Hause zurückkehren.“
„ Tja, das mit den anderen könnte ein Problem darstellen.“ sah sie die Co-Autorin um. „ Die sind hier nämlich nicht.“
„ Wie die sind hier nicht?? Die müssen hier sein!“ starrte Jassy entgeistert zu ihr auf.
„ Nein, keine Chance. Die sind hier wirklich nicht.“
„ Das ist eine Katastrophe...“ ließ sie den Kopf hängen. „ Jetzt will ich erst recht ins Bett.“
„ Würdest ihr uns vorher bitte aufklären?“ sah Yami die Damen abwechselnd an. „ WAS waren das gerade für Gestalten, wo sind wir hier und WO warst du die ganze Zeit? Ich habe mir sorgen um dich gemacht! Wir dachten schon, irgendein irrer LoT Hasser oder Fan hätte euch entführt.“
„ Nun, ich denke nicht dass ihr das glauben werdet, aber bitte.“ zuckte Laura mit der Schulter. „ Willkommen auf Thalia! Die wundervolle Welt von Legend of Thalia, strahlend in ihrer vollen Pracht! Und die komischen Gestalten, denen ihr gerade begegnet seid, waren niemand anderes als Chiron und Kian.“
„ Du willst mich ganz eindeutig verarschen.“ verzog ihr Freund den Mund.
„ Siehst du! Ich wusste es. Du würdest es niemals glauben. Aber es ist wirklich war. Durch das Seelenprisma, was Jaz für Elysia anfertigen ließ, können wir in unsere Fantasiewelten eintauchen. Wir befinden uns also gerade wirklich auf Thalia und die Boten der Finsternis sind wirklich genauso gefährlich, wie es geschrieben steht.“
„ Ach, wirklich?“
„ Natürlich! Du hast die Skelettritter doch selbst gesehen und auch wie Kian plötzlich seine Tiergestalt annahm. Das waren keine Spezialeffekte, das war LoT's Realität.“
„ Ok, nehmen wir mal an, dass ist wirklich LoT.“ sah er sich nickend um. „ WARUM wurdest du dann von Chiron verfolgt?“ fixierte er sie eindringlich an. „ WOBEI habt ihr ihn gestört, dass er so abging?“
„ N-Nicht beim Baden!!“ wich sie leicht zurück.
„ Ist DAS dein ernst??“ schnaufte er. „ DU hast ihn beim baden bespannt??“
„ Nein, ich sagte doch: Nicht beim Baden!“ wiederholte sie sich. „ Sollten wir nicht schnell die anderen suchen?? Oder nein, erst sollten wir euch zurückbringen. Du wärst Kian hilflos ausgeliefert, wenn er wieder auf dich los gehen will und als Chiron durch die Weltgeschichte zu marschieren ist auch nicht gerade vorteilhaft.“
„ Vergiss es.“ knallten sie ihr gleichzeitig um die Ohren.
„ Äh... ok. Dann sollten wir nun etwas unternehmen, damit wir euch von den Figuren unterscheiden können. Ein Zopf vielleicht?“ wohl eher nicht, was die Blicke der Männer verdeutlichten. „ Dann vielleicht ein rotes Tuch?“ malte sie auch gleich ein paar herbei. „ Wenn ihr die irgendwo gut sichtbar platziert, dann wissen wir immer wer wer ist.“
„ Ich träume gerade bestimmt.“ verschränkte Luca die Arme vor der Brust. „ DAS kann alles gar nicht Real sein.“
„ Ha! Das wollte ich schon immer mal machen!“ kniff Laura ihn in den Arm.
„ Hey, was soll denn das??“ wich Luca zur Seite aus.
„ Tat das weh??“ sah sie ihn erwartungsvoll an.
„ Natürlich tat das weh! Was ist denn das für eine bekloppte Frage??“
„ Nun, dann kann es wohl kein Traum sein, richtig?“ grinste sie breit auf.
„ Kann es nicht?? Dann erkläre Yami doch mal, warum dir Chiron halb nackt hinterher gestürmt ist!“ fauchte er sie an.
„ Argh! Das war gemein!“
„ Stimmt, warum war er halb nackt?“
„ Weil... weil... ich das nicht weiß!“ versuchte sie sich eine Ausrede einfallen zu lassen. „ Aber wo wir schon mal dabei sind, Kian war auch halb nackt!! Ehe er uns nach stürmte konnte er sich gerade noch ein Shirt überwerfen! Erkläre doch Jaz mal warum das so war!!“ maulte sie Luca an. „ Nein ich meine... Lass dir das von Jaz erklären!“
„ Warum ziehst du mich jetzt mit da rein??“
„ Mitgehangen mitgefangen!“
„ Das Gespräch wird bestimmt eher der Wahrheit entsprechen, wenn du dir Laura und ich mir Jaz vorknöpfe.“ schlug Yami vor.
„ Ja, es ist auch einfacher etwas einem und nicht dem Freund zu gestehen.“ sah Luca nickend zu Laura hin. „ Packen wir es an.“
„ Nein!! Nein! Nein! Schon gut. Ich werde alles erklären!“ atmete die Co-Autorin schwer aus. „ Es ist alles JAZ Schuld!! Sie wollte unbedingt herausfinden was passiert wäre, wenn sich Kian und Liú bereits früher getroffen hätten!“ zeigte sie auf die Autorin.
„ Wie bitte??“
„ Na gut... vielleicht ist es auch ein bisschen meine Schuld, weil ich ihnen diese lustigen Sachen angezogen habe, aber DU hast Miku neben Elias gesetzt und deshalb mussten wir hinterher zu ihnen zurück! Und dann hast du auch noch das Prisma verloren und nur deshalb mussten wir ihnen folgen und sind schließlich im Kerker gelandet!“
„ Hast du nicht was vergessen?“ schielte sie zu ihr auf.
„ Nö? Was denn?“
„ Vielleicht dass du Chi baden geschickt hast, damit du seinen muskulösen perfekten Rücken anstarren konntest???“
„ Immerhin hatte er noch seine Hose an!!“
„ Ja, weil du Männerbeine nicht gerade erotisch findest!! Andernfalls hätte er bestimmt keine Hose getragen!“
„ Wenigstens wurde ich nicht von Chiron zu Boden geworfen und von ihm zerquetscht!“
„ Dafür hast du dich in seinem Schlafzimmer rum getrieben! Wer weiß was du da alles gemacht hast!“
„ Ich habe unsere Bücher gesucht!! Mehr nicht!!“
„ Jaha! Das würde ich jetzt auch sagen!“
„ Verwechsele mich nicht mit dir! Du hast ja gleich daran gedacht, was du wie mit Luca anstellen kannst, wenn du ihn an die Decke tackerst! Das hättest du garantiert auch zu gerne mit Akira herausgefunden! Oder wenn die Bücher bei Kian im Zimmer gewesen wären, hättest du dort bestimmt nicht nur danach gesucht!!“
„ Natürlich, dann hätte ich zusätzlich nach einem Klappstuhl gesucht!“
„ So war das also.“ verfolgten die Herren das Wortgefecht nickend.
„ Was war wie?“ maulten die Damen gleichzeitig.
„ Ihr seid aufgeflogen, als du damit beschäftigt warst, Kian und Chiron lustige Dinge machen zu lassen und du hast die überflüssige Miku durch die Gegend geschrieben, wodurch die Story beinahe zusammengebrochen wäre, richtig?“ begann Luca das ganze zusammen zu fassen.
„ Während ihr also eure Verfolger abzuschütteln versuchtet, ist Jaz das Prisma abhanden gekommen, was bei Chiron landete, weshalb ihr ihnen folgen musstet. Aus irgendeinem Grund...“ ließ er Laura einen scharfen Seitenblick zukommen. „ .. lockte euch Chiron in eine Falle, bei der er in einem See badete und dort wurdet ihr dann geschnappt und in den Kerker geworfen.“
„ Akira kam um euch zu retten, ihr habt euch eure Sachen zurückgeholt und dann sind euch die beiden in die Realität gefolgt.“ beendete er die Zusammenfassung. „ So oder so ähnlich war es doch, oder?“
„ Das haben wir doch so gerade erklärt.“ nickten sie.
„ Gut und wie finden wir nun die anderen?“
„ Können wir sie mit den Leuchtstrahl verknüpfen?“ wollte die Co-Autorin wissen. „ Dann können wir die Punkte mit dem Raumschiff abfliegen.“
„ Das ist eine gute Idee.“ nickte sie. „ Aber am besten basteln wir uns ein neues. Das alte könnte diese Idioten mit einem Peilsender versehen haben.“
„ Du hast recht. Besser ist das.“
Kurze Zeit später erschien dann das neue Raumschiff vor ihnen, was sie sogleich erklommen und sich neugierig darin umsahen.


Zuletzt von Alexia am Di 26 Dez - 22:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Di 10 Okt - 22:50

Akt 5. Schiffbrüchig


„ Ob die Lebensmittel echt sind? Ich müsste langsam echt was essen.“ betrachtete Laura den prallgefüllten Kühlschrank.
„ Ich denke schon. Chiron war doch auch echt.“ bemerkte Jaz. „ Aber ich werde erst einmal herausfinden ob das Wasser hier echt ist.“ grinste sie verschmitzt auf. „ Ich brauche unbedingt eine heiße Dusche.“
„ Ok. Dann mache ich uns in der Zeit etwas zu essen.“
„ Bevor ich duschen gehe schalte ich aber noch den Autopiloten ein, damit er uns zum ersten nahegelegenen Freund bringt.“
„ Ich helfe dir dabei.“ folgte Luca ihr, während Yami in der Küche blieb und beim Essen zubereiten half.
„ Wenigstens musst du bei Ketten, die von der Wand hängen, nicht mehr daran denken, was Kian mit Liú anstellen könnte.“ drückte er sich lächelnd von hinten an sie, als Jaz den Piloten mit den Strahlen verband.
„ Es kommt ja auch viel besser wenn man etwas beschreibt, was man selbst erlebt hat.“ grinste sie breit auf. „ Ich könnte dem Raumschiff noch einen Kerker andichten?“ schielte sie zu ihm zurück.
„ Wenn wir alle gefunden und sicher nach Hause gebracht haben, kannst du das gern tun.“
„ Mhm.“ drehte sie sich zu ihm und schlang die Arme um seinen Hals. „ Besser nicht, hinterher erscheint Tami hier, die dich für Akira hält. Ich glaube in solch einer Situation wäre das rettende Buch kilometerweit weg.“
„ Du solltest dir lieber sorgen darüber machen, dass Akira Chantal für Tami halten könnte. Oder Elias Jaqueline für Miku. Oder noch schlimmer: Miku Toni für Elias! Die respektiert ihn danach doch nie wieder.“
„ Aber vielleicht wäre es gar nicht so verkehrt, wenn Kian auf Martha treffen würde. Dann beachtet er sie wenigstens endlich mal.“
„ Ja, bis er ihr das Kostüm auszieht.“ grinste Luca verschmitzt auf. „ Danach wird er entweder eine Klatsche fürs Leben bekommen, was ich persönlich nicht schlimm finde, oder aber sie fliegt im hohen Bogen aus dem Fenster, was wiederum echt blöd wäre.“
„ Das ist alles nicht gut, auch wenn ich das eine wieder hingeschrieben bekomme. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie ihr erstes Mal mit einer Illusion hat! Danach kommt die doch erst recht nicht mehr klar, wenn Paul ihr wieder sein Desinteresse präsentiert. Oder wir bekommen sie hier nicht mehr weg. Was auch nicht viel besser ist.“ atmete sie schwer aus. „ Ich gehe jetzt erst mal duschen.“
„ Mach das.“ nickte er. „ Moment nein, ich begleite dich lieber.“ entschied er.
„ Und warum?“ schielte sie zu ihm hin.
„ Weil da draußen deine übermächtigen Schwachköpfe rum laufen, die euch unbedingt einfangen wollen? Deshalb vielleicht?“
„ Und du glaubst die kommen um mich zu holen während ich unter der Dusche stehe?“
„ Sie haben euch doch auch gefangen als Chiron gerade baden war. Also warum sollten sie dann nicht kommen?“
„ Ich dachte eigentlich, du würdest mir so langsam vertrauen.“
„ Das tu ich. Aber nicht hier wo der leibhaftige Teufel rum läuft.“
„ Hach ja. Dann komm eben mit.“ wanderte sie seufzend weiter.
Einige Zeit später, nachdem Jaz schweigend geduscht, Laura genauso schweigend das Essen zubereitet hatte und sie dann ein stilles Festmahl eingenommen hatten, standen die Autorinnen im Cockpit und nuschelten sich am Steuerkreuz einen zurecht.
„ Bist du dir sicher, dass die ECHT sind?“ wollte die Co-Autorin leise wissen.
„ Da bin ich mir sogar sehr sicher.“ murmelte sie zurück.
„ Aber das ist furchtbar. Ist dir aufgefallen wie überdimensional ruhig die sich verhalten? Das kann nur bedeuten, dass sie EXPLODIEREN werden, sobald wir das größere Problem, das Zurückbringen unserer gestrandeten Schauspieler, gelöst haben. Da ist es mir schon fast lieber, bei Chi im Kerker zu verrotten!“ keuchte sie.
„ Meinst du wir könnten die Bombe entschärfen, wenn wir sie fragen was los ist?“
„ Damit sie dann glauben, wir würden sie nicht verstehen??“ starrte sie sie mit großen Augen an. „ Dann detonieren die doch erst recht.“
„ Verstehst du es denn?“
„ Natürlich! Auch wenn ich raten müsste, welche Erkenntnis schwerer wiegt: die nächtliche Suche oder die Tatsache, dass wir Chiron und Kian hinterher gestiegen sind.“
„ Ich schätze mal, dass das eine das andere Fass zum überlaufen bringen wird.“ verzog die Autorin ihren Mund. „ Wir müssen uns schnell was einfallen lassen, was die Wogen wieder glätten wird.“
„ Ach? Und was?“
„ Irgendwas worüber die sich so sehr freuen, dass sie das ganze einfach vergessen. Gibt es nicht irgendwas, was ein echter Shaolin unbedingt mal gesehen haben muss? Ein Tempel, eine Statue, vielleicht nur irgendeine eine Quelle?“
„ Warte, ich google mal, ach nein GOOGLE haben wir hier ja nicht mit eingeplant!! Also woher soll ich das wissen??“ raufte sich Laura die Haare. „ Wir sind verdammt...“
„ Quatsch. Du bringst einfach die Schauis nach Hause und jedes mal wenn du das tust, googelst du schnell nach, was ihn vor Glück platzen lassen wird.“ schlug Jaz vor.
„ Das ist eine gute Idee, jedenfalls dann, wenn es überhaupt etwas gibt, was ihn vor Glück platzen lassen wird.“ atmete sie erleichtert aus. „ Und was ist mit dir?“
„ Ach, Luca ist doch immer noch Luca. Da reicht es, wenn ich ein komplettes Wochenende mit ihm irgendwo hinfahre und die Arbeit dabei zuhause lasse.“ lächelte sie. „ Vielleicht gibt es ja so etwas wie eine riesige vergoldete Bibel, die in einem uralten Tempel liegt, der wiederum auf dem höchsten Berg der Galaxie gebaut wurde und den man natürlich nur zu Fuß erreichen kann.“
„ Das ist nicht witzig...“ wich jegliche Farbe aus ihrem Gesicht.
„ Der trägt dich da einfach hoch. Du kannst es ihm ja als zusätzliches Geschenk verkaufen, mit dem Extra an Gewicht wird seine Seele erst recht von allen noch so tiefen Sünden befreit.“
„ Was sollen denn das für Sünden sein?“ schielte sie sie an. „ Yami ist wohl der einzige von uns allen, der zu mindestens seelisch noch so rein ist wie ein Neugeborenes.“
„ Zu mindestens seelisch, hu?“ sah Jaz ihre Co-Autorin belustigt an.
„ Schweigegelöbnis, schon vergessen?“ kicherte sie.
„ Wie könnte ich?“ lachte sie. „ Nun gut. Darum müssen wir uns wohl später kümmern, wie erreichen bald das erste Ziel.“
„ Warum glaubst du, sind wir nicht alle am selben Punkt erschienen?“ überlegte Laura. „ Basiert die Welt denn nicht auf deinen Wünschen? Wenn nicht, warum kommen wir dann immer da raus, wo du das möchtest?“
„ Vermutlich weil ich die Szenen stärker im Gedächtnis habe.“ dachte Jaz ebenfalls darüber nach. „ Das wir nicht alle gemeinsam hier gestrandet sind kann ja eigentlich nur bedeuten, dass sich diese Welt nach dem richtet, der sie betritt.“
„ Und warum sind Luca und Yami dann bei uns aufgetaucht?“
„ Weil sie bei uns und nicht in irgendeiner Szene sein wollten?“
„ Aber die sind vor uns hier rein, woher soll das Prisma gewusst haben, was wir uns wünschen?“
„ Hast du dir etwa nicht gewünscht, dass du bei Yami auftauchst?“
„ Das weiß ich nicht mehr.“ verschränkte sie nachdenklich die Arme vor der Brust. „ Ich weiß nur noch, dass ich Chiki unbedingt aus der Realität raus haben wollte.“
„ Naja, was erwarten wir überhaupt? Schon allein in diese Welt eintauchen zu können stellt ein Rätsel dar, was nicht mal die schlausten Köpfe der Welt lösen könnten. Also schaffen wir das erst recht nicht.“
„ Stimmt auch wieder.“ nickte sie. „ Ich bin jedenfalls schon gespannt darauf zu sehen, wo unsere Schauis gelandet sind.“
„ Ja, ich irgendwie auch.“ stimmte Jaz zu. „ Apropos gelandet, wo hast du Chiki eigentlich hin verfrachtet?“
„ Äh...“ grinste sie verschmitzt auf. „ Ich weiß nicht?“
„ Wie, du weiß nicht?“
„ Nun, ich habe einfach ein bisschen hin und her geblättert, meinen Finger als Entscheider benutzt und bäm, da kamen sie hin.“
„ Ich hoffe das bäm ist so weit entfernt, dass sie nicht gerade dabei sind uns zu folgen.“ atmete die Autorin schwer aus.
„ Da ich den Ort ausgesucht habe, sind sie bestimmt in irgendeine heiße Quelle gefallen.“ kicherte sie. „ Und da ist es so entspannend, dass sie für immer da bleiben werden.“
„ Klar. Wenn es nach deinem Glück geht, dann sind die ins Eismeer gekracht und nun bezeichnet die Welt diese eisigen Weiten als heiße Quellen, weil Chiki's Wut das Eis zum Schmelzen und das Wasser zum Kochen brachte!“
„ Autsch...“ verzog Laura den Mund. „ Oh Gott, dass ich das mal sage aber: Chi darf uns auf gar keinen Fall verfolgen! Können wir sein Interesse an uns nicht einfach löschen?“
„ Nicht so lange wir noch mit dieser Welt verbunden sind. Wir müssen einfach zackig unsere Leute finden und nach Hause zurückkehren. Dann wird sich alles wieder normalisieren.“
„ Na, hoffentlich.“
„ Wobei ich es für möglich halte, dass eine gewisse Reizung in ihnen zurückbleibt.“ teilte Jaz ihrer Freundin mit. „ Also sollten wir alle heimkehren und irgendwann noch mal zurückkommen, dann könnte unser bloßer Anblick schon sämtliche Erinnerungen zurückholen.“
„ Woher glaubst du das denn zu wissen?“
„ Ich war noch ein oder zwei mal zu Besuch bei Elysia. Ich kann halt die Dinge besser beschreiben, wenn ich sie vor mir sehe.“ rechtfertigte sie sich, als Laura schief zu ihr rüber schielte. „ Jedenfalls ist Chaos gleich freiwillig aus seinem Wirt gefahren und zu Lastalia in die Erdkerne gezogen. Das hätte er wohl kaum getan, wenn er sich nicht mehr an mich erinnern würde.“
„ Weil das hier die gedanklich manifestierte Version von LoT ist.“ schien die Co-Autorin endlich zu verstehen. „ Das ist praktisch die komplette Sammlung aller Staffeln von Legend of Thalia in einer endlos Folge. Die Hexe hat bestimmt dafür gesorgt, dass das Prisma irgendwie mit deinem Gedächtnis, deiner Fantasie oder was auch immer verbunden ist und dort entstand, dank deines bombastischen Gedächtnisses, die Welten deiner Bücher. Das würde auch erklären, warum wir diese Welt mithilfe der Manuskriptbücher beeinflussen können. Weil das hier wirklich die verkörperte LoT Version deiner Vorstellungen ist. Oder es ist die Version, die das Prisma durch deine Vorstellungen perfektioniert und dann erschaffen hat! Oder... irgendwie so.“ lachte sie. „ Klang das wenigstens ein bisschen glaubhaft?“
„ Klar. Es klang sogar richtig glaubhaft. Jedenfalls dann, wenn man selbst in dieser Fantasiewelt abhängt.“ nickte Jassy. „ Aber würde das eventuell nicht auch bedeuten, dass wir von hier aus das Buch in der Realität ändern könnten?“
„ Oh Gott, willst du mich umbringen?? Wer soll dem denn noch folgen können?? Fakt ist, dass wir in dieser Welt rum laufen können und das sie aus der Fantasie von wem auch immer erschaffen wurde. Ob sie nun... äh... illusionär real oder realistisch irreal ist, das sollte uns einfach mal so rein gar nicht jucken. Es ist ein Wunder und Wunder müssen wir nicht verstehen.“
„ Na gut.“ lachte die Autorin. „ Du hast Recht. Es ist ein Wunder. So, wir erreichen gleich den ersten Schauspieler. Hoffen wir mal, dass wir sie einfach einsammeln und wieder verschwinden können.“
Der erste Schauspieler befand sich, wie sie dann bemerkten, in Falador um genau zu sein, im prachtvollen Schloss des Landes. Vermutlich dem sichersten Gebiet von ganz Thalia.

Akt 6. Fahndungsplakate a la Banause


„ Das nenne ich mal ein Schloss.“ betrachtete Luca das Gebäude beeindruckt. „ Da stinken wir mit unseren Pappaufstellern ja mal völlig gegen ab.“
„ Als wären wir nur ein paar stümperhafte Schausteller, ja.“ nickte Yami.
„ Wir gehen da rein und suchen unsere Freunde, ihr bleibt hier auf dem Schiff.“ erklärte Jaz.
„ Wieso das denn?“
„ Weil jemand der genauso aussieht wie Chiron niemals einfach so da durch latschen kann und eben weil wir so wenig Angriffsfläche wie möglich bieten sollten, werden wir uns zu zweit auf die Suche begeben.“
„ Sie werden mir wohl nicht glauben, dass ich nicht Chiron bin, hu?“ verschränkte der Mönch die Arme vor der Brust.
„ Wohl kaum?“ zog Laura belustigt eine Augenbraue hoch. „ Du siehst aus wie er, hörst dich so an und trägst auch noch die identischen Klamotten.“
„ Die Uniform von Sansana Kurai, genau! Das kommt ja noch obendrauf.“
„ Ja, schon gut. Beeilt euch einfach, ok?“ blieben die Herrn grummelnd im Raumschiff zurück.
„ Wenn du wen auch immer zurückbringst, solltest du eine Kamera mitbringen.“ murmelte die Autorin, während sie auf die Schlosstore zu gingen. „ Vielleicht können wir die heutige Folge noch irgendwie retten, indem wir abdrehen was hier geschieht und das dann zusammenschneiden?“
„ Ansonsten müssen wir uns eben morgen richtig ran halten, um den heutigen Tag auffangen zu können. Das wäre doch nicht das erste Mal.“
„ Ja.“ überlegte sie. „ Vielleicht kann ich ein paar Gespräche hier und da kürzen und den damit erschaffenen Freiraum füllen wir einfach mit Werbung auf. Die neue Kollektion der Fanartikel kommen demnächst auf den Markt, dafür rühren wir einfach schon mal die Werbetrommel.“
„ Das finde ich gut. Lass uns das so machen, so nehmen wir der Zeit ihren Schrecken.“ und schon verschwanden sie hinter den Mauern.
„ Was sollte ihnen dort schon geschehen? Das hier ist vermutlich die sicherste Festung überhaupt.“ starrten die Männer sorgenvoll aus der Fenster zu den Toren hin. „ Außerdem holen sie ja bloß einen unserer Kollegen daraus. Was sollte da schief gehen.“
„ Ja, was?“
Keine zehn Minuten entdeckten sie eine Vogelscheuche, die gerade aus dem Tor herausgestürmt kam. Bei näherem hinsehen erkannten sie dann aber, dass es sich dabei um Toni handelte, dessen Rüstung unter einem Haufen Stroh und einigen Kartoffelsäcken verborgen wurde. Außerdem trug er noch einen Sack-Turban auf dem Kopf und eine 'Ninja'-Sack-Maske vorm Gesicht. Im ersten Moment konnten die Piloten gar nicht anders, als nach dem ersten Erstaunen drauf los zu prusten. Das Lachen hielt sogar genau so lange an, bis auch die Damen auf der Bildfläche erschienen und wie von der Tarantel gestochen auf sie zu gerast kamen. Hinter ihnen erstreckte sich ein Meer aus weißen Rüstungen, ein wahrer Pfeilregen fegte über ihnen hinweg und das ein oder andere Katapult-Geschoss, kreuzte ihren Weg.
„ Was zur Hölle...“ keuchten die entsetzten Freunde.
Und das alles kam so:
Während die Freundinnen über den Schlosshof schlenderten, sich von der Freundlichkeit der Schlossbewohner einwickeln ließen und sich beeindruckt umsahen, kamen sie an einer knallroten Tafel an. Dort hing zum einem die schwarze Liste, die die Staatsfeinde Nummer eins aufzählten und zum anderen thronten dort die wichtigen Fahndungsplakate. Zwei von denen weckte sofort das Interesse der Autorinnen.
„ Hast du gesehen? Die Hexen stehen hier auf der Liste bereits ganz oben.“ staunte Laura.
„ Tja, was ja kein Wunder ist. Schließlich haben sie versucht die Prinzessin zu entführen.“
„ Und das alles nur, weil ein gewisser jemand nicht die Finger von einem gewissen Pärchen lassen kann.“ atmete die Co-Autorin schwer aus.
Dann fiel ihr Blick auf ein Plakat, was zwei Hexen zeigte, wie sie im Bilderbuch beschrieben standen: mit einem riesigen Hexenhut, reitend auf einem Strohbesen, extra großen Warzen im Gesicht, einer langen Geiernase, einem mega breiten zahnlosem Grinsen und langes ungepflegtes, zerzaustes und mit einem Vogelnest bestücktes Haar. Natürlich musste Laura bei dem Anblick erst mal lachen. Doch dann fielen ihr die Bücher auf, die sie in der einen Hand hielten und das was sie für einen abgebrochenen Zauberstab hielt, entpuppte sich als ein Stift.
„ Sollen DAS etwa die Hexen sein??“ auch Jaz hatte das Plakat entdeckt. „ Das ist jawohl die Höhe!!!“ dass sie dadurch aber nicht erkannt werden konnten, interessierte keine von beiden.
„ Das ist wirklich das schrecklichste Bild, was ich jemals von mir sah.“ nickte Laura. „ Die haben ja mal so rein überhaupt nichts getroffen! Das ist eine Beleidigung für uns und unsere Augen! Wir sollten sie verklagen!“
„ Das ist noch viel mehr als eine Beleidigung! Der der uns so beschrieb gehört gekreuzigt und gehängt!“ schnaufte die Dame.
„ Such du unseren Schaui, ich werde in derzeit diese Todsünde bereinigen!“ krempelte Laura ihre imaginären Ärmel hoch. „ Ich werde denen zeigen, wie man das macht! Diese Kunstbanausen werden alle in der Hölle schmoren!“
„ Mach das.“ nickte Jaz. „ Ich komme gleich wieder.“
„ Ok.“ zupfte sie das Plakat von der Tafel und begann gleich damit ein Meisterwerk auf die Rückseite zu malen.
Die Autorin stand inzwischen vor einem Stall. Dort endetet der Strahl was erahnen ließ, dass sich der Schauspieler dort drin aufhalten musste.
„ Hallo?“ machte sie lautstark auf sich aufmerksam, während sie das Innere erkundete. „ Ich bin es, Jaz! Wer auch immer hier ist... wobei... Toni? Bist du hier irgendwo?“
„ Nein! Hier gibt es niemanden der so heißt!“ behauptete ein Strohhaufen. „ Suche woanders weiter, komische Stimme die sich als Jaz ausgibt!“
„ Ich gebe dir gleich komische Stimme!“ pflückte sie den Strohhaufen auseinander, bis Toni schließlich vor ihr kauerte und wie Espenlaub zitterte. „ Toni? Alles in Ordnung?“
„ NEIN! Nichts ist in Ordnung!!“ keifte er sie an. „ Ich befinde mich in einer verdammten fiktiven Welt und bis gerade war ich noch ganz alleine!! Was kann da denn noch in Ordnung sein??“
„ Du hast Recht, tut mir leid.“ versuchte sie die Wogen zu glätten. „ Aber wir bringen das wieder in Ordnung. Als erstes müssen wir dich auf unser Raumschiff bringen und zwar ohne das man dich für Elias hält.“ betrachtete sie die schneeweiße Rüstung.
„ Soll ich sie ausziehen??“
„ Bloß nicht! So würdest du die Aufmerksamkeit doch erst Recht auf dich ziehen! Nein, wir müssen sie irgendwie kaschieren.“ sah sie sich um. „ Und ich weiß auch schon wie.“ grinste sie breit auf.
Neben dem ganzen Stroh befanden sich nämlich auch unzählige Kartoffelsäcke in der Scheune und aus dem Misch entstand die Vogelscheuche.
„ Na klar, so ziehe ich natürlich nicht die Aufmerksamkeit der anderen auf mich.“ sah Toni mit hochgezogener Augenbraue an sich runter.
„ So lange sie dich nicht erkennen, kannst du so viel Aufmerksamkeit haben wie du willst.“ band sie ihm noch einen Sack wie einen Turban um seinen Kopf, damit man seine Frisur nicht sah und wegen seinem bekannten Gesicht bekam er dann noch eine Sack-Maske verpasst. „ Das war es.“ betrachtete sie ihn. „ Dich erkennt man nun nicht mehr.“ giggelte sie.
„ Können wir dann gehen?“
„ Ja, Laura wartet draußen auf uns.“
„ Oh, das seid ihr ja!“ staunte Toni, als er Laura's Meisterwerk sah. „ Aber warum steht da fett WANTED?“
„ Weil das ein Fahndungsplakat ist. Wir wollen doch, dass alles seine Richtigkeit hat.“ erklärte die Co-Autorin. „ Ich habe sogar noch ein paar Nullen an unser Kopfgeld gehängt, bei der Wichtigkeit unserer Person, schien mir das angegebene viel zu wenig zu sein.“
„ Ja, das wird uns schon eher gerecht.“ nickte die Autorin anerkennend. „ Da hast du dich mal wieder selbst übertroffen. Sogar unsere Kleider hast du auf den Punkt genau getroffen. Wahnsinn.“
„ Ja, nicht wahr?“ strahlte sie. „ Hast du die kleine Schleife bemerkt, die hier...“
„ Ähm, Mädels?“ räusperte sich der Strohmann.
„ Ja, gleich Toni.“ frühstückte Laura ihn halbherzig ab. „ Oder diese Augenränder, die vom Schlafentzug entstanden...“
„ MÄDELS!!“ zupfte er energisch an ihnen rum. „ IHR wurdet erkannt!“
„ Natürlich werden wir erkannt, wir werden ständig erkannt.“ meinte Laura. „ Oh...“ doch dann starrten sich die Freundinnen verschmitzt an, ehe sie einen vorsichtigen Blick in die Runde riskierten.
Tatsächlich stand die halbe Armee bereits um sie herum, die ihre Schwerter, Lanzen oder auch Pfeile gegen sie richteten. Außerdem hatten sie blitzschnell ein paar Katapulte heran gekarrt, die ebenfalls auf die Hexen ausgerichtet waren.
„ KKKYYAHHHHHH!!!“ raste die Vogelscheuche schrill kreischend auf die Schlosstore zu und mähte dabei alles um, was ihm im Weg stand.
„ Schnell hinterher, ehe sie die Lücken wieder füllen!!“ eilten die Damen hinterher.
Und so kam es, dass die Damen innerhalb von ein paar Minuten von ganz Falador gejagt wurden. Als ihre Freunde das Begriffen, hetzte der eine zur Tür hin, um ihnen die Pforte zu öffnen und der andere startete den Motor, damit sie schnell verduften konnten.
Die Drei waren kaum an Bord angekommen, da hob die Maschine schon ab und raste mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit davon.
„ Wie um alles in der Welt habt ihr DAS bitte geschafft??“ wollten die Herren wissen, während sie Toni von dem Stroh befreiten.
Sie hatten sich vorerst dazu entschlossen, ihn so lange bei sich zu behalten, bis er nicht mehr allein nach Hause zurückkehren musste. Das nächste Ziel war auch gar nicht so weit entfernt, um genau zu sein befand es sich in der Nähe von Terossa, dem Nachbarkönigreich von Falador.
„ Wir wurden einfach erkannt. Das ist alles.“ was ja auch irgendwo stimmte. „ Die Hexen haben schließlich versucht Miku zu entführen. Jedenfalls glauben sie das und dadurch wurden wir zum Staatsfeind Nummer eins.“ erklärte Laura.
„ Ihr wärt aber niemals erkannt worden, wenn du das Fahndungsplakat nicht geändert hättest.“ quatschte der Mafioso dazwischen.
„ Was meinst du damit?“ sah Yami seinen Kollegen fragend an.
„ Nichts meint er damit!“ versicherte die Co-Autorin. „ Wir haben den Bildern bloß ein paar Schnurrbärte, Hörner und noch so ein paar andere Dinge verpasst. Wir wären doch niemals so blöd die Plakate, die uns mal so überhaupt nicht ähnlich sehen, so zu verändern, dass man uns darauf erkennt.“
„ Das habt ihr nicht wirklich...“ fiel nicht nur Luca alles aus dem Gesicht.
„ Nö... haben wir auch nicht.“ sah sie sich unschuldig um.
„ Leider kann ich mir das nur zu gut vorstellen.“ packte sich Yami seufzend an den Kopf. „ Merkt ihr eigentlich, dass unsere, nein viel mehr EURE Situation immer schlimmer wird, je länger ihr euch hier aufhaltet? Jetzt wissen nicht nur die Kopfgeldjäger wie ihr ausseht, sondern auch ganz Falador und dessen verbündete Königreiche und dessen verbündeten Königreiche, also um es kurz zu machen: JEDER verdammte Ritter und Jäger dieser WELT wird EUCH jagen!!“
„ Du hast geflucht! Fluchen gehört sich für einen Mönch nicht.“ hüstelte Laura, woraufhin Yami wohl am liebsten erst Recht geplatzt wäre.
„ Also ich möchte jetzt nicht in eurer Haut stecken.“ kommentierte Toni das Ganze.
„ Könnt ihr die Plakate nicht einfach wieder in ihre Ausgangsposition schreiben?“ wollte Luca wissen.
„ Nein, können wir nicht. Weil diese von der Realität geschaffen wurden...“ begann Jaz, wurde aber von Yami unterbrochen.
„ Und die Realität könnt ihr nicht beeinflussen, schon klar!“
„ Richtig.“ schielte sie zu ihm hin.
„ Es ist doch alles halb so schlimm! Wir ziehen uns einfach andere Kleider an, ändern die Frisur und schon erkennt uns niemand mehr.“ kam Laura ein Geistesblitz. „ Dann können wir in Ruhe nach den anderen suchen und einfach wieder nach Hause zurückkehren. Das ist doch ganz einfach. Los, ziehen wir uns um.“ griff sie die Hand ihrer Freundin und zerrte sie schnell aus der Gefahrenzone raus.
„ Der Vulkan brodelt immer heftiger.“ grummelte Jaz.
„ Wir müssen ab jetzt einfach damit aufhören, irgendwas zu verändern. Dann passt das schon. Also was ziehen wir an?“ stand sie vor einem überdimensional großen Kleiderschrank, der einen ganzen Raum bereits ausfüllte.
„ Mir egal. Irgendwas halt.“
„ Oh schau mal! Hier hängen sogar komplett dieselben Sachen die wir gerade anhaben! Nur in sauber, gebügelt und schön duftend.“
„ Das nehme ich!“
Und so traten die Damen wenig später sauber, gebügelt, wohl duftend und noch genauso aussehend wie vorher ins Cockpit, worauf allerdings niemand etwas sagte und sich jeder bloß so seinen Teil dachte...

Akt 7. Müll sein oder nicht sein.


„ Wie es aussieht sind wir bald am Zielort angekommen.“ erklärte Yami nach einiger Zeit des stillen Fliegens. „ Die Spur endet dort vorne.“
„ Ist das eine Müllhalde? Seit wann befindet sich hinter Terossa denn eine Müllhalde?“ staunte Jaz.
„ Na, wenn du das schon nicht weißt, woher sollen wir das dann wissen?“ meinte Laura.
„ Vielleicht ist das einer deiner logischen Eingebungen, der Müll aus Terossa muss ja irgendwo gestapelt werden, ehe man ihn entsorgen kann.“ vermutete Luca.
„ Stimmt. Das könnte durchaus sein.“ nickte die Autorin.
„ Dann sollten wir nun zusehen, dass wir Paul und Martha einpacken und weiter reisen.“ befahl der Mönch. „ Dieses Mal begleite ich euch aber, damit ihr nicht noch mehr Ärger auf euch zieht. Und da akzeptiere ich KEINE Widerrede!“ zeigte er einen seiner seltenen 'böser Kopfgeldjäger'-Blick, woraufhin die Rebellen auch gleich schwiegen.
„ Ich komme auch mit.“ nickte der andere Herr. „ Ich glaube zwar nicht, dass eure Situation NOCH schlimmer werden kann, schließlich habt ihr ja schon ganz Thalia gegen euch aufgebracht, aber ich komme trotzdem mit. Man weiß ja nie, wer euch mit einer interessanten Geschichte in sein Auto lockt.“
„ Hier gibt es gar keine Autos.“ murrte Jassy.
„ Aber Luftschiffe und das macht die Sache sogar noch schlimmer.“
„ Man könnte euch auch verhaften oder entführen und DAS möchte ich dieses Mal DIREKT erfahren und nicht erst einen Tag später.“
„ Wir haben uns dafür doch schon entschuldigt und es war ja auch gar nicht geplant, die Nacht im Verlies zu verbringen.“ murmelte Laura.
„ WIR haben auch nicht geplant stundenlang die Straßen abzufahren, vor euren Häusern zu campen oder am Studio zu lauern, für den Fall das uns ein Entführer vor die Füße fällt.“ konterte Yami.
„ Wie kamt ihr überhaupt darauf, dass wir entführt wurden?“ atmete seine Freundin schwer aus. „ Wir hätten doch auch ein Date mit einem Sponsoren haben können?“
Das sie diese Treffen als 'Date' bezeichnete, überhörten die Anwesenden einfach mal, auf ein Date freute man sich normalerweise schließlich und man stieg nicht mit Typen in den Ring, die versuchen zu den billigsten Konditionen das Beste rauszuschlagen. Man selbst steckte sein Möglichstes in den Verhandlungskrieg, um eben nicht mit ein paar Münzen abgespeist zu werden. Aber das nur mal so am Rande erwähnt.
Im Grunde ging es den Insassen des Schiffes darum, dass man bei so einem Termin nicht spurlos verschwand und alles offen, mit Licht, zurückließ.
„ Wie hätten wir denn nicht davon ausgehen können? Eure Handys waren aus, niemand wusste wo ihr wart, eure Autos standen noch vor dem Studio, das Gebäude war nicht mal abgeschlossen, das Licht brannte noch und euch konnte man einfach nicht finden. Also natürlich gingen wir davon aus, dass ihr das alles nicht freiwillig in diesem Zustand zurückgelassen habt.“ erklärte Luca. „ Außerdem ist es ja kein Geheimnis, dass LoT, neben seinen irren Fans, auch Neider besitzt, die alles dafür tun würden um unseren Erfolg zu schmälern und das geht am besten, wenn man die Autorin ausschaltet.“
„ Die Beete kann man neu bepflanzen, aber wenn der Boden unfruchtbar gemacht wird, dann wird dort auch nichts mehr blühen.“ stimmte ihm Yami zu. „ Ergo: LoT verwandelt sich in eine trostlose Wüste.“
„ Und weil ihr dachtet, dass wir zu Drehbeginn wieder von alleine auftauchen, habt ihr euch umgezogen und drehfertig gemacht?“ hakte die Co-Autorin nach.
„ Nein, nicht ganz. Natürlich haben wir gehofft, dass ihr einfach wieder auftaucht, aber eigentlich taten wir das, um die nächste Folge zu drehen. Ihr seid es doch, die immer von dem straffen Zeitplan reden. Wenn wir dem nicht nachkommen, bedeutet das noch mehr Stress und weniger Zeit für die wichtigen Dinge im Leben, oder nicht?“
„ Und welches Drehbuch wolltet ihr dafür verwenden?“
„ Na das aus deinem Zimmer.“
„ Spinnt ihr???“ keuchte die Autorin. „ Ihr könnt doch nicht etwas verwenden, was noch gar nicht überarbeitet wurde!! Die Rohfassung könnte über Rechtschreibfehler verfügen, die aus der Szene eine Lachnummer machen würden! Oder noch schlimmer:“ starrte sie ihren Freund schockiert an. „ Ihr überseht meine Randnotizen oder ihr versteht sie nicht.“
„ Was wäre dir lieber? Ein unfertiges Drehbuch, was von dir geschrieben wurde oder wenn wir Schauspieler improvisieren?“ sah Yami die Dame mit hochgezogener Augenbraue an.
„ Oh.. naja...“ kratzte sie sich am Kopf. „ Nichts gegen eure Improvisationskünste, aber das unfertige Drehbuch war doch die bessere Wahl.“
„ Definitiv.“ bezeugte Laura ihre Zustimmung indem sie eifrig nickte. „ Nun wo wir das geklärt haben, sind wir bald da?“ starrte sie ungeduldig aus dem Fenster. „ Äh... Jaz? Komm mal her.“ winkte sie sie zu sich rüber.
„ Was denn?“
„ Ist diese Eislandschaft normal? Ich erinnere mich gar nicht daran, dass irgendwo mal der Winter herrschte, außer da, wo Ice-Chi vorbei kam.“ funkelte sie wie ein Honigkuchenpferd vor sich hin. „ Mit silbernen Haaren und blauen Augen sieht er einfach nur klasse aus.“ giggelte sie.
„ Nein, das ist nicht normal und das ist auch gar nicht gut.“ wich sie schockiert vom Fenster weg. „ Kann das Teil nicht schneller fliegen??? Wir müssen da hin, JETZT!!“
„ Wieso? Was ist denn?“ sah Luca ebenfalls aus dem Fenster. „ Mhm, stammt das von Ice-Chi?“
„ Ich befürchte ja und das bedeutet, dass wir schon gestern da sein müssten!!“ stand die Autorin aufgebracht vor dem Steuer und starrte unentschlossen auf die blinkenden Knöpfe herab. „ Wenn der so ausrastet wie im Buch, dann wird er die Müllhalde samt unserer Freunde in Stücke reißen!! Mal abgesehen davon, dass sein Erwachen noch gar nicht vorgesehen ist! Der hohe Rat wird die Dunkelheit auslöschen und ich weiß immer noch nicht, ob wir das alles wieder hinbiegen können, wenn wir diese Welt komplett verlassen! Ich will weder dich noch Paul auf die Straße setzen, nur weil eurer Charakter nicht mehr existiert und das würde die komplette Geschichte zerfetzen.“ ließ sie kreidebleich an. „ A-Aber erst müssen wir Martha und Paul aus der Schussbahn bekommen! SCHNELL!!“
„ Ich weiß nicht ob wir noch schneller fliegen können.“ ließ sich Yami auf dem Sitz fallen. „ Aber wenn du dieses Schiff genauso aufgebaut hast, wie unser Raumschiff-Imitat, dann bekomme ich es raus.“
„ Wo hast du die beiden nur hingeschickt, dass SO ETWAS daraus kam?“ wollte sie von ihrer Co-Autorin wissen.
„ Das weiß ich immer noch nicht, aber sobald wir die Szene gerettet haben und alles wieder normal ist, werden wir es bestimmt erfahren.“
„ Ihr solltet euch lieber hinsetzen und anschnallen! Wenn ich alles richtig betätigt habe, durchbrechen wir gleich die Schallgeschwindigkeit.“ wies der Mönch darauf hin.
Und das war noch nicht mal übertrieben. Das Gefährt preschte so schnell durch die Luft, dass man das Gefühl hatte, gleich verschwand man durch die Saugkraft in einem eigenen schwarzen Loch und konnte dort sein Innerstes erforschen. Ehe es allerdings soweit kommen konnte, waren sie gefühlt eine Sekunde später am Ziel angekommen.
Gemeinsam, außer Toni, der hatte sich irgendwo im Schiff verschanzt, rasten die unerschrockenen Helden auf die Müllhalde zu, die bereits vom Eis überwuchert wurde. Zum Glück für ganz LoT ging es den Schauspielern gut, wie sie dann erleichtert feststellten, als sie näher kamen. Martha schlitterte sichtlich vergnügt um den Müllberg herum zeigte dabei ein paar wirklich gut aussehende Kunststücke. Paul war damit beschäftigt, das Eis von seiner Lieblingstonne zu hämmern. Es war also alles im grünen Bereich.
Jedenfalls solange, bis plötzlich ein gigantischer Eiszapfen auf sie zugeschossen kam und als dieser ins Schwarze traf, standen die Beteiligten in einem Sturm aus Müll und Eisbrocken.
„ Paul!! Martha!!“
„ Habe ich es nicht gesagt?? Da wo ihr auftaucht wird einfach alles noch schlimmer!!“ keuchte Yami. „ Schnell! Vielleicht konnten sie sich ja in einer der Tonnen in Sicherheit bringen.“
„ PAUL??? MARTHA??“ brüllten sie sich die Seele aus dem Leib, als sie beim Schlachtfeld ankamen.
„ Hier!! Ich habe sie gefunden!“ rief ihnen Luca vom Rande des Platzes zu.
„ Atmen sie noch??“ eilten die anderen ebenfalls dorthin.
Vielleicht hatten sie das Paul's schneller Reaktionsfähigkeit zu verdanken. Denn als er den Zapfen aus dem Augenwinkel bemerkte, packte er nach einem kurzen Moment des Schockes die junge Schauspielerin, die gerade an ihm vorbei schlitterte und verschanzte sich mit ihr unter einer riesigen Wanne. Eventuell also, hatte er ihnen damit das Leben gerettet.
„ Ich dachte schon, jetzt hätte unser letztes Stündlein geschlagen.“ ließ sich der Held des Tages erschöpft auf dem Boden nieder.
„ Mein Held!“ klammerte sich Martha rot wie eine Tomate, schließlich hatte er bis eben noch über sie gehockt, und strahlend wie ein Atomkraftwerk an seinem Arm.
„ Euch geht es gut ja?“ sah Jaz die beiden besorgt an. „ Ist wer verletzt worden?“
„ Nicht das ich wüsste.“ hielt er einen Moment inne, um zu schauen ob von irgendwoher ein Schmerzimpuls kam. „ Bei mir scheint alles ok zu sein.“
„ Bei mir ist auch alllles bestens!“ rieb sie ihren Kopf an seinen Arm.
„ Dann stammt das Blut also nicht von euch?“
„ Nein.“
„ Habt ihr eure Bücher und einen Stift dabei?“ atmete Yami schwer aus.
„ Jep.“ nickten die Damen.
„ Dann geht schon. Wir bringen Martha und Paul auf das Schiff und kommen dann nach.“
„ Ok.“
„ Aber passt bloß auf euch auf und baut keinen Scheiß, ok?“
„ Wir doch nicht.“ erhoben sie sich und fuhren dann, auf herbei gezeichneten Schlittschuhen, auf den Schauplatz des Schreckens zu.
„ Meinst du wirklich, DAS war eine gute Idee?“ sah ihnen Luca besorgt hinterher.
„ Vermutlich nicht. Aber sie hätten sich eh nicht davon abbringen lassen.“ blickte Yami ebenfalls in die Richtung, in der die Autoren verschwunden waren. „ Außerdem verstehe ich diese Welt genauso wenig wie sie und wenn es wirklich sein könnte, dass durch einen dummen Zwischenfall hier, das komplette Werk in der Realität verändert wird, vielleicht ändert sich dann auch unser Leben.“ half er erst Martha dann Paul beim Aufstehen. „ Ohne LoT, wäre ich der Sekte niemals entkommen und Paul würde noch immer in einem feuchten Pappkarton in irgendeiner Gasse leben. Wer weiß denn schon, was das dunkle Karma der Autorinnen sonst noch so anrichten kann. Deshalb müssen wir die Komplikationen so gering wie möglich halten und schnell nach Hause zurückkehren.“
„ Ja, nach unserem Glück hätte der hohe Rat danach auch Jagt auf die anderen Erben und Wächter gemacht.“ atmete der Superstar schwer aus. „ Was dann wohl bedeutet, dass ich niemals die Zeit dafür gehabt hätte, mich in Jaz leben zu schleichen.“
„ Was aber auch bedeutet, dass so wieder Platz für wen anderen ist.“ bemerkte Paul.
„ Aber bestimmt nicht für DICH!“
„ Paul will sie auch gar nicht.“ behauptete Martha.
„ Streitet euch später darüber. Wir müssen uns beeilen.“ befahl der Mönch. „ Noch schlimmer als die Vergangenheit zu verändern ist es nämlich, keine Zukunft zu haben! Also müssen wir ihnen helfen, ehe sie von so einem Zapfen durchbohrt werden.“
„ WARUM SAGST DU SO ETWAS???“ fauchte Luca. „ Jetzt will ich ihnen nach und die hier ihrem Schicksal überlassen! Die können doch wohl alleine zum Raumschiff laufen! So schwer ist das doch nicht!“
„ Ohne einem Buch stehst du ihnen bloß im Weg rum. Also hilf lieber dabei die Verletzten und Hilflosen zu evakuieren und danach können wir ihnen im Weg rum stehen.“
„ Na los, ihr Verletzten und Hilflosen. Macht hin, da geht es lang. Hopp hopp!“ scheuchte er sie den Weg entlang, den sie gekommen waren.
Das Flugschiff hatten sie extra etwas abseits geparkt, damit es nicht noch von einer unkontrollierten Attacke seitens des Eises getroffen wurde und darauf hin samt seines Mafiabosses explodierte.
Es waren eben gefährliche Zeiten in diesen nicht ganz unbekannten Weiten der sonst so friedvollen Welt.

Akt 8. Blitz und Donner


Nicht zu vergessen, Eis und den einzigen Mann im Bunde, der die Zeit kontrollierte. Dem entgegen standen ein durchgeknallter, Eis und Schnee spuckender Irrer und sein blutüberströmter und am Ende seiner Kräfte angelangter Wächter. Wetten konnten jetzt noch abgeschlossen werden, doch da die Sieger ja augenscheinlich schon feststanden, nämlich der frisch geschlüpfte und vor Energie sprudelnde hohe Rat, war die Quote so schlecht, dass man bei einem Sieg der vermeintlichen Sieger, selbst wenn man auf die gewettet hatte, noch drauf zahlte. Also lohnte es sich nicht auf diesen Kampf zu setzen.
Doch dann erstrahlte ein Hoffnungsschimmer am Horizont, der die dunklen Wolken vertrieb und das Licht zurückbrachte. Zwei engelsgleiche Silhouetten thronten verheißungsvoll und in einer perfekt von der Sonne beleuchteten Pose, auf dem Gipfel eines Eisberges. Die langersehnte Rettung nahte in Form zweier kreischender Damen, die mit einem Affenzahn den Berg herunter gefahren kamen und bereits eine schmerzhafte und alles andere als elegante Landung vorher sahen.
Doch vielleicht war das bloß ein taktisch kluges Ablenkungsmanöver, denn während alle erstaunt bis entgeistert zu den ungewolltem Besuch aufsahen und die Fähigkeiten der Retter unterschätzen, konnten sie sie aus dem Hinterhalt heraus umnieten. Allerdings sprachen wir hier von zwei Damen, die die Aktion sonst bloß aus dem Fernsehen, aus ihrem Geschriebenen oder dem gezeichneten kannten und so sank die Euphorie in den Keller...
„ Worauf wetten wir, dass sich die beiden bei ihrem Sturz den Hals brechen werden?“ sah Isa zu ihren Teammitgliedern hin.
„ Das wäre witzig.“ grinste Zen, der Herr der Zeit, breit auf.
„ Ich hoffe die zwei kommen nicht um euch zu retten.“ sah Liz zu ihren Gefangenen hin. „ Dann habt ihr nämlich leider auf das falsche Pferd gesetzt.“
„ Es... gibt tatsächlich eine Macht, die viel stärker ist als eure.“ murmelte Kian erschöpft, dem Bewusstseinsverlust nahe und wirklich blutüberströmt, als hätte er darin gebadet, vor sich hin. „ Sie zu unterschätzen wird euch zum Verhängnis werden.“
„ Das wage ich zu bezweifeln!“ blickte der Geist des Blitzes belustigt auf ihn herab. „ Was kann schon mächtiger sein als die Verkörperung der Elemente?“
„ Die Verkörperung der Magie!“ er hatte dies kaum ausgesprochen, da tauchte schon ein riesiger, unförmiger Hund oder Bär oder vielleicht auch doch ein Schneemann neben ihr auf, der den Elementargeist einfach mal zur Seite schob.
Kurz darauf zersplitterten zum Erstaunen des Rates die Ketten die Kian gefangen hielten, jene die eigentlich nur von ALLEN Erben und Wächtern gelöst werden konnten und dann raste Jaz auf ihn zu, woraufhin er lächelnd seine kleine Gestalt annahm und sich von ihr davon tragen ließ.
Kurz darauf stoppte sie ihren Lauf und sah besorgt auf ihren Gast herab.
„ Hältst du es noch ein bisschen aus? Du darfst jetzt nicht sterben!“
„ Das... hatte ich auch nicht vor.“
„ Wie ist das möglich??“ keuchte Zen. „ WIE konntet ihr IHN befreien??? Besitzt ihr etwa die Kraft der Elemente? Tragt ihr Chira's Erbe in euch?? Dann müssen wir EUCH auch verbannen.“
„ Versuche es doch!“ zuckte Laura mit der Schulter. „ Aber seid hinterher nicht zu enttäuscht darüber, dass eure Mächte bei uns keine Wirkung zeigen.“ schließlich hatten sie sich einen Schutzstein hergeschrieben, der sämtliche Magie des Rates absorbierte. Zwischenzeitlich hatte sie Chiron befreit und sein Eis wieder schlafen gelegt, er schlief übrigens auch.
„ Ich hoffe ihr wisst... was ihr da tut.“ murmelte der Hippogryph.
„ Nicht im geringsten.“ grinste Jaz belustigt auf, die das Tierchen gerade auf den Boden legte. „ Aber das wussten wir bisher nie und trotzdem geht es uns gut, richtig? Also sei unbesorgt, solange du in unserem schlechten Karma bleibst, wirst du vom Pech verschont bleiben.“
Ehe sie sich dann um ihre Feinde kümmerte, die gerade damit beschäftigt waren Laura mit allem zu attackieren, was sie zu bieten hatten, während die Co-Autorin immer lauter lachte oder sich gelangweilt hinsetzte und sich ein Teeservice herschrieb, schrieb Jaz Miku in die Szene, die die tiefen Wunden des Wächters heilte und dann wieder verschwand.
„ Ha, ich könnte nebenbei noch ein Bild malen und würde nicht mal bemerken, dass ihr überhaupt in der Nähe seid.“ zog Laura die Herrschaften ungeniert auf. „ Haben wir euch denn nicht mit auf dem Weg gegeben, dass man wissen sollte, wann ein Kampf verloren ist und man am besten GANZ schnell GANZ weit weg rennt? Nicht? Naja.“ zuckte sie mit der Schulter. „ Mal schauen ob ihr euch noch immer so übermächtig vorkommt, wenn DU...“ zeigte sie mit dem Finger auf Isa. „ … Eine kleine Schneeflocke, DU...“ deutete sie nun auf Liz hin. „ …Ein Glühwürmchen und DUHU!!“ wandte sie sich nun breit grinsend an Zen. „ Ein Stundenglas bist!“ und siehe da, die Androhungen trafen zu. „ So! Nun seid ihr aber nicht mehr so bedrohlich und euer großes Maul habt ihr auch verschluckt.“
Ja, bedrohlich und ein großes Maul zu haben war etwas anderes. Allerdings konnte nichts von dem lange in der Luft und in der eisigen Kälte überleben. Das Glühwürmchen erfror, das Stundenglas zersplitterte, als es zu Boden fiel und das Schneeflöckchen zerschellte irgendwann an einem harten Widerstand.
„ Du hast gerade den hohen Rat ausgelöscht!!“ kreischte Jaz. „ Spinnst du?? Wir brauchen Isa noch! Oder wie soll sich Chi an sein Eis gewöhnen?? Ohne sie wird er alles zerstören!“
„ Ups.“ kicherte sie hinter vorgehaltener Hand. „ Naja, dann radiere ich das Geschriebene eben weg und siehe da, hohe Rat ist so gut wie neu!“
So gut wie neu und so blass wie eine Kalksteinwand. Man erinnerte sich ja nicht täglich daran, wie man verzaubert, den Tod entgegen sah und dann wieder, so als wenn nichts gewesen wäre, zurückkehrte. Das prägte.
„ Und? Geht ihr jetzt freiwillig??“
„ WIR WERDEN EUCH VERNICHTEN!! IHR HEXEN!!“
„ Was ist denn mit eurem Kurzzeitgedächtnis los?? Ich habe euch doch gerade eben erst erklärt, dass eure Kräfte bei uns nichts bringen. Oder ist das zu hoch für euch?“ maulte die Dame. „ Verschwindet doch einfach oder soll ich euch vielleicht noch in ein paar zerbrechlichere Dinge verwandeln? Glas ist gut oder lieber Porzellan? Na los, sucht es euch aus! Gehen oder erneut zerbrechen?“
„ Uh, diese diabolische Ader ist sogar mir fremd.“ bemerkte die Autorin. „ Reicht es denn nicht, dass ganz Thalia und die Kopfgeldjäger hinter uns her sind? Musst du den hohen Rat und damit alle Wesen ihres Elementes auch noch gegen uns aufbringen?“
„ Aber wenn sie es doch nicht anders wollen?? Ich habe sie doch gewarnt!“
Nachdem die drei nun schon zum gefühlten hundertsten Mal zurückgeholt wurden und ihre Wut seinen Zenit erreichte, entschloss sich Jaz dazu, den hohen Rat einfach wieder schlafen zu legen und zwar bevor wirklich noch eine Armee an elementaren Wesen hier auftauchte.
„ Och menno.“
„ Schlaft bloß lang und tief.“ atmete sie schwer aus.
„ Hier steckt ihr!“ kamen Luca und Yami bei ihnen an. „ Alles ok?“
„ Ja, sicher.“ nickten die Damen.
„ Für uns war der hohe Rat eine wahre Lachnummer...“ begann Laura, doch dann wurde sie von Jaz unterbrochen.
„ Ja, ihre Macht zeigte bei uns keine Wirkung, deshalb haben wir die Dunkelheit ohne Probleme befreit und den hohen Rat schlafen gelegt.“
„ Das ist ja mal ungewöhnlich unkompliziert.“ staunte der ehemalige Tellerwäscher. „ Sicher das das schon alles war?“
„ Klar! Was hätte denn sonst noch passieren sollen?“
„ Bei euch beiden weiß man das nie so genau! Es hätte ja auch sein können, dass plötzlich noch zusätzlich sämtliche mystische Wesen hinter euch her sind.“
„ Ach quatsch. Habt ihr Martha und Paul aufs Schiff gebracht?“
„ Sicher.“
„ Ok und was machen wir nun mit den beiden?“ deutete Jaz auf die bewusstlosen Männer hin. „ Wir können sie hier nicht liegen lassen.“
„ Könnt ihr sie nicht auf ihr Schiff schreiben?“
„ Besser nicht. Ihr geschwächter Zustand könnte eine Meuterei anzetteln und dann sterben sie eben nicht durch den Rat sondern durch ihre Männer. Das ist auch keine Option.“
„ Und irgendein Gasthaus?“
„ Damit sie dann da ungeschützt rum liegen und von der Polizei verhaftet oder gleich umgelegt werden?“
„ Wir sollten sie mit auf unser Schiff nehmen und sobald sie sich erholt haben, schreiben wir sie woanders hin. Paul könnte über Chiron wachen und uns Bescheid geben, sobald er erwacht und um Kian könntest du dich kümmern, Yami oder eben Martha. Wobei ich nicht glaube, dass sich Kian so leicht täuschen lassen wird, wie Chiron. Trotzdem ist das der einfachste und sicherste Weg.“
„ Ich glaube Jaz hat Recht.“ nickte Laura. „ Chiron wird Paul zu mindestens so lange für Kian halten, bis wir ihn wieder weg gebrachte haben und das gleiche gilt auch für Kian. Bloß das der Moment bei ihm viel kürzer sein wird. Schließlich kann er das Element der anderen Wächter spüren und wir besitzen derartige Auren nicht.“
„ Also wäre Martha die falsche Wahl.“ glaubte Luca zu wissen. „ Anstatt schnell Bescheid zu sagen, würde sie sich doch eher von ihm gefangen nehmen lassen, bis er dann bemerkt, dass sie nicht Liú ist. Doch dann ist es eigentlich schon zu spät.“
„ Dann werde ich seine Wache übernehmen.“ nickte Yami. „ Könnt ihr ein paar Funkgeräte herschreiben? So können wir euch schneller in Kenntnissetzen und die Gefahr eindämmen.“
„ Das ist eine fabelhafte Idee!“ zustimmte Jaz zu. „ So könnt ihr uns auch warnen, für den Fall dass die beiden im Schiff rum schleichen.“
„ Es wäre wohl nicht angebracht, wenn sich die beiden umziehen, eben damit man sie leichter auseinanderhalten kann, hu?“ überlegte die Co-Autorin.
„ Das wäre zu gefährlich. Besser wir gleichen uns bis aufs Haar, damit die Verwirrung länger anhält. Desto größer ist die Chance, dass wir einem erneuten Angriff entgehen können.“ meinte der Mönch.
„ Gut, dann ist das beschlossene Sache. Wir sollten wieder aufbrechen, bevor die goldene Armee auf uns aufmerksam wird. Die laufen hier, dank der Aufräumaktion, ja auch in Scharen herum.“
„ Ja, ihre Waffen können wir wohl nicht absorbieren, was?“ kicherte Laura.
„ Wohl kaum. Wir könnten Schutzwesten tragen, aber die sind bestimmt total unbequem.“
„ Und scheuern die Haut auf! Ne, lass mal!“
„ Genau, dann lasst ihr euch lieber erschießen, nicht wahr?“ schüttelte Luca seufzend den Kopf. „ Ein Grund mehr schnell aufzubrechen. Auch wenn ich nichts dagegen hätte, zu mindestens einen von ihnen hier liegen zu lassen. Schlimm genug dass wir bereits Paul ertragen müssen.“
„ Sie sehen sich ja nur ähnlich. Vom Verhalten her sind sie total verschieden.“
„ Oh ja, ich bin schon gespannt darauf zu erfahren, wie Kian es findet dass sich Paul in Tonnen am wohlsten fühlt. Vielleicht haben wir das Problem ja dann endlich gelöst.“
„ Ach komm! Du hast auch panisch nach ihm gesucht, als ihnen der Müllberg um die Ohren flog.“ griente Laura schief auf. „ Also SOOO groß kann deine Abneigung ihm gegenüber ja gar nicht sein.“
„ Ich...“ dachte er darüber nach. „ Ich habe bloß nach Martha gesucht.“
„ Na klar.“
„ Naja, Kian und Akira feinden sich ja auch von vorne an und hintenrum schützen sie einander.“ konnte sich Jaz ein zaghaftes Grienen nicht verkneifen.
„ Stimmt.“ lachte sie. „ Sie sind in ihrer Rolle voll aufgegangen, nicht wahr??“
„ Total...“ grummelte der Herr. „ Wollten wir nicht schnell verduften, ehe man auf uns aufmerksam wird?“
„ Ja, allerdings. Verziehen wir uns.“

Akt 9. Der Wolf im Schafspelz


Trotz der gefährlichen Gäste musste die Suche nach den anderen Schauspielern natürlich weiter gehen. Deshalb steuerten sie nun das nächste Ziel an, während Paul und Yami über die Verletzten wachten.
Zwischenzeitlich hatten sie den Neuankömmlingen ebenfalls erklärt, wo sie sich hier befanden und wie sie hier herkamen. Doch während Paul das einfach mit einem Schulterzucken und dem Wissen, hier neuen Müll zubekommen, hinnahm, verstand Martha bloß Bahnhof. Was aber nicht schlimm war, weil sie ihre Umgebung sowieso schon als selbstverständlich hinnahm und dabei interessierte es sie herzlich wenig, wie sie hier überhaupt her kam. Paul war bei ihr, sonst war nichts von Belang.
„ Müsste sich Kian nicht mit der schwarzen Magie auskennen?“ wollte Laura einige Zeit später von Jaz wissen. „ Vielleicht hat er ja eine Vermutung, wie das alles hier möglich ist oder wie viel schaden wir hier wirklich anrichten können.“
Die beiden saßen in der Küche am Tisch und starrten mehr oder weniger ratlos auf das Seelenprisma herab. Die Bücher von Legend of Thalia und Elysia lagen ebenfalls vor ihnen.
„ Kian weiß doch nur das, was für diese Geschichte relevant ist. Wie sollte er also etwas verstehen können, was zur Realität gehört?“
„ Aber das hier ist für ihn doch auch eine Realität und du hast aus ihm nun mal einen übermächtigen Hexenmeister gemacht, der nicht nur mit der Dunkelheit spielt. Wenn wir möchten, dass er es versteht, vielleicht versteht er es ja dann wirklich.“
„ Mhm...“ seufzte sie. „ Wenn wir durch unsere Anwesenheit hier wirklich das Buch verändern können, dann müsste das ja bereits geschehen sein und wenn dem so ist, dann werde ich es herausfinden.“
„ Äh... ja...“ starrte Laura auf den dicken Wälzer. „ Ich wäre dir da wohl keine große Hilfe. Selbst wenn sich etwas verändert hat, würde ich das vermutlich nicht mal bemerken.“
„ Ja, schon gut. Ich kümmere mich um diese Mammutaufgabe. Hilf du Luca ruhig dabei unser Ziel zu erreichen oder beschäftige Martha, die schmollt bestimmt noch immer, weil sie weder bei Paul noch bei Kian sein darf.“
„ Das kann ich aber irgendwo verstehen.“ kicherte sie. „ Da gibt es den Mann ihrer Träume sogar im Doppelpack und sie darf keinem der beiden nah sein. Wenn sie wenigstens ansatzweise begriffen hat, wo wir hier sind und das Kian wirklich Kian ist, dann verwehren wir ihr gerade die Chance, wenigstens für einen kleinen Augenblick von ihm beachtet zu werden.“
„ Martha tut mir leid, wirklich. Aber sie mit Kian zusammenzubringen, wird ihr nichts bringen. Selbst wenn er darüber hinweg sehen kann, dass sie nicht Liú ist und sie was miteinander anfangen, kann das nicht ewig halten. Um genau zu sein, hält es nur ein paar Tage vielleicht, je nachdem wie schnell wir die anderen einsammeln können und dann? Dann ist sie wieder bei dem, der sie nicht mal dann beachten würde, wenn sie nackt vor ihm rum tanzt.“ murmelte sie. „ Es würde ihr viel mehr bringen, wenn sie endlich begreift, dass Paul nichts für sie empfindet und wohl auch nie etwas empfinden wird. Letztendlich kann sie sich glücklich schätzen, dass er sie überhaupt als Freundin bezeichnet.“
„ Ja, es würde mich nicht mal wundern, wenn seine Freundschaft darauf aufgebaut ist, dass sie bei seiner Abwesenheit die Tonnen hütet oder ihn mit neuem Müll aus der Müllhalde ihrer Familie versorgt. Paul ist echt ein Arsch.“
„ Genau! Und deshalb lassen wir ihn hier und nehmen Kian mit! Wäre das nicht klasse?“ stand Luca plötzlich in der Tür.
„ Nein, wäre es nicht. Paul verfügt nämlich über keinerlei magische Kräfte und er ist auch kein Hippogryph. Das geht nicht. Ohne seine Magie wird Liú sterben und er wird in der Hölle schmoren, mal abgesehen davon, dass sich der hohe Rat um ihn kümmern wird und wer weiß was sonst noch so zusammenbrechen würde.“ wies Jaz darauf hin.
„ Das war nur Spaß.“
„ Ja, sicher.“
„ Was macht ihr hier überhaupt?“
„ Ich werde das Buch lesen um herauszufinden, ob wir hier, irgendwas dort verändern.“
„ Genau und ich werde schauen was Martha macht.“
„ Die schmollt im Cockpit.“
„ Und du?“
„ Ich wollte schauen was ihr macht. Außerdem geht mir ihr Geseufze auf die Nerven. Als wenn ich etwas daran ändern könnte, dass sie bei keinem der beiden sein darf.“
„ Vielleicht hat sie ja gehofft, dass du sie da rein schmuggelst.“ grinste Jassy schief auf.
„ Klar, damit sie dann entführt wird, weil sie von allen für Liú gehalten wird und dann, wenn sie ihren Irrtum bemerken, fliegt sie hochkant aus dem Raumschiff und landet butterweich auf dem nächsten spitzen Felsen. Ne, danke.“
„ Die Erlösung naht! Ich werde die Kleine beschäftigen, bis sie dann glücklich lächelnd einschläft.“ erhob sich Laura von ihrem Stuhl. „ Wir sollten Jaz in Ruhe lesen lassen. Das ist schließlich kein Klacks und erfordert höchste Konzentration.“
„ Wann erreichen wir unser nächstes Ziel?“ hakte sie noch nach, ehe ihr Freund aus dem Raum geschoben wurde.
„ Schwer zu sagen. Auf den Wegweisern sind leider keine Kilometer eingezeichnet. Ich lasse es dich aber wissen, sobald wir da sind.“
„ Ist gut.“
Und so zogen die Stunden nur so an ihnen vorbei und plötzlich brach die Nacht herein. Luca war am Steuerpult sitzend eingeschlafen, hinter ihm auf dem Boden umzingelt von unzähligen Spielkarten schlummerten Laura und Martha. Jaz war ebenfalls zwischenzeitlich mal weg genickt, aber wieder aufgewacht, als sie beinahe vom Stuhl fiel. Sogar Yami saß in der einen Ecke des Raumes auf einem bequemen Holzstuhl und betrat mit verschränkten Armen das Traumland. Bloß Paul war noch hellwach und kam gerade in die Küche geschlendert, als sie Jaz nach dem Schock, beinahe vom Stuhl gefallen zu sein, seufzend streckte. Dabei entdeckte sie den Herrn, der in der Tür stand.
„ Alles ok, Paul?“ drehte sie sich zu ihm hin. „ Geht es Chiron gut?“
„ Der schläft noch immer wie ein Baby.“
„ Das ist gut.“ nickte sie. „ Und du? Hast du Hunger oder möchtest du etwas trinken? Ich könnte dir auch einen Kaffee anbieten, du bist bestimmt erschöpft, nicht wahr?“
„ Nein, bin ich nicht. Aber etwas zu essen würde ich dankend annehmen.“
„ Dann mache ich dir schnell was.“ ging sie zum Kühlschrank hin.
„ Warum bist du denn noch nicht im Bett?“ ließ er sich am Tisch nieder und zog sich LoT's Geschichte näher ran.
„ Weil ich herauszufinden versuche, ob wir mit unserer Anwesenheit irgendwas negativ beeinflussen oder nein, ob wir damit die Geschichte verändern. Das sich alles irgendwie zum Negativen wendet, hat der heutige Tag ja gezeigt.“ stellte sie eine Pfanne auf den Herd. „ Wären sie mit dem hohen Rat woanders erschienen, dann hätten wir sie vielleicht gar nicht retten können und was wäre dann gewesen? Was wenn wir nach Hause gegangen wären und plötzlich ist es das normalste von der Welt, dass es LoT nicht gibt? Oder das es die beiden nicht über die ersten paar Kapitel des Buches hinaus geschafft haben. Ich hätte mir das nicht verziehen. Niemals.“ atmete sie schwer aus. „ Ich hätte zwar nicht gewusst, was ich mir nicht verzeihen kann, aber das schlechte Gewissen wäre definitiv da gewesen.“
„ Und was hast du bisher raus finden können? Ist alles noch normal?“
„ Bisher habe ich nichts ungewöhnliches finden können. Aber vielleicht geschieht das auch erst, wenn wir in die Realität zurückkehren.“
„ Die Realität, hu?“
„ Unsere Realität, ja.“
„ Und da gelangen wir mit Hilfe dieses Teils hin? Habe ich das richtig verstanden?“
„ Das Teil nennt man Seelenprisma. Aber richtig, das ist unser Ticket nach Hause.“
„ Ich verstehe.“ konzentrierte er sich wieder auf das Buch, nachdem er sich das Prisma näher angesehen hatte. „ Und wir besitzen die Macht, alles hier zu verändern?“
„ Alles, außer was mit der Realität zu tun hat.“
„ Wenn das wirklich so ist, dann muss die Magie des Prismas unvorstellbar mächtig sein.“
„ Das ist wirklich so und das Prisma ist unvorstellbar mächtig, andernfalls wären wir ja jetzt nicht alle hier. Ich hoffe nur, den anderen geht es gut.“
„ Die können alle auf sich selbst aufpassen. Also mache dir keine Gedanken.“
„ Bei Eugene wäre ich mir da aber nicht so sicher. Außerdem ist ihr Aufenthalt hier auch mit vielen Risiken und Nebenwirkungen verbunden.“
„ Was sollte schon schlimmes geschehen?“
„ Sie könnten ebenfalls solche Lawinen lostreten, wie das bei uns passiert ist!“
„ Das wage ich zu bezweifeln, schließlich besitzt nur ihr das schlechte Karma.“
„ Ja, das stimmt auch wieder.“ drehte sie sich zu ihm um und stellte ihm dann einen Teller auf den Tisch. „ Hier bitte.“
„ Danke.“ nahm er das Essen dankbar entgegen und überflog nebenbei weiter die Seiten des Buches.
„ Bist du sauer auf mich?“ ließ sie sich auf einem Stuhl nieder.
„ Warum sollte ich?“
„ Weil ich mich hierher geschlichen habe, um Akira zu beobachten und ich weiß doch, dass er ein rotes Tuch für dich ist und dann kam er auch noch um mich zu retten, als wir von Kian und Chiron eingesperrt wurden.“ atmete sie schwer aus. „ Ich könnte verstehen, wenn du deshalb sauer auf mich wärst.“
„ ...“ starrte er sie mit hochgezogener Augenbraue an. „ Jetzt bist du ja hier, bei mir und nicht bei ihm also... schwamm drüber.“
„ Aha?“ lächelte sie leicht. „ Gut, wenn du nicht sauer bist, dann hast du eine komische Art das zu zeigen. Da sind wir schon so lange ein Paar und du tust so, als würde dich das alles völlig kalt lassen.“ stand sie wieder auf. „ Das merke ich mir.“ wandte sie sich der Arbeitsplatte zu, dort befand sich nämlich das Funkgerät. „ Komm du mir noch mal ins Bett.“
„ Mhm.“ erhob er sich ebenfalls, was sie dazu brachte eilig das Funkgerät zu ergreifen, doch weiter kam sie nicht, da er da schon hinter ihr stand und ihr den Mund zuhielt. „ Ich mache doch gar nichts, also brauchst du auch nichts zu unternehmen. Ich will nur wissen was hier gespielt wird und wer ihr seid. Warum laufen hier Typen rum, die genauso aussehen wie wir und was meintest du mit 'eurer Realität'? Und wie viel Macht besitzt ihr wirklich? Ich will nur antworten, mehr nicht.“ zog er seine Hand langsam wieder zurück. „ Versprochen.“
„ Und wenn dir die Antworten auf deine Fragen nicht schmecken?“
„ Wann passiert es schon mal, dass einem die Antworten schmecken?“ kam er ihr mit einer Gegenfrage. „ Also erzähl schon, was ist eure Realität?“
„ Sie ist ein Paralleluniversum, was zwar keine mystischen Wesen oder richtige Magier beherbergt aber eben von seiner Existenz her mächtiger ist als eures. Deshalb können wir hierher kommen und euch nach Lust und Laune durch die Gegend schieben.“ entschied sie sich für diese Ausführung der Wahrheit. „ Und das Buch was du da liest, ist eure Geschichte, die ich mitansah und auf Papier für meine Leute festhielt.“
„ Ihr dominiert also unser Universum und deshalb könnt ihr mit uns machen was ihr wollt?“
„ Ja, genau.“
„ Und es gibt von jedem von uns einen Doppelgänger der bei euch lebt?“
„ Nicht von jedem, aber von den meisten schon, ja. Ihr könntet zwar eineiige Zwillinge sein, aber trotzdem unterscheidet ihr euch von eurer Art her und ihr tragt auch nicht denselben Namen. Dein Ich aus meiner Welt heißt zum Beispiel Paul.“
„ Und mit diesem Paul bist du zusammen?“
„ Nein, das war nur ein Test um zu erfahren, ob du Paul bist.“
„ Dann ist er mit Liú aus eurer Welt zusammen?“
„ Nein, auch nicht.“ kratzte sie sich am Kopf. „ Weißt du, euer Leben hier hat rein gar nichts mit dem aus unserer Welt gemein. Auch wenn sich Martha, Liú, für Paul, also dich, interessiert, gilt das gleiche nicht auch für ihn. Genaugenommen hegt er überhaupt keine Gefühle für sie. Unser Akira ist auch nicht mit Tami zusammen und Elias würde sich lieber erhängen, als Miku zu heiraten. Ihr seid auch keine Kopfgeldjäger, es gibt keine Ritter oder Prinzessinnen. Ihr seid bei uns eben ganz normale Menschen. Das einzige was wir alle gemein haben ist der Fakt, dass wir alle befreundet sind. Also ihr noch nicht, aber das kommt noch.“
„ Wenn ich kein Kopfgeldjäger bin, was mache ich denn dann?“
„ Äh... du bist ein Schauspieler.“ grinste sie verschmitzt auf.
„ Wofür?“
„ Für Filme?“
„ Filme?“ so etwas gab es in Thalia schließlich nicht.
„ Ach, ist egal! Jedenfalls ist Paul dadurch ziemlich berühmt geworden. Aber nicht negativ berühmt, so wie du oder Chiron.“
Dann wurde ihr kleines Gespräch allerdings von dem knackenden Funkgerät unterbrochen, was kurz darauf schon Alarm schlug.
„ Kian ist nicht mehr in seinem Zimmer! Ich wiederhole: KIAN ist nicht mehr in seinem ZIMMER!!!“ brüllte Yami.
„ Es ist alles in Ordnung, Kian ist bei mir in der Küche.“ erklärte Jaz.
„ WWWAASSSS???“ DAS wäre selbst dann bei ihnen angekommen, wenn Luca nicht erschrocken ins Mikrofon gebrüllt hätte.
Genauso kam das plötzliche Gepolter, das schockierte Gekreische und dann der dumpfe Knall bei ihnen an.
„ LUCA, DU IDIOT, KANNST DU NICHT BESSER AUFPASSEN????“ was sich stark nach Laura anhörte.
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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Di 10 Okt - 22:50

Akt 10. neue Verbündete, alte Feinde


Ende von dem Lied: nachdem Luca erfuhr, dass sich Kian, für den sie überhaupt erst hierher kam, bei Jaz in der Küche aufhielt, war er überstürzt und noch leicht schlaftrunken aufgesprungen. Dabei übersah er aber die auf dem Boden liegende und fröhlich vor sich hin schlummernde Laura, über die er auch gleich mal stolperte. Dadurch verlor er in seinem noch nicht ganz wachen Zustand die Balance und machte dabei unschöne Bekanntschaft mit der Lehne eines Sitzes. Nun zierte ihn quer über der Augenbraue eine leicht blutende Macke, die in der Küche von seiner Freundin gekühlt wurde.
„ Das geschieht dir Recht.“ maulte Laura, die noch immer schlechte Laune hatte. „ Du hättest dir noch viel mehr aufschlagen sollen.“
„ Ist doch gut jetzt. Er hat das doch nicht mit Absicht gemacht.“ versuchte Jassy die Streitschlichterin zu spielen.
„ Das wäre ja auch noch schöner, wenn das mit Absicht passiert wäre.“ schnaufte sie. „ Aber wenigstens können wir ihn nun ohne Probleme von Akira unterscheiden.“
„ Du siehst ihm wirklich verdammt ähnlich. Nein, du siehst genauso aus wie er.“ betrachtete Kian den Herrn. „ Aber wen verkörpert ihr eigentlich?“
„ Niemanden.“ gab die Autorin von sich.
„ Oh doch! Wir haben doch dieser Vogeltussis wie hießen sie noch mal...?“ dachte sie darüber nach. „ Du weißt schon, die Mutter von den beiden! Wie hieß die denn noch mal?“
„ Kelaino??“ wich der Hippo entsetzt zurück.
„ Ja! Genau und ihre rechte Hand eben. Das sind wir in eurer Welt.“
„ Stimmt. Das hatte ich schon ganz vergessen.“ kicherte Jaz. „ Das war vielleicht ein turbulenter Drehtag.“
„ Haha! Erinnerst du dich noch an den fetten Fan, der den Wäscheschacht runter gestürzt ist??“ grölte die Co-Autorin.
„ Sicher erinnere ich mich daran. Das war Toni's breitester Fan!“
„ Ja!!!“ bekam sie sich kaum mehr ein. „ Und DU hast dir bloß Sorgen um seine Rüstung gemacht!“
„ Auch, aber nicht nur.“
„ Hach, das war trotz der Probleme echt ein schöner Tag.“
„ Zu mindestens endete er schön.“ beteiligte sich Luca ebenfalls am Gespräch.
„ Ja, dem kann ich auch nur zustimmen.“ lächelte Jaz. „ Wo ist eigentlich Martha? Warst du nicht mit ihr zusammen?“
„ Die hat so einen tiefen Schlaf, dass selbst eine Atombombe neben ihr explodieren könnte und die würde nicht mal mit der Wimper zucken.“ grummelte Laura. „ Die befindet sich also immer noch im Cockpit.“
„ Sie schläft auf dem Boden? Sie wird sich noch den Tod holen, wenn sie da liegen bleibt.“ meckerte die Autorin.
„ Komm, als wenn die sonst in einem 4-Sterne-Hotel nächtigen würde.“ verdrehte Laura die Augen. „ Martha holt sich eher den Tod, wenn sie in einem Bett schläft und sich dabei an einer Feder verschluckt.“
„ Wir sollten sie wenigstens zudecken.“
„ Du hast Recht. Ich werde mich darum kümmern.“ verschwand die Dame aus dem Raum. „ Hey, das solltet ihr euch ansehen.“ ertönte dann kurz darauf ihre Stimme aus den Lautsprechern.
„ Noch mehr schlechte Nachrichten?“ eilten sie ins Cockpit.
„ W-Was...???“ keuchte Jaz auf. „ Was haben die ganzen Flugschiffe aus Falador hier zu suchen?? Das müssen ja hunderte sein!“
„ Wenn ich raten müsste würde ich sagen, dass sich Jaqueline in der Nähe aufhält.“ vermutete Yami. „ Was dann wohl bedeutet, dass Elias auch nicht weit weg sein kann.“
„ Dann können wir gleich mal schauen, ob sie neue Fahndungsplakate von uns erstellt haben.“ grinste Laura. „ Was denn?“ maulte sie, nachdem sie von den Herren der Runde entgeistert angestarrt wurde. „ Als wenn uns so ein paar Blechbüchsen gefährlich werden könnten. Ich brauche bloß einen Radiergummi und schon stehen die wie Gott, also wir, sie schufen in der Wüste rum.“
„ Bei der Masse an Feinden würde es mich wundern, wenn ihr die Zeit dafür habt, in ruhe irgendwas auf oder umzuschreiben. Mit ein paar wild daher gezeichneten Strichen werdet ihr dieses Mal auch nicht weiter kommen.“ glaubte der Mönch zu wissen.
„ Dann radieren wie sie eben aus, bevor sie uns bemerken. Das geht ruckzuck.“
„ Nein, ich glaube Yami hat recht.“ entgegnete Jaz. „ Bisher haben wir noch keine Armee wegschreiben müssen, es könnte also durchaus sein, dass das zu viel wird.“
„ Und was willst du dann machen? Selbst wenn wir uns verkleiden, so dass sie uns nicht mehr erkennen, werden wir sie spätestens dann auf uns aufmerksam machen, wenn wir die vermeintliche Prinzessin gefunden haben. So oder so. Das weiße Meer da hinten wird uns jagen.“
„ Mhm.“ dachte die Autorin darüber nach.
„ Ich könnte euch doch helfen.“ schlug Kian vor.
„ Was? Du willst noch länger hier bleiben?“ blicke Luca wenig begeistert zu ihm hin. „ Einer von euch ist schon schlimm genug, zwei ertragen meine Nerven nicht!“
„ Glaub mir, mir gefällt dein Gesicht auch nicht, trotzdem führe ich mich nicht auf wie ein Weichei, oder?“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Ihr braucht Hilfe und die kann ich euch bieten. Ich brauche nichts aufzuschreiben um etwas zu bewirken. Ein Fingerschnipp reicht vollkommen aus, um das weiße Meer zu teilen.“ grinste er schwach auf. „ Also was ist? Lasst ihr euch auf die Dunkelheit ein oder seid ihr so blöd es nicht zu tun?“
„ Vermutlich ist das der einfachste Weg.“ nickte Yami.
„ Und was erwartest du als Gegenleistung?“ hakte Luca mit hochgezogener Augenbraue nach. „ Es wäre mir neu, dass ihr auch nur den kleinen Finger kostenlos bewegt.“
„ Eigentlich hätte ich es als Begleichung einer Schuld betrachtet, schließlich habt ihr uns gerettet, als der hohe Rat auftauchte. Aber wenn du schon so fragst. Es gibt da vielleicht etwas, was du für mich tun könntest:“ wandte er sich Jaz zu. „ Hebe den Fluch auf. Ich will nicht länger mit dieser Last rumlaufen müssen. Ich helfe euch und dafür löschst du Liú aus meinem Herzen.“
„ NNNEEEIIINNNNNN!!!!“ riss Martha blitzartig die Augen auf, ehe sie sich hektisch umsah und dabei den Hippogryphen entdeckte. „ DAS war doch wohl ein schlechter Scherz!!“
„ Das ich platt getrampelt wurde, konnte sie nicht mal zum zucken bringen, weißte.“ murmelte Laura ihrer Freundin zu. „ Aber so was hört sie.“
„ Wenn es die Beziehung nicht gäbe, dann hätte sie auch keinen Grund mehr dafür Liú zu spielen. Ihm nah sein zu dürfen, auch wenn es nicht echt ist, lässt sie alles andere ertragen.“
„ Was meinst du mit alles andere?“ sah sie mit hochgezogener Augenbraue zu Jaz hin.
„ Fangen wir an bei den 100% Echthaar Extension an, die in stundenlanger filigraner Handarbeit in ihr... äh.. NEST geflochten, gebrannt, gesteckt, genäht, was auch immer wurde! Dann die Turnstunden für ihren Rücken, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie. Dann die Stunden für das angemessene Verhalten und so weiter.“
„ Ja, schon gut. Manchmal vergesse ich eben, dass sie nicht von Haus aus so 'Normal' ist.“
„ JAAAHHAAAZZZZ!!!“ heftete sie sich nun an die nächsten Fersen, nachdem sie von dem Herrn bloß mit offenem Mund angestarrt wurde. „ DAS darfst du nicht machen!!“
„ Keine Sorge.“ lächelte sie sie aufmunternd an. „ Du weißt doch, die beiden sind mein Lieblingspaar, die trenne ich nicht einfach für immer voneinander. Genauso wenig wie Tami und Akira oder Chiron und Ritsu. Ach nicht zu vergessen Miku und Elias.“ lachte sie.
„ Gut.“ nickte sie zufrieden und starrte dann mit einem ungewohnt bösen Blick zu Kian hin.
„ Wie wäre es, wenn du mal schauen gehst was Paul macht und ob Chiron noch schläft.“
„ Ok!“ strahlte sie auf und verschwand dann aus dem Raum.
„ Wie lange brauchen wir noch bis wir da sind?“ wandte sich Jaz an Yami.
„ Dem Aufgebot an Raumschiffen zu urteilen, nicht mehr lange.“
„ Was sind das dahinten eigentlich für bunte Lichter?“ hakte Laura nach.
„ Das stammt von La Musica.“ berichtete Kian.
„ La Musica, ja wo sollten sich die beiden auch sonst aufhalten? Es würde mich nicht mal wundern, wenn die sich bereits in irgendeine Ecke gesoffen und getanzt haben.“ seufzte die Autorin. „ Wo sollen wir die bloß bei dem ganzen Chaos finden? Sie könnten gerade auf jeder Toilette, in jedem Bett und in jeder Seitengasse liegen.“
„ Die Nacht bringt uns gerade auch keine Vorteile, genauso wenig wie die Schlaflosigkeit der letzten Nächte.“ bemerkte Luca.
„ Und jetzt? Sollen wir uns irgendwo verstecken, schlafen und dann am Morgen feststellen, dass die Spur nun nach Falador zurückführt?“ wollte Laura wissen.
„ Nein, wir müssen sie erst finden, dann können wir uns irgendwo verstecken und schlafen.“ schlug Jaz vor.
„ Das finde ich auch besser.“ nickte die Co-Autorin. „ Dann müssen wir ja bloß noch die da irgendwie los werden.“ deutete sie auf das weiße Meer. „ Hat wer einen Dosenöffner?“
„ Ihre Anzahl scheint mir ein bisschen zu übertrieben zu sein.“ lehnte Jaz nachdenklich den Kopf zur Seite. „ Wenn die alle in Falador leben, dann müsste man die ja übereinander stapeln, damit die da alle platz haben. Ich meine, dass da sind ja noch nicht mal alle! In Terossa treibt sich auch noch ein Haufen rum und das Schloss werden die garantiert nicht unbeaufsichtigt lassen.“
„ Vielleicht sind die aus Terossa ja auch gerade hier.“ zuckte Laura mit der Schulter.
„ Ja, das könnte sein.“ nickte sie nach einem kurzen Moment zustimmend. „ Die Prinzessin geht natürlich vor.“
„ Aber tatsächlich wäre ALLES um einiges EINFACHER, wenn DU deine perfektionistische Ader endlich AUSSTELLEN würdest!!“ grummelte die Co-Autorin.
„ Tut mir leid.“
„ UUUAAAAAHHHHHHH!!!!“ drang plötzlich ein panisch klingender Schrei an ihr Ohr und schon kurz darauf kamen Martha und Toni in den Raum gestürmt.
Die Dame heftete sich auch gleich an Kian's Rücken, gegen den sie sich lehnte und sich so schmal wie möglich machte, der bitterböse Mafiaboss raste auf seine Chefinnen zu und benutzt diese als Schutzschild. Den Grund für ihre Panik, wie sie bloß eine Sekunde später wahrnahmen, war Chiron, der gerade den Raum betrat und das tat er nicht mit einem freundlichen Lächeln.
„ Hast du ein Buch hier...?“ wandte sich Laura flüsternd an ihre Freundin.
„ Nein, du?“
„ Nein!“
„ Oh...“
„ Ich wusste doch, dass ich euch hier antreffen werde.“ verfinsterte sich sein Blick schlagartig, als er die Hexen anblickte. „ Was sollte mich davon abhalten euch auf der Stelle aufzuspießen?“ erschienen zur Untermauerung seiner Worte noch ein paar Skelettritter um sie herum.
„ Nicht was sonder wer wird dich davon abhalten.“ ließ Kian die Armee wieder verschwinden. „ Sie haben uns schließlich das Leben gerettet.“
„ Hast du zu tief in ihren Hexenkessel geguckt, oder was?“ starrte er nun seinen Wächter erbost an. „ Hast du vergessen, dass sie uns direkt in die HÖLLE geschickt haben??“
„ Ah, da habe ich sie also hingeschrieben.“ nickte Laura eifrig. „ Da bekommt der Spruch: Fahr zur Hölle, doch eine ganz neue Bedeutung.“ kicherte sie.
„ Hör auf ihn auch noch zu provozieren! Hast du nicht bemerkt, dass wir ihm gerade SCHUTZLOS ausgeliefert sind??“ raunte ihr Jaz zu.
„ Und wenn das noch nicht schlimm genug wäre...“ wandte er sich wieder den Hexen zu. „ Haben sie auch noch die drei Trantüten von dem Rat auf uns aufmerksam gemacht. Ich finde, ich habe gerade alle Rechte dieser Welt, sie ebenfalls durch die Hölle gehen zu lassen.“
„ Hey! Das war jawohl nicht mit Absicht!!“ protestierte Laura. „ Außerdem seid ihr selbst schuld! Wer hat uns denn entführt und wollte uns danach an den Kragen gehen? Wir haben uns bloß zur Wehr gesetzt, mehr nicht!“ stellte sie klar. „ Außerdem haben wir das mit dem hohen Rat doch geklärt, also ist alles wieder in Butter und du hast keinen Grund uns aufzuspießen.“
„ Das ist sogar richtig!“ stimmte ihr Jaz zu. „ Wenn ihr nicht so machtbesessene Idioten wärt, dann wäre das alles gar nicht passiert! Dann wären wir wieder gegangen, ohne dass das scheiß Karma schwarz anlief und dann müssten wir uns nun keine Gedanken darüber machen, ob unsere Anwesenheit hier irgendwas verändert! Es ist also ALLES eure SCHULD!!“
„ Was heißt denn hier, ist SOGAR richtig?“ murrte die Dame.
„ Wenn ihr schon wisst, das wir machtbesessene Idioten sind, warum seid ihr dann so blöd uns mit dieser ultimativen Macht unter die Augen zu treten? Euch musste doch klar sein, dass wir dem nicht widerstehen können! Letztendlich habt ihr das ganze erst ins rollen gebracht.“ konterte Chiron.
„ Da hat er allerdings recht.“ stimmte ihm Luca zu.
„ Auf wessen Seite stehst du überhaupt??“ fauchten die Autorinnen.
„ Wir sollten uns darauf einigen, dass das schwarze Karma an allem Schuld ist.“ schlug Yami vor. „ Das ist doch besser, als aufgespießt oder in eine Teetasse verwandelt zu werden, richtig?“
„ Wer bist du überhaupt und warum siehst du genauso aus wie ich? Ist das ein Hologramm? Oder habt ihr unsere DNA gestohlen und minderwertige Kopien von uns angefertigt?“
„ Du solltest dich lieber fragen wer von uns beiden die Kopie ist.“
„ Ich will mich nicht schon wieder wiederholen, also lass dir das von Kian erklären. Du hast seinen Double aber nicht aufgespießt, oder?“ hakte Jaz vorsichtig nach.
„ Nein, aber ich kann es noch machen, wenn du darauf bestehst!“
„ JA!“ grinste Luca breit auf, während Jaz gleich ein „ NEIN!“ verlauten ließ.
„ Spinnst du!! Der spießt den wirklich auf!“
„ Ich weiß. Aber wenn wir hier schon wie Schwerverbrecher gejagt werden, dann können wir uns doch auch wie welche verhalten, findest du nicht?“
„ Wenn du damit rechtfertigen willst, dass du andere damit beauftragst unsere Leute umzubringen, dann bist du sogar noch ein viel größeres Arschloch als Paul!!“
„ Hey! Paul ist kein Arschloch!“ maulte Martha.
„ Das war ja auch nicht ernst gemeint.“ kratzte er sich am Kopf. „ Wirklich nicht.“
„ Du schläfst heute trotzdem in der Badewanne!“ stampfte sie erhobenen Hauptes an ihm vorbei. „ Wie schade, dass ich dir kein Maulkorb verpassen kann!“
„ Mhm.“ sah ihr Chiron grinsend hinterher. „ Vielleicht wäre es wirklich ein Fehler die Hexen einfach auszuschalten. Wir sollten uns mit ihnen verbünden.“
„ Mein reden.“ nickte Kian.
„ WIR SIND GELANDET!!!“ brüllte Jaz den gesamten Laden zusammen. „ ICH WARTE DRAUßEN!“
„ Was? Nein! Draußen sind die Ritter!“

Akt 11. weiße Fische, schwarze Angler und wir


„ Die goldenen Schwachköpfe von Falador, welch Freude die wiederzusehen.“ trat Chiron aus dem Raumschiff heraus, vor dem Jaz bereits stand und ungeduldig auf den Rest wartete. „ Warte hier kurz, ich werde euch den Weg weisen.“ ging er grinsend auf den Schwall Ritter zu.
„ Beeil dich.“ grummelte die Dame.
„ Wuhu, Chiron in Aktion!“ strahlte Laura.
„ Hör auf ihn so anzustrahlen.“ forderte Yami.
„ Ich strahle doch gar nicht?“
„ Sicher strahlst du! Noch ein bisschen mehr und man hält dich für eine detonierte Atombombe.“
Es war aber wirklich ein wahrer Augenschmaus, ihm dabei zuzusehen, wie er Reihen der Feinde lichtete. Er tat dies mit einer dunklen Eleganz, die man nicht mit Worten beschreiben konnte, DAS musste man einfach gesehen haben.
Unzählige Blechbüchsen flogen durch die Lüfte, ohne das sich Chiron wirklich verrenkte. Stattdessen marschierte er durch das Meer, als wäre dieses bloß ein seichter Fluss. Um ihn herum wirbelte wirbelte ein schwarzer Strudel, der mal ruhig vor sich hin glimmte oder wie ein Orkan wütete und alles mit sich riss, was nicht schnell genug fliehen konnte.
Während der Jäger also seinen Spaziergang fortsetzte und sich seines Lebens erfreute, kamen nicht mal die Autorinnen, die ihm diese Macht ja erst verliehen, aus dem Staunen raus. Sogar Yami blinzelte fast schon beeindruckt vor sich hin und das gleiche Phänomen sah man auch bei Luca.
„ Ihr könnt nun her kommen.“ rief ihnen Chi von den Stadttoren zu.
„ Das war... krass!“ murmelte Jaz.
„ Das war sogar mehr als Krass, das war Oberkrass!“ nickte Laura.
„ Wir sollten ihm folgen, ehe sich ihre Lücken wieder füllen.“ riet Kian.
„ Ja, richtig.“ eilten sie ihm hinterher.
La Musica befand sich auf der anderen Seite der Stadt und je näher sie dem Gebäude kamen, desto dichter wurde die Masse aus gepanzerten Männern. Allerdings machte das Chiron mal so rein gar nichts aus, ganz im Gegenteil sogar, weil er massig viel Spaß dabei hatte, seine Widersacher reihenweise umzumähen.
Kurz darauf kamen sie dann bei dem Schuppen an und standen so vorm Ende des Wegweisers.
„ Sie scheinen tatsächlich noch da drin zu sein.“ deutete Jaz die Zeichen. „ Also müssen wir da rein.“
„ Wen suchen wir überhaupt?“ hakte Chi nach.
„ Jemanden der aussieht wie Prinzessin Miku und Tami vielleicht.“
„ Ja, es liegt zu mindestens nahe, dass die beiden zusammen hier sind.“ nickte Laura.
„ Ok.“
„ Prinzessin Miku muss hier irgendwo sein! Schwärmt aus und sucht sie!“ drang eine bekannte tiefe Männerstimme an ihr Ohr.
„ Das war nicht Toni, oder?“ schielte die Co-Autorin zu ihrer Freundin hin.
„ Wohl kaum.“
„ Das war ja klar, dass sich der Abschaum dieser Welt zusammen tut.“ stand Elias am Ende der Treppe und sah auf die Gruppe herab. „ Eigentlich hätte ich mir ja gleich denken können, das ihr zusammen gehört.“ zog er sein Schwert. „ Bis hier hin und nicht weiter, ihr Gesindel!“
„ Wir wollen ihn nicht umbringen, verstanden?“ wies Jaz noch darauf hin, ehe der Gong zur nächsten Runde ertönte.
Neben Elias, seiner Lichtmagie, einigen Barrieren und Kristallriesen, tauchte Drako auf, der ebenfalls seine Krallen ausfuhr. Natürlich eilten auch gleich ein paar Ritter im Stechschritt herbei, um ihrem General zur Seite zu stehen.
„ Ich kümmere mich um Elias, du um die fette Echse und ihr zwei erledigt die Ritter.“ legte Chi die Rollen fest.
„ Wir wollen NIEMANDEN töten! Verstanden??“
„ Jaja, schon klar.“ zog Chiron ebenfalls sein Schwert. „ Aber halbtot ist ja nicht tot, richtig?“
„ Das schafft er eh nicht, also lass ihn ruhig die Hörner abstoßen.“ flüsterte Laura.
„ Wir sollten diese Ablenkung nutzen und in das Gebäude gehen, damit wir die beiden schnellstens finden und von hier weg kommen.“
„ Und wie ist der Plan?“
„ Wir warten einfach, bis die vier so in ihrem Kampf vertieft sind, dass wir schnell vorbei huschen können.“ schlug Jaz vor.
„ Ok und wie kommen wir dann heil zum Raumschiff?“
„ Indem wir so schnell rennen, wie uns unsere Füße tragen können.“
„ Hey...“ tippte ihnen plötzlich wer auf der Schulter rum.
„ WAS?? Siehst du nicht, dass wir ein wichtiges Gespräch führen?“ fauchten die Damen gleichzeitig. „ Oh, ach ja!“ da standen nämlich ganz viele Ritter hinter ihnen, die die Waffe auf sie richteten.
„ Das habe ich doch glatt fast vergessen. Wir kümmern uns sofort um euch.“ klappte Laura das Buch auf. „ So mal sehen. Ah ich weiß! Ich will auch so einen schwarzen Strudel haben, der alles wegfegt!“ strahlte sie.
Das ALLES hätte sie lieber mal sein lassen, denn plötzlich standen die Autorinnen inmitten von... nichts! Ja genau! Weil ALLES von dem Sturm weggefegt wurde und da ihre Schauspieler in einem der Gebäude rum lungerten, flogen die natürlich mit weg.
„ Also wirklich. Du musst immer gleich übertreiben.“ atmete sie schwer aus.
„ Tut mir leid, das war so nicht beabsichtigt. Hast du ein Radiergummi hier?“
„ Klar, hier.“
„ Danke und siehst du! Schon sind alle wieder da, ganz so als wenn nichts gewesen wäre. Also noch mal, ich einen schwarzen Sturm der nicht alles wegfegt.“ wünschte sie sich und bekam daraufhin einen kleinen Babysturm geschenkt, der um sie herum tanzte. „ NEIN MANN!! SO WAS will ich nicht!!! Ich will einen GROßEN Sturm, der eben nicht alles wegfegt!!“ und bekam daneben einen Muttersturm, der ebenfalls um sie herum tanzte. „ Ach vergiss es! Ich will keinen Sturm mehr!!!“
„ Und das sollen wirklich die großen, bösen und mächtigen Hexen sein?“ sahen sich die Herrschaften unsicher an. „ Die sehen eher aus wie Lachnummern!“
„ Aber wie süße Lachnummern! Ich würde sie sofort mit nach Hause nehmen!“
„ Ja, ich auch!“
„ Jetzt will ich einen SANDWURM!!“ der dann mit seinen rotierenden messerscharfen Zähnen aus dem Boden emporgeschossen kam und sabbernd auf sie herab sah. „ Nein, ich will doch keinen Sandwurm!!!“ radierte sie blitzschnell in ihrem Buch rum. „ Die sind ja mal richtig hässlich! So etwas hässliches sollte verboten werden!!!“ starrte sie aufgebracht zu den Rittern auf. „ Nicht wahr??“
„ Ja, irgendwie schon.“ nickten diese.
„ Ja, das finde ich auch.“ sah sie wieder auf ihr Buch herab.
Laura schrieb und löschte noch einige Dinge herbei, während Jaz bloß seufzend und mit verschränkten Armen neben ihr stand und ihr den Spaß zu mindestens für den Moment gönnte. Die goldene Armee stand ja auch nur in der Gegend rum und bestaunte die Dinge, die die Hexe herbei zauberte. Irgendwann versuchte sie die Meute nämlich gar nicht mehr zu vertreiben, sondern präsentierte ihnen lieber ihre Lieblingsstücke von Zuhause. Kleider, Puppen, Zeichnungen. Alles was ihr so einfiel.
„ Das wären gute Hofnarren.“
„ HEY IHR IDIOTEN!!! IHR SOLLT DIE HEXEN AUSSCHALTEN UND EUCH NICHT MIT IHNEN ANFREUNDEN!!“ brüllte ihnen Elias entgegen.
„ Oh, ach ja. Da war ja was.“ lachte Laura. „ Also, für das Ausschalten ist sie zuständig!“ gab sie das Zepter an Jaz weiter, die ihnen einfach die Lichter ausknipste, mit einem einzigen Satz wohl bemerkt.
„ So, nun zu euch! Du übernimmst Drako und ich Elias!“
„ Alles klar.“ wandte sich Laura der riesigen Echse zu.
„ So nicht!“ fokussierte Elias seine Aufmerksamkeit auf die Hexen, die schon einen Augenblick später von einer riesigen Kristallhand gepackt wurden und dadurch die Bücher verloren.
Gleich darauf schlug er Chiron zurück und auch Kian bekam eine Breitseite verpasst, als sie den Damen zur Hilfe eilen wollten.
„ Schon vergessen? Der einzige der den beiden ansatzweise ebenbürtig ist, ist Elias!“ stützte Laura ihren Kopf grummelnd an der Hand ab. „ Und nun?“
„ Nun hoffen wir, dass Kian an die Bücher ran kommt und uns die bringt. Damit lösen sich alle Probleme im Rauch auf.“
„ Ja, wir hoffen einfach mal das Beste und sehen uns in der Zeit den fantastischen Kampf an.“
„ Vielleicht können wir die Faust ja auch aufdrücken. Ne, können wir nicht.“
„ WUHUUU!! MÄHT SIE NIEDER!!!“ grölte Laura. „ Das schafft ihr doch mit Links! Stampft das Licht in Grund und Boden!!“
„ Unfassbar, dass wir nun schon die Bösen anfeuern.“ atmete Jaz schwer aus. „ Eigentlich müssten wir zu den hellsten Sternen des Universums zählen, doch stattdessen halten sie uns für gemeine Hexen.“
„ Ach, das ist doch halb so schlimm. Als Bösewicht hat man viel mehr Spaß, findest du nicht auch? Das hätten wir schon viel früher tun sollen.“
„ Ja, Spaß macht es wirklich.“
Allerdings wusste man ja aus diversen Spielen und Büchern, dass das Gute letztendlich immer siegte und das wollte ihnen Elias ebenfalls demonstrieren, indem er vor La Musica's Tore seinen alles entscheidenden Zug vorbereitete. Jedenfalls hatte er das geplant, nur war allen auch bekannt, dass die Bösen nicht immer mit fairen Mitteln kämpften, wobei ihn hier Miss Zufall zur Hilfe kam, die den General mit dem Zaunpfahl erschlug. Im wahrsten Sinne des Wortes sogar. Denn plötzlich tauchte hinter ihm ein Holzbrett auf, was immer wieder schräg gegen seinen Kopf hin und her wippte, ehe der große Knall folgte und die Blechbüchse jede einzelne Stufe runter kullerte und bewusstlos am Boden liegen blieb. Kurz darauf verschwanden auch die Kristallhände und somit konnten sie Drako ebenfalls schlafen legen.
„ Tami...?“ staunte Kian auch nicht schlecht, als er die Dame erblickte, die sich gerade elegant die Haare aus dem Gesichts strich, ehe sie die Stufen herunter geschlendert kam.
JEDER normale Mensch wäre um den Ritter herum gegangen oder zu mindestens drüber gestiegen, nicht aber die vermeintliche Hydra, die trat noch mal extra auf ihn drauf.
„ Chantal!!“ strahlten die Autorinnen. „ Geht es dir gut? Wo ist Jaqueline??“
„ Kommste klar, oda was??“ fauchte sie drauf los. „ Wir waren voll dabei zu feiern und abzutanzen und dann kam da voll die geile Macker und isch so weg und dann nach voll der Lachnummer wieder da, ey glaubste misch nischt!! Da ischt das Jaqueline weg!! Einfach so!! Ey, da hat die misch einfach da stehen lassen wie im Regen, voll nass, Alda!!“
„ Was...?“ verzog der Hippogryph seinen Mund, als die Schnalle den Mund aufmachte.
„ Ist sie vielleicht auch mit einem Typen abgezogen?“
„ Näh, glaube isch das nischt! Das Jaqueline hat so'n privaten Stecher, du verstehen misch? So Checker, aus Nachbarschaft. Die wurde voll verschleppt, i schwör!“ sah sie nun zu Kian hin. „ Ey Alda! Was guckst du misch so dämlich an, hä? Willst du auch Bekanntschaft machen mit meiner Holzplatte, du Paula?“
„ Das ist nicht Paul.“
„ Ey, du das voll der Paule!“ betrachtete sie ihn von oben bis unten. „ Das sieht sogar ein nicht Blinder mit Krückstock.“
„ Ja, genau! Bist du dir sicher, dass Jaqueline da nicht irgendwo drin ist?“
„ Türlisch, Digga! Glaubst misch nicht? Dann geh selbst glotzen.“
Was sie auch taten. Doch während alle auf dem Weg hinaus um Elias herum gingen, trat sie wieder voll drauf.
„ Voll schuld, man! Was schlaft er auch auf offener Straße tun?“
„ Warte, bevor wir uns den Mist antun, sollten wir sie einfach mit einem neuen Wegweiser versehen.“ kam Laura ein Geistesblitz, als die Türe geöffnet wurden und nicht nur unschöne Musik an ihr Ohr drang. Auch der Gestank nach Alkohol war kaum zu ertragen.
„ Gut, dann los.“ ein Glück, für alle Beteiligten, führte sie der Weg zum Hintereingang der Stadt, wo sie dann auch hingingen.
Dort trafen sie sie dann auch an, umzingelt von ein paar regungslosen Blechbüchsen.
„ Hörst du misch mal zu, Alda!“ trat sie noch mal zu. „ Isch bin NISCHT Miku!“ und dann trat sie noch mal zu. „ Der Näschte der mich anpacken tut, bekommt meine voll spitzen Absätze zu spüren!“
„ Jaqueline!“
„ Mhm?“ drehte sie sich zu ihnen um, nachdem sie den armen Kerl erneut getreten hatte. „ Tschüch, bin isch froh eusch zu sehen!“ fiel sie den Autorinnen um den Hals. „ Die sind voll bescheuert, ey! Die hielten misch voll für Prinzessin. Was stimmt mit den nischt?“
„ Das ist eine lange Geschichte. Los komm,Yami und die anderen warten am Raumschiff.“
„ Yami?“ blickte sie mit hochgezogener Augenbraue zu Chiron hin. „ Warten am Raumschiff? Willst du misch voll verarschen tun?“
„ Das … ach egal! Los, kommt mit, ehe die Ritter zurückkehren.“
„ Ok.“

Akt 12. ungebetene Gäste


„ Sollten wir nicht vielleicht noch schreiben, dass er keine riesige Beule zu erwarten hat?“ sah Jaz zu dem am Boden liegenden Elias hin, als sie an ihm vorbei eilten.
„ Ach, du musst ja nicht alles vorherbestimmen!“ grinste Laura. „ Vielleicht wäre es für uns ja ganz gut, wenn der von seinen Kopfschmerzen beeinträchtigt wird. Andernfalls steht der doch bald wieder bei uns auf der Matte, weil der glaubt, wir hätten seine Liebste entführt. Wobei...“ dachte sie noch mal kurz darüber nach. „ Soll er ruhig kommen! Dann erschlagen wir ihn eben noch einmal mit einer Holzlatte!“
„ Auf das er eine Phobie vor allem Holzigen bekommt, hu?“ kicherte sie.
„ Die hat der doch bestimmt ohnehin schon!“
Vor ihren Freunden würden sie das natürlich niemals zugeben, aber es machte den beiden tierischen Spaß mit Chiron und Kian abzuhängen. Das war sogar um Längen besser, als sie bloß aus der Ferne zu manipulieren. Da kam es ihnen schon ganz recht, dass ihre Schauspieler über das ganze Land verstreut waren. Naja, fast! Eine fette tiefschwarze Wolke hing nämlich über die Autorinnen, die den Namen 'Arbeit' trug. Zu mindestens eine von ihnen wurde zusätzlich noch von den Zeitdruck-Blitzen und den Tennisball großen Stress-Hagelkörnern geplagt. Allerdings kam das Ungewitter gerade nicht an die Damen heran, dafür war das Schutzschild der Dunkelheit zu undurchlässig und die Freude zu groß.
Jedenfalls war das genau so lange der Fall, bis sie freudestrahlend aus der Stadt gestürmt kamen und den Fleck erblickten, an dem das Raumschiff stand.
„ Ich träume... nicht wahr?“ lief Jaz kreidebleich an.
„ Wenn ja, dann haben wir alle denselben Traum...“ gab Laura von sich.
„ Voll das geile Lagerfeuer, ey...“ nickten die Assis anerkennend.
Das 'geile Lagerfeuer' entpuppte sich leider als das Flugschiff, was lichterloh am Brennen war und plötzlich nur noch ein Häufchen Asche darstellte.
„ Wie haben die das geschafft? In den paar Minuten? Haben die die Kabel aus den Wänden gezerrt oder doch nur den Ofen angelassen?“
„ Es ist egal WIE das geschehen ist!! WO sind Luca und die anderen und vor allen Dingen...“ wich sogar noch mehr Farbe aus dem Gesicht der Autorin. „ Das Prisma war da noch drin... wenn das verbrannt ist...“
„ DANN HÄNGEN WIR HIER FEST?????“ kreischte die Co-Autorin auf. „ Worauf warten wir denn noch?? Wir müssen die Reste durchsuchen.“ wollte sie gleich auf das bisschen zu rasen, was von ihrem Gefährt noch übrig geblieben war.
„ Nein!“ hielt Jassy sie davon ab. „ Erst müssen wir die anderen finden. Mal wieder.“ öffnete sie gleich ihr Buch um die unsichtbaren Spuren sichtbar zu machen. „ Hoffentlich haben sie, bei was auch immer sie tun mussten, Toni nicht vergessen.“
„ Warum sollten sie? Normalerweise werden doch nur Drako und Dingens vergessen.“
„ Giamo.“
„ Das wusste ich!“
„ Da entlang, schnell!“ schüttelte sie lächelnd den Kopf und raste dann der Spur nach.
Nach kurzer Zeit bemerkten die Verfolger aber schon, dass sie den Weg gar nicht mit Magie verdeutlichen müsste, denn mal abgesehen von dem zerstörten Schiff, deutete auch eine zerstörte Umgebung auf die Gesuchten hin.
„ Was kann bitte solch eine Zerstörung anrichten?“ betrachtete Laura schockiert die ausgerissenen Bäume, die brennenden Büsche oder jammernden Tiere.
„ Ich will es nicht wissen! Ich will es nicht wissen!“ predigte Jaz. „ Ich hoffe nur, dass es den anderen gut geht und das dieses Chaos nicht von mystischen Tieren stammt, die uns auf Geheiß des hohen Rates ausmerzen sollen.“
„ Ich kann Akira's Aura da hinten wahrnehmen.“ bemerkte Kian.
„ Akira? Ist er etwa dafür verantwortlich??“ schrak die Autorin auf. „ Aber sicher! Ihr untersteht alle dem hohen Rat und nur weil ihr ihre Befehle missachtet, müssen das die anderen nicht auch tun.“
„ Aber sie wollen doch nur uns am Boden liegen sehen.“ wies die Co-Autorin darauf hin. „ Also warum sollten sie unser Schiff zerstören und unsere Freunde jagen, wenn wir uns doch ganz in der Nähe aufgehalten haben. Zumal wir ja auch noch mit zwei schrill aufleuchtenden Schildern rum laufen, die direkt auf unsere Köpfe gerichtet sind, so findet man uns immer.“ schielte sie die Boten der Dunkelheit an.
„ Du hast Recht.“ überlegte sie. „ Drako machte ja auch nicht den Anschein, als hätte er es auf uns abgesehen.“
„ Jaha!!“ lachte Laura. „ Der hat die Botschaft entweder verschlafen oder wurde vergessen!!“
„ Na Gott sei Dank, dann bekommen wir es gleich ja 'nur' mit Akira und Liú und ihren Schützlingen zu tun. Das wird ein Klacks...“
„ Warum mit Liú und Miku?“ hakte Laura nach.
„ Weil die doch seit Beginn der Geschichte gemeinsam unterwegs sind.“
„ Ja stimmt. Aber da wird ja auch am Anfang der Geschichte alles durcheinander gebracht haben, könnte es doch durchaus sein, dass die vier gerade nicht zusammen unterwegs sind. Elias sollte schließlich auch noch nicht bei diesem Schuppen rum lungern, richtig?“
„ Das ist richtig. Aber das bedeutet auch, dass hier nichts mehr vorhersehbar ist!!“
„ Und wenn schon? Wir sind schließlich auch nicht vorhersehbar, wir sind sogar noch unvorhersehbarer als die!“
„ Du hast vollkommen Recht.“ nickte Jassy. „ Und toppt niemand. Äh...“ blieben sie dann mit offenem Mund stehen, als sie den Grund für die Zerstörung erblickten. „ Außer die vielleicht...“
„ S-Sind das etwa UNSERE IRREN FANSSS????“ schlug die Mangaka völlig entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen. „ WIE kommen DIE denn hier her??? Hast du etwa die Tür offen gelassen??“
„ Keine Ahnung!! Aber wenn die da echt sind, muss ich das jawohl getan haben.“
„ Und jetzt?? Wie bekommen wir DIE ohne das Prisma hier weg??“
„ Was fragst du mich das?? Ich kann auch nicht alles wissen!“ raufte sie sich die Haare. „ Selbst wenn wir das Prisma hätten, wüsste ich nicht wie wir die durch die Tür locken sollten! Die hechten doch nur Luca hinterher.“
„ Und Akira!!“ kam Laura ein Geistesblitz. „ Hast du nicht gesagt, dass du Akira's Nähe spüren kannst?“
„ Ja, er und sein Schützling sind für die Windwand verantwortlich.“ deutete er auf das riesige Tornado-Gebilde hin, was die Fans von den Schauspielern trennte.
„ Dann sag ihm, dass er sich nach dem Seelenprisma erkundigen soll und dann soll er damit her kommen.“
„ Stimmt! Der müsste uns Dank seiner guten Ohren hören können!“ schöpfte die Dame neue Hoffnung.
Und das tat er tatsächlich, denn schon ein paar Minuten später landete er bei ihnen und schleppte sogar das Prisma mit sich rum.
„ Ein Glück...“ atmeten die Autorinnen erleichtert aus und schüttelten auch gleich eine Tür herbei.
„ Die ist zu klein, das ist dir schon klar, ja?“ schielte Laura abwechselnd die normal große Tür und die überdimensional große Fan-Meute an. „ Da passen niemals alle durch.“
„ Ja, das sehe ich auch.“ grummelte sie. „ Vielleicht kann ich ja ein paar nebeneinander aufstellen und sie miteinander verbinden?“ und ja, das ging. „ Ok, den Ausweg haben wir schon mal, nun fehlt nur noch der Köder.“ schielte sie zu Akira hin, der sich gerade, wie immer eigentlich, heftige Blick-Gefechte mit Kian lieferte. „ Ich muss euch leider unterbrechen.“ zog Jaz den Greifen entschuldigend lächelnd vor die Türwand hin. „ Ihr könnt euren 'Mein-Blick-ist-tödlicher-als-deiner'-Wettkampf später austragen.“ versprach sie ihnen, während sie ihren Köder präparierte. „ Ok, du bist dran Laura, mach sie auf uns aufmerksam.“
„ Ok.“ nickte sie und stieß dann einen lauten Pfiff aus, ehe sie sich schnell aus der Schussbahn begab.
Anfangs drehten sich bloß eine Handvoll von denen zu ihnen um, doch nachdem diese Minderheit genug Zeit damit verbracht hatte, den muskulösen Oberkörper ihres Idols anzustarren und sich Dinge vorzustellen, die alles andere als Jugendfrei waren, kreischten sie so begeistert und lautstark drauf los, dass sich auch die anderen interessiert zu ihnen umdrehten. Kurz darauf stand der Greif einer rollenden Lawine gegenüber, die ihn nicht nur liebend gern überrollen würde sondern ihm noch lieber beim überrollen die restlichen Kleider vom Leib riss.
„ Ich will hier weg...“ starrte Akira der Meute kreidebleich entgegen.
„ Noch nicht!“ widersprach Jaz, die als einzige noch mit ihm vor dem Ausweg stand. „ Erst wenn du zum Greifen nah bist, darfst du verschwinden! Dann werden sie hoffentlich von alleine durch die Tür stürmen.“
„ Wenn du das sagst...“ aber wirklich beruhigen konnte ihn das nicht.
Doch trotz seines Fluchtinstinktes blieb er solange vor den Toren stehen, bis er beinahe von den Fans erreicht wurde. Erst da griff er nach der Autorin, die ja noch neben ihm stand und brachte sich mit ihr auf einem Baum in Sicherheit. Von dort aus konnte er auch gleich mit seinen kleinen Windböen dafür sorgen, dass wirklich alle Fans in die Realität zurückkehrten. Als das dann der Fall war, schlugen sie dem Wahnsinn die Tür vor der Nase zu.
„ Waren das Kannibalen?“ schielte Akira zu Jaz hin.
„ Äh... ja. So was in der Art.“ kratzte sie sich am Kopf rum. „ Du kannst uns jetzt wieder da runter bringen.“
„ Wie sie wünschen.“
„ Das war doch mal erfrischend easy.“ grinste Laura. „ Nicht wahr?“
„ Bei unserem Karma schon fast zu easy.“ murmelte die Autorin.
„ Also ich mag euer Karma. Es ist so schön finster und mysteriös.“ bemerkte Chiron.
„ Ey, isch glaub i checke das ganze langsam, Schnalle.“ wandte sich Jaqueline nickend an Chantale. „ Wir sind in das Thalia, das ischt voll Zauberei!“
„ In das echt Thalia?“
„ I schwör, auf Leben meiner Mudda!“
„ Das is ja krass.“
„ Voll, woh?“ damit war die Sache abgehakt.
„ Lasst uns nachsehen wie es den anderen geht.“ schlug die Co-Autorin vor.
„ … und dann haben wir den fetten König nackt an den Pranger gestellt, ist das nicht witzig??“ war Ri gerade dabei der begeistert drein schauenden Martha eine Story zu erzählen.
„ Das ist sogar richtig witzig.“ lachte sie.
„ Nicht wahr?“ strahlte die Diebin. „ Ich kann dir sogar noch tausend andere Geschichten erzählen, da lachst du dich weg!“
„ Ist alles in Ordnung mit euch?“ wandten sich die Chefinnen an Yami.
„ Mit uns ja.“ nickte er. „ Aber wie euch sicher beim ersten Blick auffällt, fehlen zwei von uns und das haben wir mit Paul zu verdanken.“ starrte er ihn erbost an.
„ Ich habe mich doch schon dafür entschuldigt.“ grummelte dieser.
„ Wo sind Luca und Toni?“ sah sich Jaz schockiert um.
„ Wieso? Was war denn?“ baten sie um mehr Informationen.
„ Nun, Paul kam auf die grandiose Idee, ein paar seltene 'Fundstücke' nach Hause zu bringen, während wir auf eure Rückkehr warteten. Leider vergaß er dabei, die Tür hinter sich zu schließen und so konnte das Grauen, dessen Namen wir nicht erwähnen dürfen, der rollende Koloss und die Fans hier aufschlagen.“
„ Das Grauen? Der rollende Koloss?“ dachte Laura darüber nach.
„ WO SIND LUCA UND TONI???“
„ Wir wurden auf der Flucht getrennt.“
„ Ah! Ich weiß!!“ ging der Co-Autorin ein Licht auf. „ Ich weiß wer mit das Grauen und der rollende Koloss gemeint ist!“
Nun, zu mindestens eins vom beiden erklärte sich dann von selbst, als plötzlich ein dumpfer langer Ton zu hören war und ein Teil des Waldes seiner Farbe beraubt wurde. Kurz darauf ließ alles, was sich in diesem Bereich befand, die Köpfe hänge und sogar die Tiere setzten sich mit hängenden Ohren einfach nieder oder fielen gelangweilt aus dem Himmel. Und wenn das alles noch nicht genug wäre, ploppten plötzlich überall Kürbisse wie Unkraut aus dem Boden, die sich allesamt zu den Autorinnen umdrehten und ihre grinsende geschnitzte Fratze präsentierten. Selbst ihre Figuren verloren an Farbe und starrten bloß noch mit leeren Blicken vor sich hin.

Akt. 13. BB


„ Willst du dich auf meinen Schoß setzen? Du bist doch mein kleiner Bruder.“ murmelte Akira.
„ Ok...“ nickte Kian.
„ WAGT ES EUCH!!“ stieß Jaz die beiden auseinander. „ Wenn du auch nur daran denkst, dich auf seinen Schoß zu setzen, dann werde ich dich eigenhändig solange verdreschen, bis NICHTS mehr von dir übrig ist, klar???“
„ Das war nicht seine Schuld, ich habe ihm angeboten auf meinem Schoß zu sitzen, also musst du mich verdreschen...“
„ Schaut mal!“ drehte sich Ritsu mit einem Kürbis auf dem Kopf zu ihnen um. „ Ist das nicht voll witzig?“
„ Uah, nein!! BAH!!! NIMM das sofort ab!“ zog Laura ihr das Gewächs vom Kopf.
„ Hört mal alle her!“ machte Akira auf sich aufmerksam, der gerade neben Chantal stand und ihre Hand ergriff. „ Es hat zwar keiner gemerkt, aber wir haben soeben geheiratet.“
„ WAS?? Verpiss disch, du Volltrottel!!“
„ Soll ich dich hochheben, damit du sie küssen kannst?“ bot sich Chi an.
„ Ja.“ sah er zu ihr runter. „ Ich denke sonst komme ich nicht an die Lippen meiner Liebsten ran.“
„ Ok.“
„ AAARRRRGGGHHHH!!“ sprangen die Chefinnen gleichzeitig dazwischen und kickten die beiden weit auseinander.
„ Ich bin zu klein und zu dünn...“ ließ Ritsu den Kopf hängen. „ So kriege ich doch nie einen Mann ab. Wer will mich schon haben? Ich muss mich mit dem begnügen, der so jemanden wie mich ehelicht.“ drehte sie sich zu dem Kürbisfeld um. „ Ich werde euch nun ein Lied singen und dabei tanzen... Oh Kürbis, du mein schöner Kürbis!!!“ drehte sie sich ohne jegliche Emotionen durch die Reihen. „ Was wäre die Welt nur ohne deinen leckeren Inhalt? Lala.“
„ Ich werde sie für dich malen, während sie tanzt.“ wanderte Akira zu ihr hin.
„ Dann rufe ich die Hexe, damit sie ihren Fluch von dir nimmt. Damit mein geliebter Bruder alt und schrumpelig wird und nicht mehr mit der ewigen Jugend gesegnet ist.“ malte Kian mit seinen Schuhen ein Pentagramm auf den Boden.
„ Hör sofort auf! Wer weiß was oder wen du damit rufst!“ rüttelte Jaz erschrocken an ihm rum.
„ Ah, da ist die wunderschöne aber Männer hassende Hexe ja schon. Gertrud! Nimm den Fluch von meinem geliebten Bruder und lass ihn wieder altern! Er will nicht mehr so süß und rein sein.“
„ ICH fluche DIR gleich ein paar!!“ klappte Jaz ihr Buch auf und erschuf eine Kuppel, die den Einfluss von BB ausschloss. „ Und wenn ich mit dir fertig bin, werde ich Ori zusammen trimmen!!“
„ Was...?“ blinzelte Ri erstaunt vor sich hin. „ IIIHHHH KÜRBISSE!!!!! Ich hasse KÜRBISSE!!!“
„ Warum habe ich gerade das Bedürfnis meine Hände zu desinfizieren und meinen Mund mit Kernseife auszuwaschen?“ murmelte Akira verwirrt vor sich hin.
„ Wenigstens habe ich gerade nur das Bedürfnis mich zu übergeben.“ bemerkte Chi.
„ Wir müssen das bekloppte B hier raus treten! Von mir aus auch in seinen Einzelteilen!!!“
„ Vor allen in seinen Einzelteilen!“ stimmte ihr Laura zu. „ Ihr bleibt hier.“ befahl sie und dann rannten die Damen zum Wald hin.
Akira wollte den beiden noch folgen, aber als er aus dem Schutzschild heraustrat, verwandelte er sich wieder in eine Trauerweide und hockte sich gleich nieder.
„ Ich bin ein kleiner achtjähriger Junge... oder war ich doch zwölf? Ich weiß es nicht mehr.“
„ Können wir ihn nicht so da hocken lassen?“ grinste Kian breit auf.
„ Nein, können wir nicht!“ zerrte Yami den Greifen zurück ins sichere Schild.
„ Warum folgt ihr ihnen nicht?“ wollte Chi von den Doppelgängern wissen.
„ Weil wir keine große Hilfe wären. Genaugenommen würden wir ihnen bloß im Weg rum stehen.
„ KÜRBISSE!!! SO VIELE KÜRBISSE!!“ stampfte Ri einen nach dem anderen in Grund und Boden. „ Das ist eine Invasion!!“
„ Ich helfe dir dabei die Kürbisse zu zermatschen.“ sprang Martha ebenfalls freudig strahlend auf die Gewächse drauf.
Zwischenzeitlich waren die Autorinnen schon dabei die gelangweilten Bäume und Sträucher zu überwinden und der runden Spur der Verwüstung zu folgen.
„ Ich will ihr wehtun...“ sah sich Laura das Desaster seufzend an. „ Ihr will ihr so sehr wehtun, dass die nie wieder geradeaus laufen kann. Die soll nicht mal mehr in der Lage sein einen Stift zu halten oder eine Tastatur zu bedienen.“
„ Da bin ich auch für. Schon alleine für ihren Frevel LoT zu beschmutzen müssten wir ihr die Finger abhacken! Und zwar alle einzeln!!“ ballte Jaz ihre Hände zu Fäuste. „ Was hat die überhaupt bei uns zu suchen?“
„ Na was wohl? Die wollte unsere Dreharbeiten bespitzeln und Luca aus der Ferne an schmachten.“
„ Wenn ich mit der fertig bin, schmachtet die nie wieder irgendjemanden an!“ zertrat sie erbost einen Kürbis. „ Die Augen sollte man ihr ausstechen, ihre Zunge raus reißen und ihre Schweinenase verfüttern wir an hungrige Höllenhunde!“
„ Ich hoffe Shino schleicht hier nicht auch irgendwo rum.“ sah sie sich verstohlen um. „ Das finde ich sogar gruseliger als alles was hier sonst so auf uns lauern könnte.“
„ Shino und Ori sind doch immer zusammen unterwegs. Also würde es mich nicht wundern, wenn wir den ebenfalls auseinandernehmen können und hier sind ihre Leichen so gut versteckt, dass sie niemals jemand finden wird. Damit tun wir der gesamten Realität sogar noch einen Gefallen.“
„ Da hast du mal wieder absolut Recht! Die zu erledigen wird uns den nächsten Oscar einbringen.“
„ Ja, für diese Trophäe würde ich mich sogar sofort von einer anderen trennen.“ nickte Jaz.
Doch nun mussten sie erst einmal dafür sorgen, dass sich das Grauen und der rollende Koloss von ihren Schauspielern trennten und das eigentlich, ohne die blinden Passagiere gleich umzubringen. Allerdings waren die Autorinnen bereits so erbost, dass man das nicht mehr mit Sicherheit ausschließen konnte. Es war aber auch wirklich verdammt mutig von ihnen, ausgerechnet LoT zu verunstalten und sich dabei auch noch an den Freunden der Erschaffer zu vergreifen. Letzteres war wohl auch der Grund, weshalb Jaz rot sah...
Als sie Luca und Toni nämlich erreichten, diese versteckten sich gerade völlig außer Atem hinter einem Baum, sahen beide ziemlich gerupft aus. Wobei wohl eher das zerrissene Hemd des Superstars als rotes Tuch durchging, was den Stier Amok laufen ließ und wenn ich Amok laufend schrieb, dann meinte ich das auch so!
Jaz hatte ihr Buch kaum aufgeklappt und etwas hineingeschrieben, da bebte schon die Erde und kurz darauf erhob sich diese und nahm die Form eines riesigen Golems an, der kurz nach seinem Erscheinen mit seiner gigantischen Stein-Hand ausholte und diese mit Karacho auf den Boden donnerte, nämlich genau dort, wo die beiden Schlachtschiffe entlang rollten. Damit aber noch nicht genug, da Giamo noch ein paar mal nachschlug, so als wollte er wirklich sicher gehen, dass die Parasiten zermatscht waren und wäre das noch nicht genug, legte er noch einen drauf und trampelte auch noch auf ihnen rum, ehe er sie mit voller Wucht wegtrat.
Nein, natürlich waren sie nicht wirklich tot, auch wenn niemand das bedauern würde. Jaz schrieb noch eine Art Schutzschild dazu, damit sie nicht wirklich als Matsch unter seiner Hand oder dem Fuß klebten. Sie versanken auch nicht im Untergrund, als sie etliche Meter später auf den Boden klatschten, viel mehr rollten sie noch ein ganzes Stück weiter und blieben bewusstlos im Gras liegen.
„ Wuhu!!“ grölte Laura. „ Ich will auch! Lass mich auch noch mal! Ich nehme auch nicht den da!“
„ Gott sei Dank!! Ich bin gerettet!“ eilte Toni gleich zu Laura hin und versteckte sich hinter ihr.
„ Bist du in Ordnung??“ starrte Jaz ihren Freund von oben bis unten an. „ Hat die dich angetatscht?“
„ Mir geht es gut, keine Sorge.“ versicherte er.
„ Gut.“ nickte sie. „ Dann sollten wir nun mal schauen gehen, wo die beiden Fettsäcke gelandet sind.“
„ Au ja! Da bin ich auch für!“ jubelte die Co-Autorin.
„ Könnt ihr das nicht machen, wenn ihr mich in Sicherheit gebracht habt?“ wimmerte Toni.
„ Keine Sorge, in dieser Richtung befinden sich auch die anderen.“ ging Jassy an ihnen vorbei.
„ Dieses Mal bin ich aber dran!! Du hattest deine Rache bereits!“ eilte Laura hinterher.
„ Uah!! Wartet auf mich!“ kreischte der böse Mafiaboss. „ Lasst mich nicht allein im dunklen Wald zurück.“
Natürlich folgte ihnen Luca ebenfalls, genauso wie Giamo, der auch hinter ihnen hertrotte. Als sie den Wald verließen und den ungebetenen, ungeliebten und verabscheuten Besuch entdeckten, raste Toni zum Schutzschild hin, was sich ganz in der Nähe befand. Laura klappte strahlend das Buch auf und begann gleich damit ein Kürbismonster zu erschaffen, während Klopsi los stürmte und sich noch einmal Body Slam mäßig auf den Abschaum drauf warf, ehe er sich einfach in Luft auflöste.
„ HEY!!“ starrte Laura empört zu Jaz hin.
„ Tut mir leid.“ schlenderte sie weiter zum Schild hin. „ Der Rest gehört dir.“
„ Toll, von denen ist ja schon fast gar nichts mehr übrig.“ ließ sie schmollend ihr Monster mit dem riesigen Kürbiskopf erscheinen, ehe sie das Buch zuklappte.
Während die Co-Autorin noch immer vor sich hin schmollte sah sie ihrem Gewächs dabei zu, wie er, ähnlich wie bei einem Hammer, immer wieder auf die Walrosse einschlug und sie dann mit seinen Ranken umschlang.
„ Du kannst die Tür nun öffnen.“ maulte sie.
„ Ja, aber warte mit dem Werfen, nicht dass du unsere Kulisse zerstörst.“ da Paul der Letzte war, der die Tür geöffnet hatte, führte der Weg in den Hinterhof des Studios. „ Ok, schicke sie zurück zum Absender.“
„ Mit dem allergrößten Vergnügen.“
Das monströse Gewächs holte auch noch ausgiebig aus, damit die Fratzen umso schneller und weiter weg geschleudert wurden. Das Ergebnis ihrer Rache schoben sie natürlich den irren Fans in die Schuhe, schließlich hatten die schon so einige niedergestreckt und ins Krankenhaus geschickt. Das würde nämlich auch die eigenartigen Erzählungen der beiden erklären. Zermatscht von einem Golem, vom Studio in einem Wald, ein zerstörtes Luftschiff und dann noch ein Monsterkürbis? Das glaubte einem niemand!
Nachdem Ori verschwunden war löste sich auch der graue Fluch in Luft auf und alles ging wieder seinem gewohnten Gang.
„ Was war das denn für ein fauler Zauber?“ murrte Ritsu. „ Was ist gerade mit uns passiert?“
„ Etwas dessen Namen niemals in Gegenwart der Hexen erwähnt werden darf. Du hast doch gerade gesehen, was dann passiert.“ bemerkte Yami.
„ Mhm, selbst allmächtige Hexen haben also ihren Schwachpunkt, hu?“ grinste Chi schräg auf.
„ ARGH!! DER sieht ja aus wie Akira!!!!“ zeigte die Diebin entsetzt mit dem Finger auf Luca. „ Moment!!! Du siehst ja auch aus wie der und du wie der und du wie dieses Prinzesschen!! Warte!! Bist du etwa das Prinzesschen??? Wenn ja, dann bekommen wir eine Stange Kohle, wenn wir dich wem auch immer ausliefern!!“
„ Misch liefert man niemanden aus, klaro?“
„ Du siehst zwar aus wie die, aber du sprichst ganz anders!“ staunte sie. „ Wer wart ihr gleich nochmal?“
„ Wir sind die Fieslinge dieser Geschichte, ist doch klar.“ schielte der Kopfgeldjäger zu ihr hin.
„ Die Fieslinge? Wie aufregend! Da bin ich bei!“
„ Dann Willkommen im Club!“ ergriff Martha strahlend ihre Hände. „ Ich heiße Martha! Das ist Paul, Yami, Luca, der hier heißt Toni, das dahinten ist die Hexe Jaz und ...“
„ LAURA, mein Augenstern!!“
„ KKKYYAAAHHHHH!!!!“ kam sie wie von der Tarantel gestochen angerannt und versteckte sich hinter Chi/Yami's Rücken.
„ Genau, das ist Laura.“
„ Endlich habe ich dich gefunden.“ kam Shino auf sie zu. „ Dann können wir uns ja endlich zusammen eine Zukunft aufbauen, hier in dieser wunderschönen Welt, wo auch immer wir uns gerade befinden.“
„ JJJAAAZZZZ!!!“ kreischte sie und schon kurz darauf erschien Giamo über ihm, der sich, genauso wie bei den Quallen zuvor, Body Slam mäßig auf ihn stürzte. „ Der zuckt noch!! DER ZUCKT NOCH!!!“
„ Soll ich mich drum kümmern? Dann zuckt der nie wieder.“ sah Chiron, hinter dem hatte sie sich nämlich versteckt, zu ihr zurück.
„ Nein, warte.“ klappte sie eilig das Buch auf und Schwuppdiwupp, da steckte der Typ schon in einem Kürbis drin. „ Öffne die Tür.“
„ Ok.“ öffnete sie die Pforte.
Kurz darauf erschien ein riesiger Krocketschläger, der richtig viel Schwung nahm und den Ball dann mit Schmackes zurück in die Realität beförderte, wo er an der kalten Wand zerschellte und Shino zu den Schlachtschiffen befördert wurde.
„ HA! Dem haben wir es aber gezeigt!!“ jubelte Laura und sowohl Ri als auch Martha stimmten mit ein.
„ Ihr seid der absolute OBERHAMMER!!!“ grölte der Wildfang. „ WO wart ihr nur mein ganzes Leben lang???“
„ Ja... sie scheinen wirklich etwas besonderes zu sein.“ starrte Akira nachdenklich vor sich hin.
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Alexia

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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Di 10 Okt - 22:51

Akt.14 zäh wie Gummi

„ Best Friends for ever!!“ grölten Ri und Martha gleichzeitig.
„ Wer hätte das gedacht?“ lächelte Laura.
„ Ja, so merkt sie vielleicht endlich was es heißt einen wahren Freund zu besitzen.“ gab Jaz geistesabwesend von sich. „ Zu schade, dass sie sich vermutlich nicht mehr an sie erinnert wird, sobald alles wieder in seinen gewohnten Bahnen läuft.“
„ Das ist gemein.“
„ Nein, das ist die Realität.“
„ Ja und DIE ist gemein.“ beharrte sie auf ihre Meinung. „ Was machst du da eigentlich?“
„ Ich versuche ein Schiff zu entwerfen, was den Bösen gerecht wird und zudem noch genug Platz hat.“
„ Au ja! Das sieht schon gut aus. Pechschwarz ist klasse und diese Vogelform gefällt mir auch. Wie wäre es noch mit einem Totenkopf?“
„ Wozu brauchen wir denn Vorhänge?“ sah Chiron ebenfalls über Laura's Schulter auf die Skizze.
„ Das sind doch keine Vorhänge, du Trottel, dass sind die Vorstriche des Fensters.“ schüttelte die Co-Autorin fassungslos den Kopf. „ Außerdem sind Vorhänge nützlich! Die verhindern dass wer von Außen rein sehen kann.“
„ Aber dann kann man von Innen doch auch nicht mehr raus gucken.“ quetschte sich die Diebin auch noch dazwischen. „ Und wenn wir schon bei wünsche dir was sind, dann brauchen wir einen großen Kühlschrank und eine noch größere Vorratskammer!!“ strahlte sie. „ Und ganz viele Süßigkeiten und Kuchen!! Pudding und...“
„ Ich habe es verstanden.“ lächelte Jaz. „ Eine Vorratskammer mit ganz viel Obst und Gemüse.“
„ Nein!!! Ja auch, aber unbedingt mit ganz viel Süßes und Kuchen!!“
„ Nicht zu vergessen saftiges Fleisch!“ beteiligte sich Akira ebenfalls am Gespräch, der schräg hinter Jaz stand und auf das Buch herab sah. „ Das sieht wirklich gut aus. Ich bin beeindruckt.“
„ Ganz viel zu trinken darf natürlich auch nicht fehlen!“ träumte sie weiter. „ Und ganz viel Schokolade! Das soll angeblich echt gut für die Haut sein.“ erzählte sie Martha.
„ Wirklich?“ staunte diese. „ Schlamm auch, habe ich gehört.“
„ Das klingt zwar echt ekelig, aber das müssen wir trotzdem zusammen ausprobieren!“
„ Aber unbedingt!!“
„ Kannst du so etwas auch einbauen?“ wandten sie sich schließlich an die Autorin.
„ Dann kannst du auch gleich einen Masseur mit einbauen.“ witzelte Laura. „ Wobei... warum eigentlich nicht?? Wir könnten sogar eine Drogenplantage im Keller haben und niemanden würde das stören, also was soll es?? Holen wir uns das Luxus Raumschiff.“
„ JUHUUU!!!“ jubelten die neuen besten Freunde.
„ Boar, Wellness! Das is doch voll lahm, ey! Da geh isch voll lieber nach Haus.“
„ Ja, echt mal voll lahm.“ stimmte Chantal ihrer Kumpanin zu.
„ Ich gehe auch freiwillig nach Hause!!“ meldete sich Toni zu Wort.
„ Zeichne du nur weiter, ich bringe sie nach Hause.“ schlug Laura vor.
„ Ok.“ reichte sie das Prisma weiter.
„ Darf ich mitkommen? Ich würde mir eure Welt gern etwas genauer ansehen.“ hakte Kian nach.
„ Na gut, aber bleibe in meiner Nähe.“
„ Verstanden.“
„ Also, wer mit nach Hause will, herkommen! Die Tür öffnet sich genau JETZT! Bis gleich.“
„ Ja, bis gleich.“
„ Ich habe von eurer Auseinandersetzung mit dem hohen Rat gehört. Ich bin wirklich froh darüber, dass ihr da wart.“ meinte Akira an die Autorin gewandt.
„ Du solltest uns nicht zu früh danken. Schließlich waren wir irgendwie schuld daran, dass es überhaupt so weit gekommen ist.“
„ Zu so etwas gehören doch immer zwei. Was immer ihr also getan habt, sie haben euch dazu gebracht. Ich musste euch ja nicht grundlos aus ihrem Kerker befreien, richtig?“ sah er von der Zeichnung auf um ihr ins Gesicht sehen zu können. „ Wobei es mich brennend interessieren würde, weshalb ihr nun miteinander rum reist.“
„ Es hat sich eben so ergeben und bisher bereue ich es auch nicht.“ blickte sie ihn lächelnd an. „ Ihr gestaltet die Reise durch Thalia um einiges komfortabler.“
„ Ach so?“ zog er belustigt eine Augenbraue hoch. „ Dabei bist du es doch, die gerade das Luxusschiff erschafft.“
„ Sicher, aber ihr könnt eure Kräfte viel schneller einsetzen, als es bei uns der Fall ist. Das ist in vielen Situation mehr als nur vom Vorteil.“
„ Da hast du auch wieder Recht.“
„ Siehst du! Und nun sollte ich mich beeilen, ehe die goldene Armee hier vorbeikommt.“ konzentrierte sie sich wieder auf das Buch.
„ Sicher, ich wollte dich dabei auch nicht stören.“
„ Das tust du auch nicht.“
„ Dann kann ich dir weiter zusehen?“
„ Nur zu.“
Pünktlich als die Co-Autorin zurückkehrte stand auch das Luxus-Raumschiff prachtvoll glänzend im hohen Gras, dessen pompöse Inneneinrichtung auch gleich in Augenschein genommen wurde.
„ Das ist der absolute Oberkracher!!“ kam Ritsu strahlend ins Cockpit getänzelt. „ Probieren wir gleich den Wellnessbereich aus??“
„ Nein, ich probiere gleich erst mal mein Bett aus.“ seufzte Jaz.
„ Ich komme mit.“ nickte Luca.
„ Ich muss auch unbedingt eine Runde schlafen.“ stimmte Laura mit ein.
„ Dito.“
Doch zuerst wurde die vorgesehene Route eingegeben, die sie zum nächsten Schauspieler führte, dann erst zogen sich die vier auf ihre Zimmer zurück. Währenddessen bewarfen sich Ritsu und Martha ausgiebig mit Schlamm oder ließen sich vom Schiff eigenen Masseur durchkneten. Kian hing noch immer über dem dicken Wälzer, den sie, selbstverständlich, gerettet hatten, Chiron bleib aus Gewohnheit im Cockpit sitzen, Paul hatte sich in irgendeinem seltenen Fundstück vergraben und Akira lehnte nachdenklich in der Küche an der Arbeitsplatte.
„ Verdammt du nervst!!“ starrte Kian angesäuert zu ihm auf, dieser saß nämlich am Küchentisch. „ Kannst du nicht woanders dumm rum stehen?“
„ Warum gehst du nicht einfach woanders lesen? Was liest du denn da überhaupt??“
„ Das könntest du mit deinem Erbsenhirn ohnehin nicht verstehen, also erspare ich mir den Versuch, dir das erklären zu wollen.“
„ Stammt das Buch aus ihrer Welt?“
„ Ja und es erzählt unsere Geschichte, zufrieden?“ wandte er sich wieder der Lektüre zu. „ Dann lass mich jetzt weiter lesen und verzieh dich.“
„ Glaubst du daran, dass sie wirklich so mächtig sind wie sie scheinen?“
„ Natürlich glaube ich das! Ich habe es schließlich mit eigene Augen gesehen und das nicht nur einmal. Sie können hier alles beeinflussen.“
„ Wenn dem so ist, warum hast du sie dann nicht gebeten Liú herzuschreiben und ihren Groll, den sie gegen dich hegt, zu streichen?“
„ Ich...“ dachte er einen Augenblick mit weit aufgerissenen Augen darüber nach. „ Keine Ahnung warum ich das nicht tat. Vielleicht weil ich mich gar nicht mehr so sehr nach ihr sehne, seit ich mit den Hexen unterwegs bin?“
„ Komischerweise empfinde ich es ähnlich. Nein, es ist nicht nur, dass ich mich nicht mehr nach Tami sehne, ich fühle mich zudem noch zu einer der Hexen hingezogen.“
„ Aber das ist nicht möglich.“ staunte der Hippo.
„ Du hast es gerade doch selbst gesagt, in ihrer Gegenwart ist alles möglich. Vielleicht solltest du mal darauf achten, ob es bei dir ähnlich ist. Wenn das, was du als Fluch bezeichnest, in ihrer Gegenwart neutralisiert wird, dann besitzt du nun die einmalige Chance dich von unserem Küken zu lösen, sofern du das wirklich willst, versteht sich.“ stieß er sich von der Platte ab und verließ die Küche.
„ Ihr Karma neutralisiert also unsere Bürde? Das wäre ja fast zu schön um wahr zu sein.“ starrte er erstaunt auf das Buch herab. „ Dann sollte ich wohl dafür sorgen, dass das Karma bei mir bleibt, hu?“ grinste er schief auf.
Einige Stunden später, sie waren noch immer nicht am Ziel angekommen, waren alle wieder wach und auf den Beinen. Jaz war auch schon wieder dabei die Manuskripte zu überarbeiten, damit die verlorenen Drehtage aufgefangen werden konnten. Den Verlauf der Geschichte konnte sie ja nicht überprüfen, da Kian das Buch für sich beanspruchte. Laura stand gutgelaunt in der Küche und bastelte sich einen Salat zusammen, während Luca und Yami irgendwo anders waren.
„ Warum sind an manchen Stellen so riesige Absätze?“ wollte Kian irgendwann von der Co-Autorin wissen.
„ Das Erinnerungshilfen, die sich Jaz hinterlassen hat. Dort wo du diese Absätze findest will sie etwas verändern oder umschreiben.“
„ Wie verändern? Ich dachte sie schrieb das auf was sie gesehen hat?“
„ Ja richtig. Trotzdem kann man das was man sah mit tausend verschiedenen Wörtern umschreiben, richtig?“ sah sie kurz zu ihm zurück. „ Und bei ihr muss immer alles perfekt sein. Die Romantik muss knallen, der Herzschmerz bluten und die Aktion muss einen umwerfen.“
„ Das klingt nach einem Muster, dass man unmöglich umsetzen kann.“
„ Richtig. Deshalb sind da noch so viele Absätze. Weil ihr immer wieder was neues auffällt, was ihr nicht passt. Aber ich schätze gerade dieser Ehrgeiz, alles perfekt zu hinterlassen, ist es, der aus ihr diese erfolgreiche Autorin macht.“
„ An Kreativität scheint es ihr zu mindestens nicht zu mangeln.“ nickte er. „ Sie ist tatsächlich etwas besonders.“ stützte er seinen Kopf an der Hand ab und las interessiert weiter.
Das tat er genau so lange, bis das Raumschiff zum Landeflug ansetzte und dementsprechend langsam und ruckeliger wurde. Erst da versammelten sich alle am Ausgang und traten dann ins Freie.
„ Wo sind wir hier?“ sah sich Laura um.
„ Hier in der Nähe gab es mal oder gibt es noch einen großen Indoorspielplatz.“ erklärte Akira.
„ Wen wir hier wohl finden?“ sahen sich die Autorinnen kichernd an.
„ Brutus wohl nicht.“ musste Luca ebenfalls schmunzeln.
„ Na los, dann sammeln wir Eugene mal ein.“ ging Yami schon mal vor.
„ Ein Indoorspielplatz? Wie cool ist das denn?“ strahlte Martha. „ Können wir ein bisschen da bleiben??“
„ Ein bisschen sicherlich.“
„ Juhu!!“ rasten Ri und ihre neue Freundin schon mal vor.
„ Das wird bestimmt lustig!“ strahlte die Co-Autorin. „ Na los!! Legt mal einen Zahn zu!“
„ Ein Jahrmarkt wäre mir zwar lieber, aber warum nicht.“ zuckte Jaz mit der Schulter.
„ Au ja! Karussell fahren! Das sollten wir als nächstes machen.“ grinste Laura.
„ Ja, aber erst wenn wir alle heil nach Hause gebracht haben.“
„ Natürlich erst dann. Schließlich will ich diesen Ausflug ja genießen und das geht nicht, wenn alle um mich herum latschen.“ kicherte sie. „ Wir gehen am besten alleine.“ flüsterte sie ihrer Freundin zu. „ Wenn die Wachhunde zuhause bleiben, können sie uns auch nicht bewachen, richtig?“
„ Ist ja interessant was du alles für Bezeichnungen für deinen Freund hast.“ sah Jaz belustigt zu ihr hin.
„ Das ist alles je nach Situation perfekt angepasst.“ giggelte sie.
„ Sicherlich.“
Nach einem kurzen Marsch durch die Stadt erreichten sie dann den Indoorspielplatz. Die Spur führte direkt zu dem Gebäude hin und löste sich dann in Luft auf.
„ Hier sind wir richtig.“ nickte die Autorin, was ja schon so was wie ein Startschuss war, was Ri und Martha auch so sahen, die stürmten nämlich gleich in das Haus.
„ Na dann, auf geht es!“

Akt.15 die kleine Kinder große Kinder Welt


„ Uiuiuiui!!!! Schau nur mal wie riesig das hier alles ist!!“ sah sich Ritsu begeistert in der gigantischen Halle um. „ Was wollen wir als erstes machen??? Trampolin springen?? Klettern?? Tanzen oder wollen wir die kleinen Kinder da von dem Wal runter schubsen??“
„ Jaz?? Dürfen wir die Kinder da...“ wandte sich Martha strahlend an die Autorin und wurde auch gleich mit einem: „ Nein!“ abgeschmettert. „ Na gut! Dann lass uns Trampolin springen gehen!!“
„ Ok!“
„ Jaz??“ drehte sich Laura ebenfalls strahlend zu ihr hin. „ Darf ich mit ihnen Trampolin springen gehen???“
„ Mach was du meinst machen zu müssen.“ atmete sie schwer aus.
„ WUHU!!“ rannte sie ihnen hinterher.
„ Eugene muss hier irgendwo sein, also haltet die Augen offen.“ wanderten die anderen weiter.
„ Wer ist eigentlich dieser Eugene?“ hakte Kian nach.
„ Drako.“
„ Der hat mir gerade noch gefehlt.“ brummte er auf.
„ Schlinge nicht so, mein Liebling. Du verschluckst dich hinterher bloß und das kann ganz schlimm ins Auge gehen!“ vernahmen sie eine bekannte Stimme.
„ Maria!!!“ rief die Realität im Chor.
„ Mhm?“ blickte sie zu ihnen auf. „ Warte mal kurz, mein Schatz. Mami ist gleich wieder da!“ meinte sie noch an ihren 'Sohn' gewandt, ehe sie aufstand und schnell zu den anderen hinging. „ Ich bin so froh euch zu sehen!“ drückte sie Jaz erleichtert an sich. „ Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich mir für Sorgen gemacht habe! Sind alle wohlauf? Seid ihr auch nicht verletzt worden?“ tätschelte sie erst Yami und dann Luca an. „ Oh...“ dann endlich entdeckte sie die Thalianer, von denen zu mindestens zwei kreidebleich angelaufen waren.
„ C-Chira...???“ keuchten die Brüder.
„ Oh nein wie schön! Noch mehr Babys die versorgt werden wollen!“ ging sie auch gleich mit offenen Armen und freudestrahlend auf sie zu.
„ Die kommt direkt auf uns zu!!“ wich Akira weiter zurück.
„ Was ist denn los?“ sah sie die mystischen Tiere verwundert an. „ I-Ich mache euch Angst, nicht wahr?? Liegt es an meinem Gesicht?? Das tut mir so leid!“ verbarg sie das Gesicht mit den Händen. „ Bitte verzeiht mir, ich wollte euch keine Angst einjagen! Ich bin ja so furchtbar!!“
„ Nein, das bist du nicht, Maria!“ versuchte die Autorin zu retten, was noch zu retten war. „ Die beiden sind es bloß nicht gewohnt so umsorgt zu werden. Du kennst ihre Geschichte doch. Von der Mutter verstoßen und so weiter.“
„ Du hast vollkommen Recht!“ war sie mit einem Schlag wieder die Alte. „ Die armen Kleinen! Ich werde ihnen auf der Stelle zeigen was es heißt eine liebende Mutter zu besitzen!!“ krempelte sie ihre Ärmel hoch und eilte dann zu den Tierchen hin. „ Ihr müsst keine Angst haben, meine Süßen! Jetzt bin ich ja bei euch und werde mich rührend um euch kümmern! Rund um die Uhr!“ griff sie ihr Hände. „ Ihr müsst mir nur Bescheid sagen, wenn euch irgendwas fehlt! Habt ihr Hunger oder Durst? Oder wollt ihr vor dem Essen erst noch spielen gehen??“
„ Äh...“ starrten sich die Brüder entgeistert an.
„ Du überforderst sie, Maria!“ quetschte sich Jaz mal wieder dazwischen.
„ Oh, du musst doch nicht eifersüchtig sein, mein fleißiges Schreiberlein! Ich habe euch doch alle gleich lieb!!“ und dann drückte sie alle drei gleichermaßen an sich, wodurch das fleißige Schreiberlein beinahe zerquetscht oder erstickt wäre. „ Meine Schätze!“
„ S-Solltest...“ keuchte das weibliche menschliche Wesen was bald nur noch als Flunder existierte auf. „ ...Eugene...!!“
„ Oh ja!! Mein Baby, Mami kommt schon!!“ ließ sie prompt von ihnen ab, um nach ihrem kleinen Liebling zusehen.
„ W-Was.. war.. DAS???“ starrte Akira die Dame schockiert an.
„ Das ist unsere Chira.“ lächelte sie. „ Und wie ihr seht, braucht ihr euch vor ihr nicht zu fürchten.“
„ Ich finde DIE sogar noch Furchteinflößender als Chira!!“ platzte es aus Kian raus. „ Mit was für komische Typen gibst du dich nur ab??“
„ Mit meiner Familie.“ erwiderte sie noch lächelnd ehe sie zu der Übermutti hin schlenderte. „ Wart ihr die ganze Zeit hier?“
„ Natürlich! Hier ist es noch am sichersten und außerdem gibt es direkt nebenan ein wunderschönes Hotel. Da sollten wir alle zusammen übernachten! Wir könnten eine Pyjama-Party feiern und bis 22 Uhr aufbleiben! Soll ich uns Snacks besorgen?“
„ Nein, schon ok. Dafür haben wir keine Zeit. Diana und Brutus laufen hier noch irgendwo rum.“
„ Ganz alleine??“ weiteten sich ihre Augen. „ Mutterseelenallein?“
„ Brutus ist bestimmt bei Diana um sie zu beschützen!“ behauptete Jaz schnell.
„ Oh, das ist gut.“ nickte sie die Sache zufrieden ab. „ Dann geht doch jetzt ein bisschen spielen. Ich rufe euch, wenn das Essen fertig ist. Ach, aber nehmt euren Bruder mit!“ zog sie Eugene zu sich hoch und schob ihn der Autorin zu.
„ Hä hä...“ grinste der Schauspieler sabbernd auf.
„ Buahhahahahahahaa!!!“ bekam Kian bei seinem Anblick einen mittelschweren Lachanfall.
Allein seiner lobenswerten Selbstbeherrschung war es zu verdanken, dass der nicht lachend auf dem Boden rum rollte und an Atemnot starb.
„ Nicht mehr in diesem Leben.“ zog Luca seine Freundin zu sich hin. „ Echt nicht mehr! Im nächsten auch nicht, davon mal ab.“
„ Sei nicht so gemein, Luca! Sonst bekommst du Hausarrest!“ hob Maria ermahnend den Finger. „ Teile mit deinem Bruder oder ich nehme dir das Spielzeug weg!“
„ Hast du mich gerade allen ernstes als SPIELZEUG bezeichnet??“ empörte sich das Spielzeug während Luca ebenfalls empört das: „ So weit kommt es noch, dass ich MEINE Freundin mit irgendwem teile!!“ von sich gab.
„ Seine Freundin, soso.“ verschränkte der Hippo schief grinsend die Arme vor der Brust.
„ Wo ist eigentlich meine kleine Zeichnerin?“ sah sich Maria verblüfft um.
„ Laura ist bei Martha und Ritsu.“
„ Oh, wie schön. Erwachen bei ihr etwa auch endlich die Muttergefühle? Wann ist es denn endlich bei dir so weit, meine Liebe?“
„ Ich muss gehen!!“ drehte sich Jaz schnell von ihr weg und eilte noch schneller davon.
„ Hey! Nimm doch Eugene mit!“
„ Jaja, schicke ihn einfach hinterher!!“ rief sie.
„ LIEBES FRÄULEIN!! NICHT IN DIESEM TON!!“
„ Wo ist eigentlich Chiron?“ der hatte sich nämlich in Luft aufgelöst, als Maria ihre Mutti Seite präsentierte.
„ Chiron, der arme Junge! Der füllt sich bestimmt ganz alleingelassen und hat wahnsinnige Angst.“ eilte sie gleich davon um ihn zu suchen.
„ Hehe, ja klar.“ griente Kian.
„ CHIRON, mein Mäuschen! Mach mal Piep! Wo versteckt sich mein Liebling? Mami findet dich schon!“
„ Schickt mich zurück in die Hölle.“ murmelte der Kopfgeldjäger, der sich hinter der Kletterwand versteckte.
„ Ah! Hier bist du ja!“ und Schwuppdiwupp war er wieder weg. „ Keine Sorge, eine Mutter findet ihre Kinder immer, egal wo sie sich auch verstecken mögen.“ eilte sie ihm strahlend hinterher.
„ Sollten wir ihm nicht helfen?“ wollte Laura, ja die sich noch immer auf dem Trampolin befand, von Jaz, ja die sich dort verkrochen hatte, wissen. „ Er tut mir ja schon ein kleines bisschen leid.“
„ Helfen? Wie? Indem wir ihm ein Lätzchen herschreiben?“ grinste die Autorin.
„ Haha, ja das wäre witzig!“ grölte Martha. „ Aber bitte ein grell pinkes!“
„ Was auch sonst?“
„ Niemals.“ nahm ihnen Jassy gleich den Wind aus den Segeln. „ NIEMAND von meinen dunklen Gesellen bekommt irgendwas PINKES! Auch nichts ROSANES, verstanden??“
„ Uh, ganz böses rotes Tuch.“ kicherte die Mangaka. „ Aber ganz ganz ganz böse.“
„ Das ist NICHT witzig!“ schmollte sie.
„ Finde ich schon.“ konterte Laura amüsiert. „ Kian würde so ein paar rosa Hemden bestimmt richtig gut stehen! Ich glaube, DAS verpasse ich ihm jetzt!“
„ WAGE es dich!!“ stürmte sie auf die Trampoline, um ihre Co-Autorin davon abzuhalten, den rosa, pinken Alptraum wahr werden zu lassen.
Während die Autorinnen also um das Zepter der pinken Macht kämpften bemerkten sie nicht, dass sie dabei beobachtet wurden und ich meinte damit nicht ihre Gruppenmitglieder. Im Schutze der lachenden Kinderstimmen und dem Heckmeck zwischen den Reihen standen zwei mystische Wesen, die das Treiben ebenfalls mitverfolgten.
„ Und das sollen wirklich die gefährlichen Hexen sein, die der hohe Rat zum Abschuss freigegeben hat?“ meinte Giamo. „ So gefährlich sehen sie gar nicht aus.“
„ Du darfst dich von ihrem Äußeren nicht täuschen lassen.“ konterte Tami. „ Sie haben den hohen Rat mit einer erschreckenden Leichtigkeit besiegt, deshalb dürfen wir sie nicht unterschätzen.“
„ Du weißt aber schon, dass sie Chiron und Kian das Leben gerettet haben? Wären sie nicht gewesen, dann gäbe es keinen von beiden mehr.“ sah er zu ihr runter. „ Außerdem haben sie auch die Dunkelheit zum Abschuss freigegeben, bist du dir also sicher, dass du das wirklich durchziehen willst?“
„ Haben wir denn eine andere Wahl? Stellen wir uns ebenfalls gegen den hohen Rat, dann werden sie uns genauso jagen wie sie.“
„ Das scheint Akira aber nicht zu stören. Ich glaube auch nicht, dass er einfach dabei zusehen wird, wie du seinen Bruder hinrichtest. Bist du dir also im klaren darüber, dass du ihn gegen dich aufbringen wirst? Hörst du auf den Rat, dann stellst du dich somit gegen deine Beziehung. Willst du das wirklich einem Leben auf der Flucht vorziehen?“
„ …“ wandte sie den Blick schweigsam von ihm ab.
„ Ich stehe hinter dir, wie auch immer du dich entscheidest. Aber dir sollte klar sein, was deine Entscheidung für Folgen mit sich bringt. Ein Kampf mit diesen, zugegebenermaßen schwach aussehenden Hexen, könnte im sicheren Tod enden. Wenn Isa und die anderen schon scheitern, was sollten wir da ausrichten können?“
„ Mhm.“
„ Mich würde ja viel mehr interessieren wer sie sind und was sie hier zu suchen haben. Vielleicht wollen sie uns ja gar nichts böses, sondern werden von uns zu den Taten gezwungen.“ dachte er darüber nach. „ Und was sollen die ganzen Doppelgänger? Wäre es nicht viel interessanter die Hintergründe zu erfahren, anstatt sie einfach auszumerzen?“
„ Wenn ich bereits eine Antwort auf diese Fragen hätte, dann würde ich jetzt nicht hier stehen und sie bloß beobachten. Aber ich weiß nicht was richtig und was falsch ist! Sie haben den Rat vertrieben um Chiron und Kian zu retten, doch auf der anderen Seite sind sie auch die meist gesuchtesten Verbrecher dieser Zeit! Von nichts kommt doch so was nicht. Vielleicht stellen sie eine viel größere Gefahr als Chira dar und was dann? Wie sollen wir das mit unserem Gewissen vereinbaren, wenn sie die komplette Welt zerstört haben?“
„ Sehen das wirklich für dich so aus, als würden sie die Welt zerstören wollen?“ zeigte er auf die fröhlich tollende Gemeinschaft hin. „ Und wenn dir das nicht reicht, glaubst du wirklich Chiron müsste vernichtet werden, nur weil er das Eis in sich trägt? Der hohe Rat mag ja allmächtig sein, doch ein Herz besitzt er nicht. Willst du dich auch zu den herzlosen Wesen zählen?“
„ Nein, aber wie ich schon sagte: der Schein kann auch trügen und ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn unsere Welt untergeht. Bei Chira sah man es schließlich auch nicht kommen.“
„ Das ist allerdings auch richtig.“
„ Wir sollten das ganze weiter beobachten, ehe wir uns zu voreiligen Taten hinreißen lassen.“
„ Einverstanden.“
Sie bespannten sie die ganze Zeit über, während die Gruppe die Zeit völlig vergaß und sich ausgelassen im Indoorspielplatz vergnügte. Allerdings sollte man ja bekanntlich aufhören wenn es am schönsten war, nur stunden später, und so verließ die Gruppe das Gebäude, am späten Abend, und machte sich gemeinsam, im Schutze des Laternenlichts, auf den Weg zum Luftschiff hin, dort wo Paul irgendwann aus seinem Fundstück kroch und sich wunderte wo denn alle abgeblieben waren, und geleiteten Maria sowie Eugene, zur Erleichterung aller, sicher zurück in die Realität, nicht mal die Autorinnen wollten die ganze Zeit über von der Übermutti bemuttert werden.
Und so neigte sich ein weiterer Tag erfolgreich dem Ende zu.

Akt 16. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer trägt das Eis ins ganze Land?


Oder kurz gesagt: „ Welcher VOLLIDIOT hat mein Schokoladeneis aufgegessen???“ brüllte Laura am Morgen nach ihrem Ausflug in den Indoorspielplatz. „ Und warum fliegen wir nicht?“
„ Hat da etwa wer schlecht geschlafen?“ betrat Akira die Küche, in der die Co-Autorin wütete auf der Suche nach ihrem mit Karamell verfeinerten, mit zarten Brownie Flöckchen bestreut und in weißer Schokolade eingelegtes Eis. „ Aber ich wünsche dir trotzdem einen guten Morgen.“
„ WAS soll daran gut sein???“ maulte sie ihn an. „ Hast du etwa mein Eis aufgefressen???“
„ Ich mag nichts süßes.“
„ In mein Eis hättest du dich auf den ersten Blick verliebt!“
„ Wohl eher nicht.“ zog er belustigt eine Augenbraue hoch. „ Warum fragst du nicht mal Martha und Ritsu? Die haben letzte Nacht noch eine kleine Party gefeiert.“
„ Ritsu!! NATÜRLICH!! Wer auch sonst??“ stürmte sie aus dem Raum. „ RIITTTSSSUUUUKKKOOOO!!!!“
„ Eis? Welches Eis? Wir haben kein Eis gesehen.“ blinzelten zwei Damen wie die reine Unschuld zu ihr auf.
„ Ach nein??? Und warum klebt die halbe Packung noch in euren Gesichtern???“
„ Oh, ach das! Das war kein Eis sondern unsere Wellness-Maske!“
„ Eine Wellness-Maske...“ fing ihre Augenbraue nervös zu zittern an.
„ Hey, bevor du sie in Grund und Boden stampfst, hast du Jaz gesehen?“ wollte Luca von ihr wissen.
„ Nein, das habe ich nicht. Wenn du mich jetzt bitte entschuldigen würdest.“ ließ sie ihre Knöchel knacken. „ Ich muss mich da noch um ein Eis-Missbrauch kümmern.“
„ Chiron und Kian sind ebenfalls verschwunden.“ gesellte sich Yami zu ihnen.
„ Verdammt.“ atmete Laura schwer aus. „ IHR bleibt genau SO genau DA sitzen und wartet auf eure Bestrafung, verstanden?? Ich bin gleich wieder da, also wagt es nicht euch auch nur einen Millimeter weit weg zubewegen.“ wandte sie sich von ihnen ab, um zu den Männern hinzugehen, woraufhin die Diebe grinsend damit anfingen im Sitzen zu tanzen. „ Was soll das heißen, sie sind verschwunden?“
„ Vielleicht war es ein Fehler ihnen so früh schon zu vertrauen.“ grummelte der Mönch. „ Schließlich habt ihr den beiden sämtliche negativen Eigenschaften verpasst, die es überhaupt gibt.“
„ Falsch! Sie sind keine Mörder!“ konterte Laura. „ Aber selbst wenn alles andere bei ihnen zutrifft glaube ich nicht, dass sie Jaz entführt haben. Warum sollten sie auch?“
„ Weil wir den Feind wie selbstverständlich in unsere Reihen ließen und ihm sämtliche Geheimnisse anvertrauten.“ erinnerte Yami daran. „ Es ist also unmöglich nicht zu bemerken, dass Jaz die 'Autorin' ist und sich alles durch ihre Feder lenken lässt.“ das Wort Autorin betonte er extra.
„ Na und? Meine Feder kann ebenfalls alles verändern und wenn wir euch ein Buch in die Hand drücken würde, dann könntet ihr das auch.“ behauptete sie. „ Ist ihr Manuskript denn auch weg?“
„ Nein, ich glaube das liegt noch in unserem Zimmer.“
„ Na also! Was sollten die beiden mit einer entthronten Hexe anfangen? Sie sind bestimmt draußen irgendwo und vertreten sich die Beine.“
„ Ohne jemanden Bescheid zu sagen?“ sah Luca zu ihr hin. „ Nein, das ist nicht ihre Art.“
„ Vielleicht habt ihr ja noch alle geschlafen? Seht draußen nach, da werdet ihr garantiert fündig werden.“ glaubte sie zu wissen. „ Ich komme nach, sobald ich ein paar Hecken gestutzt habe.“
„ Ich habe da trotzdem kein gutes Gefühl bei. Irgendwas stimmt hier nicht.“ beharrte Luca auf sein Bauchgefühl.
„ Ach, du bist doch bloß sauer, weil sie mit den genialsten Typen von ganz LoT unterwegs ist.“ gab sie grinsend von sich. „ Äh.. jetzt bist du äh seid ihr natürlich die genialsten Typen von LoT.“ griente sie verschmitzt auf. „ Aber wenn ihr wieder in der Realität...“ unterbrach sie sich plötzlich mit einem entsetzten Gesichtsausdruck. „ Die Fensterscheibe gefriert...“
„ Hol dein Manuskript schnell!!“ befahl das Ex-Sektenmitglied. „ Und schreib ein paar Winterklamotten her! Draußen wird uns ein eisiger Winter erwarten!“
„ Ist gut!“ stürmte die Co-Autorin davon.
Kurz darauf verließen sie wie ein paar Eskimos das Raumschiff und betraten eine wunderschöne Winterlandschaft.
„ Der hohe Rat?“ sah sich Yami um. „ Oder sind Chiron's Eisgene bloß erwacht?“
„ Das wäre beides katastrophal.“ glaubte Laura zu wissen. „ Jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt.“
„ Wo geht es lang, Akira? Du müsstest die Dunkelheit doch orten können, also los! Wir haben keine Zeit zu verlieren.“ wandte sich der Schauspieler an seine Figur.
„ Die beiden halten sich in dieser Richtung auf.“
„ Ihr solltet hier bleiben!“ schlug die Mangaka vor.
„ Ich bleibe nicht hier!“ protestierte Luca. „ Nicht solange ich nicht weiß, was mit Jaz geschehen ist!“
„ Ich komme ebenfalls mit.“
„ Wie ihr meint. Aber heult hinterher bloß nicht rum, wenn ihr verletzt werdet.“
So weit entfernten sie sich gar nicht vom Schiff, da ihnen die gesuchte Autorin schon auf nicht ganz halber Strecke entgegen gestürmt kam.
„ Jaz!“ atmete ihr Freund erleichtert aus. „ Ein Glück dir geht es gut!“ wickelte er sie gleich in einen dicken Mantel an.
„ Was ist passiert?“ hakte Laura gleich nach.
„ Isa hat die Kontrolle über Chiron und Kian übernommen.“ erklärte sie hastig. „ Und nun kommen sie her um uns aus den Weg zu schaffen.“
„ Wie kann sie denn die Kontrolle über Kian übernehmen?“ staunte die Dame.
„ Genauso wie sich Kian an den Eiskräften seines Schützlings bedienen kann. Sie sind eben miteinander verbunden.“
„ Wir sollten abhauen, so lange wir noch die Möglichkeit dazu haben.“ meinte Akira.
„ Und Chiron und Kian dem hohen Rat überlassen? Niemals!“ stellte Jassy gleich klar. „ Du hast doch das Buch dabei, also schicke Isa wieder in den dieses mal ewig währenden Winterschlaf und alles ist gut.“
„ Das ist eine exzellente Idee!“ klappte sie auch gleich das Buch auf und begann darin zu schreiben, als plötzlich die Spitze des Bleistiftes abbrach. „ ECHT JETZT????“ starrte sie aufgebracht den Stift an. „ Ausgerechnet JETZT musst du abbrechen??? DAS hast du doch mit Absicht gemacht, du billig Stift!“
„ Schon ok. Wir rennen einfach zum Raumschiff hin und holen einen neuen Stift.“ von der eisigen Dunkelheit war nämlich noch nichts zu sehen. „ Dann schicken wir Isa in die Wüste und ziehen weiter.“
„ Oh ja, da wird sie sich bestimmt pudelwohl fühlen.“ grinste Laura breit auf.
„ Dann kann sie eine Teeparty mit den Wüstenwürmern und Riesenskorpionen feiern.“
Doch erstens kam es anders und zweitens als man dachte. Denn schon als sie sich umdrehten stand eine Armee glitzernder Kristallritter vor ihnen und so wie die ihre Waffen umschlossen hielten, wollten die gerade kein Autogramm haben. Damit war das Maß aber noch lange nicht voll, das war erst der Fall, als Isa mit ihren neuen Marionetten hinter ihnen auf den Plan trat.
„ Uh, das ist schlecht. Sogar richtig schlecht.“ sahen sie sich schockiert um. “ Und jetzt?“
„ Jetzt mähen wir die Knochenmänner nieder und treten das schwarze Pack ungespitzt ins Eis, ist doch klar.“ zückte Ritsu ihre Dolche. „ Oder was wolltet ihr sonst machen?“
„ Das wäre eine ausgezeichnete Idee, wenn wir über einen angespitzten Stift verfügen würden! Aber mit meinen Fingern kann ich leider noch nicht schreiben.“ konterte die Co-Autorin. „ Jedenfalls in kein Buch. Im Sand oder Staub würde es ausgezeichnet gehen.“
„ Dann müsst ihr euch dieses Mal auf uns verlassen.“ gab Akira von sich.
„ Ich weiß aber aus Erfahrung, dass DAS mal so rein gar nichts bringt!“ meinte Yami. „ Ihr habt gegen diese Übermacht keine Chance.“
„ Vielleicht nicht, allerdings können wir sie immerhin solange beschäftigen, bis uns was besseres eingefallen ist. Eine andere Option gibt es gerade ohnehin nicht.“ denn da ging die Dunkelheit schon zum Angriff über und der Wind hatte alle Hände voll damit zu tun, sowohl den Hippogryphen als auch die Kristallarmee im Schach zu halten.
Nebenbei versuchte Isa, mit Chiron als ausführende Hand, die Hexen, vor allem aber Laura, mit diversen Eiszapfen aufzuspießen. Teilweise waren diese Geschosse so groß, dass ein Surfbrett klein und mickrig dagegen aussah. Dann kamen sie auch aus allen erdenklichen Richtungen auf sie zugeschossen, was das Zermalmen des Eises beinahe unmöglich gestaltete und umso unmöglicher war es, sich von der Gruppe zu entfernen, um den rettenden Stift zu besorgen.
“ UND?? Bereust du es JETZT endlich, dass du die Dunkelheit SO mächtig gemacht hast???“ keifte Laura ihre Freundin an, als sich die beiden hinter dem Überrest eines Stachels verbargen, der aus der Erde geschossen kam. „ Wie sollen wir jetzt noch heil aus der Sache herauskommen können?“
„ Als wenn das meine Schuld wäre...“ grummelte sie. „ Du hattest bisher auch nichts dagegen einzuwenden, dass Chiron DER Überflieger ist und noch weniger Einsprüche kamen, als du ihn mit silbernem Haar gesehen hast! Also schiebe das nicht alles mir in die Schuhe! Dieses Monster haben wir beide erschaffen!“
„ Ok! Du zu 99% und ich zu 1%! Und in diesem einen Prozent habe ich weder sein Eis noch seine gigantischen Kräfte bedacht.“
„ Stimmt, da passte nur sein Rücken rein, richtig?“
„ So in etwa.“ grinste sie schief auf. „ Aber genug davon! Was machen wir jetzt? Auf ein Wunder brauchen wir wohl nicht zu hoffen, oder?“
„ Vielleicht solltet ihr mal in Erwägung ziehen, euch von euren Lieblingen zu trennen!“ schlug Luca vor, der ebenfalls hinter einem zerbrochenen Zapfen hockte. „ Solange die beiden bei uns sind, könnte das hier immer wieder passieren und dank eurem Karma, wird es auch zu hundert Prozent eintreffen.“
„ Luca hat Recht.“ nickte Yami. „ Unser Hauptaugenmerk sollte nun noch auf Brutus und Diana liegen und nicht darauf, uns ständig aus irgendwelchen gefährlichen Situationen raus zu boxen.“ boxen beschrieb sogar fast das, was der Mönch hier tat. „ Euer schlechter Einfluss ist schon magnetisch genug, da müssen wir uns nicht noch die alles Schlechte anziehende Aura der Dunkelheit ins Haus holen.“
„ Das geht nicht! Wir wissen noch immer nicht, wie viel wir hier verändern!“ protestierte Jaz.
„ Wir haben doch ohnehin schon ALLES verändert, was man verändern kann!“ konterte ihr Freund. „ Ritsu ist nicht bei Miku und Miku ist weiß der Geier wo! Chiron wurde schon vom hohen Rat attackiert und Kian befand sich schon in der Hölle. Außerdem ist Elias auch nicht da, wo er sein sollte. Wenn es wirklich dramatische Veränderungen zu erwarten gibt, dann mach dich auf das schlimmste gefasst, Schatz. Denn dann wird unser Ausflug nicht ohne Folgen bleiben.“
„ Ich glaube immer noch nicht, dass das irgendwelche Folgen mit sich bringt!“ maulte Laura. „ Elysia hat sich schließlich auch nicht verändert, als du den Endkampf gesprengt hast, also warum sollte es bei LoT geschehen? Aber ich werde trotzdem nichts in eurer gewünschten Richtung unternehmen! Eure Figuren auszulöschen ist genau so, als würden wir euch schaden, also vergesst das ganz schnell wieder!“
„ Dann zieht wenigstens eine Lehre daraus, dass ihr anderen Männern nicht hinterher steigen solltet!“ zerschlug Yami den nächsten Knochenmann.
„ Ach das schon wieder. Ich habe mich doch schon bei dir entschuldigt und das sogar ausgiebig!“
„ Einem 'es tut mir leid' ein 'ausgiebig' hinzuzufügen bedeutet nicht, dass du dich auch ausgiebig dafür entschuldigt hast!“ starrte er seine Freundin verstimmt an.
„ Haha, das ist doch witzig.“ kicherte Jaz. „ Wirklich? Du dachtest das wäre mit einem: es tut mir ausgiebig leid, gegessen? Wenn das reichen würde, dann hätte ich mir stundenlange Verhandlungen ersparen können.“
„ Wenn du her gekommen wärst, um Chi's nackten Rücken anstarren zu können, dann wären die Verhandlungen garantiert noch Tagelang weiter gegangen.“ erklärte Luca.
„ Siehst du? Scheinbar ist die Leine zu lang oder die Hand zu weich.“ murmelte der Mönch vor sich hin.
„ Deshalb war ich gar nicht hier!!!“
„ Schluss jetzt.“ keifte Ritsu. „ Es ist mir völlig gleich wie ausgiebig sich wer bei wem entschuldigt hat!!! ABER anstatt hier dumm rum zu labern solltet ihr euch lieber um die Eis schleudernde alte Schachtel und ihre sabbernden Hampelmänner kümmern! Vielleicht reicht hier eine Entschuldigung ja auch aus! Schon mal daran gedacht, ihr Pappnasen??“
„ Klar, als wenn das reichen würde.“ knurrten die Damen gleichzeitig.
„ VERSUCHT ES WENIGSTENS, BEVOR SIE UNS IN EISSKULPTUREN VERWANDELN!!“ brüllte die Diebin rum.
„ HEY ISA!!! ES TUT MIR VOLL LEID, WAS ICH DIR UND DEINER GANG ANGETAN HABE! RIESEN SORRY!“ wandte sich Laura an das Wesen und bekam als Antwort bloß einen Zapfen entgegen geschleudert. „ Uah!! Scheiß Idee!! Ich wusste es doch.“
„ Wenn du dich so auch bei Yami entschuldigt hast, dann verstehe ich voll und ganz warum er noch sauer ist.“ schmunzelte die Autorin.
„ Ach haltet doch alle eure Klappen!!“ verschränkte sie beleidigt die Arme vor der Brust.

Akt 17. Schlimmer geht immer


„ Und jetzt? Weder Akira noch Ritsu werden den Kampf noch lange bestreiten können und wenn einer von beiden einknickt, dann sehen wir ganz schön alt aus.“ linste Luca zu seiner Figur rüber, die Kian noch immer beschäftigte.
„ Ich denke ja schon darüber nach.“ grübelte Jaz. „ Aber ohne unsere Bücher sind wir relativ machtlos.“
„ Relativ?“ sah er mit hochgezogener Augenbraue zu ihr rüber. „ Du meintest doch wohl: völlig machtlos?“
„ Ja, wie du meinst.“ schielte sie ihn an. „ Aber ich weiß auch nicht weiter. Eben weil wir so 'völlig' machtlos sind, können wir nichts machen, um sie zu entlasten oder unsere Feinde zu stoppen.“
„ Warum habe ich auch so einen billigen Bleistift? Ich werde die Firma verklagen!“ murmelte Laura vor sich hin. „ Ja, genau. Das werde ich gleich als erstes machen.“
„ Könnt ihr nicht einfach versuchen mit einem Eiszapfen in das Buch zu schreiben? Vielleicht passiert es ja, solange das Wasser nicht trocknet oder es reicht, wenn man es rein kratzt?“ teilte sich Ritsu während einer kleinen Atempause mit.
„ Das haben wir schon ausgetestet, bringt nichts.“
„ Gras färbt ab.“ bemerkte Yami.
„ Aber damit lässt sich kein Roman schreiben. Allerhöchsten ein einziges Wort und was sollte das bitte sein? Ende? Weg? Wusch? Oder doch BÄM?“ schielte Laura zu ihm hin. „ Oh oder Entschuldigung?“
„ Hauptsache du schreibst nicht Wüstenwurm, Tornado oder Tsunami!“
„ Wir wäre es mit Ochse? Dann fühlst du dich nicht mehr so allein.“
„ Hör schon auf euch zu bekriegen, das bringt uns gerade kein Stück weiter.“ seufzte Jaz. „ Ihr seid nicht gerade produktiv, wenn ihr euch auf euren Streit konzentriert.“
„ Er hat angefangen!“ stellte sie gleich klar.
„ Klar und der Klügere gibt ja bekanntlich nach. Also hast du Recht und ich meine Ruhe.“
„ Wie schön das wir so unkompliziert sind.“ atmete die Autorin schwer aus. „ Na gut, dann eben ohne euch. Ein Wort... mal überlegen...“ lehnte sie den Kopf zur Seite. „ Am besten ein kurzes Wort, damit man nicht so lange fürs zerreiben braucht. Aber was?“ fixierte sie nachdenklich einen Knochenmann an, bis ihr dann endlich die Erleuchtung kam. „ Ja, aber natürlich!!! DAS ist es!!“ riss sie gleich ein paar Halme aus dem Boden die sie dann in ihrer Hand zerquetschte und dann schmierte sie damit das Wort einmal quer über eine Seite.
„ Das... hast du jetzt nicht wirklich geschrieben...“ starrte Laura kreidebleich zu ihr auf. „ Dein ernst?“
„ Wer ist Ernst?“ wandte sich die Diebin an die Damen. „ Was hast du geschrieben?“
„ Noch mehr Probleme, das hat sie geschrieben.“
„ Aber das ist doch mehr als ein Wort, oder nicht?“
„ Quatsch! Das ist die Rettung!“ verteidigte Jaz ihre Idee, die dann kurz darauf wie eine Bombe bei ihnen einschlug und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Rückstoß dieser Explosion war sogar so gewaltig, dass das Eis überall zersplitterte und als sanfte Kristallflocken in der Luft tänzelte. Sogar das Raumschiff bekam die Auswirkungen zu spüren, was dazu führte, dass es minimal durchgerüttelt wurde. Unsere Freunde wie auch die Feinde wurden durch die Wucht des Aufpralls einige Meter weit weg geschleudert, doch außer einem kleinen Drehwurm taten sie sich nichts. Was sich allerdings noch ändern könnte. Denn schon einen Augenblick später, die Zeit stand für einen kleinen Moment still, da wurde sämtliches Eis zu der Stelle gezogen, wo die Bombe einschlug und dann zeigte sich, welches Wort Jaz für die Rettung in letzter Sekunde hielt und das tat es in seiner wunderschönen doch eiskalten vollen Pracht. Zwischen den Streithähnen stand nämlich niemand anderes als die Eiskönigin höchstpersönlich und die sorgte gleich wieder dafür, dass der tiefste Winter überhaupt übers Land zog.
„ Chira...?“ stockte Akira der Atem. „ Dreht ihr jetzt völlig durch??? Was stimmt denn mit euch nicht??“
„ Was heißt denn ihr??“ stöhnte Laura auf. „ Das ist allein ihr verdienst.“
Eigentlich hatte Jaz geplant Chiron die Eiskräfte zu nehmen indem sie Chira zurückholte. Leider hatte sie in ihrem Masterplan nicht bedacht, dass Chiron ihr Sohn war und von Haus aus über das Eis verfügte. Im Nachhinein brachte es also nicht wirklich viel, die Magierin wiederzubeleben.
„ Ah... tut das gut.“ streckte sich Chira erst einmal genüsslich durch.
„ Wie ist das möglich?“ starrte Isa die von den Toten auferstandene Frau verblüfft an.
„ Mal sehen. Wo ist denn meine rechte Hand?“ ignorierte sie alle anwesenden vorerst.
„ An deinem rechten Arm, du Dummkopf.“ kämpfte sich Ritsu unter einer Tonne Schnee hervor. „ Wo sollte deine rechte Hand denn sonst sein? An deinem Fuß, oder was?“
„ Wer wagt es?“ nun hatten sie ihre Aufmerksamkeit sicher. „ Wie zuvorkommend mir gleich diese widerwärtigen Diebe vor sie Füße zu werfen.“ grinste sie begeistert auf. „ Amaru scheint dieses Mal ja fast alles richtig gemacht zu haben.“ doch gerade als sie auf die Erbin zugehen wollte, stellte sich ihr Isa in den Weg. „ Was zum...?“ zog sie beinahe belustigt eine Augenbraue hoch. „ Willst du mich etwa aufhalten? Wie amüsant!“
„ Es ist meine Aufgabe die Menschheit vor Magierin wie dich zu schützen und das werde ich auch tun.“
„ Und du glaubst wirklich, DU hättest die Macht dazu? Mach dich nicht lächerlich, Flöckchen.“ verwandelte sie sie in einen Eiskristall und warf sie dann desinteressiert über ihre Schulter weg. „ So, nun zu euch. Meine Windkräfte, hm. Naja, besser als gar nichts.“
„ Du magst vielleicht von den Menschen als die Eiskönigin bezeichnet werden, doch ich, meine Liebe, BIN das Eis!“ erschien Isa wieder hinter ihr und lehnte ihr die Hand auf den Rücken, woraufhin Chira sichtlich schockiert die Augen aufriss und zur Salzsäule erstarrte. „ Und nun tust du genau das, was ich dir sage.“ sah sie zu ihren Feinden auf. „ Vernichte sie! Vernichtet sie alle!“ breitete sich ein bösartiges Grinsen auf ihre Lippen aus.
Und so standen sie der geballten Macht des Eises 'völlig' hilflos gegenüber.
„ Wenigstens ist es dieses Mal nicht meine Schuld, das wir alle drauf gehen werden.“ gab Laura kreidebleich von sich.
Dann gingen Chira und ihr Sohn zum Angriff über und das taten sie während sie ihre Magie vereinten, wodurch sie noch mächtiger und zerstörerischer wurde als jemals zuvor. Ihre Auswirkung war sogar so verheerend, dass alles binnen weniger Sekunden völlig zerstört wurde, was ihren Weg auch nur ansatzweise kreuzte. Alles, bis auf den Fleck, auf dem die Gruppe kauerte und ein baldiges Ende herbeisehnte. Ein Ende, was einfach nicht eintreffen wollte.
„ Was soll das? Ihr sollt diese Hexen in der Luft zerreißen!“ fluchte Isa.
Doch ganz gleich wie oft sie ihre Attacken auch gegen die Hexen richteten und ungeachtet der Intensität und der Stärke des Eises, sobald es in die Nähe der Autorinnen kam, teilte sich der Zauber genauso wie das Meer damals bei Moses.
„ Bereiten sie ihren Angriff noch vor oder warum passiert nichts?“ riskierte Jaz einen vorsichtigen Blick und da erst bemerkte sie, dass sie sich im Auge des Sturms befanden. „ Ja aber natürlich!“ lehnte sie ihre Hand an die Stirn.
„ Unsere Ketten!“ ging Laura ebenfalls ein Licht auf. „ Sie absorbiert die elementaren Kräfte des hohen Rats, also auch das Eis!“
„ Toll! Und warum sagt ihr das nicht früher?? Dann hätte ich mir das Zerschlagen der Eiszapfen ja sparen können.“ grummelte Ritsu.
„ Das hätte euch wirklich mal früher einfallen können.“ atmete Luca erleichtert aus. „ Und ich dachte schon jetzt hätte unser letztes Stündlein geschlagen.“
„ Noch sind wir nicht in Sicherheit!“ meinte Yami. „ Also unser letztes Stündlein könnte durchaus noch schlagen, wenn uns keine Lösung einfällt.“
„ Richtig. Wenn Isa merkt, dass das Eis nichts bringt, wird sie garantiert auf die Dunkelheit zurückgreifen und die zählt nicht zu den Mächten des Rates.“ nickte Akira. „ Demnach können sie uns damit niederstrecken.“
„ Als erstes sollten wir Chira streichen oder willst du vielleicht noch den Teufel heraufbeschwören, damit unsere Situation noch auswegloser erscheint?“ schielte der Greif zu der Autorin hin. „ Dann vergiss den Rest des hohen Rates oder die goldene Armee und Elias mit Drako nicht, wenn schon, denn schon, richtig?“
„ Vielleicht noch zusätzlich einen Tornado, Wüstenwurm oder einen Tsunami!?“ zog Ritsu eine Augenbraue hoch. „ Oh oder wie wäre es mit einer Lawine?“
„ Ist ja gut! Das war ganz klar nicht meine beste Idee. Ich hab es ja verstanden.“ zupfte sie maulend etwas Gras ab und strich damit Chira's Namen im Buch durch. „ Zufrieden?“ dadurch löste sich die Eiskönigin in Luft auf und auch der glitzernde Fluss nahm spürbar ab.
„ Hast du noch mehr tolle Ideen, die dieses mal auch funktionieren?“ hakte Yami nach.
„ Leider nicht.“ atmete sie schwer aus. „ Die einzige die das Eis nun noch verschließen könnte ist Liú und ich weiß nicht, ob sie das zum einen tun wird und ob sie zum anderen überhaupt mächtig genug ist, um sich gegen Isa behaupten zu können. Zumal wir sie so ebenfalls auf die Abschussliste bringen würden und ich finde, dass unsere Namen dort bereits alles ausfüllen.“
„ Mhm.“ dachten sie gemeinsam weiter darüber nach.
„ Einfach wen herzuschreiben ohne ihm eine konkrete Aufgabe zu geben hilft uns gerade wirklich nicht weiter.“ nickte Laura. „ Drako und Giamo könnten uns mit ihrer Magie abschirmen, so dass wir zum Raumschiff kommen könnten, doch sie bloß herzuschreiben würde eher dazu führen, dass sie uns ebenfalls angreifen.“
„ Angreifer haben wir genug, was wir brauchen sind Verbündete!“ wies der Mönch darauf hin.
„ Tja, die hocken gerade alle hier in der Eiskuppel.“ seufzte die Co-Autorin. „ Wäre das jetzt nicht die perfekte Gelegenheit um unbemerkt zum Flugzeug gelangen zu können?“
„ Damit sie uns folgen und dann noch das Raumschiff samt Martha und Paul auseinandernehmen? Klar, auf geht es!“ was eindeutig ironisch gemeint war.
„ Und wenn Akira allein mit Jaz oder mir los zieht?“
„ So würde uns vielleicht nur Kian folgen und den kann ich beschäftigen.“
„ Und wer beschäftigt die Knochenkerle die er beschwört? Der heilige Geist, oder was? Vergiss es!“ murmelte Luca.
„ Warum habt ihr auch keinen Anspitzer am Mann? Ihr Frauen schleppt doch sonst immer allerhand unnützer Zeug mit euch rum.“ murmelte Yami.
„ Ja euch!“ starrte Laura verstimmt zu ihm hin. „ Damit haben wir unser Limit erreicht.“
„ Tja, wie schade das ihr nicht über irgendwelche schneidende Kräfte verfügt, dann bräuchtet ihr nämlich keinen Anspitzer.“ gab Ritsu von sich. „ Dann müsstet ihr nur mit dem Finger schnipsen und schon habt ihr einen Ast in tausend Zahnstocher verwandelt oder eben euren Stift angespitzt.“
„ Ja, natürlich.“ seufzten die Autorinnen gleichzeitig auf und genauso zeitgleich hämmerten sie ihre Köpfe gedanklich gegen die Eisbarriere bis nur noch Matsch übrig blieb.
„ Ich fasse es nicht, dass wir da nicht schon früher drauf gekommen sind!“
„ Darauf wären wir bestimmt sofort gekommen, wenn wir zuhause vor dem Rechner sitzen würden und dies bloß eine Aury wäre, die von uns niedergeschrieben wird. DA wäre uns das bestimmt sofort eingefallen.“ behauptete Jaz.
„ Das ist aber keine Aury, was auch immer eine Aury sein soll, also hört auf darüber zu diskutieren, wie hohl ihr doch seid und beendet diese Farce endlich!“ knurrte Ri.
„ Das tun wir, nachdem einer von euch den Stift angespitzt hat!“ hielt Laura den Windträgern den Stift hin. „ Bitte.“
„ Echt jetzt?“ schlich ein allgemeines Raunen durch die Reihen. „ Und das konnte euch nicht früher einfallen?“
„ Ihr seid auch nicht darauf gekommen, also haltet mal schön den Ball flach.“ meinte Laura.
Nachdem der Stift dann mit ein paar schneidenden Sicheln bearbeitet wurde, die Akira so lenkte, dass sie um die Spitze herum schnellten und bloß die oberste Schicht abtrugen, konnte Isa's Rachefeldzug endlich gestoppt werden.
Als erstes zerschnitten sie die Seile der Puppenspielerin, danach schickten sie sie wieder schlafen und verpassten den Boten der Finsternis noch eine Kette, die das Anzapfen ihrer Mächte unterbanden. Für den Fall das das Elementarwesen doch erwachte und erneut aufkreuzte um die Hexen auszuschalten.
Chiron und Kian konnten sich allerdings an rein gar nichts erinnern, dementsprechend verwirrt waren sie, als sie plötzlich mitten in der Pampa standen.
„ Ich wollte dich die ganze Zeit schon fragen...“ wandte sich Jaz irgendwann an den Wildfang. „ Was klebt da eigentlich in deinem Gesicht?“
„ MEIN EIS!!!“ das hatte sie doch tatsächlich für den Moment vergessen. „ Jetzt seid ihr fällig!!“
Einige Zeit später, als sie die Diebe ausgiebig bestraft hatte, suchte sie nach Yami, mit dem sie ja auch noch eine Rechnung offen hatte.
„ Hier steckst du.“ in ihrem gemeinsamen Zimmer nämlich. „ Ich sage das nur einmal, also höre mir besser aufmerksam zu, ich werde mich nämlich nicht wiederholen:“ holte sie noch mal tief Luft. „ Es tut mir leid, Yami und das meine ich wirklich ernst. Mir war nicht klar oder vielleicht habe ich auch einfach nicht gut genug darüber nachgedacht, dass ich dich mit diesen Ausflügen verletzte.“
„ Ich habe ebenfalls komplettes Neuland betreten, als wir uns aufeinander einließen. Viele dieser Gefühle, die du in mir weckst, sind mir völlig fremd und manchmal weiß ich einfach nicht, wie ich damit umgehen muss.“ drehte er sich zu ihr um. „ Vielleicht gehe ich noch immer zu forsch vor oder meine Unsicherheit kommt wie Desinteresse rüber. Es mag sein, dass ich ein Versager darin bin, dir meine Gefühle zu zeigen, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht da sind. Also natürlich verletzt es mich wenn ich erfahre, dass du einem anderen Kerl hinterher gestiegen bist und von dir bloß so eine halbherzige Entschuldigung kommt.“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Und eben weil ich dich liebe, reicht mir deine Entschuldigung nicht aus. Wenn du willst, dass ich dir verzeihe, dann musst da schon mehr kommen.“ sah er sie herausfordernd an. „ Also? Ich höre? Oder muss ich mir etwa selbst holen, was ich meine?“
„ Wie...?“ blinzelte sie ihn erstaunt an, diese Seite war ihr anscheinend völlig fremd. „ Habe ich mich im Zimmer geirrt? Nein, bestimmt nicht. Dann steht Chiron vor mir?“
„ Letzteres kann ich ganz klar verneinen.“ ging er auf sie zu und schloss die Tür ab. „ Versprochen.“

Akt 18. Ballade des Meeres


Selbst mit dem super schnellen Flugschiff brauchte man einen Tag, um das Meer zu überqueren, was angesichts der letzten Vorkommnisse aber niemanden störte. Denn so glaubten sie zu wissen, dass das Karma der Autorinnen wenigstens für 24 Stunden nichts schlimmes anstellen konnte, ganz im Gegenteil sogar, weil endlich mal was positives passiert war und damit meinte ich nicht das zwischenzeitliche Verschwinden der Co-Autorin und ihres Freundes. Jaz hatte nämlich die nächsten Szenen so weit umgeschrieben, dass sie direkt im Raumschiff gedreht werden konnten und da sie sich wirklich in Thalia aufhielten, brauchte das Material hinterher nicht mal bearbeitet werden. Die Thalianer wurden natürlich auch gleich mit einbezogen, was, gerade für Ritsu, ein riesiger Spaß war und weil alle mit Freude bei der Sache waren, waren die Szenen bereits Mittags im Kasten, so dass die Chefinnen am Nachtmittag bereits auf dem hinteren Sonnendeck lagen und die pralle Sonne genossen.
„ Ist das nicht ein genialer Ausblick??“ sah sich Jaz begeistert um. „ Wasser wohin das Auge reicht, strahlend blauer Himmel, singende Möwen und das Rauschen des Meeres. Was will man mehr?“
„ Ein kühles Getränk.“ grinste Laura, die auf der Liege lag, breit auf. „ Können wir aus Akira und Kian nicht unsere höchst persönlichen Diener machen?“ zog sie die Sonnenbrille ein Stück runter und blinzelte dann zu ihrer Freundin rüber. „ Dann können sie uns leckere Cocktails mixen und uns mit Palmenwedeln Luft zufächeln.“ wurde ihr grinsen noch breiter.
„ Und das alles tun sie in einem Hauch von nichts, was?“ schielte sie kichernd zu ihr zurück.
„ Gott sei dank hast du das jetzt gesagt und nicht ich.“
„ Ja und normalerweise steht Luca immer genau dann hinter mir, wenn ich so was sage.“ blickte sie sich verstohlen um. „ Wo stecken die beiden überhaupt?“
„ Sie meiden unsere Gegenwart, damit sie sich bei unserem Anblick nicht in heulende Kojoten verwandeln, ist doch klar.“
„ Ja genau!“ lachte sie. „ Und da nehmen sie es billigend in Kauf, dass uns die anderen sabbernd an schmachten.“
„ Oh glaub mir, die haben da eine Antenne für. Sobald einer auch nur in die Nähe unseres Decks kommt, heulen bei denen sämtliche Alarmglocken auf und dann sind sie in Handumdrehen da, um den Vogel eigenhändig von Bord zu werfen.“
„ Und wenn es kein Vogel ist?“
„ Dann lernt der trotzdem das Fliegen.“
„ Ok und wie willst du aus den Brüdern unsere persönlichen Diener machen, wenn die jedes Mal von Bord gekickt werden, sobald sie her kommen?“ zog sie fragend eine Augenbraue hoch.
„ Vielleicht sind unsere Freunde ja so gnädig, dass sie sie erst weg klatschen wenn sie unser Getränk abgestellt oder uns ausreichend Luft zu gefächert haben.“
„ Was für ein witziges Bild.“ giggelte die Autorin. „ Wobei! Ihr Ohren sind doch viel besser als unsere, also werden sie sie schon hören, ehe sie überhaupt hier angekommen.“
„ Klar! Dann könnten sie sich verstecken und wenn sie weg sind, dann kommen sie wieder um uns weiter zu bedienen!!“ strahlten die beiden um die Wette.
„ Aha?“ gute Ohren, genau. Deshalb wurden die beiden bereits hellhörig als ihre Namen fielen und nun standen sie hinter ihnen.
„ Das sind also die Fantasien der Hexen. Gut zu wissen.“
„ Man wird doch wohl noch träumen dürfen.“ kicherte Jassy.
„ Und da ihr schon mal da seid, könnt ihr unsere Träume wahr werden lassen, indem sich einer einen Palmenwedel greift und der andere verschwindet in der Küche und mixt uns einen leckeren Cocktail.“
„ Ich kann beides aber auch sein lassen.“ schlenderte Kian zum Geländer hin, an dem auch die Autorin lehnte.
„ Mir hat man nie beigebracht was es heißt andere zu bedienen.“ ließ sich Akira auf der freien Liege nieder.
„ Och menno.“ schmollte Laura. „ Vielleicht sollten wir Maria herholen. Die bedient uns mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen.“
„ Du meinst diesen Chira Verschnitt?“ starrte der Greif entsetzt zu ihr rüber. „ Bloß nicht!“
„ Dann mach dich nützlich und geh in die Küche.“ grinste sie.
„ Vergiss es.“
„ Dann muss ich wohl doch Maria holen.“
„ Mach was du nicht lassen kannst, aber dann beklage dich hinterher nicht, wenn sie deine Anstandsdame spielt. So wie sie drauf ist, gibt es Sex vor der Ehe doch nur in Horrorfilmen.“
„ Bei mir gibt es den auch erst nach der Ehe.“ behauptete sie.
„ Ach tatsächlich?“ sah er äußerst belustigt zu ihr rüber. „ Dann habt ihr also nur so getan als ob, ja?“
„ W-Wah...?“ starrte sie ihn knallrot an. „ I-Ich weiß nicht wovon du redest!“ schob sie sich blitzschnell die Brille richtig auf die Nase und lehnte sich wieder zurück auf die Liege.
„ Na davon was du mit diesem Chiron Double in deinem Zimmer getrieben hast. Vor nicht all zu langer Zeit, wohlgemerkt.“
„ Wir haben uns bloß unterhalten, was sonst?“
„ Das hörte sich aber ganz anders an.“
„ DU kannst uns gar nicht gehört haben, weil wir wegen euch extra leise waren!“
„ Aha. Wusste ich es doch.“ gab er belustigt von sich. „ Aber eure extra leisen Tage wären dann erst einmal gezählt, wenn du sie her holst.“
„ Du Arsch!“ versuchte sie ihn samt der Liege um zu kicken. „ Mich so zu erschrecken!“
„ Selbst schuld! Was hast du denn auch deine Hormone nicht im Griff!?“
„ Du bist ja bloß neidisch!“ wandte sie sich schmollend von ihm ab.
„ Ja, vielleicht bin ich das.“
„ Wenn dir irgendeine Hydra recht ist, hier wären ein paar.“ deutete Kian hinter sich auf das Wasser. „ Wir werden sogar von einer ganzen Armee von denen verfolgt.“
„ Ich gehe mal nicht davon aus, dass die bloß Akira haben wollen, oder?“ starrte Jaz schockiert auf das tosende Meer herab. „ Das sind nicht nur Hydren. DAS muss das komplette Meeresvolk sein!! Was wollen die von uns?“
„ Na was wohl?“ schielte er sie mit hochgezogener Augenbraue an. „ Von euch gefüttert werden jedenfalls nicht.“
„ Mir ist schon klar, warum die Hydren hinter uns her sind, aber das da sind nicht nur mystische Wesen!“ fauchte sie den Hippo an.
„ Der Rest ist auf Geheiß der Wasserdrachen hier.“
„ Oh, ja das ergibt Sinn.“ nickte sie.
„ Das werden immer mehr.“ stand Akira nun auch neben ihnen. „ Aber Tami scheint nicht darunter zu sein.“
„ Selbst wenn sie da wäre, würde ich mich nicht darauf freuen sie wiederzusehen. Als Gegner des hohen Rats bist du nämlich auch ihr Feind.“
„ Blut ist eben dicker als Wasser.“ murmelte er.
„ Mhm.“ schielte er seinen Bruder an.
„ Die können uns hier aber nicht gefährlich werden, richtig?“ lief Laura beim Anblick dieser Unmenge an Fischen kreidebleich an. „ Wir dürfen nur nicht plötzlich ins Wasser stürzen, oder??“
„ Genauso schlecht wäre es, wenn wir von einer Wasserpeitsche umschlungen werden würden, die können die Viecher da unten als Leiter benutzen um hier hoch zukommen.“ gab Kian äußerst gelassen von sich. „ Aber was will ein Fisch auf dem Trockenen schon groß anrichten können?“ lehnte er seine Arme auf das Gelände und stützte seinen Kopf dann an der Hand ab. „ Das Wasser war noch nie ein besonders schwieriger Gegner.“
„ Ich würde dir ja zu gern wünschen, dass du an deiner grenzenlosen Überheblichkeit ertrinkst, aber ich glaube dann bekomme ich ärger.“ grummelte die Co-Autorin.
„ Definitiv.“ nickte Jaz eifrig. „ Vielleicht sollten wir unsere Bücher holen?“
„ Ich schätze nicht, dass das nötig ist. Chiron sollte einfach einen Zahn zulegen, dann kommen die nicht mehr hinterher.“
„ Na, dann geh gefälligst zu ihm hin und sag ihm das.“
Doch noch bevor irgendeiner von ihnen auch nur auf die Tür zugehen konnte, schoss ein Wasserstrahl auf sie zu und hielt das Raumschiff im eisernen Griff gefangen. Durch diese plötzliche scharfe Bremsung und dem damit zusammenhängenden Rückstoß flogen die vier einmal quer über das gesamte Sonnendeck, bis sie dann schmerzhafte Bekanntschaft mit der Wand oder umher fliegendem Mobiliar schlossen.
„ Aua...“ atmete Jaz schwer aus.
Wobei es die Damen noch recht gut hatten, diese wurden nämlich von den Herren abgeschirmt, so dass zu mindestens der richtig heftige Schlag ausblieb. Vorerst, denn kaum hatten sie sich einigermaßen beruhigt, da durchschnitt jemand leichtsinniges die Wasserpeitsche und läutete so den überstürzten Rückflug ein. Bis die nächste Peitsche kam, die dann durchgeschnitten wurde und so weiter und so weiter und ehe sie sich versahen, verstand die komplette Mannschaft was es hieß: geschüttelt und nicht gerührt zu werden...
„ VERDAMMT!!“ hob Laura sichtlich erbost den kleinen aber doch schweren Tisch hoch und warf ihn über Bord, so dass sie einen der unendliche vielen Köpfe, der unendlich vielen Hydren traf. „ Und das könnt ihr auch noch haben!“ flog der Sonnenschirmständer hinterher. „ Und diesen ganzen Scheiß auch!“ Blumentöpfe, in denen unter anderem kleine Palmen steckten. „ SO! Nun sind nur noch die Liegen hier und von denen können wir hoffentlich nicht erschlagen werden!“ schnaufte sie.
„ So muss es sich ungefähr anfühlen in der laufenden Waschmaschine zu stecken.“ stöhnte die Autorin auf.
„ SO und nun hole ich mein BUCH und dann stecke ich die alle zusammen in einen riesigen Mixer!!!“ stampfte sie zur Tür hin.
Doch erstens kam es anders und zweitens als man geplant hatte. Denn gerade als sie die Tür aufgerissen hatte, wurde die Wasserpeitsche mal wieder durchschnitten und ja, genau! Durch den damit zusammenhängenden Stoß flog Laura einmal durch das komplette Flugschiff, aber nicht alleine, da Akira noch immer als Schutzschild fungierte. Zusammen mit ihm erreichte sie sogar den Pilotensitz im Cockpit, gegen den sie ganz sachte tickten.
„ Kann das nicht endlich jemand abstellen...?“ seufzte sie.
„ Seid ihr ok?“ sah Yami, der in zweiter Reihe saß und von daher nicht all zu viel zu befürchten hatte, erschrocken zu ihnen hin.
„ Was ist mit Jaz?“ das gleiche galt auch für Luca.
„ Die spielt draußen mit Kian Waschmaschine im Schleudergang...“ murmelte sie.
„ Wie wäre es, wenn einer von euch endlich sein Buch holen würde, um die Scheiße hier zu beenden?“ maulte Chiron.
„ Was glaubst du denn was ich hier versuche???“ keifte sie ihn an.
„ Für mich sieht es eher so aus, als würdet ihr Boden wischen spielen. Nur seid ihr euch noch nicht einig, wer den Mob spielen darf.“
„ Mhm!“ stand sie prompt mit geballten Fäusten hinter ihm. „ Ich wische mit dir gleich mal den Boden, du Flachpfeife!“
„ Du und welche Armee?“
„ Um dich in die Knie zu zwingen brauche ich keine Armee! Da reicht ein Buch und ein Stift vollkommen aus und du wischst im Dienstmädchen Outfit und einer Zahnbürste den kompletten Flur!!“
„ In deinen Träumen vielleicht!“
„ Du wirst – UUUAAHHHHH!!!“
Dieses Mal schlang sich die Peitsche nicht nur um ihre Maschine, sie tat das am Ende des Flugzeuges, so dass sie aufrecht in der Luft stand und alles aus ihr herausfiel, was nicht Niet und Nagelfest war. Laura wäre ebenfalls nach einem Höhenflug durch die Flure im hohen Bogen von Bord geflogen, wenn Akira nicht seine majestätische Greifgestalt angenommen hätte, um ihre gemeinsame Rutschpartie mit seinen Krallen, die er in den Fußboden rammte auszubremsen. Gerettet, dachten sie bestimmt, doch weit gefehlt. Denn plötzlich schüttelten sie das Schiff auch noch durch, damit der wünschenswerte Inhalt endlich herausfiel.
„ Mir wird schlecht...“ stöhnte die Co-Autorin auf.
„ Wage es dich, dich JETZT zu übergeben und ich werfe dich ihnen bereitwillig in den Rachen.“ knurrte der Greif.
„ Ich gebe mir ja Mühe es nicht zu tun...“
Doch die Hydren gaben sich auch mindestens genauso viel Mühe dabei, das Flugschiff ungeduldig durchzuschütteln und je weniger dabei herauskam, desto energischer rüttelten und schüttelten sie.
Letztendlich kam, was kommen musste! Nein, nicht das! Jaz und Kian fielen bloß von Bord.
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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Di 10 Okt - 22:51

Akt 19. über Bord gespült


„ Mann über Bord!!“ brüllte Laura schockiert. „ Äh und Frau!!“
„ Keine Sorge, Kian wird auf Jaz aufpassen.“ glaubte Akira zu wissen. „ Ich werde versuchen uns zu deinem Zimmer zu bringen. Also halte dich an mir fest.“
Während die beiden also den Berg erklommen, machte sich Jaz darauf gefasst, von einem der zerbeulten Köpfe gefressen zu werden. Zum Glück für sie, nahm Kian geistesgegenwärtig seine tierische Gestalt an und ließ sie auf seinem Rücken Platznehmen. Ein Umstand, der alles andere weit in den Hintergrund schob.
Kian's menschliche Gestalt kannte Jaz ja schon zu genüge, schließlich sah sie Paul ja jeden Tag am Set, das war also nichts mehr, was das begeisterte Kind in ihr weckte. Wobei sie ihn noch immer liebend gerne den ganzen Tag anstarrte, was aber daran lag, weil er nun mal ihr absoluter Liebling war und wann hatte man schon mal die Gelegenheit seinem Idol in die Augen sehen zu können. Es gab nur einen klitzekleinen Unterschied zwischen Paul und Kian und damit war nicht ihr Verhalten gemeint. Die Figur benutzte ein anderes Duschgel und roch daher anders als sein Schauspieler. Die Autorin hatte diesen Geruch beim Einkaufen aufgeschnappt aber nie herausfinden können, welche Marke das war. Aber sie wusste sofort, dass Kian genau danach riechen musste und das tat er zu ihrer Begeisterung auch.
Doch genug davon. Da wahre Highlight war es nämlich, auf dem Hippogryphen reiten zu dürfen. DAS konnte in der Realität nicht geschehen und es war auch was vollkommen anderes, den 'echten' Hippogryphen zusehen, als bloß seine am PC erschaffene Version. Die auch nicht schlecht war, sie hatten eben tolles Mobiliar und noch tolleres Personal. Trotzdem glich dieser Moment einem wahr gewordenen Traum und natürlich versuchte die begeisterte Dame alles bis ins kleinste Detail wahrzunehmen. Angefangen bei seinen starken Hinterläufen und den 'brennenden' Hufen, über die scharfen Klauen seiner Pfoten, bis hin zu der Grenze zwischen dem Adler und dem Pferd.
„ Wow!!“ strahlte sie wie ein Honigkuchenpferd auf.
„ Halt dich fest!“ befahl er ihr. „ Ich sehe starke Turbulenzen voraus.“
„ Uhum!“
Eigentlich bekam sie gar nicht mit, was er so von sich krächzte. Dafür war die Frage, was sie als erstes anfassen sollte viel zu präsent und hartnäckig.
„ Das fühlt sich genauso an wie bei einem echten Pferd!“ entschied sie sich dann dazu, diesen Bereich als erstes zu analysieren.
„ W-Was tust denn da??“ zuckte er schockiert zusammen. „ Hör sofort auf damit!“
„ Borstig, aber nicht hart. Es ist sogar außergewöhnlich weich.“ strich sie mit den Fingern durch sein Fell, ehe sie auf seinem Bauch rum klopfte. „ Bemerkenswert!“
Während Kian also in der Luft rum eierte, dabei versuchte den empor schießenden Attacken seiner Gegner auszuweichen und noch die Fummelei der Autorin zu ignorieren, hatten Akira und Laura mit viel ach und Krach endlich ihr Zimmer erreicht.
Allerdings befand sich ALLLES was nicht irgendwie irgendwo fest getackert war, am einen Ende des Raumes und was davon noch intakt war, konnte man wahrlich am kleinen Finger abzählen.
„ Oh man. Hier sieht es ja echt schlimm aus.“ seufzte Laura.
„ Die anderen Räume werden auch nicht besser aussehen.“ glaubte der Greif zu wissen.
„ Ja, wohl nicht. Aber das haben wir ganz fix wieder aufgeräumt, sobald ich das Buch in den Trümmern gefunden habe.“ rutschte sie langsam den Raum runter.
„ Sei vorsichtig. Nicht dass du noch von irgendwas aufgespießt wirst.“ rutschte er an der anderen Seite runter, um beim suchen zu helfen. „ Einen Stift habe ich schon mal gefunden.“
„ Ist er denn auch angespitzt?“ wühlte sie sich mit Krokodilstränen in den Augen durch die schöne, aber zerfetzte Kleidung.
„ Sieht so aus, ja.“
„ Gut, dann müssen wir nur noch mein Manuskript finden.“
Was auch noch mal ein bisschen Zeit in Anspruch nahm, bis sie endlich das gewünschte Objekt in Händen hielt.
„ Na also. Warum nicht gleich so?“ klappte sie das Buch auf und schrieb als allererstes die Wasserwesen weg.
Danach wurde das Raumschiff wieder richtig hingestellt und sein Innenleben aufgeräumt. Dann sahen sie bei den anderen nach dem Rechten.
„ Sind alle wohlauf?“ wollte sie von Martha und Ritsu wissen, die beide mit allen vieren von sich gestreckt auf dem Boden lagen.
„ Wir leben noch.“ hoben sie zeitgleich den Daumen in die Höhe.
„ Gut.“ schlenderte sie weiter zum Cockpit hin. „ Und was ist mit euch? Alles noch dran?“
„ Uns geht es gut.“ nickte Yami.
„ Mehr oder weniger.“ murmelte Luca. „ Noch so ein Schlag und meinen Rücken hätte es dahin gerafft. Was ist mit dir? Alles ok und was ist mit Jaz?“
„ Mir geht es dank Akira auch gut und Jaz ist bei Kian. Ihr wird es also auch gut gehen.“
„ Ausnahmsweise will ich mal nichts dagegen sagen.“ streckte er seinen Rücken murmelnd durch. „ Was ist mit den Viechern? Hast du sie auf den Mars geschrieben?“
„ Nein, dahin zurück wo sie herkamen. Aber ohne ihre Verbindung zum hohen Rat. Damit die nicht gleich wiederkommen.“
„ Das war ja mal ungewohnt vorausschauend von dir.“ schielte der Superstar grinsend zu ihr rüber.
„ Passe bloß auf, schon schicke ich dich mit voller Voraussicht zurück in die Realität.“
„ Was ist mit Kian und Jaz? Sind sie wieder an Bord? Können wir weiter, ehe noch mehr dieser Typen hier auftauchen?“ grätschte Chi dazwischen, der nur noch darauf wartete, das GO für den Startknopf zu bekommen.
„ Ja, Kian scheint gerade auf dem hinteren Außendeck gelandet zu sein.“ sah Akira in besagte Richtung.
„ Gut. Dann geht es jetzt weiter.“
„ Prima, dann gehe ich mich jetzt weiter sonnen.“ verkündete die Co-Autorin und schlenderte dann aus dem Raum. „ Geht es dir auch gut?“ wollte sie von Kian wissen, der ihr im Flur entgegen gestampft kam.
„ Es ist alles bestens!“ gab er brummend von sich.
„ Oh... ok.“ sah sie ihm kurz noch verblüfft hinterher, ehe sie schulterzuckend weiter ging. „ Ich hoffe wir können unser Sonnenbad jetzt endlich in Ruhe genießen.“ ließ sie sich seufzend auf ihrer Liege nieder.
„ Davon bin ich überzeugt.“ glaubte Jaz zu wissen, die gerade ihr Notizblock zuklappte und sich dann ebenfalls zurücklehnte.
„ So, wie war das jetzt mit den persönlichen Dienern? Ich hätte mein Buch hier.“ grinste sie frech auf.
„ Ach, wir wollen sie doch nicht unnötig reizen.“ giggelte die Autorin.
„ Wollen wir nicht?“ schielte sie zu ihr hin. „ Das klang gerade aber noch ganz anders. Willst du mir vielleicht etwas sagen?“
„ Nö? Wieso? Ich denke bloß, dass die Aufregung von gerade völlig ausreicht und sich alle erst einmal entspannen sollten.“ behauptete sie. „ Und eine Männer freie Umgebung ist doch auch mal was schönes, findest du nicht?“
„ Hast du Kian betatscht, als du auf seiner bombastischen und vor Dunkelheit strotzenden Hippo Gestalt reiten durftest?“ zog sie belustigt eine Augenbraue hoch.
„ Ich habe ihn nicht 'betatscht'!“ protestierte sie. „ Ich habe ihn bloß analysiert, um ihn später noch besser beschreiben zu können.“
„ Mit den Händen analysiert?“
„ Klar, womit denn sonst?“
„ Dann hast du ihn betatscht!“ bestand sie auf diese Bezeichnung der Geschehnisse. „ Oh, deshalb ist er also wie ein wilder Stier an mir vorbei gestürmt. Ja, nun wo Liú schon seit einigen Jahren out ist und du ihn ja zum enthaltsamen Mönch gekrönt hast, ist er zarte Frauenhände natürlich nicht mehr gewöhnt. Der arme.“
„ Ich hatte überhaupt keine Interessen, die in diese Richtung gingen. Ich wollte bloß wissen, wie sich sein Fell und sein Gefieder anfühlt. Und seine Adlerarme. Und sein Hals und seine Flügel und die Hinterläufe und nicht zu vergessen sein Schweif.“
„ Du hast den aber so was von angetatscht! Das grenzt ja schon fast an sexueller Belästigung! Du kannst die Götter dafür danken, dass Luca nichts davon mitbekam. Der würde garantiert im Dreieck ticken und dann sehen wir dich die nächsten Jahre nicht wieder, weil er ein anstrengender und gleichermaßen harter Verhandlungspartner ist, was dazu führt, dass ICH die Regie übernehmen muss.“ zählte sie die Folgen auf. „ Demnach verliert LoT nach jeder missratenen Folge mehr Fans und wenn du dann mit dir und deiner Beziehung im reinen bist und wieder kommst, sind wir alle in der Gosse gelandet und das Studio wurde dem Erdboden gleichgemacht. Willst du das wirklich?“
„ Das war doch keine sexuelle Belästigung!“ empörte sie sich. „ Ich wollte ihn bloß besser beschreiben, damit er noch besser dasteht, das ist alles.“
„ Indem du ihn vorher ausgiebig betatscht.“ lachte sie. „ Ja, da 'steht' der bestimmt besser da.“
„ Seit wann bist du denn so vulgär?“
„ Seit ich mit dir befreundet bin.“ starrte sie sie nüchtern an. „ Seither verfolgen mich komische Träume und ich habe eine Phobie entwickelt, längliches Eis in aller Öffentlichkeit zu essen!“
„ Was kann ich denn dafür, dass dieses Eis so eine unangebrachte Form besitzt? Ich habe es doch nicht erfunden und Luca hat mir auch bestätigt, dass Lutschen daran die Fantasie ankurbeln könnte. Ich habe dir also einen Gefallen damit getan, dich darauf aufmerksam zu machen.“
„ Aber nicht jeder geht darauf gleich steil, nur weil man so ein Eis ist. Luca ist eben total anfällig, was so was angeht. Das weißt du doch.“
„ Was hält dich dann davon ab, so ein Eis zu essen?“
„ Allein die Vorstellung, dass einer steil gehen könnte und diese Flausen hast du mir ins Ohr gesetzt. Vor unserem Treffen war ich noch rein und unschuldig und dann kamst du!“
„ Ähm... wie ging es den anderen nochmal?“
„ Oh, den geht es gut. Yami, Luca und Chiron haben sich an den erst besten Sitz geklammert, Ri beschützte Martha und Akira mich und du warst bei Kian, den du ebenfalls mit in deinen Sumpf gezogen hast, so wie mich Jahre zuvor.“ schielte sie sie grinsend an.
„ Und was ist mit Paul? Hat seine Tonne eine Beule abbekommen?“ lenkte sie erneut vom Thema ab.
„ Paul?“ blinzelte sie vor sich hin. „ Den habe ich wohl vergessen.“
„ Ach, na dann.“ blieben sie noch ein paar Sekunden auf ihrer Liege liegen, ehe sie gleichzeitig hochschossen und ins Raumschiff stürmten. „ Du siehst links in den Räumen nach und ich rechts.“
„ Ok.“ teilten sie sich auf.
Doch das Fazit war am Ende, als bloß noch das Cockpit vor ihnen lag, auf beiden Seiten dasselbe: Paul war nicht auffindbar.
„ Könnte er vielleicht nach Hause gegangen sein, um dort wieder irgendwas von hier zu lagern?“ kam Laura diese Idee.
„ Dann dürfte das Prisma ja nicht mehr da sein.“ raste Jaz in ihr Zimmer und sah dort nach, wo dir Rückfahrtschein inzwischen hingekommen war. „ Ah, hier ist es.“ nämlich in der Schublade des Nachtschränkchens. „ Also kann er nicht in der Realität sein, es sei denn, jemand hat ihn da hingebracht. Oder er hat sich die Tür hier geöffnet und das Prisma dann zurückgelegt.“
„ Oder er wurde bei dem Angriff eben von Bord gespült.“
„ Unmöglich.“ liefen sie zur selben Zeit kreidebleich an. „ Was ist denn, wenn er von einem Wal oder einem Hai oder noch schlimmer: einem Walhai gefressen wurde? Oder von einem der vielen Köpfe oder vielleicht ist er inzwischen ertrunken!!!“ kreischte Jassy schockiert auf. „ Wir müssen umdrehen! Sofort!!“
„ Aber unbedingt!“ nickte die Co-Autorin und raste dann zusammen mit ihrer Partnerin ins Cockpit. „ Wir müssen zurück! Sofort!!“
„ Warum das?“ sah Yami verblüfft zu ihr hin.
„ Weil Paul nirgends zu finden ist!“ erklärte die Autorin. „ Wir müssen zurück und das Wasser nach ihm absuchen, bevor er noch von irgendwas gefressen wird oder qualvoll ertrinkt.“
„ Uns bleibt auch echt gar nichts erspart.“ atmete Luca schwer aus.
„ Also drehen wir um.“ setzte sich Chi auf seinen Platz. „ Ihr solltet euch besser irgendwo festhalten, wenn ihr nicht wieder durch das halbe Raumschiff fliegen wollt.“
„ Ist gut.“
Als die Damen dann Platz genommen hatten, drehten sie um und flogen zurück zu der Stelle, bei der Paul von Bord geflogen sein könnte.

Akt 20. Lost


„ Siehst du ihn?“ wollte Laura von Jaz wissen.
Die Damen standen inzwischen wieder am hinteren Außendeck und suchten hektisch das Wasser ab.
„ Nein, ich sehe nichts, außer ganz viel Wasser.“ lief sie kreidebleich an. „ Was ist denn, wenn der ganz in unserer Nähe mit einer Hydra kämpfte und nun sitzt der irgendwo in der Pampa rum und befindet sich in ihrem Magen??“
„ DAS ist SO garantiert nicht geschehen!! Ich weigere mich, das auch nur in Betracht zuziehen!“ fluchte sie. „ Der treibt bestimmt irgendwo in seiner Tonne dem Sonnenuntergang entgegen!“ die Sonne, die noch hoch am Himmel stand.
„ Würde die überhaupt an der Oberfläche treiben?“
„ Ach na klar! Und wenn nicht, dann hat er die umgedreht und benutzt sie nun als Taucherglocke, damit er auch die Schönheiten unter Wasser bestaunen kann, die wir erschaffen haben.“
„ Und wenn nicht? Was dann?“
„ Dann liegt der gerade irgendwo am Strand und erfreut sich seines Lebens. Wirklich Jaz, dem wird es schon gut gehen.“
„ Habt ihr was entdecken können?“ kam Luca herbei geeilt. „ Vorne ist weit und breit nichts von ihm zu sehen.“
„ Hier auch nicht.“ murmelte seine Freundin.
„ Dann wird es nun Zeit, ihn auch noch mal mit einem Wegweiser zu versehen. Wer weiß wo der bereits hingetrieben wurde.“ riet er ihnen. „ Ich werde inzwischen veranlassen, dass die nähere Umgebung abgeflogen wird. Vielleicht finden wir ihn ja.“
„ Ich mache das. Bleib du hier und behalte das Meer weiter im Auge.“ nickte sie der Autorin zu.
„ Ok.“ ließ sie ihren Blick weiter durch die Ferne streifen.
Doch leider ohne Erfolg. Weder das Abfliegen der näheren Umgebung brachte sie weiter, noch das Verbinden mit einem neuen Wegweiser. Alles verlief im Nichts.
„ Wenn wir ihn nicht mit einem neuen Wegweiser versehen können bedeutet das doch, dass er sich nicht mehr in dieser Welt aufhält, oder?“ wandte sich Laura fragend an Yami.
„ Ich denke schon.“ verschränkte er nachdenklich die Arme vor der Brust. „ Aber sich nicht mehr in dieser Welt aufzuhalten könnte auch negativ ausgelegt werden.“
„ Fange du nicht auch noch damit an!“ fauchte sie. „ Paul geht es gut! Der liegt bestimmt zuhause im Hinterhof in der Sonne und erfreut sich seines Lebens! Und das werde ich sofort überprüfen gehen.“ verließ sie eilig den Raum, um sich das Prisma zu holen. „ Ich komme gleich bestimmt mit guten Neuigkeiten wieder.“ schüttelte sie den Gegenstand und betrat dann die Realität. „ Und wenn ich ihnen nur erzähle, was ich dem Typen für einen gigantischen Einlauf verpasst habe. Danach schleicht der sich nie wieder weg.“ raste sie zum Hinterhof hin. „ PAUL??“ sah sie in jeder einzelnen Tonne nach. „ Wo versteckst du dich?“ hier nicht, wie es aussah. „ Verdammt, das gibt es doch nicht.“  
Also ging es erst einmal zurück nach Thalia, damit auch die anderen von dieser fruchtlosen Reise erfuhren.
„ Da bist du ja endlich!! Was hat dich bitte so lange aufgehalten??“ wurde sie auch gleich von einer fluchenden Jaz begrüßt.
„ Hä? Wieso lange? Ich war vielleicht zwei Minuten weg, länger nicht.“ staunte sie. „ Paul ist jedenfalls nicht in der Realität.“
„ Ja, wir haben ihn inzwischen gefunden.“ griff sie ihre Hand und zerrte sie mit in die Küche. „ Wusstest du, dass unser Raumschiff einen Keller besitzt?“
„ Was, nein?“ staunte sie noch mehr. „ Wo soll denn bitte die Treppe sein, die dorthin führt??“
„ Hinter der Wand, aber dazu später mehr. Paul war die ganze Zeit da unten.“
„ Sitzt da unser Müllschlucker oder was hatte der da zu suchen?“ zog Laura fragend eine Augenbraue hoch. „ Oder hast du dir eine heimliche Folterkammer mit eingebaut?“
„ Nein und nein!“ schielte sie zu ihr zurück. „ Der Keller stammt auch nicht von mir.“
„ Oh, jetzt verstehe ich. Paul's Schatzkammer, hu?“
„ Ja und nun sind im seine ganzen Schätze um die Ohren geflogen. Der kann froh darüber sein, dass sie ihm nicht ab oder aufgeschnitten haben.“
„ Ist er schlimm verletzt?“
„ Nicht tödlich, aber schwer genug, um ihn ins Krankenhaus bringen zu müssen.“ knurrte sie.
„ Oh.“
In der Küche standen sie dann vor einem blutverschmierten, mit Beulen, Kratzern, Hämatomen und Schnittwunden überwucherten Schauspieler, der sich mürrisch den Kopf kühlte.
Sogar Martha befand sich bei ihm, der anscheinend plötzlich wieder einfiel, dass sie ja auch im Real Life jemanden hatte, den sie als 'Freund' bezeichnete.
„ Wird er überleben??“ starrte sie die Autorinnen mit großen Augen an.
„ Nicht wenn ich ihn noch umbringe.“ flüsterte Jaz leise vor sich hin.
„ Das sieht wirklich nach einem Fall für das Krankenhaus aus.“ begutachtete Laura den Herrn. „ Und jetzt? Wollen wir uns aufteilen? Oder gehen wir alle zurück in die Realität? Rufen wir dort einen Krankenwagen oder fahren wir mit ihm dorthin? Und was ist mit Brutus und Diana? Die laufen hier noch irgendwo rum und könnten ebenfalls unsere Hilfe gebrauchen.“  
„ Ich denke, dass die beiden gut auf sich selbst aufpassen können und zu mindestens bei Brutus bin ich mir sicher, dass der sich gerade im Paradies befindet.“ glaubte die Schriftstellerin zu wissen. „ Diana ist auch nicht der Typ, der Ärger anzieht. Ich denke, die beiden sind vielleicht sogar ganz froh, wenn sie noch länger hier bleiben können.“
„ Ok. Also bringen wir Paul ins Krankenhaus?“
„ Am liebsten würde ich seine Wunden ja selbst sauber ätzen und dann zusammenflicken. Vielleicht kapiert der dann endlich, dass der sich in seiner gewohnten Umgebung mit schlimmen Krankheiten infizieren kann. Allerdings will ich ihn auch nicht kaputt machen, also sollten die Profis ein Auge auf ihn werfen.“ schielte sie zu dem Verletzten hin. „ Nur was machen wir mit den anderen? Wir können unsere Leute nicht bei diesen Magneten für Ärger lassen und das Prisma auch nicht, sonst kommen wir nicht wieder her.“
„ Oder sie nicht zu uns, falls es hart auf hart kommt.“ nickte die Dame. „ Uns aufzuteilen macht also keinen Sinn. Das könnte bloß dafür sorgen, dass wir die Suche von neuem starten müssen. Also gehen wir erst mal in die Realität zurück.“
„ Würde ich sagen, ja.“ stimmte sie ihr zu. „ Und was machen wir mit unseren thalianischen Freunden? Sie her schreiben, sollten sie nicht mehr da sein wenn wir wiederkommen?“
„ Und warum nehmt ihr uns nicht einfach mit in eure Realität?“ hakte Kian nach.
„ Weil ihr dort genauso Probleme bekommen könntet, wie wir hier.“ behauptete Laura. „ In unserer Welt gibt es keine echten Magier, keine mystischen Wesen und auch keine wirksamen Sprüche aus irgendwelchen Hexenbüchern. Sollten sie erfahren, dass ihr das alles könnt, oder was ihr in Echt seid, dann wird euch die Armee bis ans andere Ende der Welt jagen und sollten sie euch bekommen, dann werden sie euch aufschlitzen, um euer Innerstes ergründen zu können oder irgendwelche bestialischen Experimente an euch durchführen, um herauszufinden, wie ihr solch mächtige Magie anwenden könnt.“
„ Nun, ein bisschen Magie muss es ja geben, sonst wären wir jetzt nicht hier.“ konterte Jaz.
„ Das ist ein WUNDER! Und die kann und muss man nicht erklären.“ grinste sie. „ Jedenfalls wäre eure Anwesenheit dort mit zu vielen Problemen behaftet.“
„ Mal abgesehen davon, dass euch die Fans ebenfalls bis ans andere Ende der Welt jagen würden und wenn sie euch bekommen...“ dachte sie noch mal kurz darüber nach. „ … dann würdet ihr euch bestimmt wünschen, ihr wärt der Armee in die Arme gefallen.“
„ Ich habe Erfahrung da drin, mich wie ein einfacher Sterblicher zu verhalten.“ erklärte der Hippo.
„ Und wenn der das kann, dann kann ich das erst recht.“ gab Akira völlig überzeugt von sich.
„ Ritsu und ich bleiben auch im Studio!“ meldete sich Martha ebenfalls zu Wort.
„ Klar, damit sie unsere Ausrüstung mitgehen lässt.“ kratzte sich die Autorin murmelnd am Kopf. „ Na gut. Aber zieht euch um. Ihr solltet euch so unauffällig wie möglich verhalten.“ schickte sie die Meute auf ihre Zimmer.
„ Hältst du das wirklich für eine gute Idee?“ wollte die Co-Autorin von ihrer Freundin wissen.
„ Nicht im geringsten. Ich hoffe einfach, dass sie nicht gleich unseren Planeten zerstören.“
„ Ich hoffe ja eher, dass unser Planet nicht unsere Figuren zerstört.“ seufzte sie.
„ Ach, das ist nichts was sich nicht wieder gerade schreiben lässt. Wichtig ist nur, das Paul schnellstmöglich untersucht wird.“ sah sie zu ihm zurück.
„ Da hast du wohl Recht.“
Wenig später standen die Thalianer dann in Reihe und Glied vor den Autorinnen und zeigten ihnen ihr Inkognito Outfit. Wobei Kian noch immer so aussah wie ein 'Kian'. Er hatte bloß ein anderes weißes Hemd und eine andere Jeans an. Ritsu und Martha machten einen auf Zwillinge und trugen beide dasselbe Kleid. Akira trug statt seiner Weste ein Shirt.
„ Was ist mit Chiron? Will der nicht mitkommen?“ sah Laura fragend zu seinem Wächter hin.
„ Einer muss das Raumschiff hüten.“
„ Du lässt ihn hier allein zurück, obwohl Gott und die Welt hinter ihm her sind??“ keuchte sie.
„ Gott und die Welt sollten froh sein, dass Chiron nicht hinter ihnen her ist.“ konterte er.
„ Fallen dir plötzlich auch ganz viele Chuck Norris Witze ein, die man locker auf Chi beziehen könnte?“ schmunzelte Laura Jaz an.
„ So was wie: Chi verwählt sich nicht, wenn du abhebst warst du am falschen Telefon?“ kicherte sie.
„ Oder: Wenn Chi einen Raum betritt, stehen sogar die Stühle auf!“  
„ Chiron wurde letztens von der Polizei angehalten, die Polizisten sind mit einer Verwarnung davon gekommen!“
„ Das ist DAS perfekte Extra für unser monatliches Magazin!“ glaubte Laura zu wissen. „ Und auf den Seiten darauf veröffentlichen wir ein: Woran du merkst, dass du LoT süchtig bist!“
„ Das machen wir!“ nickte Jaz die Sache eifrig ab. „ Mir würden sogar schon ein paar Sachen einfallen, woran man das merkt.“
„ Mir auch!“
„ Ähäm...“ räusperten sich die anderen. „ Sollten wir Paul nicht langsam in Krankenhaus bringen?“
„ Oh, ja!“ schraken die Damen auf.
„ Und wie erklären wir Luca, dass er uns nicht begleiten kann? Ich glaube nicht, dass Akira als sein Zwilling durchgehen wird und im Studio will ich Akira nun nicht lassen. Hinterher haben die da alles auseinandergenommen, wenn wir zurückkehren.“
„ Wenn Martha und Ri dort bleiben sollen, brauchen wir ohnehin jemanden, der die in Schach hält.“ bemerkte Jaz. „ Wobei, da wäre es wohl besser, wir würden Maria hinzuziehen. Nicht dass ich nicht glaube, dass Luca mit den Zweien fertig wird. Doch als Mutter besitzt man eben mehr Durchsetzungsvermögen und ich denke, dass braucht man bei deiner Diebin auch.“
„ Ok. Also ziehen wir Maria noch hinzu und was machen wir nun mit Luca?“
„ Sollte die Frage nicht eher lauten, was wir mit Akira machen? Können wir ihn nicht auch bei Maria lassen?“ schlug die Autorin vor.
„ Und du glaubst wirklich, der wird es schulterzuckend hinnehmen, dass er einen Babysitter aufs Auge gedrückt bekommt?“ zog sie belustigt eine Augenbraue hoch. „ Da ist es doch schon einfacher, Luca für die Zeit zu beschäftigen.“
„ Mhm.“
Wirklich begeistert waren Yami und Luca natürlich nicht als es hieß, wir nehmen die Illusionen mit in unsere Welt. Aber letztendlich kamen keine großen Diskussionen auf. Schließlich hatte man sich inzwischen einander gewöhnt, man entdeckte (natürlich) viele Gemeinsamkeiten und freundete sich sogar (praktisch mit sich selbst) an.
„ Mach mir keinen Ärger, klar?“ setzte Luca seiner Figur eine Cappy auf. „ Halte deinen Blick gesenkt, damit man dir nicht sofort ins Gesicht sehen kann und meide um Gottes Willen Menschenaufläufe.“ riet er ihm. „ Glaub mir, du willst nicht das man erkennt wer du bist.“
„ Verstanden.“
„ Und es ist wirklich ok für dich, wenn du hier bleibst?“ wollte Jassy von ihm wissen.
„ Nö, eigentlich nicht. Aber ich sehe ein, dass das die einfachste Lösung für unsere derzeitige Situation ist. Außerdem kann ich so unser in Thalia gedrehtes Material zum Schnitt bringen.“
„ Ok. Ich werde zusehen, dass wir so schnell wie möglich wieder hier sind.“
„ Hauptsache Paul wird gründlich untersucht.“
„ Darauf werde ich bestehen, keine Sorge.“ kicherte sie. „ Kannst du Kian dann noch im Auge behalten? Nicht dass der hier rum fliegt oder so.“
„ Sicher, kein Problem.“
„ Gut dann bis bald.“ gab sie ihm noch einen flüchtigen Kuss, ehe sie schnell hinaus lief.
„ Wo steckt Kian überhaupt?“ sah er sich um.
„ Der ist doch mit den anderen mitgegangen?“ meinte Martha.
„ Ich meine schon Kian, nicht Paul.“
„ Ich auch.“
„ Ok.“ zuckte er mit der Schulter. „ Weniger Arbeit für mich.“

Akt 21. Wenn Hexen hexen, hexen Hexen Hexen weg...


„ Ich sagte doch bereits, ich muss nicht ins Krankenhaus, mit geht es gut.“ brummte ein offensichtlich verletzter Paul, als sie auf das Auto zu schlenderten. „ Ich spüre ja nicht mal irgendwelche Schmerzen, also kann es so schlimm doch nicht sein.“
„ Die spürst du bloß nicht, weil du noch mitten im Adrenalin-Rausch steckst. Glaub mir, sobald du zur Ruhe kommst, kommen auch die Schmerzen aus ihren Löchern gekrochen.“ glaubte Jaz zu wissen. „ Und wenn ich die da eigenhändig raus zerren muss...“ fügte sie knurrend hinzu.
„ Außerdem kann es nicht verkehrt sein, wenn sich ein Arzt deine Wunden mal ansieht. Also hör auf hier wie ein Baby rum zu heulen und steig ein da.“ befahl Laura. „ Wir haben keine Zeit für dein Gejammer. Brutus und Diana warten auf uns.“
„ Ja genau! Deshalb sollten wir lieber nach ihnen sehen, als mich ins Krankenhaus zu verfrachten.“
„ Das tun wir auch.“ riss die Co-Autorin die Tür auf und stieß Paul dann auf den hinteren Sitz. „ Sobald wir sicher sein können, dass du keine schlimmen inneren Verletzungen besitzt.“ meinte sie noch an ihn gewandt, ehe sie die Tür wieder zuschlug. „ So, wer bei 1 nicht im Wagen sitzt bleibt hier!“ und schon befanden sie sich auf dem Weg zum besagten Krankenhaus hin.
Es dauerte auch gar nicht lange, bis sie das Gebäude erreichten und gleich in der Nähe der Notaufnahme parkten, so dass sie auf kürzestem Weg eintreten konnten.
„ Uh, findet ihr die Atmosphäre die hier herrscht nicht auch gruselig?“ schüttelte sich Akira.
„ Krankenhäuser eben.“ gaben die Chefinnen gleichzeitig von sich.
„ Ist dir eigentlich klar, dass ich noch nie so oft im Krankenhaus war, wie in der Zeit, seit wir LoT drehen?“ murmelte Laura. „ Wenn das so weiter geht, dann zählen wir bald zum Inventar oder wir können Massenrabatt verlangen.“
„ Ja, das nimmt wirklich überhand.“ nickte die Freundin. „ Wo sind die überhaupt alle?“ standen sie ungeduldig vor der Rezeption. „ Wir haben hier einen Notfall!“
„ Entschuldigt, dass ihr warten musstet. Ich bin schon da...“ ertönte eine Stimme hinter ihnen.
„ Na endlich!“ fuhren die Damen gleichzeitig herum und bekamen genauso gleichzeitig einen Schreikrampf.
Der Pfleger und sämtliches Personal, was hier herum schlurfte, sowie die Patienten, trugen alle keine Hosen! Noch schlimmer sogar, denn Schuhe oder Socken trugen sie auch nicht.
„ Zieh dir gefälligst eine Hose an!!!“ keifte die Mangaka. „ Wie ekelhaft seid ihr denn?“
„ Wieso ekelhaft? Ich finde das gut.“ teilte ihnen Yami mit. „ Schau! Ich laufe auch ohne Hose rum, ihr solltet euch auch von dieser Last befreien.“
„ IIEKKK!! ZIEH dich SOFORT wieder an!!“
„ Aber wieso denn? Befreit euch lieber von der Last, die ihr mit euch herum tragt und schließt euch uns an!“ schlug Kian grinsend vor. „ Kommt! Gebt euch dem Zauber hin!“
„ Ich ZAUBER dir gleich mal welche und zwar so stark, dass du NIE WIEDER auch nur einen Zauber aussprichst!!“ fluchte Laura. „ Was geht hier vor sich???“
„ Zieht euch aus! Zeigt uns eure Beine und Füße.“ traten sie langsam an sie heran.
„ I-Ich glaube das ist gar nicht die Realität!“ wich Jaz kreidebleich zurück. „ Aber wenn sie das nicht ist, wo sind wir dann? Ist das Prisma kaputt? Und bist du echt??“ starrte sie ihre Partnerin schockiert an.
„ Natürlich bin ich echt, du Pfeife!“ kroch die nackte Panik ihren Nacken empor. „ Aber bist du es auch?? Wer versichert mir denn, dass du echt bist??“
„ Ich habe meinen Rock und meine Schuhe noch an, ist das nicht Beweis genug??“
„ Ja, du hast Recht!! Verschwinden wir schnell, bevor sie uns noch mit ihren nackten Beinen oder den Füßen berühren!!“ rissen sie die Tür auf und rannten dann wie von der Tarantel gestochen schreiend davon.
Dass das kein normales Krankenhaus war, für den Fall das sie es bisher noch nicht gecheckt hatten, erkannten sie dann, als die Wände plötzlich verschwammen, verzerrten und ineinander verschmolzen, irres Gelächter in den Gängen widerhallte, riesige schattenhafte Viecher auftauchten und dann bewegte sich auch noch der Untergrund, so als würde man einen Teppich ausschlagen. Die ersten Wellen überstanden sie noch ohne Probleme, aber die letzte, gewaltigste Welle, beförderte sie hochkant durch eine Doppeltür, die sich freundlicherweise öffnete, ehe die Damen mit Karacho davor klatschten. Die Ladung auf dem harten Boden war allerdings auch nicht wirklich besser, davon mal ab.
„ Au...“ seufzten sie auf.
„ Oh... seid ihr hier um mit mir zu spielen??“ drang eine kindlich klingende Stimme an ihre Ohren. „ Kommt und spielt mit mir.“
Was dann aber aus dem Schatten ins Licht trat, war alles andere als ein Kind. Es war eine monströse nackte Porzellan-Puppe, mit einem heraushängenden Auge, einem fett bemalten Mund, einem an der Seite gesprungenen Kopf und Gliedmaßen, die nicht direkt mit dem Körper verbunden waren, sich aber trotzdem bewegen ließen.
„ OMG...“ starrte Jaz das Monstrum mit offenem Mund an.
„ Seit meine Püppchen. Ich werde euch immer wieder von neuem hübsch anziehen, euch neue Haare verpassen, kleine viel hübschere Hände und pinke Augen! Kommt! Lasst mich euch den Kopf vom Körper reißen, das macht richtig viel Spaß! Nicht wahr, LAURA??“
„ KKKYYYAHHHHHH!!“ sprangen die Freundinnen mit einem Satz auf und rasten noch lauter kreischend auf eine Tür zu.
„ Aber wo wollt ihr denn hin? Der Spaß hat doch gerade erst angefangen!“
Der nächste Gang war nicht besser, wie sie dann bemerkten. Dort ragten Hände aus den Wänden heraus und das ein oder andere Gesicht wurde gegen die Gummi artige Schicht gedrückt.
„ Mein Augenstern... Komm zu mir...“ versuchte eine dieser Hände nach Laura zu greifen. „ Gemeinsam erschaffen wir eine Welt, in der unsere Kinder glücklich dem Sonnenuntergang entgegen hüpfen können!“
„ IEHK!!! Ist das Shino??“
„ Ja, mein Herzblatt! Ich bin es, dein Licht in finsterer Nacht.“ drückte er seinen Kopf neben ihr aus der Wand raus. „ Ich bin hier!“
„ JJAAAZZZZZ!!!“ kreischte sie angewidert auf. „ DAS ist das SCHLIMMSTE was wir jemals durchmachen mussten!! Ich will hier weg!!“ klammerte sie sich an ihr fest. „ Bring uns hier raus.“
„ Wenn ich nur wüsste, wo wir hier überhaupt sind.“ rasten sie den Flur entlang, dicht gefolgt von den tausend Händen und dem BB Typen. „ Und wo sind die anderen? Hängen die hier auch fest oder sind nur wir hier?“
„ KKKYYYYAAAHHHHHHHHHHHHH!!!!“ brüllte sie auf, als plötzlich wer nach ihrem Rock griff. „ DER PACKT MICH AN!!“ und dann wirbelte sie zu der Wand rum und trat mit Karacho zu, wodurch sie Alptraum-Shino direkt ins Gesicht traf und ihr Rockzipfel freigegeben wurde. „ Ich schwöre dir, wenn ich erfahre, wer uns das hier eingebrockt hat, den mache ich eigenhändig kalt!! Dem reiße ich die Seele aus dem Leib und stopfe sie einer sabbernden und stinkenden Kröte in den Hals! Und diese widerwärtige Kröte klatsche ich so lange gegen einen Felsbrocken, bis sich der grüne Matsch mit der hässlichen Seele vermischt und DANN, hacke ich dem Körper dem Kopf ab quetsche ihm die Scheiße in den Rachen!!! DAS schwöre ich dir, so wahr ich hier stehe!!“ bekamen auch noch andere Wanderscheinungen ihre spitzen Absätze zu spüren. „ Der wird seines Lebens nicht mehr froh!“
„ Da bin ich bei, aber sofort! Doch vorher müssen wir weiter. Wir müssen dem Irrenhaus irgendwie entkommen.“
„ Du hast Recht!!“ trat sie noch mal ein bis zehn mal auf eine zerquetschte Hand, ehe sie schnell in den nächsten Raum eilten.
Dieser Bereich war schwarz wie die Nacht. Man sah nicht mal die eigene Hand vor Augen. Dafür vernahm umso besser das Geräusch von Wasser, was auf den Boden tropfte und irgendetwas zischte aggressiv vor sich hin, während es scheinbar immer wieder ziellos im Raum umher rannte.
Als der Scheinwerfer angeworfen wurde, konnten sie zwar ihre Hand vor Augen wieder sehen, aber in diesem Fall war es den Autorinnen lieber, es wäre einfach dunkel geblieben. Die komplette Umgebung war nämlich ein einziges Spinnennetz, mit gefangenen Käfern, die noch um ihr Leben zappelten, Kokons und kleine Babyspinnen, die wild umher krabbelten. Das schlimmste von allem war allerdings Mamaspinne, die sich in der Mitte des Zimmers abseilte. Ein Koloss von einem Vieh, die aussah wie eine Vogelspinne nur tausendmal ekelhafter, gefährlicher und angsteinflößender war.
„ K-Keine Spinnen...“ bibberten Jaz. „ Alles, nur keine Spinnen.“ versteinerte sie prompt zu einer Salzsäule. „ Warum...nur? Ausgerechnet Spinnen??“
„ Weil der Erschaffer dieser Scheiße unbedingt will, dass wir ihm gehörig den Arsch aufreißen und wenn wir damit fertig sind, dann sollen wir mit seiner dämlichen Visage Fußball spielen.“
„ Ich kann mich nicht rühren... ich bekomme gleich einen hysterischen Anfall und dann werde ich hyperventilieren und qualvoll ersticken...“
„ Nein, das wirst du nicht! Hast du verstanden?“
„ Doch das werde ich. Ich sehe es quasi schon kommen.“
Sie das kommen und auch die Monsterspinne. Die die Damen erst Speichel spuckend anschrie und dann auf sie zugeschossen kam. In diesem Moment sahen die Autorinnen einem qualvollen Ende entgegen, was sie für den Moment regelrecht paralysierte, ehe sie dann um die Wette brüllten und sich dabei aneinander festkrallten. Geteiltes Leid war ja bekanntlich halbes Leid.
Doch hier kam ihnen ein außergewöhnliches Wunder zur Hilfe, was dafür sorgte, dass sich das Hier plötzlich änderte und sie an der Rezeption wieder ausgespuckt wurden.
„ Keine Spinnen!!“ atmete Jaz erleichtert aus. „ Ein Glück.“
„ Da seid ihr ja wieder... wollt ihr euch uns jetzt anschließen?“ schlurfte der Club der Beinfreiheit auf sie zu.  
„ Niemals!“ rasten sie nun durch eine andere Tür. „ Nein, halt.“ blieb Laura stehen und zog Jaz zu sich zurück. „ Wir gehen zurück und rennen durch den Ausgang!“
Doch, oh Schreck, die Rezeption war weg! Stattdessen sah sich Laura selbst entgegen, als stünde sie vor einem Spiegel. Doch dem war nicht so, der Weg zurück führte wirklich zurück, nämlich zu dem Punkt, wo sie sich gerade befanden.
„ Was soll das sein? Ein scheiß Kreis, oder was?“ keuchte die Zeichnerin.
„ Hier scheinen wir kurz verschnaufen zu können.“ sah sich Jaz den normal wirkenden Flur an. „ Das sollten wir nutzen, um uns eine Lösung einfallen zu lassen. Wo könnten wir hier sein?“
„ Was weiß ich denn? Du kennst die Fähigkeiten der Thalianer besser als ich. Also was ist so mächtig, um uns hier her schicken zu können?“
„ Das Buch der schwarzen Magie und diese Hexe, die am Ende im Kapitel: der verwunschenen Wald, vorkam. Die unsere Helden schlafen legte und ihnen ihre Ängste zeigte, erinnerst du dich?“
„ Dunkel, ja und wie sind die wieder erwacht?“
„ Indem sie die Illusion durchschauten.“
„ Das ist alles? Ok.“ holte sie tief Luft. „ HÖRT IHR MICH, IHR ARSCHGEIGEN?? ICH HABE EURE SCHEIß ILLUSION DURCHSCHAUT, NUN HOLT UNS ZURÜCK, DAMIT ICH EUCH IN DIE FRESSE TRETEN KANN!!“ brüllte sie sich die Seele aus dem Leib, doch nichts geschah. „ Warte ab, du hässliche alte Schrulle, wenn ich mit dir fertig bin, wirst du dir wünschen uns niemals eingesperrt zu haben!“
„ Aber wir waren noch gar nicht bei diesem Wald angekommen, also wieso hängen wir nun hier fest?“ dachte Jaz weiter darüber nach. „ Und wann sind wir ihr begegnet? Wie lange laufen wir schon in dieser Illusion rum und wie finden wir die Realität in der Fiktion?“
„ Eines muss ich, wem auch immer, echt lassen. Uns so zu reizen ist schon echt mutig oder selten dämlich. Ist dem nicht klar, dass der seinen Arsch als Gesicht tragen wird, sollten wir aus dem Alptraum entkommen und das steht jawohl außer Frage, dass wir das schaffen werden. Wir sind eben unschlagbar und den Thalianern weit überlegen. Ich freue mich jetzt schon auf sein beknacktes Gesicht, wenn ich ihn in Grund und Boden stampfe.“
„ Wenn es nicht die Hexe war, dann bleiben eigentlich nur Kian und Chiron übrig.“ verschränkte die Autorin ihre Arme vor der Brust. „ Was eigentlich nahe liegt. Vielleicht waren wir nie mit ihnen unterwegs, vielleicht waren sie nie in der Realität und wir verweilen seit Anbeginn unserer Reise in ihrem Kerker.“
„ Das wäre aber wirklich Schade.“ murmelte Laura. „ Ich entschuldige mich jetzt schon einmal, dass ich das hübsche Gesicht deines Lieblings aufs übelste entstellen werde und dann entschuldige ich mich nochmal, weil Chi wird auch nicht verschont bleiben.“
„ Das wäre mehr als nur schade.“ seufzte Jaz. „ Ich bin nämlich eigentlich echt gerne bei ihnen.“
„ Ja, ich auch.“ nickte sie. „ Ich werde sie trotzdem vom höchsten Berg schubsen und dann laut los lachen, wenn die mit einem PLATSCH auf den Boden klatschen.“
„ Bis es so weit ist, dass du all deine grausamen Ideen in die Tat umsetzen kannst, sollten wir uns irgendwie mit irgendwas bewaffnen und dann weiter gehen. Du wirst deine Rache nicht bekommen, wenn wir hier verharren.“
„ Ein Morgenstern mit rostigen Nägeln wäre cool.“
„ Vielleicht finden wir diesen ja in diesem Zimmer hier.“ deutete sie darauf hin. „ Bereit?“
„ Aber so was von!“
Und dann riss sie die Tür auf und erweiterten den Schrecken um einen weiteren Bereich.

Akt 22. … und weg bist du!


Ein grelles Licht schien den Freundinnen direkt ins Gesicht, als sie den unbekannten Raum betraten, der dann langsam Gestalt annahm und einem einfachen Zimmer glich, wie es hunderte im Krankenhaus gab. Das einzige was diesen Raum von den anderen unterschied, waren seine Bewohner. Kian hielt sich hier auf, der vor Kelaino flüchtete, die ganz offensichtlich großes Interesse an seinem Körper hatte.
„ Kian, du Bastard!!“ keifte Laura, die auch gleich zu ihm hin stürmte, um die Harpyie, die ihren Sohn zu packen bekam und gegen die Wand drückte, mit vollem Körpereinsatz weg zu klatschen. „ Du niedere Ausgeburt einer behaarten Flachzange! Wie kannst du es wagen uns hier einzusperren?? Dafür werde ich dir aber so was von die Visage polieren!!“ packte sie ihn wütend am Kragen. „ Dafür wirst du teuer bezahlen.“  
„ Laura!“ ging Jaz dazwischen. „ Dass sich Kian ebenfalls hier aufhält kann doch eigentlich nur bedeuten, dass sie nicht für diesen Scheiß hier verantwortlich sind!“
„ Verdammt, du hast Recht!“ richtete sie angesäuert seinen Kragen. „ Aber ist der wirklich echt?“
„ Natürlich bin ich echt.“ knurrte er. „ Was soll ich denn sonst sein?“
„ KIAN gehört MIR, MIR ganz allein!“
„ Verzieh dich, du Miststück!“ trat Jaz auch noch mal zu, woraufhin sich die Vogelfrau in Luft auflöste. „ Bewaffnen wir uns und weiter geht es.“ zerschlug sie einen Holzstuhl, um an sein Bein heranzukommen. „ Wenn Kian hier ist, dann werden die anderen ebenfalls hier irgendwo festgehalten und ich will Ori zermatschen, ehe sie sich auf Luca stürzen kann.“
„ Giamo könnten wir gerade gut gebrauchen.“ grinste die Co-Autorin breit auf. „ Der zermatscht die beim vorbeigehen, da kennt der nichts.“
„ Leider ist der aber nicht da. Also muss es der Schläger auch tun.“
„ Stimmt. Genug gefürchtet, nun wird zurückgeschlagen.“ nickte sie. „ Und das im wahrsten Sinne des Wortes.“ legte sich ein fieses Grinsen auf ihre Lippen.
„ Genau. Machen wir sie fertig.“
„ Mit dem allergrößten Vergnügen.“
Das größte Horrorhaus brachte mal so rein gar nichts, wenn die Besucher noch viel angsteinflößender waren, als die angebotenen Darbietungen. Mit dem Adrenalin-Rausch im Blut, der Wut im Bauch und den lodernden Flammen in den Augen, waren die Autorinnen so von der Rolle, dass sie einfach alles kurz und klein schlugen, was ihnen in den Weg fiel. Da konnte der Hippogryph gar nichts anderes tun, als brav hinter ihnen herzutrotten und die im Weg liegenden und Sternchen zählenden Widersachern oder die durch die Gegend fliegenden, dabei Sternchen zählenden Widersachern, auszuweichen.  
„ Gehen wir schon wieder im Kreis?“ standen die drei plötzlich vor einem Flur, indem schon die Feinde am Boden lagen. „ Oder sind die gar nicht KO?“ stupste Laura die Viecher mit den Schuhen an. „ Mhm. Doch sind sie.“
„ Im Kreis? Aber hier gibt es keinen anderen Weg. Zurück können wir auch nicht gehen.“ da sahen sie nämlich wieder ihr 'Spiegelbild'. „ Es gab bisher auch sonst keine andere Türen durch die wir hätten gehen können.“
„ Hey!! Da hinten bewegt sich was! Schnell! Machen wir ihn platt!!“ raste die Co-Autorin schon mal vor.
„ Warte! Wir sollten zusammenbleiben!“ eilten die anderen beiden hinterher.
„ HAB ICH DICH, DU ARSCH!“
Gab es einen Blutrausch wirklich? Wenn ja, dann steckte Laura gerade mitten drin. Anders ließ es sich wohl nicht erklären, dass niedergemetzelt wurde, was sich auch nur ansatzweise, so eben ganz leicht bewegte. Allerdings kam Hochmut ja bekanntlich vor dem Fall und ihr derzeitiges Opfer wich der Attacke mit dem Stuhlbein so gekonnt aus, als würde der das öfters machen und dann griff er sie auch noch und schickte sie kurzerhand auf die Matte.
„ Laura?“ hielt Yami gleich inne, ehe er ihr noch ernsthaft weh tat. „ Spinnst du? Das hätte auch ins Auge gehen können.“
„ Bin ich froh dich zu sehen!“ klammerte sie sich strahlend an ihm fest. „ Dir geht es doch gut, oder?“ betrachtete sie ihn dann aber noch mal besorgt.
„ Natürlich.“ nickte er. „ Und was ist mit dir?“
„ Oh, mir geht es echt blendend.“ fing ihre Augenbraue nervös zu zucken an.
„ Bist du echt?“ klopfte Jaz dem Mönch mit ihrem Stuhlbein auf dem Kopf rum.
„ So echt man in dieser Welt sein kann.“ griff er die Waffe und sah dann zu ihr auf.
„ Gut, dann weiter. Wir haben Luca noch nicht gefunden.“ schlenderte sie Knöchel knackend schon mal vor. „ Wenn Ori ihn auch nur mit der Spitze ihrer fettigen Haare berührt, dann bring ich sie um! Dann werde ich die so auseinander pflücken, dass nicht mal mehr ein Streichholz von ihr übrig bleibt.“
„ ABSCHLACHTEN!!!!“ rasten plötzlich Ritsu und Martha mit erhobenen Fäusten an ihnen vorbei.
„ Ritsu!! Martha!“ riefen sie ihnen hinterher, was dazu führte, dass sie zu ihnen zurück sahen, stolperten und schließlich jauchzend über den Boden kullerten.
„ Alles ok?“ hielt ihnen Jaz die Hand hin.
„ Ob alles ok ist?? Was glaubst du wohl, hä??“ empörte sich die Diebin. „ Wir stecken in irgendeinem komischen Irrenhaus fest, in dem selbst die Wände nach einem greifen und eine riesige hässliche Puppe auf einen lauert!“
„ Ja und dann laufen die hier auch noch alle ohne ihre Hosen rum!“ fügte Martha noch hinzu. „ Wobei das gar nicht so schlimm war. Kian äh Paul oder... mhm... hat nämlich unglaublich schöne Beine.“ giggelte sie gerötet vor sich hin.
„ Ich habe nicht nur schöne Beine.“ konterte er.
„ Davon bin ich überzeugt.“ heftete sie sich an seinen Arm. „ Bringst du uns jetzt hier raus?“
„ Irgendwie... bestimmt.“
„ Mein Held!“
„ Dann fehlen scheinbar nur noch Paul, Luca und Akira, oder sehe ich das falsch?“
„ Ja! DU hast CHIRON vergessen!“ wies Laura ihre Freundin darauf hin.
„ Ich glaube nicht, dass der hier ist. Er ist schließlich nicht mit in die 'Realität' gekommen.“ das Wort Realität betonte sie extra. „ Was auch immer uns hier festhält, er scheint dieser Macht entkommen zu sein.“
„ Meinst du wirklich, dass das so ist?“ hakte die Mangaka nach.
„ Ich gehe jedenfalls stark davon aus. Also sollten wir nun beten und hoffen, dass er nicht auf eine andere Art und Weise ausgeschaltet wurde und schon dabei ist, uns zu retten.“
„ Mh. Ich bin jedenfalls schon gespannt darauf zu erfahren, wie wir überhaupt hier landen konnten.“ bemerkte der Hippo.
„ Das interessiert mich allerdings auch.“ da waren sich alle einig.
Als sie dann durch die nächste Tür am Ende des Flures traten, standen sie plötzlich wieder an der Rezeption. Sie, die Hosenlosen und auch die letzten Gesuchten.
„ Luca!!“ strahlte Jaz auf. „ Ein Glück, dir geht es gut.“ raste sie auch gleich zu ihm hin, um ihn um den Hals zu fallen. „ Du bist es doch, oder?“ starrte sie ihn misstrauisch an.
„ Ja, natürlich bin ich das.“ drückte er sie seufzend an sich. „ Ist dir eigentlich klar, dass ich wegen dem ganzen Scheiß hier noch frühzeitig an Herzversagen sterben werde??“
„ Es tut mir leid!“ versicherte sie. „ Ich wollte doch gar nicht, dass das so aus dem Ruder läuft.“
„ Könnt ihr das bitte später klären?“ beförderte Akira gerade den letzten bewusstlosen Halbnackten auf den großen Fleischhaufen. „ Ich will hier weg und das so schnell wie möglich.“ sah er zu ihnen hin. „ Ritsu! Ist alles ok bei dir?“
„ Pf, klar! Was denkst du denn?“ grummelte sie.
„ Ich habe doch gesagt, ich verspüre keine Schmerzen. Das hätte uns schon nachdenklich werden lassen müssen.“ maulte Paul.
„ Quatsch! Das hat bloß gezeigt, dass du noch voller Adrenalin gesteckt hast. In diesem Irrenhaus wären wir so oder so gelandet. Auch wenn es vielleicht anders ausgesehen hätte.“ glaubte Laura zu wissen. „ Wer weiß wie lange wir uns schon hier aufhalten?“
„ Das ist beängstigend.“ klammerte sich Martha murmelnd noch fester an Kian's Arm. „ Wie krass ist das denn, wenn wir nicht mal bemerken, dass wir verzaubert wurden.“    
„ Zu krass.“ nickte Yami. „ Wenn das alles überstanden ist, dann solltet ihr das Prisma zerstören!“
„ Sicher!“ nickten die Autorinnen ironischerweise im Duett.
„ Wo ist Chiron?“ hakte Akira nach.
„ Nicht hier, wie es scheint.“
„ Und wo ist er dann? Sollten wir ihn nicht suchen?“
„ Ich schätze, dass wir ihn hier nicht finden werden.“ erklärte Jaz. „ Auch wenn ich nicht weiß, wie er dem als einziger entkommen konnte?“
„ Mhm.“ dachte Kian darüber nach. „ Vermutlich indem er die Hexe bemerkte, kurz bevor es zu spät war. Ich meine mich auch daran zu erinnern, dass etwas in mir auf schrillte, aber ich war durch eine unangebrachte 'Analyse' zu abgelenkt, um richtig darauf eingehen zu können.“ schielte er die Autorin schief von der Seite an.
„ Eine unangebrachte Analyse? Das war bestimmt schon Teil ihres Zaubers.“ hüstelte sie.
„ Klar.“
„ Was meint er mit der unangebrachten Analyse?“ sah Luca fragend auf seine Freundin herab.
„ Keine Ahnung? Ich sagte doch schon, dass das bereits Teil ihrer Illusion war.“
„ Ist das so?“
„ Natürlich.“
„ Du lügst!“
„ Würde ich nie tun.“
„ Und wie du lügst!“
„ Man, sie hat Kian begierig betatscht, als die beiden von Bord gespült wurden und das hat ihn so abgelenkt, dass er die Hexe nicht wahrnehmen konnte.“ fluchte Akira. „ Können wir dann endlich auf das Wichtige zusprechen kommen, ja? WIE kommen wir hier verdammt nochmal wieder raus?“
„ Begierig betatscht?“ starrte Luca die Autorin eindringlich an.
„ SO war das gar nicht!!“ begann sie gleich sich zu rechtfertigen, wurde dabei aber von dem Greif unterbrochen.
„ Und wie das so war und nun Schluss damit!“ fauchte er. „ Nehmt euch hinterher ein Zimmer und klärt das da! Jetzt gibt es wichtigeres, um das sich gekümmert werden muss.“
„ Du hast Recht, tut mir leid.“ sein Blick deutete jedenfalls schon mal ganz deutlich an, dass das letzte Wort dort noch nicht gesprochen war. „ Also? Wie kommen wir hier raus? Irgendwelche Vorschläge?“ sah er in die Runde. „ Die Illusion zu durchschauen scheint ja nichts zu bringen, andernfalls wären wir schon wieder erwacht.“
„ Genaugenommen haben wir die Illusion ja noch nicht durchschaut. Schließlich stecken wir noch mitten im Irrenhaus fest.“ warf Laura in den Raum.
„ Irgendwo muss es eine Verbindung zwischen dieser und der Außenwelt geben, wenn wir diesen Punkt finden, dann können wir die Illusion vernichten.“ gab Kian von sich.
„ Ja, natürlich. Wir müssen nur die Öffnung finden, um die Luft aus dem Ballon zu lassen.“ nickte Jaz. „ Aber das dürfte schwierig werden, so ganz ohne einem Symbol.“
„ Wieso? Dann nehmen wir eben alles hier auseinander! Irgendwann werden wir diesen komischen Punkt schon treffen.“ schlug Ritsu vor.
„ Oder wir halten einfach nach dem Symbol der Dunkelheit Ausschau.“ konterte der Hippogryph. „ Chiron versucht uns bestimmt schon zu erreichen.“
„ Naja, wenigstens ist er nicht dafür verantwortlich, dass wir hier gelandet sind.“ seufzte die Co-Autorin. „ Also dann! Lust auf einen kleinen Rundgang?“
„ Gerade hätte ich eher Lust auf etwas anderes. Aber der Rundgang wird es auch erst mal tun.“ begab sich Luca knurrend zu einer der Türen hin.
„ Ich habe wirklich nicht...“ atmete Jaz schwer aus, ehe sie Akira mit einem mörderischen Blick ansah. „ Du Vollidiot!!“ trat sie ihm gegen das Schienbein, ehe sie ihrem Freund hinterher stampfte.
„ Was kann ich denn dafür, dass du die Pfoten nicht bei dir lassen kannst?“ fauchte der Getretene. „ Tatsche nicht an fremden Kerlen rum, dann passiert so etwas auch nicht!“
„ Soll ich noch mal zutreten?? Dieses Mal tut es auch mehr weh, versprochen!“ drehte sie sich mit einem noch mörderischeren Blick zu ihm um.
„ Hört auf euch gegenseitig niedermetzeln zu wollen.“ mischte sich Yami ein, der die Dame gleich mal weiter schob. „ Wir haben gerade weitaus größere Probleme.“
„ Tja, diese Verhandlung kannst du garantiert nicht mit einem bloßen Wochenendausflug beenden.“ vermutete Laura. „ Ich hoffe nur, dass der nicht dabei zusehen will, wie du das Prisma zerstörst.“ flüsterte sie ihr extra leise zu. „ Das wäre echt schade.“  
„ Dann muss ich mir schnellstens ein Imitat anschaffen.“
„ Als Strafe für den Tritt müsste ich das deinem Stecher eigentlich stecken.“
„ Tu es, wenn du dich unbedingt mit mir anlegen willst, du Bettvorleger! Wenn du Glück hast, schreibe ich dich bloß zu ein paar netten Fans, wenn du Pech hast, landest du bei dem Schlachtschiff im Bett! Also überlege es dir gut, ob du das wirklich willst!“
„ Du bist echt niedlich.“ schielte er auf sie herab. „ Aber das Drohen solltest du besser den Großen überlassen oder willst du wirklich, dass wer auch immer, mit dem Ebenbild DEINES Freundes rum macht?“
„ ...“ starrte sie knurrend zur Seite. „ Du bist trotzdem ein Arsch.“

Akt 23. zerschmetterte Illusionen


„ Man und das alles nur wegen diesem Windfisch.“ liefen die Autorinnen, zu mindestens eine von ihnen grummelnd, hinter dem Rest her. „ Warum musste es nur ausgerechnet Akira sein, der mich in die rotierende Kreissäge stieß? Jeden anderen hätte ich sogar NACKT zu den Fans geschrieben.“
„ Vielleicht war er ja eifersüchtig?“ zuckte sie mit der Schulter. „ Oder eben echt genervt, dass ihr über so was diskutiert habt.“
„ Eifersüchtig, hu?“ verschränkte sie die Arme vor der Brust. „ Weil mehr von uns hier mit einfließt, als wir bisher annahmen?“
„ Ja, wer weiß? Vielleicht ist es aber auch vorherbestimmt, dass sie sich zu ihrem Schöpfer hingezogen fühlen? Wir sind schließlich alle mit dieser Welt verbunden. Irgendwie.“
„ Wenn das wahr ist und raus kommt, dann dürfen wir erst Recht nicht mehr hier her kommen oder nur noch mit ihrer Begleitung.“ atmete die Autorin schwer aus. „ Und dann können wir uns das, angesichts des langweiligen Ausfluges, auch schenken.“
„ Wir warten einfach ab bis ein bisschen Gras über die Sache gewachsen ist und sie uns nicht mehr rund um die Uhr bewachen. Wenn wir erst einmal wieder allein durch die Gegend ziehen dürfen, dann können wir uns auch wieder für einen Moment hierher schleichen.“
„ Klar! Nach unserem Glück erwarten sie uns dann schon, wenn wir zurück in die Realität kehren.“ atmete sie noch schwerer aus. „ Auch wenn ich sie echt verstehen kann. Ich an ihrer Stelle wäre auch nicht gerade begeistert, wenn sie plötzlich ihren real gewordenen Lieblingen gegenüberstehen könnten.“
„ Nicht gerade begeistert? Ich würde Yami in der Luft zerreißen, so dass der nie wieder auch nur ansatzweise auf die Idee kommt, sich in die Welt zu flüchten, die seinen Liebling beherbergt.“ konterte Laura. „ Der würde seines Lebens nicht mehr froh werden.“
„ Wir sind doch echt die schlimmsten und schlechtesten Freundinnen die die Welt jemals gesehen hat.“
„ Ja! Aber ich glaube, genau DAS macht uns so einzigartig wertvoll.“ kicherte die Co-Autorin. „ Außerdem wäre normal doch langweilig und bei uns gar nicht möglich. Wir besitzen eben dieses rabenschwarze Karma und das nicht nur in dieser Welt. Wir ziehen die Katastrophen wie automatisch an, egal wo wir uns aufhalten. Das ist eben der Preis, den wir für unsere Genialität bezahlen müssen und ich bezahle die Schuld lieber, bevor ich noch in einem total langweiligen Halbtagsjob in irgendeinem Büro abhänge und mich von meinem verblödeten Chef rum kommandieren lassen muss.“ belehrte sie sie. „ Im Grunde ihres Herzens wissen die ganze genau, dass wir nur sie lieben und die ein bisschen Eifersucht belebt die Beziehung, richtig?“
„ Richtig.“ lachte sie. „ Wer mit uns zusammen sein will, muss sich eben auf das abgefahrenste und durchgeknallteste Leben überhaupt gefasst machen.“
„ So sieht es aus.“ stimmte sie ihr nickend zu. „ Aber nun genug davon, bevor wir unsere Leute noch aus den Augen verlieren.“ stießen sie zu den anderen auf. „ Sag mal, Schatz, was hast du eigentlich gruselig zu Gesicht bekommen?“
„ Ich?“ sah Yami zu ihr runter. „ Gar nichts. Ich bin allein in einem einfachen spärlich beleuchteten Raum erwacht, dann traf ich auf eine lächerliche Puppe, die jetzt noch lächerlicher ist, daraufhin folgte der Flur mit den Witzfiguren und dann kamt ihr.“
„ Hm. Mit dir wusste die Hexe garantiert nichts anzufangen. Du solltest froh darüber sein, dass du nicht in ihrer ratlosen Leere erwacht bist.“ seufzte Laura. „ Und was ist mit dir? Bist du auf Ori getroffen?“
„ Nein.“ antwortete Luca knapp.
„ Nicht?“ staunte sie. „ Sicher nicht? Dann warst du umzingelt von deinen lüsternen Fans?“
„ Auch nicht.“
„ Echt nicht?“ staunte sie umso mehr. „ Aber stimmt, wärst du auf die getroffen, dann sähest du jetzt mindestens genauso gerupft aus wie Kian. Also bist du etwa auch in einem langweiligen dunklen Zimmer erwacht?“
„ Schön wäre es.“
„ Uhum, was war dann?“
„ Nichts.“
„ Ich höre wohl besser auf zu fragen.“ ließ sie sich wieder leicht zurückfallen, um neben Jaz her schlendern zu können. „ Dein Kerl hat ne Laune, die zum davon rennen ist.“
„ Ich weiß.“ murmelte sie. „ Aber das wird schon wieder.“
„ Sicher.“
„ Hey! Hier vorne leuchtet ein schwarzes Symbol vor sich rum!“ rief ihnen Ritsu von weiter vorne zu. „ Ist das hier der Ausgang?“
„ Ja, das ist ganz eindeutig das Symbol der Dunkelheit.“ nickte Kian. „ Also entweder ist das hier unser Ausweg oder der Pfad, der uns zur nächsten Falle führen wird.“
„ Ersteres ist mir lieber.“ grummelte die Zeichnerin. „ Also wie geht das? Drauf schlagen? Einfach durchgehen?“
„ Handauflegen, aktivieren, betreten.“ lehnte der Hippo seine Hand gegen das Symbol, was daraufhin rot aufleuchtete.
Der Bereich um das Zeichen herum löste sich nacheinander in kleine Partikel auf, bis dort dann ein riesiges Loch hauste, was den Ort außerhalb der Illusion offenbarte, nämlich ein merkwürdiger reißender Strudel, der alles andere als einladend aussah.
„ Da müssen wir also durch?“ verzog Jaz ihren Mund.
„ Wenn du hier raus kommen willst, dann ja.“ sah Kian kurz zu ihr zurück. „ Du kannst dich an mir festhalten, wenn dir das hilft.“
„ Nicht nötig, aber danke.“ starrte sie entgeistert zur Seite.
„ Wer zuletzt aufwacht ist ein feuchter Tintenfisch!“ jubelte Ritsu und sprang sie auch schon mit dem Kopf vorn dem Sprudel entgegen, dicht gefolgt von Martha wohlgemerkt.
„ Hey! Das könnte gefährlich sein.“ schreckte Akira auf. „ Verdammt, wir sehen uns drüben!“ hetzte er ebenfalls hinterher.
„ Das ist bestimmt genauso witzig wie die Rutschpartie unseres Wäscheschachts!“ strahlte Laura. „ Worauf warten wir noch?“ griff sie Yami's Hand.
„ Lasst euch nicht zu viel Zeit.“ nickte er den anderen zu und dann rutschten auch sie mehr oder weniger begeistert drauf los.
„ Also was ist nun? Willst du mit mir kommen?“ hielt er Jaz fragend die Hand hin.
„ Schon ok, ich komme klar, wirklich!“ versicherte sie ihm. „ Ich schaffe das allein.“
„ Wie du meinst.“ zuckte er mit der Schulter und verschwand dann ebenfalls.
>Vielleicht sollte ich einfach hier bleiben...< schielte sie ihren Freund an, dessen Miene immer finsterer wurde. >Ewig zu schlafen ist ja eigentlich gar nicht so verkehrt.< ja, der Gedanke kam ihr wirklich und er hielt genauso lange an, bis eine Amoklaufende Monsterspinne den Flur entlang gepoltert kam.
„ IEHK!“
„ Schnell, weg hier!“ griff Luca erschrocken nach seiner Freundin, stieß Paul dann in den Strudel und sprang schließlich hinterher.
Die Rutschpartie war wirklich nicht von schlechten Eltern gewesen. Sie besaß alles, was man sich von einer Achterbahn versprach, scharfe Kurven, zahlreiche Loopings, Bergabfahrten mit einem Affenzahn und das ein oder andere mal wurden sie in die Luft geschleudert, ehe sie dann schockiert die Augen aufrissen und mal wieder in einem feuchten Kerker erwachten.
„ DU MISTSTÜCK!!“ machte Laura lautstark auf sich aufmerksam, die gerade an den Gitterstäben stand und irgendwas immer wieder gegen die Eisenstangen donnerte. „ DICH MACH ICH KALT.“
„ Sind wir jetzt wirklich...“ sah sich Jaz um. „ Und wenn ja, WO sind wir wirklich...?“
„ Mir egal WO wir sind! Gebt mir mein BUCH und ich reiße diese Schlampe in Stücke!! Wobei...“ verharrte sie kurz in ihrer Bewegung. „ Scheiß auf das Buch, ich nehme dich auch so auseinander!“ um dann erst recht auf Hochtouren zu laufen.
„ Die Gitterstäbe besitzen ein magisches Schutzschild, ich kann euch da also nicht raus holen.“ betrachtete Chiron belustigt das Gemetzel der Co-Autorin.
„ Und der Schlüssel liegt hier nicht gerade irgendwo rum, oder?“ wollte Yami wissen.
„ Natürlich nicht. Nun wo sie fast alle Staatsfeinde eingesperrt haben, werden sie deren Flucht nicht begünstigen, indem sie den Schlüssel irgendwo unbeaufsichtigt rum liegen lassen.“
„ Warte...“ stand die Autorin nun auch an den Gitterstäben. „ Soll das etwa heißen, dass wir uns in FALADOR befinde??“
„ Exakt.“ nickte er.
„ Wah...???“
„ Wie lange waren wir denn bewusstlos?“ staunte Martha. „ Falador war doch etwas weiter weg, oder nicht?“
„ Sie haben eins der alten Portale benutzt, um euch schnell hierher bringen zu können.“
„ HÖR AUF ZU LABERN UND ZIEHE DEN HEBEL HINTER DIR!!“ brüllte ihn Laura an.
„ Was für ein...?“ drehte er sich um und tatsächlich, da war ein Hebel. „ Der war gerade aber noch nicht da.“ zog er den Hebel runter, wodurch die Kerkertür mit einem Klirren aufsprang.
„ Endlich!“ vermöbelte sie die Hexe nun erst recht und das mit wachsender Begeisterung. „ SO und nun hole ich mir Elias!“
„ Als erstes sollten wir unsere Bücher suchen. Schon wieder.“ murmelte Jaz. „ Und wo ist das Prisma?“
„ Das Prisma befindet sich noch im Raumschiff.“ bemerkte der Jäger. „ Sie haben bloß euch und die Bücher mitgenommen.“
„ Ich verstehe.“
„ Umso besser! Dann müssen wir nur die finden und dann mache ich die Olle fertig!“ zeigte die Co-Autorin mit dem Finger auf die bewusstlose Hexe. „ Also los!“
„ Wartet hier. Ich schaue mich mal um.“ befahl Chi und verschwand kurz darauf dann.
Eine gefühlte Ewigkeit, wenige Minuten, verging, ehe der Kopfgeldjäger wieder bei ihnen auftauchte und ihnen mitteilte, wo sich ihre Bücher gerade aufhielten. Nämlich hinterm Schloss auf dem Übungsplatz der Ritter, inmitten unzähliger Männer und einem mies gelaunten General. Natürlich könnten die Magier einfach vorpreschen und so ganz Falador auf sich aufmerksam machen, damit sie dann binnen kürzester Zeit der geballten goldenen Armee und Elias gegenüberstanden. Wodurch die Realität, noch unbewaffnet, sofort in den Fokus geraten würde und da rächte sich dann jede noch so kleine Unaufmerksamkeit. Deshalb schmetterten sie die Idee, dass die Magier und ihre Wächter die Front bildeten, einstimmig ab. Allerdings kam Jaz dann eine außergewöhnliche Idee, als sie einen Kleiderhaufen bemerkte, die auch nicht gleich von allen mit Kusshand angenommen wurde, doch dennoch in die Tat umgesetzt wurde.
Hauptdarstellerinnen dieses Spektakels waren die Hexen höchstpersönlich, doch niemand erkannte sie in ihrem sexy Bauchtänzer Outfit und dem Schleier, der ihr halbes Gesicht verbarg. Beide trugen ein knappes Oberteil, was alles wichtige perfekt in Szene setzte und dabei nicht den kleinsten Durchblick erlaubte. Mit vielen kleinen Kettchen, Glitzersteinen und aufwendigen Verzierungen. Was man auch bei der Hose sah, die an beiden Seiten große Schlitze besaß, so dass man extra viel Bein sah und mit einem elastischen Bündchen an beiden Beinen festgebunden war. Bloß das Höschen, was sie drunter trugen, war so pechschwarz, dass man ihnen nichts weggucken konnte. Die Armstulpen waren ähnlich aufgebaut wie das Unterteil und besaßen zudem ein paar Rascheln.
„ Und du glaubst wirklich das klappt?“ sah Laura ihre Partnerin zweifelnd an.
„ Natürlich klappt das oder hast du etwa schon wieder vergessen, dass Faladors Ritter notgeile Frettchen sind?“
„ Stimmt auch wieder.“ nickte sie nach kurzer Überlegung. „ Dann hoffe ich mal für uns, dass ich mich noch an die Bewegungen aus dem Tanzkurs erinnern kann.“
„ Das bekommst du schon hin. Überlasse Elias mir. Wenn er wirklich von der Realität beeinflusst wird, wenigstens ein bisschen, dann wird der total auf mich abfahren.“
„ Das wird er auch wenn er nicht beeinflusst wird. Der fährt doch auf jede ab.“ grinste sie. „ Ich bete aber für dich, dass du hierdurch nicht noch mehr Probleme mit deinem Romeo bekommst.“
„ Ach quatsch, der weiß doch, dass ich das hier bloß mache, um an unsere Manuskripte heran zu kommen.“
„ Ja, der weiß bestimmt auch, dass du Kian bloß abgetastet hast, um ihn später besser beschreiben zu können, trotzdem ging er deshalb hoch wie ne Rakete.“
„ Das ist was anderes.“ grummelte sie. „ Na los, packen wir es an.“
„ Wenn es denn sein muss.“ nickte sie seufzend.
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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Sa 18 Nov - 23:01

Akt 24. Autsch


Vielleicht musste es nicht sein, wer wusste das schon? Trotzdem zogen sie es durch, weil sie gerade keinen anderen Plan zur Hand hatten. Natürlich hatten die jungen Damen sofort die Aufmerksamkeit der Ritter sicher, die auch gleich ihr Training unterbrachen, um sich voll auf die sexy Tänzerinnen konzentrieren zu können.
„ Wow. Ich wusste gar nicht, dass sie sich so bewegen können.“ staunte Paul.
Natürlich beobachtete der Rest der Gruppe das Geschehen ebenfalls mit mehr oder weniger Argus Augen.
„ Ich hätte gerade absolut nichts dagegen einzuwenden, meinen Platz mit einem der Ritter zu tauschen.“ grinste Kian frech auf.
„ Mhm.“ etwas ähnliches dachte Chiron scheinbar ebenfalls, was sein breites Grienen bewies.
„ Ich hätte gerade nichts dagegen einzuwenden, da mitzumachen!! Das sieht echt spaßig aus.“ meinte Ritsu.
„ Oh, das ist auch spaßig.“ nickte Martha eifrig.
Durch ihre Rolle als Liú musste sie diese Art des Tanzens ja auch beherrschen und das hatte sie in jeder freien Minute verinnerlicht, indem sie bis zum abwinken übte. Schließlich kam es auch ihr zugute, wenn sie sich so gut bewegen konnte, dass sie selbst Paul's Interesse weckte.
„ Du tanzt also auch?“ sah Kian zu ihr runter.
„ Ja, sicher.“
„ Und warum bist du dann noch hier?“
„ Weil ich nicht so gut bin wie sie.“ murrte sie.
„ Dazu kann ich nichts sagen, bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe.“
„ Du würdest mir also zuschauen?“ blickte sie ihn erstaunt an.  
„ Natürlich.“ lächelte er.
„ Eccchhhtt??“ wurden ihre Augen immer größer, ehe sie sich freudig strahlend an seinen Arm heftete. „ Dann werde ich nur für dich tanzen!“
„ Ich freue mich schon drauf.“
„ UH!“ zog ein allgemeines männliches Raunen ihre Aufmerksamkeit auf sich.
„ Das tat garantiert weh.“ verzog Akira mitfühlend seinen Mund.
„ Definitiv ja.“ nickte Yami. „ Das hat gesessen.“
Zwischenzeitlich wurde Elias natürlich ebenfalls von dem Tumult angelockt. Als Jaz sein Interesse sicher hatte und sich an ihn heran tanzen konnte, nutzte sie die Chance um ihm ihr Knie mit Karacho dort hin zu rammen, wo es besonders gut kam. Dadurch brachte sie die Manuskripte wieder in ihren Besitz und sorgte gleichzeitig dafür, dass der ach so edle Ritter vor ihr auf die Knie sank.
„ Lass uns doch einfach in Ruhe, du verseuchte Kanalratte.“ zog sie die Bücher auch noch mal über seine Rübe, ehe sie schnell zu Laura hineilte.
„ HA! Jetzt ist die Hexe fällig!“ rannte sie jubelnd dem Kerker entgegen.
Kurz darauf hörte man nur noch ein lautes PUFF und dann kam die Co-Autorin zufrieden wie eh und je wieder zu den anderen geschlendert.
„ Dann können wir ja jetzt gehen.“ zog sich Jaz noch den Schleier vom Gesicht weg und ließ diesen achtlos durch die Lüfte gleiten.
„ Dafür wirst du bezahlen...“ stammelte der General.
„ Träume weiter, du Trottel.“ sah sie noch mal zu ihm zurück, ehe sie einfach davon schlenderte.
„ Wo hast du das Raumschiff geparkt?“ wandte sich Laura an Chi.
„ Vor den Palastmauern.“ grinste er sie vielsagend an. „ Das Outfit steht euch übrigens ausgesprochen gut.“
„ Natürlich tut es das, andernfalls hätten wir es niemals angezogen.“
„ Vielleicht willst du mir ja auch mal eine Privatvorstellung geben?“
„ Sorry, aber es gibt nur einen der so etwas von mir bekommen würde und das bist nicht...“ schaute sie über ihre Schulter zu ihm zurück. „ Mhm... genaugenommen bist das nicht du!“
„ Wie schade.“
„ Und jetzt?“ grummelte Jaz entgeistert vor sich hin, als sie das Schloss einigermaßen problemlos verlassen hatten und nun am Flugschiff standen. „ Warum ausgerechnet zurück nach Falador?? So erreichen wir die anderen beiden nie.“
„ Wir könnten ebenfalls die alten Magierportale benutzen.“ schlug Kian vor. „ So holen wir die verlorene Zeit locker wieder ein.“
„ Ich würde sagen, wir steuern sofort Brutalien an.“ meinte Luca. „ Dort werden wir garantiert auf Brutus treffen.“
„ Ja, das glaube ich auch.“ stimmte ihm Paul zu. „ Je schneller wir hier weg kommen, desto besser ist das. Hinterher passiert uns noch was wirklich schlimmes.“
„ Gut, dann steigt ein. Ich bringe euch dorthin.“ öffnete Chi die Pforte. „ Schnell, bevor sich das Licht von den Schmerzen erholt.“ griente er fies auf.
„ Ich gehe mich umziehen.“ verzogen sich die Chefinnen gleich.  
„ Wo sich Miku und Liú wohl gerade aufhalten?“ fragte sich Jaz, als sie wenig später auf dem Außendeck stand.
„ Vermutlich wieder im Schloss, denk ich.“ vermutete Laura, die es sich gerade auf der Liege bequem machte. „ Andernfalls wäre Elias nicht zurück nach Falador gekehrt, oder?“
„ Ja.“ kicherte sie. „ Ohne Ritsu's Hilfe kam sie vermutlich nicht mal über die Grenze von Terossa hinweg. Aber das ist gut. Wer weiß was sonst passiert wäre.“
„ Nichts! Weil der größte Abschaum Magnet sind wir doch inzwischen!“ feierte sie.
„ Aber leid tut es mir nicht.“ lächelte die Autorin. „ Die langweilige Realität hat uns früh genug wieder zurück.“
„ Uh, das böse R Wort.“ verzog die Zeichnerin ihren Mund. „ Würden da nicht meine zehntausend Pakete, tausend Dolls, Millionen LoT Fanartikel, kosmischer Berg an Mangas und am wichtigsten: meine Chi Zeichnungen, auf mich warten, dann würde ich gar nicht dorthin zurückkehren wollen.“
„ Diese Welt ist ziemlich inspirierend, nicht wahr? Nicht nur was das Beschreiben von Thalia angeht. Wenn ich hier bin, dann kommt der Stress der Außenwelt nicht an mich heran. Hier kann man viel entspannter über seine Ideen nachdenken und nebenbei die anderen dabei beobachten, wie sie einfach sie selbst sind.“
„ Der Stress der Außenwelt, hu?“ schielte sie ihre Freundin belustigt an. „ Stimmt, der kommt wirklich nicht an uns heran. Das weiß unser schwarzes Karma zu verhindern, schließlich gibt es hier weitaus größere und schwerwiegendere Probleme, die es uns aufs Auge drücken kann. Aber auch wenn wir dorthin mit den kleineren Hürden zu kämpfen haben, möchte ich lieber hierbleiben. Wann hat man schon mal die Chance, zu einer allmächtigen Hexe zu werden? Es braucht nicht mehr viel und jeder Thalianer wird sich hüten unsere Namen auszusprechen! Wir werden die Hauptdarsteller in den schlimmsten Horrorgeschichten spielen, ja selbst Sansana Kurai stoßen wir mit einem einfachen Fingerschnipp vom Thron. Durch uns lernt diese Welt...“ blickte sie strahlend zu Jaz hin, die allerdings grade mal eine hochgezogene Augenbraue für ihre euphorische Erzählung übrig hatte. „ … äh... das Fürchten?“ wandte sie ihr Gesicht kichernd von ihr ab. „ Chira wird irgendwann in Vergessenheit geraten doch wir werden auch in tausend Jahren noch der Inhalt sämtlicher warnenden Worte sein. Kaue dir nicht die Fingernägel ab, sonst kommen die Hexen und beißen dir die Finger ab!“ machte sie eine Mutti nach. „ Oder: wer lügt lockt die gemeingefährlichen Hexen zu sich hin und die erscheinen garantiert nicht nur, um dem Bengel den Fluch der ewigen Jugend aufzudrücken.“
„ Dann heißt es nicht mehr: Iss dein Teller auf, sonst gibt es morgen Regen, sondern: Iss bloß dein Teller auf, sonst kommt Eugene und macht das für dich!“
„ Haha! Ja genau und danach verwandeln sich alle in Eugene 2.0.“
„ Oder Brutus erscheint bei ihnen und der spielt dann mit vollem Körpereinsatz: Ih, da ist eine Spinne.“ giggelte Jassy.
„ Dann sollte die Hexe froh darüber sein, dass er sich noch nicht bei uns befindet. Wenn der auf die Spinne getroffen wäre, hätte der ihr gesamtes Irrenhaus auseinander genommen. Dann wäre sie diejenige gewesen, die nie mehr wieder aufwacht. Das tut sie jetzt auch nicht mehr, davon mal ab.“ lachte sie vergnügt. „ Aber bei ihm wäre es unangenehmer gewesen, das schwöre ich dir.“
„ Ich frage mich aber immer noch, wie Elias überhaupt an die ran gekommen ist.“ grummelte sie. „ Es ist ja bekannt, dass der jede flach legt, aber diese alte Schrulle, echt jetzt?“ lief ihr ein kalter Schauder über den Rücken. „ Und wie ist dieser Windfisch überhaupt ohne Chiron's Hilfe an den Sirenen vorbeigekommen?“
„ Indem er auch sie beglückte?“
„ Ih.“
„ Vielleicht ist hier aber auch einfach nichts mehr so, wie es einmal war. Alles was wir, oder nein, eher was DU zu wissen glaubtest, ist nichts mehr wert. Diese Welt hat sich von LoT's Fesseln befreit und dreht nun ihre eigenen Bahnen, mit eigenen Entscheidungen und unvorhersehbaren Folgen. Aber das ist auch gut so, meinst du nicht? So ist diese Geschichte nicht nur für mich ein Buch mit sieben Siegeln, sondern auch für dich!“ griente sie sie breit an. „ Und je unberechenbarer desto besser, richtig?“
„ Ja, richtig.“ nickte die Schriftstellerin. „ So macht es auch viel mehr Spaß.“
„ Apropos Spaß, hast du schon mit Luca geredet?“
„ Nein, noch nicht. Er hält sich die ganze Zeit mit unseren Yamchis im Cockpit auf. Ich denke, dass er selbst erst wieder runter kommen will, ehe er das Gespräch mit mir sucht.“
„ Weißt du inzwischen, was er gesehen hat?“
„ Nicht direkt, aber ich kann es mir denken. Als Akira ihn wach rüttelte, soll er wohl gleich hochgeschnellt sein, um ihm mit voller Wucht eine zu verpassen.“ berichtete sie ihr. „ Aki meinte, dass er vorher wohl total wirres Zeug vor sich hin gemurmelt hatte und dann riss er mit einem ' ich reiße dich in Stücke, du bemitleidenswerte Ausgeburt einer stinkenden Harpyie' die Augen auf.“
„ Ups.“ lehnte Laura ihre Hand ausnahmsweise mal mitfühlend vor den Mund. „ Und dann erzählt Akira auch noch, du hättest Kian 'begierig begrabscht'. Da macht seine verdammt miese Laune schon wieder Sinn. Konnte er denn nicht sehen, was Luca sah? Wir haben Kelaino doch auch gesehen, die Kian an die Wäsche wollte.“
„ Ich will gar nicht im Detail wissen, was sie Luca gezeigt hatte. Aber ich gehe mal nicht davon aus, dass wir beide noch viel an hatten und vielleicht hat sie ja auch eine Abneigung gegen nackte Haut. Also nein, er konnte es nicht sehen.“
„ Da haben wir ja eigentlich echt noch Schwein gehabt mit dem was wir durchlebten.“
„ Besitzt du etwa eine ähnliche Angst? Vielleicht das Yami mit Diana durchbrennen könnte?“ starrte sie ihre Co-Autorin belustigt an.
„ Quatsch.“ wehrte diese gleich ab. „ Das ist so unrealistisch und absurd, dass mir das nicht mal im Traum einfallen würde. Ich habe ja auch keine Angst davor, dass er mit Jacki oder Chantal durchbrennen könnte. Nein, das juckt mich nicht...“
„ Aber?“
„ Nun...“ sah sie sich verstohlen um. „ Vielleicht hege ich die klitzekleine, kaum erwähnenswerte Angst, dass er doch lieber wieder das enthaltsame einsame Leben eines Mönches führen möchte. Das ist jedenfalls weder absurd noch unrealistisch, schließlich tat er das bis vor einiger Zeit noch.“ murmelte sie. „ Versteh mich nicht falsch, Jaz!!“ fauchte sie, nachdem sie das breite Grinsen ihrer Freundin bemerkte. „ Ich rede hier nicht vom Sex, klar?! Sondern davon, dass ich ihn nicht als meinen Freund verlieren möchte und...“ wandte sie den Blick seufzend ab. „ … manchmal überkommt mich der Gedanke, dass wir zusammen kamen, als er in einer schwierigen Situation steckte und das er diesen voreiligen Entschluss, mit mir ein neues Leben zu beginnen, eines Tages bereuen könnte.“
„ Das du so denkst zeigt doch nur, dass du trotz allem noch ein Mensch bist.“
„ Was sollte ich denn sonst sein?“ brummte sie.
„ Eine Katzen schleudernde und Kinder fressende alte Jungfer!“ kicherte Jaz. „ Aber das blieb dir erspart.“
„ Ja, vielen Dank auch.“
„ Zweifel sind normal, auch wenn er nicht den Anschein macht, als würde er auch nur einen Gedanken in diese Richtung verlieren. Er hat sich ja nicht aus Jucks und Dollerei auf dich eingelassen, sondern weil er sich wirklich in dich verliebt hat.“
„ Wie auch immer er das geschafft hat. Bei dem ganzen Angefauche, dem Gezeter und den Morddrohungen meinerseits.“    
„ Wo die Liebe eben hinfällt.“ zuckte sie mit der Schulter. „ Vielleicht hat er aber auch genau das gebraucht, um wieder auf die Beine kommen zu können. Weil du seine Ratlosigkeit mit einem Sturm aus Wut, Entsetzen und einem Hauch Boshaftigkeit gefüllt hast.“
„ Und das soll nun gut sein?“ maulte sie.
„ Klar, weil du ihm so einen deftigen Tritt verpasst hast, dass er gar nicht anders konnte, als aus seinem selbst geschaufelten Grab heraus zu klettern, um dir die Stirn bieten zu können.“
„ Also verdankt er mir praktisch sein Leben?“ überlegte sie. „ Prima, dann habe ich noch einen gut bei ihm.“ kicherte sie.
„ Das habe ich so nicht... ach was soll es?“ verdrehte sie lächelnd die Augen.
„ Wir erreichen bald das Portal der alten Magier.“ ertönte Chiron's Stimme aus den Lautsprechern, weshalb die Damen ihr Gespräch unterbrachen und weiter ins Cockpit wanderten.

Akt 25. Brutalien


Nun, noch nicht ganz, aber kurz davor. Die Damen mussten sich, natürlich, erst noch die tanzenden Opis ansehen, ehe sie sich auf den stärksten Schauspieler aller Zeiten konzentrieren konnten und das taten sie mit wachsender Begeisterung, während der Rest vor der Hütte wartete.
„ Haha! Diese Opis sind einfach die Besten.“ jubelten die Damen im Chor, als sie wieder zu den anderen stießen. „ Ich an 'deren' Stelle hätte den Song auch nicht ernst genommen.“ das Wort 'deren' betonte Laura extra.
„ Habt ihr euch nun lang genug über alte Opis lustig gemacht?“ hakte Yami mit hoch gezogener Augenbraue nach.
„ Sie sind doch dafür da, um sich über die lustig zu machen. Damit niemand gleich zu Beginn bemerkt, wie wichtig ihr albernes Lied ist. Das ist alles Taktik!“ gab sie völlig überzeugt von sich. „ Richtig?“ sah sie nun Jaz erwartungsvoll an.
„ Ja, richtig.“ nickte diese schmunzelnd. „ Wenn unsere schrulligen Dorfältesten nicht so schrullig wären, dann hätte die Gruppe von Anfang an auf sie gehört und dann wären sie nicht den Sirenen zum Opfer gefallen und äh...“ schielte sie die Boten der Dunkelheit an. „ … ein gewisser Jemand hätte sie nicht retten müssen. Ergo wären sie nicht zusammen durch den Wald marschiert und danach nicht gemeinsam weiter gereist.“
„ Ihr hättet ja auch einfach ein Buch einbauen können, was bereits so vergilbt war, dass man das Geschriebene nicht mehr richtig lesen konnte, so dass sie von ihnen gerettet werden mussten.“ konterte Luca. „ Also eigentlich wolltet ihr bloß ein paar alberne, Pfeifen rauchende, schrullige alte Säcke einbauen, über die ihr euch lustig machen könnt.“    
„ WIE habt ihr UNSERE Dorfältesten genannt??“ traten plötzlich ein paar blitzende Augen aus dem Schatten heraus, die sich, Karma sei dank, binnen weniger Sekunden wie die Karnickel vermehrten. „ Wir bieten euch unsere Gastfreundschaft und unsere Hilfe an und wie Dank ihr uns das, ihr undankbares Gesindel?? Übers Knie sollte man euch legen, einem nach dem Anderen!“ blitzten sie die Gruppe abwechselnd an. „ Und DANN wird euch meine ZAHNBÜRSTE...“ hob er diese in die Lüfte. „ ...einbläuen was es heißt andere zu respektieren!“
„ Pffff...“ bekam die Co-Autorin einen mittelschweren Lachanfall. „ HAHAHHA!!! Dieses Dorf ist sogar dann noch zum schreien komisch, wenn die einen bedrohen wollen!! Mit einer Zahnbürste!! Was willst du damit machen, hä? Mir die Zähneputzen??“
„ Wenn es sein muss auch das! Hauptsache euch wird der DRECK von der Seele geschrubbt!“
„ Oh bitte.“ ging sie noch immer grölend auf ihn zu und kickte ihn dann mit einem einzigen gut platzierten Tritt in den Staub. „ Wenn deine Zahnbürste bei unserem nächsten Treffen nicht von Gott höchstpersönlich geküsst wurde, dann bleib mir damit aus den Augen, verstanden??“ benutzte sie seinen Kopf dann auch noch als Fußablage, ehe sie ihren Arm auf die Knie lehnte und sich breit grinsend zu ihm runter beugte. „ Aber das wird nicht passieren und weißt du auch warum?“ grinste sie ihn bösartig an. „ Weil unser Karma euren scheiß Gott schon in Grund und Boden stampft, ehe der überhaupt begreift, wie armselig und minderwertig er ist.“
„ Hast sie dich gerade wirklich als armselig und minderwertig beschimpft?“ sah Martha die Autorin fragend an. „ Ich dachte ihr mögt euch?“
„ Ich war auch nicht gemeint.“
„ Ach so?“
„ Also? Will noch jemand mit seinen Hygieneartikeln bei einem Kampf auftauchen?“ sah sich die Mangaka fragend um. „ Was ist mit dir? Was versteckst du hinter deinem Rücken, mh?“ ging sie auf eine junge Frau zu.
„ N-Nichts!“
„ Kann es sein, dass sich Laura in ihrer Rolle als Staatsfeind Nummer eins richtig wohl fühlt?“
„ Quatsch, wie kommst du denn darauf?“ schmunzelte Jassy ihren Freund an.
„ EINE HAARBÜRSTE???“ grölte Laura nun erst recht. „ Sehen meine Haare etwa so aus, als müssten sie gebürstet werden? Ihr seid doch echt die armseligsten Feinde, die man haben kann.“
„ Ach ja??“ standen plötzlich die alten Opis mit einem, für sie bestimmt, ernsten Gesichtsausdruck in der Tür. „ Was haltet ihr denn hier von, hä?“ begaben sie sich in eine total lächerliche Pose, die in ihrer Lächerlichkeit so derbe hervor stach, dass man das einfach nicht als Bild festhalten konnte. „ SUPERDUPER MECHA-OPI KAMPFMODUS!“
„ Ihr würdet es sogar schaffen die friedlichsten Wesen aller Zeiten gegen euch aufzubringen.“ atmete Yami schwer aus.
„ Warum ihr? Ich habe doch gar nichts gemacht!“ protestierte Jaz. „ Dieses Mal war es Luca's Schuld und nicht unsere.“
„ Wah wieso meine?“
„ Du hast sie doch als alberne, Pfeifen rauchende, schrullige alte Säcke bezeichnet.“
„ Ja, aber genaugenommen habe ich nur wiedergegeben was ihr gesagt habt.“
Zwischenzeitlich hatten die schrulligen Opis nicht nur ihre Kampfpose angenommen, sie haben ihre Alltagsgegenstände zudem noch in beeindruckende Waffen verwandelt. Die Pfeife entpuppte sich als feuriger Morgenstern, die eine Tasse wurde zu einem Flammenwerfer, in Mini Format, und die ein oder andere Gabel wurde zu einem großen Fleischspieß.
„ DAS nenne ich wirklich mal beeindruckend.“ nickte Laura. „ Aber ihr seid trotzdem nur ein paar lustige alte Opis.“ verbarg sie ihr Grinsen mit den Fingern. „ Also geht wieder rein, bevor ihr euch noch ernsthaft verletzt.“
„ IHR werdet euch gleich ernsthaft verletzten, ihr ungehobelte Kinder, ihr!“ konterte Opi1. „ RUF ZU DEN WAFFEN!!!“
„ Lasst uns gehen. Ich kämpfe nicht gegen wehrlose alte Menschen, gegen junge oder Kinder auch nicht.“ befahl der Mönch.
„ Wer ist hier WEHRLOS, du Gesichtselfmeter??“ keifte Opi2.
„ Na na, wir wollen uns trotzdem noch angemessen artikulieren.“ meinte Opi3.
„ Ohdrai hat Recht.“ nickte Opi1. „ Uns auf ihr Niveau runter zu lassen wird bloß dafür sorgen, dass wir sabbernd in der Ecke liegen.“
„ Ich knalle dir mein Niveau gleich mal um die Ohren, du faltige Rosine!“ maulte die Co-Autorin.
„ Leute kommt schon, lass uns gehen! Das sind bloß einfache Leute hier.“ versuchte es Yami erneut.      
„ Oh ich werde gehen!! Nachdem ich ihr Dorf in die HÖLLE geschrieben habe!“ lachte sie dreckig auf, ehe sie ihr Buch aufschlug und... „ Hey! Was soll das?“ von ihrem Freund entwaffnet wurde.
„ Solange ich dabei bin, kämpfen wir weder gegen alte Menschen noch gegen Kinder oder „ Frauen.“
„ Und was ist mit den Männern hier?? Darf ich die in den Staub werfen??“
„ Nein!“ packte er sie am Kragen und zog die bockige Dame seufzend hinter sich her.  
„ MHM!“ verschränkte sie verstimmt die Arme vor der Brust und starrte die Opas dabei mit einem tödlichen endenden Blick an. „ Wartet nur ab... ich komme wieder!“
„ Ha! Wir haben gewonnen!“ jubelte die Gemeinschaft. „ Wir haben sie mit unseren stählernen Muskeln und unserem genialen Verstand vertrieben!“
„ DAS HABT IHR NICHT, KLAR???“ brüllte ihnen Laura von außerhalb zu. „ MEIN FLUCH WIRD GRAUENHAFT SEIN UND SÄMTLICHE HYGIENEARTIKEL AUS EUREM DORF VERBANNEN!! HA!! DAS HABT IHR NUN DAVON!!“
„ Ja, ih.“ verzog Jaz den Mund.
„ OK, NICHT ALLE! ABER EIN PAAR!!“ korrigierte sich die Co-Autorin schnell. „ IHR WERDET EUCH NOCH WÜNSCHEN MICH NIEMALS PROVOZIERT ZU HABEN!!“
„ WWWAAASSSSS??? WIR SIND AUCH NICHT MEHR DIE JÜNGSTEN, SCHREI GEFÄLLIGST LAUTER!!“ kam es zurück.
„ Boar!! Die haben meine perfekte Drohung nicht mal gehört??“ pustete sie die Backen auf. „ Ich fasse es nicht!! Wie soll man denn so Spaß am drohen haben? Pah! Nicht mal dafür sind die gut! Man kann sich einfach nur über die lustig machen, etwas anderes kommt gar nicht in die Tüte.“
„ Ich ahne fürchterliches.“ atmete Luca schwer aus. „ Ihr zwei in einem Reich voller brutaler Männer, die auch so schon auf alles los gehen, was sich auch nur ansatzweise bewegt. Was passiert also erst, wenn ihr da aufschlagt? Wo ihr doch selbst die tanzenden Opis, die bisher für nichts anderes gut waren, in bewaffnete tanzende Opis verwandelt?“
„ HAARBÜRSTENATTACKE, HAAAAAAAAAA!!“ brüllte plötzlich wer hinter ihnen und schon kurz darauf traf Laura etwas von hinten am Kopf.
„ ARGH!“ wirbelte sie erbost zu dem Dorf herum. „ WER WAGT ES??“ doch da war niemand mehr. „ Dieses Miststück...“
„ Das ist also ein 'Rückschlag'.“ kicherte Jaz.
„ DAS ist nicht WITZIG!!“ fauchte sie ihre Freundin an. „ Die hat mir eine verdammte Bürste an den Kopf geworfen, das hätte auch ins Auge gehen können!“
„ Aber dann wäre es kein 'Rückschlag' mehr gewesen, also hättest du sie gesehen und hättest dem Geschoss ausweichen können.“
„ Das ist noch immer nicht witzig.“ schmollte sie. „ Na gut doch, vielleicht ein bisschen. Aber nur dein Wortspiel, klar?“
„ Klar.“
„ EINHORN!!“ brüllte Martha plötzlich. „ Da ist ein Einhorn!! Ein waschechtes Einhorn!!“ zeigte sie aufgeregt mit dem Finger in die besagte Richtung. „ Oh und ein waschechtes Netz auch!“
„ Wilderer.“ verfinsterte sich Chi's Blick prompt, ehe er auf das Pferd zuschoss.
„ Ja, endlich wen den wir in Grund und Boden stampfen können!!“ raste Laura jubelnd hinterher.
„ Genau, das haben wir ja schon lange nicht mehr gemacht.“ kicherte Jaz, die dann ebenfalls hinterher hechtete. „ HEY, lasst mir etwas vom Kuchen übrig!“
„ Ich sehe es schon kommen, in wenigen Augenblicken werden wir auch von sämtlichen magischen Pferden gejagt.“ seufzte Luca.
Als die anderen bei den Autorinnen und ihrer göttlichen Erschaffung (Chi) ankamen, lagen die Wilderer bereits verstreut in der Ecke rum und zählten regenbogenfarbene Sterne. Ri und Martha hatten das Pferd zwischenzeitlich befreit und tollten nun vergnügt mit ihm rum. Das Pferdchen unterbrach sich auch nur kurz dabei, als die Cheffinnen auf ihn zukamen, da verharrte er prompt in seiner Bewegung und fauchte die Damen erbost, mit rot aufleuchtenden Augen an, ehe es dann einfach, als wenn nichts gewesen wäre, mit den Mädels rum tollte.
„ Was sollte das denn??“ starrte Laura entgeistert zu Jaz hin.
„ Keine Ahnung?“ gingen sie wieder auf ihn zu und wurden als Dank noch aggressiver angefaucht. „ Ich glaube der mag uns nicht!“
„ Wie kann man UNS denn nicht mögen?“ staunte die Zeichnerin.
„ Ja, das ist mir auch ein Rätsel.“ giggelte die Schriftstellerin.
„ Einhörner lassen sich nur von Jungfrauen anfassen.“ erklärte Chi. „ Wenn sie von jemanden berührt werden, der keine mehr ist, dann verwandeln sie sich in dämonische Pferde.“
„ Woher hast du das denn?“ blickte Laura ihre Freundin fragend an.
„ ...“ zuckte diese bloß mit der Schulter. „ Vielleicht eine meiner berüchtigten Blitzideen.“
„ Das bedeutet dann wohl, dass die beiden da unsere einzigen Jungfern sind, hu?“ grinste Kian bereit auf.
„ Wenn ich das nur früher gewusst hätte.“ brummte Laura vor sich hin. „ Hier ist es langweilig, also lasst uns gehen.“
„ Eine Jungfrau, hu?“ wurde Ki's Grinsen sogar noch breiter.
„ Denk nicht mal dran.“ schielte Jaz ihn an. „ Denk lieber daran, dass ich noch immer einen Klappstuhl in der Hinterhand habe, den ich ohne zu zögern gegen dich einsetzen werde, solltest du dich an unserer Martha vergehen.“
„ Ein Klappstuhl?“ nahm sein Gesicht undefinierbare Züge an. „ Stimmt, da war ja was.“ wandte er sich der Autorin zu. „ Keine Sorge, von nun an ist Martha nicht mehr mein Ziel.“
„ War das etwa eine Drohung?“
„ Nein, nur eine Feststellung.“ ging er an ihr vorbei. „ Du solltest ab jetzt trotzdem aufpassen, wen du den Rücken zudrehst.“
„ Wenigstens lassen uns die Einhörner in Ruhe.“ atmete Yami schwer aus, doch zu früh gefreut denn:
„ HA HA!!“ kam es von Laura, dich gefolgt von einem: „ Oh...“
Die Autorin hatte sich nämlich von hinten an das Einhorn heran geschlichen, als dieses damit beschäftigt war mit den Jungfern zu spielen und hatte ihm dann einen Klaps auf den Hintern verpasst. Darauf hin fiel das Weiß seines Fells buchstäblich ab und ein tiefschwarzes SCHWARZ mit roten Schattierungen kam zum Vorschein. Sein Horn verlor es ebenfalls und sein flauschiger Schweif verwandelte sich in eine matschige Trauerweide.
„ Ups...“ griente Laura schief auf.
„ KYYAHHHH!!“ rasten die Jungfern schnell zu den anderen hin.
„ Schwarz steht dir viel besser. Glaub mir, du siehst so viel männlicher aus! Und die Bösen haben ohnehin mehr Spaß als die Guten, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Also schwamm drüber und erfreue dich lieber daran, dass dir nun alle Regeln und Pflichten egal sein können. Du bist jetzt schließlich ein dämonisches Ultra geiles äh... Pferd.“ beschwichtigte die Co-Autorin das Tier. „ Jetzt kannst du in die Welt hinaus ziehen und sie in Grund und Boden stampfen. Da hinten ist ein Dorf, was Pferd zum Frühstück ist und zudem noch einen Wettbewerb daraus gemacht hat, Einhörner in Dämonenpferde zu verwandeln.“ behauptete sie grinsend. „ Also auf geht es! Packe sie dir! Lehre ihnen das Fürchten und beschützte deine schwachen Einhorn-Freunde.“ strahlte sie auf, als der Dämon tatsächlich schnaufend auf das Dorf der alten Opis zuraste. „ HAHAHA!!!! Ich sagte doch, meine Rache wird fürchterlich sein!!“
„ Laura ist soooo cool!!“ strahlten die noch immer Jungfern.
„ Bösartig trifft es wohl eher.“ atmete Yami mal wieder schwer aus.

Akt 26. Brutalien, nun aber wirklich!


Jedenfalls schlenderten sie gerade auf das riesige Schild zu, was unwissende Wanderer davor gewahren sollte blindlings in ihr Verderben zu rennen. Am sichersten blieb der Weg durch den verwunschenen Wald, doch das auch nur, wenn man dem Lied der tanzenden Oberhäupter glaubte und da die vermutlich längst von dem tobenden Dämonenpferd niedergemäht wurden, konnten sie den Text bloß noch als fetten Hinweis auf ihre Grabsteine hinterlassen.
„ Ich will nicht durch Brutalien laufen.“ atmete Jaz schwer aus. „ Da ist es dreckig und die Bewohner sind einfach widerwärtig.“
„ Wir könnten das Dreckige und Widerwärtige ja auch einfach wegschreiben? Dann verwandelt sich Brutalien in Handumdrehen in eine märchenhafte, glitzer blink blink, rosa Träume Plüsch-Puppen-Rüschen-Landschaft.“ kicherte Laura.
„ Wenn ihr nicht wollt, dass wir anderen qualvoll an plötzlich auftretenden bösartigen Augenkrebs oder einem gewaltigen Hirntumor krepieren, dann lasst ihr eure Märchenwelt stecken.“ klinkte sich Kian ebenfalls in ihren Überlegungen ein. „ Ich betrete lieber staubigen Boden als einen überflauschigen Teppich.“  
„ Aber da sind ekelhafte, vor Schweiß triefende, stinkende, ungepflegte, halbnackte Barbaren!“ konterte die Co-Autorin entsetzt. „ DIE müssen wir einfach weg schreiben!“
„ Wenn ihr euch so sehr vor Brutalien ekelt, dann solltet ihr draußen warten, bis wir euren Barbaren gefunden haben.“ schlug Chi vor. „ Letztendlich sind auch die größten Hexen bloß Frauen, richtig?“
„ Was soll das heißen: bloß Frauen?“ schielte Laura den Herrn schief von der Seite an. „ Unsere Genialität wirst du nicht mal dann erreichen wenn es tausende von deiner Sorte geben würde! Also hätte es richtig heißen müssen: Letztendlich sind die größten Hexen ZUM GLÜCK Frauen!“
„ Männer wären ja auch Hexer.“ fand Ri das Haar in der Suppe. „ Also kann es sich bei einer Hexe ja nur um eine Frau handeln.“
„ Dann seid eben froh, dass wir Hexen und keiner Hexer sind!!“ maulte sie. „ Hexer sind total out und überhaupt, sie sind nicht mal in der Lage unser Kaliber zu erreichen! Sie sind schließlich BLOß die SCHOßHÜNDCHEN der Hexen!“
„ Damit hat sie gar nicht mal unrecht!“ kicherte Jaz. „ Wobei bei unserem Hexer ist es weniger das Hündchen sondern eher das Pferdchen.“
„ Hä?“ starrte sie die Autorin fragend an. „ Wovon redest du bitte?“
„ Oh man, wie konnte ich nur deine herausragende Vergesslichkeit vergessen.“ verdrehte sie seufzend die Augen. „ Ich rede natürlich von Kian.“
„ Na klar, das wusste ich.“ lachte sie. „ Ich wollte nur mal schauen ob du es auch noch weiß.“
„ Sicher das.“
„ Es ist zu ruhig...“ bemerkte Akira. „ Viel zu ruhig. Normalerweise hört man die Brutalianer schon vom weitem, doch gerade, höre ich gar nichts.“
„ Ist das schlecht?“ wollte Martha leise von Ritsu wissen.
„ Ich denke schon.“ vermutete diese nickend.
„ Ich gehe mal nicht davon aus, dass ein Erdrutsch das Reich verschluckt hat, also sollten wir uns auf das Schlimmste gefasst machen.“ riet Kian ihnen.
„ Das Schlimmste? Du meinst alle stinkenden Brutalianer auf einem Haufen, die nur darauf warten, über uns herfallen zu dürfen?“ verzog Laura ihren Mund.
„ Genau so was.“
„ Ich warte freiwillig draußen und achte darauf, dass uns niemand in den Rücken fällt.“
„ Und was ist, wenn sie uns überwältigen und du ihnen dann ganz allein gegenüberstehst?“ schielte Jaz ihre Freundin schief von der Seite an.
„ Als wenn die euch überwältigen könnten, also bitte!“
„ Richtig! Ich fege die weg, ehe sie uns überhaupt bemerken können.“ behauptete Ri. „ Also hört auf euch zu sorgen. Wir mähen die einfach nieder, da kennen wir doch wohl nichts!“
„ Das ist eine fabelhafte Idee!! Akira und Ritsu fegen den Gestank und den Dreck einfach weg und um die abscheulichen Männer kümmern sich Chiron und Kian!“ kam der Autorin ein Geistesblitz. „ Und wir anderen suchen Brutus.“
„ Ja, dann worauf warten wir noch!?!“ stürmte die Diebin schon mal voraus, als sie die riesigen Tore entdeckte.
„ Ritsu warte!“ eilte Akira hinterher. „ Das ist gefährlich, verdammt!“
„ Und wenn schon??“ trat sie die Tür mit einem stürmischen Tritt auf. „ Ich bin denen geistig und... ah..“ klappte ihr Kinn vor Erstaunen auf den Boden.
„ Wie jetzt...“ starrte der Greif ebenfalls mit offenem Mund in das Reich.
„ Was denn? Stehen die da etwa wirklich alle, oder was?“ rannten die anderem zu ihnen hin.
Nein, von der geballten Armee der Barbaren fehlte jede Spur und nicht nur glänzten mit ihrer Abwesenheit, der Dreck war ebenfalls verschwunden. Die heruntergekommenen Häuser waren Bäumen gewichen, die Straßen saftigem Grün und inmitten dieser eigentlich schönen Pracht, schimmerte ein Regenbogenbach ohne Anfang und Ende vor sich hin.
„ DAS ist Brutalien???“ keuchte Ri.
„ Nein, ja doch! Aber was ist hier passiert und wo sind denn alle?“ sah sich Jaz schockiert um.  
„ Tja und wiedermal zeigt sich, dass in dieser Welt nichts mehr so ist wie es mal war.“ meinte Yami.
„ Meinst du, Brutalien ist umgezogen? Und wenn ja, wer oder was lebt jetzt hier?“ sah Laura ihren Freund fragend an.
„ Ich schätze das finden wir nur heraus wenn wir nachsehen.“
„ Ja, uns bleibt wohl keine andere Wahl.“ sah die Autorin auf den magischen Wegweiser herab, der direkt in das nicht mehr brutalische Reich führte. „ Aber bevor wir...“ begann sie, wurde dann aber von einem Kampfschrei Seitens Ritsu unterbrochen, die folgendes: „ ATTACKE!!!“ brüllte. „ Nein!! Warte! Wir wissen doch gar nicht!“ doch da waren Ri und Ma schon voraus gestürmt. „ MARTHA!!“
„ Hinterher schnell!“ rannten die anderen ebenfalls einfach drauf los.
„ JETZT wartet doch mal!!“ brüllte sie ihnen noch hinterher, doch vergebens. Nicht mal Luca oder Yami drehten sich noch mal zu ihnen um. „ Oh man.“ klappte sie fix ihr Büchlein auf, um etwas da hinein zu kritzeln. „ Diese Idioten!“
„ Vermutest du etwa auch, dass das die Sirenen fabriziert haben könnten?“ hakte Laura nach.
„ Ja und genau deshalb müssten wir sie jetzt in ihr Verderben rennen lassen!!“ klappte sie das Manuskript wieder zu und dann eilten auch die Hexen in ihr Verderben.
„ Hast du Watte dabei?“
„ Nein, aber unsere Ketten werden uns nun auch vor ihrer Magie schützen. Ich hoffe nur, Brutus geht es gut.“
„ Klar, Unkraut vergeht ja bekanntlich nicht, richtig? Mhm?“ horchte die Co-Autorin auf. „ Hörst du auch dieses Lied?“
„ Ich wusste es doch!! Windelweich müssen wir sie gleich schlagen, ganz im ernst!!“
Denn wenn sie die Melodie bereits hören konnten, dann konnte es der Rest der Gruppe auch und das bedeutete dann wohl, dass sie sich bereits unter dem Einfluss der Sirenen befinden mussten.
Doch erstens kam es anders und zweitens als man dachte und nicht mal die allmächtigen Hexen konnten alles wissen und alles sehen...
Als die beiden nämlich wild wie ein Stier um die Ecke geschlittert kamen und schon das knallrote Tuch vor Augen hatten, dementsprechend auf Krawall gebürstet waren, entdeckten sie... ja, nicht die Sirenen... Der Schock über das Gesehene, oder das feuchte Gras unter ihren Füßen, man wusste es nicht so genau, schlug ein wie eine Bombe und brachte die Damen, die ja mit einer rasanten Geschwindigkeit um die Ecke geschlittert waren, gleich mal zu Fall. Während sie also so auf dem Rasen lagen und noch abzuschätzen versuchten, ob ihr schmerzender Körper oder das Gesehene ihre Aufmerksamkeit bekommen sollte, trat der Gesuchte auf den Plan.
Denn nicht die Sirenen hatten sich hier breit gemacht, sondern die Feen und Wichtel und diese liebten es ungemein, Feste zu feiern, was sie hier auch taten. Irgendwie. Jedenfalls hatten sie eine gewaltige Bühne, in Form eines Pilzes, aus dem Boden gestampft, die das Zentrum ihrer Feier darstellte und genau auf diesem Podest stand Brutus. Bekleidet mit einem Tütü und einer hübschen Krone auf dem Kopf, gab er seine Ballettkünste zum Besten und erntete dafür Applaus, Gejubel und vor allem: Anerkennung. Allerdings nur von den Waldbewohnern. Der Rest sah sich das Ganze eher mit aufgerissenen Augen und starrer Miene mit an, während sie vernahmen, wie ihnen dieser Anblick die Intelligenz aus dem Körper saugte!! Nein, nicht wirklich. Aber so ähnlich.
Bloß die Cheffinnen feuerten ihn noch neben den Märchenwesen an. Ihre Schauspieler waren eben eigen, in allem was sie taten. Trotzdem respektierten und unterstützten sie sie so gut es eben ging. Bloß die unzähligen Männergeschichten der Gören unterstützten sie nicht und sie wollten davon auch eigentlich nichts hören, wobei das auf taube Ohren stieß.
„ Mhm...“ starrte Kian erst uns entgeistert an, ehe er wieder zu dem tanzenden Muskelprotz aufsah. „ Warum sind wir in eurer Welt solche...“
„ Idioten?“ grinste Luca schief auf. „ Tja, sieh es als Spiegelbild an. Das Spiegelbild eurer Seele wird bei uns Realität.“
„ Und warum bist dann ausgerechnet DU ein Star und auch noch mit der Oberhexe zusammen? Bei seiner Idiotie und eurem Gesichtselfmeter dürfte es eigentlich nicht mal für die Kloschüssel reichen!!“
„ Schon mal drüber nachgedacht, dass DU der Idiot von euch beiden bist? Deshalb lebt Paul auch in einer Mülltonne.“ wurde sein Grinsen sogar noch breiter. „ Inzwischen sogar in einer sauberen. Bevor er auf Jaz und Laura traf, hatte er in seiner Gosse nicht mal eine Pappunterlage.“
„ W-Was... WAS??????“ was Paul so trieb hatte er bisher nicht mitbekommen, umso gewaltiger war jetzt natürlich der Ausbruch. „ Das ist eine Lüge.“
„ Nope. Sieh es ein, du bist eben der geborene Penner.“
„ DAS nimmst du zurück!“
„ Hey, hey!“ ging Akira dazwischen. „ Rege dich nicht auf, Kian. Was Paul in deren Welt macht oder eben nicht, hat doch letztendlich nichts mit dir zu tun, auch wenn ihr wie eineiige Zwillinge ausseht. Es ist eben ein ganz anderes Universum, deshalb kannst du seine Lebensweise nicht mit deiner vergleichen.“
„ Ach, halt dein Maul.“ schlug er Aki's Hände weg und schlenderte dann grummelnd zu den Autorinnen hin.
„ Ich weiß ja nicht was du gegen Paul hast oder gegen Kian zu haben glaubst, aber höre auf ihn zu provozieren. Wenn der erst einmal aus der Haut fährt, dann bringt den keiner mehr so leicht zu Fall.“ wies Akira seinen Doppelgänger darauf hin. „ Ich glaube auch nicht, dass er die Hexen dann noch was schreiben lässt.“
„ Ts.“ verschränkte er die Arme vor der Brust. „ Es wäre ja nicht das erste Mal dass wir aufeinanderprallen.“
„ Akira hat Recht. Du solltest Kian nicht mit Paul verwechseln.“ nickte Yami.
„ Ja, ich habe es doch verstanden.“
„ BRUTUS!!“ winkten ihm die Cheffinnen nach seiner Vorstellung aufgeregt zu.
„ Brutus nicht träumen?“ blinzelte er sie überrascht an. „ Brutus nach Hause gehen??“ strahlte er dann auf und polterte im nächsten Moment schon auf sie zu. „ Brutus so froh euch zusehen!!“
„ Uah! Brutus, nein!! Aus!!“ doch da war es schon zu spät, denn die Damen ereilte die geballte Umarmung der Muskelprotze. „ I-Ich bekomme keine L-Luft mehr!!“
„ Brutus glücklichster Brutus aller Zeiten!“ zerquetschte er sie noch mal fast, ehe er von ihnen abließ. „ Brutus gehen Heim! Heim mit Freunden!“
„ Können wir dann zum Flugschiff zurückgehen, ehe ihr diese Wesen hier auch noch gegen euch aufbringt?“ mischte sich der Mönch ein.
„ Ich würde ja jetzt sagen: Womit sollen wir die denn gegen uns aufbringen. Aber so etwas endet immer da drin, dass genau DAS geschieht.“ kicherte Laura. „ Also los, gehen wir, bevor ich diesen Spruch nicht mehr zurückhalten kann und wir auf der nächsten Liste ganz oben stehen.“
„ Also mich würde es ja jetzt interessieren, wie das geschehen könnte.“ meinte Martha.
„ Nein, das interessiert dich nicht! Nicht im geringsten. Los schnell, hauen wir ab, bevor euer Karma hier auftaucht.“ griff Yami die Hand seiner Freundin und zog sie dann hinter sich her.
„ BBOOAARRR!!“ keifte plötzlich eine piepsige Stimme hinter ihm. „ Mein Haus!!“
„ Mhm?“ sah er zu dem Wichtel zurück, der vor einem kleinen Pils stand, auf den Yami drauf getreten war. „ Also wirklich!! Wie hätte ich DAS denn sehen sollen?? Und überhaupt!! Das Haus ist doch viel zu klein für dich!“
„ Warum beleidigst du mich und mein Haus??“ flennte er drauf los. „ Ich komme doch auch nicht zu dir, zertrampel dein Heim und hacke dann noch auf dir rum! Warum bist du so gemein?? WWWWÄÄHHHHH!!“
„ Was nein! So habe ich das gar nicht...“
„ Scheinbar wird da noch wer von der dunklen Seite angezogen...“ grinste die Co-Autorin schief auf. „ Nichtsdestotrotz sollten wir nun die Beine in die Hand nehmen und schnell weg rennen!“ betrachtete sie die unzähligen Wichtel, die zu einem fies aussehenden Riesen verschmolzen sind.
„ Da bin ich bei!!“ nickte Jaz eifrig. „ WEG HIER!!“
Und so riefen sie die nächste Katastrophe herbei die dafür sorgte, dass die Gruppe reiß aus nehmen musste. Eigenartigerweise hatten aber die wenigsten einen sorgenvollen Blick aufgesetzt, die meisten von ihnen flogen mit einem vergnügten Lachen in die Luft, wenn der Riese die Erde in ein Trampolin verwandelte. Man könnte also mit recht behaupten, dass sie sich immer mehr daran gewöhnten, ständig in irgendwelche Fettnäpfchen zu treten.

Akt 27. Romantik abgeschlossen


Nachdem Brutus nun auch den Weg zurück in die Realität gefunden hatte, steuerten die Freunde die letzte Verschollene an. Während dieses Fluges stand Jaz nachdenklich auf dem Außendeck und starrte dabei schweigend auf das Prisma herab. Wer hätte gedacht, dass ihr heimlicher Ausflug in so einer Katastrophe enden würde? Wer hätte denn damit gerechnet, dass sie, die Gottheiten dieser Welt, ihre Erschaffer, als die Fieslinge überhaupt in die 'Geschichte' eingehen würden? Und dass, wo es doch vermutlich keinen Thalianer und auch keinen Menschen in der Realität gab, dem diese Welt wichtiger war als der Autorin höchstpersönlich. Sie, die in dieser Welt ihre Zuflucht fand, wenn auch nur geistig und die hier von ihren Sorgen und Nöten Abstand nehmen konnte und die alles dafür tat, damit dieses Universum, genauso wie alle anderen die sie erschaffen hatte, perfekt und ausgesprochen schön waren.
Auf der anderen Seite war es aber gar nicht schlimm, dass alles so kam, wie es letztendlich eintraf. So konnte sie sich unheimlich viele Notizen machen, um alles noch besser beschreiben zu können und zudem war es unheimlich schön zusehen, wie ihre Figuren auf die Situationen wie selbstverständlich reagierten. Ohne dass man sich einen Kopf machen musste, wie dieser Charakter denn handeln könnte, was er sagen würde oder eben nicht. Hier taten sie es einfach, weil es sie hier wirklich gab, mit allen Ecken und Kanten.
Vielleicht war es bisher noch nicht wirklich deutlich geworden, doch das Wunder, dass die Freundinnen hier sein durften, traf beide mitten ins Herz und das nicht im negativen Sinne. Durch das Prisma standen ihnen alle Wege in ihre Fantasiewelten offen, sie konnten sämtliche Geschichten besuchen, ihre Figuren bestaunen oder, wie hier, mit ihnen rum reisen. Hier sein zu dürfen glich dem wahren Paradies, doch die andere Seite der Medaille zeigte genauso die flammende Hölle. Die Gefahr die Realität aus den Augen zu verlieren, die Beziehung aufs Spiel zu setzen oder sich durch die Macht, die man hier besaß, komplett zu verlieren. Verloren in einem Spiel, was es so eigentlich gar nicht geben durfte und vielleicht, war diese Anomalie das gefährlichste überhaupt.
„ Hier steckst du.“ trat Laura an sie heran. „ Ich habe dich schon überall gesucht.“ lehnte sie sich neben sie an die Brüstung. „ Was machst du denn hier draußen? Hast du denn nicht mitbekommen, dass da drin eine kleine Party steigt? Kian tanzt mit Martha! Das willst du dir doch wohl nicht entgehen lassen, oder? KIAN tanzt!“ blickte sie sie breit grinsend an. „ Das wird zwar neuen Zündstoff für Luca geben, aber willst du nicht auch mal mit ihm tanzen?“
„ Mhm...“
„ Was denn, nur ein mhm?“ staunte sie. „ Stimmt was nicht?“
„ Ähm, nein. Es ist alles in Ordnung. Ich war nur in Gedanken. Sie tanzen also schon, ja? Dann sollte ich da gleich mal vorbei schauen.“
„ Das kannst du echt deiner Oma erzählen, sofern du überhaupt noch eine hast!“ maulte sie. „ Spucke es schon aus! Was bedrückt dich??“
„ Ich...“ atmete sie schwer aus. „ Ich frage mich einfach was geschehen wird, wenn wir Diana gefunden und heil nach Hause gebracht haben. Was passiert mit LoT, also dem Buch, mit dieser Welt und vor allem: was passiert mit dem Prisma?“
„ Tja.“ dachte sie darüber nach. „ Letztendlich kann ich dir keine der Fragen richtig beantworten, aber ich kann durchaus Mutmaßungen anstellen. Erstens:“ hob sie den Zeigefinger. „ Glaube ich nicht, dass wir das Buch hier beeinflussen. Ich habe da nämlich mal genau drüber nachgedacht. Um ein Werk in seinen Grundmauern zu erschüttern, muss man das Hauptbuch zerpflücken, diese Welt entstand aber nicht durch das Hauptbuch, sondern eher durch unsere oder viel mehr DEINE Fantasie. Das ist Thalia wie du es dir vorstellst, mit den Thalianern, wie du sie haben möchtest, das hier, hat genaugenommen nichts mit dem Buch zu tun. Jedenfalls glaube ich das.“ hob sie den zwei Finger in die Höhe. „ Zweitens: Wenn wir jetzt also davon ausgehen, dass das hier die Geschichte der Hexen ist, die sich in eine fremde Welt verirren, dann wird diese Welt genauso bleiben, wie wir sie verlassen. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte: dass sie ihre eigene Geschichte schreiben werden! Sie werden den Weg gehen, den wir für sie geebnet haben und Entscheidungen treffen, die nicht von uns vorgeben wurden. Hier entwickelt sich alles, ohne dass wir direkt darauf hingearbeitet haben.“ hob sie nun den dritten Finger in die Höhe. „ Und drittens: Was mit dem Prisma geschieht wird die nahe Zukunft verraten. Oder hast du schon mit Luca geredet? Nach der Sache mit dem Irrenhaus?“
„ Nein, bisher noch nicht.“ atmete sie schwer aus. „ Vielleicht habe ich wirklich Angst davor, dass er verlangt dass das Prisma verschwindet oder ich ihm verspreche, dass ich nie mehr hierher gehe.“
„ Naja, angesichts seiner Eifersucht besonders auf Kian, könnte ich es schon nachvollziehen.“ nickte sie langsam. „ Aber Luca ist ja nicht erst seit gestern mit dir zusammen und ich denke inzwischen weiß er einfach, wie wichtig dir deine Bücher sind, beziehungsweise, was es dir bedeutet hier sein zu dürfen.“ lächelte sie. „ Ich kenne wirklich keine Kollegin, die genauso durchgeknallt ist wie du und ich kenne leider einige von ihnen. G.Schnallt sei Dank.“ verdrehte sie die Augen. „ Jedenfalls ist es doch das hier.“ breitete sie die Arme aus um ihr zu signalisieren, dass sie die gesamte Umgebung meinte. „ Was dich zu dem werden ließ, was du heute bist! Weil du dich mit vollem Körpereinsatz und ganzem Herzen auf deine Storys stürzt und sie in gewisser weise zum Leben erweckst. Verstehst du was ich damit sagen will? Ich bin in solchen Schnulzenkram noch immer nicht so gut.“ kratzte sie sich am Kopf rum. „ Deshalb solltest du dir deshalb keine Sorgen machen. Luca wird garantiert ein paar Einschränkungen erwarten, aber zerstören musst du das Prisma bestimmt nicht. Es ist doch auch ganz schön, wenn ihr die Zeit hier gemeinsam genießen könnt, oder? So kann er an deinen Träumen teilhaben.“
„ Da hast du absolut Recht.“ stimmte sie ihr zu. „ Mit seinen Freunden zu verreisen macht immer am meisten Spaß.“
„ Na siehst du! Und er genießt es bestimmt auch. Schließlich muss er dich hier nicht mit deiner Arbeit teilen und er kann die ganze Zeit bei dir sein und vor all dem steht:“ machte sie eine kleine Pause. „ Dass er sieht wie glücklich du hier bist und je glücklicher du bist, umso mehr gibst du davon ab. Also hat er letztendlich auch etwas davon.“
„ Naja, im Moment muss er mich mit anderen Hexen, dem hohen Rat, mystischen Wesen und der goldenen Armee teilen.“ kicherte sie. „ Aber davon mal abgesehen, verbringe ich wirklich mehr Zeit mit ihm.“
„ Glaub mir, wenn du dem eins deiner Manuskripte in die Hand drücken würdest, würdest du ihn von hier gar nicht mehr wegbekommen.“ giggelte Laura. „ Wer weiß was der alles mit Kian, Elias und was weiß ich nicht noch mit wem, anstellen würde, wenn der über unsere Macht verfügt. All das was er Paul nicht antun kann, würde er hier bestimmt raus lassen. Danach wären wir erst recht die Geächteten und dürften uns, obwohl wir ihre Schöpfer sind, niemals wieder hier blicken lassen. Dem würde das garantiert gefallen. Rivalen in Grund und Boden stampfen, ohne sich auch nur den kleinen Finger schmutzig zu machen, das ist bestimmt ein Traum von ihm.“ lachte sie. „ Und wer weiß was er sich für dich alles einfallen lassen würde. Hier stehen ihm alle Türe offen. Die Traumhochzeit, traumhafte Flitterwochen, traumhafte Kinder. Da kann er schon mal üben.“
„ B-Bist du sicher, dass du nicht gerade über Yami's Wünsche sprichst??“ starrte sie die Co-Autorin entgeistert mit geröteten Wangen an. „ Oder sind das deine eigenen?“
„ Mit der Hochzeit: Ja, vielleicht? Oder warum nicht? Das wäre doch die Krönung jeder Beziehung, oder? Und was Kinder angeht: NIEMALS!!“ schnauzte sie. „ Ich hasse Babys, Kleinkinder und kleine Kinder und große Kinder und Kinder an sich! Sie schreien bloß rum, sind nervig, man muss sich den ganzen Tag darum kümmern und überhaupt: Wer wechselt deren Windeln? Never! Nie im Leben! Aber was für mich nichts ist, muss ja für euch nicht auch nichts sein.“
„ Mhm.“ starrte sie sie noch einen Moment schweigend an, ehe sie den Blick abwandte.
„ Na was? Hör nicht auf zu reden, wo es doch gerade am spannendsten ist!“ nein, das war nicht Laura, die das sagte, sondern Luca, der schon eine zeit lang hinter den Beiden bei den Liegen stand.
„ UUUAHHH!!“ kreischten die Damen zeitgleich schockiert auf.
„ W-Was machst du denn hier??? Und wie lange stehst du da schon??“ hätte Jaz weiter nach hinten weichen können, hätte sie das vor Entsetzen getan, doch so presste sie ihren Rücken bloß gegen das Geländer und starrte ihren Freund dabei mit knallrotem Kopf an. „ Wobei... ich habe ja nichts gesagt, was mir nun peinlich sein müsste... oder?“
„ Ihr könnt gerne fortfahren. Tut einfach so, als wäre ich nicht da. Ihr seid bei der Hochzeit und den Kindern stehengeblieben.“
„ W-Welches Mädchen träumt denn nicht von der perfekten Traumhochzeit?? Mit dem Mann ihrer Träume, ganz in Weiß, in einem Schlossgarten, unter einem Rosenbogen, fliegenden weißen Tauben und...“ wurde das Rot ihrer Wangen immer dunkler. „ … und einer riesigen Torte, mit dem Brautpaar aus Marzipan auf der Spitze.“ machte sie einen auf Hans guck in die Luft.
„ Möchtest du, dass sich dieser Traum jetzt sofort erfüllt?“
„ IIEEKKK!!“ kreischten die Damen schon wieder zeitgleich auf.
„ Klärt das gefälligst, wenn ihr unter euch seid!!“ eilte Laura schnell wieder ins Raumschiff, wobei sie beinahe noch über die eine Liege gestolpert wäre, so eilig hatte sie es.
„ Uah nein! Du kannst mich doch jetzt nicht allein lassen!“ riss sie panisch die Augen auf.
„ Du bist doch gerade gar nicht allein? Ich bin bei dir.“ ging er lächelnd auf sie zu.
„ Jaja, das ist gerade wirklich verdammt beruhigend.“
„ Ist es nicht erstaunlich, wie leicht dich so etwas aus der Fassung bringen kann, obwohl du das doch schon mehrfach in deinen Büchern eingebaut hast?“
„ Das eine kann man nicht mit dem anderen vergleichen!“ konterte sie. „ Schließlich spielt sich das eine nur in meiner Fantasie ab und ich kann bestimmen was geschieht, aber das andere lässt sich von mir nicht vorhersagen.“ blickte sie nun wieder zu ihm raus, woraufhin ihre Wangen erneut knallrot aufleuchteten. „ E-Es ist nämlich die Realität.“
„ Wie gut, dass du das noch unterscheiden kannst.“
„ Hä?“ verzog sie irritiert den Mund. „ Warum sollte ich das denn nicht unterscheiden können?“
„ Weil das hier auch nur eine Fantasiewelt ist, ganz gleich wie real alles zu sein scheint. Weder Chiron, noch Kian oder Akira sind echt.“
„ Du brauchst dir deshalb keine Sorgen zu machen, Luca. Auch wenn ich finde, dass sie hier schon real sind, will ich weder was von Kian noch von Chiron. Wenn dem so wäre, dass hätte ich ihn und Liú doch schon längst getrennt. Aber das habe ich nicht, weil sie für mich das Paar darstellen, was am perfektesten harmoniert, deshalb sind sie ja auch meine Lieblinge. Meine Liebe für sie ist eine ganz andere als die, die ich für dich empfinde.“
„ Dann beweise es mir, indem wir heiraten.“ grinste er sie frech an, während er seine Hände hinter ihr ans Geländer lehnte.
„ S-So plötzlich??“ keuchte sie. „ I-Ich meine... äh... willst du deine Familie gar nicht dabei haben? Was sollen die denn denken, wenn du klammheimlich heiratest? O-Oder wie willst du die Existenz dieses Ortes erklären, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass man dich einweist? U-Und überhaupt! Was ist mit dem...“ quasselte sie sich um Kopf und Kragen und dabei bemerkte sie erst viel zu spät, dass er sie noch immer Ultra frech angrinste. „ … Heiratsantrag...“ wandte sie ihren Blick schmollend von ihm ab. „ Du bist ein Arsch. Gerade wo du doch weißt, wie leicht mich das aus der Fassung bringt, müsstest du dieses Thema eigentlich ruhen lassen. Aber nein, du sprichst es noch mal extra an, nur damit du mich damit wieder in Verlegenheit bringen kannst.“
„ Nein, nicht die Verlegenheit reizt mich.“ widersprach er ihr lächelnd. „ Sondern das Wissen, dass du nicht von Haus aus dagegen bist und das demonstrierst du mir mit deiner rum druckserei. Wäre es für dich kein Thema, so wie die Kindersache bei Laura, dann würdest du es einfach abschmettern, richtig?“
„ Ich sagte doch schon, dass da fast jedes Mädchen von träumt...“
„ Also würdest du genauso reagieren, wenn dich Toni darauf anspricht, ob du ihn heiraten willst?“
„ Natürlich nicht!“ kam es wie aus der Pistole geschossen.
„ Na siehst du! Jedes Mädchen träumt vielleicht davon, aber in Verlegenheit bringt man es erst, wenn es von dem Mann darauf angesprochen wird, bei dem es sich die Erfüllung dieses Traums auch vorstellen kann.“
„ Ja, ok verdammt!! Dann kann ich es mir eben bei dir vorstellen! Jedenfalls in ein paar Jahrzehnten, vielleicht.“ schmollte sie nun noch mehr.
„ Solange kann ich warten, kein Problem.“
„ Aber ich könnte dann schon alt und schrumpelig sein.“ schmunzelte sie.
„ Das bin ich dann wohl auch schon.“
„ Und die große Feier muss dann wohl in der Aula des Altersheims stattfinden und die Trauung da im Garten.“
„ Es wäre trotzdem traumhaft schön.“
„ Ja...“ kicherte sie. „ Bestimmt total schön, wenn Eugene hinter seinem Gebiss her laufen muss, das Jacki und Chantal mit ihren Gehhilfen immer weiter weg kicken. Oder wenn wir Brutus, der mit der Zeit einlief und nur noch ein Hautklumpen darstellt, mit einem riesigen Pfannenwender nach der Trauung auf den Stuhl am Esstisch hieven müssen. Oder Madame Diana, die eine Rede über die Entstehung der Hochzeit und dessen Vorteile hält.“
„ Solange du meine Braut bist, Jaz, sind alle Varianten unserer Hochzeit einfach perfekt. Selbst wenn wir im Altersheim feiern oder uns euer Karma eine gewaltige Überraschung beschert. Ich werde in jedem Fall mit einem Lächeln daran zurückdenken. Weil es für mich nichts schöneres gibt, als dich ganz offiziell mein Eigen nennen zu dürfen.“
„ Ich liebe dich auch, Luca. Aber nun genug von dieser romantischen Sülze. Wer weiß wer uns gerade alles belauscht und sich deshalb in ein hirnloses Monster verwandelt.“ flüsterte sie ihm noch grinsend zu, ehe sie ihm einen verführerischen Kuss stahl.
„ Dann sollten wir erst recht weiter reden.“ drückte er sie fester an sich.“ Es trifft garantiert nicht den falschen.“
„ Ich sage ja, du bist ein Arsch.“
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Alexia

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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

Beitrag von Alexia am Di 26 Dez - 22:37

Akt 28. Das Ende?

„ Meinst du Elias wird sehr enttäuscht darüber sein, dass er nie seine Rache bekommen hat?“ wollte Laura von Jaz wissen.
Inzwischen wusste die Gruppe, dass sie Kurs auf die fliegende Stadt Arlenia nahmen, wo Diana bereits darauf wartete von ihnen eingesammelt zu werden.
„ Vielleicht hat er es ja schon vergessen, wenn wir zurück in unserer Welt sind.“ zuckte die Autorin mit der Schulter.
„ Och nö! Das wäre doch mal das Langweiligste, was mir jemals unter die Augen getreten ist! Mal abgesehen von BB, aber die sind so unterirdisch schlecht, dass es dafür keine Bezeichnung gibt.“ murrte sie. „ LOT ist aber nicht langweilig! LoT hat nicht über Nacht die Beliebtheitsskala gesprengt, weil wir so einfallslos sind, sondern weil ein BOOM nach dem anderen kam und der größte BOOM hat gefälligst am Ende unserer Reise zu sein!“ gab sie mit einer nie zuvor dagewesenen Euphorie von sich. „ Wenn das nicht geschieht, dann werden sämtliche Ideen, die ich bisher für meinen Manga gesammelt habe, wie ein Brocken schwarze Kohle gen Boden stürzen. Die positive Energie wird verpuffen und dann bleibt mir nichts weiter übrig, als BB'S größter Fan zu werden!!“ kreischte sie. „ DAS willst du doch nicht, oder?“
„ Und du meinst es liegt an mir, dass wir ständig in irgendwelche Hinterhalte geraten?“
„ Klar! Es ist schließlich DEIN schwarzes Karma. Ich kann so was gar nicht besitzen.“ grinste sie schief auf.
„ Wirklich?“ schielte sie sie an. „ Dabei bist du doch diejenige, die sich ständig vor ihrer Arbeit drückt, mit ihrer Faulheit glänzt oder sich in ihrer Vergesslichkeit suhlt. Wäre es allein mein schwarzes Karma, dann würde es uns mit Gold überhäufen.“
„ Es springt zwar kein Gold für uns raus, aber massenhaft Ideen und die sind wirklich Gold wert. Also kann es nicht meine Schuld sein, dass wir als Hexen abgestempelt wurden, sonst wäre uns vermutlich ein ähnliches Schicksal widerfahren, wie beim Überfall unserer Feinde vom BB-Clan.“
„ Mhm!“ kicherte Jaz. „ Da hast du vermutlich Recht. Trotzdem habe ich keine der Katastrophen absichtlich heraufbeschworen.“
„ Klar, du hast es bloß nicht realisiert und nun wo du weißt, dass ich mir ein unerwartetes bombastisches Ende wünsche, wird genau das auch auf mich warten.“ davon war sie wirklich überzeugt. Doch: „ Verdammt wie langweilig ist das denn bitte?“ fluchte die Co-Autorin, als sie ohne jegliche Gegenwehr durch Arlenia's Schlossflure schlenderten. „ Das unerwartete Nichts beeindruckt mich nun nicht sonderlich.“
„ Tut mir leid. Vermutlich ist mein Karma nicht böse genug.“ betraten sie den Thronsaal.
„ Was hat euch so lange aufgehalten um MICH abzuholen? ICH warte bereits eine Ewigkeit auf euch!“ starrte Diana die Autorinnen grimmig an. „ Während ihr MICH warten ließt, habe ICH Arlenia's Flugmechanismus überarbeitet, wodurch es durch MICH effektiver und umweltfreundlicher arbeitet. Außerdem habe ICH die Geschäftsbeziehungen mit den anderen Ländern neu verhandelt, wodurch sie durch MICH besser dastehen. Und was habt ihr bewirkt?“
„ Nichts.“ grinsten die Damen verschmitzt auf.
„ ICH muss jetzt sofort nach Hause, damit ICH euch aufschreiben kann, was ICH hier verbessert habe! ICH erwarte von euch, dass MEINE Veränderungen bis ins kleinste Detail übernommen werden!“ schlenderte sie an ihnen vorbei.
„ Na, klar.“ oder auch: träume weiter.
„ Das war es dann also, ja?“ wollte Kian wenig später wissen.
Inzwischen hatten sie Arlenia wieder verlassen und standen versammelt auf einem großen Feld.
„ Und ist euch aufgefallen, dass wir uns keine neuen Feinde angelacht haben?“ giggelte Jaz. „ Vielleicht ist das Karma ja weitergezogen.“
„ Wohl kaum?“ schielte Luca seine Freundin schief von der Seite an.
„ Boar, die sieht ja aus wie ich!“ staunte Ri. „ Das ist ja so als würde man in eine Pfütze sehen!“
„ Nein, ICH sehe aus wie ICH.“
„ Können wir dann? Je länger wir bleiben desto größer ist die Chance, von irgendwem hinterrücks überfallen zu werden.“ wies Yami darauf hin.
„ Pff, da können wir warten bis wir schwarz werden! Überfallen werden gerade nur die anderen.“ murrte die Mangaka.
„ Und DAS ist auch gut so, verstanden? DU willst NICHT überfallen werden! Und das in der Realität schon mal gar nicht!“
„ Natürlich will ich das nicht. Was denkst du denn?“ griente sie schief auf. „ Also gut, lasst uns gehen. Der Abschied wird ja nicht leichter, nur weil man ihn länger hinaus zögert.“
„ Ihr kommt doch wieder, oder?“ wollte die Diebin wissen. „ Ihr müsst wiederkommen! Was sollen wir denn sonst ohne euer Karma machen?“
„ Ach, das ist eh futsch!“
„ Wir kommen bestimmt eines Tages wieder.“ versprach Jaz. „ Aber nun müssen wir wirklich gehen. Man wird uns schon vermissen.“
„ Ja, ich werde euch ganz schrecklich vermissen.“
„ Ich euch auch!“ klammerte sich Martha an ihrer Freundin fest.
„ Ach komm! Zu mindestens eine von euch hat die andere doch eh schon vergessen, ehe sie ihr überhaupt den Rücken kehren kann.“ knurrte Laura leise vor sich hin.
„ ICH gehe als erstes!“ schritt Diana gleich durch die Tür, als diese geöffnet wurde.
Als nächstes lief Martha heulend nach Hause und wenn Paul auch noch dort war, dann war er es nun nicht mehr. Letztendlich blieben bloß noch die Autorinnen und die Freunde der Autorinnen zurück.
„ Das ist ein scheiß ende!“ schnaufte Laura.
„ Wer sagt denn, dass DAS das Ende ist?“ wollte Chi wissen.
„ Wer sagt denn, dass es nicht so ist??“ drehte sie sich zu ihm um. „ Wir haben alle unsere Schauspieler gefunden und sie sicher nach Hause gebracht, also wird es nun Zeit diese Aury zu beenden!“
„ Das sehe ich nicht so.“ widersprach der Jäger. „ Unsere Aury hat doch gerade erst begonnen und auch wenn ihr das Ziel eurer Realität erreicht habt, unser Ziel steckt weiterhin in Kinderschuhen.“
„ Genau, genau!“ nickte Ritsu eifrig. „ Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber hey! Wir sind ein Team, nicht wahr?? Und wie sollen wir unsere Schreckensherrschaft weiter ausbreiten können, wenn das schwarze Karma nicht bei uns ist? Also kommt ganz oft vorbei, damit das Hexen-Quartett für gewaltigen Wirbel sorgen kann!“
„ Ein Quartett besteht aber nur aus vier Mitgliedern.“ schielte Kian zu ihr hin.
„ Ach so?“ überlegte sie. „ Na, macht nichts! Der Rest bleibt dann eben immer beim Raumschiff.“
„ Ah ja.“
„ Hehe, wir vier gegen den Rest der Welt! Das gefällt mir.“ kicherte die Co-Autorin. „ Wir brauchen ein eigenes Logo, vielleicht einen Totenkopf in Hexenstil? Und einen einschlagenden Namen, bei dem alle gleich kreischend wegrennen! Da wir eine Mischung aus Sansana Kurai und äh uns sind, vielleicht Hexa Kurai? Oder Sansana Aury? HAHA JaLa Kurai!! Oder Arihai Kurai! Und wir brauchen ein einheitliches Outfit. Kurai's Strampelanzug ist ja echt cool, aber unseres muss noch cooler werden! Aber nichts kariertes, sondern was Geheimagenten mäßiges. Ultra cool mit Sonnenbrille.“ ging sie in Gedanken ein paar Outfits durch. „ Und unsere Schlachtrösser werden Dämonenpferde sein! Dann braucht Kian auch keine Angst mehr davor haben, dass der 'analysiert' wird. Hrhr. Und vielleicht können wir sogar etwas erfinden, was unsere Manuskripte ersetzt. Damit wir schneller mehr Magie anwenden können. Ich sehe es schon praktisch vor mir!!!“ strahlte sie auf. „ Wir laufen grinsend und im perfekten Tempo durch ein Meer aus Flammen und um uns herum die Fratzen unserer Gegner. Äh... was ist eigentlich auch Miku und Liú geworden?“ wandte sie sich fragend an Jaz.
„ Keine Ahnung.“ zuckte diese mit der Schulter. „ Aber wenn ich raten müsste, würde ich vermuten, dass sie wieder in Falador sind.“
„ Mhm. Packe ich ihre Fratzen dann zu unseren Feinden oder werden die einfach raus geschnitten? Zu uns kommen die nicht, klar? Ich habe bereits in der Realität genug mit diesem Vogel zu tun.“
„ Sie passen auch nicht zu uns.“
„ Und was ist mit Tami und diesem Steintypen?“ wollte sie in einem leiseren Ton wissen. „ Wo packe ich die hin?“
„ Erstmal zu den neutralen Beobachtern würde ich sagen.“
„ Ok.“ starrte sie wieder auf das Plakat ihrer Gedanken. „ Und wir nennen es: Dimension X, jetzt wird es hextastisch! Oder Dimension X, das Zeitalter des Schattens! Hex Hex Hurra! Dimension X, gescheitert wird später! Oder DX, der Scheiterhaufen kann uns mal!“ strahlte sie immer mehr auf. „ Haha! Das wird der absolute Burner! Mehr Boom, mehr Auuu, mehr Wusch, mehr Krawumm!!“
„ Jaja, genau. Können wir dann endlich?“ unterbrach Yami die Ideenexplosion seiner Freundin. „ Ich will nach Hause.“
„ Ja, ich muss meine Vorstellung aufs Papier bringen, ehe ich sie wieder vergesse!“
„ Es wird wohl wirklich langsam Zeit. Ich mag gar nicht daran denken, was ich alles aufarbeiten muss.“ atmete die Autorin schwer aus. „ Aber wenigstens ist LoT nicht all zu weit zurückgefallen.“ lächelte sie leicht. „ Also dann! Lasst euch zwischenzeitlich nicht wegsperren, ok?“
„ Doch, doch! Lasst euch wegsperren!!“ widersprach LoT's Co-Autorin. „ Dann können wir euch da raus boxen und das mit massig viel Tamtam.“
„ Sicher. Aber erst reisen wir so still und unauffällig wie möglich nach Hause.“ griff Yami ihre Hand. „ Und dann können wir darüber reden, ob du dich wirklich dieser Gefahr aussetzen wirst.“ zog er sie mit sich.
Kurz darauf zog sich auch das andere Paar zurück und die Tür zu Thalia schloss sich vorerst zum letzten mal. Die Normalität kehrte in ihre Leben zurück und alles verlief wieder so, wie es sein sollte. So zogen die Tage ins Land, ohne das die Hexen ins gelobte Land zurückkehrten.
Zu mindestens körperlich waren sie nicht anwesend, gedanklich waren sie ständig dort. Schließlich wollte Laura unbedingt das DX Gruppenbild und die Outfits aufs Papier bringen und Jaz baute eine neue DX Rubrik auf ihrer LoT Homepage ein, in der sie ihre Erlebnisse in kurzen Kapiteln niederschrieb und diese mit echten Fotos der Thalianer ausschmückte. Die Sache kam bei den Fans sogar so bombastisch gut an, dass jedes Kapitel Millionenfach angeklickt wurde und ihre Fangemeinde noch weiter anwuchs. Wobei die Autorin das Auftauchen der Realität verschwieg. Luca und Co wurden also nicht erwähnt und die beiden Hexen hatten wirklich magische Kräfte und andere Namen. Sie kamen aber ebenfalls aus einer anderen Realität, aber ohne die Doppelgänger. Sie wollten die Thalianer auch nicht bespannen, stattdessen fielen sie durch ein Wurmloch in ihre Welt und anstatt die Schauspieler zu suchen, sammelten sie Bruchstücke eines Spiegels ein, der sie wieder nach Hause bringen konnte. Aber die Katastrophen blieben so wie sie waren.
„ Fertig!“ strahlte Jaz. „ Das war das letzte Kapitel unserer Reise.“
„ Dann können wir ja jetzt ein neues Buch öffnen, richtig?“ stand Laura in der Tür des Büros. „ Uns wurde ja nicht konkret der Aufenthalt dort verboten, sie haben ja nur gesagt, dass wenn wir da hinreisen, wir das nicht allein tun sollen und wenn wir beide gehen, sind wir ja nicht allein, nicht wahr?“ grinste sie schief auf. „ Und so langsam möchte ich echt wissen, ob sie uns inzwischen vergessen haben oder ob die Zeit für sie still stand oder ob sie bereits die halbe Welt unterdrücken!“
„ Ja, ich will es auch wissen!!“ sprang sie fix von dem Stuhl auf und sah dann auf ihre Uhr. „ Und bis sie wiederkommen dauert noch etwas, also lass uns gehen.“
Nun an der selben Stelle kamen sie nicht raus und sie reisten auch nicht ins 'normale' Thalia. Ob sie die halbe Welt unterdrückten konnten sie auch nicht auf den ersten Blick sehen, aber immerhin besaßen sie inzwischen eine beeindruckende schwarze Burg, mit Skelett-Bediensteten, gesattelten Dämonenpferden und eine Flagge, auf der Arihai Kurai stand und ein Totenkopf in Hexenstil zusehen war. Außerdem wurde das Reich ebenfalls umbenannt in: Rodalaf, das schwarze Reich! (wem es nicht gleich auffällt: Rodalaf heißt umgedreht Falador.)
Das alles war ja schon beeindruckend, doch als die Damen ihre Figuren sahen, stellte dieser Anblick alles andere weit in seinen Schatten. Nun, mit ihren schwarzen Outfits, machten sie dem Ruf der Finsternis wirklich alle Ehre.
Das war die Geschichte über die Entstehung von Dimension X.


Ende! (Fürs Erste)
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Re: Rache ist Blutwurst (abgeschlossen) JUHU!!

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